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Samstag, 6. April 2019

Der Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1893, nach seiner Hochschulreife, an der Universität Uppsala ein um dort nordische Sprachen zu studieren. Bereits während seiner Studienzeit beschäftigte sich Hesselman mit den verschiedenen Dialekten Schwedens und der Herkunft von Ortsnamen. Seine späteren Veröffentlichungen zu diesen Themen sollen ein bedeutender Beitrag zur Sprachforschung werden und sind bis heute großteils gültig.

Mit der Erforschung zum Beginn einer schwedischen Reichssprache, konnte Bengt Ivar Hesselman nachweisen, dass es erst ab dem 17. Jahrhundert zur Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache kam und alle vorhergehenden Lexika von dialektalen Ausdrücken geprägt waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte Hesselman damit eine Grundlage für die Entwicklung eines modernen Schwedisch, was sich auch bei den folgenden Ausbildungsreformen deutlich zeigte. Hesselman ging damit den Weg der Svenska Akademien, die eine offizielle Hochsprache in Schweden anstrebt.

In den 30er Jahren begann sich Bengt Ivar Hesselman, der am 6. April 1952 starb, mit der Sprachentwicklung im nordischen Raum zu beschäftigen und versuchte Geschichte, Kulturgeschichte und Sprachgeschichte von der Zeit der Wikinger bis heute zu verbinden und zu erklären. Diese, von heutiger Warte, sehr konservative Sprachforschung führte auch dazu, dass Hesselman 1935 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, auch wenn seine Ergebnisse in diesem Rahmen mehr unter nationalistischer Sicht gesehen werden müssen als innerhalb einer modernen Sprachforschung.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
6. April 1944: Die Schriftstellerin Viveca Lärn
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager
6. April 1962: Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. April 2018

Der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot

Elias Lönnrot wurde am 9. April 1802 im heute finnischen Sammatti als Sohn eines Schneiders geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Bereits im Alter von fünf Jahren lernte Lönnrot, neben der schwedischen Sprache, die für jede höhere Ausbildung nötig war, auch Finnisch. Lönnrot besuchte die Kathedralschule in Åbo, musste jedoch aus Geldmangel die Ausbildung abbrechen um 1822 eine Stelle als Apothekerlehrling zu suchen. Zwei Jahre später konnte er sich dann jedoch an der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) einschreiben, wo er seine Liebe zur finnischen Volksdichtung entdeckte. Nach einem Magister in Åbo schrieb sich Lönnrot 1829 an der medizinischen Fakultät der Universität Helsingfors (Helsinki) ein. Das Studium schloss er mit der Doktorarbeit über die magische Medizin Finnlands ab.

Bereits während seines Studiums reiste Elias Lönnrot nach Karelien und nach Savolax um dort nach Material zu suchen, das später zum finnischen Nationalepos Kalevala werden sollte, wobei Lönnrot 1830 auch Mitgründer der finnischen Literaturgesellschaft wurde. Bereits 1835 kam dann die erste Version des Kalevala auf den Markt, auch wenn diese Lönnrot noch nicht zufrieden stellte. Auch in seiner Zeit als Arzt nahm Lönnrot immer wieder frei um Zeit für seine Forschung zu haben, wobei seine Reise nach Estland im Jahr 1844 von großer Bedeutung wurde, da er dort Friedrich Reinhold Kreutzwald traf, der am Nationalepos Estlands arbeitete. Nach seiner Rückkehr erweiterte Lönnrot daher sein Hauptwerk, das dann 1847 bedeutend erweitert herausgegeben wurde.

Die Verbindung zur schwedischen Literatur findet man bei Elias Lönnrot in seinen wissenschaftlichen Werken und Zeitungsartikeln, die er in Schwedisch abfasste, und in seiner sprachwissenschaftlichen Forschung. Zwischen 1867 und 1880 verfasste Lönnrot das erste und umfassendste Wörterbuch Finnisch-Schwedisch, das 200.000 Nachschlageworte beinhaltete. Da Lönnrot hierbei auch neue Worte schöpfte, die er rein sprachtheoretisch ableitete, gingen natürlich später nie alle seiner Worte in die finnische Sprache ein, aber ein Teil davon wurde später zum Basiswortschatz Finnlands gerechnet. Dieses Werk Lönnrots, der am 19. März 1884 starb, blieb, trotz der Wortschöpfungen, rund 80 Jahre lang das Grundwerk der finnischen Sprache.


9. April 1557: Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache
9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. September 2016

Das Neue Testament erscheint auf Schwedisch

Auch wenn die sogenannte Gustav Vasa Bibel in seiner Gesamtfassung erst im Jahre 1541 erschien, so kam bereits am 16. September 1526 das Neue Testament als erster Teil der Bibel auf den Markt. Vermutlich wurde dieser Teil von Laurentius Andreae und Olaus Petri übersetzt ohne dass sich die beiden Theologen der Tragweite dieser Arbeit wirklich bewusst wurden, abgesehen davon, dass die beiden natürlich wussten dass die Übersetzung ein Umbruch war, denn bis dahin waren die Bibelausgaben grundsätzlich auf Lateinisch verfasst und bauten zudem auf den katholischen Glauben.

Mit der Übersetzung des Neuen Testaments machte die Bibel erstmals Einzug in die gesamte schwedische Gesellschaft, da nun die Botschaft jeder Schwede verstehen konnte, und zum anderen war dieses Werk der Umbruch zwischen dem Vorschwedisch und dem Neuschwedisch, denn das Neue Testament war das erste Buch, das in Neuschwedisch erschien und damit die Sprache im ganzen Land vereinheitlichen sollte, denn bis dahin hatte jede Region des Landes ein etwas unterschiedliches Schwedisch mit sehr unterschiedlicher Schreibweise. Mit diesem Buch wurde daher das Schwedisch, das in Stockholm und dem Mälartal gesprochen wurde, eine Leitlinie für die gesamte moderne Entwicklung der schwedischen Sprache.

Natürlich wurden bereits bei der Gesamtausgabe der Vasa Bibel im Jahre 1641 einige als altertümlich betrachtete Schreibweisen bereits modernisiert, aber schon 1526 führte man die Buchstaben ä und ö ein, die auch im heutigen Schwedisch vorhanden sind. Die Verbreitung einer gemeinsamen Schriftsprache wurde auch durch gefördert, dass Gustav Vasa mehr oder weniger sämtliche Kirchengemeinden dazu zwang ein Neues Testament zu kaufen, was einige der Gemeinden sehr belastete, denn jede Bibel kostete drei Mark, was heute über 10.000 Kronen entspräche. Die Gesamtausgabe, die 15 Jahre später erschien, kostete dann sogar zehn Mark. Natürlich wurde diese Sprache der Kirche und der Administration nie in dieser Weise gesprochen, aber sie prägte bis zum 18. Jahrhundert die Schriftsprache Schwedens, die erst mit Erscheinung der ersten Zeitungen abgeschliffen und volksnaher wurde.


16. September 1583: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung
16. September 1962: Der schwedische Politiker Håkan Juholt
16. September 1967: Glasskulptur in Schweden: Das Prisma in Norrköping 
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. April 2016

Die schwedische Rechtschreibreform von 1906

Mit der Bibelübersetzung von 1526 entwickelte sich in Schweden erstmals eine gewisse Rechtschreibregelung, die zwar nicht offiziell war, aber sich mit Hilfe der Bibel, die bald in jedem Haushalt vorhanden war, durchzusetzen begann. Die ersten Normen für eine einheitliche Rechtschreibung setzte dann jedoch Carl Gustav af Leopold im Jahre 1801 durch, auch wenn af Leopold nicht den ganzen Weg ging. Als daher 1842 die allgemeine Volksschule in Schweden obligatorisch wurde, zeigte sich schnell dass man eine weitere Rechtschreibreform benötigte, da nur dadurch das Lesen und Schreiben im ganzen Land vereinheitlicht werden konnte.

Eine Wende kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, denn mit dem Aufkommen des Skandinavismus wollten sowohl Lehrer als auch Sprachwissenschaftler und Politiker wieder an die altnordische Tradition anknüpfen, aber gleichzeitig auch eine einheitliche schriftliche Verständigungsmöglichkeit schaffen. In erster Linie wurden daher Fremdworte ins Schwedische übertragen und aus dem englischen "sport" wurde "idrott", viele der „e“ wurden zu „ä“, „qv“ wurde zu „kv“ und die Abschaffung der deutschen Vorsilben be- und ge- radierte das deutsche sprachliche Vermächtnis des Mittelalters aus. Lediglich die Svenska Akademien weigerte sich diese Veränderungen zu akzeptieren und behielt die Schreibweise des Schriftstellers af Leopold.

Als dann am 7. April 1906, unter dem Kirchenminister Fridtjuv Berg auf Druck der Lehrer Schwedens die Rechtschreibung des Schwedischen erneut reformiert wurde und der Grundstock des heutigen Schwedisch geschaffen wurde, verschwand das „h“ vor den „v“, aus „dt“ wurde t und andere verwirrende Schreibweisen wurden der Aussprache angepasst. Allerdings sollten nun die ältere und die neuere Schreibweise noch lange parallel existieren, denn das Wörterverzeichnis der Svenska Akademien führte die neue Schreibweise erst 1923 ein und das Nordische Familienbuch sogar erst 1926. Erst in den 50er Jahren verschwanden dann auch die Pluralformen der Verben und das moderne Schwedisch nahm seinen wahren Einzug, zumindest im Prinzip, denn noch 1971 entschied sich die Stadt Helsingborg das „ä“ des Hälsingborg wieder zu streichen und erneut die alte Schreibweise zu benutzen.


7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 21. Dezember 2014

Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 in Stockholm zur Welt, wobei über seine Kindheit und seine Jugend kaum etwas bekannt ist. Die Geschichte Hesselmans beginnt daher mit seiner Hochschulreife im Jahre 1893 in Stockholm und setzt mit einem Studium der nordischen Sprachen an der Universität Uppsala fort, an der er 1902 disputierte um anschließend erst Dozent in Uppsala zu werden, bis er 1914 Professor für Nordische Sprachen an der Universität Göteborg wurde.

Bereits als Student hatte Bengt Ivar Hesselman eine Schwäche für die Vergangenheit Schwedens, nicht nur in sprachlicher Hinsicht, denn als Mitglied des Vereins für Vorgeschichte nahm Hesselman ab 1896 regelmäßig an Ausgrabungen in Nordschweden und Norwegen teil. Diese Ausgrabungen verknüpfte der Sprachwissenschaftler grundsätzlich  mit der Erforschung und Deutung von Ortsnamen, aber auch dem Sammeln von dialektalen Ausdrücken der verschiedenen Regionen der nördlichen Hälfte Schwedens. Da Hesselman seine Forschungsergebnisse auch regelmäßig veröffentlichte, schuf er noch heute wertvolle Dokumente zur nordischen Sprachgeschichte.

Für Bengt Ivar Hesselman, der 1935 Mitglied der Svenska Akademien wurde, baute die Geschichte des Hochschwedischen auf das Verständnis der zahlreichen schwedischen Dialekte. Seine Forschungen führten dazu, dass er feststellte, dass man in Schweden vor dem 17. Jahrhundert kaum von einer normalisierten Hochsprache reden konnte, sondern vorher die Dialekte gewissermaßen die Hochsprache gewisser Regionen des Landes waren. Da Hesselman auch den Versuch unternahm die verschiedenen Dialekte zu gruppieren und zudem den Dialekt des Svealands in den Mittelpunkt rückte, sind leider einige seiner Ergebnisse heute nicht mehr voll zu verteidigen, zeigen jedoch deutlich die Denkweise Schwedens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth
21. Dezember 1976: Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Johan Erik Rydqvist und die schwedische Sprache

Als Johan Erik Rydqvist am 17. Dezember 1877 starb, hinterließ er mit seinem Sprachwerk Svenska språkets lager (die Gesetze der schwedischen Sprache) ein Werk das die Sprachwissenschaftler des Landes bis heute beschäftigt, da Rydqvist damit die erste schwedische Sprachentwicklung beschrieb und Strukturen deutlich machte die vom Vorschwedischen zur heutigen Sprache führen. Rydqvist ging bei seiner Arbeit vor allem von der damals üblichen Theorie ab, dass man im nordischen Raum ursprünglich nur Isländisch sprach und konnte beweisen, dass sich Schwedisch auf Grund der Lautlehre und der Wortstruktur unabhängig vom Isländischen entwickelte.

Auch wenn dieses Werk, trotz seiner extrem konservativen Linie, das bedeutendste Werk von Johan Erik Rydqvist wurde, so wies seine ursprüngliche Entwicklung in eine ganz andere Richtung. Rydqvist, der am 20. Oktober 1800 zur Welt gekommen war, sollte nach dem Willen des Vaters auf gar keinen Fall ein Studium machen, sondern musste ab dem Alter von 14 Jahren als Büroangestellter in einer Reederei in Göteborg arbeiten. Dies konnte jedoch den Wissensdurst des jungen Rydqvist nicht stören und er lernte, neben der Arbeitszeit, fünf der bedeutendsten  modernen Sprachen und schließlich noch Latein und Griechisch.

Erst als Johan Erik Rydqvist 20 Jahre alt war, gelang es ihm dann ein Studium an der Universität Uppsala zu beginnen. Da sich jedoch mit dem baldigen Tod des Vaters die finanzielle Lage von Rydqvist stark veränderte, war er gezwungen sein geplantes Studium bedeutend abzukürzen und mit einem juristischen Examen zu beenden, das ihm jedoch den Eintritt in den Staatsdienst ermöglichte. Die Wende im Leben Rydqvists kam jedoch im Jahre 1840, als er so stark erkrankte, dass er über mehrere Jahre hinweg das Bett kaum noch verlassen konnte. In dieser Zeit begann sich der Sprachwissenschaftler mit der erklärenden Sprachgeschichte zu beschäftigen, insbesondere unter dem Einfluss der deutschen Grammatik, die Jacob Grimm kurz zuvor veröffentlicht hatte.


17. Dezember 1842: Der schwedische Künstler Nils Forsberg
17. Dezember 1860: Königin Desideria, die unschwedische Königin
17. Dezember 1863: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
17. Dezember 1951: Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. März 2014

Der schwedische Sprachforscher Adolf Noreen

Adolf Noreen wurde am 13. März 1854 in Östra Ämtervik im Värmland als Sohn eines Landvermessers geboren und begann im Herbst 1871an der Universität Uppsala die nordischen Sprachen zu studieren. Nach Abschluss seiner Studien im Jahre 1877 und seiner Doktorarbeit Fryksdalsmålets ljudlära, einer Forschung über den Dialekt seines Heimatdorfes, begann er in Uppsala als Dozent zu arbeiten und bekam die Aufgabe die schwedischen Dialekte zu untersuchen. Diesen schnellen Aufstieg und Erfolg verdankte Noreen allerdings auch der Tatsache, dass die Fakultät für nordische Sprachen erst 1859 in Uppsala eingerichtet worden war und der erste ernannte Professor, Carl Säve, selbst ein Dialektforscher war.

Die grosse Leistung von Adolf Noreen als Dialektforscher kann man verstehen, wenn man bedenkt, dass der Wissenschaftler seine Doktorabeit bereits mit 22 Jahren abgeschlossen hatte, um die Lautbeschreibung des Dialekts deutlich zu machen eine eigene Lautschrift entwickelt hatte und sich als erste Schwede mit der Phonetik einer Sprache beschäftigt hatte, eine Leistung, die heutigen Sprachforschern als selbstverständlich und normal gilt. Der Doktorarbeit Noreens folgte ein Wörterbuch der Dialektsprache seiner Region und eine entymologische Übersicht in der er den Dialekt seines Heimatordes mit der Reichssprache verglich. Auch wenn diese Pionnierleistung von heutiger Warte als oberflächlich betrachtet werden kann, so legte Noreen dennoch die Basis für einen ganzen Bereich der Sprachforschung.

Auch wenn der Name Adolf Noreen heute nur noch Sprachwissenschaftlern ein Begriff ist, so kann man nicht sagen welche seiner Forschungen die bedeutendste war, denn er legte die Grundlage der gesamten wissenschaftlichen Dialektforschung Schwedens, er schuf grundlegende Handbücher zur isländischen, altnorwegischen und altnordischen Sprache und er präsentierte 1903 mit seinem Werk Vårt språk die erste umfassende Grammatik zur schwedischen Sprache. Nicht zu vergessen ist dabei, dass seine Werke von Esaias Tegnér und von Johan August Lundeli der Rechtschreibreform des Jahres 1892 dienten.


13. März 1809: Revolution in Schweden 
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik 
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1885: Der Kinodirektor Anders Sandrew
13. März 1942: 17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt 
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Donnerstag, 14. März 2013

Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre

Auch wenn Johan Ihre, der am 14. März 1707 in Lund geboren wurde, heute nur noch wenigen Personen ein Begriff ist, so hat der Wissenschaftler durch seine vergleichende Sprachforschung nicht nur in Schweden die heutigen Kenntnisse über die Sprachforschung beeinflusst, sondern, über Jacob Grimm auch in Deutschland und über Rasmus Rask in Dänemark, die ihrerseits die Methoden Ihres in ganz Europa verbreiteten und die Sprachwissenschaft damit revolutionierten.

Johan Ihre, der Professor in Uppsala war, ging dem Ursprung und der Entwicklung der schwedischen Worte nach und erstellte in diesem Sinn im Jahre 1769 das Etymologische Wörterbuch der schwedischen Sprache. Ihre versuchte die Bedeutung der Worte allerdings auch durch den Vergleich mit anderen nordischen und germanischen Sprachen zu erforschen, machte dabei jedoch, von der heutigen Warte aus, den Fehler die damalige schwedische Geschichtsschreibung wörtlich zu nehmen, da er die schwedische Sprache zu Odin (Oden) zurückverfolgte, der nach der Edda der Urahn aller Könige ist.

Nur seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen für die schwedische Sprache verdankte es Johan Ihre zweimal bedeutenden Problemen zu entgehen, denn 1750 verteidigte er den Aufruhr der Bauern in Dalarna und wurde als Aufrührer zu einem Jahreslohn an Strafe verurteilt und bereits ein Jahr vorher wurde er von der schwedischen Kirche ermahnt der offiziellen Lehre zu folgen, was die Folge davon war, dass Ihre die nordische Mythologie als wichtige Stufe zur Entwicklung der schwedischen Sprache und des Landes ansah und damit die christlichen Werte jener Epoche in Frage stellte.


14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Tanzfestival - Theaterfestival - Göteborg 2013

Dienstag, 17. Mai 2011

Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens

Am 17. Mai 1788 wurde das Dramaten, genauer genommen das Kungliga Dramatiska Teatern, in Stockholm mit einer ersten Aufführung, der Tragödie Sune Jarl, eller Sverkers död, eingeweiht, ein Theater, das bis zum 14. Juni 1907 in den gleichen Räumen aktiv war, bis dieses so baufällig war, dass nur ein Neubau die Aktivitäten des renommierten Theaters retten konnte. Erst am 18. Februar 1908 wurde das Dramaten dann in dem Gebäude am Nybroplan untergebracht in dem es sich noch heute befindet.

Das Dramaten in Stockholm

Das Dramaten wurde vom schwedischen König Gustav III. gegründet, gebaut und zum Großteil unterhalten. Sein Ziel war jedoch nicht nur ein bedeutendes Theater in Stockholm zu schaffen, sondern er führte auch die schwedische Sprache in die schwedischen Theaterwelt ein. Unter den etwa 1000 Vorstellung, die jedes Jahr auf den sechs Bühnen des Dramaten gegeben wurden, durfte nicht eine in einer anderen Sprache als Schwedisch dargeboten werden, was von vielen Adeligen jener Zeit geradezu als Revolution betrachtet wurde..

Da das Dramaten einen Einfluss auf die Entwicklung der gesamten schwedischen Sprache haben sollte, wurde die Svenska Akademien, die der König zwei Jahre vorher gegründet hatte, als Aufsichtsorgan eingesetzt. Und da es in jener Zeit noch kaum schwedische Stücke gab, mussten König und Svenska Akademien sehr schnell auch ausländische Stücke zulassen, jedoch immer unter der Voraussetzung, dass sie in gutem Schwedisch angeboten wurden. Auch als 1908 das neue Dramaten eingeweiht wurde, wurde den Zuschauern ein schwedisches Stück geboten, nämlich August Strindbergs Mäster Olof.

17. Mai 1900: Der erste Lastwagen Schwedens liefert Bier
17. Mai 1918: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. April 2011

Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache

Am 5. April 1786 gründete der König Gustav III. im Stockholmer Börssalen feierlich die Svenska Akademien. In seiner Rede betonte er die Bedeutung der neuen Institution für die schwedische Sprache und stellte die ersten dreizehn, von ihm ausgewählten, Mitglieder der Svenska Akademien, vor. Diese Mitglieder sollten ihm weitere fünf Personen nennen, die er dann, falls er mit ihnen einverstanden war, ebenfalls ernennen würde.

Nach König Gustav III., der bei einem Maskenball in der Oper in Stockholm ermordet wurde, sollte die Svenska Akademien nach dem Vorbild Frankreichs „arbeta uppå Svenska Språkets renhet, styrka och höghet“. Das Ziel war daher ein akademisch reines Schwedisch zu schaffen, das von allen gebildeten Bürgern des Landes angewendet werden sollte.

Die Svenska Akademien besteht noch heute aus jeweils 18 Mitgliedern, die immer auf Lebenszeit in das Gremium gewählt werden, jedoch nicht an den Sitzungen teilnehmen müssen. Das bedeutendste Werk der Svenska Akademien ist die „Svenska Akademiens ordlista över svenska språket“, eine Wortliste, die alle Wörter enthält, die in der schwedischen Sprache als korrekt betrachtet werden. Im Jahre 2006 kam die 13. Auflage auf den Markt, die mittlerweile auch von einer Ausgabe auf CD ergänzt wurde. Mittlerweile findet man auch eine Version des Buches kostenlos online.

5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin