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Dienstag, 23. April 2019

Der Erzbischof Erling Eidem

Erling Eidem kam am 23. Aril 1880 als Sohn eines Großhändlers in Göteborg zur Welt und besuchte erst die Universität Göteborg bevor er 1903 seine Studium an der Universität Lund fortsetzte um dort 1907 seine Kandidatur in Theologie, vier Jahre später seine Lizenz in Theologie und 1813 den ersten Doktorgrad zu erreichen. Im Jahr 1913 wurde Eidem Dozent an der Universität Lund und 1918 Assistent an der Universität Uppsala. Einige Jahre später erhielt Eidem die Kirchengemeinde Gårdstånga und wurde Professor in Exegenik an der Universität Lund. 1932 wurde Erling Eidem dann zum Erzbischof ernannt.

Als Erzbischof nahm Erling Eidem eine gewisse Sonderstellung ein, denn er vertrat die klassische Richtung der Kirche, kam jedoch in seinen Werken der modernen Richtung entgegen und lehrte dabei eine sehr subjektive Gottesbetrachtung, was sich sehr deutlich in seinem Buch Den lidande Guden zeigte, das geradezu ein Klassiker der Religionsauffassung wurde, da Eidem die Frage der Moral ins Zentrum setzte, und dabei auch die Mystik der Religion benutzte. Mit 50 Jahren gab Eidem seine Aufgabe als Erzbischof ab und war damit der erste Erzbischof Schwedens, der seit der Reformation sein Amt nicht bis zum Lebensende ausfüllte.

Erling Eidem war aber auch noch in einem anderen Punkt nicht in voller Linie konsequent, denn er war Vertreter der nationalistischen Bewegung Schwedens und wollte die konservativen Werte und Traditionen stützen, bekämpfte jedoch den Nationalismus und die Judenverfolgung in Deutschland, wobei er in diesem Punkt nicht nur die protestantische Kirche wegen ihrer Passivität kritisierte, sonder versuchte am 2. Mai 1934 auch Hitler persönlich umzustimmen, was er hinterher als Desaster bezeichnete. Die Berichtserstattung Eidems, die dieser auf der Rückreise verfasste, wurde in Schweden erst 1976 veröffentlicht, obwohl er in diesem Bericht Adolf Hitler als Person sehr klar schilderte.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1879: Der schwedische Schriftsteller Ane Randel
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. April 2019

Der Schriftsteller und Pomologe Olof Eneroth

Olof Eneroth kam am 15. April 1825 als Sohn eines Gewandhändlers in Brännkyrka zur Welt. Da der Vater jedoch starb als Eneroth gerade einmal vier Jahre alt war, zog die Mutter mit den Kindern nach Stockholm um dort eine Anstellung als Schulleiterin in einer Erziehungsanstalt anzunehmen und auf diese Weise die Familie zu versorgen. Als Eneroth das Gymnasiums abgeschlossen hatte, zog die Familie nach Uppsala. Im Jahr 1843 schrieb sich Eneroth dann an der Universität Uppsala in der philosophischen Fakultät ein und studierte insbesondere alte römische und griechische Autoren. 1849 schloss Eneroth sein Studium mit einem Kandidatexamen in Philosophie vorübergehend ab, denn erst nach längeren Auslandsreisen promovierte er im Jahre 1854.

Auch wenn Olof Eneroth ursprünglich Schriftsteller werden wollte, und er schriftliche Kontakte mit Fredrika Bremer, Thekla Knös, Sophie Adlersparre und anderen Schriftstellern pflegte, so sollte sich seine Laufbahn dennoch in zwei andere Richtungen entwickeln. Zum einen setzte sich Eneroth für die Entwicklung der damals neue entstandenen Volksschulen ein, mit dem Gedanken auch Mädchen die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten zu geben. Durch zahlreiche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften entwickelte sich Enereoth in diesem Rahmen zu einem der wichtigsten Influencer jener Zeit, der bedeutend zur Entwicklung der Volksbildung beitrug.

Olof Eneroth hatte allerdings auch den Gedanken, dass Frauen besonders gut für Gartenarbeiten geeignet wären und wollte daher bei jeder Volksschule auch einen Obstgarten sehen. Um dieses Ziel zu erreichen, veröffentlichte er 1862 ein Buch über die Anlage von Schulgärten und erklärte dabei den Vorteil von selbst gezüchtetem Gemüse und Obst, das die Gesundheit verbessern kann. Wenig später erschien dann sein Handbuch zum Gemüsegarten innerhalb der Landwirtschaft und nach einer längeren Studienreise, bei der er sich mit Äpfeln beschäftigte, erschien sein Handbuch zur schwedischen Pomologie, das Grundlagenwerk zur Apfelzucht in Schweden, das über Jahrzehnte hinweg ein Standartwerk der Gärtner und Landwirte wurde.

15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1929: Der Musiker und Kunstkritiker Ulf Linde
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
15. April 1992: Die schwedische Sängerin Amy Diamond
15. April 2003: Karin Fryxell und die Sagenwelt des Värmland

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. April 2019

Der Arzt Barthold Rudolf Hast

Barthold Rudolf Hast kam am 9. April 1724 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Landarztes im heute finnischen Vasa zur Welt und begann sich selbst sehr früh für Medizin zu interessieren. Im Jahr 1740 schrieb sich Hast an der Akademie in Åbo (Turku) ein um Medizin zu studieren. Nur vier Jahre später wechselte Hast dann zur Universität Uppsala, wo er bis 1747, unter anderem bei Carl von Linné und Nils Rosén studierte, da er Naturwissenschaft und Medizin verknüpfen wollte. 1747 war Hast dann der erste Arzt aus dem finnischen Teil Schwedens, der in Uppsala in Medizin promovierte.

Als Berthold Rudolf Hast nach Abschluss des Studiums nach Finnland zurückkehrte, wurde er erst als Feldarzt nach Helsingfors (Helsinki) beordert, aber als dann in ganz Schweden Provinzärzte eingesetzt werden sollten und der Vater des jungen Arztes starb, wurde Hast bereits 1849 als Provinzarzt nach Österbotten geschickt und erhielt dort auch drei junge Mediziner, die sich durch praktische Einsätze qualifiziert zum Beruf gemacht hatten. Auch wenn Hast als Provinzarzt im Grunde nur Allgemeinmediziner sein sollte, richtete er 1760 in Vasa eine Apotheke ein und sechs Jahre später auch ein Lazarett. Nach offiziellen Aufzeichnungen impfte der Arzt zwischen 1768 und 1784 auch 15.848 Kinder gegen Pocken, was ihm auch ein bedeutendes Zusatzeinkommen von Seiten der Regierung einbrachte und Österbotten zu einem Vorbild in Impffragen machte.

Berthold Rudolf Hast zeigte sich auch in vielen anderen Bereichen als etwas außergewöhnlicher Arzt, denn bereits 1750 öffnete er ein Heilbad, er betätigte sich als Veterinär, indem er die Epidemien der landwirtschaftlichen Tiere bekämpfte, und er betätigte sich auch als Chirurg, was für einen Landarzt extrem ungewöhnlich war, da diese Aufgabe Spezialisten überlassen wurde. Diese Fähigkeit auch schwere Fälle zu operieren, ging vermutlich auf die Kindheit von Hast zurück, als er seinem Vater bei Operationen assistierte. Berthold Rudolf Hast blieb bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1784 Provinzarzt in seiner Heimat und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Ärzte Finnlands.


9. April 1557: Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache
9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1802: Der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. April 2019

Die Schriftstellerin Gunnel Vallquist

Gunnel Vallquist kam am 19. Juni 1918 als Tochter eines Oberleutnants in Stockholm zur Welt und studierte nach ihrer Hochschulreife an der Universität Uppsala Literaturgeschichte sowie nordische und romanische Sprachen. Während dieser Jahre näherte sich Vallquist immer mehr dem katholischen Glauben und begann auch für katholische Zeitschriften zu arbeiten. Nach Abschluss ihres Studiums zog Vallquist nach Frankreich, um jedoch von dort aus insbesondere für die Dagens Nyheter und das Svenska Dagbladet Essays zu schreiben und, ab 1950, die Werke Marcel Prousts zu übersetzen.

Mitte der 50er Jahre zog Gunnel Vallquist dann für einige Jahre nach Rom um an einer Biographie des italienischen Propheten Giorgio La Pira zu schreiben, wobei 1956 auch ihr erstes Buch erschien, die Essaysammlung Något att leva för, dem später weitere Essaybände folgen sollten. Die 50er und 60er Jahre waren daher geprägt davon, dass Vallquist einerseits die französische Literatur nach Schweden brachte, zum anderen davon, dass sie sich in Glaubensfragen für den Katholizismus einsetzte, den man in allen ihren Werken, und der Auswahl ihrer Übersetzungen finden kann.

Gunnel Vallquist war ab 1973 auch Mitglied der Bibelkommission, die eine moderne Version der Bibel schaffen sollte, trat jedoch aus der Kommission aus, weil sie der Meinung war, dass sich die Übersetzung zu wenig an den ursprünglichen Inhalt der Bibel halte, was man auch in Zusammenhang mit ihren eigenen Werken sehen muss, die stilistisch hochstehend sind, jedoch immer zu altertümlichen Ausdrücken und Redewendungen neigen, daher abseits der modernen Literatur liegen. Im Jahr 1981 wurde Gunnel Vallquist, die am 11. Januar 2016 starb, die Doktorwürde verliehen und am 1. April 1982 wurde sie in die Svenska Akademien gewählt um, nach Anders Österling, auf dem Stuhl Nummer 13 Platz zu nehmen.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1820: Der Chemiker und Industrielle Henrik Gahn
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1895: Der Regisseur und Produzent Gustaf Edgren
1. April 1915: Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. März 2019

Der schwedische Mathematiker Göran Dillner

Göran Dillner war am 26. April 1832 unter dem Namen Göran Olofsson als Sohn  eines kleineren Gutsbesitzers in Västnår zur Welt gekommen, besuchte zwischen 1848 und 1854 das Gymnasium in Östersund um sich danach an der Universität Uppsala einzuschreiben um dort Philosophie und Mathematik zu studieren. Bereits im Jahr 1863 legte Dillner dort mit einer Abhandlung in Mathematik sein Doktorat in Philosophie ab und wurde noch im gleichen Jahr Dozent in Mathematik.

Da Göran Dillner, der sich sehr intensiv für die Entwicklung der Mathematik in anderen Ländern interessierte und seine Reisestipendien nutzte um verschiedene Spitzenuniversitäten in Deutschland zu besuchen, sich als Reformator zeigte und die gesamte mathematische Ausbildung Schwedens an jene in Deutschland anpassen wollte, wurde er jedoch nicht unbedingt wohlwollend gesehen und dies verhinderte vermutlich auch lange, dass Dillner zum Professor ernannt wurde. Dies führte jedoch dazu, dass sich der Mathematiker über Jahre hinweg landwirtschaftlich tätig zeigte. Es sollte acht Jahre dauern bis Dillner wieder vom seinem Landgut nach Uppsala zog um dort eine Professur in Mathematik anzunehmen.

Auch wenn Göran Dillner, der am 28. März 1906 auf Sofienlund starb, keine bedeutenden mathematischen Theorien präsentierte, so war seine größte Leistung in diesem Fach seine Tätigkeit als Chefredakteur der Zeitschrift für Mathematik und Physik, die fünf Jahre lang erschien, denn in diesem Rahmen konnte er vor allem die Lehrer an Gymnasien erreichen, die seit etwa 1860 gezwungen waren ihre Schüler in mathematische Problemlösungen zu unterrichten. Als Dillner dann in Pension ging, zog er sich auf sein Gut Sofielund auf Värmdö zurück und widmete sich erneut der Landwirtschaft.


28. März 1760: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
28. März 1800: Der Kunstsammler Axel Bielke af Åkerö
28. März 1882: Eigil Schwab, Künstler, Illustrator und Karikaturist
28. März 1888: Der Designer und Künstler Edvin Ollers
28. März 1893: Der schwedische Architekt Gustaf Clason 
28. März 1922: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. März 2019

Der Jurist und Historiker Johannes Loccenius

Johannes Loccenius wurde am 13. März 1598 als Sohn eines Kaufmanns im deutschen Itzehoe geboren und besuchte nach der Hochschulreife am Hamburger Gymnasium die Universitäten Helmstedt, Rostock und Leiden um dort Jura zu studieren. Nach einem Doktorat in Jura in Leiden wurde Loccenius von Johan Skytte, den er in Rostock kennen gelernt hatte, als außerordentlicher Professor an die Universität Uppsala berufen, wo er 1630 auch zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Während seiner Zeit an dieser Universität war er auch zeitweise Universitätsbibliothekar, Reichsgeschichtsschreiber und Universitätsrektor.

Gemeinsam mit Johan Stiernhöök und Clas Rålamb gilt Johannes Loccenius als Gründer der schwedischen Rechtswissenschaft, wobei Loccenius nicht nur Lehrbücher zum Rechtssystem schrieb, die weit über das damalige schwedische Denken hinausgingen, sondern auch die Landschaftsgesetze (landskapslagarna) ins Latein übersetze um diese Juristen in anderen Ländern zugänglich zu machen, und er verknüpfte Gesetze aus dem schwedischen Mittelalter mit dem Römischen Gesetz, was während der Großmachtszeit Schwedens sehr umstritten war, jedoch letztendlich wegleitend für die Gesetzgebung Schwedens wurde.

Innerhalb der Geschichtswissenschaft beschränkt sich die Bedeutung von Johannes Loccenius auf sein Werk Rerum Suecicarum historia des Jahres 1654, denn hier griff er dem Geschichtsschreiber Olof Rudbeck voraus, denn zum einen begann er seine Geschichte mit der Christianisierung, zum anderen war er der erste Geschichtsschreiber, der die legendären Sagenkönige aus seinem Werk verbannte, was im 17. Jahrhundert sehr stark kritisiert wurde, da damit, von schwedischer Warte, die gesamt Herkunft der Menschheit in ein neues Licht gesetzt wurde. Johannes Loccenius starb am 27. Juli 1677 im Alter von 79 Jahren in Uppsala.


13. März 1332: Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson
13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. März 2019

Der schwedische Philosoph Daniel Boëthius

Daniel Boëthius wurde am 4. Oktober 1751 als Sohn eines Priesters in Västerås geboren und erhielt daher auch eine sehr gute Bildung, die ihm ermöglichte sich bereits 1765 an der Universität Uppsala einzuschreiben um dort Philosophie zu studieren. Im Jahr 1783 wurde Boëthius Dozent an der gleichen Universität und 1983 wurde er zum Professor in praktischer Philosophie ernannt. Bereits ein Jahr bevor Boëthius Professor wurde, hatte er sein Werk Utkast till föreläsningar i den naturliga sedoläran veröffentlicht, das er in den kommenden Jahren als Basis für seine Vorlesungen nahm. Die Besonderheit mit diesem Werk war, dass es das erste philosophische Werk der Universität war, das in schwedischer Sprache verfasst war.

Während der ersten Jahre seiner Tätigkeit war Daniel Boëthius stark geprägt vom englischen Empirismus des englischen Philosophen John Locke, der zu jener Zeit wie eine Modewelle über Schweden zog, da hierbei die Philosophie keine mathematische Exaktheit benötigte, sondern auch Erlebnisse und natürliche Entwicklungen mit einbezog. Nach wenigen Jahren gab Boëthius jedoch diese Richtung wieder auf, da er die Philosophie dennoch als Wissenschaft sah, die auf messbare Werte bauen musste. Dies führte in erster Linie dazu, dass er dann die Philosophie von Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte nach Schweden brachte, ohne diese allerdings vorher nach seinen persönlichen Ansprüchen zu analysieren.

Nach einer Auseinandersetzung mit der Philosophie Kants und Fichtes schuf Daniel Boëthius eine, an Kant angelehnte, eigene philosophische Linie, die sich insbesondere auch auf die Rechts- und Staatsphilosophie Schwedens erstreckt. Auch wenn der Philosoph vermied dabei irgendeine Staatsform als ideal zu bezeichnen, so ging er davon aus, dass das Recht sich von den Sitten und dem Brauchtum ableiten lässt und die Gesetzgebung nötig ist um alle Menschen nicht nur Pflichten aufzuerlegen, sondern ihnen auch eine gewisse Freiheit zu gewähren, die vollkommen auf ein vernünftiges und sittliches Handeln baut. Nach Boëthius, der am 10. März 1810 in Uppsala starb, garantierte das Strafrecht eine juristische Sicherheit, das den Bürger zum allgemeinen Verständnis führt.


10. März 1383: Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson
10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1776: Der schwedische Kaufmann Niclas Sahlgren
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1883: Der Glaskünstler Simon Gate
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Februar 2019

Der Künstler Peter Adolf Hall

Peter Adolf Hall kam am 23. Februar 1739 als Sohn eines Händlers und Politikers in Borås zur Welt und erhielt daher eine entsprechend gute Bildung, die es ihm erlaubte ab 1753 an der Universität Uppsala Medizin und Naturwissenschaft zu studieren, zur Zeit, als Carl von Linné an dieser Fakultät unterrichtete. Bereits 1755 begab sich Hall dann auf eine vierjährige Studienreise, die ihn vor allem auch nach an die Universität Greifswald führte, wo er seine Kenntnisse in Medizin erweitern wollte. Allerdings entdeckte Hall dort die Musik und die Malerei, die ihn bald mehr faszinierten als die Medizin.

Als Peter Adolf Hall daher 1760 nach Schweden zurückkehrte, hatte er eine solide Ausbildung als Miniaturmaler erworben und erhielt, dank seiner guten Verbindungen, zahlreiche Aufträge Adelige zu malen, unter anderem auch das Portrait des Kronprinzen Gustav, das für seine Braut, Sofia Magdalena von Dänemark, bestimmt war. Trotz dieses Erfolgs entschied sich Hall 1766 nach Frankreich zu gehen, wo er auch Kontakte zu Alexander Roslin aufnahm, der ihn in die Pariser Gesellschaft einführte. Dass Hall dann in Paris unmittelbar Erfolg hatte, lag wiederum an seiner persönlichen Technik innerhalb der Miniaturmalerei, denn er führte in Frankreich in diesem Kunstbereich die freie Pinselführung ein, auch wenn dies nicht von allen französischen Künstlern positiv gesehen wurde.

Peter Adolf Hall sollte in Paris bleiben, dort heiraten und wurde nach bereits drei Jahren auch in der dortigen Kunstakademie aufgenommen. Der absolute Durchbruch kam für Hall im Jahr 1769, als er im Salon de Paris das Portrait des Dauphin Ludvig, dem späteren König Ludwig XVI., ausstellte. Nach dieser Ausstellung wurden Hall die beiden Ehrentitel peintre du Cabinet du Roi und peintre des Enfants de France verliehen. Hall malte in dieser Zeit jedes Jahr etwa 70 Gemälde und hatte ein bedeutendes Einkommen, was sich jedoch nach dem Sturm auf die Bastille änderte, denn 1791 musste er in aller Eile Frankreich verlassen, seine Familie zurücklassen und nach Belgien flüchten. Bereits am 15. Mai 1793 starb Hall dann in Liège.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1868: Hjalmar Molin, Architekt und Künstler
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1917: Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Februar 2019

Der schwedische Künstler John Arsenius

John Arsenius kam am 4. Februar 1818 als Sohn eines Richters und Regierungspräsidenten in Klämmestorp zur Welt und studierte ab 1837 an der Universität Uppsala, um jedoch anschließend eine militärische Karriere zu beginnen und bis 1878 im Leibregiment zu dienen. Im Jahre 1849 entschied sich Arsenius dann jedoch, neben seiner militärischen Tätigkeit, zu einem Kunststudium an der Kunstakademie in Stockholm mit anschließenden Studienreisen nach Düsseldorf und Paris, wobei insbesondere ein Aufenthalt in Paris notwendig war um in Schweden als Künstler anerkannt zu werden.

Dass John Arsenius eine parallele Künstlerkarriere anstrebte, geht gewissermaßen bis zu seinen Jugendjahren zurück, als er als Amateurzeichner zahlreiche Karikaturen fertigte, während des Studiums einige seiner Kameraden porträtierte und sich an Pferdeportraits versuchte. Seit diesen Jahren führte Arsenius den inneren Kampf zwischen der Freiheit als Künstler und der Sicherheit im Militärdienst, der zwar mit Zwang verbunden war, auf der anderen Seite ihm jedoch sehr viel Freizeit ließ. Erst als der Künstler wirklich Erfolg mit seinen Gemälden hatte, entschied er sich ganz für die Kunst.

Als Künstler zeichnete sich John Arsenius insbesondere durch seine Pferdeszenen aus, auch wenn der Künstler im Laufe seines Lebens auch zahlreiche Portraits malte. Aber gerade bei Pferden konnte Arsenius seinen Beruf und die Kunst am besten verknüpfend, da er durch seine Anstellung in der Kavallerie ständig mit Pferden umging und damit auch jede freie Minute für seinen zweiten Beruf nutzen konnte. Arsenius gilt als einer der besten Pferdeporträtisten Schwedens, dem es gelang jede Charakteristik der Tiere einzufangen, egal, ob es sich um Kavalleriepferde oder Sportpferde handelte. John Arsenius starb am 30. Mai 1903 in Uppsala, wobei seine Gemälde in allen größeren Museen Schwedens zu finden sind.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1871: Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist
4. Februar 1897: Der Künstler und Graphiker Nils Wedel
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Februar 2019

Der Reichskanzler Graf Fredrik Sparre

Fredrik Sparre kam am 2. Februar 1731 als Sohn einer Generalleutnants und Regierungspräsidenten in Stockholm zur Welt und schrieb sich im Alter von 14 Jahren an der Universität Uppsala ein, wurde 1747 bereits Kanzleijunker und ein Jahr später Hofintendant. Seine Karriere setzte mit gleicher Geschwindigkeit fort, denn mit 40 Jahren war Sparre bereits Reichsrat und Gouverneur des Kronprinzen, des späteren Königs Gustav IV. Adolf. Sparre stand damit dem Königshaus sehr nahe und konnte teilweise auch über die Geschichte Schwedens entscheiden.

Auch wenn Fredrik Sparre, nach dem Mord an König Gustav III., als Reichskanzler an der politischen Spitze Schwedens stand und damit eine nahezu uneingeschränkte Entscheidungsgewalt hatte, führte der pedantische Sparre seine Aufgabe kaum zum Vorteil Schwedens, denn dem Politiker fehlte sowohl die Voraussicht, als auch das Urteilsvermögen, denn er erkannte weder die Intrigen, noch die ausländische Beeinflussung seiner Entscheidungen. Dies beweisen vor allem seine zahlreichen Aufzeichnungen, die in umständlicher Weise jede Kleinigkeit seiner Handlungen wiedergeben.

Fredrik Sparre hat in der Geschichte Schwedens nie den Platz erhalten, der ihm im Grunde auf Grund seiner Macht und seines Einflusses zustand. Die Ursache dafür ist vermutlich auch in seiner Persönlichkeit und seiner pedantischen Natur zu suchen, denn immer wieder traf Sparre auch unüberdachte Entscheidungen und er wollte auch nach Außen zeigen, dass er eine wichtige Persönlichkeit war, was nicht nur der kleine Körperwuchs erschwerte. Fredrik Sparre, der am 30. Januar 1803 starb, lebte ständig weit über seinen Verhältnissen und hinterließ nach seinem Tode eine große Anzahl an Schuldscheinen, die man lediglich auf Grund seiner hohen Stellung nie präsentiert hatte. Die Verschuldung und seine Eitelkeit waren dennoch allgemein bekannt und schadeten seinem Ruf.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1870: Die Schriftstellerin Julia Svedelius
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Januar 2019

Der Archäologe und Forscher Hjalmar Stolpe

Als Hjalmar Stolpe am 27. Januar 1905 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, ging er zwar als einer der bedeutendsten Archäologen seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, aber er nahm auch einige seiner Geheimnisse mit ins Grab, trotz der zahlreichen Aufzeichnungen und Plänen, die der Wissenschaftler hinterließ. Denn bis heute konnte nicht nachgewiesen an welchen Stellen Stolpe auf Björkö nach den ältesten Ansiedlungen suchte, die sich durch die sogenannte schwarze Erde auszeichnen.

Hjalmar Stolpe kam am 23. April 1841 als Sohn eines Beamten in Gävle zur Welt und studierte ab 1860 Zoologie, Botanik und Mineralogie an der Universität Uppsala. Bald nach seinem Studienabschluss im Jahre 1870 begann sich Stolpe für Björkö und Birka zu interessieren, allerdings nicht als Archäologe, sondern weil er dort ungewöhnlich viel Bernstein mit Einschließungen fand. Stolpe begann daher mit Ausgrabungen um zu erfahren, ob dort Bernstein auf natürliche Weise entstanden war, oder ob es sich dabei um eine Handelsware handelte. Bei dieser Arbeit stieß der Forscher auf eine ungeahnte Menge an historischen Funden, die er parallel zu seinen Arbeiten erkunden wollte und erhielt vom König die Genehmigung und die Mittel dort als Archäologe tätig zu werden. Stolpe wurde auf diese Weise einer der wichtigsten Archäologen auf den Spuren der Wikinger im Mälartal.

Noch während seiner Arbeiten auf Björkö tauchte dann der Gedanke auf in Stockholm ein Ethnographisches Museum zu schaffen, was den Forschungsdrang von Hjalmar Stolpe weckte, denn ab 1877 unternahm er dann eine große Menge an Forschungsreisen in die ganze Welt und sammelte dort das Basismaterial des heutigen Museums. Bei diesen Reisen halfen ihm auch seine archäologischen Erfahrungen, denn in Peru gelang es Stolpe auch ein altes Indiograb auszugraben und konnte einige Funde mit nach Schweden bringen. Diesen Reisen verdankte es Stolpe auch, dass er 1903 zum Intendant des drei Jahre vorher gegründeten Ethnographischen Museums wurde und den Professorentitel verliehen bekam.


27. Januar 1786: Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben
27. Januar 1808: Der schwedische Architekt Jonas Lidströmer 
27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Januar 2019

Der schwedische Diplomat Gunnar Hägglöf

Als Gunnar Hägglöf am 12. Januar 1994 im Alter von 89 Jahren in Stockholm starb, hatte er eine außerordentliche diplomatische Karriere hinter sich und ging als einer der bedeutendsten Diplomaten in die schwedische Geschichte ein. Hägglöf war nicht nur in der gehobenen Bürgerschicht Stockholms aufgewachsen, sondern traf dort bereits als Kind eine Reihe der einflussreichsten Personen des Landes, die im Elternhaus geradezu ein und aus gingen. Auch die Schulklasse und später die Vorlesungen an der Universität Uppsala teilte er mit Personen wie Dag Hammarskjöld. Als Hägglöf 1924 sein Jurastudium abgeschlossen hatte, stand ihm daher die Welt der Politik vollkommen offen.

Gunnar Hägglöf arbeitete ab 1926 als Attaché für die Regierungskanzlei und arbeitete in diesem Rahmen in Paris, London, Moskau und anderen Städten. Anschließend widmete sich der Diplomat für einige Jahre mehr politischen Aufgaben, nicht zuletzt dank seiner guten Beziehungen zu Per Albin Hansson, auch wenn er nicht auf dessen politischer Linie stand. Als jedoch Hägglöf 1939 für eine Regierungskoalition als Ministerpräsident zur Debatte stand, entschied sich dieser wieder ganz seiner diplomatischen Karriere zu widmen, zumal auch die politische Krise Schwedens sehr deutlich war, die auch Hägglöf nicht lösen hätte können.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Gunnar Hägglöf der Leiter der Handelsabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte damit die schwierige Aufgabe nicht nur freies Geleit schwedischer Schiffe mit allen Kriegsteilnehmern auszuhandeln, sondern er musste auch über den Eisenhandel mit Deutschland entscheiden, gleichzeitig aber von England und USA geforderte Restriktionen umsetzen, und dies ohne den Krieg nach Schweden zu holen. Dieses Problem wird deutlich an den Entscheidungen des Diplomaten, denn je mehr Macht Hitler verlor, umso stärker wurden auch die Restriktionen. Nach Ende des Weltkriegs wurde Hägglöf ein Jahr lang als schwedischer Botschafter nach Moskau entsandt, bevor er dann der erste schwedische UN-Botschafter wurde, da der Diplomat ausgezeichnete Beziehungen zu führenden Politikern und Wirtschaftsgiganten weltweit hatte,also die idealen Voraussetzungen für dieses Amt mitbrachte.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt
12. Januar 1885: Die schwedische Künstlerin und Keramikerin Hildur Haggård
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates
12. Januar 1979: Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

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Freitag, 11. Januar 2019

Der Politiker und Ministerpräsident Carl Johan Thyselius

Carl Johan Thyselius kam am 8. Juni 1811 als Sohn eines späteren Bischofs in Österhaninge zur Welt und erhielt daher die damals standesgemäße Erziehung, besuchte also die Universität Uppsala und legte das Kanzleiexamen ab um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Mit 45 Jahren wurde Thyselius dann Justizrat und hatte damit die nötige Schwelle zu einer politischen Karriere überschritten.

Nach seiner ersten wichtigeren politischen Aufgaben wurde Carl Johan Thyselius dann Minister für Religionsfragen, Wirtschaftsminister und Präsident des Kammerkollegiums. Im Prinzip hatte Thyselius damit auch den höchst möglichen politischen Grad erreicht, wenn nicht Arvid Posse 1883 von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten wäre und damit einen nicht zu lösenden Konflikt in der Handelspolitik Schwedens hinterlassen hätte, und dies ohne dass ein möglicher Nachfolger Posses zu sehen war.

König Oscar II. entschied sich in dieser Situation jemanden zum Ministerpräsidenten zu ernennen, der in einer sehr verfahrenen Lage am wenigsten zusätzliche Probleme verursachen konnte und entschied sich daher für Carl Johan Thyselius. Auch wenn Thyselius in seinem neuen Amt absolut keine politische Funktion ausüben konnte, so gewann der König Zeit und hatte eine ideale Person für den Posten gefunden, denn zum einen war Thyselius der erste Ministerpräsident Schwedens, der keine adelige Herkunft hatte, also nicht einer gewissen Linie folgen musste, zum anderen war Thyselius mit seinen damals 72 Jahren der bis dahin auch älteste Ministerpräsident Schwedens, der bei einer Wahl kaum erneut die Macht Schwedens erhalten sollte. Carl Johan Thyselius, der am 11. Januar 1891 im Alter von 80 Jahren in Stockholm starb und nur ein Jahr lang sein hohes Amt ausübte, war eine ideale Zwischenlösung, auch wenn sein Nachfolger, Robert Themptander, das Land dann ebenfalls nicht aus der Krise holen konnte.


11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1857: Die schwedische Künstlerin Fanny Låstbom
11. Januar 1858: Der schwedische Künstlerin und Illustratorin Gerda Tirén 
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht
11. Januar 1934: Der schwedische Schauspieler Sven Wollter
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

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Donnerstag, 29. März 2018

Simon Boëthius, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Simon Boëthius wurde am 6. März 1859 als Sohn eines Priesters in Säfnäs geboren und studierte, nach seiner Hochschulreife in Falun, an der Universität Uppsala Philosophie und Geschichte. Ab 1877 wurde Boëthius Dozent an der gleichen Universität. Wenige Jahre später wechselte der Wissenschaftler als Dozent zum Gymnasium in Uppsala, um dann jedoch 1901 als ordentlicher Professor an die Universität zurückzukehren. Nur zwei Jahre vorher war Boëthius auch in den Stadtrat Uppsalas gewählt worden, um eine Parallelkarriere als Politiker einzuleiten.

Als Wissenschaftler interessierte sich Simon Boëthius insbesondere für die Freiheitszeit Schwedens, aber auch die französische Revolution, wobei er in all seinen Schriften die Geschichte eng in die Entwicklung des Staates einbettete und der Kulturgeschichte Schwedens einen höheren Rang gab als der Kriegsgeschichte. Der größte wissenschaftliche Einsatz von Boëthius lag nicht in der Forschung, sondern daran die in Schulen verwendeten Geschichtsbücher zu überarbeiten und damit ein für die damalige Zeit moderneres Geschichtsdenken einzuführen. Indem der Wissenschaftler auch zahlreiche populärwissenschaftliche Artikel veröffentlichte, gelang es ihm auch die schwedische Geschichte einer breiteren Schicht der Bevölkerung zugänglich zu machen.

Als Politiker hatte Simon Boëthius im Grunde zwei Interessen, die er auch in gewisser Weise durchsetzen konnte. Zum einen gelang es ihm die Bildung auf einen klassischen Weg zu bringen bei dem Geschichte eine wichtige Rolle spielte, aber er führte auch die Realschulprüfung ein, die vor allem dazu dienen sollte, dass die Bevölkerung allgemein eine höhere Bildung erhalten sollte, um jedoch nach der Realschule ins Berufsleben überzugehen. Zum anderen war das Wahlrecht für ihn eine sehr bedeutende Frage, auch wenn er hierbei seine konservative Einstellung nicht aufgab, aber Simon Boëthius, der am 29. März 1924 in Uppsala starb, war der Meinung, dass der Adel nur beschränkt über das Land entscheiden sollte, die Bauern dagegen an einem demokratischen Prozess Schwedens beteiligt werden müssen.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1915: Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

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Freitag, 9. März 2018

Der Wissenschaftler Torbern Bergman

Torbern Bergman kam am 9. März 1735 als Sohn eines Amtsmanns in Låstad zur Welt und schrieb sich nach dem Besuch des Gymnasiums in Skara im Jahr 1752 an der Universität Uppsala ein um dort Botanik, Mathematik und Entomologie zu studieren. Dort lernte Bergman den Naturwissenschaftler Carl von Linné kennen, dem er eine Abhandlung über Igel vorgelegt hatte. Linné beauftragte hierauf Bergman mit der Erforschung der Frostspanner, die im Herbst die Stämme von Fruchtbäumen hochklettern um so weit oben wie möglich ihre Eier zu legen. Bergman fand eine Methode diese Insekten beim Hochklettern zu fangen, statt sie oben zu suchen, und bewies damit seinen Einfallsreichtum.

Torbern Bergman gehörte zu jenen Wissenschaftlern, die sich extrem vielseitig zeigten, denn er disputierte auch in Astronomie, wurde Dozent in Physik und Professor in Chemie und in Pharmakologie. So nebenbei verfasste Bergman dann auch eines der ersten Geographiebücher weltweit und untersuchte die verschiedenen meteorologischen Phänomene. Seine Arbeiten über das Nordlicht, über die Entstehung von Gewittern und den Regenbogen führten dazu, dass Torbern Bergman 1764 auch in die Akademie der Wissenschaften gewählt wurde, als der Wissenschaftler gerade einmal 29 Jahre alt war.

Auch in der Chemie kann man Torbern Bergman, der am 9. Juli 1784 an einem Schlaganfall in Medevi starb, als einen der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit sehen. Um seine Forschungen auf optimale Weise durchführen zu können, ließ er sich in der Universität auf eigene Kosten ein Labor einrichten, da es für ihn wichtig war sowohl quantitative, als auch qualitative Analysen durchzuführen. In diesem Labor entdeckte Bergman 1775 wie man Mineralwasser auf künstliche Weise herstellt. Seine Forschungen gingen allerdings in alle Richtungen, was leider auch dazu führte, dass Bergman oft nur die Basis schuf, er aber seine Ideen zu Ende führen konnte. Dies gilt insbesondere für die Mineralogie, und auch für die chemischen Elemente, denn er war der erste Chemiker Schwedens, der einen Unterschied zwischen anorganischer und organischer Chemie machte, leider ohne diese Trennung in letzter Konsequenz zu dokumentieren.


9. März 1699: Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming
9. März 1846: Freiherr Johan Nordenfalk, Justizstaatsminister
9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin