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Mittwoch, 12. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Clas Livijn

Als der Schriftsteller Clas Livijn am 12. Oktober 1844 in Stockholm starb, hinterließ er im Grunde nur ein einziges bedeutendes Werk, das 1824 erstmals unter dem Titel Spader Dame veröffentlicht wurde und die vermutlich beißendste Gesellschaftssatire seiner Zeit war, die den Autor auf das gleiche Niveau stellt wie E. T. A, Hoffmann. In Spader Dame findet man nicht nur eine deutliche Gesellschaftskritik, sondern Livijn zeigt dabei auch die gesamte Breite seines schriftstellerischen Könnens. Die Einzigartigkeit des Werkes drückt sich auch dadurch aus, dass Spader Dame noch 1997 von der Svenska Akademien neu aufgelegt wurde.

Clas Livijn war am 12. November 1781 als Sohn eines Priesters in Skänninge zur Welt gekommen. Als Livijns Vater zu Beginn der 80er Jahre starb und die Mutter über das Vermögen der Familie entschied, war Lilijn gezwungen sich einen Großteil seines Lebensunterhalts selbst zu verdienen, da die Mutter ihre Kinder nicht von ihrem Reichtum profitieren lassen wollte. Dieses Verhalten führte vermutlich auch zum Hass, den Livijn später gegenüber dem Bürgertum zeigte und in seinen Werken sehr deutlich ausdrückte. Livijn nabelte sich dabei auch von der gesamten Gesellschaft ab, denn er kritisierte auf satirische Weise alle anerkannten Poeten jener Epoche und stellte sich gegen die leichte Bestechlichkeit aller Beamter, die der Schriftsteller zudem als ungebildet bezeichnete.

Auch wenn die Karriere von Clas Livijn im Grunde festlag, da eine Linie von Priestern nur neue Priester hervorbringen konnte, und Livij sich mit 19 Jahren an der Universität Lund einschrieb um Theologie zu studieren und er sich, nach dem Tod des Vaters, dieses Studium 1802 an der Universität Uppsala fortsetzte, sollte der Geiz der Mutter diesem Plan ein Ende setzen. Als es Livijn 1804 dann auch nicht gelang ein Stipendium für ein wissenschaftliches Studium zu erringen, blieb ihm nur der Weg zu einer Beamtenlaufbahn und er begann, nach einem Examen in Jura, am Svea Hovrätt zu arbeiten. Aber auch dies sollte keine Karriere ermöglichen, da sich Livijn sich nie für eine gerade Linie entscheiden konnte und selbst innerhalb der Literatur bis zum Lebensende einen persönlichen Weg suchte.


12. Oktober 1617: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
12. Oktober 1831: Anders Gustaf Jönsson und die Abstinenzbewegung
12. Oktober 1908: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet
12. Oktober 1953: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
12. Oktober 1976: Die schwedische Hochspringerin Kajsa Bergqvist 

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 25. August 2016

Der Politiker und Gutsbesitzer Fredrik Gyllenborg

Als Fredrik Gyllenborg am 25. August 1759 starb, war er einer der gefürchtetsten und korruptesten Politiker seiner Zeit, der es nur seinen Beziehungen und seinem Einfluss verdankt hatte seinen nahezu uneingeschränkten politischen Einfluss in der Hutpartei ausüben zu können und dabei ein großes Vermögen anzusammeln. Gyllenborg hatte es verstanden die Partei  so zu steuern, dass es unmöglich war ihn von seinen Positionen zu verstoßen oder wegen seinen finanziellen Machenschaften zur Rechenschaft zu ziehen. Die Folgen seiner Handlungen hatte die Hutpartei indes nach seinem Tod spüren.

Fredrik Gyllenborg war am 12. Juli 1698 als Sohn eines drei Jahre vorher geadelten königlichen Rates zur Welt gekommen und damit Mitglied der privilegierten Schicht Schwedens geworden. Im Alter von zwölf Jahren wurde Gyllenborg Page bei der Witwenkönigin Hedvig Eleonora, einen Dienst, den er 1715, beim Tod der ehemaligen Königin, verlor um dann am Svea Hovrätt zu arbeiten und um sieben Jahre später Kammerherr und der oberste Richter auf Gotland zu werden. Als Politiker begann Gyllenborg seine Karriere 1731, wobei er sich unmittelbar danach als der gefährlichste Gegner Arvid Horns zeigte.

Allerdings sah man Fredrik Gyllenborg sehr wenig im Reichstag, denn er bevorzugte eine unsichtbare politische Karriere, die es ihm ermöglichte die richtigen Fäden zu ziehen, gegnerische Politiker auszuspionieren und sich freizügig aus der Parteikasse zu bedienen. Diese Hintergrundkarriere erlaubte es Gyllenborg auch die gesamte Linie der Partei zu steuern und von den Schwächen der politischen Gegnern zu profitieren. Als Gyllenborg auf etwas diplomatischem Weise die Parteikasse genommen wurde, da er sich zu deutlich selbst damit finanzierte, erhielt er bald den Vorsitz der Bank der Hutpartei, was ihm noch größere Freiheiten bot, denn nun konnte er sich, mit Hilfe der Parteibank, Fabriken und Landgüter kaufen.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens
25. August 1762: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
25. August 1925: Inga Borg und der kleine Troll Plupp
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa
25. August 1961: Der schwedische Serienzeichner Alf Woxnerud
25. August 1976: Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis
25. August 2014: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

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