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Freitag, 19. April 2019

Der Reichsrat Emanuel De Geer

Emanuel De Geer wurde am 19. Oktober 1748 als Sohn eines Fabrikbesitzer geboren und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1764 wurde er Fähnrich der Leibgarde, aber schon sieben Jahre später gab er dann seinen Dienst auf um bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika Kammerherr zu werden. In den kommenden Jahren hatte er mehrere diplomatische Aufträge, bis er 1786 dann von Gustav III. als Reichsrat zurück nach Stockholm gerufen wurde. Als intelligenter Politiker entdeckte er sehr bald, dass der König den Reichsrat auflösen wollte um nur einige Getreue um sich zu sammelt. Im Jahr 1787 bat er daher um seinen Abschied und konnte damit jede Konfrontation mit Gustav III. vermeiden.

Politisch nimmt Emanuel De Geer eine gewisse Sonderstellung am Hof ein, da er an keinerlei Intrigen interessiert war und daher die vermutlich einzige neutrale Person war, die dem König nahestand. Gustav III. wollte diese Neutralität zu seinen Gunsten ausnutzen, erst indem er De Geer als Diplomat nach Haag schickte, damit dieser dort die politische Tendenz ausspioniere, später um De Geer zu einer Einflussnahme bei den Verwandten des Königs zu bewegen, da das eigene Geschlecht sich als die größte Gefahr für die Macht des Königs zeigte. Beide Aufträge erfüllte De Geer auf diplomatische Weise, ohne dass er jedoch auch nur für eine der Seiten Stellung nehmen musste.

Bevor sich Emanuel De Geer, der am 19 April 1803 starb, 1787 ganz aus der Politik zurückzog, kämpfte er auch noch gegen zwei andere Punkte, die er als schädlich für Schweden betrachtete. Zum einen wollte er den Pastoratverkauf durch Adelige unterbinden, die teilweise das gleiche Pastorat gegen viel Geld an mehrere Priester verkauften, obwohl nur ein Priester das Amt auch antreten konnte, zum anderen wollte er Gustav III. dazu bewegen die königlichen Alkoholbrennereien abzuschaffen, die der König ohne Beratung im Reichstag geschaffen hatte, sondern das Alkoholbrennen allgemein wieder zulassen, jedoch den Alkohol mit einer Steuer zu belegen. In beiden Fällen konnte De Geer nur teilweise von Erfolg reden.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1819: Der schwedische Fabrikant John Lenning
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. April 2019

Der Politiker Graf Gustaf Bonde

Gustaf Bonde kam am 17. Aril 1682 als Sohn eines Gerichtspräsidenten in Stockholm zur Welt und studierte ab 1695 erst an der Universität Åbo (Turku), bis er 1702 an die Universität Tübingen wechselte und dort sein Jurastudium beendete. Zwischen 1703 und 1705 unternahm Bonde eine ausgedehnte Studienreise durch Österreich, Italien, Frankreich und die Niederlande, um anschließend bei der Witwenkönigin Hedvig Eleonora als Kammerherr angestellt zu werden, einen Dienst, den Bonde rund zehn Jahre lang behalten sollte.

Im Jahr 1710 begann Gustaf Bonde dann eine politische Karriere, die allerdings dadurch geprägt war, dass er keinerlei Verantwortung übernehmen wollte und sich gegen alle Neuerungen wehrte, was ihm das Vertrauen in den Kreisen um den König brachte, da er dadurch auch die absolute Macht des Königs nicht in Frage setzte. Seine zögernde Haltung in politischen Fragen half Bonde zwar dazu nicht in Ungnade zu fallen, aber verzögerte auch seinen Aufstieg, der erst ab 1726 einsetzte, als Bonde sich der engen Gruppe um Arvid Horn anschloss und damit über diesen auch Zugang zu ausschlaggebenden Ämtern bekam.

Neben seinen politischen Tätigkeiten war Gustaf Bonde auch der Vorsitzende der Sicklakommission, einer konservativen religiösen Vereinigung von Pietisten, die nicht unbedingt den Werten der Staatsreligion entsprach. In diesem Rahmen betätigte sich Gustaf Bonde, der am 5. Dezember 1764 starb, auch als Schriftsteller und verfasste mehrere historische und naturwissenschaftliche Werke, allerdings im Sinne des Götizismus, der das klassische Heldentum in den Vordergrund stellte. Seine Werke kreisen daher teilweise um altnordische Könige, deren Existenz heute als extrem unwahrscheinlich eingestuft wird und die auch in der Zeit Gustaf Bondes stark angezweifelt wurden.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1840: Der Regisseur und Theaterdirektor Axel Bosin
17. April 1868: Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. April 2019

Ministerpräsident Carl Axel Wachtmeister

Carl Axel Wachtmeister kam am 9. Mai 1754 als Sohn des Majors Carl Wachtmeister zur Welt und studierte an 1768 an der Universität Lund um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Drei Jahre später wurde Wachtmeister dann in der Staatskanzlei angestellt, wo er eine brillante Karriere machte, denn 1777 war Wachtmeister Revisionssekretär, zwei Jahre später war er Justizkanzler und mit 28 Jahren wurde er dann zu einem der Herren des Reiches ernannt. 1787 macht Gustav III. Wachtmeister dann zum Präsidenten des Landesgerichts und übertrug ihm die Überwachung der gesamten schwedischen Gesetzgebung.

Carl Axel Wachtmeister gehörte mit zu den engsten Vertrauten des Königs Gustav III., was sich, unter anderem, dadurch ausdrückte, dass er Wachtmeister 1789 als seinen Vertreter einsetzte für jenen Zeiten, in denen der König selbst abwesend war. Im gleichen Jahr ernannte Gustav III. Wachtmeister auch zum Kanzler der Universität Lund und ernannte ihn zum Justizrat im neu gegründeten Obersten Gerichtshof des Landes. Auch nach dem Tod des Königs behielt Wachtmeister das Vertrauen des Königshauses und die Vormundschaftsregierung des zukünftigen Königs Gustav IV. Adolf ernannte Wachtmeister zum Präsidenten des Gesetzeskommission.

Als Gustav IV. Adolf dann König wurde, versuchte Carl Axel Wachtmeister diesen zur Zurückhaltung in der Außenpolitik zu überzeugen, da er zum einen die Gefahr sah, die von Napoleon I. ausging, zum anderen Wachtmeister auch über den Widerstand gegen den König von Seiten Carl Johan Adlercreutz informiert war, der den König stürzen wollte. Wachtmeister gehörte letztendlich zu den wenigen Getreuen des Königs bevor dieser abgesetzt wurde. Da Carl Axel Wachtmeister, der am 5. April 1810 starb, nicht an Intrigen beteiligt war, erhielt er auch vom folgenden König, Karl XIII. das Vertrauen und wurde nach dessen Regierungsreform zum neu geschaffenen Amt des Ministerpräsidenten ernannt, ein Amt, das der Politiker jedoch nur noch kurze Zeit innehatte.


5. April 1501: Kort Rogge, Bischof in Strängnäs
5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1776: Der Politiker Nils Månsson i Skumparp
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. April 2019

Der Politiker Jacob Magnus Sprengtporten

Jacob Magnus Sprentporten kam am 11. Dezember 1727 im heute finnischen Nyland als Sohn eines Majors zur Welt und schloss sich im Alter von zwölf Jahren der militärischen Abteilung zum Bau von Festungsanlagen an. Sprengtporten arbeitete sich bis zum Fähnrich der Leibgarde hoch bis er 1744 bei Bau der Verteidigungsanlagen und der militärischen Verteidigung Finnlands eingesetzt wurde. Im Jahr 1755 wurde Sprengtporten nicht nur zum Kapitän ernannt, sondern er wurde auch in das königliche Amt zur Planung von Festungen versetzt, wo er unter Augustin Ehrensvärd auch an der Festung Sveaborg arbeitete.

Während des preußisch-schwedischen Krieges in Pommern, der 1757 ausbrach, erhielt Jacob Magnus Sprengtporten eine eigene Einheit, die man als den ersten Jägerverband Schwedens bezeichnen kann, und brachte der schwedischen Krone einige Siege, was ihm den Ruf eines hervorragenden Strategen brachte. Nach dem Sieg wurde Sprentporten königlicher Berater in Verteidigungsfragen und 1766 wurde der Feldherr nicht nur zum Freiherren ernannt, sondern er wurde auch Teil der Festungskommission, die die Verteidigungsmöglichkeiten Finnlands ausarbeitete und letztendlich den Vorschlag Sprengtportens übernahm.

Im Jahr 1772 arbeitete Jacob Magnus Sprengtporten, der am 2. April 1786 in Stockholm starb, gemeinsam mit Gustav III. und Johan Christopher Toll einen Revolutionsplan aus um dem König mehr Macht zu garantieren. Sprengtporten begab sich in diesem Zusammenhang nach Finnland um von dort aus das Militär zur Revolution zu bewegen. Der Plan zeigte sich erfolgreich, auch wenn Sprengtporten mit seinen Soldaten Stockholm nicht mehr zum vorgesehenen Zeitpunkt erreichte und Gustav III. daher die Stadt bereits selbst in seine Hände gebracht hatte. Sprengtporten hatte mit diesem Schritt jedoch die volle Gunst des Königs gewonnen und konnte das Militär weitgehend seinen Ideen anpassen, bis der Widerstand der Offiziere so groß wurde, dass selbst Gustav III. reagieren musste und Sprengtporten sich schließlich in die Pension zurückziehen müsste.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1857: Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström 
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 31. März 2019

Theodor Odelberg, der erste Landwirtschaftsminister Schwedens

Theodor Odelberg kam am 21. Dezember 1874 als Sohn eines Politikers und Gutsbesitzers zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife im Jahr 1869 an der Landwirtschaftsuniversität Ultuna. Im Jahr 1873 übernahm er das Mustergut des Vaters und setzte insbesondere auf die Milchproduktion, Gemüse, Tabak und die Herstellung von Branntwein. Parallel hierzu engagierte sich Odelberg in der Kommunalpolitik, was dazu führte, dass er 1889 den Direktionsposten im neu eingerichteten Landwirtschaftsamt erhielt und zehn Jahre später auch zum Regierungspräsidenten der Region Gävlesborg ernannt wurde.

Als am 31. März 1900 das Landwirtschaftsministerium geschaffen wurde, war es geradezu selbstverständlich, dass Theodor Odelberg, der Besitzer eines Mustergutes mit langjähriger landwirtschaftlicher Erfahrung, zum Staatsrat und zum ersten Landwirtschaftsminister Schwedens ernannt wurde. In dieser Eigenschaft setzte sich Odelberg für eine vollkommene Reformation der Land- und der Forstwirtschaft ein, wobei er dabei insbesondere die Haltbarkeit im Auge hatte, aber auch die Rationalisierung bei kleineren Gütern. Odelberg setzte auch Gelder für die Forschung in landwirtschaftlichen Fragen ein und hat damit den Weg zur modernen Landwirtschaft geschaffen.

Aber auch nachdem im Jahre 1905 eine Sammelregierung entstand, die sich aus verschiedenen Parteien zusammensetzte um die Auflösung der schwedisch-norwegischen Union durchzuführen und Theodor Odelberg von seinem Ministeramt zurücktrat, arbeitete der Politiker bis zu seinem Tod am 15. Februar 1938 weiterhin an der Verbesserung der Landwirtschaft. Auch wenn sich Odelberg als sehr konservativer Politiker zeigte, der die Sparsamkeit des Staates an die erste Stelle setzte, so unterstützte er die Ausbildung in der Landwirtschaft und versuchte die Qualitätssteigerung durch die Vergabe von Prädikaten zu erreichen.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1757: Freiherr Gustaf Mauritz Armfelt
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1928: Die Stockholmer Stadtbibliothek (Stockholms stadsbibliotek)
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1943:  Der Regisseur und Filmproduzent Roy Andersson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. März 2019

Der Reichsrat Claes Ekeblad der Jüngere

Claes Ekeblad der Jüngere kam am 30. März 1708 als Sohn eines Reichsrats gleichen Namens in Elbing zur Welt und studierte ab 1719 an der Universität Uppsala um, wie sein Vater, die Beamtenlaufbahn anzustreben. Nach Abschluss seines Studiums und einer damals obligatorischen Studienreise, die Ekeblad vor allem nach Halle führte, begann er im Reichsarchiv zu arbeiten, um jedoch bereits zwei Jahre später zum Kanzleikollegium zu wechseln. Ekeblad schloss sich in dieser Zeit auch der Hutpartei an, wie sehr viele junge Adelige jener Zeit, die sich damit erhofften eine politische Karriere zu sichern.

Die Rechnung Claes Ekeblads ging auf, denn 1738 wurde er Mitglied des geheimen Ausschusses und anschließend gehörte er zu jenem Kreis, der den Krieg gegen Russland plante. Als Ekelad am Neujahrstag 1741 auch noch die Tochter von Magnus Julius De la Gardie heiratete, war dem Politiker die politische Karriere endgültig gesichert, denn 1742 wurde er am französischen Hof der Nachfolger von Carl Gustaf Tessin und hatte damit den bedeutendsten Ministerposten Schwedens im Ausland erhalten. Im Jahr 1746 war Ekeblad dann einer der jüngsten Reichsräte aller Zeiten und ein Jahr später stieg er sogar zum zweiten Mann des Rates auf.

Dass Claes Ekeblad, der am 9. Oktober 1771 starb, trotz seiner zahlreichen Beziehungen keine bedeutende Rolle in der Geschichte Schwedens spielte, lag daran, dass ihm jede politische Weitsicht fehlte und er sich mehr auf eine aggressive Außenpolitik verließ, ohne indes hier die notwendigen Schritte zu leisten. Dieses Verhalten kann auch damit in Verbindung gebracht werden, dass Ekeblad mehr auf Grund seiner Beziehungen Karriere machte als durch tatsächliche Leistungen, aber auch damit, dass der Politiker Wissenschaft und Politik verknüpfte, ihm aber auch in der Wissenschaft weitgehend die nötigen Kenntnisse fehlten um langsichtige Entscheidungen fällen zu können.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1888: Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1921: Die Glaskünstlerin Ingeborg Lundin
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. März 2019

Prinzessin Louise von Schweden

Louise von Schweden kam am 31. Oktober 1851 als Tochter des Königs Karl XV. und Königin Lovisa in Stockholm zur Welt und war daher Prinzessin von Schweden und Norwegen, da zu jener Zeit beide Länder vom schwedischen König regiert wurden. Im Alter von elf Jahren erhielt Louise von Schweden dann, gemeinsam mit der Mutter, von Nancy Edberg Schwimmunterricht, was der Beginn dafür war, dass in Schweden auch Frauen Schwimmen lernten, was vorher nahezu ausschließlich Männern vorbehalten war.

Das Schicksal von Prinzessin Louise von Schweden wurde stark vom wachsenden Skandinavismus Norwegens, Dänemarks und Schwedens geprägt, trotz der politischen Differenzen dieser Länder. Ab 1864 diskutierten daher der dänische und der schwedische König über eine Möglichkeit einer Ehe zwischen dem dänischen Kronprinzen und Prinzessin Louise von Schweden, da die Alternative eine deutsche Prinzessin gewesen wäre, die weder der dänische König, noch das dänische Volk, als wünschenswert sahen. Ab 1868 lernte Louise dann, bereits verlobt mit dem Kronprinzen, Dänisch, sowie die dänische Literatur, Geschichte und Kultur. Am 28. Juli 1869 fand schließlich im Stockholmer Schloss die Ehe zwischen dem dänischen Kronprinz Fredrik und Prinzessin Louise von Schweden statt.

Auch wenn das dänische Volk von Louise von Schweden begeistert war, so hatte es die nun dänische Kronprinzessin schwer innerhalb des Königshauses, da dort alle, außer ihrem Ehemann, gegen sie arbeiteten und die regierende Königin versuchte die gesamte Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. Louise von Schweden akzeptierte die Situation und engagierte sich vor allem in Wohltätigkeitsprojekten und der Kunst. Erst 1906 wurde die Kronprinzessin dann Königin von Dänemark, ohne sich nun jedoch noch in die Politik des Landes zu mischen, auch wenn sie damit sehr vertraut war. Allerdings sollte sie nur sechs Jahre lang im Amt bleiben, da ihr Mann, Fredrik VIII. Bereits 1869 starb. Als letzte Witwenkönig Dänemarks starb Louise von Schweden am 20. März 1926 in Kopenhagen.


20. März 1408: Der Erzbischof Henrik Karlsson
20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1790: Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. März 2019

Der Jurist und Historiker Johannes Loccenius

Johannes Loccenius wurde am 13. März 1598 als Sohn eines Kaufmanns im deutschen Itzehoe geboren und besuchte nach der Hochschulreife am Hamburger Gymnasium die Universitäten Helmstedt, Rostock und Leiden um dort Jura zu studieren. Nach einem Doktorat in Jura in Leiden wurde Loccenius von Johan Skytte, den er in Rostock kennen gelernt hatte, als außerordentlicher Professor an die Universität Uppsala berufen, wo er 1630 auch zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Während seiner Zeit an dieser Universität war er auch zeitweise Universitätsbibliothekar, Reichsgeschichtsschreiber und Universitätsrektor.

Gemeinsam mit Johan Stiernhöök und Clas Rålamb gilt Johannes Loccenius als Gründer der schwedischen Rechtswissenschaft, wobei Loccenius nicht nur Lehrbücher zum Rechtssystem schrieb, die weit über das damalige schwedische Denken hinausgingen, sondern auch die Landschaftsgesetze (landskapslagarna) ins Latein übersetze um diese Juristen in anderen Ländern zugänglich zu machen, und er verknüpfte Gesetze aus dem schwedischen Mittelalter mit dem Römischen Gesetz, was während der Großmachtszeit Schwedens sehr umstritten war, jedoch letztendlich wegleitend für die Gesetzgebung Schwedens wurde.

Innerhalb der Geschichtswissenschaft beschränkt sich die Bedeutung von Johannes Loccenius auf sein Werk Rerum Suecicarum historia des Jahres 1654, denn hier griff er dem Geschichtsschreiber Olof Rudbeck voraus, denn zum einen begann er seine Geschichte mit der Christianisierung, zum anderen war er der erste Geschichtsschreiber, der die legendären Sagenkönige aus seinem Werk verbannte, was im 17. Jahrhundert sehr stark kritisiert wurde, da damit, von schwedischer Warte, die gesamt Herkunft der Menschheit in ein neues Licht gesetzt wurde. Johannes Loccenius starb am 27. Juli 1677 im Alter von 79 Jahren in Uppsala.


13. März 1332: Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson
13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. März 2019

Magnus Brahe, der erste Präsident des Oberlandesgerichts

Magnus Brahe kam am 25. September 1564 auf Tynnelsö zur Welt und wurde ausschließlich zu Hause durch Privatlehrer unterrichtet. Seine Kenntnisse über andere Länder und ausländische Politik gewann Brahe vor allem durch seine zahlreichen Auslandsreisen, die er teilweise auch als Kammerherr des Königs Sigismund I. unternahm. Als sich das Verhältnis zwischen Sigismund und Herzog Karl verschlechterte, schlug sich Brahe, nach einigem Zögern, auf die Seiten von Herzog Karl, was wiederum dazu führte, dass er von beiden Seiten als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, aber auch dazu, dass Brahe das Schloss Visingsborg erhielt.

Magnus Brahe gehörte nach seinem Verhandlungsgeschick, zum engsten Kreis um König Karl IX., so dass Brahe an allen wichtigen Ereignissen des Königshauses teilnahm und sich einen hohen Status schaffen konnte. Von Vorteil war dabei, dass sowohl Karl IX. als auch Brahe den Adelsstand als die wichtigste Gruppe im Reichstag betrachteten, gleichzeitig aber mehr zu individuellen Entscheidungen neigten. Die einzige etwas negative Entscheidung für Brahe war, dass ihn der König auch zum Regierungspräsidenten des Småland machte, also jenem Teil Schwedens, der sich am meisten gegen Dänemark verteidigen musste.

Gerade das Småland sollte für Magnus Brahe einige Probleme mit sich bringen, denn der folgende König, Gustav II. Adolf, beauftragte Brahe damit das Småland gegen die geplanten Angriffe des dänischen Befehlshabers Gert Rantzaus zu verteidigen, und dies mit Hilfe des gewöhnlichen Volkes. Auch wenn Brahe das Vordringen nur teilweise verhindern konnte, beauftragte ihn Gustav II. Adolf später auch Stockholm zu verteidigen und er machte Brahe zum obersten Richter des Oberlandgerichtes, eine der bedeutendsten Entscheidungen in der schwedischen Geschichte, denn Brahe schuf damit ein unabhängiges Rechtssystem, das Staat und Bürger respektierte. Magnus Brahe starb am 4. März 1633 als wohlhabender Mann auf seinem Gut.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1799: Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer 
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Februar 2019

Die Schlacht bei Helsingborg als Sieg gegen Dänemark

Seit dem Frieden von Roskilde im Jahr 1658 wollte Dänemark ihre einstigen Besitztümer im Süden Schwedens zurückerobern, und nachdem bereits mehrere Versuche gescheitert waren, sah der König Dänemarks im Jahr 1710 seine große Chance, denn Schweden hatte im vorhergehenden Jahr beim Krieg gegen Russland in Poltawa sehr große Verluste erlitten und war nun auf keinen weiteren Krieg vorbereitet. Dänemark bereitete daher eine Invasion Südschwedens vor und hatte den Plan mit über 14.000 Soldaten den Teil Schwedens zurückzuerobern, der die Stadt Kopenhagen wieder in die Mitte des Reiches versetzen sollte.

Ende des Jahres 1709 legten die dänischen Schiffe daher an der schwedischen Küste an und begann mit der Invasion Schonens. Wie zu erwarten war, mussten sich die schwedischen Truppen unmittelbar zurückziehen und Generalleutnant Jørgen Rantzau machte sich auf den Weg nach Karlskrona, wo die Flotte der Schweden lag. Womit  Rantzau nicht gerechnet hatte, war, dass im Småland bereits neue Truppen ausgebildet wurden und Magnus Stenbock, der Gouverneur Schonens, sich nicht wirklich zurückgezogen hatte, sondern den dringend benötigten Nachwuchs holte und dann mit neuer Stärke den Kampf gegen Dänemark aufnahm. Die dänischen Soldaten erreichten daher nie Karlskrona, sondern wurden bis Helsingborg zurückgedrängt.

Am 28. Februar 1710 (schwedischer Kalender) kam es dann gegen die Mittagszeit zum entscheidenden Kampf zwischen Schweden und Dänemark. Da sich der schwedische Befehlshaber gut auf diese Schlacht vorbereitet hatte, der dänische jedoch die Lage falsch eingeschätzt hatte, war der Kampf bald zu Gunsten der Schweden entschieden und die Dänen hatten nach wenigen Stunden die Hälfte ihrer Soldaten verloren. Das restliche dänische Militär zog sich vorerst in die Stadt Helsingborg zurück, aber am 5. März hatte dann auch der letzte dänische Soldat Schweden verlassen. Diese Schlacht bei Helsingborg gilt als der letzte große Versuch Dänemarks Südschweden zurückzuerobern, auch wenn dieser Plan als solches um diese Zeit noch nicht aufgegeben wurde.


28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
28. Februar 1858: Tore Svennberg, Schauspieler und Theaterdirektor
28. Februar 1912: Prinz Bertil, nahezu an der Spitze Schwedens
28. Februar 1924: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
28. Februar 1960: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
28. Februar 1962: Die schwedische Künstlerin Karin Mamma Andersson
28. Februar 1964: Lotta Lotass und die poetische Prosa des Surrealismus
28. Februar 1966: Schamyl Bauman, Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
28. Februar 1986: Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Februar 2019

Der Erzbischof Nils Ragvaldsson

Als Nils Ragvaldsson am 17. Februar 1448 im Alter von vermutlich 64 oder 65 Jahren auf seiner Burg Almarestäket am Mälaren starb, hatte er nicht nur den Rang des Erzbischofs erreicht, sondern auch die Königsmacht in Schweden gestärkt und alle geltenden Statuten der Bistums Uppsala in einem Kompendium gesammelt. Ragnarsson gehörte auch mit zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Götizismus, einer Gruppe an Personen, die in Schweden und den mythologischen Helden den Ursprung der Menschheit suchten und die schwedische Rasse über jene anderer Völker stellten.

Nils Ragvaldsson war zwischen 1382 und 1385 als Sohn eines Waffenträgers im Södermanland zur Welt gekommen und hatte daher vermutlich nur eine minimale Bildung. Dennoch wurde er 1409 als Kanoniker des Stiftes Strängnäs genannt, wurde dort 1420 zum Dekan ernannt, war 1426 Bischof des Stiftes Växjö und wurde 1438 von Erich von Pommern durch Postulation zum Erzbischof des Stiftes Uppsala. Die Postulation deutet darauf hin, dass Ragvaldsson nicht die nötigen Voraussetzungen für das Amt hatte, jedoch aus heute unbekannten Gründen dennoch für das Amt vorgesehen wurde.

Nils Ragvaldsson nahm während der folgenden Jahre eine besondere politische Situation ein, denn er wurde der Vermittler zwischen dem Reichsvorstand Karl Knutsson und dessen Gegenspieler, also dem Hochadel und er schlug, nach dem Tode des Königs Erich von Pommern Christoph III. (Christoph von Bayern) zum König vor. Ragvaldsson gilt als einer der treuesten Diener dieses Königs und verteidigte auch jede seiner Entscheidungen von kirchlicher Seite her. Den Fanatismus und die geringe Bildung bewies Ragvaldsson vor allem bei einer Rede während des Konzils in Basel, als er, in relativ konfuser Weise, beklagte dass der schwedische König zu wenig Beachtung fänden, obwohl nur Erich von Pommern bis zur den Goten zurückverfolgt werden könne und daher einer besonderen Achtung würdig sei, was jemand mit Universitätsbildung nie gesagt hätte.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1410: Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1938: Der Troubadour Bengt Sändh
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. Februar 2019

Der Reichsrat Claes Fleming af Liebelitz

Claes Fleming, bisweilen Klas Fleming geschrieben, kam am 15. Februar 1649 als Sohn eines Admirals und Oberstadthalters in Stockholm zur Welt und erhielt eine nahezu militärische Bildung bei der er jedoch auch ein breites Allgemeinwissen erwarb. 1662 begann Claes Fleming ein Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch 1669 in Åbo, dem finnischen Turku, beendete, da der Vater dorthin als Gouverneur versetzt worden war. Wie zu jener Zeit üblich begab sich Fleming anschließend auf eine längere Auslandsreise, die er mit einem kürzeren Studium in Groningen und einem militärischen Einsatz in Frankreich unterbrach. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahr 1674 wurde der 25-jährige Fleming in der königlichen Kanzlei beschäftigt.

Claes Fleming wurde insbesondere in der Finanzverwaltung tätig und gewann dabei die Gunst des Königs Karl XI., der ihn 1680 zum Landmarschall ernannte und ihm rinrn bedeutenden Einfluss bei der Regierungsreformen gab. Bei den angestrebten Reformen zeigte sich Fleming sehr diplomatisch und konnte die Entscheidungen so beeinflussen, dass der König für keinerlei Fehler verantwortlich gemacht werden konnte. Diese diplomatische Fähigkeit zeigte sich für Fleming sehr vorteilhaft, denn dadurch gab ihm der König eine steigende Machtstellung und ernannte ihn sogar zum Kanzler der Universität Lund.

Claes Fleming erhielt unter Karl XI. die Oberaufsicht über das gesamte Finanzwesen Schwedens, wobei er ab 1684 auch der Präsident des Bergkollegiums und des Staatsbüros war. Als deutlicher Unterstützer des Königs wurde Fleming jedoch auch zu einem der gehasstesten Männer Schwedens, was heute schwer zu verstehen ist, da Fleming für seine Leistungen kaum entlohnt wurde und er bis zu seinem frühen Tod am 31. Juli 1685, als er auf dem Weg nach Aachen war, sehr arm war. Dank seiner Dienste versorgte der König anschließend seine Ehefrau und seine Kinder, die ohne diese Unterstützung, auf der Straße gelandet wären.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1714: Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

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Mittwoch, 6. Februar 2019

Der schwedische Bauernzug im Jahr 1914

Bereits vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verbreiteten die konservativen Parteien Schwedens eine Angst vor ausländischen Spionen, einem möglichen Krieg auf schwedischem Raum und wollten damit die Bürger gegen die liberale Regierung von Karl Staaff aufstacheln, mit dem Ziel die Regierung zu hohen militärischen Ausgaben zu zwingen, was natürlich zu einer noch größeren Verarmung der Arbeiter und Städter geführt hätte. Um ihr Ziel zu erreichen, riefen sie insbesondere die konservativen Landwirte ganz Schwedens zu einer gigantischen Demonstration auf, die Gustav V. zeigen sollte, dass die alten Werte Schwedens von der Bevölkerung des Landes weiterhin gestützt werden.

Auf Grund einer landesweiten Organisation zogen daher am 6. Februar 1914 über 32.000 Bauern in Stockholm ein, die ihren Glauben an traditionelle Werte auch dadurch zum Ausdruck brachten. Jede Region zog in einer eigenen Gruppe durch die schwedische Hauptstadt, die Regionalfahne an der Spitze und die Bauern in ihren Nationaltrachten folgten. Die Demonstration erregte zwar große Aufmerksamkeit und Karl Staaff versprach die vorgebrachten Argumente der Bauern zu überdenken, ohne jedoch ein weiteres Versprechen abzugeben, denn in der Tat war dieser Bauernzug mehr ein Auseinandersetzung zwischen den konservativen Landbewohnern und den mehr fortschrittlichen Städtern, wo Arbeiter ganz andere Forderungen hatten als Landwirte.

Auch wenn zwei Tage später Hjalmar Branting bei einer Gegendemonstration in Stockholm mit Arbeitern über 50.000 Demonstranten sammeln konnte, so hatte der Bauernzug dennoch eine große Bedeutung für die Wahlen im gleichen Jahr, denn das Eingreifen des Königs führte dazu, dass Karl Staaff von seinem Amt zurücktrat und die kommende Regierung eine konservative Regierung mit Beamten wurde. Noch bedeutender war jedoch, dass dadurch auch eine sehr konservative Bauernbewegung entstand, die 1921 zum Reichsverband der Landwirte führte, die damit auch bei allen zukünftigen Wahlen in Schweden berücksichtigt werden musste. Die Rüstungsfrage war indes nach dem Bauernzug des Jahres 1914 zweitrangig geworden.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1927: Der nordschwedische Künstler Leander Engström
6. Februar 1929: Der schwedische Skiläufer Sixten Jernberg 
6. Februar 1975: Das Verbot von DDT in Schweden
6. Februar 1981: Der schwedische Musiker Jens Lekman 
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

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Sonntag, 3. Februar 2019

Der Ritter und Reichsvorstand Sten Sture der Jüngere

Der Tod des Reichsvorstands Sten Sture des Jüngeren am 3. Februar 1520, im Alter von nur 27 Jahren, sollte die Geschichte Schwedens bedeutend verändern, denn als dieser Führer bei der Verteidigung Stockholms verletzt wurde, geriet das gesamte schwedische Heer in Panik und lediglich das Schloss konnte seine Witwe Kristina eine gewisse Zeit halten. Dieser Verlust führte nur Monate später zum Stockholmer Blutband, bei dem selbst die Leiche Sten Stures wieder ausgegraben wurden um mit den anderen Hingerichteten und zum Tode verurteilten Schweden verbrannt zu werden.

Sten Sture war 1492 oder auch 1493 als Sohne eines der mächtigsten Männer Schwedens des Geschlechts Natt och Dag zur Welt gekommen und wurde bereits als Sechsjähriger von König Hans zum Ritter geschlagen. Als sein Vater Svante Nilsson 1503 zum Reichsvorstand ernannt wurde, erhielt der Jugendliche die ersten militärischen Aufträge und wurde 1510 Schlossherr des Schlosses in Örebro, das er nur zwei Jahre später ganz in Besitz nahm. In dieser Zeit nahm der Ritter auch den Namen Sture an, um auszudrücken, dass er die Politik der Sturepartei wieder aufleben lassen wollte um den Bürokraten die Macht zu beschneiden.

Während seines kurzen Lebens konnte Sten Sture der Jüngere jedoch nur wenige seiner Ideen verwirklichen, da er ab 1517 ständig gezwungen war die Invasionen Dänemarks zu verhindern. Als 1518 der Unionskönig Kristian II. vor Stockholm an Land ging um die Hauptstadt Schwedens zu erobern, gelang es Sten Sture den Angriff zurückzuschlagen. Als jedoch zwei Jahre später der dänische Feldherr Otto Krumpen den Landweg Richtung Stockholm nahm, wurde der schwedische Feldherr bei der Schlacht bei Bogesund nahezu unmittelbar schwer am Knie verletzt und 10.000 Krieger verloren ihrer Führer. Per Schlitten wurde Sten Sture dann nach Strängnäs gebracht um von dort aus nach Stockholm transportiert zu werden, das jedoch nicht mehr lebend erreichte.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen
3. Februar 1636: Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche
3. Februar 1828: Der schwedische Künstler Carl d'Unker
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

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Samstag, 2. Februar 2019

Der Reichskanzler Graf Fredrik Sparre

Fredrik Sparre kam am 2. Februar 1731 als Sohn einer Generalleutnants und Regierungspräsidenten in Stockholm zur Welt und schrieb sich im Alter von 14 Jahren an der Universität Uppsala ein, wurde 1747 bereits Kanzleijunker und ein Jahr später Hofintendant. Seine Karriere setzte mit gleicher Geschwindigkeit fort, denn mit 40 Jahren war Sparre bereits Reichsrat und Gouverneur des Kronprinzen, des späteren Königs Gustav IV. Adolf. Sparre stand damit dem Königshaus sehr nahe und konnte teilweise auch über die Geschichte Schwedens entscheiden.

Auch wenn Fredrik Sparre, nach dem Mord an König Gustav III., als Reichskanzler an der politischen Spitze Schwedens stand und damit eine nahezu uneingeschränkte Entscheidungsgewalt hatte, führte der pedantische Sparre seine Aufgabe kaum zum Vorteil Schwedens, denn dem Politiker fehlte sowohl die Voraussicht, als auch das Urteilsvermögen, denn er erkannte weder die Intrigen, noch die ausländische Beeinflussung seiner Entscheidungen. Dies beweisen vor allem seine zahlreichen Aufzeichnungen, die in umständlicher Weise jede Kleinigkeit seiner Handlungen wiedergeben.

Fredrik Sparre hat in der Geschichte Schwedens nie den Platz erhalten, der ihm im Grunde auf Grund seiner Macht und seines Einflusses zustand. Die Ursache dafür ist vermutlich auch in seiner Persönlichkeit und seiner pedantischen Natur zu suchen, denn immer wieder traf Sparre auch unüberdachte Entscheidungen und er wollte auch nach Außen zeigen, dass er eine wichtige Persönlichkeit war, was nicht nur der kleine Körperwuchs erschwerte. Fredrik Sparre, der am 30. Januar 1803 starb, lebte ständig weit über seinen Verhältnissen und hinterließ nach seinem Tode eine große Anzahl an Schuldscheinen, die man lediglich auf Grund seiner hohen Stellung nie präsentiert hatte. Die Verschuldung und seine Eitelkeit waren dennoch allgemein bekannt und schadeten seinem Ruf.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1870: Die Schriftstellerin Julia Svedelius
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

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Freitag, 1. Februar 2019

Der Offizier und Politiker Christian Anders Sundin

Als Christian Anders Sundin am 1. Februar 1886 im Alter von 69 Jahren in Stockholm starb, ging er sowohl als bedeutender Seestratege, als auch als Politiker in die schwedische Geschichte ein, allerdings nicht nur auf Grund seiner außerordentlichen Leistungen, sondern auch, weil Sundin das Glück hatte während einer Epoche in der Marine aktiv zu sein, die einen bedeutenden Umbruch darstellte, denn ab Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte sich der Schiffbau und es konnten erstmals Präzisionswaffen hergestellt werden, die entscheidend für die spätere Kriegsführung war. Sundin war damit einer der ersten hohen Offiziere, die diesen Umbruch erlebten und beeinflussten.

Christian Anders Sundin war am 3. Dezember 1816 in Augerum bei Karlskrona zur Welt gekommen und hatte ab seiner Kindheit eine Karriere als Seeoffizier vor Augen. Seine ersten Einsätze hatte Sundin bereits 1836 als Leutnant, wobei er einen sehr schnellen Aufstieg machte und unter König Karl XV. innerhalb von 15 Jahren vom Adjutanten bis zum Admiral aufstieg. Auch hierbei nimmt Sundin eine gewisse Sonderstellung ein, denn er leistete seinen Dienst nicht nur auf schwedischen Schiffen, denn er war auch drei Jahre lang auf englischen Schiffen unterwegs, unter anderem um am chinesischen Opiumkrieg teilzunehmen, und er konnte damit für Schweden wertvolle Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, die der schwedischen Marine sehr dienlich waren.

Auch wenn Christian Anders Sundin immer wieder behauptete an politischen Entscheidungen nicht interessiert zu sein, so war er Stadtrat in Karlskrona, Landrat in der Region Blekinge und der Vorsitzende im Schulwesen in Karlskrona. In seiner Rolle als Politiker schuf Sundin ein neues Theater in „seiner“ Stadt, verbesserte das Schulwesen und setzte sich auch national für eine allgemeine Wehrpflicht in der Marine ein. Im Gegensatz zu anderen Politikern seiner Zeit, bevorzugte Sundin dabei jedoch die Diplomatie und Verbindungen, was ihm ermöglichte Änderungen ohne große Widerstände durchsetzen zu können.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1743: Generalgouverneur Johan Christopher Toll
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1853: Der schwedische Künstler Nils Blommér
1. Februar 1871: Der schwedische Geschichtswissenschaftler Holger Rosman 
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

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