Donnerstag, 9. Mai 2013

Der Uhrmacher Jean Fredman bleibt der Nachwelt erhalten

Als der Uhrmacher Jean Fredman am 9. Mai 1767 in größter Armut und als Alkoholiker starb, dachte niemand in Stockholm, dass er eines Tages zu den bekanntesten historischen Figuren der Stadt gehören würde und selbst in die Literaturgeschichte Schwedens eingehen würde. Seine Bekanntheit verdankt er indes ausschließlich dem schwedischen Skalden Carl Michael Bellman, der drei Jahre nach seinem Tod Fredmans Episteln zu schreiben begann, das heute als Hauptwerk des Dichters zählt.

Jean Fredman, der ursprünglich Johan als Vorname hatte, war in einem reichen Haus mit einer langen Tradition an Uhrmachern geboren worden und lernte von seinem Vater das Gewerbe. Nach seiner Wandergesellenzeit, die ihn auch nach London führte, machte er in Stockholm unmittelbar Karriere, denn mit 29 Jahren wurde er Obermeister und mit 33 war er der Hofuhrmacher, der auch für die Turmuhren der Storkyrkan und der Riddarholmskyrkan in Stockholm verantwortlich war.

Da Jean Fredman jedoch nicht nur an Einfluss und Ehre interessiert war, sondern auch an einem Vermögen, heiratete er 1745 die um 12 Jahre ältere reiche Witwe Katarina Liedberg. Die Ehe war eine Katastrophe mit viel häuslicher Gewalt und als Katarina sechs Jahre nach der Ehe starb, hinterließ sie ihrem Mann, trotz seinem verschwenderischen Leben, noch eine beträchtliche Summe. Fredman begann nun jedoch noch mehr zu trinken, verlor alle seine Aufträge und zu Beginn der 60er Jahre gehörte er zu den heimatlosen Alkoholikern auf Stockholms Straßen auf denen er auch wenige Jahre später sterben sollte.


9. Mai 1947: Penicillin in Schweden 
9. Mai 2006: TV6, der Fernsehkanal für Männer bis 45

Copyright: Herbert Kårlin

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