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Samstag, 30. März 2019

Der Reichsrat Claes Ekeblad der Jüngere

Claes Ekeblad der Jüngere kam am 30. März 1708 als Sohn eines Reichsrats gleichen Namens in Elbing zur Welt und studierte ab 1719 an der Universität Uppsala um, wie sein Vater, die Beamtenlaufbahn anzustreben. Nach Abschluss seines Studiums und einer damals obligatorischen Studienreise, die Ekeblad vor allem nach Halle führte, begann er im Reichsarchiv zu arbeiten, um jedoch bereits zwei Jahre später zum Kanzleikollegium zu wechseln. Ekeblad schloss sich in dieser Zeit auch der Hutpartei an, wie sehr viele junge Adelige jener Zeit, die sich damit erhofften eine politische Karriere zu sichern.

Die Rechnung Claes Ekeblads ging auf, denn 1738 wurde er Mitglied des geheimen Ausschusses und anschließend gehörte er zu jenem Kreis, der den Krieg gegen Russland plante. Als Ekelad am Neujahrstag 1741 auch noch die Tochter von Magnus Julius De la Gardie heiratete, war dem Politiker die politische Karriere endgültig gesichert, denn 1742 wurde er am französischen Hof der Nachfolger von Carl Gustaf Tessin und hatte damit den bedeutendsten Ministerposten Schwedens im Ausland erhalten. Im Jahr 1746 war Ekeblad dann einer der jüngsten Reichsräte aller Zeiten und ein Jahr später stieg er sogar zum zweiten Mann des Rates auf.

Dass Claes Ekeblad, der am 9. Oktober 1771 starb, trotz seiner zahlreichen Beziehungen keine bedeutende Rolle in der Geschichte Schwedens spielte, lag daran, dass ihm jede politische Weitsicht fehlte und er sich mehr auf eine aggressive Außenpolitik verließ, ohne indes hier die notwendigen Schritte zu leisten. Dieses Verhalten kann auch damit in Verbindung gebracht werden, dass Ekeblad mehr auf Grund seiner Beziehungen Karriere machte als durch tatsächliche Leistungen, aber auch damit, dass der Politiker Wissenschaft und Politik verknüpfte, ihm aber auch in der Wissenschaft weitgehend die nötigen Kenntnisse fehlten um langsichtige Entscheidungen fällen zu können.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1888: Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1921: Die Glaskünstlerin Ingeborg Lundin
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. April 2018

Der Oberstatthalter und Generalmajor Rutger Fuchs

Rutger Fuchs kam am 12. April 1682 als Sohn eines Oberleutnants in Malmö zur Welt und begann seine militärische Karriere im Jahr 1699, als er gerade einmal 17 Jahre alt war. Bis 1707 wurde Fuchs in Finnland eingesetzt, wo er, mit wechselndem Erfolg, insbesondere gegen Russland kämpfte. 1705 nahm Fuchs auch am Kriegszug Cornelius Anckarstjernas gegen Sankt Petersburg teil, der nicht nur scheiterte, sondern bei dem Fuchs auch erstmals schwerer verletzt wurde. Bereits 1705 wurde Rutger Fuchs dann nach Schweden zurückbeordert und zum Major des Dalregementes ernannt.

Zwei Jahre später wurde Rutger Fuchs zum Oberleutnant befördert und folgte in dieser Eigenschaft mit Magnus Stenbock nach Deutschland, wo der Kriegsherr bei der Schlacht bei Gadebusch so schwer verletzt wurde, dass er sich ein Jahr lang nur auf Krücken fortbewegen konnte uns bis zu seinem Tod am 10. April 1753 hinkte. Dies hielt Fuchs natürlich nicht davon ab 1716 unter Karl XII. gegen Norwegen in den Krieg zu ziehen. In diesem Zusammenhang wurde Fuchs auch in den Adelstand aufgenommen. Als der Kriegsherr dann im Jahr 1719 auch noch einen bedeutenden Sieg mit seiner Heer, das aus kaum 800 Männern bestand, wurde Fuchs vom König zum Freiherren und Generalmajor ernannt.

Ab dieser Zeit betätigte sich Rutger Fuchs auch als Politiker und schloss sich dabei Arvid Horn und der Hutpartei an, die sich insbesondere für die Ausdehnung Schweden
s und eine deutliche Kriegspolitik einsetzte. Als Fuchs dann 1740 als Statthalter für Stockholm eingesetzt wurde, änderte er plötzlich seine Einstellung zum Krieg, verließ die Hutpartei um sich den Mützen anzuschließen, die für eine Friedenspolitik Schwedens kämpften. Als Statthalter Stockholms war Fuchs allerdings nicht sehr beliebt, da er politischen Gegnern mit der größten Grausamkeit entgegentrat und nur seine persönliche Meinung gelten ließ.

10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1833: Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. März 2018

Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer

Ulrik Scheffer kam am 5. August 1716 als Sohn eines hohen Richters in Nyköping zur Welt und besuchte ab 1728 die Universität Uppsala um sich auf eine Laufbahn in der Administration vorzubereiten. Unmittelbar nach Studienabschluss wurde Scheffer daher auch im Kammerkollegium beschäftigt, wurde drei Jahre später zum Hofjunker ernannt und machte dann jedoch eine militärische Karriere, die ihn im Jahr 1750 zum Oberleutnant des Regiments im Jämtland führte. Nur ein Jahr später gab Scheffer die militärische Karriere wieder auf um sich der Reichstagspolitik zu widmen.

Die folgenden zwei Jahrzehnte arbeitete Ulrik Scheffer überwiegend als Diplomat in Frankreich, auch wenn er an mehreren Reichstagen teilnahm und einen bedeutenden Beitrag zum Frieden mit Dänemark und beim Unterzeichnen des Seeunionsvertrags mit Dänemark leistete. Diese Jahre spielten für Scheffer, der einer der bedeutendsten Gegner der Hutpartei war und sich beim Reichstag der Jahre 1765 und 1766 gegen die Kriegspolitik aussprach und dem Staat zu einer sparsamen Haushaltspolitik riet, beides Punkte, die gegen die Linie der Hutpartei gingen.

Als dann die Hutpartei für einige Zeit die Regierung übernahm, verlor Ulrik Scheffer seinen gesamten Einfluss, wurde jedoch 1771 von König Gustav III. an den Hof zurückgeholt und zum Kanzleipräsidenten ernannt. Für rund 15 Jahre war Scheffer gewissermaßen die rechte Hand des Königs, der volles Vertrauen in Scheffer hatte und ihm die gesamte Außenpolitik Schwedens überließ, was, trotz aller Konflikte und konjunkturellen Problemen dieser Zeit zum Frieden in Schweden führte, nicht zuletzt auch deshalb, weil er den freien Handel zwischen den nordischen Ländern und England durchsetzte. Als sich Gustav III. denn ab 1780 der Kriegspolitik öffnete, bat Scheffer um seinen Abschied, den ihm der König auch 1683 bewilligte. Ulrik Scheffer, der am 4. März 1799 auf seinem Gut starb, beschäftigte sich nach 1783 nicht mehr mit Politik.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Januar 2017

Der schwedische Erzbischof Samuel Troilius

Als Samuel Troilius am 18. Januar 1764 in Uppsala starb, ging er als Religionserneuerer in die Geschichte ein, wobei der ehemalige Erzbischof bis heute als die Person zählt, die die Säkularisation der Kirche einleitete, eine Meinung, die geschichtlich nicht unbedingt als gesichert gilt, da Troilius als sehr konservativ für seine Zeit galt, der sich dafür einsetzte dem König mehr politische Macht zu geben und während der Hexenprozesse sechs Jahre dafür kämpfte dass 13 Frauen als Hexen verurteilt werden sollten, wenn auch vergebens. Der Beginn der Säkularisation passt daher nicht unbedingt in das Bild des Erzbischofs.

Samuel Troilius war am 22. Mai 1706 als Sohn eines Priesters und Bergwerkbesitzers in Stora Skedvi zur Welt gekommen und schrieb sich im Alter von acht Jahren an der Universität Uppsala ein, wo er die ersten Jahre lang Privatunterricht erhielt. Troilius beendete, dank eines Stipendiums, seine Studien im Jahre 1732 mit einer Disputation. Anschließend wurde der Theologe Hausprediger bei Ture Bielke, wurde zum Priester geweiht und bereits 1740 war es Troilius gelungen Hofprediger und Beichtvater von Friedrich I., und Königin Ulrika Eleonora zu werden, was gleichzeitig bedeutete dass ihm die Riddarholmskyrkan anvertraut wurde und er einen bedeutenden politischen Einfluss erhielt.

Der Aufstieg von Samuel Troilius ging sehr schnell, denn 1751 wurde er zum Bischof des Stifts Västerås ernannt und nachdem er Doktor in Theologie geworden war, erhielt er 1758 das höchste kirchliche Amt Schwedens, Troilius wurde zum Erzbischof ernannt. Als Politiker setzte sich Troilius sehr deutlich für die Hutpolitik ein und gilt als der geistige Führer der Partei ab Ende der 50er Jahre. Nur zwei Jahre nach seiner Wahl zum Erzbischof übernahm Troilius auch den Vira bruk, ein Bergwerk, das vorher sein Schwager Reinhold Angerstein geführt hatte.


18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1928: Das schwedische Folkhemmet als politische Bewegung
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 1964: Vi på Saltkråkan von Astrid Lindgren
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 25. August 2016

Der Politiker und Gutsbesitzer Fredrik Gyllenborg

Als Fredrik Gyllenborg am 25. August 1759 starb, war er einer der gefürchtetsten und korruptesten Politiker seiner Zeit, der es nur seinen Beziehungen und seinem Einfluss verdankt hatte seinen nahezu uneingeschränkten politischen Einfluss in der Hutpartei ausüben zu können und dabei ein großes Vermögen anzusammeln. Gyllenborg hatte es verstanden die Partei  so zu steuern, dass es unmöglich war ihn von seinen Positionen zu verstoßen oder wegen seinen finanziellen Machenschaften zur Rechenschaft zu ziehen. Die Folgen seiner Handlungen hatte die Hutpartei indes nach seinem Tod spüren.

Fredrik Gyllenborg war am 12. Juli 1698 als Sohn eines drei Jahre vorher geadelten königlichen Rates zur Welt gekommen und damit Mitglied der privilegierten Schicht Schwedens geworden. Im Alter von zwölf Jahren wurde Gyllenborg Page bei der Witwenkönigin Hedvig Eleonora, einen Dienst, den er 1715, beim Tod der ehemaligen Königin, verlor um dann am Svea Hovrätt zu arbeiten und um sieben Jahre später Kammerherr und der oberste Richter auf Gotland zu werden. Als Politiker begann Gyllenborg seine Karriere 1731, wobei er sich unmittelbar danach als der gefährlichste Gegner Arvid Horns zeigte.

Allerdings sah man Fredrik Gyllenborg sehr wenig im Reichstag, denn er bevorzugte eine unsichtbare politische Karriere, die es ihm ermöglichte die richtigen Fäden zu ziehen, gegnerische Politiker auszuspionieren und sich freizügig aus der Parteikasse zu bedienen. Diese Hintergrundkarriere erlaubte es Gyllenborg auch die gesamte Linie der Partei zu steuern und von den Schwächen der politischen Gegnern zu profitieren. Als Gyllenborg auf etwas diplomatischem Weise die Parteikasse genommen wurde, da er sich zu deutlich selbst damit finanzierte, erhielt er bald den Vorsitz der Bank der Hutpartei, was ihm noch größere Freiheiten bot, denn nun konnte er sich, mit Hilfe der Parteibank, Fabriken und Landgüter kaufen.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens
25. August 1762: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
25. August 1925: Inga Borg und der kleine Troll Plupp
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa
25. August 1961: Der schwedische Serienzeichner Alf Woxnerud
25. August 1976: Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis
25. August 2014: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 7. März 2015

Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm

Als Carl Gustaf Löwenhielm am 7. März 1768 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten Politiker der Hutpartei in die Geschichte Schwedens ein, obwohl viele seiner Handlungen im Hintergrund des politischen Geschehens abliefen und Löwenhielm, der unter dem Namen Carl Gustaf Nordberg geboren worden war und seinen Namen bei der Erhebung des Vaters in den Adelsstand erhielt, im Verdacht stand Bestechungsgelder aus dem Ausland akzeptiert zu haben um die schwedische Politik entsprechend zu beeinflussen, eine Anschuldigung, die allerdings nie offiziell bewiesen wurde.

Carl Gustaf Löwenhielm kam am 5. Januar 1701 zur Welt und machte nach seinem Studium an der Universität Uppsala sehr schnell eine politische Karriere und wurde bereits 1729 zum Regierungspräsidenten im Dalsland ernannt. Ab 1738, als Löwenhielm Regierungspräsident im Värmland wurde, begann er im Reichstag für die Ziele der Hutpartei einzutreten, was 1740 dazu führte, dass Löwenhielm in den geheimen Ausschuss einging, der die Friedensbedingungen mit Russland ausarbeitete, obwohl der Krieg mit Russland nicht nicht erklärt war. Diese Friedensbedingungen waren später tatsächlich die Grundlage bei den Friedensverhandlungen der beiden Länder.

Der Einfluss von Carl Gustaf Löwenhielm, der auch bedeutende Industrieanlagen für die Eisenindustrie im Värmland besaß, stieg in den folgen Jahren weiterhin an. Der Politiker spielte vor allem in zwei weiteren Punkten eine wichtige Rolle für Schweden, denn zum einen sorgte er für eine Stabilisierung des Staatshaushalts, unter anderem durch das Verbot der Herstellung von Branntwein und die Einführung der Überflussverordnung (överflödsförordningen), die den Import von damaligen Luxusgütern wie Seide, Kaffee und Schokolade einschränkte, damit nationale Produkte gefördert werden konnten. Zum anderen erhielt er 1765 den Auftrag über eine Zusammenarbeit mit England und Russland zu verhandeln ohne jedoch das Bündnis mit Frankreich zu gefährden. Letzteres gelang dem Politiker allerdings nicht, denn als Frankreich von den Verhandlungen erfuhr, löste das Land seine Abkommen mit Schweden.


7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie 
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF 
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert 
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde 
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Samstag, 12. Juli 2014

Fredrik Gyllenborg, der Intrigant der schwedischen Geschichte

Fredrik Gyllenborg kam am 12. Juli 1698 in einer kurz vor seiner Geburt geadelten Familie zur Welt, was ihm ermöglichte bereits mit 12 Jahren als Page bei der Witwenkönigin Hedvig Eleonora von Holstein-Gottorp aufgenommen zu werden. Nur fünf Jahre später gab Gyllenborg jedoch diesen Dienst auf begann die Laufbahn eines Richters, was den jungen Mann wie selbstverständlich zur Politik brachte und eine Tätigkeit in der er sich voll in seinem Element fühlte, da ihm das Leben am Hof und seine juristische Tätigkeit die Machtspiele im politischen Leben gelehrt hatten.

Fredrik Gyllenborg macht sich 1731 erstmals im Reichstag bemerkbar und zeigt sich dort unmittelbar als der bedeutendste Gegner von Arvid Horn, der sich für eine Friedenspolitik Schwedens einsetzte und einen Krieg mit Russland vermeiden wollte. Gyllenborg zeigte sich jedoch wenig in der Öffentlichkeit, sondern begnügte sich damit die Fäden zu ziehen und bediente sich dabei jeder denkbaren Intrige und Diffamation, wobei es ihm in der Regel auch gelang immer die Schwachstelle des Gegners zu finden. Dies führte letztendlich dazu, dass Gyllenborg bald im heimlichen Rat der Hutpartei Platz nahm, die Gelder der Partei verwaltete und der unsichtbare Führer der Partei wurde.

Das Verhalten von Fredrik Gyllenborg und der Verdacht, dass er Gelder der Partei privat verwende, brachten dem Politiker allerdings auch in den eigenen Reihen sehr viele Feinde, obwohl die Hutpartei einen Mann wie Gyllenborg benötigte. Bereits Mitte der 40er Jahre hatte Gyllenborg jedoch bereits neue Pläne und dank seiner zahlreichen Ämter verschaffte er sich die Führung im Bankwesen und kaufte, teilweise mit dem Geld der Bank, bedeutende Guter und Fabriken. Bevor Gyllenborg dann jedoch in Ungnade verfiel und die Hutpartei ihren Abstieg begann, starb der Politiker am 25. August 1759 in Stockholm.


12. Juli 1873: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens
12. Juli 1897: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
12. Juli 1908: Fußball in Schweden
12. Juli 1953: Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, der Lasermannen
12. Juli 1995: Der schwedische Sänger Yohio 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 20. Juni 2014

Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses

Als Nils Adam Bielke am 20. Juni 1792 starb, hatte er seinen gesamten Einfluss am königlichen Hofe verloren, war von Feinden umgeben und galt dennoch immer noch als einer der treuesten Diener von König Gustav III., auch wenn man dies auf einen blinden Autoritätsglauben und die Leibe Bielkes zum höfischen Leben zurückführt, da der ehemalige Reichsrat fast nie eine eigene Meinung vertrat und die wenigen Male als er sich gegen die Kriegsführung aussprach, kein Gehör fand.

Dabei brachte Nils Adam Bielke, der am 30. Januar 1724 zur Welt gekommen war, alle Voraussetzungen mit um einer der bedeutendsten Politiker des 18. Jahrhunderts zu werden, denn da seine Mutter starb als er gerade einmal drei Jahre alt war, wurde er von der sehr reichen Großmutter Kristina Piper erzogen und erhielt eine selbst für jene Zeit extrem gute Ausbildung, denn Bielke besuchte sieben Jahre lang die Universität Lund, ein Jahr lang die Universität Uppsala und anschließend noch zwei Jahre lang die Universität Greifwalds, was ihm letztendlich auch zu einer Anstellung am Hof verhalf.

Nach einigen politischen Intrigen zu Ungunsten von Nils Adam Bielke wurde dieser im Jahre 1748 endgültig beim Hofe beschäftigt und, auf Grund seines hervorragenden höfischen Benehmens und seiner Bildung zum ständigen Begleiter des Prinzen Gustav ernannt. Dass Bielke diese Aufgabe anvertraut bekam, lag jedoch auch darin, dass er in jeder Linie die Politik des Königshauses verfolgte und daher ein idealer Fürsprecher der Hutpartei war. Auch wenn Bielke ein enger Vertrauter Adolf Fredriks und Gustav III. war und daher immer sehr früh in deren Pläne eingeweiht war und deren Politik nach Außen vertrat, ging der Reichsrat mit keinen eigenen Leistungen in die Geschichte ein.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1818: Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. April 2014

Axel von Fersen der Ältere in der Opposition

Axel von Fersen der Ältere kam am 5. Spril 1719 in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn, allerdings nicht in Schweden, sondern in Frankreich, einem Land, in dem er sehr schnell Karriere machte. Als von Fersen im Alter von 29 Jahren als französischer Generalmajor nach Schweden zurückkehrte, fehlte es ihm nicht an Bescheidenheit und er forderte von Kronprinz Adolf Fredrik den gleichen Rang im schwedischen Heer, ein Unterfangen, das der Kronprinz ablehnte da dies sehr grosse Spannungen mit anderen militärischen Führern verursacht hätte.

Womit Kronprinz Adolf Fredrik allerdings nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass die Ratsherren Axel von Fersen in seinem Vorhaben unterstützten, da dort zum einen der Vater von Fersens einen bedeutenden Einfluss hatte und zum anderen wollte der Rat der Hutpartei, also der Opposition, eine grössere Rolle bieten, der Partei, der auch Axel von Fersen der Ältere angehörte. Durch eine Intrige erhielt von Fersen daher seinen Rang, was jedoch der Beginn eines internen Kampfes zwischen dem Militär und dem Kronprinzen wurde, obwohl von Fersen bei den Auseinandersetzungen zwischen den Parteien Mützen und Hüten eher als Vermittler diente und damit auch den König und den Kronprinzen stützte.

Axel von Fersen der Ältere wurde ab 1755 der Führer der Hüte und entschied damit zum Teil über die Entwicklung der schwedischen Politik jener Epoche, wobei er durch Verbindungen und Intrigen auch den Fortschritt der Hofpartei Mützen teilweise bremsen konnte. Als dann Gustav III. König Schwedens wurde, kam es zum Bruch zwischen Monarchie und Axel von Fersen, da letzterer gegen das uneingeschränkte Machtstreben des Königs war. Nach dem Staatsstreich Gustav III. im Jahre 1772 wollte der König indes seinen politischen Gegner indirekt ausschalten und ernannte von Fersen zum Reichsrat. Bereits nach wenigen Monaten erkannte von Fersen jedoch die Falle und trat zurück um verstärkt gegen das Machtstreben des Königs vorzugehen. Im Jahre 1789 war dem König klar geworden, dass er seine Macht nur ausdehenen konnte wenn er die Spitze der Opposition, darunter von Fersen, festnehmen liess. Auch wenn die Politiker bald wieder entlassen wurden, so war die Karriere von Fersens damit jedoch beendet. Am 24. April 1794, nur wenige Jahre später, starb der Oppositionsführer in Stockholm.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache 
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand 
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens 
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. Dezember 2013

Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker

Olof Celsius der Jüngere wurde am 15. Dezember 1716 in Uppsala geboren, wo er auch studierte. Im Gegensatz zu seinem Vater, Olof Celsius dem Älteren, wählte er jedoch nicht die Naturwissenschaft, sondern Philosophie und Geschichte als Studienfach. Wie sein Vater, so wurde auch er an die Universität Uppsala berufen, erst als Bibliothekar, dann als Geschichtsprofessor, anschließend, nach der Priesterweihe, als Theologe. 1753 wurde Olof Celsius dann Priester und 1777 wurde er zum Bischof von Lund ernannt.

Die Interessen von Olof Celsius dem Jüngeren neigten vor allem zur Geschichte Schwedens. Bereits als Student in Uppsala betätigte er sich als Schriftsteller und im Laufe des 1800. Jahrhundert entwickelte er sich zum bedeutendsten Geschichtsschreiber der Zeit. Noch die heutige Meinung zur Geschichte dieser Epoche baut vor allem auf die Schriften von Celsius auf. Da sich in jener Epoche jedoch zwei politische Gruppen gegenüberstanden, sind all diese Aufzeichnungen mit etwas Vorsicht zu genießen, da sie teilweise einseitig geprägt sind.

Neben seiner Tätigkeit als Geschichtsautor, Priester und Wissenschaftler machte sich Olof Celsius der Jüngere auch als Politiker einen Ruf, was in gewisser Weise auch mit der christlichen Laufbahn zusammenhing. Als Anhänger der Hutpartei und hervorragender Redner war Celsius Mitte des 18. Jahrhundert einer der wichtigsten Führer der Partei, was jedoch 1771 und dem Ende der Freiheitszeit eine fatale Folge hatte, denn unter dem Argument, dass im Parlament bereits zu viele religiöse Führer des Landes vertreten seien, wurde er von der Mützenpartei als Parlamentsmitglied abgewählt und musste sich bis 1778 außerparlamentarisch durchsetzen.


15. Dezember 1994: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
15. Dezember 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. September 2011

Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse

Am 13. September 1757 begann der Pommernkrieg, einer der Kleinkriege, die während des Siebenjährigen Krieges stattfanden. Schweden war im Grunde nicht am Siebenjährigen Krieg beteiligt, aber die Hutpartei, die in jener Zeit in Schweden die Macht ausübte, sah 1757 die Chance das 1720 an Preußen abgetretene Pommern wieder zu erobern und dabei gleichzeitig die preußische Königin Lovisa Ulrika unschädlich zu machen, die im Jahr zuvor einen Revolutionsversuch unternommen hatte.

Da die Hutpartei jedoch nicht die Unterstützung für einen Angriffskrieg hatte, griff die Partei zu einer Hintertür. Da sie mit Frankreich und Österreich ein Abkommen hatte, das die drei Länder verpflichtete für die Freiheit Deutschlands zu sorgen, zogen am 13. September 1757 rund 20.000 schwedische Soldaten in Pommern ein, um lediglich die Freiheit Deutschlands zu verteidigen. Da dies natürlich zu kriegerischen Handlungen gegen das schwedische Heer führte, konnte Schweden offiziell in den Krieg eingreifen und verlor damit den Status der Friedenstruppe.

Da die Hutpartei irrtümlich davon ausging, dass sie nur die von den Alliierten eroberten Gebiete besetzen musste, waren die Soldaten schlecht ausgerüstet und auf keinen Krieg vorbereitet in den sie unmittelbar verstrickt wurden. Ein Sieg war daher in weite Ferne gerückt. Als dann mit dem Tod der russischen Kaiserin Elisabeth im Jahre 1762 das befreundete Russland sich zum Feind entwickelte, musste Schweden am 22. Mai 1762 in Hamburg einen Friedensvertrag unterzeichnen, der für alle Seiten ohne Gewinn oder Verlust ausging. Dieser Krieg führte allerdings auch dazu, dass die Hutpartei in Schweden nur wenige Jahre später ihre gesamte Macht verlor.

13. September 1861: Stockholm wird mit Strom versorgt
13. September 1932: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg 

Copyright: Herbert Kårlin