Freitag, 5. September 2014

Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker

Carl Gustaf Tessin wurde am 5. September 1695 als Sohn des Schlossarchitekten Nicodemus Tessin in Stockholm geboren und konnte mit Unterstützung von Karl XII. und Königin Eleonora von Holstein-Gottorp eine ausgedehnte Studienreise durch Frankreich, Italien und Deutschland machen bevor er 1718 als Hofintendant nach Stockholm gerufen wurde. Ab 1723 begann dann die politische Karriere Tessins, die von Auseinandersetzungen mit Arvid Horn, politischen Intrigen und der Arbeit auf beiden Seiten der damaligen politischen Macht geprägt war. Nur auf Grund seiner diplomatischen Geschicklichkeit gelang es Tessin dennoch seinen Einfluss am Königshaus zu behalten.

Aber auch wenn sich Carl Gustaf Tessin als ausgezeichneter Diplomat zeigte, so fehlte ihm oft das politische Gefühl, was sich insbesondere während seines Aufenthalts in Paris zwischen 1739 und 1742 zeigte, als er sich in Künstlerkreisen und Salons am wohlsten fühlte, denn nur der Ausbruch des Thronfolgerkrieges in Österreich führte dazu, dass Frankreich den schwedischen Krieg gegen Russland unterstützte und Tessin damit vor dem Untergang rettete. Als es dem Diplomaten Tessin dann ein Jahr später, nach der Wahl von Adolf Fredrik zum König Schwedens, gelang einen Krieg mit Dänemark zu vermeiden, und er nur wenige Monate im Auftrag des Königs dessen zukünftige Ehefrau Lovisa Ulrika von Preußen aus Berlin geholt hatte, hatte er als Günstling des königlichen Paares als oberster Marschall und Kanzleipräsident die Spitze seiner Karriere erreicht.

Bereits ein Jahr später zeigten sich dann die ersten Probleme zwischen dem Königspaar und Carl Gustaf Tessin und 1752 hatte er nahezu alle Ämter verloren, wurde jedoch mit einer lebenslangen Pension und dem Nutzungsrecht des Läckö kungsgård (Gut Läckö) betraut. Der Abstieg Tessins ab dem Jahre 1746 zeigte sich auch an permanenten finanziellen Schwierigkeiten des Politikers, die sich für die Nachwelt vermutlich sehr positiv auswirkten, denn Tesssin, der ab seinem Aufenthalt in Frankreich eine enorme Kunstsammlung erworben hatte, musste die verschiedenen Einzelsammlungen Stück für Stück verkaufen, was dann den Grundstock für das Nationalmuseum in Stockholm ausmachte. Kurz vor seinem Tod am 7. Januar 1770 konnte sich Tessin mit dem Königshof versöhnen, aber er starb noch bevor er einige seiner früheren Privilegien zurückerhalten hatte.


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Copyright: Herbert Kårlin

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