Donnerstag, 3. November 2011

Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal

Am 3. November 1902 pünktlich um 12 Uhr erschien die erste Nummer der Göteborgs-Tidningen (GT), einer Abendzeitung, die den Raum Westschweden abdeckt. Die Zeitung wurde grundsätzlich auf rosa Papier gedruckt, bis denn am 16. Mai 1951 die Papierfabrik die Herstellung von rotem Zeitungspapier mangels Nachfrage einstellte. Die Farbe des rosa Papiers führte dazu, dass die Göteborgs-Tidningen im allgemeinen nur „den lilla röa“ oder einfach „den röa“ bezeichnet wurde.

Zu Beginn war die Göteborgs-Tidningen eine Zeitung, die wochentags jeweils im Laufe des Vormittags auf den Markt kam. Als dann jedoch die Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning (GHT) Ende der 40er Jahre morgens zu den Händlern kam, so stellte auch die GT auf das morgendliche Erscheinen um. Durch den großen Verkaufserfolg kam dann ab dem 29. August 1915 die Göteborger Tidningen auch mit einer Sonntagsnummer auf den Markt, wobei die Umstellung zum heutigen Tabloidformat im Jahre 1942 erfolgte.

Während die Göteborgs-Tidningen ursprünglich eine rein lokale Zeitung war, wobei sie einige Jahre lang unter dem Namen IDag erschien, da sie eine Einheit mit der Kvällsposten aus Skåne bildete, bis diese sich wieder selbstständig machte, so änderte sich der Inhalt ab 1998 bedeutend. In diesem Jahr wurde die GT, wie sie heute ausschließlich genannt wird, vom Bonnier-Konzern übernommen und mit der Abendzeitung Expressen verknüpft, was dazu führte, dass der Lokalteil schrumpfte, die Artikel kürzer wurden und sich die inhaltliche Tendenz nach Mitte bis Rechts verlagerte.

3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. November 2011

Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens

Am 2. November 1963 wurde Lars Jonas Holger Gardell in Täby bei Stockholm geboren, einer der umstrittensten schwedischen Schriftsteller, Dramatiker, Komiker und Künstler der Gegenwart, der sich durch seine gekonnten und fundierten Provokationen nicht nur Freunde macht. Jonas Gardell ging nach 25-jähriger Partnerschaft im Jahre 2011 die Ehe mit dem Schriftsteller Mark Levengood ein, wobei das Paar zwei Kinder hat, eines, das Jonas Gardell mit seiner Freundin Ingeborg Svensson bekam und eines, das Mark Levengood mit Fanny Ambjörsson hat.

Jonas Gardell, der in einer Baptistenfamilie aufwuchs, nimmt seine Stoffe überwiegend aus der Bibel, auch wenn er sie auf eine sehr persönliche Weise auslegt. Eigentlich wollte Gardell Schauspieler werden. Als er jedoch feststellte, dass er beim Vorspielen für Hamlet an 500. Stelle kam, entschloss er sich Künstler zu werden, was jedoch so schlecht gelang, dass er von der Sozialhilfe leben musste. Seinen Durchbruch hatte Jonas Gardell dann 1985 mit seinem Roman Passionsspelet, ein Roman über Gott, die Liebe und seine Homosexualität.

Die Toleranz der Gesellschaft zur Homosexualität, zu der Jonas Gardell in seinen Werken aufruft, zeigte sich insbesondere im Jahre 2007, als er zum Ehrendoktor in Theologie an der Universität in Lund ernannt werden sollte und dies von zahlreichen Theologen aufs äußerste kritisiert wurde, da Jonas Gardell nicht der strikten Linie der historischen Theologie folgt. Nur eine Änderung der Regeln, nach der eine Zweidrittelmehrheit ausreicht um ihn zu ernennen, ermöglichte Gardell schließlich den Ehrendoktor.

2. November: Der Tag des Stockfischs (Lutfiskens Dag) in Schweden
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. November 2011

Allerheiligen in Schweden

Die katholische Kirche führte Allerheiligen (Alla helgons dag), das jeweils am 1. November gefeiert wird, bereits im 8. Jahrhundert ein. Auch in Schweden war dieser Tag bis 1772 ein offizieller Feiertag, auch wenn hier der Tag mehr keltischen Ursprung hatte, wo man glaubte, dass am Ende des Sommers die Toten nach Hause zurückkehrten. Damit sie den Weg finden, wurden Feuer entfacht und später Lichter als Wegweiser angezündet, ein Brauchtum, das die katholische Kirche etwas abgewandelt dann übernommen hat.

Bei einer Reform der Feiertage im Jahre 1772 wurde in Schweden der Feiertag am 1. November abgeschafft und der „Alla helgons dag“ wurde auf den ersten Sonntag im November verlagert. Als dann im Jahre 1953 mehr Feiertage im Herbst geschaffen werden sollten, entschied sich das schwedische Parlament Allerheiligen auf den Samstag zwischen dem 31. Oktober und dem 6. November zu legen, da der Samstag damals noch ein normaler Arbeitstag war, andererseits aber keine „Brückentage“ entstehen konnten. Gleichzeitig wurde aus „Alla helgons dag“ der „Allhelgonadagen“.

Grablichter gab es in Schweden bis zu den 40er Jahren nicht, da die heidnischen Lichter nicht zu den Gräbern führten. Der Brauch der Grablichter wurde aus Italien importiert, was allerdings auch dazu führte, dass man die Gräber in Schweden auch zu Weihnachten mit Kerzen schmückte. Ab 1995 wurde der ursprüngliche „Alla helgons dag“ dann in Form von Halloween wieder in Schweden eingeführt, auch wenn dieser neue Brauch auf den Vorabend fällt und zu keinem neuen Feiertag führte.

1. November 1876: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 31. Oktober 2011

Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt

Wenn man heute im Schwedischen den Ausdruck „inte sen Eldkvarn brann“ hört, was soviel heißt wie „es ist sehr lange her“, so erinnert dieses Idiom an den 31. Oktober 1878, als die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm niederbrannte. Die Feuerschwaden waren, nach Berichten der damaligen Zeitungen, von der ganzen Stadt aus zu sehen. Auch wenn das Gebäude und das Lager durch das Feuer vernichtet wurden, so konnte die Dampfmühle anschließend die Arbeit wieder aufnehmen und bis 1906 weiterhin angewendet werden.

Die Eldkvarn wurde im Jahre 1805 vom Erfinder und Physiker Abraham Niclas Edelcrantz gebaut, wobei der Antriebe von einer Dampfmaschine der Marke Boulton & Watt erfolgte. Als diese Dampfmühle erbaut wurde, erhielt sie den Namen Eldkvarn (Feuermühle), weil man Maschinen mit dieser Antriebsart „eld- och luftmachin“ (Feuer- und Luftmaschine) nannte. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Eldkvarn längst in Betrieb war, tauchte dann der Begriff „Ångkvarn“ (Dampfmühle) auf, eine weitaus korrektere Bezeichnung, die jedoch nie für die Eldkvarn angewendet wurde.

Die Mühle Eldkvarn war die erste Dampfmühle Schwedens und wie sich herausstellte, wurde der Brand im Jahre 1878 von einer Gaslampe, die auf den Boden fiel, entfacht. An die Mühle Eldkarn erinnert heute noch der Name des Stadtteils, aber auch eine Steintafel am Stockholmer Stadshuset, auf der der Brand abgebildet ist. Da das Stadshuset an der Stelle gebaut wurde wo früher die Dampfmühle lag, ist von dem historischen Bau leider nichts mehr zu sehen.

Auf der Seite „När Eldkvarn brann...” findet man einen Augenzeugenbericht zum Brand und ein weiteres Zeitdokument, das an den grossen Brand erinnert.

31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

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Sonntag, 30. Oktober 2011

Handelsmann Johanna aus Ödeshög

Am 30. Oktober 1807 wurde eine Frau geboren, die in der heutigen Zeit kaum eine besondere Bedeutung erlangen würde, aber da sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts geboren wurde, selbst die Bezeichnung „Erste Kauffrau Schwedens“ erlangte und, in gewisser Weise, die Gemeinde Ödeshög auf die schwedische Karte setzte. Bis heute hat niemand mehr für die Gemeinde, und insbesondere auch seinen Ort Hästholmen, geleistet als „Handelsmann Johanna“, wie sie bezeichnet wurde.

Johanna Nilsdotter, wie die Kauffrau Johanna wirklich hieß, kam als 17-jährige nach Ödeshög, wo sie sich mit dem kirchlich engagierten Landwirt Jonas verheiratete und neun Kinder zur Welt brachte. Allerdings gefiel sich Johanna nicht als Hausfrau, sondern strebte nach einer Aktivität. Sie eröffnete daher schon kurz nach der Ehe einen kleinen Landhandel in einem Teil des Bauernhofes, der sich sehr schnell zu einem Vorläufer eines Kaufhauses entwickelte in dem man außer dem täglichen Bedarf auch Seide und Tuch kaufen konnte, das „Handelsmann Johanna“ aus anderen Ländern importierte.

Bis zum deutsch-französischen Krieg, als Johanna bereits 63 Jahre alt war, blühte das Geschäft Johannas, so dass sie in den Glanzzeiten neun Höfe in der Umgebung besaß und die wichtigste Wohltäterin wurde, die vielen Armen aus der Misere zu kommen half. Johanna war allerdings auch für die gesamte Entwicklung der Umgebung verantwortlich, denn sie kaufte die ersten Aktien, die den Bau eines Hafens in Hästholmen ermöglichte, sie gründete die Telegraphiestation in Hästholmen, führte den Wochenmarkt in der Gemeinde ein und bezahlte die Befestigung der Hauptstraße und des Marktplatzes. Selbst wer heute Ödeshög besucht, wird immer wieder an „Handelsmann Johanna“ erinnert, da auch der Markt nach wie vor am Dienstag stattfindet, am Tag, den Johanna einführte.

30. Oktober 1860: Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden

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Samstag, 29. Oktober 2011

König Gustav V., der älteste König Schwedens

Gustav V. starb am 29. Oktober 1950 im Alter von 92 Jahren und wurde damit der älteste König Schwedens. Mit seinen 192 Zentimeter war er auch der größte der Könige des Landes. So wie seine Größe und sein Alter, war vieles im Leben des Königs etwas anders als bei den anderen Königen, denn er war auch der erste schwedische Prinz, der mit nicht-königlichen Schülern in der gleichen Klasse saß, unter anderem dem Sozialisten Hjalmar Branting.

Als Gustav V. am 8. Dezember 1907 an die Macht kam, war er auch der erste schwedische Monarch, der auf eigene Entscheidung auf die bis dahin übliche Krönung verzichtete. Aber Gustav V. war auch der letzte König Schwedens, der noch eine politische Macht ausübte und nicht nur ein Repräsentant des Landes war. Sein letzter politischer Einsatz war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, da sich die Alliierten und Stalin nach dem Weltkrieg stärker zeigten und Gustav V. die baltischen Soldaten, die vor ihrer Flucht für das Nazideutschland gekämpft hatten, ausliefern musste.

Gustav V. war jedoch auch der König, der im Verdacht stand homosexuelle Relationen zu suchen, obwohl dies in Schweden bis 1944 eine Straftat war. Am bekanntesten wurde dabei die Haijby-Affäre bei der Kurt Haijby das Königshaus wegen angeblichen homosexuellen Handlungen des Monarchen erpresste. Auch wenn nie Beweise für die Homosexualität des Königs gefunden wurden, so kursierten selbst nach dem Tode des Königs weiterhin Geschichten, die einen ähnlichen Inhalt hatten. Die letzten Jahre seines Lebens zog sich Gustav V. immer häufiger an die französische Riviera zurück und ließ sich von seinem Nachfolger Gustaf VI. Adolf vertreten.

29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno

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Freitag, 28. Oktober 2011

Der letzte Holzkohle-Hochofen Schwedens wird geschlossen

Am 28. Oktober 1966 wurde der letzte Holzkohle-Hochofen Schwedens in Svartå geschlossen, eine Eisenhütte, die von 1658 an in Betrieb war und zwei Jahre später den dreihundertsten Geburtstag gefeiert hätte. Bereits 1970 wurden die Gebäude der Eisenhütte abgerissen und nur noch das Herz der Anlage, das nicht einmal mehr für pädagogische Zwecke dienen kann, steht heute als Rest einer langen Vergangenheit an einem Sportplatz.

Holzkohle-Hochöfen waren in Schweden bis in die 40er Jahre die häufigsten Hochöfen, aber bereits in den 60er Jahren waren nur noch sehr wenige unter ihnen in Betrieb. Diese Art von Hochöfen, die aus Erz, das zu den Hütten transportiert wurde, Roheisen herstellten, gehen in ihrer Bauweise und Anwendung bis ins 12. Jahrhundert zurück, wie man bei der Ausgrabung der Lapphyttan in Norberg feststellen konnte. Den best erhaltenen Holzkohle-Hochofen findet man nicht weit entfernt von jenem in Svartå, nämlich im Pershyttans Kulturreservat, wo eine gesamte Eisenhütte erhalten blieb und besucht werden kann.

Die ehemalige Eisenhütte in Svartå liegt im Zentrum der Eisenherstellung in Närke, dem Örebro Län, und wurde von Jöns Eriksson Grubb aufgebaut. Die Blütezeit der Svartå-Hütte kam im 18. Jahrhundert, als sich auch zahlreiche Schmiede in der Umgebung der Hütte ansiedelten. Da das Erz für die Eisenhütten aus Nora oder Hjulsjö Bergslag kam, gab es kaum Transportprobleme und der Weitertransport von Roheisen konnte dann über die Svarån erfolgen.

28. Oktober 1820: Die erste Sparkasse Schwedens

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