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Samstag, 8. Oktober 2016

Die Kirche in Ullared im Halland

Da Ullared vor allem wegen seinem Kaufhaus Gekås besucht wird und in der näheren Umgebung des Ortes einige touristisch sehr interessante Kirchen zu finden sind, liegt die Kirche in Ullared, die am 8. Oktober 1829 eingeweiht wurde, nahezu verlassen neben dem Einkaufszentrum, auch wenn ihre Deckenmalerei von Theodor Mohme  für eine Kirche sehr außergewöhnlich ist, im Gegensatz zum sehr nüchternen Gebäude, das der Architekt Samuel Enander zeichnete, der mehrere Kirchen dieser Art in Auftrag bekam.

Natürlich war die heutige Kirche in Ullared nicht die erste, die an dieser Stelle errichtet wurde, denn an der gleichen Stelle stand bis 1828 eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die für den Neubau abgerissen wurde. Als die Ullared Kyrka in den Jahren 2002 und 2003 renoviert wurde, konnten Archäologen bei Ausgrabungen noch deutlich die Form und die Größe der früheren Kirche feststellen, ohne jedoch viel über den Bau sagen zu können, außer dass das Gebäude etwas kleiner war als die aktuelle Kirche. Auch die Rolle der ersten Kirche für die Umgebung Ullareds ist schlecht einzuschätzen, denn Ullared taucht erst mit dem Bau eines Bahnhofs in der Geschichte Schwedens auf.

Die Kleinode der Kirche in Ullared sind insbesondere das Taufbecken, das bereits im 13. Jahrhundert hergestellt wurde und von den Fageredsmeistern hergestellt wurde. Auch die Taufschale aus Messing, die im 18. Jahrhundert hinzukam, wurde noch für die alte Kirche hergestellt. Das gesamte Taufbecken wurde beim Bau der neuen Kirche restauriert, wobei heute auch noch das damals provisorisch benutzte Taufbecken aus Holz in der Kirche zu finden ist. Das zweite Kleinod der Kirche in Ullared ist das Altarbild, das spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts gemalt wurde. Der Altaraufsatz hingegen wurde 1841 bereits für die heutige Kirche hergestellt.


8. Oktober 1878: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius
8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones
8. Oktober 1978: Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Juli 2016

Der schwedische Künstler Gottfrid Kallstenius

Gottfrid Kallstenius kam am 13. juli 1861 in Västervik zur Welt und begann nach seiner Hochschulreife ein Medizinstudium, war jedoch gleichzeitig in der Fakultät für Geisteswissenschaften eingeschrieben. Bevor Kallstenius jedoch einen Abschluss machte, entschied er sich Künstler zu werden und begann an der Kunstakademie in Stockholm unter Edvard Perséus Kunst zu studieren, ein Studium, das er durch mehrere Studienreisen und Studienaufenthalte ergänzte. Die frühen Gemälde von Kallstenius zeigen noch deutlich den Realismus um später jedoch über Stimmungsbilder zur Romantik überzugehen. Unter den späteren Werken des Künstlers findet man überdurchschnittlich viele Sonnenuntergänge, oft mit einer Küstenlandschaft verbunden.

Die künstlerische Karriere von Gottfrid Kallstenius ließ allerdings auf sich warten, was dazu führte, dass der Künstler sehr viele Auftragsarbeiten annahm und ab 1903 auch als Lehrer an der Kunstakademie arbeitete. Seine bedeutendsten Werke sind daher nicht nur im Kunstmuseum in Göteborg und der Nationalgalerie in Stockholm zu finden, sondern auch in Form von Altarbildern in einigen Kirchen und vor allem in Privatsammlung, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Einige spätere Gemälde von Kallstenius findet man heute auch in Museen in anderen Ländern.

Gottfrid Kallstenius zeichnete sich indes nicht nur als Maler aus, sondern er gilt auch als Künstler, der daran arbeitete haltbare und zuverlässige Farbpigmente für Künstler zu schaffen. In diesem Rahmen war der Künstler auch eine Art Kontrolleur für die sogenannte Beckers Normalfarbserie, die ab 1912 hergestellt wurde. Neben diesem technischen Kunstinteresse zeichnete sich Kallstenius auch als Autor mehrere Fachbücher zur Ölmalerei aus. Mehr auf privatem Niveau veröffentlichte der Künstler auch einige dichterische Werke, die allerdings weniger bekannt wurden als seine romantischen Ölgemälde.


13. Juli: Der Paltdagen (Knödeltag) in Schweden
13. Juli 1644: Ritter Peder Banér, Reichsrat und Kammerherr
13. Juli 1848: Der schwedische Künstler Otto Hesselbom
13. Juli 1858: Der Berzelii Park und seine Statue in Stockholm
13. Juli 1889: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden
13. Juli 1931: Tor Hedberg und der psychologische Roman
13. Juli 1954: Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden
13. Juli 1977: Carl Gustaf von Rosén, ein Pilot ohne Ausbildung 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. September 2012

Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern

Fredrik Westin wurde am 22. September 1782 in Stockholm geboren, lernte seine Kunst unter einigen der bekannten Malern seiner Zeit und machte anschließend eine Karriere an der Stockholmer Kunstakademie, wo er 1816 Professor wurde und 1828 zum Direktor ernannt wurde. Mit diesem Hintergrund war es auch logisch, dass er zahlreiche Gemälde am königlichen Hof malte und uns damit ein Gesicht von mehreren wichtigen Personen hinterlassen hat, das man heute in mehreren großen Museen Schwedens betrachten kann.

Fredric Westin wurde wegen seiner Portraits allerdings bereits zu seiner Zeit kritisiert, da ein Portrait nicht sehr hoch im Wert stand und ihm zudem vorgeworfen wurde, dass er allen Personen, die er malte, sehr ähnliche Charakterzüge gab und oberflächlich arbeitete. Nicht kritisiert wurde jedoch ein Aspekt, der im geschichtlichen Zusammenhang der Portraits eine gewisse Rolle spielt, denn seine Gemälde basieren auf dem Gedanken einer Großmacht Schwedens, die auf die schwedische Mythologie aufbaut, diese jedoch als reale Geschichte betrachtet, was beim Gemälde mit Kronprinzessin Josefinas Ankunft in Schweden am deutlichsten zu Tage tritt.

Als Johan Gustaf Sandbergs Altarbild für die Sankt Jacobs Kirche in Stockholm für minderwertig befunden wurde, bekam Fredric Westin den Auftrag das Gemälde zu malen, nicht zuletzt auch deswegen, weil er bereits wenige Jahre Vorher die Altartafel  „Die Auferstehung“ gemalt hatte. Nachdem Westins Stil in mehreren Punkten von jenem anderer Maler von Altarbildern abwich, erhielt er im Anschluss auch den Auftrag für mehrere weitere Altartafeln in Kirchen, die sich, unter anderem, auch in Uddevalla und Åbo befinden.


22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

Copyright: Herbert Kårlin