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Samstag, 8. Oktober 2016

Die Kirche in Ullared im Halland

Da Ullared vor allem wegen seinem Kaufhaus Gekås besucht wird und in der näheren Umgebung des Ortes einige touristisch sehr interessante Kirchen zu finden sind, liegt die Kirche in Ullared, die am 8. Oktober 1829 eingeweiht wurde, nahezu verlassen neben dem Einkaufszentrum, auch wenn ihre Deckenmalerei von Theodor Mohme  für eine Kirche sehr außergewöhnlich ist, im Gegensatz zum sehr nüchternen Gebäude, das der Architekt Samuel Enander zeichnete, der mehrere Kirchen dieser Art in Auftrag bekam.

Natürlich war die heutige Kirche in Ullared nicht die erste, die an dieser Stelle errichtet wurde, denn an der gleichen Stelle stand bis 1828 eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die für den Neubau abgerissen wurde. Als die Ullared Kyrka in den Jahren 2002 und 2003 renoviert wurde, konnten Archäologen bei Ausgrabungen noch deutlich die Form und die Größe der früheren Kirche feststellen, ohne jedoch viel über den Bau sagen zu können, außer dass das Gebäude etwas kleiner war als die aktuelle Kirche. Auch die Rolle der ersten Kirche für die Umgebung Ullareds ist schlecht einzuschätzen, denn Ullared taucht erst mit dem Bau eines Bahnhofs in der Geschichte Schwedens auf.

Die Kleinode der Kirche in Ullared sind insbesondere das Taufbecken, das bereits im 13. Jahrhundert hergestellt wurde und von den Fageredsmeistern hergestellt wurde. Auch die Taufschale aus Messing, die im 18. Jahrhundert hinzukam, wurde noch für die alte Kirche hergestellt. Das gesamte Taufbecken wurde beim Bau der neuen Kirche restauriert, wobei heute auch noch das damals provisorisch benutzte Taufbecken aus Holz in der Kirche zu finden ist. Das zweite Kleinod der Kirche in Ullared ist das Altarbild, das spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts gemalt wurde. Der Altaraufsatz hingegen wurde 1841 bereits für die heutige Kirche hergestellt.


8. Oktober 1878: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius
8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones
8. Oktober 1978: Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. August 2016

Der Ökopark Karhuvaara in Norrbotten

Am 21. August 2013 wurde mit dem Ökopark Karhuvaara bei Gällivare der zweitgrößte der 36 Ökoparks Schwedens eingeweiht, die alle eine bedeutende zusammenhängende Waldlandschaft ausmachen in der der Wanderer den ursprünglichsten und natürlichsten Wald Schwedens entdecken kann. Die größte Herausforderung dieser Ökoparks ist allerdings nicht die Natur in seinem natürlichen Zustand zu erhalten und den ökologischen Bedingungen anzupassen, sondern eine Verbindung zwischen Naturschutz und Tourismus zu schaffen bei der die Natur als solches die Hauptrolle spielt.

Der Ökopark Karhuvaara ist der vermutlich unzugänglichste Ökopark Schwedens, da man hier kaum Wege findet und man selbst bei den Wanderpfaden das Gefühl bekommt durch einen unberührten alten Nadelwald Nordschwedens zu streifen. Karhuvaara bietet bis zu 300 Jahre alten Nadelwald, der in den Höhen langsam in die nordschwedische Birkenlandschaft übergeht. Bei einem Streifzug durch Karhuvaara findet man aber auch neu gepflanzte Bäume und alte Stämme, die am vermodern sind und damit die Heimat für zahlreiche Tiere bieten.

Der Ökopark Karhuvaara zeichnet sich auch durch zahlreiche Bäche und Seen aus, was dazu führt, dass in Zusammenhang mit den unterschiedlichen Höhenlagen ein sehr reiches Tier- und Pflanzenleben existiert das jeden Naturliebhaber begeistert. Nahezu gespenstig wirken auch die zahlreichen nordischen Flechten, die von unzähligen Ästen hängen und ein typisches Zeichen der alten Natur Nordschwedens sind. Viele der nordischen Vögel, die man heute in Karhuvaara beobachten kann, können nur dank der Ökoparks überleben, da sie zusammenhängende Wälder benötigen in denen auch ausreichend an Beutetieren existieren können.


21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
21. August 1801: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
21. August 1810: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
21. August 1813: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
21. August 1849: Hugo Hamilton, der Gründer des schwedischen Patentamts
21. August 1966: Der Essingeleden in Stockholm
21. August 1999: Das Schloss Vadstena in Östergötland
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Juli 2016

Der Dalsland Ring bei Bengtfors

Am 3. Juli 1966 wurde bei Bengtfors eine 1650 Meter lange Autorennbahn eröffnet. Während der Einweihung und dem ersten Rennen konnte man an diesem Tag 16.000 Zuschauer zählen, was bedeutet, dass dies bis heute das größte sportliche Ereignis der Landschaft Dalsland ist. Allerdings führte die Rennstrecke nur ein kurzes Leben, denn nach einem Unglück im Jahre 1970 wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt und nach dem notwendigen Umbau kam das Publikum nicht zurück zum Dalsland Ring. Als dann 1974 die Ölkrise kam, konnte der Autoklub in Bengtfors nicht einmal mehr die Miete für das Grundstück bezahlen und der Landwirt riss die Bahn auf um dort wieder Kartoffeln anzubauen. Heute besteht von dieser ersten Rennstrecke nur noch etwa 100 Meter Asphalt.

Damit sollte jedoch die Geschichte des Dalsland Rings nur vorübergehend zu Ende gehen, denn 2002 gründete sich der Verein Dalsland Ring mit dem Ziel bei Bäckefors erneut eine Rennstrecke zu bauen. Der Verein nahm mit allen entsprechenden Ämtern der Region Kontaktauf  und plante eine weitaus größere Strecke als der ursprüngliche Dalsland Ring. Die Rennstrecke für Autos und Motorräder sollte dieses Mal 2,8 Kilometer lang werden, zusätzlich für Dragracing und Rallyecross ausgebaut werden, sowie eine Gokartbahn und einen kleinen Flugplatz erhalten. Das Problem dabei war lediglich, dass im Bredmossen, wo die Strecke liegen sollte, noch Torf gestochen wurde und das Gebiet vermietet war, mit einem Baubeginn also nicht sehr schnell gerechnet werden konnte.

Mittlerweile bestehen die exakten Pläne für den neuen Dalsland Ring, der schätzungsweise 150 Millionen Kronen kosten wird und nun weitaus mehr als eine Anlage für den Rennsport werden soll, denn die knapp 2000 Anteilseigner wollen nun das größte Sportzentrum des Dalsland bauen und damit die relativ kleine Landschaft neu beleben und auch den Tourismus verstärkt anziehen. Nach den aktuellen Plänen soll der Dalsland Ring auch die umweltfreundlichste Rennstrecke Europas werden, was die einst legendäre Strecke wieder in die Schlagzeilen bringen könnte. Bleibt nur noch das Problem mit dem Torf, das sich jedoch möglicherweise bereits im kommenden Jahr lösen kann.


3. Juli 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1942: Gunilla Bergström und der kleine Willi Wiberg
3. Juli 1976: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl
3. Juli 1992: Die schwedische Sängerin Molly Sandén

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Juni 2016

Der Ikea-Windpark auf dem Korpfjället wird eingeweiht

Am 1. Juni 1012 wurde Ikeas Windpark auf dem Korpfjället in Dalarna eingeweiht, ein Windpark, der aus insgesamt neun Windkraftwerken besteht und in der Lage ist, sämtliche damals existierenden Warenhäuser der Ikea-Kette mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Gleichzeitig erhalten damit die Gemeinden Malung, Sälen und Vansbro jährlich eine Summe von rund 200.000 Kronen, die ausschließlich für lokale Entwicklungsprojekte angewendet werden dürfen.

Der Ikea-Windpark auf dem Korpfjället war bereits seit Dezember 2011 aktiv und sollte nicht nur die Warenhäuser Ikeas vom Energiemarkt unabhängig machen, sondern, nach Aussagen der Geschäftsführung, auch den Kunden zu Gute kommen, da dadurch die Preise nach unten angepasst werden können. Die umgebenden Gemeinden wollen mit den zusätzlichen Geldern vor allem den Tourismus entwickeln, der ebenfalls eine wichtige Rolle für die Gemeinden spielt, da in Dalarna kaum noch Industrie zu finden ist. Letztendlich will Ikea mit diesem Schritt natürlich auch sein Warenzeichen verbessern und sich dem ökologischen Trend anschließen.

Das Besondere der Windkraftwerke auf dem Korpfjället ist auch, dass die Kraftwerke nicht die Namen irgendwelcher mythologischer Götter oder jen von Wissenschaftlern tragen, sondern die Namen von sogenannten Alltagshelden der Gemeinden auf denen sich der Windpark befindet. Es handelt sich dabei um Personen, die sich im Vereinsleben hervorhoben, sich durch eine starke Nachbarhilfe auszeichneten oder auch einfach die Jugendlichen der Orte auf den Sportplatz brachten und sie zu einer körperlichen Aktivität ermunterten. Oder auch nach dem „BP-Nisse“, der dafür bekannt war der schnellste Tankwärter zwischen Stockholm und Sälen zu sein.


1. Juni 1675: Massenhinrichtung von schwedischen Hexen
1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland
1. Juni 1713: Johan Runius, der erste Mundartdichter Schwedens
1. Juni 1888: Die schwedische Künstlerin Vera Nilsson
1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag
1. Juni 2005: Schweden führt ein Rauchverbot in Restaurants ein

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 30. Mai 2016

Der Gärtner und Pomologe Rudolf Abelin

Rudolf Abelin kam am 30. Mai 1864 als Sohn eines Militärs in Malmö zur Welt, verbrachte die Kindheit jedoch überwiegend im Östergötland. Im Grunde hatte der Vater entschieden dass sein Sohn Jura studieren sollte, obwohl der Junge keinerlei Interesse daran zeigte. Abelin stand das Glück zur Seite, denn es wurde bei ihm eine Augenkrankheit festgestellt die das Studieren unmöglich machte. Abelin durfte sich daher im Rosenborgs Schlossgarten in Dänemark zum Gärtner und Pomologen ausbilden. Wie durch ein Wunder verschwand um diese Zeit dann auch die Augenkrankheit.

Nach seinem Examen als Diplomgärtner kehre Rudolf Abelin zurück nach Björnsnäs und begann dort seine ersten Gartenanlage anzulegen und ein Haus zu bauen. Abelin nannte diese Anlage Norrviken, eine Gartenanlage die sich mit der Zeit in einen wahren Park verwandelte und heute jedes Jahr zehntausende von Besuchern anzieht und eine ideale Kulisse für Hochzeitspaare bildet, denn selbst die Apfelbäume an der Einfahrt bilden bis heute eine Art Kunstwerk, wobei auch das Haus Abelins heute Café und Ausstellungsraum ist. In diesem Garten gründete Abelin 1889 auch eine Schule für weibliche Gärtner, was in diesen Jahren völlig ungewöhnlich war.

Rudolf Abelin, der auch mehrere Fachbücher für Hobby- und Berufsgärtner schrieb, 1942 jedoch Norrviken verkaufen musste, und am 2. Januar 1961 starb, muss nicht mehr miterleben wie sein Lebenswerk vermutlich dem Ende zugeht, denn seit 1965 wollten verschiedene Unternehmen im Garten Häuser, Hotels, eine Golfbahn und anderes mehr bauen, da die Aussicht auf das Meer hier große Gewinne verspricht. In den letzten Jahren zeigt sich die schwedische Tennisstadt Bostad, die an wohlhabendem Tourismus interessiert ist, jedoch offen Norrwikens Gartenanlagen eine neue Bestimmung zu geben und für die bis zu 50.000 Gartenliebhabern, die bisher jedes Jahr die Pflanzungen bewunderten, kann jedes Jahr das letzte sein in dem sie die Pracht der Anlage noch bewundern können.


30. Mai 1815: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
30. Mai 1898: Hjalmar Gullberg und das klassische Hörspiel in Schweden
30. Mai 1900: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
30. Mai 1907: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
30. Mai 1908: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner
30. Mai 1934: Die Arbeitslosenversicherung in Schweden
30. Mai 1940: Der schwedische Flugpionier Kurt Björkvall
30. Mai 1940: Jan Lööf schafft eine Welt für Kinder
30. Mai 1958: Marie Fredriksson, die Sängerin von Roxette
30. Mai 1995: Der merkwürdige Tod von Osmo Vallo 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. Mai 2016

Kreuzfahrtschiffe im Freihafen in Malmö

Nachdem man in Kopenhagen jedes Jahr mehrere hundert Kreuzfahrtschiffe zählt, war es logisch, dass man sich auch in Malmö, auf der anderen Seite des Öresunds, seine Gedanken darüber machte wie man diese Schiffe in den Freihafen locken könnte. Am 11. Mai 2013 sollte sich der Wunsch dann erfüllen, denn das spanische Kreuzfahrtschiff Empress mit seinen 1800 Passagieren, legte in Malmö an, der Kreuzfahrtkai wurde in diesem Zusammenhang eingeweiht und der Vertrag mit der Reederei versprach für die Saison über 30.000 zusätzliche Besucher.

Der zentral gelegene Freihafen in Malmö sollte diesen Aufschwung jedoch nur wenige Jahre lang spüren, denn während 2015 im Laufe des Jahres noch 17 Kreuzfahrtschiffe am Kai lagen, sind für 2016 nur noch zwei dieser riesigen Schiffe angesagt. Das Problem ist indes verständlich, denn im Freihafen in Malmö können nur Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von bis zu 240 Meter anlegen, was für die modernen Schiffe, die immer größer werden, bei weitem nicht ausreicht. Wenn man bedenkt, dass Kreuzfahrttouristen in Stockholm jedes Jahr über eine halbe Milliarde Kronen ausgeben, so versteht man die Probleme Malmös, die mit dem Ausbleiben der Schiffe verbunden ist.

Dabei hatte Malmö bereits deutlich in den Kreuzfahrttourismus investiert, denn das Lagergebäude M 16 wurde zum einem Kreuzfahrtterminal umgebaut und die Stadt legte sowohl einen Fußweg als auch einen Fahrradweg direkt zum Freihafen an, so dass die Gäste problemlos und preisgünstig das Zentrum Malmös erreichen konnten, und so nebenbei bereits auf diesem Weg einige interessante Bauten der Stadt entdecken konnten. Auch das Ausflugsprogramm in die gesamte Region Öresund wurde ausgebaut, so dass die Passagiere auch die Schönheiten außerhalb Malmös auf einfache Weise entdecken konnten. Die größten Probleme bleiben jedoch erhalten, die Länge des Kais und die Einfahrt in den Freihafen, die für alle große Schiffe ein Problem sind.


11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
11. Mai 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
11. Mai 1860: Israel Hwasser und die Naturphilosophie in der Medizin
11. Mai 1870: Otto von Friesen und die Runenlehre Schwedens
11. Mai 1930: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. Januar 2016

Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen

Am 29. Januar 1981 fällt der Oberste Gerichtshof Schwedens ein Urteil das das Recht der Samen im sogenannten Skattefjället eindeutig regelt, also das Berggebiet über das die Samen bis Mitte des 19. Jahrhunderts, gegen Zahlung einer Steuer (skatt), verfügten. Das Urteil war nötig geworden da die Meinung der Samendörfer und der zugezogenen Bevölkerung hinsichtlich des Weiderechts für Rene, des Fischfangs und der Jagd immer weiter auseinander gingen, was auch regelmäßig zu Konflikten führte.

Die Grundfrage bei sämtlichen Verhandlungen, die schließlich beim Obersten Gerichtshof landete, war, ob die Samen in den ihnen vom Staat zugewiesenen Gebieten im Jämtland ein Nutzungsrecht besitzen oder ob ihnen das Gebiet tatsächlich gehört, eine Frage, die im Grunde nicht geklärt werden kann, denn die Samen gehen bei ihren Argumenten von einer Situation aus, die im 17. Jahrhundert und weit zurück in der Zeit liegt und der schwedische Staat geht von aktuellen Gesetzen aus an denen Samen nicht mitwirken durften und die erst nach der Besiedlung des Landes der Samen entstanden.

Der Ausgang der Verhandlung war daher vorauszusehen, denn der Oberste Gerichtshof stellte fest, dass die Samen lediglich ein Nutzungsrecht des staatlichen Gebirges hätten und zwar als gemeinsames Volk. Das Urteil ist dem Grundgesetz gleichzustellen und beeinflusste dadurch sehr viele Urteile der letzten Jahrzehnte, denn auch wenn die Samen das Land nicht besitzen, so dürfen sie es in aller Zukunft als Weideland nutzen. Da der Oberste Gerichtshof jedoch nicht entschied ob diese Rechte sich nur auf das Weiden der Rene beziehen oder auch auf den Fischfang und die Jagd, gehen die Probleme in den Gebieten der Samen weiter, nicht zuletzt deswegen, weil immer mehr touristische Unternehmen einen Nutzungsanspruch stellen und nicht davor zögern den Samen alte Rechte zu nehmen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Die Bjursundbrücke (Bjursundsbron) bei Västervik

Wie fast überall in Schweden entvölkerten sich ab Beginn des 20. Jahrhunderts Inseln und Halbinseln in der Nähe von größeren Städten, da die Fährverbindungen in der fortschreitenden Industrialisierung langsam und unzuverlässig waren und die Straßen von den Halbinseln zu den Arbeitsstellen oft lange Umwege forderten und auf Grund des schwedischen Klimas oft auch in sehr schlechtem Zustand waren. Dieses Problem betraf auch Orte wie Loftahammar bei Västervik, einem Ort, der im Grunde nur mit der Fähre erreicht werden konnte, die gegen die 40er Jahre ernsthafte Altersprobleme zeigte.

Als optimale Lösung sah man daher im Jahre 1940 den Bau einer Brücke über den Bjursund, was sich jedoch sehr schnell als ein sehr langwieriges Problem herausstellte, da das Seefahrtsamt für eine Brücke die Auflage machte eine freie Segelhöhe von 30 Metern einzuhalten, da man amtlich immer noch die alten Segelschiffe mit den hohen Masten vor Augen hatte, die allerdings den Bjursund schon lange nicht mehr benutzten. Der Gemeinde Loftahammar blieb jedoch nichts anderes übrig als den Plan einer Brücke auf Eis zu legen und musste eine neue Fähre kaufen, die 1960 erneut von einer Fähre ersetzt werden musste, dieses Mal immerhin ein von einem Dieselmotor angetriebenes Fahrzeug, was die Überfahrt etwas beschleunigte.

Es sollten nochmal 19 Jahre vergehen bis die Gemeinde dann die Genehmigung für eine Brücke erhielt, die mit ihrer freien Segelhöhe von 15 Meter den Schiffsverkehr in keiner Weise behinderte. Die Genehmigung kam gewissermaßen im letzten Moment, denn die Halbinsel war nahezu entvölkert und der steigende Tourismus der Umgebung war wenig von der Fähre begeistert, aber gerade Loftahammar hatte mit seiner Lage ein Potential zu bieten. Erst am 14. Oktober 1983 konnte dann die 416 Meter lange Brücke über den Bjursund eingeweiht werden und verwandelte Loftahammar in ein schwedisches Urlaubsparadies. Die Kosten der Brücke blieben mit 13,5 Millionen Kronen sogar weit unter den geplanten Kosten von bis zu 20 Millionen Kronen.


14. Oktober 1758: Die Entstehung der Norrköpings Tidningar
14. Oktober 1793: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
14. Oktober 1880: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie
14. Oktober 1924: Gunnel Linde und der Kinderhilfsverein BRIS
14. Oktober 1941: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 4. Juni 2015

Der schwedische Fahrradweg Kattegattleden

Ab 2008 planten zehn Gemeinden in drei Regionen Schwedens den Bau des längsten zusammenhängenden Fahrradwegs in Schweden, mit der Idee dabei so wenig wie möglich Autostraßen benutzen zu müssen und genügend Attraktionen auf der Strecke zu finden, dass ein Fahrradurlaub auch wirklich zu einem Erlebnis wird. Selbst ungeübte Fahrradfahrer können heute die Strecke von rund 370 Kilometern in acht Etappen schaffen und dabei die Vielfalt der südschwedischen Küstenlandschaft erleben. Aber selbstverständlich kann man auch weitaus öfter Halt machen oder die Strecke im Rekord zurücklegen.

Ab 4. Juni 2015 war es soweit, dass die Endstellen des Kattegattleden, wie dieser Fahrradweg genannt wurde, in Göteborg und in Helsingborg eingeweiht wurden und von beiden Orten eine Gruppe an Fahrradfahrern aufbrach um in einer Staffelfahrt mit mehrmaliger Übergabe des Stabes am 6. Juni gemeinsam Halmstad zu erreichen und im dortigen Stadtpark den gesamten Kattegattleden einzuweihen. Der Kattegattleden ist ein nationales Projekt in das bisher 40 Millionen Kronen gesteckt wurden und der dazu dienen soll den Fahrradtourismus in Schweden zu entwickeln.

Im Gegensatz zu den Autostraßen führt der Kattegattleden weitgehend entlang der Küste und führt an einigen der interessantesten touristischen Attraktionen der Küstenstädte vorbei, wobei man an den Etappen auch Unterkünfte findet, Restaurants liegen und man sogar Fahrräder mieten kann, falls man nur eine Teilstrecke fahren will oder das eigene Fahrrad zu Hause ließ. Im Grunde war der Kattegattleden bereits im Oktober 2014 einsatzbereit, aber da der Winter an der Küste nicht gerade einladend ist, beginnt die wahre Saison des nationalen Fahrradwegs erst am 6. Juni 2015.


4. Juni 1845: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit
4. Juni 1971: Der schwedische Sänger Peter Jöback

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Februar 2015

Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus

Am 27. Februar 1869 wurde von Erik Bernhard Thorsell, dem Besitzer eines Flussfrachters, die Ångfartygsaktiebolaget Motala Ström gegründet. Thorsell war um diese Zeit der einzige, der noch an die Rentabilität des Flussverkehrs in Schweden glaubte, denn die Reeder und  die Banken Schwedens setzten um diese Zeit auf die Eisenbahn, zumal 1862 die Västra Stambanan in Betrieb genommen worden war. Das Frachtschiff, das Thorsell daher günstig gekauft hatte, sollte daher ein neuer Anfang für den Verkehr auf dem Göta Kanal werden.


Im Winter 1868/69 baute Thorsell seinen Frachter um. Der Kapitän setzte einen stärkeren Motor ein und ließ 48 Kabinen bauen, denn seine Idee war den Transport von Waren mit dem Passagierverkehr zu verbinden. Die Idee zeigte sich erfolgreich, denn schon 1871 ließ Thorsell ein weiteres Schiff bauen, das er nach dem Kanalbauer Baltzar von Platen taufte und nur ein Jahr später benötigte sein Unternehmen weitere zwei Schiffe, darunter die Juno mit der man noch heute den Göta Kanal bereisen kann, auch wenn das Schiff mehrmals etwas modernisiert wurde.

Durch sehr viel Werbung gelang es Thorsell die Reise auf dem Göta Kanal zu einer internationalen touristischen Attraktion zu machen, was jedoch mit den beiden Weltkriegen zu einem immensen Rückschlag führte, denn in diesen Jahren lag sowohl der Transportverkehr als auch der Tourismus brach. 1957 musste die Reederei, nach einer kurzen Erholung, dann den Konkurs beantragen und nur dank der Initiative des Reeders Helge Källsson, der die Schiffe aufkaufte und die Rederiaktiebolaget Göta Kanal gründete, konnte der touristische Verkehr wieder aufwärts gehen. Aber ab Ende der 80er Jahre kam erneut eine Krise und Källson suchte einen Käufer, was jedoch mit größeren Problemen verbunden war, da er ausländische Investoren ablehnte. Im Herbst 2000 kaufte dann jedoch die Strömma Turism och Sjöfart AB sämtliche Schiffe und organisiert seit dieser Zeit im Sommer touristische Erlebnisreisen auf dem Göta Kanal.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting 
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens 
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet 
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 24. Juni 2013

Die Kupfergrube in Falun stürzt ein


Nachdem man beim Abbau der ältesten Kupfergrube Schwedens in Falun über Jahrhunderte hinweg kaum koordiniert arbeitete und die Schächte daher die gesamte Gegend destabilisierten, konnte man bereits Mitte Juni 1687 hören wie sich die Erde bewegte, ohne dies aber sonderlich ernst zu nehmen. Vermutlich am Mittsommertag, dem 24. Juni 1687, stürzte dann im Umkreis von 1,6 Kilometer an mehreren Stellen nahezu die gesamte Grube ein, wobei das größte Loch zur touristischen Attraktion werden sollte und seit 2001 zum Weltkulturerbe erhoben wurde.

Da bei diesem Unglück niemand verletzt wurde, muss das Unglück am Mittsommertag stattgefunden haben, der um diese Zeit jeweils am 24. Juni gefeiert wurde und zu den Feiertagen zählte an denen grundsätzlich nicht gearbeitet wurde. Über das Datum als solches ist man sich jedoch nicht so ganz einig, denn manche sprechen heute beim Unglück auch vom 25. Juni, obwohl dies ein Mittwoch war und daher ein Arbeitstag. Noch verwirrender ist allerdings, dass in Schweden um diese Zeit noch der julianische Kalender galt, also eine andere Zeitrechnung angewendet wurde.

Wer heute die Kupfergrube in Falun besucht, die lokal oft als gamla mormor (Urgroßmutter) bezeichnet wird, sieht natürlich nicht mehr den ursprünglichen Einsturz, denn in den folgenden Jahrhunderten kamen noch zwei weitere größere Einstürze hinzu, die das heutige Loch formten. Wenn man bedenkt, dass die gesamte Grube aus etwa 4000 Schächten besteht, so versteht man auch, dass man beim Besuch der Anlage nur einen sehr kleinen Teil zu sehen bekommen kann.


24. Juni 1853: Die Weltumseglung der HMS Eugenie 
24. Juni 1920: Åland, die finnischen Inseln mit schwedischer Kultur

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. Februar 2013

Acht Personen erfrieren im Jämtland

Leichtsinnige Touristen hatten sich am 23. Februar 1978 bei Sonnenschein aufgemacht um einen Skiausflug in die Anarisfjällen im Jämtland zu machen. Der Ausflug sollte für acht der neun Personen der zwei Gruppen, die sich dort trafen, am 25. Februar 1978 tödlich enden, denn das 1400 Meter hohe Gebirge sollte sich innerhalb kürzester Zeit in eine Falle verwandeln, der man nur mit guten Bergkenntnissen oder mit einem schnellen Bergrettungstrupp entkommen konnte.

Das Problem entstand durch die in den Anarisfjällen vorkommenden Fallwinde, die dort regelmäßig entstehen wenn sich sehr viel kalte Luft über dem Gebirge sammelt und sich dabei ein Tiefdruckgebiet nähert. In diesem Fall entstehen sehr plötzlich eisige Winde, die in die Tiefe ziehen, manchmal nur wie ein plötzlicher eisiger Hauch, manchmal wie ein Orkan vor dem man sich nur durch den Bau eines Schutzes und entsprechende Kleidung schützen kann. Die Gruppe im Jahre 1978 hatte zwar an einen Schutz gedacht, kannte jedoch weder das Terrain noch hatte jemand in der Gruppe die nötigen Kenntnisse um einen sicheren Schutz zu bauen. Alle, die im provisorischen Schutz lagen, erfroren in diesen Tagen und nur jener, der von außen den Schutz verstärken wollte und nicht mehr ins Innere fand, wurde mit schweren Erfrierungen gerettet.

Nach diesem und zahlreichen anderen weniger schweren Unglücken in den Anarisfjällen entschloss man sich im Jahre 1979 an der Storumans Volkshochschule eine zweijährige Ausbildung als Bergführer zu schaffen und im Jämtland richtete man die Bergwetterwarnungen ein, die dabei helfen sollen so schwere Unglücke in aller Zukunft zu vermeiden, eine Warnung, die verbreitet wird sobald das Risiko einer Abkühlung auf mindestens minus 28 Grad zu erwarten ist.. Leider führt Leichtsinn immer noch jedes Jahr zu einigen kleineren Problemen, da viele Touristen immer noch Abenteuer mit Leichtsinn verwechseln.


25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. Februar 2013

Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Am 7. Februar 1909 (als alternatives Datum wird auch der 7. Dezember 1909 genannt) wurde Enok Sarri im nordschwedischen Masungsbyn geboren, ein Same, der es noch gelernt hatte auf die traditionelle Weise das Wetter vorherzusagen und schon 1950 vom schwedischen Wetterdienst beschäftigt wurde um alle Wetterinformationen der Region Kiruna/Gällivare zu sammeln, allerdings auf die moderne wissenschaftliche Art. Um jedoch seine geringen Einnahmen aufzubessern, arbeitete Sarri gleichzeitig noch als Führer für Touristen und sagte jedem, der bezahlte, das Wetter auf die alte Weise voraus.

Enok Sarri kam noch als Kind nach Nikkaluokta, als die Familie ihre Rentierherde verlor und der kleine Ort an der Grenze zwischen den Gemeinden von Kiruna und Gällivare gerade gegründet wurde. Einen gewissen Ruf erlangte Sarri, da er Touristen grundsätzlich in der traditionellen Kleidung seiner Region empfing und auf sehr ausführliche Weise das zukünftige Wetter mit Hilfe von Fisch- und Rentiermägen deutete, obwohl er bei seinen Voraussagen vielmehr die Natur sehr genau beobachtete und das Wissen benutzte, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

In ganz Schweden bekannt wurde Enok Sarri jedoch erst im Jahre 1977 als er zur Abwechslung nicht das Wetter voraussagte, sondern dem königlichen Paar garantierte, dass es sich beim Erstgeborenen um einen Prinzen handelt. Sarri ging sogar so weit zu schwören, dass er auf den Knien von Nikkaluokta bis Kiruna gehen würde, sollte kein Prinz geboren werden. Als dann Kronprinzessin Viktoria die Erstgeborene war, machte sich Enok Sarri tatsächlich auf den Weg, was sich jedoch nicht als sonderlich schwierig erwies, denn die Grenze zu Kiruna (damals wurde die gesamte Gemeinde Kiruna als Stadt gerechnet) war gerade einmal einige Meter von Nikkaluokta entfernt.


7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Januar 2013

Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Auch wenn die Geschichte der Werft Uddevallavarvet nur 40 Jahre andauernde, so entschied die im Jahre 1946 von Gustaf B. Thordén gegründete Anlage über die gesamte Zukunft des Bohuslän und der Stadt Uddevalla. In den 50er Jahren war die Werft mit dem Bau von Supertankern der größte Arbeitgeber des Bohuslän geworden, der selbst Arbeiter aus Deutschland und Finnland anzog. Durch die steigende Bevölkerung kehrte in der bisher sehr armen Gegend der Wohlstand ein und es wurden zahlreiche Vereine gegründet, die ein aktives Leben nach Uddevalla brachten.

Als im Jahre 1985, mitten in der schwedischen Werftkrise, die staatliche Unterstützung für Werften auslief, so war sicher, dass die Uddevallavarvet, die mittlerweile dem Staat gehörte, im Jahre 1986 der Vergangenheit angehören würde, da die Werft der internationalen Konkurrenz nicht gewachsen war. Der Kampf der Gewerkschaften war hoffnungslos, so dass die Region nur abwarten konnte was die Regierung letztendlich entscheiden würde um nicht tausende von Arbeitsplätzen endgültig zu zerstören. Noch bevor die Werft abgewickelt wurde, kam dann die Antwort.

Am 23. Januar 1985 entschied sich die Regierung insgesamt zwei Milliarden Kronen in die Uddevallavarvet zu investieren, allerdings auf eine andere Weise als viele hofften. Das Geld diente dafür dort eine neue Wirtschaft aufzubauen und den Tourismus zu entwickeln. Ein Großteil des Geldes ging an Volvo um eine Fabrik zu bauen, die 1200 Arbeiter beschäftigen sollte, der Rest ging an die Infrastruktur und die touristische Entwicklung, die sich heute zur wichtigsten Einnahmequelle des Bohuslän entwickelt hat zumal Volvo die dortige Produktion im Jahr 2013 ganz auflösen wird.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Tag des Bieres in Schweden

Selbst jene, die versuchen sich auf dem Laufenden zu halten mit all den Ereignissen die in Schweden mit den einzelnen Tagen des Jahres verbunden sind, werden dieses Jahr von einem weiteren „Tag des Jahres“ überrascht, da der Verband der schwedischen Brauereien den 18. Juli erstmals zum Tag des Bieres ernannt haben, in der Hoffnung natürlich, dass sich im Laufe der Jahre nicht nur alle 70 schwedischen Bierbrauereien der Aktion anschließen werden, sondern auch hunderte von anderen Stellen, denen schwedisches Bier am Herzen liegt.

Am heutigen 18. Juli werden auf jeden Fall alle Mitglieder des Verbandes „Sveriges Bryggerier“ bei einem gemeinsamen Tag der offenen Tür über ihre Arbeit berichten, den Brauvorgang erklären, die unterschiedlichen Arten von Bier darzustellen und natürlich auch zu Kostproben einladen. Nach dem Verband ist Schweden im Grunde auch kein Land des Weines, dem meist getrunkenen Alkohol des Landes, sondern ein Land des Bieres in dem auch die Hausmannskost auf Bier abgestimmt ist und nicht auf Wein. Gleichzeitig will der Verband der schwedischen Bierbrauer natürlich auch darauf aufmerksam machen, dass das Braugewerbe Schwedens mit seinen rund 70 aktiven Brauereien weiterlebt und bei weitem nicht alle Brauereien in die Hände der multinationalen Unternehmen geraten sind.

Wer am heutigen Mittwoch eine der Brauereien zwischen Visby, Falkenberg, Vimmerby, Sigtuna oder Ystad besucht, wird auch verstehen, warum jeder Schwede im Durchschnitt 50 Liter Bier pro Jahr trinkt, das allein in Schweden gekauft wird und nur etwa die Hälfte des Gesamtkonsums ausmacht, da die hohen Alkoholsteuern jedes Jahr mehr Schweden dazu verleiten Bier aus Deutschland zu holen oder Schmuggelware zu kaufen, was logischer Weise auch zu Lasten der schwedischen Bierbrauer geht, da man außerhalb Schwedens nur in Ausnahmefällen auch echt schwedisches Bier erhält. Leider gibt es auch nur wenige Touristen, die nach Schweden kommen und wirklich ein schwedisches Bier trinken, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.


18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III. 

Copyright: Herbert Kårlin