Posts mit dem Label Christdemokraten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Christdemokraten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. März 2017

Lewi Pethrus, eine bedeutender Führer der Pfingstbewegung

Lewi Pethrus kam am 11. März 1884 unter dem Namen Petrus Lewi Johansson als Sohn eines Fabrikarbeiters und Predigers in Vargön zur Welt, ließ sich 1899 von den Baptisten taufen und begann anschließend als Prediger, erst in Norwegen, danach in Bengtsfors zu arbeiten. Schon 1906 wurde Pethrus dann Pastor der Baptistenversammlung in Lidköping und Vorstand der Filadelfiaförsamling in Stockholm, die sich allerdings bereits 1913 von den Baptisten löste und letztendlich eine führende Position in der Pfingstbewegung Schwedens einnahm.

Mit der Entstehung der Pfingstbewegung entwickelte sich Lewi Pethrus gewissermaßen zum Führer der schwedischen Bewegung, denn er war Mitgründer der jährlichen Konferenz Nyhemsveckan, er gründete die Kristet samhällsansvar (KSA), die dafür sorgen sollte dass mehr Mitglieder der Pfingstbewegung ins Parlament kommen, er gründete die christliche Partei Kristen Demokratisk Samling  (KDS), die heutigen Christdemokraten, schuf die Zeitung Dagen, bei der er Chefredakteur war, und er gründete die freie Radiostation IBRA Radio, die auch in Fremdsprachen sendete. Selbst die Bank Pingstbanken-Samspar geht auf Pethrus zurück. Diese Aktivitäten führten auch dazu dass Pethrus die Pfingstbewegung zu einer ernst zu nehmenden christlichen Versammlung in Schweden machte.

Der größte Erfolg von Lewi Pethrus kam jedoch 1959, als er die LP-Stiftung (Lewi Pethrus Stiftung) gründete um dort für die Rehabilitation von Alkoholikern und Drogenabhängigen zu arbeiten, wobei die Stiftung ihre Arbeit mit einer industriellen Aktivität verknüpfte. In den 60er Jahren wurde die LP-Stiftung als das erfolgreichste Rehabilitationszentrum Schwedens betrachtet. Pethrus war für die Einhaltung einer konservativen christlichen Moral und legte einen hohen Wert auf die ethischen Regeln der Religion. Als daher Alf Svensson, nach Birger Ekstedt, Vorsitzender der Partei KDS (Kristen Demokratisk Samling) gab er die Unterstützung der Partei auf, da Svensson nicht mehr seiner Vorstellung eines christlichen Parteiführers entsprach. Lewi Pethrus starb am 4. September 1974 in Stockholm.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg
11. März 1960: Der schwedische Sänger Tommy Nilsson
11. März 1981: Die Öresundsvarvet in Landskrona

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Februar 2017

Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens

Ebba Busch Thor, eigentlich Ebba-Elisabeth Busch, geborene Busch-Christensen, kam am 11. Februar 1987 als Tochter eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Gamla Uppsala zur Welt und besuchte erst die extrem konservative Grundschule Livets Ord, die von der Schulinspektion häufig kritisiert wurde weil man dort den blinden Religionsglauben ins Zentrum setzt. Anschließend besuchte Busch Thor die renommierte Kathedralschule in Uppsala, wo sie auch die Hochschulreife ablegte. Da Busch Thor nur in der Politik eine Zukunft sah, schrieb sie sich nach der Hochschulreife an der Universität Uppsala für Friedens- und Konfliktwissenschaft ein, ohne jedoch das Studium abzuschließen.

Der Lebenslauf von Ebba Busch Thor ist kaum nachzuvollziehen, da sie in ihren Erzählungen immer wieder Lücken lässt. Sicher ist jedoch dass sie beim Europapolitiker Kars Wohlin ein Praktikum machte und vor den Wahlen des Jahres 2010 als politische PR-Beraterin arbeitete. Mit einem klaren Ziel in Augen nutzte die Politikerin jede Schwäche ihrer „Gegner“ zu ihren Gunsten und machte sich sehr früh bei den Christdemokraten Schwedens einen Namen. Von 2008 bis 2011 war Busch Thor Vorsitzende des Jugendverbands der Partei und 2010 wurde sie, nach einer gezielten Aktion gegen den damaligen Vorsitzenden, und dank eines Bloggs, die jüngste gewählte Christdemokratin im Wahlkreis Uppsala.

Ab dieser Zeit strebte Ebba Busch Thor auch den Vorsitz der Partei an und hatte eine klare Strategie, die es ihr ermöglichte, zumindest indirekt, den Parteivorsitzenden Göran Hägglund zum Rücktritt zu bringen und 2015 selbst an die Spitze der Kristdemokraterna zu gelangen. Nachdem bereits Hägglund mit seiner Politik immer mehr Wähler verloren hatte, glaubte Busch Thor durch eine sehr konservative Familien- und Flüchtlingspolitik diesen Niedergang zu wenden. Da die Politikerin jedoch nur an sich selbst zu glauben scheint und die Meinung der Parteibasis wenig beachtet, gelang es Busch Thor bis kurz vor den Reichstagswahlen 2018 nur die Partei nahezu ins Abseits zu steuern, da sie um diese Zeit bei Meinungsumfragen bei drei bis knapp unter vier Prozent lag und auf keinen Fall den Sprung ins Parlament machen konnte. Dank der Blockpolitik und der strategischen Wähler Schwedens erreichte Busch Thor dann jedoch im September 2018 rund 6,3 Prozent an Unterstützung und konnte im Parlament einziehen. Seit dieser Zeit setzt die Politikerin auf eine Unterstützung von extrem Rechts und hofft irgendwann auf einen bedeutenden Ministerposten.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Juni 2016

Der Schriftsteller und Poet Marcus Birro

Marcus Birro kam am 15. Juni 1972 als Sohn eines italienischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Göteborg zur Welt und wuchs unter bescheidenen Verhältnissen in einem Vorort der Stadt auf. Die Ehe der Eltern zerbrach als Birro 16 Jahre alt war und stürzte den Jugendlichen zwischen zwei Welten, nämlich zwischen das väterliche Italien und die schwedische Erziehung. Birro begann in einer Rockband zu spielen, nahm verschiedene Jobs an und besuchte zeitweise die Universität, ohne jedoch je ein seriöses Studium zu beginnen. Seine umfassenden Kenntnisse sammelte er nach einer persönlichen Methode.

Marcus Birro suchte den Weg nach oben. Zwischen 1999 und 2009 konnte man ihn in unterschiedlichen Radioprogrammen hören, er tauchte immer öfter im Fernsehen auf und zeigte sich, unter anderem, als Fußballspezialist. In diesen Jahren tauchte auch die religiöse Neigung Birros auf, der zwar Mitglied der Svenska Kyrkan ist, jedoch seit Jahren davon spricht zum Katholizismus überzutreten. Das gespaltene Wesen Birros zeigt sich jedoch nicht nur in der Religion, denn durch das starke Vertreten seiner persönlichen Meinungen durch provokative Aussagen wird er in Schweden gleichzeitig zum Vorbild als auch zur Hassfigur, die Morddrohungen erhält. Das Selbstvertrauen des Poeten, wie er sich selbst beruflich bezeichnet, ist enorm, so dass er die Kritik an seiner Person nur selten versteht.

Ab 2014 bricht die Karriere von Marcus Birro ein, denn er kritisiert offen den Islam und ist in einem Podcast der Sverigedemokraterna zu hören. Expressen entlässt Birro, und auf Grund seiner kontroversen Stellungsnahmen verliert er weitere drei Daueraufträge. Auch die Ehe beginnt in eine Krise zu geraten, und als 2015 bekannt wird dass der Christ mit der Ehefrau eines führenden Sverigedemokraten ein Verhältnis hat, wird Birro von vielen Seiten ganz gemieden. Marcus Birro besitzt, nach eigenen Aussagen, ausschließlich die italienische Nationalität, was ihm 2010 zum Verhängnis wurde, als er sich zum Vorsitz der Christdemokraten bewerben wollte. Als Literat macht sich Marcus Birro vor allem als trockener Alkoholiker einen Namen, da er bereits sehr viel über seinen Weg aus dem Alkohol schrieb.


15. Juni 1587: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
15. Juni 1587: Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss
15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
15. Juni 1866: Die Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866
15. Juni 1926: Gun Kessle und die Dritte Welt
15. Juni 1981: Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen
15. Juni 1998: Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 27. Januar 2013

Der schwedische Politiker Göran Hägglund

Göran Hägglund wurde am 27. Januar 1959 in Degerfors in Närke geboren. Seine finnlandschwedischen Eltern waren nur wenig Jahre vorher aus Finnland eingewandert und waren beide Metallarbeiter. Hägglund selbst hat ebenfalls keine Hochschulbildung, sondern machte eine Ausbildung als Installateur und wurde durch interne Weiterbildungen zum Finanzfachmann einer schwedischen Versicherungsgesellschaft. Einige Jahre lang arbeitete der Politiker auch als Radgeber für Fond-Platzierungen.

Göran Hägglund begann seine politische Karriere bereits in seinen Jugendjahren, als er Mitglied des Kristdemokratiska Ungdomsförbundet (KDU) wurde, dort zum Vorsitzenden aufstieg und mehrere wichtige Aufgaben übernahm. Von 1982 bis 1986 war er im Stadtrat von Jönköping und von 1985 bis 1988 Kanzleichef der Christdemokraten im Parlament. Hägglund sitzt bereits seit 1991 im Parlament, auch wenn seine Politik die Partei mittlerweile in der Wählergunst unter die Vier-Prozent-Marke transportierte.

Seit dem 3. April 2004 ist Göran Hägglund der Vorsitzende der Kristdemokraterna, eine Aufgabe, die er von Alf Svensson übernahm und die ihn zum mächtigsten Mann der Partei machte, auch wenn sein erster Schritt war der Partei einen neuen Namen zu geben, damit er die Politik seines Vorgängers erneuern konnte. Im Jahre 2006 machte der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt den Christdemokraten Hägglund zum Sozialminister, ein Bereich in dem er überfordert scheint, da sich seither die Situation im Gesundheitsdienst und der Altersvorsorge erheblich verschlechterte und er seine Wähler kaum noch überzeugen kann.


27. Januar: 1947: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin