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Sonntag, 13. Januar 2019

Der schwedische Politiker Lars Ohly

Lars Ohly wurde am 13. Januar 1957 in Spånga als Sohn eines Priesters geboren und schloss sich mit 13 Jahren dem Jugendbund der Volkspartei (heutige Liberale) an, um sich jedoch bereits wenig später weitaus mehr links zu engagieren, vor allem beeinflusst durch den Vietnamkrieg, die Apartheid und die Probleme in Chile und Palästina. Es war daher logisch, dass sich Ohly dann 1978 dem kommunistischen Jugendbund und 1979 der kommunistischen Partei (Vänsterpartiet kommunisterna) anschloss, der Partei, die seinen persönlichen Anschauungen am nächsten kam.

Lars Ohly, der ab 1976 bei der staatlichen Eisenbahn SJ arbeitete, zeichnete sich dort durch ein starkes gewerkschaftliches Engagement aus und als 1990 die heutigen Linken (Vänsterpartiet) gegründet wurde, begann sein politischer Aufstieg. Nur vier Jahre später war Ohly Parteisekretär, 1998 wurde er ins Parlament gewählt und 2004 übernahm er, nach Gudrun Schyman, die Parteiführung der Linken, eine Aufgabe, die er erst 2012 an Jonas Sjöstedt abgab. Problematisch war indes, dass sich Lars Ohly grundsätzlich als Kommunist bezeichnete, ein Label, das die Vänsterpartiet, mit einer revidierten Politik, absolut vermeiden wollte. 2005 erklärte Ohly schließlich vor Fernsehkameras dass er sich in Zukunft nicht mehr als Kommunist bezeichnen werde.

Im Jahr 2012 teilte Lars Ohly dann mit dass er in Zukunft nicht mehr als Vorsitzender der Linken zur Verfügung stehe und 2014 war er auch nicht mehr auf den Listen der Parlamentswahlen zu finden, er behielt jedoch andere Aufträge in verschiedenen Verbänden und innerhalb der Partei. Ohly stolperte dann jedoch über die #metoo-Bewegung, denn 2017 ging eine Anzeige gegen ihn wegen sexueller Belästigung ein. Ohly versicherte, zumindest bewusst, nie in diesem Sinne gehandelt zu haben, aber er respektiere, dass nun jede Frau ihrer Meinung und ihren persönlichen Auffassungen Ausdruck geben dürfe. Ohly verließ am 9. Januar 2018 die Linken und musste, ohne verurteilt worden zu sein, zwei Monate später auch seine Aufgabe als Vorsitzender einer Behindertenorganisation abgeben.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1544: Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Samstag, 11. Februar 2017

Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens

Ebba Busch Thor, eigentlich Ebba-Elisabeth Busch, geborene Busch-Christensen, kam am 11. Februar 1987 als Tochter eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Gamla Uppsala zur Welt und besuchte erst die extrem konservative Grundschule Livets Ord, die von der Schulinspektion häufig kritisiert wurde weil man dort den blinden Religionsglauben ins Zentrum setzt. Anschließend besuchte Busch Thor die renommierte Kathedralschule in Uppsala, wo sie auch die Hochschulreife ablegte. Da Busch Thor nur in der Politik eine Zukunft sah, schrieb sie sich nach der Hochschulreife an der Universität Uppsala für Friedens- und Konfliktwissenschaft ein, ohne jedoch das Studium abzuschließen.

Der Lebenslauf von Ebba Busch Thor ist kaum nachzuvollziehen, da sie in ihren Erzählungen immer wieder Lücken lässt. Sicher ist jedoch dass sie beim Europapolitiker Kars Wohlin ein Praktikum machte und vor den Wahlen des Jahres 2010 als politische PR-Beraterin arbeitete. Mit einem klaren Ziel in Augen nutzte die Politikerin jede Schwäche ihrer „Gegner“ zu ihren Gunsten und machte sich sehr früh bei den Christdemokraten Schwedens einen Namen. Von 2008 bis 2011 war Busch Thor Vorsitzende des Jugendverbands der Partei und 2010 wurde sie, nach einer gezielten Aktion gegen den damaligen Vorsitzenden, und dank eines Bloggs, die jüngste gewählte Christdemokratin im Wahlkreis Uppsala.

Ab dieser Zeit strebte Ebba Busch Thor auch den Vorsitz der Partei an und hatte eine klare Strategie, die es ihr ermöglichte, zumindest indirekt, den Parteivorsitzenden Göran Hägglund zum Rücktritt zu bringen und 2015 selbst an die Spitze der Kristdemokraterna zu gelangen. Nachdem bereits Hägglund mit seiner Politik immer mehr Wähler verloren hatte, glaubte Busch Thor durch eine sehr konservative Familien- und Flüchtlingspolitik diesen Niedergang zu wenden. Da die Politikerin jedoch nur an sich selbst zu glauben scheint und die Meinung der Parteibasis wenig beachtet, gelang es Busch Thor bis kurz vor den Reichstagswahlen 2018 nur die Partei nahezu ins Abseits zu steuern, da sie um diese Zeit bei Meinungsumfragen bei drei bis knapp unter vier Prozent lag und auf keinen Fall den Sprung ins Parlament machen konnte. Dank der Blockpolitik und der strategischen Wähler Schwedens erreichte Busch Thor dann jedoch im September 2018 rund 6,3 Prozent an Unterstützung und konnte im Parlament einziehen. Seit dieser Zeit setzt die Politikerin auf eine Unterstützung von extrem Rechts und hofft irgendwann auf einen bedeutenden Ministerposten.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. April 2016

Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna

Anna Kinberg Batra kam am 14. April 1970 als Anna Kinberg in einer sehr gut situierten Familie in Stockholm zur Welt und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in den Niederlanden, überwiegend jedoch in Stockholm. Kinberg Batra besuchte den naturwissenschaftlichen Zweig im Gymnasium, studierte jedoch nach ihrer Hochschulreife Französisch und Holländisch. Nach Abschluss dieses Studiums besuchte die Politikerin die Handelshochschule in Stockholm, wo sie ihr Studium im Jahre 2000 als Diplomkauffau abschloss. Neben ihrer politischen Tätigkeit arbeitete sie von 2000 bis 2005 in der Werbebranche und anschließend ein Jahr an der Stockholmer Handelskammer.

Weitaus wichtiger als eine Karriere in der Wirtschaft war Anna Kinberg Batra indes die Politik, denn bereits 1983 trat sie dem Jugendverband der Moderaterna (MUF) bei und 1993 wurde sie, ohne politische Ausbildung, von Carl Bildt in der Regierungskanzlei als politische Beraterin beschäftigt. Seit dieser Zeit hatte Batra Kinberg dauerhaft wichtige Rollen innerhalb der Partei, wobei sie zum Aufstieg auch gerne Methoden der Werbung verwendete, die nicht unbedingt von Seriosität sprechen. Nachdem ihre Aussage im Jahre 1998, dass Stockholmer cleverer seien als Landbewohner, nicht sehr gut ankam, versprach sie  bei der Parlamentswahl 2002 Nacktbilder und Geheimnisse ihres Sexlebens. Diese Werbung reichte zwar nicht ganz für den Einzug ins Parlament, aber machte Kinberg Batra berühmt, auch wenn das Nacktbild nur ein kleines Stück Haut war, das man dem Körper nicht zuordnen konnte und die Geheimnisse des Sexlebens sich als Tipps für Unternehmer herausstellten.

Erst 2006 wurde die Politikerin Anna Kinberg Batra dann ins Parlament gewählt, neben ihrer Wahl in den Stadtrat von Nacka, und wurde erst die Vorsitzende des Europa-Ausschusses, später des Finanzausschusses, und ab 2010 auch Gruppenführerin der Moderaterna. Als Fredrik Reinfeldt nach dem Wahlverlust 2014 unmittelbar von seinem Amt als Parteivorsitzender zurücktrat, wurde Kinberg Batra zu seinem Nachfolger gewählt. In dieser Rolle vertrat die Politikerin die Moderaterna bei allen Verhandlungen mit der Regierung Löfven und konnte auch einige wichtige Punkte der Partei innerhalb der neuen Regierung durchsetzen. Auch bei ihrer Vorbereitung auf die kommende Wahl, entdeckt man sehr viel Werbeverhalten Kinberg Batras, da ihre Ideologie zu sein scheint alle Maßnahmen des linken Flügels PR-mäßig zu diskreditieren und durch wage Versprechen die Wähler der extrem rechten Bewegung Schwedens zu gewinnen.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 9. März 2015

Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter

Als Fredrik Wilhelm von Otter am 9. März 1910 im Alter von 76 Jahren starb, hatte er eine bedeutende militärische Karriere hinter sich und stand als Ministerpräsident nahezu zwei Jahre lang an der politischen Spitze Schwedens. Da von Otter am 11. April 1833 als Sohn einer Oberleutnants geboren worden war, wies zwar alles auf die militärische Laufbahn hin, zumal ihn der Vater bereits als Zwölfjährigen in die Kriegsakademie in Karlberg geschickt hatte um ihm dort die schwedische Kriegsführung zu See beibringen zu lassen, aber der politische Aufstieg schien für den Jungen kaum möglich.

Mit 17 Jahren wurde Fredrik Wilhelm von Otter bereits zum zweiten Leutnant zur See ernannt und anschließend nahm er an mehreren Expeditionen teil, um sich jedoch 1857 von der britischen Marine werben zu lassen und dort am Krieg gegen China teilzunehmen, wofür er mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde. Drei Jahre später kam von Otter zurück nach Schweden um dort sehr schnell im Rang zu steigen und schon 1866 wurde er in Karlskrona zum Kapitän ernannt, was bedeutete, dass er, teilweise als Befehlshaber, an den wichtigsten wissenschaftlichen und militärischen Expeditionen jener Zeit teilnahm.

Fredrik Wilhelm von Otter begann seine politische Karriere erst sehr spät und wurde 1891 als Repräsentant für Blekinge in die erste Kammer des Reichstags gewählt. Auf Grund seiner konservativen Einstellung und dem gemäßigten Protektionismus, den von Otter vertrat, gelang es ihm auch in der Politik bald das Vertrauen des Königs zu erlangen und als er 1900 als Repräsentant für Karlskrona in die zweite Kammer des Reichstags gewählt wurde, war der Weg an die Spitze des Landes offen. Am 12. September des gleichen Jahres wurde von Otter zum Staatsminister Schwedens ernannt. In diesem Amt zeigte sich dann die militärische Vergangenheit von Otters, denn er führte eine neue Militärordnung ein nach der in der Infanterie Waffenübungen von acht Monaten und bei Spezialwaffen von zwölf Monaten vorgeschrieben wurden. Nicht einmal zwei Jahre nach seinem Amtsantritt musste von Otter die Führung Schwedens jedoch an Erik Gustaf Boström übergeben.


9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen 
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs 
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin 
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 4. Februar 2015

Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)

Auch wenn man heute vor allem die Sverigedemokraterna in die rechte und fremdenfeindliche Ecke Schwedens stellt, so darf man in diesem Rahmen nicht die Partei Ny Demokrati vergessen, die am 4. Februar 1991 von Ian Wachtmeister und Bert Karlsson in Skara gegründet wurde und nicht nur, in großen Linien, die gleiche Politik verfolgte wie die Sverigedemokraterna, sondern von 1991 bis 1994 auch im Parlament vertreten war und kurze Zeit die ausschlaggebenden Stimmen zur Politik Schwedens hatte. Zum Unterschied der Sverigedemokraterna, die mit nationalistischen Parolen auftreten, bezeichnete sich die Ny Demokrati als die Partei der gesunden Vernunft.

Ian Wachtmeister und Bert Karlsson hatten, wie viele kleinere Parteien Schwedens, kein Gesamtprogramm und erreichten ihre Wähler vor allem mit populistischen Aussagen. Ny Demokrati forderte geringere Steuern, weniger öffentliche Angestellte, ein reduziertes Parlament und vor allem eine restriktive Flüchtlingspolitik, wobei in diesem Rahmen die Parolen der Partei immer fremdenfeindlicher wurden, was letztendlich dazu führte, dass die Mitgliederanzahl schrumpfte, Ny Demokrati die Wahlen im Jahre 1994 verlor und die Partei 2000 dann sogar den Konkurs anmelden musste.

Wie Meinungsumfragen des Jahres 1991 zeigen, baute der Erfolg der Partei zum einen auf ihre Volksnähe und ihre Kritik an den Machthabern, zum anderen darauf, dass immer mehr Schweden keine zusätzlichen Flüchtlinge mehr im Land haben wollten. Diese beiden Punkte reichten für die Partei um bei den Parlamentswahlen des Jahres1991 rund 6,7 Prozent der Stimmen zu erhalten. Wegen internen Parteistreitigkeiten verließ Ian Wachtmeister die Partei bereits 1994 wieder und Bert Karlsson, der heute sein Geld vor allem mit steuerlich finanzierten Flüchtlingsunterkünften verdient, verließ die Partei ein Jahr später, um jedoch sofort die lokale Partei Skara Framtid zu gründen, die mittlerweile ebenfalls wieder aufgelöst wurde.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident 
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron 
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 25. Dezember 2014

Jonas Sjöstedt, Vorsitzender der Linken Schwedens

Jonas Sjöstedt kam am 25. Dezember 1964 in Göteborg zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit und seine Jugend in den verschiedensten Orten Schwedens, da sein Vater als Ingenieur für Wasserkraftwerke ständig an anderen Orten eingesetzt wurde. Bereits als Schüler engagierte sich Sjöstedt im kommunistischen Jugendverband. Nach seiner Hochschulreife im sozialen Zweig des Gymnasiums in Luleå kehrte Sjöstedt zurück nach Göteborg und wurde Redakteur bei der radikalen sozialistischen und feministischen Zeitschrift Röd Press, die noch heute die Zeitschrift des Jugendverbands der Linken ist.

Im Jahre 1990 zog Jonas Sjöstedt nach Umeå und begann dort als Monteur bei Volvo Lastwagen zu arbeiten, ohne jedoch sein politisches linkes Engagement zu vergessen. Schon 1994 wurde der Politiker dann auf nationalem Niveau bekannt, als er sich beim Volksentscheid zur Mitgliedschaft Schwedens in der EU deutlich für die Nein-Seite aussprach. Als Schweden dann dennoch Mitglied wurde, ließ sich Sjöstedt für das Europaparlament aufstellen und wurde unmittelbar ins dortige Parlament gewählt. Sjöstedt wurde weitere zwei Mal ins Europaparlament gewählt, bis er 2006 sein Amt niederlegte um mit seiner Frau Ann Måwe, einer Diplomatin, nach New York zu ziehen.

In den USA schrieb Jonas Sjöstedt eine Trilogie mit drei Kriminalromanen und engagierte sich an der Socialist Party USA. Als die Familie zurück nach Schweden kam, präsentierte sich Sjöstedt 2010 in Västerbotten auf Platz 202 als Repräsentant für das Parlament. Sjöstedt gelang damit unmittelbar der Sprung in die Regierung, da er von nahezu einem Drittel der linken Wählern Västerbottens persönlich gewählt wurde. Nach einer Führungskrise innerhalb der Linken präsentierte sich Jonas Sjöstedt 2011 als Kandidat zum Vorsitzender der Partei. Am 6. Januar 2012 wurde der Politiker dann, bei drei Gegenkandidaten, mit 175 Stimmen zum Vorsitzenden der Linken gewählt, weit vor der etwas heißblütigen Rosanna Dinamarca, die mit 39 Stimmen auf die zweite Position kam.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1156: Der schwedische König Sverker den äldre
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Dezember 1928: Der schwedische Opernsänger Rolf Björling
25. Dezember 2005: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. Dezember 2014

Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens

Gudrun Schyman war 1993 die Erneuerin der Linken Schwedens geworden, die sich kurz zuvor vom Kommunismus abgewandt hatten und führte die Partei innerhalb von sieben Jahren zu einer Wählerunterstützung von zwölf Prozent. Auf Grund von Steuerproblemen musst Schyman jedoch 2003 den Vorsitz der Partei abgeben und am 7. Dezember 2004 verließ sie ohne jede Vorankündigung die Partei, ohne jedoch ihren Sitz im Parlament aufzugeben, was eine deutliche Spannung zwischen der Politikerin und den Linken verursachte.

Das Absprung von Gudrun Schyman war jedoch vorauszusehen, denn bereits die letzten Jahre als Parteivorsitzende kümmerte sie sich kaum noch um das Gesamtprogramm der Linken, sondern arbeitete nahezu ausschließlich für die Rechte der Frau. Ihr Kampf für die Rechte der Frauen waren auch der Grund dafür, dass sie ihren Platz im Parlament nicht den Linken zurückgab, denn nur als Parlamentsmitglied hatte sie die Chance eine neue Karriere innerhalb der Politik vorzubereiten, was letztendlich auch zur Feministischen Initiative führte, die immer noch vor allem von den Linken Stimmen abzieht.

Kaum ein politisches internes Ereignis wurde während der letzten Jahre so stark diskutiert wie der Rückzug Gundrun Schymans von den Linken, vielleicht gerade deswegen, weil Schyman während der Sitzung bei der sie ihr Parteibuch abgab, ermahnt wurde nicht nur für die Gleichstellung der Frau einzutreten, sondern die gesamte Linie der Linken im Parlament zu vertreten, eine Forderung, die Schyman für ausgeschlossen hielt, da sie der Meinung war, dass die Partei ihre Forderungen zur Gleichstellung nicht revolutionär genug durchsetzt. Nach dem Rücktritt Schymans benötigten die Linken Jahre um wieder das Vertrauen der Wähler aufbauen zu können.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 1979: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens

Maria Wetterstrand kam am 2. Oktober 1973 in Eskilstuna zur Welt und wurde bereits mit 15 Jahren Mitglied der Grünen Schwedens (Miljöpartiet). Nahezu unmittelbar nach den Wahlen des Jahres 1988 gründete die Jugendliche dann in ihrer Heimatstadt eine Lokalgruppe des Jugendverbands der Grünen. Ihr Engagement zeigte schon 1996 ihre Früchte, denn Wetterstrand wurde, gemeinsam mit Paulo Silva, Vorsitzende des nationalen Jugendverbands der Grünen und nahm an zahlreichen Kongressen teil. In der Zwischenzeit war die junge Politikerin auch nach Göteborg umgezogen um dort Biologie zu studieren, ein Studium, das sie mit einem Master abschloss.

In Göteborg wurde Maria Wetterstrand 1998 in den Stadtrat gewählt und war dort für den Verbraucherschutz zuständig. Bei den Parlamentswahlen im Jahre 2000 wechselte Wetterstrand ihre Position in Göteborg gegen einen Platz im Parlament und prägte ab dieser Zeit das Gesicht der Grünen. Nur zwei Jahre später wurde die Politikerin, dieses Mal gemeinsam mit Peter Eriksson, zur Vorsitzenden der Grünen Schwedens gewählt. Der Aktivität der beiden war es auch zu verdanken, dass die Partei von 4,5 Prozent an Wählern auf 7,3 Prozent anstieg. Im Jahre 2011 gab Wetterstrand dann jedoch ihren Sitz im Parlament und den Vorsitz der Partei auf.

Die Entscheidung von Maria Wetterstrand war jedoch erwartet, da sie seit 2004 mit dem späteren finnischen Umweltminister Ville Niinistö verheiratet war, zwei Kinder bekam und wechselweise in Stockholm, Åbo (Turku) und Helsingfors (Helsinki) lebte. Die Kinder wurden in Schweden in die finnische Schule geschickt und in Finnland in die Schwedische um beide Sprachen als Muttersprachen zu sehen. Die Ehe Wetterstrands hielt nur bis 2012, da beide Politiker in ihren respektiven Ländern aktiv waren und kaum gemeinsame Zeit hatten. Nach dem Ausscheiden aus der politischen Szene hielt Wetterstrand vor allem Vorträge über grüne Themen und arbeitete als Umweltsautorin und Journalistin. Bei den Wahlvorbereitungen des Jahres 2014 betätigte sich Wetterstrand dann jedoch als Beraterin der Grünen und von mehreren Seiten war zu hören, dass sie wieder in die politische Szene zurückkehren wird.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. September 2014

Die schwedische Politikerin Margot Wallström

Margot Wallström kam am 28. September 1954 in Kåge bei Skellefteå zur Welt und begann sich bereits als Jugendliche für Politik zu interessieren. Als Wallström 20 Jahre alt war, war sie bereits Ombudsman der Jugendorganisation der Sozialdemokraten und nur drei Jahre später wurde sie ins Parlament gewählt. Über ihre Ausbildung ist Wallström relativ verschwiegen, sicher ist jedoch, dass sie ab 1977 als Bankangestellte arbeite, im gleichen Jahr als sie ins Parlament gewählt wurde, was auch erklärt, warum sie ihren Beruf bereits 1979 wieder aufgab um sich ganz der Politik zu widmen.

Der Aufstieg von Margot Wallström im Kreise der Sozialdemokraten war rekordverdächtig, denn 1988 war Wallström stellvertretende Zivilministerin, 1994 wurde sie zur Kulturministerin ernannt und 1996 zur Sozialministerin. Nach Differenzen mit dem damaligen Ministerpräsident Göran Persson verzichtete Wallström dann jedoch auf ein politisches Amt bis Mona Sahlin an die Spitze Schwedens kam. Unter Sahlin erhielt Wallström, gemeinsam mit Jan Eliasson, den Auftrag für die Sozialdemokraten ein Programm zur Europapolitik auszuarbeiten, was allerdings von mehreren Seiten stark kritisiert wurde, da die europäische Arbeit parteineutral geführt werden soll.

Ab 1999 widmete sich Margot Wallström als Mitglied der Europäischen Kommission vor allem der Europapolitik. Auch in Europa ging die Karriere rapide voran, denn 2004 wurde Wallström stellvertretende Vorsitzende der Kommission und war damit an der zweithöchsten Position Europas, unmittelbar nach José Manuel Barroso. In dieser Zeit war die Beliebtheit von Margot Wallström bereits so hoch, dass das schwedische Volk die niederschmetternde Kritik des The Economist im Jahre 2009, nach dem ihr Einsatz in Europa geradezu zu vernachlässigen sei, gar nicht erst beachtete. Im Jahre 2010 wechselte Wallström dann von der Europapolitik zu einem Auftrag der Vereinten Nationen und sollte die Situation der Frauen in Krisengebieten beobachten, ein Auftrag, der 2012 ohne große Ergebnisse endete. Anfang 2013 wurde Margot Wallström dann Projektdirektoren der häufig kritisierten Svenska Postkodlotteriet und rechtzeitig vor den Wahlen 2014 erklärte Stefan Löfven, dass die Politikerin nun zurück in der schwedischen Politik sei und dort ihre Stärken beweisen werde. Nach Wettbüros wird Wallström die neue Außenministerin des Landes.


28. September 1675: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
28. September 1797: Die schwedische Schriftstellerin Sophie von Knorring
28. September 1911: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen
28. September 1994: Der Untergang der M/S Estonia in der Ostsee
28. September 1994: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
28. September 1998: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. September 2014

Der schwedische Politiker Håkan Juholt

Håkan Juholt kam am 16. September 1962 als Sohn eines Typographen und Lokalpolitikers in Oskarshamn zur Welt und besuchte nach der Hauptschule die zweijährige soziale Linie am Gymnasium. Nach Abschluss des Gymnasiums begann Juholt als Reporter und Fotograf für die sozialdemokratische Tageszeitung Östra Småland och Nyheterna in Oskarshamn und in Högsby zu arbeiten, ohne jedoch während seiner 14-jährigen Tätigkeit dort beruflich aufzusteigen. Parallel zu seiner journalistischen Tätigkeit war Juholt zwischen 1984 und 1990 auch Vorsitzender des lokalen Jugendverbandes der Sozialdemokraten.

Als Håkan Juholt dann 1994 für den Wahlkreis Kalmar ins Parlament gewählt wurde, ließ er sich von der Zeitung beurlauben und spezialisierte sich, wenn auch ohne jede entsprechende Vorbildung, auf Verteidigungsfragen, eine Aufgabe, die er bis zu seiner Wahl zum Vorsitzenden der Sozialdemokraten fortsetzte. Während Håkan Juholt in Kalmar und in Oskarshamn immer eine wichtige Rolle innerhalb der Partei spielte,  nahm er in Stockholm bis 2011 immer nur eine Nebenrolle ein, auch wenn er dort indirekt zur Führungsschicht der Partei gehörte.

Als Mona Sahlin am 1. April 2011 sowohl als Vorsitzende der Sozialdemokraten zurücktrat als auch ihren Platz im Parlament zur Verfügung stelle, wurde Håkan Juholt, der dem linken Flügel der Partei angehört, während eines außerordentlichen Kongresses zum Vorsitzenden der Partei gewählt. In dieser Zeit setzte er sich für die Schaffung von Arbeitsplätzen, Altenpflege und andere sozialen Reformen ein, wenn auch ohne größeren Erfolg. Nur zehn Monate später stolperte Juholt jedoch darüber, dass es sich seine privat genutzte Wohnung in Stockholm aus Steuergeldern finanzieren ließ. Bereits am 21. Januar 2012 legte der Politiker dann den Vorsitz nieder und überließ seien Platz dem in der Mitte angesiedelten Sozialdemokraten Stefan Löfven.


16. September 1583: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung
16. September 1967: Glasskulptur in Schweden: Das Prisma in Norrköping
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

Schweden hatte im Laufe der Geschichte zweimal eine Samlingsregering, eine Sammelregierung, die sich aus der Mehrheit aller Parteien zusammensetzte und dadurch eine bessere Krisenbewältigung garantieren sollte. Die erste Sammelregierung, die sogenannte Lundeberg-Regierung entstand unter der norwegisch-schwedischen Krise im Jahre 1905 und die zweite Samlingsregering, die Hansson-Regierung, entstand am 13. Dezember 1939 als Folge des finnischen Winterkrieges.

Die Hansson-Regierung, die ihren Namen nach dem damaligen Ministerpräsidenten Per-Albin Hansson erhielt, vereinte die Sozialdemokraten, den Bauernverband (heute Zentrumspartei), die Volkspartei und die Rechten (heute Moderaten). Ausgeschlossen von der Regierung waren nur die beiden kleinen Parteien der Sozialisten und der Kommunisten, da diese der Sowjetunion nahe standen.

In der Tat wurde durch die Sammelregierung das Parlament außer Kraft gesetzt und die Regierung beschäftigte sich vor allem mit außenpolitischen Fragen des Landes. Die internen Probleme Schwedens wurden bis zum 31. Juli 1945, dem Ende der gemeinsamen Regierung, auf Eis gelegt. Ab 1941 gab dies der Regierung auch die Möglichkeit Zeitungen und Zeitschriften zu zensieren oder einzelne Auflagen zu beschlagnahmen. Von dieser Maßnahme war insbesondere die links gerichtete Presse wie die Norrskensflamman betroffen. Aber auch anderen Zeitschriften wurden regelmäßig beschlagnahmt wenn in ihnen die deutsche Politik kritisiert wurde, da dies als Gefahr für die innere Sicherheit Schwedens galt.


13. Dezember 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
13. Dezember 1981: Anders Österling, der Landschaftsdichter Skånes 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Grünen Schwedens werden gegründet

Auch die schwedische Miljöpartiet de gröna, die Grünen Schwedens, haben ihren Ursprung in der außerparlamentarischen Opposition, die sich Ende der 60er Jahre in ganz Europa bildete, wobei die Friedensbewegung, der Kampf gegen die Kernenergie und die Fragen nach Solidarität und Mitentscheidung des Volkes im Zentrum lagen. Der entscheidende Anstoß sich politisch zusammenzuschließen, kam jedoch aus Deutschland, wobei für Schweden weniger die Parteigründung der Grünen eine Rolle spielte, sondern vielmehr Petra Kelly mit ihren Argumenten den Ausschlag gab.

Die schwedische Miljöpartiet wurde zwar offiziell erst im Jahre 1981 gegründet, ein Jahr vor den folgenden Parlamentswahlen, aber als Startdatum zählt man den 25. Oktober 1980, als sich etwa 50 Personen des ganzen Landes in der Hagalundsskolan in Solna trafen um über die Bildung einer grünen Partei zu diskutieren, die block-neutral sein sollte, damit die Ziele der Mitglieder vertreten werden konnten und nicht eine pauschale Links- oder Rechtspolitik. Die Gruppe nannte sich allerdings noch nicht Miljöpartiet, sondern Aktionsgruppen för ett Framtids- och Miljöparti.

Obwohl sich die Mitglieder der grünen Gruppe bereits aus Aktivisten der unterschiedlichsten schwedischen Bewegungen zusammensetzte, die alle bereits politische Erfahrungen gesammelt hatten, gelang es den schwedischen Grünen bei der ersten Parlamentswahl gerade einmal 1,7 Prozent der Wählerstimmen zu erhalten und sie konnten daher nicht in das Parlament einziehen. Ab 1984 begann sich die Miljöpartiet de gröna sich zu organisieren und sie führten eine gemischte Führung ein bei der als Vorsitzende der Partei grundsätzlich ein Mann und eine Frau mit den gleichen Rechten auftreten sollten, seit 2011 Åsa Romson und Gustav Fridolin. Seit dem Regierungswechsel des Jahres 2014 bilden die Grünen eine Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten, was durch starke Kompromisse geprägt ist und die Partei weit vor ihrem ursprünglichen Ziel entfernte.


25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Mai 2012

Gustav Fridolin und die Grünen Schwedens

Am 10. Mai 1983 wurde Gustav Fridolin in Önnestad in Skåne geboren, ein Politiker, der heute, gemeinsam mit Åsa Romson, Sprecher der Grünen Schwedens ist. Der kritische Journalist und Lehrer an der Volkshochschule hat diese Position seit 2011 und begann bereits als Elfjähriger seine Karriere, als er eines der jüngsten Mitglieder der Partei wurde. Seine Motivation kam allerdings durch einer Strafarbeit, die ihn dazu zwang eine Wahldebatte im Fernsehen zu folgen und darüber zu berichten, was ihm bedeutende Denkanstöße bot und ihn direkt zur grünen Politik führte.

Gustav Fridolin beschäftigte sich anschließend so stark mit der grünen Politik Schwedens, dass er bereits ein Jahr später als Sprecher des Parteikongresses in Alingsås auftrat. Sein Engagement blieb am Leben, so dass er dann 1999, im Alter von 16 Jahren, Sprecher des nationalen Jugendbundes der Grünen wurde und Gustav Fridolin mit 19 Jahren der jüngste Politiker des schwedischen Parlaments wurde, denn nie zuvor konnte dort 19-jähriger einziehen. Bei den Wahlen im Jahre 2010 wurde Gustav Fridolin, nachdem er auf eigenen Wunsch eine Periode ausgesetzt hatte, für eine weitere Wahlperiode bestätigt.

Im Gegensatz zu manch anderen führenden Politikern Schwedens hat Gustav Fridolin auch eine solide Ausbildung, denn außer einem dreijährigen Studium orientalischer Sprachen an der Universität Stockholm schloss er in Linköping auch ein Studium als Lehrer für schwedische Volkshochschule ab, einem Beruf, den er ab 2007 mit den Fächern Geschichte und Gesellschaftskunde ausübte. Auf Grund seiner Leistungen und nach der Veröffentlichung mehrere Bücher zur Lage Schwedens wurde Fridolin auch in den Vorstand der Hochschule auf Gotland gewählt. Mit dem Regierungswechsel im Jahre 2014 wurde Fridolin am 3. Oktober 2014 zum Kultusminister ernannt.


10. Mai 1963: Rechtsverkehr in Schweden
10. Mai 2006: Nils Strinning, ein Architekt wird als Designer bekannt 

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Montag, 27. Februar 2012

Der König Schwedens wird politisch entmachtet

Am 27 Februar 1974 entschloss sich das schwedische Parlament Schweden eine neue Regierungsform zu bieten und damit dem König jede politische Macht zu nehmen. Die neue Regierungsform wurde zum 1. Januar 1975 gültig und baut darauf auf, dass die gesamte Macht vom Volk ausgeht, das durch das Parlament vertreten wird. Der schwedische König war von diesem Tag an zwar zum Staatschef degradiert geworden, aber die Monarchie als solches wurde beibehalten.

Bis zur Änderung der Regierungsform galt in Schweden noch jene von 1809, obwohl sie nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Punkten kaum noch eine wichtige Rolle spielte. Es konnte jedoch kein Ministerpräsident ohne die Unterschrift des Königs eingesetzt werden und jede Verordnung und jedes Gesetz musste erst vom König gebilligt werden. Theoretisch war es daher jederzeit möglich, dass der König auch wieder die tatsächliche Macht ergriff und bei einer Entscheidung des Parlaments seine Unterschrift verweigerte oder eigene Gesetze durchsetzte.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war bereits laut geworden, der Macht des Königs ein Ende zu bereiten, wobei die Sozialdemokraten in ihren Statuten selbst die Gründung einer Republik fordern. Da das Königshaus jedoch ungemein beliebt beim Volke war, war es unmöglich den König abzusetzen, oder selbst auf eine schnelle Änderung der Regierungsform zu beharren. Rund 20 Jahre lang schob man daher die Entscheidung vor sich her, bis das Volk dieser Reform mehrheitlich positiv gegenüber stand. Auch wenn der König seit 1975 niemanden mehr in den Adelsstand erheben kann und aus der Gesetzgebung ausgeschlossen wurde, so ist es nach wie vor der König, der Personen, die sich besonders für Schweden verdient machten, den Ritterorden und Staatsmedaillen verleiht.

27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

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Freitag, 9. Dezember 2011

Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Am 9. Dezember 1975 wurde in Schweden das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für Bewohner des Landes eingeführt, die noch nicht naturalisiert sind oder auch ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft behalten wollen. Das schwedische Parlament sah dies als Demokratisierung des Landes an, in dem Frauen erstmals im Jahre 1921 wählen konnten und sogar erst 1945 auch Arme bei den allgemeinen Wahlen in Schweden zugelassen wurden. Schweden nahm damit innerhalb nur eines Jahrhunderts alle Schritte der Demokratisierung des Wahlrechts.

Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass noch 1892 in 44 schwedischen Gemeinden jeweils eine einzige Person über mehr als 50 Prozent aller Stimmen verfügte und damit allein über die Zukunft des Ortes entscheiden konnte. 1908 durften dann, nach den damaligen Bestimmungen, gerade einmal zehn Prozent aller Schweden ihre Stimme abgeben und ab 1945 durften dann auch Personen, die von der Sozialhilfe lebten oder in Konkurs gegangen waren, über die Führung des Ortes, der Region und des Landes entscheiden.

Das allgemeines Wahlrecht für ausländische Bürger, die in Schweden leben, hat natürlich einige Beschränkungen, denn nur Personen mit schwedischer Staatsangehörigkeit dürfen das Parlament wählen. Alle anderen können an Lokal- und Regionalwahlen teilnehmen und sich auch als Kandidat aufstellen lassen. Ein Unterschied besteht auch, ob der Wahlberechtigte aus einem europäischen Land kommt oder nicht, denn Europäer können, sobald sie eine Personennummer besitzen, an den Wahlen teilnehmen, während Nichteuropäer vorher drei Jahre lang ihren Hauptwohnsitz in Schweden haben müssen.

9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman 

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Montag, 12. September 2011

Die ersten freien Parlamentswahlen in Schweden

Am 12. September 1921 fanden in Schweden die ersten freien Parlamentswahlen statt, nachdem den Frauen des Landes erst am 24. Mai 1919 das Wahlrecht gewährt worden war und sie 1921 daher nicht nur die Führung Schwedens mit wählen durften, sondern auch ins Parlament gewählt werden konnten. 1921 konnten daher statt 1,2 Millionen Bürger plötzlich 3,2 Millionen vor die Urnen treten, wobei sich in diesem Jahr jedoch nur 47 Prozent der schwedischen Frauen dazu entschlossen an der Wahl teilzunehmen. Fünf Frauen waren anschließend akiv an der Politik Schwedens beteiligt.

Noch bis 1911 waren jedoch nicht nur Frauen von der schwedischen Politik und dem Parlament ausgeschlossen, sondern auch die Mehrheit der Männern. Zwischen 1867 und 1911 hatten nur 5,5 Prozent der Schweden, bzw. 21 Prozent aller Männer über 21 ein Stimmrecht und konnten in eine der Kammern des Parlaments gewählt werden. In dieser Zeitspanne war das Wahlrecht nämlich mit einem gewissen Vermögen und dem Einkommen verbunden. Außerdem mussten sämtliche Steuern bezahlt sein um als wahlmündig betrachtet zu werden.

Innerhalb von nur zehn Jahren machte daher die schwedische Politik einen enormen Schritt in den Fragen der Gleichberechtigung voran. Bereits 1919 wagten nur noch wenige Politiker des rechten, konservativen Flügels am Entscheidungsvermögen der Frauen Frauen offen zu zweifeln. Aber auch wenn 1921, also vor 90 Jahren, den Frauen eine politische Gleichberechtigung in Schweden zugesagt wurde, so sind auch heute noch 192 Männer und nur 157 Frauen im Parlament vertreten, 8 weniger als noch bei den letzten Wahlen.

12. September 1984: Die schwedische Sängerin Petra Marklund
12. September 1997: Stikkan Anderson, Musik für die schwedische Gruppe Abba

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Dienstag, 24. Mai 2011

Frauen bekommen in Schweden das allgemeines Wahlrecht

Im selben Jahr wie in Deutschland, jedoch mehrere Jahre nach den skandinavischen Nachbarn, erhielten die schwedischen Frauen am 24. Mai 1919 das allgemeine Wahlrecht und wurden in diesem Punkt den Männern gleichgestellt. Die ersten Parlamentswahlen, bei denen eine bedeutende Anzahl an Frauen auch zu den Urnen schritt, wurden dann im Jahre 1921 abgehalten.

Der erste Antrag für das allgemeine Wahlrecht von Frauen wurde allerdings bereits 1884 eingereicht, wurde jedoch von kaum einem Mitglied der Regierung gestützt. Erst als sich ab etwa 1900 die Frauen begannen zu organisieren und 1903 einen Landesverband gründeten, der sich für ihr Stimmrecht einsetzte, kam Bewegung in die Angelegenheit. Und als der Verein 1913 dann bereits 17.000 Mitglieder zählte und bei einer Petition 350.000 Unterschriften vorweisen konnte, kam ihr Wahlrecht in greifbare Nähe.

Allerdings konnte auch im Jahre 1919 nicht jeder Schwede oder jede Schwedin wählen, da das Wahlrecht an mehrere Bedingungen geknüpft war. So konnte niemand, der von der Sozialfürsorge lebte, wählen, niemand, der in Konkurs gegangen war, kein Mann, der seine Wehrpflicht nicht abgeleistet hatte und niemand der wegen einem Vergehen sein Stimmrecht verloren hatte.

Sveriges Radio Värmland bietet mit dem kurzen Artikel „När värmlandskvinnorna krävde rösträtt“ eine zweiteilige Reportage über den Kampf der Frauen, der schließlich mit dem allgemeinen Wahlrecht für Frauen endete.

24. Mai 1909: Schweden gründet die ersten Nationalparks Europas
24. Mai 1973: Die schwedische Countrysängerin Jill Johnson 

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