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Samstag, 5. April 2014

Axel von Fersen der Ältere in der Opposition

Axel von Fersen der Ältere kam am 5. Spril 1719 in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn, allerdings nicht in Schweden, sondern in Frankreich, einem Land, in dem er sehr schnell Karriere machte. Als von Fersen im Alter von 29 Jahren als französischer Generalmajor nach Schweden zurückkehrte, fehlte es ihm nicht an Bescheidenheit und er forderte von Kronprinz Adolf Fredrik den gleichen Rang im schwedischen Heer, ein Unterfangen, das der Kronprinz ablehnte da dies sehr grosse Spannungen mit anderen militärischen Führern verursacht hätte.

Womit Kronprinz Adolf Fredrik allerdings nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass die Ratsherren Axel von Fersen in seinem Vorhaben unterstützten, da dort zum einen der Vater von Fersens einen bedeutenden Einfluss hatte und zum anderen wollte der Rat der Hutpartei, also der Opposition, eine grössere Rolle bieten, der Partei, der auch Axel von Fersen der Ältere angehörte. Durch eine Intrige erhielt von Fersen daher seinen Rang, was jedoch der Beginn eines internen Kampfes zwischen dem Militär und dem Kronprinzen wurde, obwohl von Fersen bei den Auseinandersetzungen zwischen den Parteien Mützen und Hüten eher als Vermittler diente und damit auch den König und den Kronprinzen stützte.

Axel von Fersen der Ältere wurde ab 1755 der Führer der Hüte und entschied damit zum Teil über die Entwicklung der schwedischen Politik jener Epoche, wobei er durch Verbindungen und Intrigen auch den Fortschritt der Hofpartei Mützen teilweise bremsen konnte. Als dann Gustav III. König Schwedens wurde, kam es zum Bruch zwischen Monarchie und Axel von Fersen, da letzterer gegen das uneingeschränkte Machtstreben des Königs war. Nach dem Staatsstreich Gustav III. im Jahre 1772 wollte der König indes seinen politischen Gegner indirekt ausschalten und ernannte von Fersen zum Reichsrat. Bereits nach wenigen Monaten erkannte von Fersen jedoch die Falle und trat zurück um verstärkt gegen das Machtstreben des Königs vorzugehen. Im Jahre 1789 war dem König klar geworden, dass er seine Macht nur ausdehenen konnte wenn er die Spitze der Opposition, darunter von Fersen, festnehmen liess. Auch wenn die Politiker bald wieder entlassen wurden, so war die Karriere von Fersens damit jedoch beendet. Am 24. April 1794, nur wenige Jahre später, starb der Oppositionsführer in Stockholm.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache 
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand 
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens 
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. April 2014

Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson

Gustaf Johan Gyllenstierna starb am 4. April 1764 unter dem Namen Johan Axelsson weit entfernt von seiner Heimat und konnte dennoch dafür dankbar sein noch am Leben zu sein und zudem als Beamter im russischen Dienst seinen Lebensunterhalt verdienen zu können,  denn er war in den Jahren 1740/41 in Schweden zwischen die politischen Stühle geraten und war im Kampf der Hüte gegen die Mützen, zwei streitenden Parteien, zu einem wichtigen Spielball der Hüte geworden.

Die Partei der Hüte hatte mit seiner Kriegspolitik seit Jahren versucht die Mützen zu schwächen. Ihre Chance kam, als sie in der Nacht zum 26. Februar 1641 Gustaf Johan Gyllenstierna die russische Botschaft verlassen sahen, was in dieser Zeit als Verrat am Lande gewertet wurde. Die Hüte bliesen diese Affäre so weit auf wie möglich, wobei hierbei das Ziel war nicht nur Gyllenstierna zu komprimitieren, sondern die Gegenpartei in der mehrere Verwandte des „Spions“ wichtige Positionen einnahmen, zu schwächen. Gyllenstierna war in diesem Rahmen das schwächste Glied der Partei, was die Mützen umso anfälliger machte.

Mit dem Versprechen milder behandelt zu werden, gelang es der von den Hüten eingesetzte Spionagekommission Gustaf Johan Gyllenstierna dazu zu bewegen zahlreiche Namen unter den Mützen zu nennen, die ebenfalls in irgendeiner Weise Beziehungen zu Russland hatten und dies dank der Tortur auch zugaben. In der Tat wurde Gyllenstierna bei diesem Prozess jedoch nicht nur zum Tode verurteilt, sondern verlor auch sämtlichen Besitz und die Ehre, wurde also zu Johan Axelsson. Die Adeligen Schwedens milderten dann das Urteil und steckten den Verräter erst ins Gefängnis um ihn jedoch später aus Schweden auszuweisen. Gyllenstierna, der am 24. Juni 1709 geboren worden war, entschied sich bei der Ausweisung im Jahre 1743 nach Livland zu gehen wo ihm die russische Zarin Elisabeth von Russland zur Entschädigung ein Gut schenkte.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar 
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands 
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt 
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin 
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens 
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin