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Montag, 27. Juli 2015

Die Karriere von Adolf Göran Mörner af Morlanda

Adolf Göran Mörner af Morlanda kam am 27. Juli 1773 als Sohn eines Hofmarschalls in Esplunda in Närke zur Welt und wurde von seinem Vater im Alter von 10 Jahren als Fähnrich in der Svea Livgarde eingeschrieben und wurde, nur ein Jahr später, zum Kammerjunker des Königs ernannt, was ihm eine sichere politische Karriere garantieren sollte. Mit 15 Jahren schrieb sich der Jugendliche daher auch an der Universität Uppsala ein um dort drei Jahre später sein Kanzleiexamen abzulegen. Noch im gleichen Jahr wurde Mörner af Morlanda in der Königlichen Kanzlei angestellt, wo er in wenigen Jahren bis zum Botschaftssekretär aufstieg.

Nach seiner Dienstzeit an der Botschaft in Wien und einem längeren Aufenthalt in Paris kehrte Adolf Göran Mörner im Jahre 1795 zurück nach Schweden um erst im Kabinett des Außenministeriums zu arbeiten, ein Amt, das er jedoch bald darauf aufgab um erst Kavalier und dann Kammerherr bei der Herzogin des Södermanland zu werden. In dieser Zeit kam Mörner in Verbindung mit der Opposition und schon 1800 zeigte er sich als einer der heftigsten Kritiker des damaligen Regimes. Der Politiker wollte selbst seinen Adelstitel ablegen und damit eine klare Stellung in der Opposition einnehmen. Nur sein Vater konnte ihn letztendlich von diesem Schritt abhalten.

Allerdings führte der Einfluss von Adolf Göran Mörner in der Opposition dazu, dass er sämtliche seiner Ämter in der Politik und am schwedischen Hof verlor und sich daher auf seine Güter zurückzog. Mit der Revolution des Jahres 1809 kehrte Mörner jedoch, mit Hilfe seiner Freunde, zurück in die Politik und hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Handels- und Finanzpolitik jener Zeit. Gemeinsam mit Lars von Engeström arbeitete Mörner selbst einen Handelsvertrag mit Nordamerika aus. Im Jahre 1818, als Adolf Göran Mörner zum Ritter ernannt wurde, wurde er auch in die Svenska Akademien gewählt, während ihn seine politische in diesen Jahren bis zum Außenminister führte. Mörner starb am 30. Januar 1838 im Alter von 64 Jahren in Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. April 2014

Axel von Fersen der Ältere in der Opposition

Axel von Fersen der Ältere kam am 5. Spril 1719 in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn, allerdings nicht in Schweden, sondern in Frankreich, einem Land, in dem er sehr schnell Karriere machte. Als von Fersen im Alter von 29 Jahren als französischer Generalmajor nach Schweden zurückkehrte, fehlte es ihm nicht an Bescheidenheit und er forderte von Kronprinz Adolf Fredrik den gleichen Rang im schwedischen Heer, ein Unterfangen, das der Kronprinz ablehnte da dies sehr grosse Spannungen mit anderen militärischen Führern verursacht hätte.

Womit Kronprinz Adolf Fredrik allerdings nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass die Ratsherren Axel von Fersen in seinem Vorhaben unterstützten, da dort zum einen der Vater von Fersens einen bedeutenden Einfluss hatte und zum anderen wollte der Rat der Hutpartei, also der Opposition, eine grössere Rolle bieten, der Partei, der auch Axel von Fersen der Ältere angehörte. Durch eine Intrige erhielt von Fersen daher seinen Rang, was jedoch der Beginn eines internen Kampfes zwischen dem Militär und dem Kronprinzen wurde, obwohl von Fersen bei den Auseinandersetzungen zwischen den Parteien Mützen und Hüten eher als Vermittler diente und damit auch den König und den Kronprinzen stützte.

Axel von Fersen der Ältere wurde ab 1755 der Führer der Hüte und entschied damit zum Teil über die Entwicklung der schwedischen Politik jener Epoche, wobei er durch Verbindungen und Intrigen auch den Fortschritt der Hofpartei Mützen teilweise bremsen konnte. Als dann Gustav III. König Schwedens wurde, kam es zum Bruch zwischen Monarchie und Axel von Fersen, da letzterer gegen das uneingeschränkte Machtstreben des Königs war. Nach dem Staatsstreich Gustav III. im Jahre 1772 wollte der König indes seinen politischen Gegner indirekt ausschalten und ernannte von Fersen zum Reichsrat. Bereits nach wenigen Monaten erkannte von Fersen jedoch die Falle und trat zurück um verstärkt gegen das Machtstreben des Königs vorzugehen. Im Jahre 1789 war dem König klar geworden, dass er seine Macht nur ausdehenen konnte wenn er die Spitze der Opposition, darunter von Fersen, festnehmen liess. Auch wenn die Politiker bald wieder entlassen wurden, so war die Karriere von Fersens damit jedoch beendet. Am 24. April 1794, nur wenige Jahre später, starb der Oppositionsführer in Stockholm.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache 
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand 
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens 
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet

Wenn man heute die schwedische Abendzeitung Aftonbladet kauft, so kauft man eine Zeitung, die zwar den Stempel linksliberal trägt, aber zu 91 Prozent dem norwegischen Mediagiganten Schibsted gehört und nur noch zu neun Prozent dem schwedischen Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige), also nur noch wenig mit einer oppositionellen linkgsgerichteten Zeitung zu tun hat, was auch der erste Blick auf die Titelseite sehr deutlich bestätigt.


Bevor jedoch am 6. Dezember 1839 das erste Aftonbladet erschiene, das als der Vorläufer der heutigen Abendzeitung gilt, gab es bereits ein anderes Aftonbladet in Schweden, das jedoch nur vom 16. September 1811 bis zum 2. Januar 1833 existierte, also zu einer Zeit, als eine Tageszeitung nur für einige hundert Personen erstellt wurde und das Mediageschehen die Volksmasse noch gar nicht erreicht hatte. Dieses erste Aftonbladet starb mit dem Tod des Herausgebers Georg Löwegren, der im übrigen nicht nur das Aftonbladet herausgab, sondern zwischen 1813 und 1832 auch die Götheborgs-Posten.

Als Lars Johan Hierta dann am 6. Dezember 1830 die erste Ausgabe des „neuen“ Aftonbladets veröffentlichte, so stellte er sich damit auf die Seite der Gegner des Königshauses, was erhebliche Konsequenzen hatte, denn auch wenn die Pressefreiheit bereits 1766 in Schweden eingeführt wurde, so kamen die finanziellen Unterstützungen vom Königshaus und erreichten somit kein Aftonbladet. Zum anderen benötigte man für die Herausgabe einer Zeitung eine Genehmigung, die dem Aftonbladet allein im Jahre 1838 zehn Mal entzogen wurde, so dass Hierta jedes Mal einen neuen Strohmann finden musste, der einen neuen Antrag stellte. Der König konnte jedoch nicht verhindern, dass das Aftonbladet Ende der 30er Jahre die meist verkaufte Zeitung Schwedens war und vom Volk gelesen wurde.

6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht



Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Grünen Schwedens werden gegründet

Auch die schwedische Miljöpartiet de gröna, die Grünen Schwedens, haben ihren Ursprung in der außerparlamentarischen Opposition, die sich Ende der 60er Jahre in ganz Europa bildete, wobei die Friedensbewegung, der Kampf gegen die Kernenergie und die Fragen nach Solidarität und Mitentscheidung des Volkes im Zentrum lagen. Der entscheidende Anstoß sich politisch zusammenzuschließen, kam jedoch aus Deutschland, wobei für Schweden weniger die Parteigründung der Grünen eine Rolle spielte, sondern vielmehr Petra Kelly mit ihren Argumenten den Ausschlag gab.

Die schwedische Miljöpartiet wurde zwar offiziell erst im Jahre 1981 gegründet, ein Jahr vor den folgenden Parlamentswahlen, aber als Startdatum zählt man den 25. Oktober 1980, als sich etwa 50 Personen des ganzen Landes in der Hagalundsskolan in Solna trafen um über die Bildung einer grünen Partei zu diskutieren, die block-neutral sein sollte, damit die Ziele der Mitglieder vertreten werden konnten und nicht eine pauschale Links- oder Rechtspolitik. Die Gruppe nannte sich allerdings noch nicht Miljöpartiet, sondern Aktionsgruppen för ett Framtids- och Miljöparti.

Obwohl sich die Mitglieder der grünen Gruppe bereits aus Aktivisten der unterschiedlichsten schwedischen Bewegungen zusammensetzte, die alle bereits politische Erfahrungen gesammelt hatten, gelang es den schwedischen Grünen bei der ersten Parlamentswahl gerade einmal 1,7 Prozent der Wählerstimmen zu erhalten und sie konnten daher nicht in das Parlament einziehen. Ab 1984 begann sich die Miljöpartiet de gröna sich zu organisieren und sie führten eine gemischte Führung ein bei der als Vorsitzende der Partei grundsätzlich ein Mann und eine Frau mit den gleichen Rechten auftreten sollten, seit 2011 Åsa Romson und Gustav Fridolin. Seit dem Regierungswechsel des Jahres 2014 bilden die Grünen eine Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten, was durch starke Kompromisse geprägt ist und die Partei weit vor ihrem ursprünglichen Ziel entfernte.


25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin