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Donnerstag, 24. September 2015

Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten

Am 24. September 1838 erschien die erste Nummer des Östgöta Correspondenten, einer Zeitung, die in kürzester Zeit eine der berüchtigsten und am meist gelesenen Zeitungen Schwedens wurde, zumindest unter jenen die außerhalb Stockholms erschienen. Dies lag natürlich an seinem Herausgeber und Chefredakteur Henrik Bernhard Palmær, der schon vorher wegen seiner spitzen Feder bekannt geworden war und in seiner Zeitung schonungslos, wenn auch nur verbal, auf alle seine Feinde losging. Wenn man damals in einer Zeitung auf einen Skandal warten konnte, so war es im Östgöta Correspondenten.

Allerdings zeigte sich die Sprunghaftigkeit und das Streben nach immer Neuem bei Palmær auch als Herausgeber des Östgöta Correspondenten, denn bereits 1840 wurde Carl Fredrik Ridderstad zum zweiten Mann und Mitteilhaber der Zeitung und 1842 übernahm dieser die damalige Wochenzeitung ganz. Zwischen der Übernahme und 1886 machte Ridderstad den Corren, wie die Zeitung noch heute allgemein genannt wird, zur vielleicht einflussreichsten Zeitung Schwedens, auch wenn sie weitab vom Geschehen in Stockholm entstand. Ridderstad hatte es verstanden den aggressiven Stil seines Vorgängers zu behalten, aber er verzichtete auf persönliche Angriffe, ohne sich jedoch je von der Bürgerschicht abzuwenden.

Als auch Ridderstad den Östgöta Correspondenten verließ, wurde aus dem bis dahin liberalen Blatt eine extrem konservative Zeitung, die den Protektionismus in Schweden propagierte, wobei sich der Corren 1892 dann auch in eine Tageszeitung verwandelte, die sechsmal die Woche erschien. Ohne den aggressiven Journalismus von Palmær und ohne die Feder Ridderstads verlor der Östgöta Correspondenten allerding eine Teil seines Einflusses und viele Leser. Erst als die Tageszeitung im Jahre 1995 mit einer Netzauflage begann, stieg die Anzahl der Leser wieder stark an und der Ruf der Zeitung verbesserte sich erheblich. Nur ein Jahr nachdem der Corren dann 2007 zur besten schwedischen Tageszeitung gekrönt worden war, wurde sie jedoch an die Norrköpings Tidningar verkauft und gehört nun zum NTM-Konzern. Auch wenn der Inhalt des Östgöta Correspondenten heute bürgerlich konservativ ist, bezeichnet er sich selbst als liberal.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 7. Juli 2012

Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus

Henrik Bernhard Palmær starb am 7. Juli 1854 im Alter von knapp 53 Jahren als einer der vielleicht bissigsten Satiriker der schwedischen literarischen Landschaft, der im Laufe seines Lebens nahezu mit allen seinen Feinden auf literarische Weise abrechnete und sich am wohlsten fühlte, wenn er sich mit der Dummheit, Grausamkeit, Oberflächlichkeit und dem überflüssigen Glanz der damaligen Oberschicht auseinandersetzen konnte.

Henrik Bernhard Palmær begann nach seinem Studium in Uppsala als Chemie- und Pharmazieassistent beim Karolinska Institutet in Stockholm und zeigte dort bereits die Züge mit denen er durch sein ganzes Leben ging. Er war unbeständig und wenig für eine regelmäßige Tätigkeit geeignet. Das Ergebnis war daher, dass er seinen Arbeitsplatz nach drei Jahren verlor. Nach ebenso kurzer Zeit musste er dann auch das Aftonbladet verlassen und als sein Antrag als Lehrer von Beginn an scheiterte, gründete er die Zeitung Östgöta Correspondenten, die heute noch existiert.

Ab dieser Zeit entwickelte er dann seine extrem bissige Satire mit der er alle persönlichen Feinde angriff, was auch dazu führte, dass er wegen seinem Artikel „Yttersta domen i Kråkvinkel“ wegen Gotteslästerung angezeigt und die Zeitung beschlagnahmt wurde. Nach dem Freispruch kommentierte er dann die Verhandlung ebenfalls auf seine Weise. Aber auch dieses Projekt fesselte Henrik Bernhard Palmær nicht sehr lange und schon bald übergab er einem Mitarbeiter die Zeitung. Da Palmær immer nach kurzer Zeit etwas Neues beginnen musste, reiht sich dann ein Projekt an das andere. Noch kurz vor seinem Tod setzte er dann die „Östgöta-Gazetten“ in die Welt, die mit seinem Tod und nach 19 Nummern eingestellt wurde.


7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg 
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin