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Freitag, 12. Juni 2015

Sankt Eskil, der Schutzheilige des Södermannlands

Auch wenn der Vorname Eskil, der am 12. Juni jeden Jahres gefeiert wird, nicht zu den Modenamen Schwedens gehört, so ist er weit verbreitet und hat eine lange nordische Geschichte, so dass er sogar als ursprünglich nordischer Name gilt, obwohl die Geschichte des Namens nach England führt, da der Mönch Eskil zur Blütezeit der Wikinger, gemeinsam mit dem legendären Sankt Sigfrid, nach Schweden kam und den Auftrag hatte das Södermanland vom heidnischen Glauben zum wahren Glauben zu führen, dem Katholizismus. Wie auch Mönch Sigfrid, so kam Eskil auf Einladung des christianisierten Königs Inge der Ältere nach Schweden, vermutlich im Glauben, dass der König mehr Macht in Schweden hatte als tatsächlich der Fall war.

Die Geschichte des Heiligen Eskils ist nur in Form von Legenden bekannt, denn seine Name taucht erstmals nach 1120 in der Legende um Knut den Heiligen auf, über 40 Jahre nach dem Tod des Apostels des Södermanlands, und seine Biografie wurde sogar erst rund 200 Jahre später, vermutlich von Bischof Brynolf Algotsson, im Eskilsofficium aufgezeichnet. Der Wahrheitsgehalt der Legende um Eskil muss daher mit gewisser Vorsicht betrachtet werden, da die Mönche und Bischöfe jener Zeit sehr viel mit Wundern arbeiteten um die sogenannten Heiden davon zu überzeugen, dass ihr Gott mächtiger sei als die heidnischen Götter.

Nach der Legende hatte Eskil große Fortschritte im Södermanland erreicht, aber als in Strängnäs erneut ein heidnisches Opferfest gefeiert werden sollte, reiste Eskil in den Ort um dort eine Strafpredigt zu halten. Als Eskil, umgeben von einer revoltierenden Volksmenge, Gott um Hilfe anrief, schickte dieser einen Sturm mit Schnee, Hagel und Regen, der den Opferplatz zerstörte und alle traf, außer Eskil selbst. Ein heidnischer Wahrsager verletzte anschließend den Heiligen am Kopf und schleppte ihn zum neuen König Blot-Sven, der Eskil zum Tode verurteilte. Als der Mönch dann zu seiner eigenen Kirche zur Beerdigung gebracht werden sollte, legte sich bei Eskilstuna ein dichter Nebel über die Gruppe und der Körper des Heiligen wurde so schwer, dass er nicht mehr weiter transportiert werden konnte. Aus diesem Grund wurde an dieser Stelle eine Kirche zu Ehren des Heiligen gebaut und die Stadt Eskilstuna entstand.


12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1789: Die Schlacht bei Porrassalmi und Gustav III.
12. Juni 1912: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
12. Juni 1916: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau
12. Juni 1946: Kostenloses Schulessen in Schweden
12. Juni 1947: Rose Lagercrantz und das kritische Jugendbuch Schwedens
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. September 2012

Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Am 2. September 1932 starb Johan August Gustafsson in Borgholm auf Öland, ein Künstler, der nur als JAGS und als Gustav-Jon bekannt ist und der einzige der Familie war, der auf Öland blieb um dort den kleinen Bauernhof des Vaters zu übernehmen. Seine drei Brüder und die Schwester wanderten nach Australien aus um nie mehr in die ärmlichen Verhältnisse zurückzukehren. Da der Bauernhof zu wenig abwarf um davon überleben zu können, betätigte sich Gustav-Jon noch mit dem Fischfang und suchte am Strand nach Wrackteilen, die irgendwelchen Wert hatten.

Als dann die Preise für landwirtschaftliche Produkte gegen 1880 noch tiefer sanken, begann Johan August Gustafsson, der am 19. Juli 1852 in Seby auf Öland geboren worden war, sich mehr und mehr mit Erfindungen und der Schnitzerei zu beschäftigen, einem Hobby, das er bereits mit 14 oder 15 entdeckt hatte. Die Ideen zu seinen Holzfiguren entnahm er der Bibel, den Tageszeitungen, der Sagenwelt und den wenigen Büchern, die ihm in die Hände fielen. Da er keine künstlerische Ausbildung hatte, entwickelte JAGS einen völlig eigenen Stil, der erst sehr spät als Kunst anerkannt wurde und heute im JAGS-Museum in Segerstad genauer betrachtet werden kann.

Noch heute kreisen um Gustav-Jon, der mit 80 Jahren an einer Unterkühlung starb nachdem er nach Wrackteilen getaucht war, zwei Legenden. So soll JAGS nach Abbildungen, die er in der Presse sah, das erste Fahrrad auf Öland gebaut haben und damit alle Stellen der Insel besucht haben, zum anderen sei er 1897 mit seinem Ruderboot nach Stockholm aufgebrochen um dort einige seiner Werke bei der Weltausstellung zu präsentieren. Auch wenn sich heute noch einige Kritiker über den Wert seiner Kunstwerke streiten, so wurde Johan August Gustafsson auf Öland eine Legende, die niemand vergisst.


2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland
2.September 1925: Gunnar Nilsson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 

Copyright: Herbert Kårlin