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Samstag, 26. Januar 2019

Der schwedische Künstler Harald Lindberg

Harald Lindberg kam am 26. Januar 1901 als Sohn eines Seemanns in Rumshamn auf Åland zur Welt und wurde im Alter von 15 Jahren Matrose um in die Spuren des Vaters zu treten. Im Jahr 1922 kehrte der spätere Künstler dann jedoch ganz zurück nach Åland und bereitete sich auf eine künstlerische Tätigkeit vor. Zwischen 1925 und 1929 besuchte Lindberg dann die Kunstakademie in Stockholm und hatte als Lehrer Carl Wilhelmson, der als Landschaftsmaler des Bohuslän einen bedeutenden Ruf erlangt hatte und seine Faszination auch an seinen Schüler weitergeben konnte.

Nach Abschluss seines Studiums widmete sich Harald Lindberg insbesondere der Landschaftsmalerei, die das Meer, die Küste und die Schären sehr gefühlvoll darstellen. Aber auch wenn Lindberg seine gefühlvollsten Leistungen in der Landschaftsmalerei brachte, so wurde er auch mit zahlreichen Portraits wichtiger Persönlichkeiten beauftragt, die heute teilweise in der staatlichen Portraitsammlung auf Gripsholm zu finden sind und er illustrierte die Jubiläumsausgabe Hemsöborna des schwedischen Schriftstellers August Strindberg.

Zugleich wurde Harald Lindberg auch mit der Verwirklichung zahlreicher öffentlicher Werke beauftragt, die von einem Fresko im Spånga Gymnasium über eine Wandmalerei in der Brantingschule in Uppsala bis zu Stockholmschilderungen im Zollamt der schwedischen Hauptstadt reichen. Selbst in vielen Kirchen Schwedens findet man Werke des Künstlers Harald Lindberg, der sein Atelier in der Nähe von Slussen hatte. Neben Altartafeln und Wandmalereien findet man in neun Kirchen Schwedens auch Glasmalereien des Künstlers, und für die Sankt Botvids Kapelle in Huddinge schuf er selbst einen fünf Meter hohen Gobelin. Lindberg starb am 4. August 1976 im Alter von 75 Jahren in Stockholm.


26. Januar 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
26. Januar 1900: Die schwedische Künstlerin Agnes Börjesson
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1931: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
26. Januar 1940: Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1947: Der Flugzeugabsturs, der Schwedens Zukunft veränderte
26. Januar 1954: Der schwedische Künstler Carl Eldh
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus

Als Hans Wachtmeister am 15. Februar 1714 in Stockholm starb, ging er nicht nur als bedeutender Admiral in die schwedische Geschichte ein, sondern auch als der Mann, der im Auftrag des Königs Karl XI. die Stadt Karlskrona gegründet hatte, die Flotte, die bis dahin in Stockholm stationiert war, nach Karlskrona brachte und dort eine Kirche, ein Krankenhaus, Schulen und natürlich den am besten gesicherten Hafen Schwedens angelegt hatte. Im Jahr 1681, nur wenige Jahre vor der Gründung Karlskronas war Wachtmeister vom König sowohl zum Admiralgeneral und zum königlichen Ratgeber ernannt worden.

Hans Wachtmeister kam am 24. Dezember 1641 als Sohn eines Reichsrats in Stockholm zur Welt und erhielt daher auch eine ausgezeichnete Bildung. Nach Abschluss der Ausbildung ging Wachtmeister 1661, gemeinsam mit seinem Bruder Axel, nach Italien und besuchte, unter anderem auch Königin Kristina. Die Königin finanzierte ihm dann auch ein Studium in Rom und ernannte ihn zum Kammerherrn. Nach einer Reise nach Paris und Holland verpflichtete sich Wachtmeister als Freiwilliger bei der englischen Marine und nahm an mehreren Kämpfen gegen Holland teil, bevor er 1666 nach Schweden zurückkehrte und unter Wolmer Wrangel am Krieg gegen Bremen teilzunehmen, und anschließend Kammerherr des Königs zu werden.

Auch in den Folgejahren nahm Hans Wachtmeister an zahlreichen Schlachten teil und erreichte dadurch 1676 den Rang eines Admirals. Als Johan Gyllenstierna ein Jahr später den Auftrag erhielt Blekinge zurückzuerobern, erhielt dieser Hans Wachtmeister als Helfer des Auftrags, was auch zum Sieg führte. Nach diesem Erfolg erhielt Wachtmeister den Befehl über die gesamte schwedische Flotte und verteidigte erfolgreich mehrmals Kalmar und Öland. 1682 wurde Hans Wachtmeister schließlich auch zum Präsidenten des Admiralkollegiums ernannt und wenig später auch zum Generalgouverneur der Region Kalmar, Öland und Blekinge.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Mai 2016

Der schwedische Künstler Tage E. Nilsson

Tage E. Nilsson wurde am 8. Mai 1918 in Limhamn in Skåne (Schonen) geboren und arbeitete als Klempner, bevor er sich, aus höherer Gewalt, der Kunst zuwandte. Als Nilsson auf dem Weg zum Krankenhaus war um sich impfen zu lassen, hatte er einen Unfall, der ihm die Fortführung seines Berufes unmöglich machte, und er entschied sich daher Künstler zu werden und besuchte mehrere private Malereischulen um sich gründlich auf den Beruf des Künstlers vorzubereiten. Wie die meisten akademischen Künstler Schwedens, machte auch der Nichtakademiker Nilsson einige Studienreisen nach Frankreich, Spanien und Griechenland um sich dort inspirieren zu lassen, jedoch jeweils für eine relativ kurze Zeit und auf eigene Kasse.

Auch wenn Tage E. Nilsson sehr bald von seiner Kunst leben konnte und heute in zahlreichen kleineren Museen vertreten ist, so gilt er mehr als lokaler Künstler, der ein halbes Jahr in Schonen malt und das andere halbe Jahr auf Öland arbeitet, was ihm geradezu den Ruf brachte einer der wichtigsten Maler Ölands zu sein, der das Licht der Insel ideal darzustellen vermag. Da Nilsson jedoch zu den realistischen Malern Schwedens gehört, der Landschaften so darstellt, wie er sie sieht, ist es ihm nicht möglich in die Gruppe der modernen Künstler einzutauchen.

Allerdings unterscheidet sich Tage E. Nilsson dennoch in einem wichtigen Punkt von anderen Künstlern, denn er fördert mit seinen Einnahmen andere Künstler. Nilsson schuf vier Stipendienfonds bei denen Nachwuchskünstler durch jährliche Preise in ihrer Arbeit ermuntert werden. Unter anderem kann ein Landschaftsmaler auf Öland ein Stipendium von 5000 Kronen erhalten und jedes Jahr kann ein Künstler in Limhamn sogar 20.000 Kronen aus einem vom Künstler geschaffenen Fond ausbezahlt bekommen.


8. Mai 1726: Die ersten Veterinäre Schwedens
8. Mai 1862: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandes
8. Mai 1943: Der schwedische Schauspieler Tomas von Brömssen
8. Mai 1968: Geschwindigkeitsbegrenzungen in Schweden
8. Mai 1992: Der schwedische Staat rettet die Nordbanken (heute Nordea)
8. Mai 1998: Der Slottsträdgården (Schlossgarten) in Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Juni 2014

Die schwedische Künstlerin Vera Nilsson

Vera Nilsson hatte das Glück am 1. Juni 1888 in Jönköping in einer für ihre Zeit sehr offenen Familie zur Welt zu kommen, die nicht nur der Meinung war, dass auch alle Töchter eine Ausbildung benötigen, sondern auch deren Neigungen förderten. Auf Grund ihrer Neigung zum Zeichnen und Malen konnte sich Nilsson daher an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, zur Zeichenlehrerin ausbilden und ihre Studien anschließend  an der Kunsthochschule Valand in Göteborg  und an der Académie de la Palette des Kubisten Le Fauconnier durch eine Kunstausbildung erweitern.

Nachdem sich Vera Nilsson mit den verschiedensten Richtungen der Malerei beschäftigt hatte, ging die Künstlerin vollständig zu einer expressionistischen Formsprache über, die die bedeutendsten Kunstkritiker Schwedens mit den Worten ausdrückten, dass Nilsson die einzige schwedische konsequente Expressionistin sei. Wenn man ihre Landschaften Ölands betrachtet, so sucht man vergeblich einen blauen Himmel oder die Wasseroberflächen, die Touristen auf die Insel lockt, sondern man findet die Stufe Ölands während der Apokaslypse. Vera Nilsson drückte in ihren Gemälden das aus, was man hinter der Kulisse findet und einem Erdbeben folgt.

Vera Nilsson wurde jedoch auch bahnbreitend für die Kunst im öffentlichen Raum, da sie sich in den 50er Jahren dafür einsetzte den Hauptbahnhof der U-Bahn Stockholms durch eine künstlerische Ausschmückung in eine farbenprächtige Kathedrale zu verwandeln. Nilsson nahm Kontakt mit zahlreichen Politikern der schwedischen Hauptstadt auf und überzeugte den Verantwortlichen der U-Bahn von ihrer Idee. Der Erfolg dieses Einsatzes war 1957 ihr Werk Det Klara som trots allt inte försvinner und die Tatsache, dass mit diesem Schritt die Kunst ihren Einzug bei Haltestellen der U-Bahn und der Eisenbahn hielt. Die Werke Vera Nilssons findet man heute in allen großen Kunstmuseen Schwedens.


1. Juni 1675: Massenhinrichtung von schwedischen Hexen
1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland 
1. Juni 1713: Johan Runius, der erste Mundartdichter Schwedens 
1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Juni 2013

Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland

Am 19. Juni 1942 legte der schwedische Dampfer S/S Ada Gorthon in Luleå ab um Eisenerz nach Deutschland zu transportieren. Als das Schiff gegen Mittag des 22. Juni 1942 vor Öland war, wurde es plötzlich von zwei unbekannten U-Booten angegriffen und mit einem Torpedo versenkt. Da das Schiff innerhalb weniger Sekunden sank, starben 14 Besatzungsmitglieder und nur acht weitere Seemänner konnten sich an Land retten. Obwohl offensichtlich war, dass russische U-Boots das Torpedo abgefeuert hatte, was sich später durch Torpedoteile eindeutig beweisen ließ, erklärte sich die Sowjetunion unschuldig und teilte mit, dass es sich beim Abschuss um eine deutsche Provokation gehandelt hätte.

Die S/S Ada Gorthon war in keiner Weise für den Krieg gebaut, sondern entstand im Jahre 1918 in Holland, erhielt den Namen S/S Signe und konnte nach der Fertigstellung auf Grund des Ersten Weltkriegs nicht geliefert werden. Erst 1919 nahm der Dampfer dann seinen Dienst in Helsingborg auf. Noch im gleichen Jahr wurde das Schiff verkauft, erhielt für kurze Zeit den Namen Vettern und wurde erneut verkauft um in Norrköping den Namen S/S H. Unér zu erhalten, ohne jedoch unmittelbar wieder in Betrieb genommen zu werden, bis die Firma AB Gefion in Helsingborg den Dampfer kaufte und in S/S Ada Gorthon umbenannte. Unter dieser Reederei sollte das Schiff dann im Jahre 1942 auch verloren gehen.

Die Begegnung vor Öland war jedoch nicht die erste Kriegshandlung in die die S/S Ada Gorthon unfreiwillig verstrickt wurde, denn als sie am 8. April 1940 in Bergen lag und nach England aufbrechen wollte, okkupierte Deutschland Norwegen, was dazu führte, dass der Dampfer die Waren nicht mehr nach England liefern konnte, sondern das Schiff, von der deutschen Marine eskortiert, in Emden ankam und die Last dort gelöscht wurde. Dort wurde die S/S Ada Gorthon anschliessend mit Koks beladen, der für Halmstad bestimmt war. Dass das Schiff von den Deutschen nicht beschlagnahmt wurde, lag vor allem daran, dass das Land schwedisches Erz benötigte und diese Lieferungen nicht in Gefahr bringen wollte. Aber gerade eine Ladung Erz sollte dann auch das Verhängnis des Dampfers werden.


22. Juni 1622: Umeå, die schwedische Stadt der Birken 
22. Juni 1932: Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Sonntag, 2. Juni 2013

Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten

Auch wenn sehr viele Besucher Schwedens kaum etwas von dem am 2. Juni 1871 geborenen Architekten Torben Andreas Grut gehört haben, so gibt es kaum jemanden, der nicht schon vor einem seiner Gebäude stand oder auch eines von ihnen betrat, denn Grut war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Architekten des Landes, der nahezu in jedem Teil Schwedens seine Spuren hinterlassen hat, denn der Architekt hatte sich auf öffentliche Bauten und Schlösser spezialisiert.

Seine Ausbildung zum Architekten machte Torben Andreas Grut erst an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm, die er an der Kunstakademie in Kopenhagen vervollständigte. Selbständig wurde der Architekt, nach einigen Jahren praktischer Erfahrung in größeren Architekturbüros, ab 1899. Seine ersten Gebäude waren vor allem Villen und auch eine Tennishalle. Bereits 1903 sollte Grut dann jedoch einen Auftrag erhalten, der für ihn der Weg nach oben war, denn Königin Victoria beauftragte ihn damit die schlossähnliche Villa Solliden auf Öland zu bauen, die heutige Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Da Torben Andreas Grut bei Solliden, auf Wunsch der Königin, zu einem italienischen Baustil griff, wurde der Architekt anschließend mit zahlreichen Bauten beauftragt, die das Gefühl des südlichen Landes nach Schweden bringen sollten. Grut baute daher anschließend Kirchen, herrschaftliche Güter, einige Schlösser, aber auch die Strengbergs Tabakfabrik und das Stadion in Stockholm. Eines seiner Meisterwerke findet man selbst im finnischen Helsinki (Helsingfors) wo er das schwedische Botschaftsgebäude in einen Barockbau des Tessin verwandelte und dabei der Fassade eine Ähnlichkeit mit der Nordseite des königlichen Schlosses in Stockholm verlieh.


2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
2. Juni 1938: Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Flugschau 2013

Samstag, 1. Juni 2013

Der Untergang der Stora Kronan vor Öland

Als am 1. Juni 1676 die dreimastige Stora Kronan bei der Seeschlacht vor Öland sank, war das schwedische Kriegsschiff, eines der größten jener Zeit, gerade einmal vier Jahre alt. Die Ursache des Kenterns war vor allem die Unerfahrenheit der Schweden bei Seeschlachten und bedeutete, dass das am besten ausgerüstete Kriegsschiff Schwedens jener Zeit verloren ging, was auch eine wichtige Rolle für den Ausgang des Schonischen Krieges spielte.

Beim Untergang der Stora Kronan, der dadurch beschleunigt wurde, dass nach einem verhängnisvollen Manöver das auf Bord gelagerte Pulver explodierte und ein ein Teil des Schiffes weggesprengt wurde, verschwanden 126 Kanonen in der Tiefe und nahezu die gesamt Kriegskasse, die sich an Bord befand. Gleichzeitig starben dabei über 800 Soldaten, was zehn Prozent der gesamten schwedischen Marineeinheit entsprach. Auch wenn man heute einige klarere Ideen über den Untergang hat, so wurde damals vor allem der Oberbefehlshaber Lorentz Creutz des Versagens beschuldigt, der jedoch nicht mehr angeklagt werden konnte, da er sich unter den Toten befand.

Im Jahre 1980 konnte eine Gruppe an Tauchern, unter der Leitung des Wrackforschers Anders Franzén, der auch das Kriegsschiff Vasa gefunden hatte, die Stora Kronan am vermuteten Platz entdecken und beginnen die bedeutendsten Gegenstände zu bergen. Bisher wurden bereits über 30.000 Gegenstände geborgen, die man teilweise im Kalmar Läns Museum betrachten kann. Nach der Vasa ist die Kronan das bedeutendste Kriegsschiff Schwedens, das man je in der Ostsee entdeckte.


1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. September 2012

Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland

Am 2. September 1932 starb Johan August Gustafsson in Borgholm auf Öland, ein Künstler, der nur als JAGS und als Gustav-Jon bekannt ist und der einzige der Familie war, der auf Öland blieb um dort den kleinen Bauernhof des Vaters zu übernehmen. Seine drei Brüder und die Schwester wanderten nach Australien aus um nie mehr in die ärmlichen Verhältnisse zurückzukehren. Da der Bauernhof zu wenig abwarf um davon überleben zu können, betätigte sich Gustav-Jon noch mit dem Fischfang und suchte am Strand nach Wrackteilen, die irgendwelchen Wert hatten.

Als dann die Preise für landwirtschaftliche Produkte gegen 1880 noch tiefer sanken, begann Johan August Gustafsson, der am 19. Juli 1852 in Seby auf Öland geboren worden war, sich mehr und mehr mit Erfindungen und der Schnitzerei zu beschäftigen, einem Hobby, das er bereits mit 14 oder 15 entdeckt hatte. Die Ideen zu seinen Holzfiguren entnahm er der Bibel, den Tageszeitungen, der Sagenwelt und den wenigen Büchern, die ihm in die Hände fielen. Da er keine künstlerische Ausbildung hatte, entwickelte JAGS einen völlig eigenen Stil, der erst sehr spät als Kunst anerkannt wurde und heute im JAGS-Museum in Segerstad genauer betrachtet werden kann.

Noch heute kreisen um Gustav-Jon, der mit 80 Jahren an einer Unterkühlung starb nachdem er nach Wrackteilen getaucht war, zwei Legenden. So soll JAGS nach Abbildungen, die er in der Presse sah, das erste Fahrrad auf Öland gebaut haben und damit alle Stellen der Insel besucht haben, zum anderen sei er 1897 mit seinem Ruderboot nach Stockholm aufgebrochen um dort einige seiner Werke bei der Weltausstellung zu präsentieren. Auch wenn sich heute noch einige Kritiker über den Wert seiner Kunstwerke streiten, so wurde Johan August Gustafsson auf Öland eine Legende, die niemand vergisst.


2. September 1807: Fredrika Charlotta Runeberg, die erste Journalistin Finnland
2. September 1854: Die Bomarsunds Festung auf Åland
2.September 1925: Gunnar Nilsson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Juni 2012

Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Am 19. Juni 2010 heiratete die schwedische Kronprinzessin Victoria den bürgerlichen Daniel Westling, der damit zum schwedischen Prinzen ernannt und Herzog des Västergötland wurde. Auf den Tag genau 34 Jahre vorher hatte auch Silvia ihren König Carl XVI. Gustaf geheiratet, wobei der Hochzeitstag Victorias auch nur fünf Tage nach den Geburtstag der Kronprinzessin gelegt wurde. Aber nicht nur die Ehe und die eigens für Victoria geänderte Thronfolge sind eine Besonderheit im Leben der Kronprinzessin.

Als Victoria am 14 Juli 1977 als einfache Prinzessin geboren wurde, war sie seit 1807 das erste Kind, das ein schwedisches Königspaar zur Welt bekam als es bereits an der Regierung war. Als die schwedische Thronfolgerin dann am 27. September des gleichen Jahres getauft wurde, benutzte der Erzbischof Olof Sundby dafür Quellwasser aus Öland, der Insel, auf der sie, mit einer einzigen Ausnahme, bisher jeden Sommer verbrachte und wo sie nun, nach ihrer Ehe und der Geburt der Tochter Estelle auf ein eigenes Strandhaus hofft.

Kronprinzessin Victoria lernte Daniel Westling bereits 2001 kennen, als er ihr persönlicher Träner war. Obwohl sie bereits 2002 ein Paar wurden, dauerte es bis zum 24. Februar 2009, bis Daniel auch offiziell als Victorias Partner anerkannt wurde und die Ehe vorbereitet werden konnte. Seit 2004 verfügt Victoria über einen eigenen Hofstaat, der jedes Jahr über ein Budget von über sechs Millionen Kronen verfügt. Seit der Eheschließung am 19. Juni 2010 verfügt nun auch Prinz Daniel über eigene Sekretäre und Berater.


19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Königliche Hochzeiten in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Mai 2012

Lill Lindfors, 52 Jahre im Rampenlicht

Am 12. Mai 1940 wurde Lill Lindfors, die eigentlich Maj Lillemor Lindfors heißt, in Helsinki geboren. Über ihre Jugend, ihre Familie und die ersten 20 Jahre ihres Lebens weiß man nahezu nichts, da die Künstlerin damit nie an die Öffentlichkeit ging und auf Fragen schweigt. Das Leben der Sängerin, Komikerin und Schauspielerin scheint erst mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Jahre 1960 in Uddevalla zu beginnen, wo sie in Hagge Geigerts Neujahrsrevue „Sillidonien“ ihre künstlerische Karriere begann.

Im Jahre 1960 hatte Lill Lindfors dann weitere kleinere Auftritte und spielte in einer Studentenrevue an der Stockholmer Universität, wo sie von Talentscouts entdeckt wurde. Schon 1961 wurde Lill Lindfors dann für Karl Gerhards Revue „Ursäkta handsken“ engagiert und noch im gleichen Jahr kam auch ihre erste Schallplatte mit den Titeln „Lazy River” und ”Lagom åt dig”  auf den Markt. Der Höhepunkt kam dann mit der schwedischen Erstaufführung von „West Side Story“ im Stockholmer Oscarsteatern, wo sie Anita spielte. Seit dieser Zeit spielt die Künstlerin, die ihr Lebenszentrum mittlerweile auf die Insel Öland verlegt hat, in überwiegend komischen Revues, die ausgezeichnet zu ihrem Charakter passen.

Parallel zu ihrer Karriere auf der Theaterbühne entstanden bisher zudem rund 30 Schallplatten, die bisher letzte davon, „En sommarkonsert från Siljan“ wurde 2009 aufgenommen. Am meisten verbindet man mit Lill Lindfors jedoch nach wie vor ein Lied aus dem Jahre 1967: „Du är den ende“. Als Lill Lindfors im Jahre 1985 den Eurovision Song Contest präsentierte, kam sie weltweit in aller Munde, da sie auf der Bühne, wenn auch absichtlich, ihren Rock verlor, was man noch heute, in verschiedenen Versionen auf Youtube verfolgen kann.


12. Mai 1936: Das Unglück auf dem Ormsjö in Lappland
12. Mai 1967: Der Kaknästornet in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. September 2011

Die Ölandbrücke zwischen Småland und Öland

Am 30. September 1972 wurde die Ölandbrücke (Ölandsbron) zwischen Kalmar im Småland und Färjestaden auf Öland eingeweiht und dem Verkehr freigegeben. Die Ölandbrücke ist mit seiner Länge von 6072 Metern die längste Brücke auf schwedischem Territorium, da die Öresundsbron (Öresundbrücke) mit seinen 7850 Metern zum Teil in Dänemark liegt. Die freie Segelhöhe der Ölandsbron ist mit seinen 36 Metern ausreichend für den regen Schiffsverkehr, der im Kalmarsund verkehrt, dem Ostseeteil zwischen Småland und Öland.

Der erste Plan einer Brücke über den Kalmarsund geht bereits auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, wobei der erste konkrete Plan jedoch erst 1932 dem Parlament vorgelegt wurde, was jedoch von der Regierung nicht weiter verfolgt wurde, da man vor 1966 den Bau von Brücken dieser Dimension nicht vorgesehen hatte. Erst am 18. November 1966 wurden dann mehrere große Brücken in Schweden geplant, darunter die Ölandbrücke. Zwischen 1972 und 1998 war die Ölandsbron die längste Brücke Europas und wurde dann von der Vasco da Gama-bron in Portugal entthront.

Die Ölandsbron, auf der sich der Verkehr von Juni bis August nahezu verdoppelt, ist wegen der Lärmbelästigung der Bewohner Ölands nicht nur die meist diskutierte Brücke Schwedens, sondern auch die Brücke, die vom Steuerzahler die höchsten Opfer fordert. Wegen Baupfusch musste man in den nahezu 40 Jahren seiner Existenz bereits eine Milliarde Kronen in Reparationsarbeiten setzen, also 80.000 Kronen pro Tag, ohne jedoch eine Ende der Kosten zu sehen.

Wie auf allen Brücken, die innerhalb Schwedens liegen und nicht in ein Nachbarland führen, liegt keine Maut auf der Brücke und sie kann daher kostenlos befahren werden. Während jedoch Mopeds und Traktoren die Brücke benutzen dürfen, ist das Befahren mit einem Fahrrad verboten. Fußgänger dürfen die Ölandbrücke ebenfalls nicht benutzen.

30. September 1984: Der schwedische Künstler Hilding Linnqvist
30. September 2002: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. Juli 2011

Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Am 9. Juli 1992 verursachte eine weggeworfene Zigarettenkippe einen der größten Waldbrände in der Geschichte Schwedens. Die ersten Flammen zeigten sich am Morgen des heißen Tages bei Torsburgen auf Gotland, der zweitgrößten vorgeschichtlichen Wallburg Schwedens, die bis zur Epoche der Wikingern zur Verteidigung diente. Die extreme Trockenheit und der Wind sorgten dafür, dass sich die Flammen in wenigen Minuten in alle Richtungen ausdehnten und die Bäume entzündeten.

Bei diesem Brand auf Gotland, der erst am 13. Juli gelöscht werden konnte, verbrannten rund 1000 Hektar Nadelwald. Der Waldbrand verursachte den größten Rettungseinsatz, den Gotland je erlebte. Die Feuerfront von einer Breite bis zu sechs Kilometer, die sich in drei Richtungen ausdehnte, zerstörte alles, was ihr in den Weg kam. Trotz dieser Ausmaße forderte das Feuer keine Menschenopfer. Die Schäden waren jedoch noch Jahre später deutlich zu sehen.

Heute ist das Gebiet um die aus Kalkstein erbaute Wallburg Torsburgen ein Naturschutzgebiet, wobei man vom dortigen Aussichtsturm, der gegenwärtig nicht mehr bestiegen werden darf, einen Blick auf ein Raukfeld hat, ein Gebiet mit Verwitterungsgestein, das typisch für Gotland und Öland ist. In diesem Naturschutzgebiet findet man auch die Strauchkronwicke (Hippocrepis emerus), die in Schweden nur auf Gotland und Öland in der Natur zu finden ist.

9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin