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Dienstag, 7. Februar 2017

Der schwedische Schriftsteller Lars Molin

Als Lars Molin am 7. Februar 1999 im Alter von nur 57 Jahren an einem Herzinfarkt in Sundbyberg bei Stockholm starb, galt er als einer der wenigen Schriftsteller, die um diese Zeit das Herz des Volkes getroffen hatten und ohne jede akademische Bildung als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Dramatiker galt. Sein Tod kam jedoch nicht unerwartet, denn Molin rauchte zu viel, trank zu viel, war übergewichtig und kannte zu wenig Schlaf. Selbst ein erster Herzinfarkt in den 80er Jahren konnte ihn nicht zu einem ruhigeren und gesünderen Leben bringen, da der innere Leistungsdruck ihn kaum zur Ruhe kommen ließ.

Lars Molin war am 6. Mai 1942 als Sohn eines Sprengmeisters in Järpen im Jämtland zur Welt gekommen und hatte in seiner Jugend keinen Drang zum Schreiben, denn als Jugendlicher wollte er erst Eishockeyspieler werden und später Pilot, wobei sich beides zerschlug und Molin Landvermesser wurde, der sich per Fernkurs zum Ingenieur ausbildete. In diesen Jahren begann Molin auch zu schreiben, meist über persönliche Erlebnisse, die ihn sehr stark geprägt hatten. 1970 erschien sein erstes Buch Bomsalva, das von einem Unglück mit drei Toten berichtet. Nur ein Jahr später hatte Molin dann mit seinem Filmdrama Badjävlar bereits den Durchbruch. Die Handlung zeigt den Widerspruch der sommerlichen Landidylle der Städter in ihren Ferienhäusern auf dem Land und dem tatsächlichen Leben der Landbevölkerung.

Lars Molin sollte auch anschließend grundsätzlich die Seite der unterdrückten Gesellschaftsschicht einnehmen und den Arbeiter und Landbewohner ohne Pathos handeln lassen und diesen Menschen dadurch in Romane, Theaterstücken und Filmen eine Stimme zu geben, ohne dabei jedoch auf Humor zu verzichten. Lars Molin vergaß auch als erfolgreicher Autor nicht seine eigene Herkunft und wollte die gespaltene Gesellschaft zeigen, die vom Leben sehr Unterschiedliches erwartet und nahezu auf zwei verschiedenen Planeten lebt. Was Lars Molin ebenfalls von der Mehrheit der schwedischen Schriftsteller unterscheidet, ist die Tatsache, dass er selbst schwerwiegende Probleme beleuchten konnte ohne sie zu verzerren, was ihn dem Volk extrem nahe brachte.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
7. Februar 1871: Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent
7. Februar 1905: Der schwedische Nobelpreisträger Ulf Euler
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. November 2015

Die revolutionäre Bischöfin Caroline Krook

Caroline Krook kam am 18. November 1944 als Tochter eines Kriegsrates und einer Silberschmiedin in Stockholm zur Welt und musste sich sehr früh für eine Laufbahn innerhalb der Svenska Kyrkan entschieden haben, denn bereits 1969 wurde Krook zur Priesterin geweiht um anschließend eine bedeutende Karriere zu machen, denn 1990 wurde sie als erste Frau Schwedens zum Dompropst ernannt und acht Jahre später war Krook die Bischöfin des Stiftes Stockholm, was für die konservative Gruppe der Svenska Kyrkan allerdings ein gewisser Schock war.

Caroline Krook gehört zu den wenigen Glaubensvertretern der Schwedischen Kirche, die sehr stark von den 68-Jahren geprägt wurde und sich bei ihrer Lehre sehr wenig an die traditionellen Pfeiler der protestantischen Glaubenslehre hält. Krook hatte ihre Einstellung allerdings bereits vor der Priesterweihe gezeigt und eines der ersten Fotos nach der Priesterweihe zeigt eine sehr modern gekleidete junge Frau im Minirock, die sich mit einem Strafgefangenen in Malmö unterhält. Modernes Denken und Offenheit sollten ab dieser Zeit immer die Stärken der späteren Bischöfin sein

Sehr früh unterstützte Caroline Krook auch die Forderung Homosexueller, die eine kirchliche Ehe forderten, wobei sich die Bischöfin hier auf die Bibel berief, die sie allerdings auf ihre persönliche Weise gedeutet hatte. Nicht verwunderlich war es daher auch, dass Krook bei Stockholm Pride im Jahre 2004 die Eröffnungsrede hielt. Nur zwei Jahre später trat dann der Dompropst Stockholms zurück, da Caroline Krook die Fotoausstellung Uppenbar(a)t im Stockholmer Kulturhaus unterstützte und diese sogar mit 400.000 Kronen unterstützen wollte. Das Problem, das viele Priester der Svenska Kyrkan bei dieser Entscheidung sahen, war jedoch nicht die etwas eigenwillige Entscheidung der Bischöfin, sondern die Tatsache, dass dort Jesus als Mafiaboss dargestellt wurde und sich unter dem Kreuz eine nackte Frau befand, die den Kopf von Micky Maus trug.


18. November 1832: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
18. November 1844: Die inoffizielle schwedische Nationalhymne
18. November 1876: Der schwedische Künstler Olof Ahlberg
18. November 1888: Der schwedische Filmregisseur Gustaf Molander
18. November 1928: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
18. November 2003: Ein Super Puma stürzt vor Göteborg ins Meer

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Sten Allan Olsson und Stena Line

Sten Allan Olsson wurde am 28. Oktober 1916 als Sohn eines Schiffers auf Dönsö geboren und besuchte das Handelsgymnasium in Göteborg, das er 1934 erfolgreich abschloss. Fünf Jahre später gründete Olsson dann eine Firma für den Import und Export von Eisen und anderen Metallen, was gerade während der Kriegszeit ein sehr lohnendes Unternehmen war. Im Jahre 1946 erwarb der Kaufmann dann sein erstes Schiff, einen alten norwegischen Walfänger, den er anschließend in ein Lastfahrzeug umbauen ließ. Erst 1962 setzte Olsson dann auch auf den Personentransport und gründete die Sten A. Olsson Skagenlinjen Rederi AB. Der Reeder mietete in diesem Jahr ein einfacheres Passagierschiff für die Route von Göteborg nach Skagen.

Diese Geschäftsidee konnte zu keinem besseren Zeitpunkt entstehen, denn um diese Zeit hatten die Fleisch- und Alkoholpreise in Schweden Rekordhöhen erreicht. Indem Sten Allan Olsson billige Fahrscheine verkaufte, füllten sich die Schiffe und billiges dänisches Fleisch und zollfreier Alkohol ließen die Firma schnell wachsen. Schon ein Jahr später konnte Olsson dann seine erste eigene Passagierfähre S/S Skagen zwischen Lysekil und Skagen einsetzen. Ein Jahr später hatte Olsson auch das Kapital um die M/S Poseidon bauen zu lassen und, vor allem im Sommer, die Linie von Göteborg nach Fredrikshafen (Friedrichshafen) zu befahren, die einzige seiner damaligen Linien, die heute noch existiert.

Im Herbst 1965 gab Sten Allan Olsson seiner Reederei dann einen neuen Namen, der zum Begriff der Passagierseefahrt zwischen Schweden und den Nachbarländern werden sollte, Stena Line AB. Bereits zwei Jahre später kam zur Linie nach Fredrikshamn die Linie nach Kiel, die mit der M/S Stena Germanica befahren wurde. 1972 schloss Stena Line dann einen Vertrag mit Göteborg und konnte mit den Passagierfähren nahe der Innenstadt anlegen, was sich für das Unternehmen sehr positiv auswirkte, auch wenn es in den 80er Jahren zu einem Konkurrenzkampf mit GFL/Sessan Line kam, einem wirtschaftlichen Kampf, den letztendlich Olsson mit seiner Reederei gewann. Sten Allan Olsson starb am 12. Juli 2013 im Alter von 96 Jahren in Hovås.


28. Oktober 1412: Margareta Valdemarsdotter, Königin von Schweden
28. Oktober 1820: Die erste Sparkasse Schwedens
28. Oktober 1885: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
28. Oktober 1929: Elisabeth Killander entwickelt sich zur Schmerzspezialistin
28. Oktober 1966: Der letzte Holzkohle-Hochofen Schwedens wird geschlossen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 12. Juni 2015

Sankt Eskil, der Schutzheilige des Södermannlands

Auch wenn der Vorname Eskil, der am 12. Juni jeden Jahres gefeiert wird, nicht zu den Modenamen Schwedens gehört, so ist er weit verbreitet und hat eine lange nordische Geschichte, so dass er sogar als ursprünglich nordischer Name gilt, obwohl die Geschichte des Namens nach England führt, da der Mönch Eskil zur Blütezeit der Wikinger, gemeinsam mit dem legendären Sankt Sigfrid, nach Schweden kam und den Auftrag hatte das Södermanland vom heidnischen Glauben zum wahren Glauben zu führen, dem Katholizismus. Wie auch Mönch Sigfrid, so kam Eskil auf Einladung des christianisierten Königs Inge der Ältere nach Schweden, vermutlich im Glauben, dass der König mehr Macht in Schweden hatte als tatsächlich der Fall war.

Die Geschichte des Heiligen Eskils ist nur in Form von Legenden bekannt, denn seine Name taucht erstmals nach 1120 in der Legende um Knut den Heiligen auf, über 40 Jahre nach dem Tod des Apostels des Södermanlands, und seine Biografie wurde sogar erst rund 200 Jahre später, vermutlich von Bischof Brynolf Algotsson, im Eskilsofficium aufgezeichnet. Der Wahrheitsgehalt der Legende um Eskil muss daher mit gewisser Vorsicht betrachtet werden, da die Mönche und Bischöfe jener Zeit sehr viel mit Wundern arbeiteten um die sogenannten Heiden davon zu überzeugen, dass ihr Gott mächtiger sei als die heidnischen Götter.

Nach der Legende hatte Eskil große Fortschritte im Södermanland erreicht, aber als in Strängnäs erneut ein heidnisches Opferfest gefeiert werden sollte, reiste Eskil in den Ort um dort eine Strafpredigt zu halten. Als Eskil, umgeben von einer revoltierenden Volksmenge, Gott um Hilfe anrief, schickte dieser einen Sturm mit Schnee, Hagel und Regen, der den Opferplatz zerstörte und alle traf, außer Eskil selbst. Ein heidnischer Wahrsager verletzte anschließend den Heiligen am Kopf und schleppte ihn zum neuen König Blot-Sven, der Eskil zum Tode verurteilte. Als der Mönch dann zu seiner eigenen Kirche zur Beerdigung gebracht werden sollte, legte sich bei Eskilstuna ein dichter Nebel über die Gruppe und der Körper des Heiligen wurde so schwer, dass er nicht mehr weiter transportiert werden konnte. Aus diesem Grund wurde an dieser Stelle eine Kirche zu Ehren des Heiligen gebaut und die Stadt Eskilstuna entstand.


12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1789: Die Schlacht bei Porrassalmi und Gustav III.
12. Juni 1912: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
12. Juni 1916: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau
12. Juni 1946: Kostenloses Schulessen in Schweden
12. Juni 1947: Rose Lagercrantz und das kritische Jugendbuch Schwedens
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Februar 2015

Der nordschwedische Künstler Leander Engström

Als Leander Engström am 6. Februar 1927 im Alter von 40 Jahren in Stockholm starb, hatte er alle Stufen des Auf und Ab eines Künstlers erlebt, wäre jedoch ohne den Einsatz seiner Frau vermutlich in Vergessenheit geraten, denn Maria Engström arbeitete nach seinem Tode unermüdlich daran die Werke ihres Mannes bekannt zu machen und konnte dabei seine künstlerischen Stärken zeigen. Leider ist Engström dennoch bis heute nur wahren Kunstkennern ein Begriff und ausschließlich in Schweden wird seine Kunst auch allgemein anerkannt.

Leander Engström kam am 27. Februar 1886 im nordschwedischen Ytterhogdal zur Welt, mit Ahnen, die man dort bis zum 17. Jahrhundert zurückverfolgen kann. Die Familie zog nach Sundsvall, wo der 14-Jährige dann in einem Sägewerk zu arbeiten begann. Mit der Kunst kam Engström erst 1901 in Berührung, als er bei der Sundsvalls Tdning als Helfer angestellt wurde. In diesem Rahmen lernte er erst lokale Künstler und später auch anerkannte Maler des Landes kennen, unter anderem Helmer Osslund, der den Jugendlichen 1906 auch mit auf eine Lapplandreise nahm und ihm die Basis des Malens beibrachte. Im folgenden Jahr begann Leander Engström dann eine Kunstausbildung in der Schule des Verbands der Stockholmer Künstler. Anschließend  hatte Engström das Glück einen Mäzen zu finden, der ihm einen Studienaufenthalt in der Schule von Henri Matisse in Paris finanzierte, wo der Künstler den gleichen Kurs besuchte wie Isaac Grünewald, Einar Jolin und anderen Künstlern der Künstlergruppe De Unga.

Leander Engström, der regelmäßig von der wilden Landschaft Lapplands angezogen wurde und zahlreiche Sommer dort verbrachte, entwickelte sich ab dieser Zeit zum Expressionisten des nördlichsten Schwedens in dem die wilde Natur mit der Farbenpracht des Herbstes eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Den größten Erfolg hatte der Künstler dann während der Baltischen Ausstellung in Malmö im Jahre 1914, als seine expressionistischen Landschaftsgemälde neben Gemälden von Grünewald, Jolin, Sigrid Hjertén und Nils von Dardel hingen. Nach einem Studienaufenthalt Anfang der 20er Jahre in Italien wurden die Gemälde Engströms weicher, was ihm sehr viel Kritik einbrachte, auch wenn es dem Künstler damit gelang die Natur Lapplands einfühlsamer darzustellen.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens 
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt 
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Der Filborna skogspark in Helsingborg

Am 22. Oktober 2011 weihte die Stadt Helsingborg einen Park besonderer Art ein, der in gewisser Weise eine Verlängerung des grünen Streifens Vasatorpsstråket bildet und zu einem Naturerlebnis besonderer Art einlädt. Wie der Name schon sagt, so handelt es sich um einen Skogspark, also eine 30 Hektar große Anlage in der Wald und Park eine Einheit bilden. Jeder Bewohner der Stadt Helsingborg kann die Anlage, die bereits in den 80er Jahren ihren Anfang nahm, zu Fuß erreichen und dabei in eine teilweise fremde Welt eintauchen.

Alles begann mit einer Idee des Stadtrats, einem Projekt der Landwirtschaftsuniversität Alnarp und damit, dass in den 90er Jahren Schulklassen in Helsingborg regelmäßig Bäume pflanzen, die heute den sogenannten Barnens skog ausmachen, der direkt an den Filborna skogspark anschließt. Bereits in der Planung sollte das Gebiet eine Freizeitanlage werden in der man die schwedische Natur, aber auch exotische Pflanzungen finden sollte indem man den Wanderwegen folgt, die von einem Gebiet zum nächsten führen, aber man wollte auch Möglichkeiten zum Grillen und für Picknicks einschließen.

Heute besteht der Filborna skogspark vor allem aus drei Bereichen, nämlich dem sogenannten Silberteich (Silverdamm) mit seinen Wasser- und Sumpfpflanzen. Der Teich erhielt seinen Namen nach einem Silberschatz aus der Wikingerzeit, der hier gefunden wurde. Der zweite Teil besteht aus einer schwedischen Naturlandschaft mit Bäumen, Büschen und Blumen aus ganz Schweden und der dritte Teil ist exotischen Bäumen und Gewächsen aus China, Japan und Korea gewidmet. Da Helsingborg keinen Botanischen Garten besitzt, bietet der Filborna skogspark, gemeinsam mit der Parkanlage an der Ramlösa Heilquelle und dem Schlosspark Sofiero, eine sehr interessante Alternative für Naturliebhaber.


22. Oktober 1592: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
22. Oktober 1848: Der schwedische Historiker Emil Hildebrand
22. Oktober 1894: Gillis Bildt als Ministerpräsident Schwedens
22. Oktober 1896: Die Geschichte der Kekse aus Örebro
22. Oktober 1897: Carl Anders Kullberg, der unsichere Dichter
22. Oktober 1921: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Februar 2013

Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger

Svante Arrhenius wurde am 19. Februar 1859 geboren und gehört, mit Wilhelm Oswald und Jacobus Henricus van't Hoff, zu den Gründern der physikalischen Chemie. Arrhenius, der an der Universität Stockholm Physik unterrichtete, wurde jedoch nicht nur wegen seinen wissenschaftlichen Leistungen bekannt, sondern auch, weil er der erste Schwede war, dem im Jahre 1903 der Nobelpreis in Chemie überreicht wurde und damit schwedisches Wissen auf eine internationales Niveau stellte.

Svante Arrhenius studierte an der Universität Uppsala in Rekordzeit Mathematik, Chemie und Physik mit einigen Nebenfächern. Problematisch wurde es jedoch als Arrhenius in Uppsala seine Doktorarbeit zu schreiben plante indem er die Grenzforschung zwischen Physik und Chemie betreiben wollte, denn sein Professor entschied, dass er sich für eines der beiden Fächer entscheiden müsse. Diese Auseinandersetzung führte dazu, dass sich der Wissenschaftler an die Vetenskapsakademien in Stockholm wendete und den Doktorvater wechselte. Erik Edlund, der neue Professor, half  Arrhenius und zwei seiner Freunde dann beim Zugang zum Labor, und ermöglichte die Forschung, die letztendlich zum Nobelpreis führte.

Svante Arrhenius machte sich unmittelbar an die Arbeit das Molekülgewicht chemischer Verbindungen zu untersuchen und ging dann darauf über das elektrolytische Leitungsvermögen zu erforschen, was letztendlich das Thema seiner Doktorarbeit wurde. Sein Professor in Uppsala zeigte sich von den Ergebnissen der Arbeit wenig erfreut und lehnte sie ab. Arrhenius wandte sich daher an Otto Pettersson, der Professor für Chemie an der neugegründeten Universität in Stockholm war, der sofort die immense Leistung des Wissenschaftlers erkannte und nur einige kleinere Änderungen vorschlug. Aber auch das half Arrhenius in Uppsala noch wenig und seine Karriere schien zu Ende. Erst die Unterstützung von Wilhelm Oswald, der ihm nach der Lektüre der Arbeit sofort eine Dozentenstelle in Riga anbot, half Arrhenius bei seinem Durchbruch in Schweden. In Uppsala wurde der Forscher jedoch sein Leben lang nie voll anerkannt, trotz der bahnbrechenden Erkenntnisse, die er bereits als Doktorand lieferte.


19. Februar 1719: Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet
19. Februar 1930: Kjell Espmark, ein Leben für eine unsterbliche Literatur 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Januar 2013

Knut, ein klassischer nordischer Vorname

Der schwedische Vorname Knut gehört mit zu den typisch nordischen Vornamen, wobei allerdings die Bedeutung des Wortes nicht eindeutig geklärt ist und niemand so genau weiß, wann und wo dieser Vorname im nordischen Raum zuerst auftauchte, auch wenn der Verdacht auf den isländischen Namen Knútur fällt. Die meisten heutigen Namensforscher sind der Meinung, dass Knut soviel bedeutet wie „der Mutige“, aber dies ist natürlich nur eine Vermutung, da der Name mit größter Wahrscheinlichkeit älter ist als die älteste Runeninschrift und uns noch vieles aus der heidnischen Vorzeit Schwedens verborgen bleibt.

Wenn man in der schwedischen Geschichte sucht, so entdeckt man, dass Knut nicht nur am 13. Januar Namenstag hatte, sondern auch schon am 7. Januar und am 10. Juli, was sich jedoch daraus erklärt, dass man sich dabei auf verschiedene Knut berufen hat, denn am 10. Juli dachte am an Canutus Hahn, der im 17. Jahrhundert Bischof in Lund war, am 7. Januar war der Todestag des Heiligen Knut Lavard, einem dänischen Prinz und der 13. Januar ist dem Heiligen Knut (Knut IV.) gewidmet, der nach einer Legende im Jahre 1043 ermordet wurde. Nach der katholischen Kirche soll man sich jedoch am 19. Januar an den Heiligen Knut erinnern und nicht am 13. Januar wie im protestantischen Raum.

Auch wenn der Vorname Knut heute nicht mehr so verbreitet ist wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, so erlebte er in den letzten Jahren in Schweden wieder einen leichten Aufschwung, denn jedes Jahr bekommen wieder etwa 100 Neugeborene den Namen Knut und bei zehn bis fünfzehn unter ihnen wird er auch als Rufname eingetragen. Während des Mittelalters war der Name Knut in Schweden auch der Name einiger Könige, wobei insbesondere Knut Eriksson und Knut Långe eine bedeutendere Rolle spielten.


13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Dezember 2012

Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden

Der Annatag (Annadagen) in Schweden hat nur indirekt etwas mit dem Namenstag Anna am 9. Dezember zu tun, dem weiblichen Vornamen, der vermutlich aus dem griechischen Namen Hanna oder der älteren hebräischen Bezeichnung Channa (Gnade) kommt. In Schweden geht der aktuelle Vorname Anna allerdings nicht wie im Deutschen auf die Mutter der Jungfrau Maria zurück, denn dieser Tag wird nach katholischer Tradition am 26. Juli gefeiert, eine Verbindung, die man in Schweden seit dem Jahre 1680 vermeiden will.

In Schweden ist Anna die Beschützerin der Bergleute, was sicher auch erklärt, warum dieser Vorname in Schweden seit frühester Zeit sehr häufig vorkam und sich ein gewisses Brauchtum um diesen Namen oder, genauer genommen auch das Datum, entwickelte. Der Brauch, der am ehesten mit den Bergleuten in Verbindung gebracht werden kann, handelt vom Weihnachtsbier, denn auch wenn man sich heute nicht mehr einig darüber ist ob an diesem Tag das Weihnachtsbier bereits gebraut sein muss oder an diesem Tag spätestens mit dem Brauen begonnen werden muss, so darf der Annadagen nicht verpasst werden, da es sonst zu Weihnachten weder Bier noch Vörtbröd geben wird.

Da der Annadagen genau 15 Tage vor Weihnachten liegt, gehören natürlich noch einige andere wichtige Aufgaben zu diesem Tag. Zum einen musste man früher an diesem Tag die Kerzen für den Weihnachtsgebrauch ziehen und zum anderen den Stockfisch ins Wasser legen, damit er auch auf den Weihnachtstisch kommen konnte. Heute findet man natürlich „fertigen“ Stockfisch in allen Läden, so dass immer weniger Schweden den steifen Fisch weichen lassen müssen. Nach alter Tradition soll der Annatag auch das Weihnachtswetter voraussagen lassen, denn wenn es an diesem Tag warm ist, so wird es zu Weihnachten kalt und umgekehrt. In manchen Gegenden wendet man dieses letzte Sprichwort allerdings nicht für Anna, sondern für Anders am 30. November an.


9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. November 2012

Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens

Seit dem 27. November 1907 findet man in den schwedischen Kalendern den Namen Astrid als Namenstag eingetragen, einen Vornamen, der parallel zu Estrid entstanden war, wobei Astrid aus dem frühen Westnordischen und Estrid aus dem alten Ostnordischen kam, aber beide hatten sich aus den Worten as (= Gott) und frid (= schön) gebildet. Astrid und Estrid bedeuten daher „göttlich schön“, eine Bezeichnung, die kaum zu überbieten ist. Vor 1907 fand man ausschliesslich den Namen Estrid in den schwedischen Kalendern, da dieser Name öfter vergeben wurde als Astrid.

Wenn man in der Geschichte zurückgeht, so findet man beide Namen, wenn auch noch auf die alte Schreibweisen, bereits im frühen Mittelalter, denn die Tochter des Königs Olof Skötkonung heiratete Olav den Heiligen, einen brutalen Wikinger, der später zum Heiligen avancierte und wurde im Mälartal als Estrid bezeichnet, während sie im norwegisch-isländischen Raum Astrid (Ásfríðr) geschrieben wurde. Der Vorname Estrid kommt zudem auf mehreren Runensteinen (zum Beispiel dem Runenstein von Rök) des östlichen Schwedens vor.

Wenn man dagegen wissen will warum der Vorname Astrid die vorherige Estrid in den Kalendern ersetzte, so muss man nicht nach der Häufigkeit des Vornamens und in der jüngeren Geschichte suchen, denn man wollte mit der Änderung ganz einfach die schwedische Prinzessin Astrid würdigen, die 1905 in Stockholm geboren worden war, auch wenn das Datum mit dem Namenstag nicht so ganz übereinstimmte, da die Prinzessin nicht am 27. November,  sondern am 17. November geboren war. Da Prinzessin Astrid im Jahre 1935 bei einem Autounfall ums Leben kam, wird dieser Namenstag auch auf viele Jahre hinaus weiterhin am 27. November beibehalten werden.


27. November 1949: Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. August 2012

Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens

Seit dem 25. August 1750 findet man am 25. August den Namenstag Lovisa in den schwedischen Kalendern, die verschwedischte Form des französischen weiblichen Vornamens Louise, der wiederum eine Ableitung von Ludvig ist. Erstmals bekannt geworden wurde der Vorname Lovisa in Schweden im 17. Jahrhundert, wenige Jahre nachdem Adolf Fredrik von Schweden Lovisa Ulrika von Preußen geheiratet hatte. Die Koseform von Lovisa, einem Namen, der in Schweden immer noch sehr geläufig ist, ist oft Lova.

Dass Lovisa im Jahre 1750 als Namenstag in den Kalendern des Landes auftauchte, hat natürlich mit der vorgenannten Ehe zu tun, denn der Kronprinz Adolf Fredrik heiratete Lovisa Ulrika von Preußen im August des Jahres 1744 in Berlin. Hier beginnt dann jedoch ein kleines Problem, denn die Ehe fand nach dem Julianischen Kalender, der damals noch in Schweden galt, am 18. August statt, nach dem Gregorianischen Kalender, der 1753 eingeführt wurde, jedoch am 29. August. Wie man daher beim Namenstag Lovisa auf den 25. August kam, ist unbekannt, denn es gibt kein wichtiges Ereignis, das man an diesem Tag mit Lovisa Ulrika in Verbindung bringen kann.

Lovisa Ulrika von Preußen war von 1751 bis 1771 durch die Ehe mit Adolf Fredrik die Königin Schwedens. Als es darum ging, ob Lovisa Ulrika oder ihre Schwester Amalie den schwedischen König heiraten sollte, sah der gemeinsame Bruder Amalie für besser geeignet, da er Lovisa Ulrika als eine hochmütige, aufbrausende Intrigantin bezeichnete. Aber auch wenn Lovisa Ulrika das oberflächliche Vergnügungsleben am schwedischen Hof suchte und auch an so mancher Intrige beteiligt war, so war die Meinung des Bruder mehr darin zu suchen, dass er Amalie als bessere Diplomatin im Sinne des preußischen Hauses sah.


25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa 

Copyright: Herbert Kårlin 

Mittwoch, 15. August 2012

Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden

Auch wenn der Name Estelle in seiner Originalform Stella (der Stern) in Italien bereits im 10. Jahrhundert vorkam, im 11. Jahrhundert in Frankreich und im 14. Jahrhundert in Großbritannien nachgewiesen werden kann, wo mehrere Romanfiguren den Namen Stella erhielten, kam die französische Form des Namens erst im 19. Jahrhundert nach Schweden und gehört bisher  zu den sehr seltenen Namen des Landes, was sich auch am Namenstagskalender bemerkbar macht, denn während Stella bereits am 15. August 1901 dort auftauchte, wurde Estelle erstmals 1986 dort eingetragen, um 1993 wieder zu verschwinden und 2001 erneut aufgenommen zu werden.

Als der Name Stella im 10. Jahrhundert in Italien nachweislich auftauchte, so handelte es sich damals noch um einen Familiennamen. Ein Zweig dieser Familie wanderte im Jahre 1011 vom italienischen Neapel in das französische Toulon aus, wo die Familie dann die französische Linie bildete. Im Laufe der Jahrhunderte verwandelte sich der Name dann in das französische Estelle und ab Mitte des 19. Jahrhunderts verwandelte sich der Familienname Stella und Estelle in den Vornamen Estelle, der in Frankreich allerdings am 11. Mai im Namenstagskalender zu finden ist und nicht am 15. August.

Prinzessin Estelle erhielt diesen Vornamen allerdings nicht nach dem italienischen Geschlecht, sondern in Erinnerung an Estelle Romaine Bernadotte, die im Jahre 1904 in New York zur Welt kam und mit Folke Bernadotte, dem Taufpaten  des Königs Carl XVI. Gustafs, verheiratet war, der 1948 bei einem diplomatischen Auftrag in Jerusalem ermordet wurde. Folke Bernadotte ist insbesondere durch die sogenannten „Weißen Busse“ bekannt geworden. Da sowohl Estelle Bernadotte als auch Folke Bernadotte philanthropische Eigenschaften hatten, soll der Vorname Estelle daher auch auf den Ruf einer Wohltäterin anspielen.


15. August 1247: Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan
15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Juli 2012

Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden

Obwohl in Schweden katholische Namenstage in immer größerem Masse abgeschafft wurden, so überstand der Vorname Kristina, bisweilen auch Christina geschrieben, jede Namenstagsreformation Schwedens. Noch heute wird Kristina am 24. Juli jeden Jahres gefeiert, während Kristin und Kerstin erst 1986 an diesem Tag eingeführt wurde und bereits 1993 wieder entfernt wurde und Stina ab 1993 Kristin ersetze und dann 2001 ebenfalls wieder aus dem Kalender verschwinden musste.

Die Ursache, dass Kristina jede Reformbewegung überstanden hat, ist darin zu suchen, dass dies der Name mehreren Königinnen Schwedens war, insbesondere aber der berühmten Königin Kristina, die das schwedische Reich von 1632 bis 1654 regierte. Der Vorname Kristina ist daher eng mit der schwedischen Geschichte verbunden und wird daher trotz seines katholischen Ursprungs und der Bedeutung „die Christin, die Erleuchtete“ auch in Zukunft erhalten bleiben. Um die christliche Bedeutung zu mindern, lassen sich allerdings viele schwedische Kristinas lieber Kia, Kicki oder Kickan nennen.

In der katholischen Kirche wird der Vorname Kristina mit der Märtyrerin Christina aus dem italienischen Bolsena in Verbindung gebracht, die gegen das Jahr 200 als Tochter heidnischer Eltern geboren wurde, von einer Dienerin zum katholischen Glauben geführt wurde für den sie, nach mehreren bedeutenden Wundern, auch starb. Auch in Italien hat Christina am 24. Juli ihren Namenstag, wobei die Stadt Bolsena die Wunder der Heiligen jedoch bereits am 18. Juni mit einem großen Blumenfest feiert. Nach einer Legende erhob Papst Urban IV., erneut nach einem Wunder in Bolsena in Zusammenhang mit der Heiligen Christina, Fronleichnam zu einem offiziellen Kirchenfeiertag, nur 18 Jahre nach seiner Entstehung.


24. Juli 1619: Russische Galere greift Nyköping an
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Juli 2012

Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben

Auch wenn der schwedische Vorname Folke in Schweden problemlos bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, so tauchte dieser Vorname erst ab dem 14. Juli 1901 in den schwedischen Kalendern auf, dem Jahr, als zahlreiche christliche Namenstage mehr nordischen Namen Platz machen mussten. Heute feiert man daher am 14. Juli den Vorname Folke und denkt nicht mehr an den katholischen Sankt Phocas, der vorher an der Stelle von Folke zu finden war.

Der Name Folke, der sowohl als Vorname als auch als Familienname existiert, hat seine Wurzeln im Altnordischen, und bedeutet soviel wie Führer oder Häuptling. Dies drückt sich auch darin aus, dass ein gesamtes Königsgeschlecht, das Bjälboätten, ursprünglich folkungar genannt wurde, da der erste König dieses Geschlechts Folke Filbyter war, eine Zentralfigur in Verner von Heidenstams Roman „Folke Filbyter“ aus dem Jahre 1903. Seit den 30er Jahren ist der Vorname Folke in Schweden allerdings immer mehr im Rückgang, so dass dieser alte schwedische Name mittlerweile nahezu am Aussterben ist.

Umso erstaunlicher ist diese Entwicklung, da der Vorname Folke in Schweden insbesondere mit Folke Bernadotte, einem Diplomaten des schwedischen Königshauses, in Verbindung gebracht wird, der durch die sogenannten Weißen Busse bekannt wurde und am 17. September 1948 während der Palästinakrise von extrem rechten Juden ermordet wurde. Unmittelbar nach seiner Ermordung wurde denn der Folke Bernadotte Minnesfond gegründet, der bis heute in Form von internationalen Jugendlagern Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 25 das Leben und Denken in anderen Ländern näher bringt.


14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg 
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Juli 2012

Vom Vorname Gustav zu Gustav Vasa

Der schwedische Namenstagskalender macht keinen Unterschied zwischen den Schreibungen Gustav und Gustaf, denn beide haben ihren Namenstag seit 1774 am 6. Juli, nachdem Gustav bis 1708 sowohl am 6. Juli als auch am 9. Dezember gefeiert worden war. Zwischen 1708 und 1774 wurde bei einer Reform dann vorübergehend der 27. März als Namenstag festgelegt, ohne dass dies jedoch nachweislich einer bestimmten Person zugeordnet wurde. Dass man 1774 dann zurück auf den 6. Juni kam, lag daran, dass Gustav Vasa am 6. Juni 1523 zum König gewählt worden war.

Das erste Mal, dass der Vorname Gustav in Schweden nachgewiesen werden kann, war 1225 unter der Schreibweise „Gostauus“, wobei der Name vermutlich aus den Worten „göt“ (giessen) und „stav“ (Führer) zusammengesetzt wurde. Umgangssprachlich wurde aus Gustav dann schließlich Gösta, was heute bereits als eigenständiger schwedischer Vorname betrachtet wird. Seine Glanzzeit hatte der Vorname Gustav Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als er über viele Jahre hinweg unter den fünf häufigsten Vornamen des Landes zu finden war.

Der Bezug zur Königswahl von Gustav Vasa ist besser zu verstehen, wenn man sich in das 16. Jahrhundert zurückversetzt, denn zu dieser Zeit gab es keinen „Gustav Vasa“, da der Familienname des Königs Eriksson lautete, der jedoch vom Monarchen nie verwendet wurde, so dass er ausschließlich mit seinem Vornamen bekannt war und ausschließlich mit diesem angesprochen wurde. Selbst Gustav I., wie er heute teilweise genannt wird, ist geschichtlich in keiner Weise überliefert, da Gustav Vasa seine Erben nicht unbedingt als Gustav sah. Zum Namen Vasa kam der König erst im 17. Jahrhundert, als die Nachwelt ihm den Namen auf Grund seines Wappens verlieh.


6. Juli 1859: Verner von Heidenstam, ein Erneuerer der schwedischen Literatur 
6. Juli 1917: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius

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Donnerstag, 21. Juni 2012

Der schwedische Vorname Alf und die nordische Mythologie

Der schwedische Vorname Alf, bisweilen auch Alv geschrieben, kommt vom isländischen Wort álfr und gehört mit zu den ältesten Vornamen Schwedens. Die abgeleiteten Vornamen Alvar, Alfred, Alfhild oder auch Alva sind alle erst Jahrhunderte später entstanden. Am 21. Juni haben allerdings, nach den schwedischen Kalendern, nur die rund 25.000 Alv und die knapp 7000 Alvar ihren Namenstag. Die meisten Männer mit diesem Vornamen werden allerdings nicht Alf, sondern umgangssprachlich „Affe“ genannt, was im Deutschen eine vollkommen andere Bedeutung hat.

Der Name Alf kann, dank einer Inschrift in einem Runenstein, bis ins elfte Jahrhundert zurückverfolgt werden und taucht ab dieser Zeit permanent in Schweden auf, wobei Alf zwischen 1920 und 1950 regelrecht zu einem Modename Schwedens wurde und heute wieder in Vergessenheit gerät. Nur noch etwa 100 Neugeborene erhalten gegenwärtig jedes Jahr diesen nordischen Vorname und nur in Einzelfällen gilt er auch als Rufname. Nach der unbestätigten Geschichte Schwedens war Alf ein Sohn Alriks. Nach der isländischen Sage Heimskringla regierte er, gemeinsam mit seinem Bruder Yngve, über Schweden, tötete seinen Bruder und wurde dann von diesem, bereits im Todeskampf, ebenfalls getötet.

Weitaus angenehmer klingt dann die Deutung der Herkunft des Namens in denen die nordische Mythologie im Vordergrund steht, denn danach haben die „álfar“ Elfen, die, je nach der gewählten Sage, göttliche Eigenschaften oder aber werden als mystische Naturwesen betrachtet. Nach Snorres Edda unterscheidet man dann noch die himmlischen „ljusalver“ (Lichtelfen) und die „mörkalver“ (Dunkelelfen), die in Erdhöhlen leben. Dass der Vorname Alf nicht mit einem v geschrieben wird, beruht darauf, dass man in diesem Fall die Rechtschreibreform von 1906 missachtet und ausdrücken will, dass dieser Vorname noch aus der vorchristlichen Zeit Schwedens kommt.


21. Juni 1903: Alf Sjöberg, der Revolutionär des schwedischen Theaters
21. Juni 1874: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström

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Montag, 11. Juni 2012

Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens

Wer heute am 11. Juni nach dem Vornamen Barnabas in den schwedischen Kalendern sucht, sucht vergebens, denn bereits bei der Reform im Jahre 1901 wurde dieser christliche Name Barnabas durch die mehr schwedischen Namen Bertil und Berthold ersetzt. Bertil wurde dann vor allem über Prinz Bertil ein gängiger Name, obwohl dieser Name, auch als Familienname bereits seit 1396 existierte und Berthold, der ebenfalls deutschen Ursprungs ist, ist lediglich eine andere Schreibweise für den schwedischen Bertil.

Heute findet man in Schweden gerade noch 36 Männer, die Barnabas als Vorname tragen, wobei es sich bei niemandem mehr um den Rufnamen handelt. Im ebenfalls protestantischen Großbritannien ist der Vorname Barnabas heute noch verbreitet, auch in Forma von Barnaby und Barnabus, und auch in Frankreich und Spanien wird dieser Vorname noch regelmäßig vergeben. Schweden, das mit der katholischen Kultur so weit wie möglich brechen wollte, hat heute nicht einmal mehr eine Kirche, die dem Heiligen Barnabas geweiht ist.

Barnabas, der ein Mitarbeiter des Apostel Paulus war, soll nach einer Legende die erste katholische Kirche auf Zypern gegründet haben, wobei ihm auch eine tragende Rolle in der Gründung der Urkirche und der Anerkennung von Paulus zugesagt wird. Auch wenn in Schweden der Vorname Barnabas als verschwunden gilt und der Heilige nichts mit der Svenska Kyrkan zu tun hat, so wird der Heilige von einigen Freikirchen, unter anderem der Pingstkyrkan, weiterhin verehrt und die schwedische Mission Barnabas will mit dem Namen des Heiligen fehl geleitete Schweden missionieren.


11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit

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Dienstag, 22. Mai 2012

Sibylla, mehr als eine Gatukök in Schweden

Der Name Sibylla, was soviel wie die Prophetin bedeutet, kam im 16. Jahrhundert nach Schweden und hatte damals am 22. Mai Namenstag, bis kaum noch ein Mädchen Sibylla getauft wurde und der Name aus den Kalendern verschwand. Als er dann 1934 erneut eingeführt wurde, wurde der Namenstag auf den 20. Oktober verlegt, den kirchlichen Hochzeitstag der schwedischen Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha. In den 40er Jahren wurde Sibylla dann ein Modename in Schweden, der heute aber wieder am Verschwinden ist, denn gerade noch 1135 Schwedinnen tragen gegenwärtig diesen Vornamen und nicht einmal 160 haben ihn als Rufnamen.

Dass der Vorname Sibylla gerade in den 40er Jahren seinen Höhepunkt hatte, hat allerdings einen etwas merkwürdigen Zusammenhang, denn in den 30er Jahren suchte der Wursthersteller Daniel Lithell eine Möglichkeit den Verkauf seiner Würste auszudehnen und kam auf die Idee diese in Schnellimbisswagen, den ersten Gatukök des Landes, anzubieten. Da die Wurst einen Namen benötigte, griff er zu einem Preisausschreiben, mit dem Ergebnis, dass die Mehrheit die Wurst nach der aus Deutschland stammenden Prinzessin nennen wollten: Sibylla. Bereits in den 50er Jahren kamen dann zur Wurst auch die ersten Hamburger, lange bevor sich die erste Hamburger-Kette in Schweden einfand. Heute findet man in Schweden rund 300 Gatukök, die Sibylla-Wurst verkaufen.

Der Erfolg des Vornamens Sibylla und der Gatukök-Kette Sibylla, sowie die Wiedereinführung des Namenstags im Jahre 1934 in den schwedischen Kalendern geht daher ausschließlich auf Prinzessin Sibylla zurück, die ursprünglich Sibylle geschrieben wurde. Die Prinzessin heiratete 1932 den Erbprinz Gustav Adolf von Schweden, der 1947 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Als Königin Louise 1965 starb, war Sibylla, die Mutter von Carl XVI. Gustaf, für einige Jahre sogar die erste Dame Schwedens.


22. Mai 1614: Die Gründung Kristianstads
22. Mai 1946: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald 

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Freitag, 18. Mai 2012

Erik, der einsame Herrscher, hat Namenstag

Der Name Erik gehört mit zu den ältesten Namen des nordischen Raumes und wurde erstmal auf einem Runenstein des Upplands gegen das Jahr 1000 genannt. Ursprünglich sprach man im Altnordischen jedoch noch nicht von Erik, sondern von Airikr, was soviel bedeutet wie „der einsame Herrscher“. Dass der Namenstag Erik auf den 18. Mai fällt, geht auf den schwedischen König „Erich der Heilige“ zurück, auch wenn dieser König nie vom Papst heilig erklärt wurde und die Person als solches kaum eine grosse Leistung für Schweden gebracht hat.

Als jedoch Erich der Heilige, auch Erik IX. genannt, am 18. Mai 1160, vermutlich in trunkenem Zustand, ermordet wurde, entstand ein bedeutender Heiligenkult um ihn, was dazu führte, dass dieser Tag bis 1571 sogar einer der bedeutendsten Feiertage Schwedens war. Heute denkt natürlich kaum noch einer der rund 300.000 Schweden, die am Erichstag ihren Namenstag feiern, an Erik den helige, zumal auf nahezu allen Namenstagskalendern der König mittlerweile auch nicht mehr genannt wird.

Aber auch heute noch gehört Erik mit seinem 13. Platz auf der Rangliste der schwedischen Vornamen immer noch zu den häufigsten Namen Schwedens. Ganz vergessen ist allerdings Erich der Heilige auch noch nicht, denn die ältere Bevölkerung Schwedens spricht am 18. Mai immer noch von der „Eriksmässa“ oder der „Ersmässa“ und auch das alte Sprichwort „Om Erik ger ax, ger Olof kaka“ lebt im Volksmund weiter, was soviel bedeutet wie „Wenn man zum Erikstag Roggen säht, so kann man am Olofstag Brot backen“.


18. Mai 1160: Erik der Heilige stirb bei Uppsala
18. Mai 1946: Ein UFO mit Außerirdischen landet in Skåne

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Sonntag, 13. Mai 2012

Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen

Seit dem 13. Mai 1901 findet man in den schwedischen Kalendern den Namen Linnea an diesem Tag eingetragen, was bedeutet, dass um diese Zeit der Name relativ häufig wurde, auch wenn man nicht sagen kann, wann in Schweden erstmals jemand den Vornamen Linnea erhielt. Gegenwärtig (2012) tragen in Schweden 69.344 Frauen und drei Männer den Namen Linnea, wobei sich dieser Vorname schon seit den 70er Jahren auf der schwedischen  Topliste der Vornamen hält und gegenwärtig den 8. Platz belegt.

Der Vorname Linnea geht auf den schwedischen Botaniker Carl von Linné zurück, genau genommen auf eine Linde, die vor seinem Geburtshaus stand und der Familie ursprünglich ihren Namen gegeben hatte. Aber natürlich will man mit Linnea nicht an den Wissenschaftler erinnern, sondern an die Blume „Linnea Borealis“, die ihren Namen nach dem berühmtesten Botaniker Schwedens erhielt und seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch die Nationalblume Smålands ist.

Carl von Linné, der so viele schöne Blumen aus der ganzen Welt gesehen hatte, hatte eine Vorliebe für die "Linnæa", wie er sie in einer seiner Jugendschriften nannte, auch wenn sie in seinem wissenschaftlichen Werk dann als „Rudbeckia“ auftauchte. Der holländische Ratsherr Gronovius fand jedoch, dass zu dieser Blume der Name Linnea besser passt und änderte ihn zu Ehren des Botanikers und Linné selbst fügte dann den Artnamen „borealis“ hinzu, was soviel bedeutet wie „die Nördliche“. Später fügte Carl von Linné die Linnea auch seinem Wappen hinzu und lies sich einen Siegelring mit der Blume herstellen.


13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden
13. Mai 1979: Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens 

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