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Montag, 10. Dezember 2012

Die letzte Hinrichtung in Västerås

Am 10. Dezember 1900 wurde in der schwedischen Stadt Västerås das letzte Mal ein Mörder hingerichtet. Es war die vorletzte Hinrichtung Schwedens und die letzte, die ein Scharfrichter mit dem Beil ausüben musste. Beim Hingerichteten handelte es sich um John Filip Nordlund, der am 17. Mai durch den Massenmord auf dem Dampfer Prins Carl in ganz Schweden bekannt geworden war und sich in einem Brief an seine Eltern und Brüder den Tod herbeigewünscht hatte.

Auch wenn vermutlich niemand mit John Filip Nordlund Mitleid hatte als er am 10. Dezember um acht Uhr morgens hingerichtet wurde, zumal der Mörder keinerlei Mitleid mit seinen Opfern zeigte und vor Gericht bedauerte, dass es ihm nicht gelungen war auch die Verletzten zu töten und er bei einem Fluchtversuch noch zwei Wächter schwer verletzt hatte, so war diese Hinrichtung eine Wende des schwedischen Strafvollzugs und es wurde ausgerechnet bei einem Massenmörder über die Abschaffung der Todesstrafe diskutiert.

Die Hinrichtung von John Filip Nordlund kam gerade zu jener Zeit, als man sich die Frage stellte ob ein Verbrecher seine Neigung geerbt hatte, als Hjalmar Branting sich deutlich gegen die Todesstrafe ausgesprochen hatte und man bei Verbrechen nach der Schuld der Gesellschaft suchte. Der Fall des Mälarmördaren war aber auch aus einem anderen Grund noch ein juristischer Sonderfall, da ein Psychologe in seinem Gutachten erklärte, dass der Mörder geisteskrank war, was für viele bedeutete, dass John Filip Nordlund zwar lebenslang eingesperrt werden musste, es aber nicht logisch war ihn hinzurichten auf Grund einer Krankheit.


10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. Juli 2011

Gustav Vasa und der Svea Kanal vom Mälaren zum Vänern

Am 25. Juli 1526 schlug Gustav Vasa vor durch einen Kanal vom Mälaren über den Hjälmaren und Vänern einen Wasserweg von der Ostsee zum Kattegat zu schaffen, da die dänische Vorherrschaft in Südschweden den Ostseehandel mit zahlreichen Ländern erschwerte und jede Passage des Kattegats mit Zöllen belegt war. Eine Schiffsverbindung vom Svealand nach Älvsborg vor dem heutigen Göteborg sollte durch den Svea Kanal alle Probleme mit dem kriegerischen Nachbarn verhindern.

Gustav Vasa beließ es jedoch bei diesem ideellen Plan und nahm den Bau des Svea Kanals nie in Angriff. Auch unter Erik XIV, der sogar davon bedroht war, dass die Dänen den Öresund ganz für den schwedischen Schiffsverkehr sperrten, kam es nicht zum ersten Spatenstich und Karl IX befestigte dann gerade einmal die Eskilstunaån, was den Beginn eines Kanals vom Mälaren zum Hjälmaren einleitete. Die Bauarbeiten wurden vor allem mit deutscher Hilfe geleistet, die beim Kanalbau mehr Erfahrung hatten als die Schweden.

Gustav II. Adolf verwirklichte 1629 schließlich eine neue Verbindung zwischen Mälaren und Hjälmaren, der etwas nördlich des heutigen Hjälmar Kanals liegt., aber damit endete das gigantische Bauprojekt erneut. Immer wieder kam dann in den folgenden Jahrhunderten der Plan Gustav Vasas von Monarchen und Politikern auf den Tisch, bis im Jahre 1999 das schwedische Parlament erneut über den Bau des Svea Kanals diskutierte und die Befürworter darauf hinwiesen, dass 95 Prozent des schwedischen Exports und Imports über Seewege transportiert werden. Eine genauere Analyse zeigte jedoch bald, dass Gustav Vasas Projekt für immer ein Traum bleiben muss.

25. Juli 1700: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
25. Juli 1823: Albert Lindhagen und die Planung Stockholms

Copyright: Herbert Kårlin