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Dienstag, 12. August 2014

Der Frieden in Nöteborg in der schwedischen Geschichte

Am 12. August 1323 unterzeichnete Magnus Eriksson mit Fürst Juri Daniilowitsch in Nöteborg einen Friedensvertrag, der die Feindlichkeiten zwischen Schweden und der Republik Nowgorod, dem heutigen Russland, beendete. Nach einem 30-jährigen Krieg zwischen den beiden Ländern wurde dabei erstmals die Ostgrenze Schwedens festgelegt, eine Grenze, die bis 1595 an der gleichen Stelle verlaufen sollte. Die beiden Originalverträge gingen leider verloren. Aus diesem Grund gibt uns heute lediglich eine Kopie des schwedischen Vertrages des 16. Jahrhunderts noch einen gewissen Aufschluss über den sogenannten Frieden von Nöteborg.

Allerdings verursachte der Frieden in Nöteborg mehrere Probleme, denn zum einen waren der schwedische und der russische Vertrag nicht identisch und zum anderen waren die Formulierungen teilweise so wage, dass man kaum von einem eindeutigen Grenzverlauf reden kann. Man darf nicht vergessen, dass es um diese Zeit noch keine Landvermessung gab, sondern man Erhebungen, Buchten und andere Kennzeichen als Richtpunkte benutzte, die jedoch nicht in jedem Land den gleichen Namen trugen und an der gleichen Stelle gesehen wurden. Der Spielraum für die Deutung der Grenzen war daher relativ hoch.

Am bedeutendsten kam dies im nördlichsten Teil Schwedens zum Ausdruck, da dort während des Friedens in Nöteborg vor allem Samen lebten, die Gegend also als relativ unwichtig betrachtet wurde. Jedoch bereits im 15. Jahrhundert begann die Besiedlung dieser Gebiete und es kam daher in mehreren Gebieten zu Spannungen, da sowohl Nowgorod als auch Schweden Anspruch auf das Gebiet über der nördlichen Ostsee legten und Russland Zölle von den Flussfischern beanspruchte. Bis heute ist es der Geschichtswissenschaft nicht gelungen den tatsächlichen Grenzverlauf des Jahres 1323 nachzuvollziehen, so dass sich nach wie vor schwedische und russische Geschichtsschreibung widersprechen.


12. August 1652: Der schwedische Reichsmarschall Jakob De la Gardie
12. August 1763: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. März 2014

Die schwedisch-dänische Konvention von 1794

Während des Ersten großen Koalitionskrieges von 1792 und 1797 war die Gefahr bedeutend, dass auch die nordischen Länder mit in die Auseinandersetzungen verstickt wurden, was Dänemark und Schweden mit Hilfe der Konvention vom 27. März 1794 vermeiden wollten, auch wenn es den beiden Ländern dabei weniger darum ging die Teilnahme am Krieg zu vermeiden, sondern darum, dass der Handel fortgesetzt werden konnte. Für Schweden bedeutete es zudem, dass damit Russland, zumindest 15 Jahre lang, davon abgehalten wurde, das schwedische Finnland anzugreifen.

Der Vertrag mit 14 Punkten zielte sowohl auf einen gemeinsamen Handel, als auch eine gemeinsame Verteidigung der beiden Länder, was natürlich bedeutete, dass der Schutz der Ostsee im Vordergrund stand und sich beide Ländern dazu verpflichteten Handelsfahrten mit gemeinsamen Kriegsschiffen zu begleiten. Ausgenommen von dieser Konvention waren allerdings die Staaten, die Schweden und Dänemark in Deutschland besaßen, da diese mit größter Wahrscheinlichkeit in kriegerische Handlungen verstrickt werden sollten.

Die gemeinsame Verteidigung und der Bau von Fregatten, die in der Konvention von 1794 vorgesehen waren, gehörten in gewisser Weise bereits zu früheren Plänen der beiden befreundeten Länder und scheiterten bis dahin an der finanziellen Lage Schwedens. Auch nach Abschluss des neuen Freundschaftsvertrages hatte Schweden kaum die Mittel Schiffe bauen zu lassen. Dieses Manko wurde nun jedoch dadurch ausgeglichen, dass der König private Geldgeber suchte denen die Ehre und die Selbständigkeit Schwedens wichtig waren. In der Tat wurden dadurch jedoch Adelige und Wirtschaftsunternehmer indirekt dazu gezwungen Anteile an der Kriegsmarine zu erwerben.


27. März 1805: Johan Murberg und der Erfolg der schwedischen Sprache
27. März 1873: Der schwedisch-amerikanische Künstler David Edström
27. März 1904: Der erste Golfclub in Stockholm 
27. März 1940: Der schwedische Freiwilligen-Verband 
27. März 1942: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren 
27. März 1966: Ragnar Josephson wird in Lund verewigt 
27. März 1966: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 24. November 2013

Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt

Am 24. November 1944 wurde die Fähre S/S Hansa während ihrer Passage von Nynäshamn nach Visby von einem russischen Torpedo getroffen und sank nach einer Explosion in nur wenigen Minuten. Unter den 86 Personen, die sich in dieser Nacht an Bord befanden, konnten nur zwei gerettet werden. Wenn man die Menge der Toten rechnet, so war dies die größte Seekatastrophe Schwedens zwischen dem 17. Jahrhundert und dem Untergang der Estonia am 28. September 1994.

Nach dem Untergang tauchten sehr viele Fragen zum Schicksal der S/S Hansa auf, die jedoch alle sehr lange unbeantwortet blieben, denn das Wrack der Fähre wurde erst 1988 gefunden, der Grund der Beschießung wurde von der schwedischen Verteidigung geheim gehalten und was mit den 23 während des Zweiten Weltkriegs versenkten schwedischen Fahrzeuge geschah erklärte der deutsche Forscher Dr. Jürgen Rohwer erst im Februar 1964, der auch aufdeckte, dass die S/S Hansa vom russischen U-Boot K-51 versenkt worden war.

Die Katastrophe der S/S Hansa war indes vorprogrammiert, da Schweden mit Deutschland zahlreiche Abkommen geschlossen hatte, unter anderem Eisenerz lieferte, aber auch, bei einer notwendigen Evakuation, für den Transport von deutschen Soldaten aus Finnland und dem Baltikum zuständig war. Die versenkte S/S Hansa hatte zudem 2500 Kilogramm Sprengstoff an Bord, obwohl bei Passagiertransporten nur maximal 500 Kilogramm zulässig waren. All diese Voraussetzungen machten das schwedische Schiff zu einem Feind Russlands und legalisierte daher während des Krieges den Abschuss der Fähre, deren Auftrag in dieser Nacht nie aufgedeckt wurde.


24. November 1741: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden 
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. September 2013

Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf

Der zweite polnische Krieg hatte bereits gegen 1600 begonnen und war im Grunde ein Kampf um die Vormacht an der Ostsee. Im Laufe der Jahre wurde immer wieder ein Waffenstillstand geschlossen, der jedoch meist von schwedischer Seite wieder gebrochen wurde. Bis 1921 war es Polen jedoch gelungen Riga, damals eine der strategisch wichtigsten Städte an der Ostsee, sehr erfolgreich zu verteidigen, was sich jedoch im August 1921 ändern sollte.

Der schwedische König Gustav II. Adolf, einer der bedeutendsten Kriegsherren der schwedischen Geschichte, wollte diese Streitigkeiten um Riga endgültig zu Ende bringen und brach daher am 24. Juli 1621 mit zahlreichen Schiffen Richtung Riga auf. Am 1. August des Jahres begann er Riga, die Hauptstadt Livlands, mit 148 Schiffen zu belagern. Es sollte dann jedoch bis zum 23. August dauern bis der König einsah, dass nur ein Angriff die Situation lösen konnte, denn Riga hoffte auf die Verstärkung aus Russland und hatte damit die Zeit auf seiner Seite. Die schwedischen Soldaten feuerten daher ab dem 23. August über 6000 Kanonenkugeln auf Riga und zeigten den Bewohnern mit welcher Stärke sie zu rechnen hatten, sollten sie sie die Stadt nicht dem König übergeben.

Trotz dieses Angriffs und der starken Schäden gab Riga nicht auf und die Versuche die Stadt zu stürmen scheiterten an der starken Befestigung. Mehrmals schickte Gustav II. Adolf Vermittler nach Riga, die den Mächtigen der Stadt klar machen sollten, dass der Gewinn der schwedischen Flotte nur eine Zeitfrage war und daher die Kapitulation die einzige Lösung darstellte. Riga spielte jedoch immer noch auf Zeit und erwartete nahezu ein Wunder. Als die Schweden dann am 12. September ein letztes Ultimatum stellten, forderte die Stadt erneut eine Bedenkzeit von drei Tagen. Aber nachdem das Wunder ausblieb und die Stadt bereits stark beschädigt war, blieb Riga letztendlich nur die Kapitulation und Gustav II. Adolf zog am 16. September 1621 als Sieger in Riga ein und annektierte damit Livland.


16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung 
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. August 2013

Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa

Anders Franzéns Interesse für Schiffswracks wurde sehr früh geweckt, genau genommen bei seinen Sommeraufenthalten in Dalarö, wo er mit den Erzählungen über das dort gesunkene Kriegsschiff Riksäpplet konfrontiert wurde. Als Franzén bei einer Reise an die schwedische Westküste dann entdeckte was Schiffswürmer (Teredo navalis) bei einem Schiff verursachen können, kam er zum Schluss, dass es nur in der Ostsee sinnvoll sei nach historischen Wracks zu suchen. Allerdings sollte dieses Interesse für immer ein Hobby bleiben, denn beruflich beschäftigte sich Franzén mit Öl als Treibstoff.

In seiner Freizeit betrieb Anders Franzén bereits in den 40er Jahren intensive Archivforschungen um die Lage bedeutender Wracks in der Ostsee zu entdecken. Gegen 1950 hatte der Amateurforscher dann etwa zwölf Fahrzeuge ausfindig gemacht deren Entdeckung von größerem Interesse sein konnte. Ab 1954 konzentrierte er sich darauf das Kriegsschiff Vasa zu finden, was sich jedoch sehr problematisch zeigte, da Wissenschaftler ihn sehr oft in die Irre leiteten. Als er sich 1956 auf das Gebiet vor der Beckholmswerft konzentrierte und mit einem selbst entwickelten Lot Holzteile aus der Tiefe holen konnte, machte Franzén dann die entscheidende Entdeckung, denn am 25. August 1956 hatte er Teile der Vasa an die Oberfläche geholt.

Seine Freude wurde jedoch stark gebremst als er feststellen musste, dass sich keine Behörde und keine Institution fand, die sich für die Bergung der Vasa interessierte und das Seehistorische Museum in Stockholm die Entdeckung sogar als gefährliche Konkurrenz zu seinen Sammlungen ansah. Nur die Besessenheit von Anders Franzén und eine intensive Lobbyarbeit führten letztendlich zur Gründung des Wasa-Kommittén und dank Sponsoren konnte die Vasa dann geborgen werden. Aber auch wenn die Vasa heute zu den größten touristischen Attraktionen Schwedens gehört, so erhielt Franzén nie eine Öre für seine Mühe und man begnügte sich damit ihm einen Lehrstuhl an der KTH (Kungliga Tekniska högskolan) zu bieten und 2008 wurde ein Park in Stockholm nach ihm benannt. Nur in Dalarö findet man noch heute ein kleines Museum zur Erinnerung Franzéns, das vom dortigen Heimatverein unterhalten wird.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens 
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Juni 2013

Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre


Eine DC-3 Dakota während der Flugschau in Göteborg

Als man am 18. Juni 2003 die Reste des am 13. Juni 1952 von einer russischen MiG-15 abgeschossenen schwedischen Aufklärungsflugzeugs DC-3 lokalisiert hatte, konnte eines der größten schwedischen Rätsel des kalten Krieges endgültig aufgeklärt werden und in gewisser Weise konnte man erfahren was 1952 tatsächlich geschah, zumal nicht nur die DC-3 von der russischen Luftwaffe über der Ostsee abgeschossen worden war, sondern auch das Suchflugzeug „Catalinan“, das nach der abgeschossenen Maschine suchte, ein Ereignis, das zur sogenannten Catalinaaffäre führte.

Das Problem begann im Grunde bereits im Jahre 1949, als Schweden, entgegen jeder Neutralitätspolitik, ein Abkommen mit den USA und Großbritannien schloss, nach dem alle Daten von Aufklärungsflugzeugen der schwedischen Luftwaffe an die beiden Länder weitergeleitet wurden. Als daher die DC-3 im Juni 1952 über der Ostsee unterwegs war, betrieb diese Spionage für Amerika und Großbritannien, was Russland natürlich wusste. Die schwedische Maschine wurde daher als feindliches Flugzeug eingestuft und abgeschossen.

Nicht zu vergessen ist dabei auch, dass Schweden ab 1951 mehrmals in den sowjetischen Luftraum eingedrungen war um Spionage zu betreiben und die russische Presse Schweden anklagte ein Diener der Nato zu sein. Um jedoch eine Verhärtung der Situation zu vermeiden erklärte die Sowjetunion eindeutig, dass sie absolut nichts mit der verloren gegangenen DC-3 zu tun habe. Erst nachdem die Maschine gefunden worden war und Taucher nachweisen konnten, dass das Aufklärungsflugzeug mit Sicherheit von einer MiG-15 abgeschossen wurde, gab die russische Verteidigung diese Tatsache zu.


18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar 
18. Juni 1947: Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. November 2012

Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes

Tagelang hatte ein starker Südwestwind bereits Wassermassen in die Ostsee gedrückt und nicht nur Teile Dänemarks, sondern auch die Küste Skånes bedroht. Am 13. November 1872 geschah dann das Unvermeidliche als am Abend ein wahrer Orkan losbrach und  im Hafen von Abbekås (zwischen Ystad und Trelleborg) ein Wasserstand von 360 Zentimeter über dem Normalstand gemessen wurde und große Teile der Hafenanlage in nur wenigen Minuten überschwemmt wurden und evakuiert werden mussten.

In der Nacht hatte der Wind dann an der Küste Skånes eine Geschwindigkeit von über 115 Kilometer die Stunde erreicht und an vielen Stellen lag das Wasserniveau etwa drei Meter über der Normalhöhe. Als die Dämme brachen, mussten zahlreiche Häuser an der Küste verlassen werden. Selbst in der Kirche von Skanör-Falsterbo, wo viele der Halbinsel ihre Zuflucht suchten, mussten noch Bretter über die Kirchbänke gelegt werden, damit die Bewohner nicht im Wasser stehen mussten.

In dieser Nacht wurden in Skåne, Jylland, Falster und Lolland über 200 Boote an Land gespült und weite Küstenstrecken vollkommen verwüstet. Skåne kam bei dieser Sturmflut dennoch noch relativ gut davon, denn in Dänemark starben in dieser Nacht etwa 80 Personen, weil sie sich nicht rechtzeitig vom Hochwasser retten konnten. Obwohl nach dem Wetterdienst eine solche Katastrophe nur alle 1000 Jahre eintritt, stieg das Wasser der Ostsee bereits 1904 auf nahezu das gleiche Niveau, so dass sich die Katastrophe bereits nach 32 Jahren fast wiederholt hätte.


13. November 1918: Werner Aspenström und die Poesie der 40er Jahre
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schweden
13. November 2011: Der Vatertag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. September 2012

Der Untergang der M/S Estonia in der Ostsee

Der Untergang der M/S Estonia am 28. September 1994 gilt als die größte Seekatastrophe der Gegenwart im Ostseeraum, deren Geschichte im Film Baltic Storm, nach einer Geschichte der deutschen Journalistin Jutta Rabe, zu den verschiedensten Spekulationen führt, die den plötzlichen Untergang erklären sollen, auch wenn im Film die 852 Toten kaum eine Rolle spielen, sondern eine Journalistin und einer der 137 Überlebenden.

Die M/S Estonia war in der Nacht des 28. Septembers 1994 auf dem Weg von Tallinn nach Stockholm. Nachdem die ersten Unregelmäßigkeiten an Bord gegen ein Uhr nicht ernst genommen worden waren und nicht untersucht wurden, kam es durch das Eindringen von Wasser dazu, dass um 1 Uhr 20 die Motoren der Fähre aussetzten und nur zwei Minuten später der Notruf „Mayday“ dringende Hilfe anforderte. Obwohl sich zahlreiche Schiffe in der Gegend befanden, machte es die raue See unmöglich Rettungsboote zu Wasser zu lassen, was dazu führte, dass es es zu der hohen Anzahl an Toten kam.

Aus den verschiedensten Gründen wurde die offizielle Version des Untergangs, die auf menschliches Versagen zurückgeführt wurde, kaum ernst genommen und bald zirkulierten die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien, die noch dadurch bestärkt wurden, dass mit der Fähre Kriegsmaterial für die schwedische Verteidigung transportiert wurde. Ein Attentat und eine Explosion waren daher nicht ausgeschlossen, zumal die Estonia sehr schnell sank und der offizielle Bericht der schwedischen Regierung erhebliche Lücken aufwies. Beweisen konnte man allerdings bis heute weder, dass es sich um ein Unglück handelte, noch dass ein Attentat stattfand.


28. September 1675: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
28. September 1994: Der Tod des schwedischen Musikers Pierre Isacsson
28. September 1998: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. September 2012

Großbrände in Gävle

Durch die Lage am Meer war Gävle, wie jede Stadt an der Küste, im Laufe der Geschichte immer wieder Angriffen ausgeliefert, aber entkam dabei selbst dem Brandschatzen der russischen Armee im Jahre 1719, als zahlreiche der Städte an der Ostsee Opfer der Flammen wurden. Weitaus weniger glücklich war die Stadt jedoch mit Bränden, die wegen Unachtsamkeit im Ort selbst ausbrachen und dabei mehrmals Gävle nahezu dem Erdboden gleich machten.

Einer der fünf überlieferten Großbrände in Gävle brach am 20. September 1776 gegen vier Uhr Nachmittag im Dachstuhl eines Wohnhauses aus und griff auch auf das Nachbarhaus über. Im Grunde war dieser Brand relativ harmlos, aber zum einen herrschte an diesem Freitag ein sehr starker Wind, der die Gefahr erhöhte und zum anderen war die Mehrheit der Bewohner beim Fischfang, so dass nicht genügend Kräfte zum Löschen vorhanden waren. Dieser Umstand führte dazu, dass insgesamt 156 Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Auch wenn dieser Brand am 20. September nicht der größte Brand war von dem die Stadt heimgesucht wurde, so hat er jedoch das Bild Gävles am meisten verändert, da man die Stadt nicht mehr im alten Stil aufbaute, sondern das Stadtbild neu plante, was zum heutigen Straßennetz der Innenstadt führte. Außerdem wurde nach dem Brand, im Auftrag von Gustav III., das heutige Rathaus vom Architekten Carl Fredrik Adelcrantz gebaut, das mit seinem rokoko-klassischem Stil den Rathausplatz dominiert. Allerdings wurden Teile des Gebäudes nach einem weiteren Brand im Jahre 1869, als das Rathaus beschädigt wurde, nochmals in einigen Details verändert.


20. September 1396: Der Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. März 2012

Die Konvention auf Åland

Die Konvention auf Åland am 21. März 1809 beendete die militärischen Streitigkeiten zwischen Russland und Schweden, was zum Ergebnis hatte, dass Russland sich verpflichtete Schweden nicht anzugreifen und Åland wieder zu verlassen. Allerdings musste sich Schweden, bevor die russischen Truppen sich am 25. März, wenn auch nur vorübergehend, tatsächlich aus Åland zurückzogen, dazu verpflichten Åland nicht mehr neu zu besetzen und zu akzeptieren, dass die Inseln zu Finnland gehörten, das wiederum in seiner Gesamtheit von Russland besetzt war.

Nur wenige Monate bevor es zu dieser Konvention auf Åland kam, hatte der russische Zar Alexander I. sein Heer beauftragt Schweden anzugreifen, wenn auch nur aus taktischen Gründen, denn er wollte Schweden zu einem Friedensvertrag zwingen aus dem eindeutig hervorgeht, dass Finnland in russische Hände fällt. Der Plan war nicht nur Åland anzugreifen, sondern der Kampf sollte gleichzeitig auf mehreren Fronten stattfinden. 17.000 Soldaten sollten gleichzeitig Åland und Umeå angreifen, die sie zu Fuß über die zugefrorene Ostsee erreichten und der nördliche Teil von Västerbotten sollte durch das Überschreiten des Flusses Kemi erreicht werden.

Durch die Konvention auf Åland wurden dann sämtliche Kriegshandlungen zwischen Russland und Schweden gestoppt, sie bedeutete aber auch, dass die Herrschaft Schwedens auf Åland endgültig zu Ende war, denn von 1809 bis zur finnischen Unabhängigkeit im Jahre 1917 blieb die Inselgruppe in russischem Besitz um dann direkt in das finnische Reich überzugehen. Russlands große Zeit, in der auch die Bomarsund Festung gebaut wurde, dauerte jedoch ebenfalls nur bis zum Frieden von Paris im Jahre 1856 durch den Åland entmilitarisiert wurde.

21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Sonntag, 18. März 2012

Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik

Am 18. März 1915 wurde der erste schwedische Eisbrecher an die Stadt Stockholm geliefert, der nicht nur Häfen frei halten konnte, sondern auch für dickeres Eis der Ostsee geeignet war. Die Finnboda Werft in Stockholm hatte das Fahrzeug mit dem ursprünglichen Namen Isbrytaren II gebaut, damit der Schiffsverkehr auch im Winter in den Schären Stockholms aufrecht gehalten werden konnte, wobei der Meereseisbrecher in besonders kalten Wintern allerdings auch vom Seefahrtsamt gemietet wurde um Fahrrinnen von Skåne bis zur nördlichen Ostsee freizuhalten.

Im Jahre 1958 bekam der Eisbrecher, der so gebaut war, dass er auf Eisplatten auffahren konnte und sie dadurch zerbrach, den Namen S/S Sankt Erik um die Verbindung zu Stockholm deutlicher zu machen, da Sankt Erik der Schutzheilige der Stadt ist. Unter diesem Namen war das Schiff dann bis 1977 in der Ostsee im Dienst. Allerdings wurde dieser erste Ostsee-Eisbrecher Schwedens anschließend nicht verschrottet, sondern verwandelte sich zu einem Museumsstück, das nun vom Vasamuseum gewartet wird und seit 1980 an der Gälarvarft vor dem Museum liegt und dort besichtigt werden kann.

Allerdings war die S/S Sankt Erik nicht der erste Eisbrecher, der in Schweden gebaut wurde, denn bereits 1883 wurde in der Göteborger Werft in Lindholmen ein Eisbrecher zu Wasser gelassen, der Isbrytaren getauft wurde. Allerdings war dieses Fahrzeug nicht in der Lage Eis von über 60 Zentimeter zu brechen und diente daher nur dazu dem Göteborger Hafen einen Zugang zum Kattegat zu schaffen. In den eisigen Wintern 1893 und 1895 benötigte Isbrytaren selbst im Hafen noch Hilfe aus dem dänischen Skagen. Heute sind in Schweden zwischen Neujahr und Ende Mai zehn Eisbrecher in Einsatzbereitschaft.

18. März 1655: Maria Eleonara von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Januar 2012

Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee

Am 30. Januar 1945 war das deutsche Kreuzfahrtschiff Wilhelm Gustloff von Polen aus nach Deutschland unterwegs um vor allem deutsche, zivile Flüchtlinge vor dem russischen Vormarsch zu evakuieren. Als das Fahrzeug genau zwischen dem schwedischen und dem polnischen Festland befand, wurde es vom sowjetischen U-Boot S 13 torpediert und versenkt. Nach der Anzahl der Personen, die sich an Bord befanden und umkamen, handelt es sich dabei bis heute um die weltweit bedeutendste Schiffskatastrophe.

Obwohl das Fahrzeug nur für 1463 Passagiere und 417 Besatzungskräfte gebaut war, befanden sich an diesem Tag insgesamt 10.582 Personen auf dem Kreuzfahrtschiff, darunter 8956 Zivilisten. Da das Schiff innerhalb von 45 Minuten sank und weder deutsche noch schwedische Rettungsschiffe so schnell vor Ort sein konnten und nur ein einziges Schiff beim Untergang sich in der Nähe aufhielt, starben in dieser Nacht 9352 Personen.

Das Unglück war wegen zwei Fehlern der Besatzung so bedeutend geworden. Zum einen schaltete der Kapitän der Wilhelm Gustloff die Schiffsbeleuchtung kurz ein um deutschen Minensuchfahrzeugen seine Position mitzuteilen und zum anderen wurde der Notruf auf der falschen Frequenz gesendet. Erstaunlich ist allerdings bis heute, dass in der Region, in der die Wilhelm Gustloff unterging, bis heute ein absolutes Tauchverbot besteht an das sich bisher auch alle privaten und beruflichen Taucher gehalten haben.

30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. September 2011

Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern

Am 26. September 1832 wurde in Schweden der Göta-Kanal eingeweiht, das größte Bauprojekt, das das Land je sah. 22 Jahre lang wurde an dem 190,5 Kilometer langen Kanal gebaut, der gerade einmal 40 Jahre lang voll genutzt werden konnte, bevor die Eisenbahn der Schifffahrt Konkurrenz machte und den Kanalschiffen rund 80 Prozent ihrer Transporte nahm. Weitere 90 Jahre später wurde dann der Transport überwiegend von Lastwagen übernommen und der Göta-Kanal hatte seine ursprüngliche Bestimmung ganz verloren..


Die Idee des Göta-Kanals tauchte bereits 1525 erstmals auf, als der Bischof Hans Brask mit dem Bau eines Kanals die Macht der Hanse brechen wollte und mit einer Kanalverbindung von der Ostsee zum Kattegat eine Möglichkeit sah, die hohen Zölle bei der Durchfahrt des Öresunds zu umgehen. Sein Plan schien jedoch zu kostspielig, so dass erst Baltzar von Platen am 12. April 1810 eine Baugenehmigung für den Bau des Göta-Kanals erhielt, was bereits einen Monat später zum ersten Spatenstich bei Motala führte.

Der Göta-Kanal, ist heute eine bedeutende Touristenattraktion Schwedens, die es erlaubt in sechs Tagen von Göteborg nach Stockholm zu gelangen und dabei einige der schönsten schwedischen Landschaften von Wasser und Land aus zu entdecken. Von den 390 Kilometern Wasserweg bestehen rund 87 Kilometer aus einem gegrabenen Kanal, wobei die restliche Strecke über den Göta Älv und die beiden Seen Vänern und Vättern führt. Den Hauptverkehr auf dem Göta-Kanal machen mittlerweile Freizeitboote aus, denn jedes Jahr zählt man über 5000 Freizeitkapitäne, die die 58 Schleusen des Kanals nehmen.

26. September 1896: Aina Cederblom, Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1982: Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. Juli 2011

Gustav Vasa und der Svea Kanal vom Mälaren zum Vänern

Am 25. Juli 1526 schlug Gustav Vasa vor durch einen Kanal vom Mälaren über den Hjälmaren und Vänern einen Wasserweg von der Ostsee zum Kattegat zu schaffen, da die dänische Vorherrschaft in Südschweden den Ostseehandel mit zahlreichen Ländern erschwerte und jede Passage des Kattegats mit Zöllen belegt war. Eine Schiffsverbindung vom Svealand nach Älvsborg vor dem heutigen Göteborg sollte durch den Svea Kanal alle Probleme mit dem kriegerischen Nachbarn verhindern.

Gustav Vasa beließ es jedoch bei diesem ideellen Plan und nahm den Bau des Svea Kanals nie in Angriff. Auch unter Erik XIV, der sogar davon bedroht war, dass die Dänen den Öresund ganz für den schwedischen Schiffsverkehr sperrten, kam es nicht zum ersten Spatenstich und Karl IX befestigte dann gerade einmal die Eskilstunaån, was den Beginn eines Kanals vom Mälaren zum Hjälmaren einleitete. Die Bauarbeiten wurden vor allem mit deutscher Hilfe geleistet, die beim Kanalbau mehr Erfahrung hatten als die Schweden.

Gustav II. Adolf verwirklichte 1629 schließlich eine neue Verbindung zwischen Mälaren und Hjälmaren, der etwas nördlich des heutigen Hjälmar Kanals liegt., aber damit endete das gigantische Bauprojekt erneut. Immer wieder kam dann in den folgenden Jahrhunderten der Plan Gustav Vasas von Monarchen und Politikern auf den Tisch, bis im Jahre 1999 das schwedische Parlament erneut über den Bau des Svea Kanals diskutierte und die Befürworter darauf hinwiesen, dass 95 Prozent des schwedischen Exports und Imports über Seewege transportiert werden. Eine genauere Analyse zeigte jedoch bald, dass Gustav Vasas Projekt für immer ein Traum bleiben muss.

25. Juli 1700: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
25. Juli 1823: Albert Lindhagen und die Planung Stockholms

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. April 2011

Von Trelleborg nach Sassnitz

Am 19. April 1958 wurde die Zugfähre M/S Trelleborg an die SJ Malmö geliefert. Die Fähre mit dem Heimathafen Trelleborg kostete 26 Millionen Kronen und sollte regelmäßig zwischen Trelleborg und Sassnitz verkehren, das sich damals noch in der Deutschen Demokratischen Republik befand. Bis 1972 verkehrte die Fähre regelmäßig zwischen Schweden und Deutschland, wobei sie jedoch ab 1966 nur noch als Reservefähre diente.


Bevor die M/S Trelleborg jedoch erstmals nach Sassnitz aufbrach, machte sie eine Testreise nach Bottenviken und machte dort einen längeren Test bei stärkerem Eis. Bei der Reise auf der Ostsee zurück nach Trelleborg, legte sie erst noch eine Pause in Stockholm ein wo die Fähre von der Allgemeinheit besichtigt werden konnte. Am 27. April 1958 brach die M/S Trelleborg jedoch erstmals nach Sassnitz auf um den regulären Fährverkehr aufzunehmen.

Ab 1966 verkehrte die Fähre M/S Trelleborg dann vor allem zwischen Stockholm und Nådental, sowie als Reservefähre zwischen Trelleborg und Sassnitz. 1977 wurde die Fähre nach Griechenland verkauft, wo sie noch mehrere Jahre lang als Passagierfähre eingesetzt wurde. Als 2003 die schwedischen Pläne sie in ein Museumsboot zu verwandeln scheiterten, wurde sie in Indien verschrottet. Die heutige M/S Trelleborg, die Schweden erneut mit Deutschland verbindet, nahm ihren Betrieb am 28. Mai 1982 auf. Im Jahr 2014 kann man einen Fahrschein für die Hin- und Rückreise, die je Strecke etwa vier Stunden dauert, mit einem Automobil ab 130 Euro erhalten.

19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin