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Donnerstag, 12. Januar 2017

Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Am  4. September 1978 wurde der 18-jährige Anders Hansson als Bereitschaftspfleger im Östra Sjukhus (Östliches Krankenhaus) in Malmö eingestellt, in einer Abteilung in der überwiegende demente Personen für eine längere Pflege lagen, obwohl man in früheren Arbeitspapieren lesen konnte dass er für eine entsprechende Arbeit ungeeignet war und Kontaktprobleme mit Kollegen hatte. Wenige Tage nach seinem Arbeitsantritt alarmierte er das Personal als ein Mann eine Flüssigkeit in der Luftröhre hatte. Der schnelle Einsatz rettete dem Patienten das Leben und Hansson wurde für seinen Einsatz gelobt.

Zum Erstaunen der Ärzte häuften sich in den darauf folgenden Wochen diese Fälle, kamen jedoch nur dann vor wenn Anders Hansson Bereitschaft hatte. Nach nur drei Wochen am Arbeitsplatz beging Hansson dann seinen ersten Mord indem er einem 66-jährigen Blinden Reinigungsmittel einflößte. Da der Mann beim ersten Mal nicht starb, beging der Täter die Prozedur ein weiteres Mal, dieses Mal mit Erfolg. Obwohl während der kommenden Monate ungewöhnliche viele ältere Menschen der Abteilung starben, gingen die Ärzte immer von einem natürlichen Tod aus, zumindest bis zum verhängnisvollen 12. Januar 1979.

Der 12. Januar 1979 wurde Anders Hansson zum Verhängnis, denn als er einer 94-jährigen Frau eine Mischung aus Saft und Reinigungsmittel einflössen wollte, konnte diese die Flüssigkeit ausspucken und nach dem anderen Personal rufen, das im Mund der Frau das Reinigungsmittel roch. Nach vorerstigem Abstreiten etwas getan zu haben, gab Hansson dann jedoch vor der Polizei zu 27 Morde und 15 Mordversuche begangen zu haben. Als Motiv gab der Täter an Mitleid mit den alten Personen gehabt zu haben und ihnen daher beim Lebensabschluss lediglich erleichtert zu haben. Die anschließende rechtsmedizinische Untersuchung zeigte dass Hansson geisteskrank war und die Reichweite seiner Tat nicht verstanden hatte. Das Ergebnis war daher dass Anders Hansson in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie eingewiesen wurde. Bis heute ist indes nicht eindeutig klar wie viele Morde der Täter tatsächlich begangen hat, denn der Staatsanwaltschaft gelang es lediglich 11 Morde und 16 Mordversuche zu beweisen.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt 
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. Dezember 2012

Die letzte Hinrichtung in Västerås

Am 10. Dezember 1900 wurde in der schwedischen Stadt Västerås das letzte Mal ein Mörder hingerichtet. Es war die vorletzte Hinrichtung Schwedens und die letzte, die ein Scharfrichter mit dem Beil ausüben musste. Beim Hingerichteten handelte es sich um John Filip Nordlund, der am 17. Mai durch den Massenmord auf dem Dampfer Prins Carl in ganz Schweden bekannt geworden war und sich in einem Brief an seine Eltern und Brüder den Tod herbeigewünscht hatte.

Auch wenn vermutlich niemand mit John Filip Nordlund Mitleid hatte als er am 10. Dezember um acht Uhr morgens hingerichtet wurde, zumal der Mörder keinerlei Mitleid mit seinen Opfern zeigte und vor Gericht bedauerte, dass es ihm nicht gelungen war auch die Verletzten zu töten und er bei einem Fluchtversuch noch zwei Wächter schwer verletzt hatte, so war diese Hinrichtung eine Wende des schwedischen Strafvollzugs und es wurde ausgerechnet bei einem Massenmörder über die Abschaffung der Todesstrafe diskutiert.

Die Hinrichtung von John Filip Nordlund kam gerade zu jener Zeit, als man sich die Frage stellte ob ein Verbrecher seine Neigung geerbt hatte, als Hjalmar Branting sich deutlich gegen die Todesstrafe ausgesprochen hatte und man bei Verbrechen nach der Schuld der Gesellschaft suchte. Der Fall des Mälarmördaren war aber auch aus einem anderen Grund noch ein juristischer Sonderfall, da ein Psychologe in seinem Gutachten erklärte, dass der Mörder geisteskrank war, was für viele bedeutete, dass John Filip Nordlund zwar lebenslang eingesperrt werden musste, es aber nicht logisch war ihn hinzurichten auf Grund einer Krankheit.


10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. Mai 2012

Massenmord auf dem Mälaren

Am 16. Mai 1900 beging John Filip Nordlund auf dem Dampfer Prins Carl, der auf dem Mälaren unterwegs war, einen Massenmord, der als eines der größten Verbrechen in die Kriminalgeschichte Schwedens einging. Der Dampfer war in der Nacht vom 16. zum 17. Mai von Arboga nach Stockholm aufgebrochen, wobei weder Besatzung noch Passagiere ahnen konnten wen sie an dieser Nacht an Bord hatten und welche Pläne in diesem Mann gereift waren.

Als John Filip Nordlund, ein bereits mehrmals vorbestrafter Dieb, an Bord stieg, hatte er bereits zwei Ziele im Auge. Zum einen wollte er sämtliche Passagier ausrauben und die Bordkasse stehlen, zum anderen wollte er keinen Zeugen der Tat am Leben lassen und den Dampfer in Brand stecken. Um das größte Chaos an Bord zu schaffen, tötete er den Kapitän des Bootes zuerst. Im folgenden tötete er dann fünf Passagiere und verletzte weitere acht zum Teil schwer. Nur die Ankunft des Schiffes „Köping“ verhinderte weitere Tote und John Filip Nordlund flüchtete in einem Rettungsboot.

Bereits am nächsten Tag wurde der Täter dann jedoch am Bahnhof in Skogstorp festgenommen, was seiner Flucht nach Kopenhagen ein Ende setzte. Bei der Verhandlung gab es keine große Überraschung über die Strafe, denn John Filip Nordlund wurde zum Tode durch das Beil verurteilt. Am Morgen des 10. Dezembers 1900 wurde er dann in Västerås hingerichtet und war damit die vorletzte Person in Schweden, die tatsächlich hingerichtet wurde und der letzte, der durch das Beil starb, denn Alfred Ander, der noch nach ihm hingerichtet wurde, starb durch die Guillotine.


16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden
16. Mai 1930: Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. März 2012

Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder

Am 8. März 1970 wurde Mattias Flink geboren, ein Mann, der am 11. Juni 1994 unter Alkoholeinfluss sieben Menschen tötete und weitere drei verletzte. Auch wenn Mattias Flink im Februar 1995 dann zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde, entschied der Oberste Gerichtshof Schwedens am 20. Dezember 2011, dass die Strafe auf 30 Jahre verkürzt wird und er daher bereits 2014 frei gelassen wird, sobald er zwei Drittel der Strafe abgebüßt hat. Seit 2007 wurde Mattias Flink bereits mehrmals eine Ausgangsgenehmigung erteilt, wobei ihm vom Skatteverket auch eine geschützte Identität gegeben wurde.

Mattias Flink war bereits in frühen Jahren Sportschütze und Jäger, wobei er nach seiner Wehrpflicht die militärische Karriere wählte. Flink galt als sehr guter Schütze, was sich dann auch während der Morde in Falun, wo er stationiert war, zeigte. Bereits im Frühjahr 1994 zeigte sich Mattias Flink extrem aggressiv, neigte zur Eifersucht und hatte paranoide Anfälle, weshalb er psychische Hilfe erhielt. Seine Freunde befürchteten zwar nicht, dass Flink zum Mörder würde, hatten jedoch extreme Bedenken wegen seinen gewaltsamen Anwandlungen, die sich vor allem unter Alkoholeinfluss zeigten.

Als Mattias Flink am 10. Juni 1994 erst an einem Restaurant abgewiesen wurde und dann auch an einer Diskothek vor deren Tür gegen seine Freundin Eva gewalttätig geworden war, nahm das Drama seinen Lauf. Stark berauscht ging Flink erst nach Hause, zog seine Uniform an und beschaffte sich dann im Regiment einen Automatikkarabiner mit fünf Magazinen und eine Pistole. Da er mit den Waffen nicht durch den Eingang gehen konnte, kletterte er damit über den Kasernenzaun. Als er im Stadtpark von Falun auf eine Gruppe weiblicher Soldaten traf, die zurück zur Kaserne wollten, eröffnete er das Feuer. Innerhalb weniger Sekunden gab er dann 47 Schuss ab, die alle trafen und insgesamt sieben Menschen töteten.

8. März 1889: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas 
8. März 1912: Der Internationale Frauentag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. August 2011

Ein Polizist als schwedischer Massenmörder

In der Nacht zum 22. August 1952 kam es in den Orten Hurva und Kvarlöv im südschwedischen Skåne zu einem der grauenerregendsten Morden der Nachkriegszeit. In einer einzigen Nacht tötete der Hilfspolizist Tore Hedin neun Personen in den beiden Orten und legte in zwei Gebäuden Feuer, eine Tat, die später zum Fernsehfilm Hurvamorden führte und mehrere schwedische Autoren von Kriminalromanen bei der Themensuche beeinflusste.

Der Hilfspolizist Tore Hedin hatte bereits ein Jahr vorher den Mühlenbesitzer Allan Nilsson nach einem Pokerspiel ermordet und dessen Haus angezündet, was jedoch nicht aufgeklärt wurde, da der Täter in jedem Moment über den Stand der Nachforschungen informiert war und daher Spuren beseitigen konnte. Hedin war auch bereits durch den Misshandel seiner Verlobten Ulla Östberg aufgefallen, die kurz vor der Tat auch die Verlobung löste. Dieser gewaltsame Charakter Hedins ließ dann später auch die Frage aufkommen wie eine gewalttätige Person überhaupt Polizist werden konnte.

Etwa gegen Mitternacht zum 22. August tötete Tore Hedin zuerst seine Eltern mit einem Beil und zündete dann das Haus an um vermutlich die Spuren der Tat zu vernichten. Anschließend fuhr er in die Nachbargemeinde und tötete, ebenfalls mit dem Beil, seine frühere Verlobte und die Leiterin des Altersheims in dem beide Nachtschicht hatten. Nach der Tat goss er Benzin im Treppenhaus aus und verbarrikadierte den Eingang, bevor er auch hier zur Brandstiftung griff. Im Brand kamen unmittelbar vier ältere Menschen um und eine fünfte Bewohnerin starb wenige Tage später im Krankenhaus.

Nach der Tat verfasste Hedin einen Abschiedsbrief, den er mit einem Rätsel einleitete, das die Polizei erst nach einem weiteren Tag lösen konnte. Da Hedin das Ertränken zum Selbstmord wählte, konnte man an Hand seiner Armbanduhr feststellen, dass er sich morgens um vier Uhr ertränkt hatte. Zur Untersuchung des Gehirns wurde der Körper Hedins nach Lund geschickt, wo er, aus unbekannten Gründen, bis 1973 im Kühlraum blieb, bevor er dann eingeäschert wurde.

22. August 1906: Der schwedische Spion Stig Wennerström
22. August 1980: Sällskapsresan, der größte Kinoerfolg Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin