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Montag, 24. Dezember 2012

Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden

Auch wenn der Heilige Abend (Julaftonen) am 24. Dezember kein offizieller Feiertag in Schweden ist, so wird er jedoch nicht nur von der Svenska Kyrka, sondern auch in der Arbeitswelt als Feiertag behandelt, was bedeutet, dass die meisten Arbeitnehmer an diesem Tag frei haben. Vormittags findet in vielen Kirchen des Landes eine Kindermesse statt und es wird die Krippe aufgebaut. Am Nachmittag findet das Julbön, die Weihnachtsmesse, statt, die oft von einem Weihnachtsspiel ergänzt wird und als die meist besuchte Messe des Jahres gilt.

Am Heiligen Abend selbst steht dann der schwedische Julbord, das traditionelle Weihnachtsessen, im Mittelpunkt, das zwar von Region zu Region etwas abweicht, aber normalerweise aus drei Teilen besteht. Das Essen beginnt mit Fisch, wobei man vor allem eingelegten Hering, Stockfisch, Strömming und Lachs ist. Anschließend kommt der Weihnachtsschinken, Fleischbällchen, Wurst und Sülze. Den Abschluss bietet ein Reisbrei mit einer versteckten Mandel. Dazu kommen natürlich verschiedene Beilagen und die Weihnachtsgetränke wie Aquavit, Weihnachtsbier und der typisch schwedische Julmust.

Der Heilige Abend, beziehungsweise die ganze Nacht zum Weihnachtstag ist in Schweden mit zahlreichen Sagen und Legenden verbunden, denn in dieser Nacht können die Tiere reden, muss man dem Haustroll ein Glas Schnaps und Reisbrei bereit stellen, den Engeln etwas Bier auf den Tisch stellen und man muss die ganze Nacht über das Licht brennen lassen, da man sonst im Laufe des Jahres eines Todesfall zu beklagen hat.  Wobei dies natürlich nur einige der vielen Weihnachtstraditionen in Schweden sind, die oft weit in die heidnische Zeit zurückreichen.


24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. November 2012

Der Tag des Stockfischs (Lutfiskens Dag) in Schweden

Da in Schweden der Lutfiskens Dag, der Tag des Stockfischs, jeweils am Tag vor dem Alla Helgons Dag gefeiert wird, fällt er dieses Jahr auf den 2. November, ein gastronomischer Tag, der bereits 1993 von den Freunden des Stockfischs gegründet wurde und traditionell an diesem Tag auch erstmals im Jahr Stockfisch in den schwedischen Geschäften zu finden ist. Die Idee diesen Tag zu feiern kam von einer Gruppe an Personen, die alle in der Gastronomie tätig waren, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen, denn sie wollten die kulinarische und traditionelle Bedeutung des Lutfisken hervorheben.

Auch wenn Stockfisch heute in ganz Schweden mit dem Weihnachtsessen verbunden wird, so aß man Lutfisk ursprünglich zu allen wichtigen Ereignissen des Jahres, insbesondere zu Ostern, Mittsommer und Weihnachten, aber auch bei Begräbnissen und Hochzeiten dachte man in erster Linie an Stockfisch, eine Tradition, die man noch heute in Teilen Skånes finden kann, wobei man natürlich wissen sollte, dass es sich bei Lutfisk sehr häufig um verschiedene Arten von Dorschen handelt, aber auch andere Fischarten in Frage kommen können.

Seit wann Stockfisch in Schweden tatsächlich zubereitet wird, ist unbekannt, aber die älteste schriftliche Quelle geht bis zum Bischof Hans Brask aus Linköping zurück, der ihn während der Fastenzeit mit Rosinen, Mandeln und Erbsen aß. Heute wird aller Stockfisch, der in Schweden verzehrt wird nur noch von norwegischen Fischern im Frühling und Sommer gefangen, denn der letzte schwedische Fischkutter, der noch Dorsche für die Zubereitung von Lutfisk fing, brach bereits 1992 zu den Shetlandinseln auf und kam mit einem Fang von zehn Tonnen Dorsch zurück.


2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin