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Mittwoch, 11. November 2015

Das Weihnachtsmannmuseum im schonischen Sjöbo

Auch wenn der Weihnachtsmann von Deutschland aus nach Schweden kam, so spielt er heute in seiner neuen Heimat eine weitaus größere Rolle als in seiner ursprünglichen Heimat. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass man in Schweden mehrere größere Sammlungen zu diesem Thema findet und sich auch zwei Museen ganz auf den Weihnachtsmann spezialisiert haben. Eines dieser Museen ist das am 11. November 2006 eröffnete Sjöbo Tomtemuseum in Skåne (Schonen) in dem man heute etwa 75.000 Gegenstände zum Thema Weihnachten findet, die sich über die gesamte Zeit erstrecken seit der Weihnachtsmann im 19. Jahrhundert den schwedischen Weihnachtsbock bei der Übergabe der Geschenke zu ersetzen begann.

Die Geschichte des Sjöbo Tomtemuseum (Weihnachtsmannmuseum) geht auf Bertil Larsson zurück, der bereits sehr früh begann alle Gegenstände zu sammeln, die irgendwie mit Weihnachten zu tun hatten. Ein Großteil seines Einkommens, das er dabei verdiente Kirchen zu kalken und kleinere Schäden in ihnen zu reparieren, ging in den Kauf von Weihnachtsmännern und als Larsson 1948, im Alter von 25 Jahren, nach Malmö zog, war sein Interesse für Antiquitäten nicht mehr zu stoppen und viele der interessanten Ausstellungsstücke des Museums stammen noch aus dieser Zeit.

Als Bertil Larsson Ende des 20. Jahrhunderts erkrankte, begann er sich Sorgen über seine Sammlung zu machen und er versuchte eine Gemeinde zu finden, die daran interessiert war ein entsprechendes Museum mit seiner Sammlung einzurichten, aber vergebens. Als Larsson im Jahre 2005 starb, schien die Sache verloren und die Hinterlassenschaft des Sammlers wurde versteigert. Während einige der wertvollsten Gegenstände schnell von interessierten Sammlern gekauft wurden, gelang es Bertil Nilsson, einem Freund Larssons, dennoch den größten Teil der Sammlung zu erwerben, das Weihnachtsmannmuseum in Sjöbo zu eröffnen und durch das Land zu reisen um nach weiteren Gegenständen zu diesem Thema zu suchen.


11. November 1599: Königin Maria Eleonara, die schönste Königin Schwedens
11. November 1743: Carl Peter Thunberg, ein Leben für die Botanik und die Medizin
11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
11. November 1887: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher
11. November 1935: Die schwedische Schauspielerin Bibi Andersson
11. November 2008: Lasse Sandberg und die Welt seiner Kinder
11. November 2008: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 4. August 2014

Harald Gripe und das schwedische Papiertheater

Harald Gripe kam am 4. August 1921 in Stockholm zur Welt und war bereits als Sechsjähriger vom Papiertheater (Modellteater) begeistert, auch wenn ihm zu Beginn der ältere Bruder beim Ausschneiden der Figuren und dem Zusammenkleben des Theaters und der Kulisse helfen musste. Jedes Jahr zu Weihnachten präsentierten die beiden Brüder das dazugehörige Theaterstück, das Allers Familjejournal parallel zum Papiertheater veröffentlichte. Gripe begnügte sich jedoch nicht nur mit dem Theater, sondern sammelte auch über Jahre hinweg alle anderen Papierbauten, die die Zeitschrift in der Kinderbeilage veröffentlichte.

Während seiner Schulzeit näherte sich Harald Gripe immer mehr dem Theater, wenn auch nur hinter der Bühne, denn für die Schulvorführungen wurde er im Laufe der Zeit für das gesamte Dekor verantwortlich und als das Dramaten im Jahre 1937 einen Dekor-Wettbewerb für Schüler ausschrieb, gewann Gripe die Ausscheidung und sein Vorschlag diente als Vorlage für ein Weihnachtsstück. Der Zweite Weltkrieg unterbrach dann jedoch seine Arbeit als Szenograph und Gripe wandte sich nun der Kunst zu.

Nach dem Besuch einiger Malereischulen und einer Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, begann Harald Gripe zu malen, lernte seine Frau kennen und als Maria Gripe dann 1954 ihr erstes Buch veröffentlichte, wurde Gripe der bedeutendste Illustrator ihrer Bücher. Aber trotz der regelmäßigen Arbeit als Illustrator, hatte Harald Gripe das Papiertheater nicht vergessen und baute seine Sammlung weiterhin aus. Einige der schönsten Arbeiten hatte der Künstler sogar in seinem Arbeitszimmer aufgebaut. Kurz vor seinem Tod am 1. Juli 1992 schenkte Gripe seine Sammlung seiner Wahlheimat Nyköping wo man daher seit 1997 das einzige Papiertheatermuseum (Modellteatermuseum) Schwedens finden kann, das heute oft noch als Gripes Modellteatermuseum bezeichnet wird.


4. August 1823: Der schwedische Politiker Pehr von Ehrenheim
4. August 1892: Der schwedische Erfinder Bo Kalling 
4. August 1912: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held 
4. August 1965: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens 
4. August 1979: Der Stockholm Marathon wird zum Erfolg

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. Juni 2013

Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle

Eine Weihnachtskarte von Jenny Nyström

Jenny Nyström wurde am 13. Juni 1854 in Kalmar geboren, wuchs jedoch in Göteborg auf, wo sie ab 1865 Zeichnen und Malen lernte. Auf Grund ihrer schnellen Fortschritte konnte Nyström bereits als 15-jährige ihre ersten Ölgemälde malen. Zwischen 1873 und 1881 besuchte die Künstlerin die Kunstakademie in Stockholm und zeichnete sich dort dadurch aus, dass sie die erste Frau wurde, die je einen Wettbewerb der Konstakademien gewann und damit um ein Stipendium für die Weiterbildung in Paris ansuchen konnte. Schon 1884 stellte Nyman dann ihre ersten Bilder im Salon de Paris aus, der bedeutendsten Kunstausstellung jener Zeit.

Noch bevor Jenny Nyström jedoch ihre künstlerische Ausbildung in Paris fortsetzte, kam sie auf die Idee Viktor Rydbergs Erzählung Lille Viggs äventyr på julafton zu illustrieren. Als der Schriftsteller die Zeichnungen sah, war er so davon begeistert, dass er Bonnier vorschlug das Buch mit den Zeichnungen der Künstlerin zu veröffentlichen. Bonnier lehnte ab und das Buch erschien daher bei SA Hedlund Publishing im Jahre 1871, ein Buch, das noch heute zu den Weihnachtklassikern Schwedens gehört.

Besonders die Zeichnungen Jenny Nyströms zu Rydbergs Gedicht Tomten sollten die Zukunft der Künstlerin maßgeblich beeinflussen, denn mit diesen Zeichnungen gab sie den schwedischen Weihnachtstrollen ein Gesicht, das für immer mit diesen Weihnachtswichteln Schwedens verbunden werden sollte. Als Jenny Nyström aus Paris zurück war, war sie eine bedeutende Künstlerin, die allerdings immer mehr Aufträge für Weihnachtskarten, Buchumschläge und Illustrationen bekam, denn ihre weihnachtlichen Figuren hatten während ihrer Abwesenheit bereits ganz Schweden erobert.


13. Juni 1901: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Januar 2013

Der Tag der Tulpen in Schweden


Seit 24 Jahren wird in Schweden am 15. Januar jeden Jahres der Tag der Tulpen gefeiert, wobei die verschiedenen Farben der Tulpen das Symbol dafür sind, dass das Licht zurückkehrt und damit den ersten Hauch des kommenden Frühlings vermitteln. Die Tulpen, die man an diesem Tag geschenkt bekommt (oder selbst kauft), sind ein Zeichen des Lebens und der Energie, die die wachsenden Lichttage mit sich bringen. Und so ganz nebenbei belebt der Verkauf von Tulpen das Geschäft der zahlreichen Blumenhändler des Landes.

Schweden hält den Weltrekord wenn man die Menge der gekauften Tulpen mit der Menge der Einwohner vergleicht, denn allein zwischen Weihnachten und Ostern werden in Schweden rund 130 Millionen Tulpen verkauft, also 14 Stück pro Einwohner. Während man zu Weihnachten jedoch nur rote Tulpen anbietet und zu Silvester nur weiße, ist der 15. Januar der Auftakt für alle Farben des Frühlings. Auch wenn am ersten Tag der Tulpensaison ein Rekordverkauf stattfindet, so setzt der Verkauf von Tulpenbuketts noch bis Ostern fort um dann anderen Blumen Platz zu machen.

Unter den 6000 Tulpenarten, die es weltweit gibt, werden in Schweden etwa 400 Sorten angebaut, die auf Grund des Klimas allerdings über das ganze Land verteilt in gigantischen Gewächshäusern wachsen. Tulpen kamen erst im 19. Jahrhundert nach Schweden, als eine erste Kollektion an Tulpenzwiebeln der Darwintulpen von E. H. Krelage aus dem holländischen Haarlem importiert wurden und sich dann in sehr kurzer Zeit zur schwedischen Lieblingsblume entwickelten, zu Blumen, die in der Vase in der Regel eine Woche lang ihre volle Pracht behalten.


15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. Dezember 2012

Der Tag der unschuldigen Kinder in Schweden

Wann der Tag der unschuldigen Kinder (Värnlösa barns dag) tatsächlich nach Schweden kam, ist ungewiss. Sicher ist lediglich, dass er mit dem Katholizismus im Mittelalter auftauchte, die Reformation ohne Probleme überstand und bis 1772 der vierte weihnachtliche Feiertag in Schweden war. Dieser Tag wurde in Schriften des 14. Jahrhunderts noch als Menlösa barns dag bezeichnet und kann in schwedischen Kalendern ab 1549 nachgewiesen werden.

Der Värnlösa barns dag fällt schon immer auf den 28. Dezember, wobei man in Schweden das ursprüngliche Wort menlösa (unschuldig) im Jahre 2000 gegen das Wort värnlösa (wehrlos) austauschte, was allerdings nicht mehr den Auslegungen der katholischen Kirche entspricht, da dieser Tag an die (von Sünden) unschuldigen und neugeborenen Kinder erinnern soll, die Herodes einst töten ließ.

Der Värnlösa barns dag (Tag der unschuldigen Kinder) erinnert daher an den Kindermord in Betlehem nach dem Matthäusevangelium, als der grausame und machthungrige Herodes alle Kinder aus der Umgebung Betlehems, die das zweite Lebensjahr noch nicht erlebt hatten, töten ließ, da ihm die Gelehrten die Geburt eines Judenkönigs vorausgesagt hatten, der seine Macht brechen würde. In Erinnerung an dieses biblische Ereignis schuf die katholische Kirche im 5. Jahrhundert den Tag der unschuldigen Kinder, auch wenn dieses Ereignis geschichtlich nicht bestätigt wurde und anzunehmen ist, dass Matthäus hier einige Erinnerungen durcheinanderbrachte, denn Herodes ließ tatsächlich seine beiden Söhne hinrichten, da er diese als Bedrohung seiner Macht sah, aber es ist unwahrscheinlich, dass er einen Massenmord beauftragte ohne ein geschichtliches Zeichen zu hinterlassen.


28. Dezember 1963: Der Film 491 wird in Schweden verboten

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Dezember 2012

Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden

Obwohl auch in Schweden der 25. Dezember in Erinnerung an die Geburt von Jesus ein Feiertag ist, so hat dieser Tag heute kaum noch eine Bedeutung im schwedischen Raum. Immer häufiger wird dieser Tag nun dazu benutzt nahe Verwandte zu besuchen, die am Julaftonen nicht beim gemeinsamen Fest anwesend sein konnten. Dabei war dies nicht immer so, denn noch im 17. Jahrhundert war der erste Weihnachtstag der wichtigste Feiertag des Jahres, wobei man damals nicht einen oder zwei Tage frei hatte, sondern vier Feiertage in den Kalendern eingetragen waren.

Das bedeutendste Ereignis, das noch heute mit dem ersten Weihnachtstag verbunden wird, ist die Julottan, der Gottesdienst am frühen Morgen, der ursprünglich immer mit dem Lied Var hälsad, sköna morgonstund eingeleitet wurde. In einigen Kirchen, so der Täby Kyrka in der Nähe Stockholms, ist dieser Gottesdienst noch heute so stark besucht, dass die Messe dreimal gehalten werden muss, nämlich um fünf Uhr morgens, um sieben Uhr und meist noch einmal um neun Uhr.

Der Begriff Otta kommt aus dem Altschwedischen und bedeutet soviel wie Nacht. Später bezeichnete man damit den Moment bevor das erste Licht des Tages erscheint. Dies erklärt auch, warum die Messe der Julottan vor 1686 normalerweise um vier Uhr morgens gehalten wurde und mit dem Kirchengesetz von 1686 auf sechs Uhr festgelegt wurde. Heute gibt es nur noch sehr wenige Kirchen, die morgens um vier Uhr die Julottan halten. Eine dieser Ausnahmen ist die Älmeboda kyrka im Småland.


25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Dezember 2012

Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden

Auch wenn der Heilige Abend (Julaftonen) am 24. Dezember kein offizieller Feiertag in Schweden ist, so wird er jedoch nicht nur von der Svenska Kyrka, sondern auch in der Arbeitswelt als Feiertag behandelt, was bedeutet, dass die meisten Arbeitnehmer an diesem Tag frei haben. Vormittags findet in vielen Kirchen des Landes eine Kindermesse statt und es wird die Krippe aufgebaut. Am Nachmittag findet das Julbön, die Weihnachtsmesse, statt, die oft von einem Weihnachtsspiel ergänzt wird und als die meist besuchte Messe des Jahres gilt.

Am Heiligen Abend selbst steht dann der schwedische Julbord, das traditionelle Weihnachtsessen, im Mittelpunkt, das zwar von Region zu Region etwas abweicht, aber normalerweise aus drei Teilen besteht. Das Essen beginnt mit Fisch, wobei man vor allem eingelegten Hering, Stockfisch, Strömming und Lachs ist. Anschließend kommt der Weihnachtsschinken, Fleischbällchen, Wurst und Sülze. Den Abschluss bietet ein Reisbrei mit einer versteckten Mandel. Dazu kommen natürlich verschiedene Beilagen und die Weihnachtsgetränke wie Aquavit, Weihnachtsbier und der typisch schwedische Julmust.

Der Heilige Abend, beziehungsweise die ganze Nacht zum Weihnachtstag ist in Schweden mit zahlreichen Sagen und Legenden verbunden, denn in dieser Nacht können die Tiere reden, muss man dem Haustroll ein Glas Schnaps und Reisbrei bereit stellen, den Engeln etwas Bier auf den Tisch stellen und man muss die ganze Nacht über das Licht brennen lassen, da man sonst im Laufe des Jahres eines Todesfall zu beklagen hat.  Wobei dies natürlich nur einige der vielen Weihnachtstraditionen in Schweden sind, die oft weit in die heidnische Zeit zurückreichen.


24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Der Tag des Weihnachtssterns in Schweden


Der Tag des Weihnachtsstern (Julstjärnans dag) wurde in Schweden am 12. Dezember 2010 auf Initiative des Verbandes Blomsterfrämjandet, einem Verband, der in Schweden gezüchtete Blumen fördert, das erste Mal ausgerufen und reihte sich daher sehr spät in die Gruppe der Länder ein, die dem Weihnachtsstern eine besondere Bedeutung geben wollten und damit auch an den Tod von Joel Poinsett erinnern wollte, der im 19. Jahrhundert die Pflanze in die USA brachte und am 12. Dezember 1851 starb.

Schweden führte den Tag des Weihnachtssterns (Euphorbia pulcherrima) aus kommerziellen Gründen ein, denn es gab bereits um diese Zeit nahezu 200 Blumenzüchter im Land, die sich auf Weihnachtssterne spezialisiert hatten, aber der Absatz ging seit 15 Jahren abwärts, obwohl die meisten Schweden die Pflanze nach wie vor mit Weihnachten verknüpften. Nach Einführung des Julstjärnans dag ging der Absatz wieder etwas nach oben ohne jedoch je wieder die Verkaufszahlen der frühen 90er Jahre zu erreichen, wobei mittlerweile wieder rund neun Millionen Pflanzen pro Jahr in Schweden verkauft werden.

Rund 60 Prozent der in Schweden verkauften Weihnachtssterne gehen in der Woche des 1. Advent über den Ladentisch. Der Verkauf setzt dann bis eine Woche vor Weihnachten fort und sinkt anschließend nahezu auf den Nullpunkt. Wenn man vom „schwedischen“ Weihnachtsstern spricht, so ist dies natürlich nur bedingt richtig, denn die meisten Züchter kaufen ihre Stecklinge in Deutschland oder Holland, wo sie bereits die ersten Wurzeln schlugen, jedoch ebenfalls, noch wurzellos, aus Kenia importiert worden waren. Obwohl mittlerweile etwa 100 verschiedene Arten an Weihnachtssternen gezüchtet werden, werden in Schweden zu 95 Prozent rote Sorten verkauft.


12. Dezember 1849: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
12. Dezember 1853: Henrik Menander, der Arbeiterdichter Skånes 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Dezember 2012

Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden

Der Annatag (Annadagen) in Schweden hat nur indirekt etwas mit dem Namenstag Anna am 9. Dezember zu tun, dem weiblichen Vornamen, der vermutlich aus dem griechischen Namen Hanna oder der älteren hebräischen Bezeichnung Channa (Gnade) kommt. In Schweden geht der aktuelle Vorname Anna allerdings nicht wie im Deutschen auf die Mutter der Jungfrau Maria zurück, denn dieser Tag wird nach katholischer Tradition am 26. Juli gefeiert, eine Verbindung, die man in Schweden seit dem Jahre 1680 vermeiden will.

In Schweden ist Anna die Beschützerin der Bergleute, was sicher auch erklärt, warum dieser Vorname in Schweden seit frühester Zeit sehr häufig vorkam und sich ein gewisses Brauchtum um diesen Namen oder, genauer genommen auch das Datum, entwickelte. Der Brauch, der am ehesten mit den Bergleuten in Verbindung gebracht werden kann, handelt vom Weihnachtsbier, denn auch wenn man sich heute nicht mehr einig darüber ist ob an diesem Tag das Weihnachtsbier bereits gebraut sein muss oder an diesem Tag spätestens mit dem Brauen begonnen werden muss, so darf der Annadagen nicht verpasst werden, da es sonst zu Weihnachten weder Bier noch Vörtbröd geben wird.

Da der Annadagen genau 15 Tage vor Weihnachten liegt, gehören natürlich noch einige andere wichtige Aufgaben zu diesem Tag. Zum einen musste man früher an diesem Tag die Kerzen für den Weihnachtsgebrauch ziehen und zum anderen den Stockfisch ins Wasser legen, damit er auch auf den Weihnachtstisch kommen konnte. Heute findet man natürlich „fertigen“ Stockfisch in allen Läden, so dass immer weniger Schweden den steifen Fisch weichen lassen müssen. Nach alter Tradition soll der Annatag auch das Weihnachtswetter voraussagen lassen, denn wenn es an diesem Tag warm ist, so wird es zu Weihnachten kalt und umgekehrt. In manchen Gegenden wendet man dieses letzte Sprichwort allerdings nicht für Anna, sondern für Anders am 30. November an.


9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. Oktober 2012

Die schwedische Komödie Svensson, Svensson

Am 7. Oktober 1994 wurde der erste von insgesamt 50 Teilen der schwedischen Fernsehkomödie Svensson, Svensson übertragen, die sich zu einem der größten Publikumserfolge in der Geschichte des schwedischen Fernsehens entwickelte, wobei der meist gesehene Abschnitt vom 17. November 1996 insgesamt nahezu 3,4 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm lockte. Auch wenn der bisher letzte Teil bereits  im Jahre 2008 produziert wurde, werden die Teile in regelmäßigen Abständen wiederholt ohne je ihre Anziehungskraft zu verlieren.

Der am häufigsten gesendete Teil ist indes der zwölfte Teil der ersten Saison, als Familie Svensson, eine vierköpfige Familie, Weihnachten mit der Nachbarin feiern, da dieser Teil, bis auf eine Ausnahme, regelmäßig zu Weihnachten gezeigt wurde und nicht nur den Durchschnittsschweden auf die Schippe nimmt, sondern auch die weihnachtliche Tradition. Alle Teile wurden im Studio im Beisein von Publikum gedreht, wobei man im Fernsehen dann den Zusammenschnitt von bis zu drei dieser Vorführungen geboten bekommt.

Die Komödie Svensson, Svensson hat zwei Kinofilme inspiriert sowie ein Theaterstück, die nahezu den gleichen Erfolg zeigten wie die Fernsehserie. Die vier Hauptfiguren erleben im Laufe der 50 Teile nahezu jeden möglichen Familienkonflikt, den man sich nur denken kann, da jeder unter ihnen seinen eigenen Weg geht und sich ändert, außer Gustav, für den die Zeit stehen bleibt und jede Veränderung zu einer Katastrophe führt. Für Gustav gibt es nur einen Beruf, nämlich Briefträger, nur eine Partei, die Sozialdemokraten, nur ein Interesse, das Fußball heißt und nichts ist für ihn wichtiger als Zeichentrickfilme im Fernsehen.


7. Oktober 1882: Der Tierschutzverband Djurens Rätt nimmt seine Arbeit auf
7. Oktober 1924: Gunnar Brusewitz, Naturerlebnisse in Wort und Bild
7. Oktober 1974: Die schwedische Sängerin Charlotte Perrelli 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Januar 2012

Mit Knut endet in Schweden Weihnachten

Der 13. Januar wird in Schweden als der Tjugondedag Jul bezeichnet und gilt als der Tag, an dem Weihnachten zu Grabe getragen wird, denn am Knutdagen, dem Namenstag Knuts, wird aus der Wohnung alles entfernt was noch mit Weihnachten zu tun hat, vor allem findet auch die „julgransplundring“ statt, das heißt dass der Baum „geplündert“ wird. Die Kinder essen die Süßigkeiten, die den Baum zierten, Kugeln und anderer Christbaumschmuck werden wieder verpackt und der Baum selbst wird entsorgt.

Traditionsgemäß wird am Knutdagen (Knuttag) auch das Lebkuchenhaus gegessen und alles Essen, das noch von Weihnachten übrig ist, inklusive der Plätzchen, muss ebenfalls zu Ende gehen. Es ist daher logisch, dass dieser Tag in vielen schwedischen Familien zum letzten großen Fest der Weihnachtszeit ausartet. Da Knut eigentlich ein katholischer Heiliger ist, dessen Tag am 7. Januar gefeiert wird und die protestantische Kirche jede Annäherung an den Katholizismus vermeiden wollte, wurde dort der Namenstag Knuts Ende des 17. Jahrhunderts auf den 13. Januar verlegt und die Weihnachtszeit um eine Woche verlängert.

In zahlreichen Gegenden Schwedens findet man auch heute noch die Tradition des Knutgubbe, denn in einigen Gegenden verkleiden sich Kinder und gehen von Haus zu Haus um Süßigkeiten zu erbetteln, in anderen wird ein Knutgubbe aus Stroh von Haus zu Haus transportiert und wieder in anderen Teilen des Landes, vor allem im Uppland, findet am Abend ein maskierter Karnevalsumzug statt. Besonders bekannt wurde hier der Ort Gimo, wo nicht nur ein Umzug stattfindet, sondern wo man auch das Knutmassomuseum findet, das jedes Jahr mehr Besucher anzieht und ihnen die Tradition dieses Tages näher bringt.

13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Dezember 2011

Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder

Auch wenn man den Ursprung des schwedischen Weihnachtsbocks nicht so genau kennt, da er seinen Ursprung sowohl in der schwedischen Mythologie haben kann, da Thors Wagen von zwei Böcken über den Himmel gezogen wurde, als auch darauf zurückführen kann, dass man im frühen Schweden eine Ziege zu Weihnachten aß, so bleiben beim Weihnachtsbocks aus Gävle keine Geheimnisse offen, da dieser überdimensionale Bock erstmals im Jahre 1966 auftauchte.

Der Weihnachtsbock aus Gävle hat seit seinem ersten Erscheinen seine Gestalt beibehalten, denn das Gerüst wird aus Holzstämmen und Zweigen errichtet, die dann von Stroh ummantelt werden. Seit 1966 wird dieser Weihnachtsbock am Ersten Advent an der gleichen Stelle der Stadt errichtet, auch wenn die Verantwortlichen für den Bock immer wieder einmal änderten. Der erste Weihnachtsbock auf dem Slottsberget in Gävle war indes nichts anderes als eine ausgefallene Werbeaktion des Unternehmers Stig Gavlén.

Vermutlich wäre der 13 Meter hohe, sieben Meter lange und drei Tonnen schwere Weihnachtsbock auch nur eine einmalige Aktion geblieben, wenn er nicht pünktlich um Mitternacht des 30. Dezembers 1966 einem Brandanschlag zu Opfer gefallen wäre. Durch diesen Anschlag wurde dem Weihnachtsbock in Gävle eine Wichtigkeit gegeben, die dazu führte, dass er seither jedes Jahr errichtet wird, und, bis auf wenige Ausnahmejahre, regelmäßig einem Brandanschlag zum Opfer fällt. Der diesjährige Bock wurde bereits am 2. Dezember, trotz Webkamera und Bewachung, in Brand gesteckt, lange vor dem Weihnachtsfest. Ab diesem Jahr kann man nun durch den Kauf eines Plüschbocks aus Gävle einen Beitrag für die Bewachung im kommenden Jahr leisten.

31. Dezember 1987: Der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Dezember 2011

Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan

Wenn man nach dem Ursprung des Wortes Julottan sucht, so entdeckt man dass dieser Begriff in Schweden bereits im 13. Jahrhundert angewendet wurde und den Weihnachtsgottesdienst bezeichnete. Im Jahre 1686 taucht dieser Begriff dann auch im Kirchengesetz auf, mit dem Hinweis, dass die Julottan, die traditionelle Morgenmesse am Weihnachtstag, dem 25. Dezember, jeden Jahr morgens um sechs Uhr gefeiert werden musste, ein Brauch, der auf die alten Gesetze der Westgoten zurückgeht. Diese Frühmesse, die noch heute in ganz Schweden gefeiert wird, gehört immer noch zu den meist besuchten Gottesdiensten des Jahres.

Auch wenn heute viele Kirchen in Schweden die Julottan durch die Julbönen, eine Messe am Nachmittag des Heiligen Abends, und die Mitternachtsmesse (Julnattsmässan) ersetzen, so bleibt die Julottan nach wie vor der traditionell wichtigste Gottesdienst zur Weihnachtszeit. Heute finden die frühesten Julottan in der Regel bereits morgens um vier Uhr statt und die spätesten um zehn Uhr, was vom Wort her allerdings unlogisch ist, da Ottan der Moment des Tages bezeichnet an dem die Nacht dem Morgen Platz macht. In vielen Kirchen Schwedens tritt an diesem Morgen einer der bekannteren Chöre auf, wobei der Gottesdienst seit 1819 mit dem Psalm Var hälsad, sköna morgonstund eingeleitet wird, was in den letzten Jahren leider etwas verloren geht.

Trotz der frühen Morgenstunden sind die Kirchen während der Julottan in der Regel nach wie vor ziemlich gefüllt, wobei früher grundsätzlich alle Landbewohner zur Julottan gingen, oder mit geschmückten Wagen zur Kirche fuhren, und nur jeweils eine Person im Haus zurückblieb, da jemand das Feuer unterhalten musste und das Frühstück vorzubereiten hatte. Es war daher auch logisch, dass der Weihnachtstag ein Tag war, an dem sich alle zu Hause hielten und man aus vielen Häusern kaum einen Ton vernehmen konnte.

25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der schwedische Adventskalender

Während der deutsche Papier-Adventskalender bereits gegen 1880 erfunden wurde, wurde er in Schweden erst zum 1. Dezember 1934 unter der Bezeichnung Julkalender (Weihnachtskalender) eingeführt, auch wenn Schweden bereits vorher seinen vorweihnachtlichen „Adventskalender“ hatte, da die verschiedenen Tage im Dezember jeweils bestimmten vorbereitenden Arbeiten gewidmet waren. Man war sich daher immer bewusst wie viele Tage noch bis Weihnachten blieben. Man könnte daher von einem „praktischen Adventskalender“ sprechen der in den Alltag integriert war. Der erste schwedische Papierkalender im Jahre 1934 stellte dann Tomtenissar (Hauswichtel) aus dem Dalarna dar und wurde von Pfadfindermädchen verkauft.

Am 1. Dezember 1957 wurde dann vom schwedischen Staatsradio Sveriges Radio der erste gesprochene Adventskalender ausgestrahlt. Jeden Tag wurde ein kleiner Teil einer Geschichte in Form eines Hörspiels ausgestrahlt, das dann am Heiligen Abend mit der Auflösung der Handlung endete und bis 1960 nahezu alle schwedischen Kinder in der Adventszeit vor die Radiogeräte zog, bis das Fernsehen mit einem eigenen Adventskalender einen Teil des jungen Publikums für sich gewann. Die gesprochenen Adventskalender des Radios wurden von einem gedruckten Kalender begleitet, der aus Reklamegründen kostenlos verteilt wurde. Auch heute noch ist dieser "Weihnachtskalender" eine Tradition des schwedischen Rundfunks.

Am 1. Dezember 1960 wurde dann der erste schwedische Adventskalender im Fernsehen ausgestrahlt. Die Idee wurde vom Radioprogramm übernommen, wobei diese Sendungen noch immer einen außerordentlichen Erfolg haben und, wie auch das Beispiel „Pelle Svanslös“ bewies, der Adventskalender von 1997, ein Teil der schwedischen Kultur. Die etwa 15-minütigen Abschnitte, die mit dem Öffnen eines Türchens enden, werden sowohl früh morgens als auch am Abend ausgestrahlt und helfen dabei Kinder auch in der dunklen Zeit des Jahres sehr früh aus dem Bett zu bekommen.

1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900 

Copyright: Herbert Kårlin