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Sonntag, 9. Dezember 2012

Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden

Der Annatag (Annadagen) in Schweden hat nur indirekt etwas mit dem Namenstag Anna am 9. Dezember zu tun, dem weiblichen Vornamen, der vermutlich aus dem griechischen Namen Hanna oder der älteren hebräischen Bezeichnung Channa (Gnade) kommt. In Schweden geht der aktuelle Vorname Anna allerdings nicht wie im Deutschen auf die Mutter der Jungfrau Maria zurück, denn dieser Tag wird nach katholischer Tradition am 26. Juli gefeiert, eine Verbindung, die man in Schweden seit dem Jahre 1680 vermeiden will.

In Schweden ist Anna die Beschützerin der Bergleute, was sicher auch erklärt, warum dieser Vorname in Schweden seit frühester Zeit sehr häufig vorkam und sich ein gewisses Brauchtum um diesen Namen oder, genauer genommen auch das Datum, entwickelte. Der Brauch, der am ehesten mit den Bergleuten in Verbindung gebracht werden kann, handelt vom Weihnachtsbier, denn auch wenn man sich heute nicht mehr einig darüber ist ob an diesem Tag das Weihnachtsbier bereits gebraut sein muss oder an diesem Tag spätestens mit dem Brauen begonnen werden muss, so darf der Annadagen nicht verpasst werden, da es sonst zu Weihnachten weder Bier noch Vörtbröd geben wird.

Da der Annadagen genau 15 Tage vor Weihnachten liegt, gehören natürlich noch einige andere wichtige Aufgaben zu diesem Tag. Zum einen musste man früher an diesem Tag die Kerzen für den Weihnachtsgebrauch ziehen und zum anderen den Stockfisch ins Wasser legen, damit er auch auf den Weihnachtstisch kommen konnte. Heute findet man natürlich „fertigen“ Stockfisch in allen Läden, so dass immer weniger Schweden den steifen Fisch weichen lassen müssen. Nach alter Tradition soll der Annatag auch das Weihnachtswetter voraussagen lassen, denn wenn es an diesem Tag warm ist, so wird es zu Weihnachten kalt und umgekehrt. In manchen Gegenden wendet man dieses letzte Sprichwort allerdings nicht für Anna, sondern für Anders am 30. November an.


9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. November 2012

Der Tag des Stockfischs (Lutfiskens Dag) in Schweden

Da in Schweden der Lutfiskens Dag, der Tag des Stockfischs, jeweils am Tag vor dem Alla Helgons Dag gefeiert wird, fällt er dieses Jahr auf den 2. November, ein gastronomischer Tag, der bereits 1993 von den Freunden des Stockfischs gegründet wurde und traditionell an diesem Tag auch erstmals im Jahr Stockfisch in den schwedischen Geschäften zu finden ist. Die Idee diesen Tag zu feiern kam von einer Gruppe an Personen, die alle in der Gastronomie tätig waren, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen, denn sie wollten die kulinarische und traditionelle Bedeutung des Lutfisken hervorheben.

Auch wenn Stockfisch heute in ganz Schweden mit dem Weihnachtsessen verbunden wird, so aß man Lutfisk ursprünglich zu allen wichtigen Ereignissen des Jahres, insbesondere zu Ostern, Mittsommer und Weihnachten, aber auch bei Begräbnissen und Hochzeiten dachte man in erster Linie an Stockfisch, eine Tradition, die man noch heute in Teilen Skånes finden kann, wobei man natürlich wissen sollte, dass es sich bei Lutfisk sehr häufig um verschiedene Arten von Dorschen handelt, aber auch andere Fischarten in Frage kommen können.

Seit wann Stockfisch in Schweden tatsächlich zubereitet wird, ist unbekannt, aber die älteste schriftliche Quelle geht bis zum Bischof Hans Brask aus Linköping zurück, der ihn während der Fastenzeit mit Rosinen, Mandeln und Erbsen aß. Heute wird aller Stockfisch, der in Schweden verzehrt wird nur noch von norwegischen Fischern im Frühling und Sommer gefangen, denn der letzte schwedische Fischkutter, der noch Dorsche für die Zubereitung von Lutfisk fing, brach bereits 1992 zu den Shetlandinseln auf und kam mit einem Fang von zehn Tonnen Dorsch zurück.


2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin