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Sonntag, 30. Juni 2013

Erik Berglund, der Schauspieler, der einer Wurst den Namen gab

Erik Berglund, der in Schweden vor allem unter seinem Kosenamen Bullen bekannt ist, wurde am 30. Juni 1887 in Stockholm geboren und begann 1907 als Schauspieler beim Östermalmsteatern. Seine Karriere führte in erst zu Tourneetheatern, dann zum Folkets Hus in Stockholm und schließlich zum Folkteatern in Göteborg, wo er einige Jahre lang in Revuen spielte, die um diese Zeit sehr beliebt waren. In den 20er Jahren kehrte Berglund dann zurück nach Stockholm, und hatte so nebenbei eine zweite Karriere begonnen.

Um Französisch zu lernen hatte Erik Berglund nämlich einige Jahre bei seinem Großvater mütterlicherseits in Paris verbracht, wo er er seine Liebe zur französischen Küche entdeckte und eine Ausbildung zum Koch machte und sogar soweit aufstieg, dass ihn das Claridge in Paris anstellte. Zurück in Schweden verband der Künstler-Koch dann Schauspiel und Kochen, denn neben seinen Engagement an verschiedenen Theatern begann er in der Presse über Kochkunst zu schreiben, hatte eine Radiosendung zum gleichen Thema und schrieb Kochbücher, die einen sehr großen Erfolg hatten.

Als Erik Berglund im Jahre 1963 starb, hatte er allerdings nicht nur mehrere Bücher vorzuweisen, hatte in über 100 Filmen mitgespielt und etwa 1200 Rollen auf der Bühne hinter sich, sondern er hatte auch einer Pilsner Wurst in Alvesta seinen Kosenamen Bullen gegeben. Gerade diese Geste machte Berglund geradezu unsterblich, denn noch heute ist der Künstler auf jeder Dose mit Bullens Pilsner Korv abgebildet, einer Wurst, die seit 60 Jahren nach dem gleichen Rezept hergestellt wird und dank Berglund in ganz Schweden bekannt wurde.


30. Juni 1944: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden 
30. Juni 2006: Klippans Bruk, die erste Papierfabrik Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. Mai 2012

Sibylla, mehr als eine Gatukök in Schweden

Der Name Sibylla, was soviel wie die Prophetin bedeutet, kam im 16. Jahrhundert nach Schweden und hatte damals am 22. Mai Namenstag, bis kaum noch ein Mädchen Sibylla getauft wurde und der Name aus den Kalendern verschwand. Als er dann 1934 erneut eingeführt wurde, wurde der Namenstag auf den 20. Oktober verlegt, den kirchlichen Hochzeitstag der schwedischen Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha. In den 40er Jahren wurde Sibylla dann ein Modename in Schweden, der heute aber wieder am Verschwinden ist, denn gerade noch 1135 Schwedinnen tragen gegenwärtig diesen Vornamen und nicht einmal 160 haben ihn als Rufnamen.

Dass der Vorname Sibylla gerade in den 40er Jahren seinen Höhepunkt hatte, hat allerdings einen etwas merkwürdigen Zusammenhang, denn in den 30er Jahren suchte der Wursthersteller Daniel Lithell eine Möglichkeit den Verkauf seiner Würste auszudehnen und kam auf die Idee diese in Schnellimbisswagen, den ersten Gatukök des Landes, anzubieten. Da die Wurst einen Namen benötigte, griff er zu einem Preisausschreiben, mit dem Ergebnis, dass die Mehrheit die Wurst nach der aus Deutschland stammenden Prinzessin nennen wollten: Sibylla. Bereits in den 50er Jahren kamen dann zur Wurst auch die ersten Hamburger, lange bevor sich die erste Hamburger-Kette in Schweden einfand. Heute findet man in Schweden rund 300 Gatukök, die Sibylla-Wurst verkaufen.

Der Erfolg des Vornamens Sibylla und der Gatukök-Kette Sibylla, sowie die Wiedereinführung des Namenstags im Jahre 1934 in den schwedischen Kalendern geht daher ausschließlich auf Prinzessin Sibylla zurück, die ursprünglich Sibylle geschrieben wurde. Die Prinzessin heiratete 1932 den Erbprinz Gustav Adolf von Schweden, der 1947 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Als Königin Louise 1965 starb, war Sibylla, die Mutter von Carl XVI. Gustaf, für einige Jahre sogar die erste Dame Schwedens.


22. Mai 1614: Die Gründung Kristianstads
22. Mai 1946: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald 

Copyright: Herbert Kårlin