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Sonntag, 28. April 2019

Der Architekt und Filmroduzent Vilhelm Bryde

Vilhelm Bryde kam am 28. April 1888 als Sohn eines Händlers in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1905 an den Abendkursen der Technischen Schule ein, begann dann jedoch noch Ende des gleichen Jahres eine Ausbildung an der Schule für Baumeister. Im April 1909 legte Bryde sein Examen ab und begann als Bauzeichner und Architekt zu arbeiten, obwohl er wenig Interesse an diesem Beruf zeigte. Ein Jahr später begann Bryde daher an der Schauspielschule des Dramaten eine Ausbildung zum Schauspieler und wurde 1911 am gleichen Theater als Schauspieler übernommen.

Nach seinem Engagement am Dramaten, wechselte Vilhelm Bryde 1913 zum Svenska Teatern, an dem er sechs Jahre lang auf der Bühne stand. Im Jahr 1919 wechselte Bryde dann zur Svensk Filminduistri, jedoch nicht als Schauspieler, sondern als Bühnendekorateur. In diesem Rahmen war er auch für die Kulissen der Filme Karin Ingmarsdotter und Gösta Berlings Saga verantwortlich. Vier Jahre später war Bryde Direktor und Produktionschef der Studios in Råsunda, ab 1930 war er Direktor der Svensk Filmindustri und ab 1933, bis zu seiner Pensionierung, wurde er Direktor sämtlicher Stockholmer Kinos der SF (Svensk Filmindustri).

Auch wenn Vilhelm Bryde in über 100 Rollen auf der Bühne stand, 15 Rollen in Filmen spielte und mit Gösta Ekman die Regie für den Film En erfekt gentleman hatte, so wurde Bryde nie für seine Leistungen als Schauspieler bekannt, sondern für seine Fähigkeit Kulissen jeder denkbaren Situation anzupassen, wobei Bryda auch für den Übergang vom Stummfilm auf den Tonfilm verantwortlich war, eine Leistung, die die gesamte Geschichte des schwedischen Films veränderte. Vilhelm Bryde starb am 26. April 1974 im Alter von 85 Jahren in Stockholm.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1883: Der Schriftsteller und Zeichner Johan Herman Hofberg
28. April 1932: Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. März 2019

Der Schauspieler und Theaterdirektor Knut Lindroth

Knut Lindroth kam am 11. März 1873 als Sohn eines Polsterers in einer sehr kulturinteressierten Familie in Stockholm zur Welt. Er hatte daher auch kein Problem dabei, nach Abschluss der Oberschule, 1891 die Schauspielschule des Dramaten zu besuchen. Auf Grund seiner hohen Begabung gab ihm Gustaf Fredrikson, der damalige Direktor des Dramaten, bereits nach einem Ausbildungsjahr die erste kleine Rolle im Theater und vermittelte ihn anschließend an den Theaterverein August Lindberg in Göteborg, wo Lindroth mit einer Christus-Rrolle unmittelbar seinen Durchbruch als Schauspieler hatte.

Als August Lindberg seine Aktivität in Göteborg nach einem Theaterbrand 1893 einstellen musste, ging Knut Lindroth an des Svenska Teatern in Helsingfors (Helsinki), wo er die kommenden sieben Jahre engagiert war und eine Hauptrolle nach der anderen spielte. Als Lindberg anschließend nach Schweden zurückkehrte, hatte er die Wahl zwischen den beiden Theaterdirektoren Albert Ranft und Hjalmar Selander. Lindberg wählte die reisende Theatergesellschaft Selanders, da er dort nicht nur in Stockholm auftreten musste und die Chance hatte sehr viele verschiedene Rollen zu spielen, insbesondere auch weniger klassische Rollen, die das damalige schwedische Theater dominierten.

Im Jahr 1905 gründete Knut Lindroth seine eigene reisende Theatergesellschaft, die im Gegensatz zu den meisten anderen Gesellschaften ein sehr breites Spektrum hatte und das Publikum bei jedem Stück herausforderte. Das Kennzeichen Lindroths war das Publikum einerseits sowohl mit klassischem Theater, also auch mit modernen englische,  deutschen, französischen und russischen Stücken zu konfrontieren und zudem nahezu von Abend zu Abend zwischen Romantik und Realismus zu wechseln, ohne auch nur ein einziges Mal in die reine Unterhaltung zu fallen. Knut Lindroth, der selbst bis zu seinem Tod am 7. Oktober 1957 auftrat, spielte auch in mehreren Kinofilmen, letztmals im Jahre 1950 im Spielfilm Rågens rike, in dem Lindroth einen Priester spielte.


11. März 1768: Der Reichsmarschall Samuel Åkerhielm
11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1884: Lewi Pethrus, eine bedeutender Führer der Pfingstbewegung
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg
11. März 1960: Der schwedische Sänger Tommy Nilsson
11. März 1981: Die Öresundsvarvet in Landskrona

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Januar 2019

Der erste Film Värmlingarna hat Premiere

Im Grunde geht die Geschichte der Värmlingarna auf Fredrik August Dahlgren zurück, der 1845 das entsprechende Lustspiel schrieb, ohne allerdings zu ahnen, dass er damit das Nationalstück Värmlands verfasste, da es bei dem Stück lediglich um eine nahezu unmögliche Liebe zwischen einem reichen Erben und einem armen Mädchen handelt, das, nach zahlreiche Intrigen und einem Selbstmordversuch des Paares zu einem glücklichen Ende führt, ein typisches Stück für ein Bauerntheater, das er mit dem heutigen Nationallied Värmlands enden ließ, das er eigens dem Stück angepasst hatte.

Dieses Theaterstück sollte später die Vorlage für zahlreiche moderne Versionen der Värmlänningarna sein und zu fünf verschiedenen Filmversionen führen. Der erste Film Värmlänningarna wurde in Kristianstad gedreht, weit entfernt vom Värmland, ist jedoch aus mehreren Gründen von besonderer Bedeutung, insbesondere deshalb, weil dieser Film, der am 9. Januar 1910 Premiere hatte, in der Regie von Ebba Lindkvist entstand, der ersten Frau Schwedens, die für ein so monumentales Werk verantwortlich war und damit, wenn auch sehr langsam, auch Frauen half in der Welt der Filmproduktion Fuß zu fassen.

Auch Ebba Lindkvist konnte die Tragweite dieser Geschichte nicht kennen, sondern war vermutlich mehr von der Dramatik des Stückes angezogen. Heute gibt es in Schweden niemanden, der weder Film, noch Theaterstücke oder Fernsehversionen der Värmlänningarna kennt, denn seit 1929 führt der Verein Wermlänningarne jedes Jahr das Theaterstück auf, seit 1948 auch im Skansen. Lediglich während der Kriegsjahre wurde diese Tradition unterbrochen. Während das Originalstück natürlich auch in Värmländisch geboten wird, haben Ebbe Lindkvist, oder später auch Ingmar Bergman, bei ihren Interpretationen das offiziellere Schwedisch gewählt.

9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1652: Der Feldmarschall und Künstler Axel Sparre 
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin
9. Januar 1895: Greta Johansson und olympisches Gold
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. April 2018

Der Regisseur und Theaterdirektor Axel Bosin

Axel Bosin wurde am 17. April 1840 als Sohn eines Kammerjunkers in Stockholm geboren und schrieb sich 1858 an der Universität Uppsala ein um sich dort auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahr 1861 entschied sich Bosin dann jedoch seine berufliche Richtung vollständig zu ändern und er wurde Schüler an der Schauspielschule des Königlichen Theaters. Ab 1863 schloss sich Bosin dann den unterschiedlichsten reisenden Theatergesellschaften an, akzeptierte jedoch auch Engagement an schwedischen Theatern.

Nach einigen Jahren an Erfahrung als Schauspieler wurde Axel Bosin im Jahr 1867 Direktor des  Humlegårdsteatern, was der Beginn einer langen Karriere als Regisseur und Theaterdirektor in mehreren Theatern Schwedens und Finnlands war. Problematisch war jedoch, dass er zwar Erfolge mit seinen Stücken hatte, jedoch gegenüber den Schauspielern geradezu ein Ekel war, der beim kleinsten Problem die Angestellten beleidigte und beschimpfte, sich selbst jedoch als unfehlbar betrachtete. Die Stimmung in seinen Theatern war daher entsprechend schlecht und gewisse Schauspieler wollten nicht mit ihm arbeiten.

Der Erfolg seiner Theaterstücke war allerdings auch noch dabei zu suchen, dass Axel Bosin, der am 27. Dezember 191 in Stockholm starb, bei der Übersetzung der Theaterstücke und Operetten wenig vom Originaltext wissen wollte, sondern die Handlungen nach Schweden legte und die Texte so veränderte, dass sie vom schwedischen und finnischen Publikum besser akzeptiert wurden. Für Bosin gab es als Regisseur und Theaterdirektor nur ein Ziel, nämlich den Publikumserfolg mit leichter Unterhaltung. Man muss Bosin daher eine besondere Rolle in der Theatergeschichte Schwedens geben, da er in Schweden kein fremdes Kulturdenken bekannt machen wollte, sondern die Kulturgeschichte anderer Länder rücksichtslos an Schweden anpasste.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1868: Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. April 2018

Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström

Jeanette Stjernström kam am 19. Oktober 1825 als Johanna Granberg als Tochter eines Schauspielers in Stockholm zur Welt und wurde daher einerseits mit sehr viel Kultur erzogen, musste jedoch auch das Nähen, Weben und andere weibliche Tätigkeiten lernen, da dies für eine spätere Ehe als unumgänglich angesehen wurde. Jeanette Granberg entschied sich dennoch eine schriftstellerische Karriere anzustreben und schrieb mit 22 Jahren ihr erstes Drama Filantropen, das zwar aufgeführt wurde, jedoch ohne das der Name der Schriftstellerin in irgend einer Weise genannt wurde.

Im Jahre 1854 heiratete Jeanette Granberg den Schauspieler und Theaterdirektor Edvard Stjernström, was ihr Leben völlig verändern sollte. Die junge Frau konnte ab dieser Zeit Dramen für das Mindre teatern schreiben, das ihr Mann leitete, wobei sich jedoch auch in anderer Weise ihre Situation änderte, denn ihre ältere Schwester Louise zog als Haushälterin im Haus des jungen Paares ein und erarbeitete, in vielen Fällen alle drei gemeinsam, die Stücke und diskutierten die Aufführungen. Auf Grund dieser Zusammenarbeit, und der Tatsache, dass Stjernström unter einem männlichen Pseudonym schrieb, ist oft nicht festzustellen wer welchen Anteil an den Stücken leistete.

Jeanette Stjernström reiste 1855, gemeinsam mit dem Ehemann und der Schwester, nach Paris um dort moderne Theaterdramen zu finden und diese zu übersetzen, was nahezu eine Revolution im schwedischen Theater war, auch wenn die Zensur die französische Freizügigkeit nicht immer schätzte und Änderungen forderte. Auch wenn Jeanette Stjernström, die am 2. April 1857 im Alter von nur 32 Jahren starb, allein oder in Zusammenarbeit, 26 übersetze Theaterstücke nach Schweden brachte und 16 selbst verfasste, so tauchte sie nicht ein einziges Mal mit ihrem Namen auf einem Theaterplakat auf, sondern nur unter ihrem männlichen Pseudonym Georges Malméen, denn eine Frau wurde um diese Zeit nicht als Dramaturgin akzeptiert.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. März 2018

Der schwedische Schauspielerin Augusta Lindberg

Augusta Lindberg kam am 17. März 1866 als Augusta Blomstedt in Stockholm zur Welt und begann 1880 in der Schauspielschule des königlichen Theaters Dramaten. Allerdings kam Lindberg mit der Leiterin der Schule nicht zurecht und suchte daher eine andere Möglichkeit Schauspielerin zu werden. Über eine andere Schülerin kam die junge Frau dann 1882 an August Lindberg, der vor kurzem eine Schauspielschule gegründet hatte, in Kontakt. Die angehende Schauspielerin konnte Lindberg überzeugen und wenige Tage nach dem Vorsprechen war sie Teil seiner Theatergesellschaft.

Nur zwei Jahre nach dem Treffen mit dem Theaterdirektor heirateten Augusta Lindberg und ihr Arbeitgeber. Vom ersten Tag an gelang es der Schauspielerin ihr Publikum zu fangen, da sie auch mit ihrer Persönlichkeit überzeugte und jede Bühnenrolle zur eigenen Rolle machte. Nach Susanna in Figaros Hochzeit und einer Reihe an Rollen in Ibsen-Stücken kam, nach Meinung der Kritik, ihre überzeugendste Rolle in Strindbergs Brott och brott, einem Stück, das für jede Schauspielerin eine enorme Herausforderung ist, da diese innerhalb des Stückes die unterschiedlichsten Gefühle überzeugend ausdrücken muss.

Auch wenn Augusta Lindberg insgesamt sechs Jahre lang bei der Theatergesellschaft ihres Mannes engagiert war, so trat sie auch mehrere Jahre lang im Stora Teatern in Göteborg auf, stand im Svenska Teatern in Helsingfors (Helsinki) ein Jahr lang auf der Bühne und wurde ab 1898 bis 1901 am Dramaten beschäftigt. Im Jahr 1919 bekam Lindberg  dann in Victor Sjöströms Film Hans nåds testamente ihre erste Filmrolle, der zwei weitere Filme folgten sollten, bis die Schauspielerin, die am 3. Dezember 1943 in Stockholm starb, an das Oscarsteatern als Schauspielerin und Theaterpädagogin ging.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1862: Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. März 2018

Der schwedische Schauspielerin Elise Hwasser

Elise Hwasser kam am 16. März 1831 als Tochter eines Zöllners unter dem Namen Elisa Jacobsson in Stockholm zur Welt. Als die junge Frau 18 Jahre alt war bewarb sie sich an der Schauspielschule des Dramaten, und wurde unmittelbar aufgenommen. Bereits vier Jahre nach Beginn ihrer Ausbildung war Hwasser eine führende Schauspielerin am Theater und, dank ihrer hohen Leistung, erhielt sie im Jahr 1863 einen lebenslangen Vertrag am königlichen Theater, dem Dramaten. Hwasser sollte dann bis 1888 dort auf der Bühne stehen, wobei Hwasser 1858 Daniel Hwasser heiratete, der zu jener Zeit Sekretär am Dramaten war, ein Jahr später jedoch Intendant wurde und für das gesamte Repertoire des Theaters verantwortlich war.

In den ersten Jahren ihrer Karriere spielte Elise Hwasser überwiegend die Rollen von naiven jungen Frauen, ging dann jedoch auf die Rollen von Liebhaberinnen in anspruchsvollem, klassischem Theaterstücken von Shakespeare, Schiller und anderen klassischen Autoren über. In diesen Jahren versuchte Hwasser vor allem die Bewegungen und das Spielen von Jenny Lind zu imitieren, was sicher ihre individuelle Entwicklung verzögerte, die sie später zu einer der bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens machte, auch wenn vor allem ihre Rollen ab 1858 bereits das Publikum überzeugten und faszinierten.

Die Glanzzeit kam für Elise Hwasser nach 1860, als sie ihr gesamtes Können in dramatische Rollen setzte und dabei jede Rolle zu einem individuellen Erlebnis machte, da sich Hwasser dabei vollständig in die Bühnenpersönlichkeiten einleben konnte, dabei jedoch immer Wert darauf legte die damals moderne Frau in den Vordergrund zu stellen. Nach den Kritiken der Zeit war Hwasser zu ihrer Zeit die beste Darstellerin Ibsens, auch wenn sie dann mit knapp 50 Jahren von manchen Kritikern als zu alt für Nora angesehen wurde. Der Vielzahl ihrer Bewunderer und ihrer schauspielerischen Leistung verdankte Hwasser, die am 28. Januar 1894 in Fiskebäckskil starb, dass sie ihre Rollen in einer relativ modernen Form präsentieren konnte und, vor allem während der letzten zehn Jahre ihrer Karriere, nicht die ursprüngliche, klassische Schauspielkunst wahren musste.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1892: Die Kinderzeitschrift Kamratposten
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist
16. März 1976: Die schwedische Radrennfahrerin Susanne Ljungskog

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. März 2018

Gustav Wally, Schauspieler, Tänzer, Regisseur

Gustav Wally kam am 24. November 1905 als Gustaf Wallenberg zur Welt und war gewissermaßen das schwarze Schaf der Familie, da er als Sohn des Industriellen und Diplomaten Axel Wallenberg eigentlich in der Finanzwelt Karriere machen sollte und entsprechend erzogen wurde. Wally interessierte sich indes mehr für die Welt des Theaters und begann seine künstlerische Laufbahn im Jahre 1928 als Chorsänger in einem New Yorker Theater und trat dort auch ein Jahr später als Balletttänzer in der Operette Bitter Sweet auf, wenn auch ohne bei der Kritik besondere Eindrücke zu hinterlassen.

Nach einer Tournee durch die USA und Canada gründete Gustav Wally, gemeinsam mit dem Dänen Niels Wessel Bagge, die Tanztruppe Wally brothers. Wally kehrte nach Schweden zurück und, noch bevor seine Tanztruppe wirklich bekannt war, wurde er von Karl Gerhard entdeckt, was dazu führte, dass er in den 30er Jahren in mehreren Revuen Gerhards und Kar de Mummas auftrat. Mit dieser Erfahrung und guten Kritiken als Revuekünstler erhielt Wally dann 1937 einen sehr gut bezahlten Vertrag in Hollywood, allerdings ohne dann dort eine Filmrolle zu erhalten, was dazu führte, dass der Künstler bereits zwei Jahre später nach Stockholm zurückkehrte.

Von 1939 bis 1941 präsentierte Gustav Wally dann als Theaterdirektor des Södra Teatern in Stockholm mehrere Revuen und Operetten und setzte diese Tätigkeit von 1942 bis 1947 im Oscarsteatern fort. In dieser Zeit nahm Wally auch mehrere Schallplatten auf und wirkte in insgesamt neun Filmen mit. Diese Jahre in Stockholm waren die produktivsten Jahre Wallys, der eine enorme Energie an den Tag legen konnte. !947 entschied sich Wally plötzlich sich in New York niederzulassen um dort Schiffsreeder zu werden, auch wenn er das Theater dabei nicht ganz verließ, sondern auch an mehreren internationalen Produktionen von My Fair Lady beteiligt war. Bei einem Aufenthalt in Panama starb Gustav Wally am 3. März 1966 plötzlich an einem Herzinfarkt.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1770: Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler
3. März 1813: Die schwedische Kolonie Guadeloupe
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1844: Leonard Bygdén und die Universitätsbibliothek in Uppsala
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 1956: Der schwedische Modedesigner Claes Bondelid
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. Februar 2018

Tore Svennberg, Schauspieler und Theaterdirektor

Tore Svennberg kam am 28. Februar 1858 in Stockholm in ärmlichen Verhältnissen zur Welt und hatte daher auch nur eine minimale Schulbildung. Svennberg gehört dennoch zu den wenigen Schauspielern Schwedens, die ohne höhere Bildung und ohne jede Schauspielausbildung eine brillante Karriere machten. Svennberg stand 1877 im Bijouteatern in Stockholm erstmals auf der Bühne, zeigte dort seine Talente und bildete sich mehr oder weniger dadurch aus, dass er über einige Jahre hinweg mit verschiedenen Theatergesellschaften unterwegs war, um dann 1884 im Storan in Göteborg auf die Theaterlegende Albert Ranft zu stoßen, der die Talente Svennbergs unmittelbar erkannte.

Das wichtigste Treffen war für Tore Svennberg indes jenes mit der Schauspielerin Julia Håkansson, die ab 1888 die reisende Theatergesellschaft August Lindbergs leitete bei der auch Svennberg beschäftigt war. Håkansson zwang den jungen Schauspieler nämlich täglich bei ihr mindestens eine Stunde lang Schauspielunterricht zu nehmen, was allerdings auch damit verbunden war, dass die Theaterleiterin damit einen Verbündeten schuf, der bereit war unter härtesten Bedingungen zu arbeiten und, im Gegensatz zu anderen Theatergesellschaften, auch in kleineren Orten modernes Theater zu bieten und nicht nur bereits bekannte Vorstellungen zu wiederholten. Dies brachte letztendlich beiden einen Ruf weit über Schweden hinaus und brachte grundsätzlich ausverkaufte Vorstellungen.

Als 1892 Harald Molanders Versuch scheiterte, gemeinsam mit Tore Svennberg und Julia Håkansson ein neues Theater zu gründen, arbeitete Svennberg mehrere Jahre lang für Albert Ranft, insbesondere im Svenska Teatern, der einzigen wirklichen Konkurrenz des Dramaten, wobei jedoch das Dramaten spätestens ab1899 Svennberg für sich gewinnen wollte. Erst als 1906 das neue Gebäude des Dramaten öffnete, wurde die Zusammenarbeit zwischen Svennberg und dem Dramaten enger und 1920 wechselte der Schauspieler zum Dramaten und wurde dort Direktor, was schon deswegen bedeutend ist, da Svennberg keine Schauspielausbildung hatte und nie zuvor im Dramaten auf der Bühne stand. In seiner Rolle als Theaterdirektor erneuerte er das Repertoire des Dramaten, wobei er viele der Änderungen aus anderen Ländern holte. Svennberg starb am 8. Mai 1941 in Stockholm und wirkte noch ein Jahr zuvor,als 82-jähriger, im Film Stål mit.


28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
28. Februar 1912: Prinz Bertil, nahezu an der Spitze Schwedens
28. Februar 1924: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
28. Februar 1960: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
28. Februar 1962: Die schwedische Künstlerin Karin Mamma Andersson
28. Februar 1964: Lotta Lotass und die poetische Prosa des Surrealismus
28. Februar 1966: Schamyl Bauman, Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
28. Februar 1986: Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. Februar 2018

Die Schriftstellerin Agneta Pleijel

Agneta Pleijel kam am 26. Februar 1940 als Tochter eines Mathematikers und einer Schriftstellerin in Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Göteborg Ethnographie, Philosophie und Literaturwissenschaft. Nach ihrem Studium begann Pleijel 1968 bei der Abendzeitung Aftonbladet als Literaturkritikerin zu arbeiten, wechselte dann drei Jahre lang zur Zeitschrift Ord & Bild, um jedoch 1975 als Kulturchefin zurück zum Aftonbladet zu kommen. Allerdings sah sich Pleijel bereits zu dieser Zeit nicht nur als Kritikerin und Journalistin, sondern sie hatte eine Parallelkarriere vorbereitet.

Bereits 1970 machte sich Agneta Pleijel auch einen Namen als Dramatikerin gemacht, denn in diesem Jahr wurde in Berlin ihr erstes Drama Ordning härskar i Berlin aufgeführt, das sie gemeinsam mit Ronny Ambjörnsson geschrieben hatte. 1977 sollte dann ihr Meisterwerk Kollontaj im Dramaten aufgeführt werden, mit Margaretha Krook in der Hauptrolle und in der Regie von Alf Sjöberg. Alexandra Kollontaj war die erste Ministerin weltweit und eine Zentralfigur der Russischen Revolution. Für Pleijel sollte dieses Werk das erste in einer längerer Reihe sein in denen sie die Rolle der Frau in Geschichte und Gesellschaft hervorhebt, insbesondere den permanenten Kampf gegen die männliche Dominanz.

Agneta Pleijel beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Schreiben von Theaterstücken und Filmmanuskripten, sondern sie veröffentlichte auch Gedichte und Romane, darunter ihren größten Erfolg Vindspejare (Der Weg des Windes), einen stark autobiographischen Roman. Neben diesen Aktivitäten war Pleijel zwei Jahre lang Sprecherin des schwedischen PEN-Klubs, acht Jahre lang Stilist in der Bibelkommission, vier Jahre lang Professor in Drama am Dramatiska Institutet und aktiv als Journalistin, die sehr zeitkritische Themen in Angriff nahm. Der bisher letzte, nicht ins Deutsche übersetzte, Roman Pleijels erschien 2017 unter dem Titel Doften av en man, als die Autorin, die heute in Stockholm lebt, bereits 76 Jahre alt war.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1880: Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Januar 2018

Das Theater in Örebro wird eingeweiht

Als am 2. Januar 1853 das Theater in Örebro mit dem Prolog Invigningen der Schriftstellerin Thekla Knös und dem Stück Örebro fåfänga eingeweiht wurde, handelte es sich dabei um das zweitgrößte Theater Schwedens, denn nur noch die Oper in Stockholm war größer als dieses Theater. Allerdings handelte es sich bei diesem Bau nicht nur um einen Kulturtempel, denn in einem der Flügel war das Restaurant Theaterkeller zu finden und im anderen eine Zeitungsredaktion mit Druckerei. Die Bühne und die für das Theater notwendigen Räume fand man im Zentrum des Gebäudes.

Um die Größe des damaligen Theaters einzuschätzen, sollte man bedenken, dass Örebro um diese Zeit rund 5000 Einwohner hatte und das Theater Platz für 560 Besucher hatte. Nach einigen finanziellen Problemen brannte bereits 1882 der zentrale Teil des Theaters auf Grund eines Gaslecks vollständig ab. Als das Theater in Örebro dann sieben Jahre später erneut eingeweiht werden konnte, hatte es eine elektrische Beleuchtung, aber nur noch Platz für 442 Besucher. Ab 1933 wurden dann immer häufiger Vorführungen im Folkets Hus geboten und drei Jahre später ging die gesamte Aktivität des Örebro-Theaters auf das Folkets Hus über.

Lange Zeit sah es so aus dass dies das Ende für das stattliche Gebäude wäre, zumal die Besitzer an den Abriss des ehemaligen Theaters dachten. Der Zweite Weltkrieg ließ jedoch diese Pläne sterben und 1963 kaufte dann die Stadt Örebro das Theater auf, drei Jahre später erhielt ein Architekturbüro den Auftrag Pläne für eine Restauration auszuarbeiten und weitere drei Jahre später würde der gesamte Bau unter Denkmalschutz gestellt. Das Architekturbüro hatte ursprünglich den Auftrag einen gesamten Stadtteil zu planen, mit dem Theater und dem Bahnhof als Zentrum. Aus finanziellen Gründen wurde dann jedoch nur das Theater restauriert und 1967 erneut eingeweiht, dieses Mal allerdings nur noch mit 276 Plätzen für die Besucher der Vorstellungen. Der Salon des Theaters hat bis heute das Aussehen, den er ab 1880 hatte und gilt als das Prachtstück des Baus.


2. Januar 1296: Das Upplandslagen, schwedische Gesetze des Mittelalters
2. Januar 1512: Der schwedische Reichsvorstand Svante Nilsson
2. Januar 1749: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
2. Januar 1824: Die Morgenzeitung Stockholms Dagblad 
2. Januar 1895: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet
2. Januar 1909: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius 
2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
2. Januar 1974: Wärme, Öl und Benzin werden in Schweden rationiert
2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 8. April 2017

Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian

Claes Malmberg kam am 8. April 1961 in Göteborg zur Welt und teilt sein berufliches Leben zwischen der Schauspielerei und der Stand-Up-Comedy, wobei er in beiden Bereichen einen großen Erfolg hat, zumindest seit seiner komischen Rolle Ronny Jönsson, in der man den Künstler ab 1988 im Rundfunk, Fernsehen und auf der Bühne finden konnte. Im Kontrast dazu bekennt sich Malmberg zum Buddhismus und einem sozialistischen Denken. Der Schauspieler und Komiker tritt auch aktiv für die Selbständigkeitsbewegung Tibets ein. Malmberg lebt zur Zeit in Stockholm und kann sich eine Rückkehr in die Provinzstadt Göteborg nicht vorstellen, da man dort nur über kumpelhafte Beziehungen etwas erreichen könne.

Nach dem ersten großen Erfolg als Ronny Jönsson wandte sich Claes Malmberg dann jedoch erst einmal der Stand-Up-Comedy zu, und ging mit Lennie Norman, einem Musiker und Stand-Up-Comedian, auf Tournee. Das Duo machte sich sehr schnell einen Namen und wurde dann für das Fernsehprogramm Måndagsklubben engagiert, wobei Malmberg in dieser Zeit auch parallel dazu in der TV-Satire Parlamentet zu sehen war. Es zeigte sich jedoch schnell, dass Claes Malmberg nicht ohne Film und Theaterbühne leben konnte. Seine erste bedeutende Rolle als Schauspieler war dann 1990 Thénardier in Les Miserables im Cirkus in Stockholm.

Für Claes Malmberg folgen dann zahlreiche weitere Auftritte, sowohl in ernsthaften, als auch in komischen Rollen, wobei er für die seine Rolle in der schwedischen Version des Broadway-Musicals Det våras för Hitler eine begehrte Goldmaske für die beste männliche Hauptrolle überreicht bekam. Malmberg zeigte ab den 90er Jahren seine volle künstlerische Breite, denn er stand nicht nur in bedeutenden Rollen auf der Bühne, sondern wirkte auch in den Astrid Lindgren Filmen mit und war in zahlreichen Unterhaltungsprogrammen im Fernsehen zu sehen. 2013 nahm er sogar, als Mitglied der Gruppe Ravaillasz an der schwedischen Vorausscheidung des Eurovison Song Contests teil. Seine bisher letzte große Rolle hatte Claes Malmberg in August Strindbergs Hemsöborna im Stadttheater in Stockholm.


8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 31. März 2017

Freiherr Gustaf Mauritz Armfelt

Gustaf Mauritz Armfelt wurde am 31. März 1757 als Sohn eines Generalmajors in Tarvasjoki in Finnland geboren und sollte daher ebenfalls eine militärische Karriere machen. Mit 13 Jahren schrieb sich Armfelt daher an der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) ein, besuchte anschließend die Admiralitätsschule in Karlskoga um bereits 1774 Gardefähnrich am königlichen Hof zu werden. Allerdings war er vier Jahre später dazu gezwungen das Land zu verlassen, da er an einem unerlaubten Duell beteiligt war. Armfelt ließ sich in Paris nieder, konnte jedoch schon 1780 wieder nach Schweden zurückkehren und seine militärische Laufbahn fortsetzen.

Die militärische Karriere sollte für Gustaf Mauritz Armfelt allerdings einen Umweg machen, denn auf Weg zurück nach Schweden besuchte er König Gustav III., der sich um diese Zeit in Belgien aufhielt, und wurde unmittelbar der Günstling des Königs, was eventuell mit seinem Aufenthalt in Paris zusammenhing, denn Armfelt wurde zwar auch mit militärischen Titeln überhäuft, aber seine Hauptaufgabe sollte die eines Theatermanns des Königs  sein. Armfelt wurde zum Direktor des königlichen Theaters und der königlichen Oper ernannt, sowie Mitglied der Musikalischen Akademie und der Schwedischen Akademie. In der Tat musste er bei dieser Position jedoch auch Theaterstücke schreiben, als Regisseur wirken und zudem selbst auf der Bühne stehen.

Erst ab 1788 musste Gustaf Mauritz Armfelt im Russischen Krieg wieder eine Rolle als Militär einnehmen, was dazu führte dass er nach Kriegsende vom König zum Generalmajor ernannt wurde. Die Karriere Armfelts sollte jedoch nochmals unterbrochen werden, denn nach dem Tod von Gustav III. war er an einer Konspiration gegen die Vormundschaftsregierung des zukünftigen Königs Gustav IV. Adolf beteiligt und musste, kurz vor einem Todesurteil, erneut das Land verlassen. Erst als Gustav IV. Adolf den Thron bestiegen hatte, konnte Armfelt zurückkehren und seine Laufbahn fortsetzen. Als jedoch Karl XIV. Johan, ein ehemaliger General Napoleons, König Schwedens werden sollte, legte Gustaf Mauritz Armfelt, der am 19. August 1814 in Sankt Petersburg starb, alle seine Ämter nieder um nach Finnland zurückzukehren.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1928: Die Stockholmer Stadtbibliothek (Stockholms stadsbibliotek)
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 26. März 2017

Åke Grönberg, Schauspieler, Sänger und Regisseur

Åke Grönberg kam am 26. März 1914 als Sohn eines Schmiedes in ärmeren Verhältnissen in Stockholm zur Welt und hatte als Jugendlicher lediglich als Süßigkeitenverkäufer mit dem Kino Kontakt. Anschließend bildete sich Grönberg zum Schmied aus, aber da ihm der Beruf wenig sagte, wechselte er er mehrmals die berufliche Richtung. Seine wirkliche Karriere begann dann Anfang der 30er Jahre als Statist im Dramaten, denn während dieser Zeit entdeckte man sein Talent als Unterhalter, Schauspieler und Sänger. Schon 1936 arbeitete Grönberg dann an der Freilichtbühne im Skansen und in den Folgejahren zog er mit Theatergesellschaften durch Schweden.

Noch während der 30er Jahre entschied sich Åke Grönberg für eine sehr breite Aktivität, denn neben dem unterhaltenden Theater spielte er in Revuen und nahm die ersten Schallplatten auf, unter anderem mit den Erfolgshit Den gamla dansbanan. Innerhalb von nur zehn Jahren war Grönberg in ganz Schweden bekannt und trat auf den größten Bühnen des Landes auf. Insgesamt nahm Grönberg rund 300 Schallplatten auf, und auch auf der Theaterbühne überzeugte er mit einem extrem breiten Repertoire, das von einem Zirkusartisten und Landstreicher bis zu einer Rolle in August Strindbergs Fröken Julie reichte.

Åke Grönberg, der ohne jede Ausbildung zum Schauspiel gekommen war, hatte 1936 in Anders Henriksons 65, 66 och jag auch seine erste Filmrolle, der knapp 90 weitere Filmrollen folgen sollten, unter anderem in Paradis Oskar, der ersten Filmversion von Astrid Lindgrens Luffaren und Rasmus und in Ingmar Bergmans Gycklarnas afton. Gegen Ende seiner Karriere kehrte Grönberg mehr und mehr zum Theater zurück und ging dabei vom Lustspiel auf ernstere Rollen über, insbesondere im Dramaten und im Stadttheater in Stockholm. Åke Grönberg starb am 15. September 1969 im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden
26. März 1963: Das Stadtviertel Krämaren wird die Galerie Krämaren
26. März 2015: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 

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Mittwoch, 22. Februar 2017

Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz

Elsa Prawitz kam am 22. Februar 1932 in Stockholm zur Welt und wuchs im Stadtteil Östermalm auf, wo sie auch das Mädchengymnasium besuchte und Mitglied des literarischen Vereins wurde in dem sie ihre ersten Schritte auf der Theaterbühne unternahm. Mit 18 Jahren begann Prawitz dann ein Schauspielstudium am Dramaten, von dem sie nach Abschluss der Ausbildung im Jahre 1954 auch übernommen wurde, bald aber auch im Intiman auftrat.

Im Jahre 1959 spielte Elsa Prawitz im Stück Ägget im Intiman und hatte damit ihren Durchbruch als Schauspielerin und konnte sich vor Aufträgen kaum retten, wobei sie 1961 auch mit der Revue Ursäkta handsken von Karl Gerhard auf der Bühne stand. Prawitz begnügte sich jedoch nicht mit dem Theater, sondern übernahm 1963 auch das Alléteatern als Direktorin, arbeitete als Programmchefin im Radio und führte Regie. Wie sehr viele Schauspieler, die im Dramaten ausgebildet wurden und dort arbeiteten, so zog es Prawitz allerdings auch zum Film.

Zwischen 1956 und 1965 spielte Elsa Prawitz in nicht weniger als 26 Filmen mit, bei denen überwiegend ihr damaliger Ehemann Arne Mattsson Regie führte, sie selbst aber bisweilen das Manuskript geschrieben hatte. Während Prawitz im Theater jede Rolle darstellen konnte, bekam sie im Film nahezu ausschließlich die Rolle der femme fatale und sehr sensuelle Rollen, was mit ihrem südländischen Aussehen zusammenhing, das zu dieser Art der Rollen passte. Als Elsa Prawitz 1977 zum Stadttheater in Borås kam, hatte sie allerdings noch ein weiteres Ziel, sie wollte die Altstadt von Borås retten, ein Unternehmen, das Prawitz leider nicht gelang.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

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Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 21. Februar 2017

Der Schauspieler und Regisseur Ivar Kåge

Ivar Kåge kam am 21. Februar 1882 als Sohn eines Großhändlers unter dem Namen Ivar Nilsson in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine Karriere im Theater. Bereits im ersten Jahr als Schüler im Dramaten hatte Kåge in August Strindbergs Carl XII. eine erste kleinere Nebenrolle. Während seiner Ausbildung von 1902 bis 1906 hatte der Schauspieler dann mehrere bedeutendere Rollen und stand, unter anderem, auch mit Harriet Bosse auf der Bühne. Sein erstes festes Engagement erhielt Kåge dann unmittelbar nach seiner Ausbildung am Stora Teatern in Göteborg.

Bereits nach einem Jahr in Göteborg wurde Ivar Kåge von Albert Ranft entdeckt und stand für diesen mehrere Jahre lang auf den Bühnen Stockholms, wobei er dort insbesondere die Rolle eines Liebhabers oder eines Helden spielte. Insbesondere die Rolle eines Liebhaber war Kåge über Jahre hinweg vorbestimmt. Im Jahr 1912 kehrte Kåge jedoch an das Dramaten zurück, dem er bis 1943 treu bleiben sollte, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Schauspieler am Dramaten die Möglichkeiten hatten auf der Bühne und im Film gleichzeitig zu arbeiten.

Ivar Kåge gehört zu jenen Schauspielern, die Film und Theater ab 1912 auf hervorragende Weise verbinden konnten und in beiden Bereichen großen Erfolg hatten, denn während Kåge im Dramaten ab den 20er Jahren einer der bedeutendsten Charakterschauspieler wurde, stand er bereits 1912 im Stimmfilm Trädgårdsmästaren unter Victor Sjöström vor der Kamera. Nach vier Stummfilmen kam für Kåge, der am 2. April 1951 in Stockholm starb, der Tonfilm. Der Schauspieler wirkte in über 50 Filmen
mit, teilsweise auch als Regisseur, ohne jedoch im Film eine bestimmte Richtung zu gehen, denn er spielte in diesen Jahren jede Art von Rolle. Neben seiner Tätigkeit im Film und auf der Bühne war Ivar Kåge auch über viele Jahre hinweg die Person, die am meisten Gedichte im Radio vortrug und vorlas.

21. Februar 1527: Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson
21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman
21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin