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Montag, 11. März 2019

Der Schauspieler und Theaterdirektor Knut Lindroth

Knut Lindroth kam am 11. März 1873 als Sohn eines Polsterers in einer sehr kulturinteressierten Familie in Stockholm zur Welt. Er hatte daher auch kein Problem dabei, nach Abschluss der Oberschule, 1891 die Schauspielschule des Dramaten zu besuchen. Auf Grund seiner hohen Begabung gab ihm Gustaf Fredrikson, der damalige Direktor des Dramaten, bereits nach einem Ausbildungsjahr die erste kleine Rolle im Theater und vermittelte ihn anschließend an den Theaterverein August Lindberg in Göteborg, wo Lindroth mit einer Christus-Rrolle unmittelbar seinen Durchbruch als Schauspieler hatte.

Als August Lindberg seine Aktivität in Göteborg nach einem Theaterbrand 1893 einstellen musste, ging Knut Lindroth an des Svenska Teatern in Helsingfors (Helsinki), wo er die kommenden sieben Jahre engagiert war und eine Hauptrolle nach der anderen spielte. Als Lindberg anschließend nach Schweden zurückkehrte, hatte er die Wahl zwischen den beiden Theaterdirektoren Albert Ranft und Hjalmar Selander. Lindberg wählte die reisende Theatergesellschaft Selanders, da er dort nicht nur in Stockholm auftreten musste und die Chance hatte sehr viele verschiedene Rollen zu spielen, insbesondere auch weniger klassische Rollen, die das damalige schwedische Theater dominierten.

Im Jahr 1905 gründete Knut Lindroth seine eigene reisende Theatergesellschaft, die im Gegensatz zu den meisten anderen Gesellschaften ein sehr breites Spektrum hatte und das Publikum bei jedem Stück herausforderte. Das Kennzeichen Lindroths war das Publikum einerseits sowohl mit klassischem Theater, also auch mit modernen englische,  deutschen, französischen und russischen Stücken zu konfrontieren und zudem nahezu von Abend zu Abend zwischen Romantik und Realismus zu wechseln, ohne auch nur ein einziges Mal in die reine Unterhaltung zu fallen. Knut Lindroth, der selbst bis zu seinem Tod am 7. Oktober 1957 auftrat, spielte auch in mehreren Kinofilmen, letztmals im Jahre 1950 im Spielfilm Rågens rike, in dem Lindroth einen Priester spielte.


11. März 1768: Der Reichsmarschall Samuel Åkerhielm
11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1884: Lewi Pethrus, eine bedeutender Führer der Pfingstbewegung
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg
11. März 1960: Der schwedische Sänger Tommy Nilsson
11. März 1981: Die Öresundsvarvet in Landskrona

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. März 2018

Der Künstler und Karikaturist Gunnar Wallin

Gunnar Wallin kam am 7. März 1896 als Sohn eines Zollbeamten in Göteborg zur Welt und entschied sich nach seinem Abitur im Jahr 1913 Schauspieler zu werden. Noch während er mit der Theatergesellschaft Hjalmar Selander im Nya teatern in Göteborg auftrat, begann Wallin jedoch auch eine Ausbildung als Zeichner an der Kunsthochschule Valand, die er 1918 abschloss um sich anschließend während einer Studienreise durch Deutschland, England, Frankreich und Spanien im Selbststudium in diesem Bereich zu verbessern. In dieser Zeit wurden auch seine ersten Zeichnungen in der Göteborgs Morgonpost veröffentlicht.

Nach seiner Rückkehr im Jahr 1919 wurde Gunnar Wallin von der Göteborgs-Tidningen als Karikaturist und Kolumnist angestellt. Bereits in sehr wenigen Jahre gelang es dem Künstler einen sehr persönlichen Stil zu finden, der noch dazu verstärkt wurde, dass er jede seiner Geschichten mit dem kleinen Hund JäJä beendete, der einen Kommentar zur Bildgeschichte abgab. Neben seiner Tätigkeit in der Göteborgs-Tidningen, die bis 1954 fortsetzte, zeichnete Wallin auch für ironischen Witzblätter Söndags-Nisse, Strix und Lutfisken und veröffentlichte mehrere Bücher mit seinen Serien, wobei er während dieser Zeit zu mehreren, unterschiedlichen Signaturen griff.

Neben seiner Arbeit als Karikaturist und Serienzeichner realisierte Gunnar Wallin, der am 11. November 1975 in Göteborg starb, auch mehrere öffentliche Werke, unter anderem im Vergnügungspark Liseberg, und er nahm an zahlreichen Ausstellungen, die humoristische Beiträge akzeptierten, teil. Im Jahr 1933 war Wallin auch die treibende Person für die Gründung des Göteborger Künstlerklubs, dessen Sekretär er dann während der folgenden 16 Jahre blieb. In den Jahren 1940 und 1941 war Wallin zudem Redakteur der Künstlerzeitschrift Paletten, die der Künstlerklub herausgab.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1910: Das Rathaus in Borås 
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Dezember 2014

Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker

Georg af Klercker kam am 15. Dezember 1877 als Sohn eines Majors in Kristianstad zur Welt und entschloss sich nach seiner Hochschulreife im Jahre 1897 in Lund ebenfalls für eine militärische Laufbahn und war 1903 bereits zum Leutnant ernannt worden. Allerdings nahm die Karriere bald darauf ein brüskes Ende, da af Klercker mit einer für sein Niveau „ungeeigneten“ Frau Vater wurde. Die darauf folgende Ehe hielt nur wenige Jahre, es kam ur Scheidung und af Klercker entschied sich für das Kind zu sorgen und es zu erziehen. Mit all diesen Ereignissen war ihm ein Rückkehr in den militärischen Dienst verschlossen und der Offizier nahm 1907 seinen Abschied.

Der Skandal hatte jedoch auch eine positive Seite für Georg af Klercker, da er sich nun ganz seinem Traum widmen konnte, nämlich Schauspieler zu werden. Seine ersten Schritte auf der Bühne machte af Klercker dann bei der Theatergesellschaft Hjalmar Selander, aber schon bald darauf gründete er eine eigene Theatertruppe und traf dort seine zweite Frau. Auf Grund seiner Ausstrahlung und seiner Leistungen trat af Klercker 1911 dann in sechs verschiedenen Rollen im Dramaten in Stockholm auf, wurde jedoch noch im gleichen Jahr im Filmstudio des Svenska Bio auf Lidingö engagiert und konnte im folgenden Jahr bei seinen ersten Film Två bröder die Regie übernehmen, ein kritischer Film, der auf Grund der Zensur nie in Schweden gezeigt werden konnte.

Dödsritten under cirkuskupolen, der zweite Film von Georg af Klercker wurde ein Welterfolg und setzt den Regisseur noch heute auf die gleiche Stufe wie Ingmar Bergman, der 1995 ein TV-Drama über af Klercker verwirklichte. Ab 1913 arbeitete af Klercker an einer Koproduktion zwischen Svenska Bio und Pathé Frères, die ohne den Regisseur gescheitert wäre, da Pathé plötzlich die Produktion einstellte und af Klercker dann den Film in Kopenhagen auf eigene Kosten fertigstellte. Af Klercker kehrte danach nicht mehr nach Lidingö zurück, sondern arbeitete erst noch zwei Jahre in Paris und Kopenhagen bevor er 1915 von Arvid Victor Hasselblad in Göteborg angestellt wurde. Bevor af Klercker dann zum Schauspiel zurückkehrte, realisierte er innerhalb von nur zwei Jahren noch 25 Filme für Hasselblad. Georg af Klercker starb am 13. November 1951 in Malmö.


15. Dezember 1649: Die schwedische Afrika-Kompanie (Guineakompanie)
15. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Dezember 1952: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
15. Dezember 1992: Sven Delblanc und die Nachkriegsliteratur Schwedens
15. Dezember 1994: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
15. Dezember 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Juli 2014

Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens

Hjalmar Selander wurde am 2. Juli 1859 in Fässberg im Bohuslän als Sohn eines Landwirts geboren und entschied sich sehr früh dafür Schauspieler zu werden. Vermutlich mit 16 Jahren begann er daher eine Ausbildung an Mallanders Theaterschule, die um diese Zeit im Stora Teatern in Göteborg untergebracht war. Nach einigen Schüleraufführungen spielte Selander dann 1878 auch seine erste Rolle im gleichen Theater. In den Folgejahren hatte der Schauspieler mehrere Engagements an den verschiedensten Bühnen in Göteborg und in Stockholm, vor allem aber reiste er mit Theatergruppen durch Schweden, Norwegen und Finnland, was bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die wichtigste Einkommensquelle für schwedische Schauspieler war.

Seinen exzellenten Ruf als Schauspieler erwarb Hjalmar Selander jedoch mit der Schauspieltruppe von William Engelbrecht und Anna-Lisa Hwasser-Engelbrecht, die zu den anerkanntesten Schauspielern jener Zeit gehörten. Die Stücke der Truppe entsprachen dem höchsten Niveau der Schauspielkunst, waren jedoch finanziell problematisch, zumal die beiden Direktoren keinerlei Verhältnis zu Geld hatten. Engelbrecht musste in Viborg sogar einmal mit dem Geld seiner Schauspieler aus der Schuldhaft ausgelöst werden. Diese Erfahrung prägte Selander so stark, dass er später, als er eine eigene Truppe leitete, die finanzielle Lage bis ins kleinste Detail überwachte.

Im Jahre 1890 gründete Hjalmar Selander, gemeinsam mit seiner Frau Concordia Hård eine eigene Theatertruppe, die ein enormes Repertoire aufwies und nahezu permanent in Schweden, Finnland und Russland auf Tournee war. Die ersten Probleme tauchten jedoch auf als sich in Schweden immer mehr feste Theater installierten und Albert Ranft alle bedeutenden Schauspieler nach Stockholm zog, Selander daher nun mit einer zweitklassigen Besetzung arbeiten mussten. Als 1919 in Schweden auch noch eine Vergnügungssteuer zu bezahlen war und feste Theater, im Gegensatz zu reisenden Theatertruppen, daher eine Subvention erhielten, kamen auch noch finanzielle Probleme auf Selander zu. Nur sechs Jahre später musste Selander, der in 50 Jahren 700 verschiedene Rollen gespielt hatte, seine Theatergesellschaft auflösen, konnte jedoch darauf zurückblicken, dass er Schauspieler wie Karl Gerhard oder Gösta Ekman entdeckt hatte, die damals eine glänzende Karriere vor sich hatten.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral 
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire 
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China 
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden 
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg 
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013