Mittwoch, 10. August 2011

Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm

Am 10. August 1628 sank das schwedische Kriegsschiff Vasa bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm, nachdem ein Windstoß es in eine Schräglage brachte, so dass durch die Öffnungen für die Kanonen Wasser eindringen konnte und das Schiff in wenigen Minuten sank. Die Reise der Vasa führte daher nur rund 1300 Meter bis vor Beckholmen und sank bereits nach 20 Minuten Fahrt, wobei dabei mindestens 30 Mann Besatzung umkamen. Erst am 24. April 1961, nach über 300 Jahren konnte die Vasa schließlich geborgen werden.

Die Vasa wurde im Auftrag von Gustav II. Adolf gebaut und sollte ein Symbol der neuen schwedischen Großmacht werden, die der König anstrebte. Das Kriegsschiff war zu jener Zeit nicht nur das weltweit am besten bestückte Fahrzeug, sondern zeichnete sich auch durch seine Ausschmückungen und hunderte von Skulpturen aus, denn es solle in jeder Weise die Größe Schwedens ausdrücken und im Seekrieg gegen Polen eingesetzt werden. Obwohl bereits die ersten Tests in der Werft die Instabilität der Vasa aufgedeckten, zwang Gustav II. Adolf den Kapitän in See zu stechen.

Die Vasa, die seit 1990 im Vasamuseum in Stockholm zu finden ist, erreichte ihre Berühmtheit vor allem aus historischer Sicht, da sie ein Dokument des schwedischen Strebens nach einer Großmacht ist, die Gustav II. Adolf anstrebte und dessen Zeichen man im ganzen Land finden kann. Aber die Vasa gehört auch zu den wenigen Beispielen, die einen Teil der schwedischen Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts wiedergeben und in der Schiffsrestauration Methoden erforderte, die auch bei der Restauration aller anderen historischen Schiffe Bedeutung erlangte.

10. August 1537: Das Schloss Gripsholm am Mälaren
10. August 1983: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. August 2011

Maud Olofsson, die ungeliebte Ministerin Schwedens

Maud Elisabeth Olofsson wurde am 9. August 1955 in einer Familie geboren in der die Politik der schwedischen Zentrumspartei im Vordergrund stand. Sie fügte sich in die gleiche politische Linie ein, um dann ihren Weg bis zur Wirtschaftsministerin und, während einer Wahlepoche, zur Zweiten Staatsministerin zu machen, der bedeutendsten Frau in der schwedischen Regierung.

Wie der schwedische Außenminister Carl Bildt verfügt auch Maud Olofsson über keinerlei akademische Bildung und zeichnet sich mehr durch ein sehr ausgeprägtes Selbstvertrauen aus. Sie geht ihren Weg ohne auf Kritik zu hören oder auf die Meinung der eigenen Parteimitglieder zu lauschen, was letztendlich auch dazu führte, dass sie im September 2011 diesen Jahres ihr Amt als Parteivorsitzende aufgeben muss und ihr Ministeramt als Wirtschaftsministerin an Annie Lööf abgeben musste..

Die Kritiken an Maud Olofsson kommen aus allen Reihen, wobei sie die Affäre Vattenfall nicht in den Griff bekam, an der heutigen Situation Saabs mitverantwortlich gemacht wird und bei jeder Krise Journalisten eine klare Antwort verweigert. In ihren eigenen Augen hat Maud Olofsson jedoch bei politischen Entscheidungen keinerlei Fehler begangen und die Kritik beruht, ihrer Meinung nach, darauf, dass sie als Frau in einer Männerdomäne handeln muss.

Maud Olofssons politische Motivation kann man am besten in ihrem autobiographischen Werk „Ett land av Friherrinor“ entnehmen, das im Juli 2010, kurz vor der letzten Parlamentswahl, auf den Markt kam. An zahlreichen Stellen des Buches findet man Hinweise auf starke Frauen im Geschlecht Olofsson, die dazu beigetragen haben die Welt zu verändern und sich durch eine außerordentliche Kraft der Überzeugung auszeichnen.

9. August 1612: Sven Bröms, ein Arzt gründet die Ockelboverken
9. August 1985: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Montag, 8. August 2011

Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

Auch wenn der 8. August vor allem als der Namenstag der aktuellen Königin Silvia von Schweden und als Flaggentag bekannt ist, so ist der 8. August 1973 der Tag, an dem sich der schwedische Schriftsteller, Journalist und Dramatiker Vilhelm Moberg das Leben nahm, ein Schriftsteller, der vor allem für die Bewohner Smålands eine größere Bedeutung hat als die Königin, da er in gewisser Weise als Nationalschriftsteller dieser schwedischen Landschaft betrachtet werden kann dessen Hauptfiguren zudem überwiegend aus dem Småland kamen.

Vilhelm Moberg vor dem Utvandrarnas Hus in Växjö

Am bekanntesten wurde Vilhelm Moberg, der am 20. August 1898 geboren worden war, mit seiner Buchserie über die schwedischen Auswanderer, die auch als „Emigranten“ und „Das neue Land“ verfilmt wurden. Moberg berichtet hier am Beispiel einer Gruppe von Personen aus dem Småland den Weg, den im 19. Jahrhundert über eine Million Schweden nahmen um ihr Glück in den USA zu suchen. Moberg fand das Material zu diesen Romanen in einem Tagebuch des Auswanderers Andrew Petersons und schrieb die ersten beiden Teile des Werkes noch in Kalifornien, wo der Autor sich vorübergehend niedergelassen hatte.

Für die schwedische höhere Gesellschaft war Vilhelm Moberg eine weniger geliebte Person, da er mit seinem Buch Rid i natt! die schwedische Kollaboration mit Hitler als sehr deutliche Parabel anprangerte, auch wenn der Schriftsteller die Handlung als solches in die Vergangenheit gesetzt hatte. 1950 entwendete und veröffentlichte Moberg einige Dokumente, die bewiesen, dass die schwedische Polizei mit der Gestapo zusammenarbeitete und in den 60er Jahren kritisierte er Olof Palme, der sich Republikaner nannte, aber dann Gustav IV. Adolf ehrte und das Königslied sang. Er bezeichnete Olof Palme in diesem Zusammenhang als Heuchler.

Vilhelm Moberg wandte sich gegen jede Dominanz über ein Volk, egal ob sie von rechts oder links kam und wollte am Ende seines Lebens eine schwedische Geschichte schreiben, die den Lauf der geschichtlichen Entwicklung aus der Warte von Soldaten, Arbeitern und Frauen zeigt, ein Werk, das der Autor leider nicht mehr vollenden konnte.

8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. August 2011

Anna Månsdotter und die Todesstrafe in Schweden

Am 7. August 1890 wurde Anna Månsdotter im Gefängnis von Kristianstad als letzte Frau Schwedens hingerichtet. Der Scharfrichter Albert Gustaf Dahlman war, da der erste Hieb nicht richtig saß, gezwungen dreimal die Axt zu betätigen bis der Kopf von Anna Månsdotter vom Rumpf getrennt war. Aber auch nach ihrem Tode blieb Anna Månsdotter im Gespräch, denn ihre Todesmaske kann im Stockholmer Polizeimuseum besichtigt werden und mehrmals wurde die Geschichte der Mörderin verfilmt, letztmals im Jahre 1986 für das schwedische Fernsehen.

Die anfängliche Geschichte von Anna Månsdotter, die mit 48 Jahren hingerichtet wurde, unterschied sich kaum von anderen Frauen des Landes, denn sie war mit einem 13 Jahre älteren Mann verheiratet und hatte drei Kinder geboren, von denen nur ein Sohn, Per Nilsson, am Leben blieb. Anna hatte sich von der Ehe ein sorgenloses Leben erwartet, das sich jedoch zu einem Leben mit ständigen Schulden und in Armut entwickelte. In dieser Situation entfernte sie sich immer mehr von ihrem Mann und näherte sich dem Sohn.

Auch wenn der Prozess viele Fragen offen ließ, so stellte sich heraus, dass Per Nilsson und Anna Månsdotter, die auch ein sexuelles Verhältnis miteinander hatten, gemeinsam den Mord an Pers Ehefrau Hanna Johansdotter geplant hatten und Anna, nachdem sie die Frau seines Sohnes erwürgt hatte, den Mord als Unfall kaschieren wollte. Als man Hanna fand, glaubte man daher zuerst auch, dass die junge Frau die Kellertreppe hinabgefallen sei und sich dabei das Genick gebrochen habe. Vor Gericht gaben die beiden Täter jedoch die Tat zu und wurden zum Tode verurteilt. Während Anna Månsdotter hingerichtet wurde, wurde das Urteil Pers in lebenslanges Zuchthaus mit Schwerstarbeit umgewandelt.

7. August 1848: Jacob Berzelius und die Kennzeichnung der chemischen Elemente
7. August 1869: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. August 2011

Der erste internationale Grand Prix in Schweden

Bereits im Jahre 1904 plante der KAK (Kungliga Automobilklubben), der erst ein Jahr vorher gegründet wurde, einen internationalen Grand Prix in Schweden, bei dem die Rennwagen jener Epoche ihre Höchstleistungen zeigen sollten. Erst am 6. August 1933 kam es dann zum Vrams Grand Prix, der auf einer Strecke von knapp 30 Kilometer Länge ausgetragen wurde und über gewöhnliche Landstraßen und selbst Kieswege führte.

Der Einstieg in das internationale Geschehen der Autorennen war bereits durch mehrere kleinere Rennen, überwiegend im Winter, vom Königlichen Automobilklub vorbereitet worden und ist bis heute eine traurige Erinnerung, denn bereits nach wenigen Minuten des ersten offiziellen internationalen Grand Prix konnten etwa 100.000 Zuschauer eine Rauchwolke in den Himmel steigen sehen, das Zeichen eines der bedeutendsten Unglücke in der Geschichte der Grand Prix Rennen.

Vier Kilometer nach dem Start verlor der Schwede Carl Börje Dahlin mit etwa 120 km/h die Kontrolle über seinen Mercedes Benz SSK und fuhr in einen Strommast am Rande der Piste. Sein Beifahrer wurde aus dem Auto geschleudert und von einem folgenden Wagen überfahren, der durch das Ausweichmanöver zudem in einem Garten landete. Insgesamt waren elf Rennwagen am Unfall beteiligt und die hunderte von Litern an Benzin, die an der Unglücksstelle ausliefen, zerstörten nicht nur Rennwagen, sondern auch das Haus an der Strecke brannte bis auf die Grundmauern nieder. Noch heute nennt man das neu errichtete Haus in Södra Vram (Skåne) die Villa Grand Prix. Das Rennen wurde zu Ende geführt und von Antonio Brivio aus Italien gewonnen. Nach diesem Vorfall wollte der KAK jedoch kein weiteres Grand Prix Rennen in Schweden veranstalten und beschränkt sich seither nur noch auf kleinere Autorennen.

6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. August 2011

Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera

Während am 5. August 1926 der bekannte schwedische Autor von Kriminalromanen, Per Wahlöö, geboren wurde, starb am 5. August 1978 Victor Hasselblad, der die nach ihm benannte Mittelformat-Kamera weltweit bekannt machte und neue Maßstäbe in der professionellen Fotografie setzte. Seine Kamera wurde von der schwedischen Verteidigung ebenso verwendet wie von der NASA bei den ersten Ausflügen auf dem Mond, da keine andere Kamera den hohen Anforderungen bei diesen Aufgaben gerecht werden konnte.

Ulf Celéns Victor Hasselblad vor dem Hasselblad Center in Göteborg

Victor Hasselblad, der am 8. März 1906 geboren worden war und seine Ausbildung unter anderem bei Kodak-Pathé in Paris, bei Zeiss Ikon in Dresden und Eastman Kodak in Rochester machte, begann seine Hasselblad-Kamera bei Vogelbobachtungen zu entwickeln, da er seine Bilder in besserer Qualität sehen wollte als zu jener Zeit möglich. Als er seine Gedanken und Ideen zu diesem neuen Kameratyp veröffentlichte, wurde er von der schwedischen Luftwaffe nahezu unmittelbar kontaktiert, die auf der Suche nach einer geeigneten Überwachungskamera war. Victor Hasselblad stellte daraufhin in einer Garage am Göteborger Järntorget die ersten dieser militärischen Kameras her. Nach dem Krieg konnten dann auch Berufsfotografen das Modell erwerben, was der Anfang zum Erfolg dieser professionellen Kameras war.

Gegen Ende seines Lebens gründeten dann Erna und Victor Hasselblad noch die Hasselblad-Stiftung, die seit 1980 an seinem Sitz in Göteborg den Hasselblad-Preis vergibt, der in der Welt der Photographie mit einem Nobelpreis verglichen wird. Außer der Ehre und einem bedeutenden Geldpreis veranstaltet das Hasselblad Center dann ebenfalls eine Ausstellung mi den wegweisendsten Fotos des Gewinners.

Das Hasselblad Center in Göteborg
5. August 1877: Gustav von Wasa, der Kronprinz ohne Thron
5. August 1964: Moa Martinson, die schwedische Autorin der Proletarier
2012: Hasselblad kehrt zurück nach Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. August 2011

Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held

Am 4. August 1912 wurde Raoul Gustaf Wallenberg in Kappsta auf Lidingö geboren, ein Mann, der weniger durch seine Berufe bekannt wurde, sondern vielmehr wegen seiner Rettungsaktionen während des Zweiten Weltkrieges, die Tausende von ungarischen Juden vor der Deportation und dem Tode retteten. Raoul Wallenberg sorgte, unter anderem, dafür, dass zwischen Juli 1944 und Januar 1945 möglichst viele Juden in Ungarn mit schwedischen Pässen und anderen Ausweispapieren versorgt wurden um damit ausreisen zu können.

Als 1944 die neu gewählte ungarische Regierung mit Deutschland zusammenzuarbeiten begann, entschloss sich das amerikanische War Refugee Board, gemeinsam mit dem neutralen Schweden, eine Person nach Ungarn zu schicken, die von dort aus berichten konnte, aber um auch gleichzeitig den ab dieser Zeit von der Ausrottung bedrohter Juden zu helfen. Raoul Wallenberg erhielt damit die Genehmigung 4500 Familienpässe zu vergeben, die jeweils bis zu fünf Personen, also rund 20.000 Juden die Ausreise nach Schweden garantierte.

Als ab Januar 1945 die Russen die Macht in Ungarn übernahmen, wollte Raoul Wallenberg unmittelbar mit den neuen Machthabern diskutieren und seine Rolle in Ungarn erklären. Während die ersten Tage unter der russischen Bestzung noch nachzuvollziehen sind, so weiß man anschließend nur noch, das Raoul Wallenberg am 17. Januar von den Sowjets festgenommen wurde. Danach verschwindet nahezu alle Spuren, außer einem Hinweis in einem russischen Rapport, nach dem Wallenberg im Jahre 1947 verstorben sei. Alle Nachforschungen nach dem Kriege verliefen ohne jedes Ergebnis.

4. August 1892: Der schwedische Erfinder Bo Kalling
4. August 1979: Der Stockholm Marathon wird zum Erfolg

Copyright: Herbert Kårlin