Mittwoch, 7. September 2011

Die Eroberung Stockholms durch Kristian II.

Am 7. September 1520 wurde Stockholm vom dänischen König Kristian II. eingenommen. Dieses Ereignis ist bis heute einmalig, denn nie zuvor und nie danach war es einer fremden Armee gelungen in Stockholm einzuziehen. Nachdem Sten Sture der Jüngere kurz vor der Eroberung Stockholms im Kampf umgekommen war, verteidigte seine Frau Kristina Gyllenstierna die Stadt und übergab sie Kristian II. nur unter der Voraussetzung einer allgemeinen Amnestie, die schriftlich festgehalten wurde.

Als jedoch Kristian II. am 4. November 1520 zum König von Schweden gekrönt wurde, hatte er bereits andere Pläne und bat die Adeligen zu einem Krönungsfest am 8. November. Als die Gäste angekommen waren, wurden sämtliche Türen verschlossen und der neue König klagte alle, die am Widerstand beteiligt waren, des Verrates an. Allerdings berief er sich, wegen dem Amnestievertrag, darauf, dass sich die Beteiligten der Ketzerei schuldig gemacht hatten, also auf die Anklagen des Erzbischofs Gustav Trolle, der ein erbitterter Feind von Sten Sture war.

In den folgenden Tagen wurden während des sogenannten Stockholmer Blutbades mindestens 82 Personen hingerichtet, insbesondere jene, die die Politik von Sten Sture dem Jüngeren gestützt hatten. Kristina Gyllenstierna entkam zwar dem Tode, wurde jedoch gefangen genommen und erst 1524 wieder frei gelassen, ein Jahr nachdem Gustav Vasa in Stockholm eingezogen war. Die Ereignisse zu Beginn des 16. Jahrhunderts führten auch dazu, dass Gustav Vasa sich zum Ziel gemacht hatte die Macht der Kirche im Land zu brechen.

7. September 1450: Katarina Karlsdotter wird die Königin Schwedens
7. September 1620: Söderhamn wird zur Stadt erhoben

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Dienstag, 6. September 2011

Der Tod durch die Guillotine in Schweden

Am 6. September 1910 bestätigte der Oberste Gerichtshof Schwedens das Todesurteil gegen Johan Alfred Andersson Ander wegen eines Raubmords. Alfred Ander wurde damit der letzte Schwede, der hingerichtet wurde, obwohl die Todesstrafe in Schweden erst im Jahre 1921 abgeschafft wurde. Alfred Ander war auch der einzige Schwede, der durch die im Jahre 1906 aus Frankreich importierte Guillotine hingerichtet wurde, dem Exemplar, das man heute im Nordischen Museum in Stockholm sehen kann.

Alfred Ander wurde am 23. November des gleichen Jahres im Alter von 37 Jahren im Långholmens Gefängnis in Stockholm hingerichtet, nachdem ihn sämtliche gerichtliche Instanzen für schuldig erklärten, auch wenn er selbst die Tat abstritt. Zu diesem Urteil kam es jedoch sicherlich nicht nur wegen den erdrückenden Indizien, sondern auch, weil Alfred Ander bereits eine Karriere als Kleinkrimineller hinter sich hatte, zum Alkohol neigte, permanente Geldprobleme hatte und als gewalttätig galt. Der Mord passte daher zu seinem Werdegang.

Während eines Raubüberfalls auf die Wechselbank Ander Gerell in Stockholm raubte der Täter 5211 Kronen 27 Öre und misshandelte die Angestellte so stark, dass sie wenig später verstarb. Die Spur führte unmittelbar zu Alfred Ander, da man in seinem Hotelzimmer einen Koffer mit einem Teil des Geldes fand, das stark blutverschmiert war. Im Koffer lagen auch die Papiere von Alfred Ander und ein Foto von ihm. Anschließend konnte auch noch die Tatwaffe, eine Handwage, mit ihm in Verbindung gebracht werden, was schließlich zu seinem Todesurteil führte.

6. September 1815: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
6. September 1868: Axel Anders Teodor Hägerström, der Gründer der Uppsala-Schule

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. September 2011

Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Das Tortenwerfen gehört in Schweden zu den ältesten Traditionen, auch wenn dies früher mehr humoristisch als politisch gesehen werden musste. Allerdings wurden cremige Torten nicht nur von Clowns benutzt, sondern auch bei Auseinandersetzungen unter Nachbarn und selbst von Hofnarren, deren Rolle es war den König oder andere hochgestellte Personen einer vorübergehenden Lächerlichkeit auszusetzen. Heute ist das Tortenwerfen jedoch auch in Schweden oft ein politischer Ausdruck.

Am 5. September 2001 musste diese Erfahrung auch der schwedische König Carl XVI. Gustaf machen, als er gemeinsam mit seiner Frau das Vogelschutzgebiet auf Getterön bei Varberg besuchte. Gerade als der König wieder ins Auto steigen wollte, gelang es einem 16-jährigen, allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz, sich so weit dem König zu nähern, dass er diesem, vor den Augen von hunderten von Besuchern der Insel, eine Erdbeertorte direkt ins Gesicht werden konnte.

Als der 16-jährige unmittelbar nach der Tat von den Sicherheitskräften der Säpo überwältigt und auf den Boden gedrückt wurde, fragte ihn der König noch, ob er verletzt worden sei, was sowohl ironisch als auch ernst gemeint gewesen sein kann. Der Streich des Jugendlichen, der damit seine Meinung zur Monarchie in Schweden ausdrücken wollte, gehört mit zu den größten Verbrechen, die man in Schweden begehen kann und hätte mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe enden können. Die Richter zeigten sich jedoch milde, so dass er mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen davon kam.

5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
5. September 1987: Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere 

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Sonntag, 4. September 2011

Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert

Am 4. September 1563 eroberte die dänische Armee unter Fredrik II. die Festung an der Mündung des Göta Älv bei Göteborg, die auch als Schloss Älvborg bekannt ist, und nahm damit Schweden den einzigen schiffbaren Zugang zur Nordsee. Um den Dänen, die in großer Übermacht vor dem Schloss Älvsborg aufmarschiert waren, die Eroberung so schwer wie möglich zu machen, hatten die Schweden bereits beim Anmarsch des dänischen Heers die Ansiedlung zu Fuße der Festung abgebrannt und die Anwohner dazu gezwungen nach Nya Lödöse zu ziehen.

Die Burg Älvsborg wurde erstmals im Åholmstraktaten genannt und daher spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. Da es sich jedoch um ein Gebäude aus Holz handelte, kann man nicht sagen, ob es sich damals eher um ein bedeutenderes Wohnhaus, eine Festung oder bereits um eine Art Schloss handelte. Sicher ist jedoch, dass es sich um das vorgelagertste Gebäude des damaligen Südschweden handelte und die einzige Stelle am Göta Älv war, die auch mit größeren Booten angelaufen werden konnte.

Auch als Gustav II. Adolf ab 1619 Göteborg erbauen ließ und dem Ort 1621 die Stadtprivilegien verlieh, war Älvsborg weiterhin zum Schutze der schwedischen Meereszufahrt gedacht und wurde vollständig restauriert und verstärkt. Unter Königin Kristina von Schweden zeigte sich jedoch weiterhin die Anfälligkeit des Schlosses Älvborg, weshalb auf einer vorgelagerten Insel eine neue Festung gebaut wurde, die den Namen Nya Älvsborg erhielt. Vom ehemaligen Schloss besteht heute nur noch eine Ruine, die durch ein Dach von Verwitterungen geschützt wird.

4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens 

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Samstag, 3. September 2011

Schweden unterstützt das geplünderte Norwegen

Kaum ein Land wurde während des Zweiten Weltkrieges vom Nazideutschland, gerechnet im Verhältnis zur Einwohnerzahl, so geplündert wie Norwegen, das von Kriegsbeginn bis 1942 nur geben musste, obwohl das Land bereits unter den schwersten Hungersnöten des letzten Jahrhunderts leiden musste. Um wenigsten den Ärmsten in Norwegen Hilfe zu bringen, enstand 1942 die Svenska Norgehjälpen (schwedische Norwegenhilfe), die am 31. August 1942 gegründet wurde und bereits am 3. September des gleichen Jahres seine Hilfsaktionen und Speisungen aufnahm.

Die sogenannte Svenska Norgehjälpen bestand aus rund 30 ideellen, gewerkschaftlichen und politischen Gruppen, die in etwa 800 Lokalkomitees in ganz Schweden verbreitet waren und Norwegern Hilfe in Form von Kleidung, Haushaltsgeräten und Lebensmitteln schickten, wobei die schwedische Organisation auch von der norwegischen Exilregierung in London mit bedeutenden Summen unterstützt wurden. Gegen Kriegsende hatte Norwegen auf diese Weise insgesamt eine Unterstützung im Werte von rund 70 Millionen Kronen erhalten, was heute über einer Milliarde entsprechen würde.

Die Svenska Norgehjälpen wurde, vor allem ab 1943, als die schwedische Regierung und das Königshaus Deutschland nicht mehr unbedingt als Kriegssieger sahen, von allen linken und demokratischen Zeitungen des Landes unterstützt, wobei die Hilfsgruppen insbesondere dafür sorgten dass alle norwegischen Schüler morgens ein Frühstück bekamen. Die sogenannte „Svenskesuppen“ („Schwedensuppe“) wurden 1944 nicht nur täglich etwa 140.000 norwegischen Kindern garantiert, sondern auch zusätzlich an 40.000 Alleinstehenden und die ältesten Bewohner Norwegens ausgegeben.

3. September 1807: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
3. September 1925: Der schwedische Künstler Bengt Lindström 

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Freitag, 2. September 2011

Die Bomarsunds Festung auf Åland

Nachdem das finnische Åland nach dem Frieden von Fredrikshamn im Jahre 1809, an Russland fiel, begann das Zarenreich dort im Jahre 1832 mit dem Bau einer Festung, dem westlichsten Schutz des Zarenreiches. Noch bevor die Festung jedoch fertig war, wurde sie am 2. September 1854 während des Krimkrieges von französischen und englischen Truppen weitgehend zerstört, ein Ereignis, das auch dazu führte, das Åland anschließend als demilitarisierte Zone galt.

Die Bomarsunds Festung, die man heute nur noch in Form einer Ruine findet, war als 290 Meter lange, zweistöckige Festung geplant. Der Bau in halbzirkliger Form sollte 2500 russische Soldaten beherbergen und mit sechs Kanonentürmen verteidigt werden, die zur Zeit des französisch-englischen Angriffes mit 40 Kanonen bestückt waren. Bei der Eroberung am 2. September 1854 wurden die Türme und die Verteidigungsanlagen gesprengt, so dass man heute nur noch Mauerreste der Anlage sehen kann.

Bereits am 8. August 1854 hatte die englische Flotte, die eine französische Division an Bord hatte, in Åland angelegt und die Festung von drei Seiten gleichzeitig angegriffen. Insgesamt kämpften 12.000 französische Soldaten zu Land und 80 Kriegsschiffe zu See um die Bomarsunds Festung zu stürmen, die zu dieser Zeit gerade einmal von 2000 Mann verteidigt wurde. Nach der Eroberung wurden rund 1500 russische Gefangene auf die Insel Aix vor La Rochelle in Frankreich und 500 nach Lewes in England deportiert. Der Sieg auf Åland wurde von Frankreich als so bedeutendes Ereignis gesehen, dass er selbst am Triumpfbogen in Paris eingraviert wurde.

2.September 1925: Gunnar Nilsson, in Jazzkreisen bekannt als Siljabloo
2. September 1932: Johan August Gustafsson, der Bauern-Skultör aus Öland 

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Donnerstag, 1. September 2011

Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze

Am 1. September 1736 trat in Schweden das sogenannte Sveriges rikes lag (Gesetz des schwedischen Reiches) in Kraft, das die vorherigen Gesetze Kristofers landslag (Christophs Landesgesetz) von 1442 und das stadslagen (Stadtgesetz) von 1350 ersetzte. Bei dieser Gesetzessammlung aus dem Jahre 1736 handelt es sich um die bisher letzte bedeutende Gesetzesreform Schwedens, was bedeutet, dass noch die aktuellenGesetze auf diese Sammlung aufbauen, auch wenn die einzelnen Teile weitgehend aktualisiert wurden. Juristisch gesehen muss man dennoch sagen, dass die heutigen Gesetze heute 275 Jahre alt werden.

Aus den mittelalterlichen Gesetzen, die bis 1736 galten, wurde auch der Begriff balk (Kodex) in die neuen Gesetze übernommen, der für jeden Teil der Gesetzessammlung zum Oberbegriff wurde, zum Beispiel „Giftermålsbalken“ für die Gesetze, die die Ehe regeln oder „Byggningabalken“ für die Baugesetze. Wobei insbesondere zahlreiche Baugesetze nie geändert wurden und daher noch auf die Gesetzgebung von 1736 zurückgreifen.

Wenn man heute jedoch allgemein von Sveriges Rikes Lag spricht, so meint man oft die jährliche Ausgabe einer Rechtssammlung mit gleichem Namen in dem jeweils ein pensionierter Richter die wichtigsten Gesetze Schwedens veröffentlicht. Die erste Ausgabe dieses Buches geht auf das Jahr 1861 zurück, wobei diese Gesetzessammlung jedoch nur eingeschränkt als Rechtsbuch bezeichnet werden kann, da es eine inoffizielle Sammlung ist, die zwar im Alltag zur Information herangezogen werden kann, jedoch unvollständig ist und im Rechtsleben nicht bindend ist.

1. September 1625: Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung
1. September 1958: Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö 

Copyright: Herbert Kårlin