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Donnerstag, 4. Februar 2016

Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson

Als Nils Egerbrandt am 4. Februar 2005 im Alter von 78 Jahren starb, gehörte er zu den bedeutendsten Serienzeichnern Schwedens, der trotz zahlreicher Arbeiten, fast ausschließlich für seinen ewigen Soldaten 91:an Karlsson bekannt war, eine Figur, die er 1960 vom Gründer des Soldaten, Rudolf Petersson, übernommen hatte um sie rund 30 Jahre lang als schwedische Kultfigur zu erhalten, denn selbst jene Schweden die keine gezeichnete Serienzeitschrift lesen, kennen den Soldaten 91:an Karlsson, der trotz seiner Berühmtheit nie im Grad stieg.

Nils Egerbrandt war am 11. Mai 1926 in Högalid zur Welt gekommen und hatte bereits in seiner Jugend eine Neigung zum Zeichnen, die ihm vor allem von seinem älteren Bruder vermittelt wurde, der als Karikaturist arbeitete, aber auch von den zahlreichen Serienzeitschriften die Egerbrandt bereits als Kind verschlang. Da er jedoch der Zukunft als Zeichner kritisch gegenüberstand, machte Egerbrandt eine Ausbildung als Typograph und begann in der Freizeit an der Serie Mickel och Mackel zu arbeiten, die zwar 1950 veröffentlicht wurde, jedoch keinerlei Erfolg hatte. Zwei Jahre später wurde die Serie über den Eskimojungen Olli veröffentlicht, die dem Künstler den Umstieg ins das Lager der professionellen Serienzeichner ermöglichte, denn gleich mehrere Zeitschriften im In- und Ausland waren von seinen Zeichnungen, seinem Humor und den Erzählungen begeistert und kauften Olli ein.

Als Nils Egerbrandt im Jahre 1960 die Geschichten des Rekruten 91:an Karlsson fortsetzen sollte, zeigte sich dies als Herausforderung, denn nun sollte der Künstler plötzlich im Stil von Petersson arbeiten, da die Leser sich an die Ursprungsfigur gewöhnt hatten. In den ersten Ausgaben der Zeitschrift gelang Egerbrandt die Anpassung der Figur an seinen Vorgänger halbwegs, aber mit der Zeit verlieh er dem Soldaten dann doch seine persönlichen Züge. In den 60er Jahren war Egerbrandt voll mit dem Zeichnen für die Zeitschrift 91:an beschäftigt, da er mit der Zeit auch andere Serien dafür zeichnen und schreiben sollte. Erst in den 70er Jahren bekam der Künstler dann, durch Gunnar Persson, eine wertvolle Hilfe. Auch wenn Egerbrandt in den 90er Jahren die Arbeit am Soldaten 91:an Karlsson anderen Zeichnern übergab, so zeichnete er noch bis zu seinem Tod die Titelseite der Weihnachtsausgabe von 91:an.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Juli 2012

Elov Persson und Familie Kronblom

Am 10. Juli 1894 wurde Elov Persson in Höstbo geboren, ein Serienzeichner, der im Jahre 1924 mit ”Kaspersson” die ersten Erfolge hatte und ab der ersten Veröffentlichung der Familie Kronblom am 17. Juli 1927 in der Wochenzeitschrift „Allt för Alla“ einen enormen Durchbruch hatte und bisher drei Generationen dazu bringt die ursprünglichen Figuren aufrecht au halten, denn Herr Kronblom wurde zu einer gezeichneten Kultfigur Schwedens der bisher knapp 10.000 Seiten an Zeichenpapier füllte.

Dass Elov Persson allerdings mit Serienzeichnungen sein Geld verdienen sollte und dabei auch noch berühmt wurde, war allerdings nicht einmal im Traum des Zeichners möglich, denn in der Schule hatte er im Zeichnen schlechte Noten, weil seine Neigung zur Karikatur bereits in diesem Alter durchbrach. Nach der siebten Klasse begann die körperliche Arbeit im Sägewerk, in der Ziegelfabrik, als Waldarbeiter und Elov hatte nur am Abend etwas Zeit zum Zeichnen. Von einer Ausbildung als Zeichner an einer Kunsthochschule wagte Elov Persson daher nicht einmal zu träumen. Erst als er als Fabrikarbeiter in Gävle arbeitete, hatte er etwas mehr Freizeit und wage er sich an einen Fernkurs zum Reklamezeichner, den er allerdings nie abschloss.

Elov Persson fühlte seine Personen nur in Karikaturen und Zeichnungen von Serien, was ihn schließlich zu seiner wichtigsten Figur führte, zu Kronblom. Kronblum ist ein Mann in den Vierzigern, der sein Leben überwiegend auf dem Sofa verbringt, was seine Frau Malin weniger begeistert und die Schwiegermutter Agata geradezu zur Weißglut bringt. Dieses gespannte Verhältnis zur Schwiegermutter bringt Kronblom in Bewegung, denn um sie los zu werden, ist ihm keine Mühe zuviel. Den Erlebnissen der Familie Kronblom und anderer Figuren kann man heute in der Serienzeitschrift 91:an und der Wochenzeitschrift Allers folgen.


10. Juli 1877: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen 
10. Juli 1970: Der Weg der schwedischen Sängerin Helen Sjöholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. April 2012

Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Am 17. April 1970 starb Rudolf Petersson im Alter von knapp 74 Jahren in Enhörna, ein Zeichner, der bereits mit 17 Jahren seine ersten Karikaturen veröffentlichte, noch bevor er von 1915 bis 1918 die Kunsthochschule Valand in Göteborg besuchte. Auch wenn er sich bei Valand vor allem auf eine Karriere als Maler vorbereitete, so sollte Petersson nie als Maler bekannt werden, sondern als Zeichner von Comic-Serien und Karikaturen.

Seine wahre praktische Ausbildung als Zeichner machte Rudolf Petersson in den USA, wohin er 1921 auswanderte um einem Studienkamerad von Valand zu folgen. Um sich zu versorgen, arbeitete Petersson als Illustrator für verschiedene Zeitungen, bis er seine Frau kennenlernte und 1931 mit ihr nach Schweden zurückkehrte. Auch wenn Rudolf Petersson dann auch im Heimatland nahezu unmittelbar Erfolg hatte, so blieb er den USA eng verbunden und arbeitete von 1936 bis 1939 für Walt Disney, wo er vor allem an den Filmen „Schneewittchen“ und „Pinocchio“ mitarbeitete.

In Schweden entwickelte Rudolf Petersson dann eine Figur, die in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt wurde, nämlich den Rekruten 91:an. Auch wenn der Künstler nie sagen wollte welche Personen er als Vorlage für seine Personen nahm, so gab er zu, dass er dabei von seiner eigenen Wehrzeit in Halland inspiriert worden war. Petersson arbeitete bis zum Tode seiner Frau im Jahre 1959 am Rekruten 91:an, bevor er dann die Aufgabe anderen Zeichnern übergab. In dieser Zeit begannen auch seine Alkoholprobleme und er zog sich ganz von der Gesellschaft zurück. 1966 war Rudolf Petersson der erste, der von der Svenska Serieakademin mit der Adamssonstatuette ausgezeichnet wurde.

17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik 

Copyright: Herbert Kårlin