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Dienstag, 17. April 2012

Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Am 17. April 1970 starb Rudolf Petersson im Alter von knapp 74 Jahren in Enhörna, ein Zeichner, der bereits mit 17 Jahren seine ersten Karikaturen veröffentlichte, noch bevor er von 1915 bis 1918 die Kunsthochschule Valand in Göteborg besuchte. Auch wenn er sich bei Valand vor allem auf eine Karriere als Maler vorbereitete, so sollte Petersson nie als Maler bekannt werden, sondern als Zeichner von Comic-Serien und Karikaturen.

Seine wahre praktische Ausbildung als Zeichner machte Rudolf Petersson in den USA, wohin er 1921 auswanderte um einem Studienkamerad von Valand zu folgen. Um sich zu versorgen, arbeitete Petersson als Illustrator für verschiedene Zeitungen, bis er seine Frau kennenlernte und 1931 mit ihr nach Schweden zurückkehrte. Auch wenn Rudolf Petersson dann auch im Heimatland nahezu unmittelbar Erfolg hatte, so blieb er den USA eng verbunden und arbeitete von 1936 bis 1939 für Walt Disney, wo er vor allem an den Filmen „Schneewittchen“ und „Pinocchio“ mitarbeitete.

In Schweden entwickelte Rudolf Petersson dann eine Figur, die in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt wurde, nämlich den Rekruten 91:an. Auch wenn der Künstler nie sagen wollte welche Personen er als Vorlage für seine Personen nahm, so gab er zu, dass er dabei von seiner eigenen Wehrzeit in Halland inspiriert worden war. Petersson arbeitete bis zum Tode seiner Frau im Jahre 1959 am Rekruten 91:an, bevor er dann die Aufgabe anderen Zeichnern übergab. In dieser Zeit begannen auch seine Alkoholprobleme und er zog sich ganz von der Gesellschaft zurück. 1966 war Rudolf Petersson der erste, der von der Svenska Serieakademin mit der Adamssonstatuette ausgezeichnet wurde.

17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. März 2012

Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Joakim Lindengren wurde am 28. März 1962 in Göteborg geboren, der Stadt, in die er nach einer Jugend in Upplands-Bro und einem Studium am Konstfack in Stockholm wieder zurückkehrte und wo er seit einigen Jahren, unter anderem, als Serienzeichner für die Monatszeitschrift Faktum tätig ist, die in Göteborg von Obdachlosen verkauft wird und als bedeutendes Reintegrationsprojekt der Stadt gilt.

Joakim Lindengren begann seine Karriere als Serienzeichner im Jahre 1982, als er drei Seiten in Svenska Serier unterbringen konnte. Allerdings dauerte es dann weitere vier Jahre bis Comics und Cartoons zu zeichnen zu seinem Beruf wurde, denn erst ab 1986 konnte er sich in Pox, Elixir und Galago etablieren, wo er schnell einen treuen Leserkreis fand, da er der erste Comiczeichner Schwedens war, der es wagte in seinen Zeichnungen kindlichen Humor auf respektlose Weise erwachsenen Leser zu bieten. Dies verhinderte zwar, dass seine Werke zu Beginn in Bibliotheken zu finden waren, dafür wuchs jedoch die Schicht seiner Fans.

Seinen wahren Durchbruch gewann Joakim Lindengren dann jedoch mit Kapten Stofil, einem Comic, den er seit 1999, gemeinsam mit David Nessle und Martin Kristenson, im Selbstverlag produzierte. Obwohl diese Serie, deren Doppelnummer 39/40 zur Buchmesse 2012 in Göteborg erschien, eine treue Leserschicht hatte, stellte sie Joakim Lindengren mit der Nummer 39/40 ein, da sie während der 13 Jahre seiner Existenz gerade einmal die Kosten decken konnte, aber einen hohen regelmäßigen Einsatz forderte. Außer Kapten Stofil und den regelmäßigen Arbeiten bei Faktum veröffentlichte Joakim Lindengren bisher 18 Comicalben und fünf Kinderbücher.

28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Dezember 2011

Martin Kellerman und der Hund Rocky

Am 24. Dezember 1973 wurde in Växjö Martin Kellerman geboren, einer der bekanntesten schwedischen Comiczeichnern der Gegenwart, dessen Werke allerdings bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Die bekannteste Figur Martin Kellermans ist der Hund Rocky, unter dem der Zeichner seine Selbstbiografie in Comicform präsentiert. Aber bereits als 13-Jähriger begann Martin Kellerman Comicstrips zu zeichnen und zu verkaufen. Der Weg zum Hund Rocky dauerte allerdings dann noch weitere zwölf Jahre.

Rocky wurde im Jahre 1998 geboren, als Martin Kellerman, der zu jener Zeit in Stockholm wohnte, von seiner Freundin verlassen wurde, seinen Job als Zeichner in einer Pornozeitschrift verloren hatte und auch noch aus seiner Wohnung gefeuert wurde, die er als Untermieter bewohnt hatte. Er zog zu seinen Eltern und, um seine Depression besser zu verkraften, begann er einen depressiven Hund zu schaffen, der eben erst verlassen worden war, sein Heim verloren hatte und ohne Job auf der Straße stand. Zum ersten Mal in seinem Leben spürte Kellerman dabei, dass er etwas sinnvoller geleistet hatte.

Bereits ein Jahr später erhielt Martin Kellerman für seinen Rocky den PEN's Bernpreis für die besten Schilderungen Stockholms und ein Jahr später den „Urhunden“, den höchsten Preis für das beste schwedische Album und seine Treffsicherheit des Großstadtmilieus. Von diesem Zeitpunkt an war der Erfolg Rocky's nicht mehr aufzuhalten. Heute gibt es eine Comiczeitschrift mit Rocky als Hauptfigur, 20 Alben mit den Erfolgsserien des Hundes, Kalender, zwei Weihnachtsalben, eine Theaterstück und unzählige weitere Produkte, die an Rocky erinnern. Seit Martin Kellerman im Jahre 2011 nach Västerås umzog, nimmt Rocky nun neue Züge an, entsprechend dem Autor.

24. Dezember: Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden
24. Dezember 1643: Israel Kolmodin und der bekannteste Psalm Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens

Obwohl Rune Andréasson erst am 15. Dezember 1999 starb, ist der Comiczeichner kaum mit seinem Namen bekannt, im Gegensatz zu seinem Bären, den er im Jahre 1966 mit einem ersten Schwarzweiß-Film zum Leben erweckte. Bei diesem Braunbären handelt es sich um keinen geringeren als Bamse, der in sechzehn Filmen die Hauptrolle spielt und in über 500 Comicheften den Ton angibt. Auch wenn kaum jemand weiß, wer Rune Andréasson ist, so wissen alle Schweden wer Bamse ist.

Rune Andréasson, der Schöpfer des stärksten Bären der Welt, entdeckte seine Neigung für Comicwesen sehr früh, denn bereits als Zwölfjähriger veröffentlichte er seine ersten Serien in der Göteborgs-Tidningen und mit 18 schuf er den Vorläufer für Bamse unter dem Namen Brum, Serien, die erst in Allers Familj-Journal veröffentlicht wurden und später in zahlreichen Zeitschriften Schwedens. Ab 1945 zeichnete Rune Andréasson auch die Serie „Åsnan Kal från Slottsskogen“ für die Göteborgs-Posten, ein lokales Märchenfeuilleton, das im Göteborger Schlosswald spielt.

Seine Figur Brum entwickelte Rune Andréasson immer weiter, bis er 1958 Teddy entstehen ließ, einen Bär, der bereits zum TV-Helden des schwedischen Fernsehens wurde. Auch Teddy entwickelte sich im Laufe der Jahre und machte dann 1965 dem legendären Bamse Platz, der dann nicht nur ein Kinoheld wurde, sondern auch der Beginn einer Comiczeitschrift, die noch heute existiert. Da die Filmarbeit jedoch sehr viel Zeit in Anspruch nahm, beschäftigte Rune Andréasson ab 1976 den spanischen Ghost-Zeichner Francisco Tora und ab 1983 den Malmöer Bo Michanek. Erst 1990, als er die Filmarbeit ruhen ließ, arbeitete er wieder selbst an den Zeichnungen Bamses und setzte seine Energie in „Bamses Värld“ im Kolmårdens Tierpark, wo Bamse in seiner eigenen Welt für immer weiterleben wird.

15. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Dezember 1994: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 28. November 2011

Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens

Am 28. November 1906 beging der schwedische Comiczeichner Oskar Andersson auf der Insel Ekerö Selbstmord. Oskar Andersson gilt als der erste Comiczeichner Schwedens, wobei viele seiner Zeichnungen bis heute aktuell geblieben sind und noch heute in regelmäßigen Abständen in Buchform erscheinen. Während seiner letzten Lebensjahre schuf Oskar Andersson, der seine Werke grundsätzlich nur mit OA zeichnete, seine beiden bekanntesten Serien, nämlich „Mannen som gör vad som faller honom in“ und „Hur ett barn ser världen“.

Oskar Andersson begann mit 13 Jahren in der Münzprägerei zu arbeiten, was ihm sehr wenig zusagte, so dass er bereits zwei Jahre später die Technische Schule besuchte und einige Jahre später die Högre Konstindustrielle Schule, wo er sich mit gewissem Erfolg zum Möbelzeichner ausbildete. Als er jedoch in diesen Jahren die Werke amerikanischer Comiczeichner entdeckte, lernte er in Abendkursen Zeichnen und begann diese Zeichenform auf die schwedische Gesellschaft anzupassen und veröffentlichte sehr bald seine Werke in der Sonntagszeitung Söndags-Nisse. Ab 1897 begann Oskar Andersson dann hauptberuflich als Comiczeichner bei Strix und Hazze Z zu arbeiten.

Während der Arbeit an seinen letzten beiden Sammlungen wurde Oskar Andersson immer menschenscheuer, schwermütig und war häufig deprimiert, wobei er im seinem letzten Lebensjahr auch sehr häufig legendäre spontane Wutausbrüche hatte. Als er dann im Herbst 1906 für eine Zeitung Zeichnungen zu einer Wehrübung machen sollte, bei der neue Waffen ausprobiert wurden, hatte er einen Nervenzusammenbruch. Da seine Eltern befürchteten, dass er diese Erlebnisse nicht verkraften würde, beobachteten sie ihren Sohn nahezu rund um die Uhr, konnten jedoch den Selbstmord nicht verhindern.

28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1972: Die deutsch-schwedische Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha


Copyright: Herbert Kårlin