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Freitag, 24. Oktober 2014

Jacob Gadolin, Wissenschaftler, Bischof und Politiker

Jacob Gadolin wurd em 24. Oktober 1719 in Strängnäs geboren, dem Ort, an dem seine finnlandschwedischen Eltern um diese Zeit Zuflucht gesucht hatten. Im Jahre 1736 schrieb sich Gadolin an der heute finnischen Universität Åbo (Turku) ein um, wie sein Vater, die Laufbahn eines Priesters zu wählen. Allerdings zeigte sich sehr bald dass Gadolins Neigung weniger die Theologie war, sondern vielmehr die Mathematik, die der Student dann neben der Philosophie studierte. Als Åbo erneut in Kriegshandlungen verstrickt wurde, wechselte Jacob Gadolin zur Universität in Uppsala und unternahm, unter anderem unter Anders Celsius, Studien der Astronomie.

Zurück in Åbo ging die wissenschaftliche Laufbahn von Jacob Gadolin rapide nach oben, denn 1745 wurde er Dozent in Mathematik, acht Jahre später war er Professor in Physik und 1762 wurde er zum Professor in Theologie ernannt, was letztendlich auch dazu führte, dass Gadolin 1788 zum Bischof im Stift Åbo wurde, zumal der Wissenschaftler bereits seit 1755 als Vertreter des Priesterstandes im Reichstag aktiv war und damit die Interessen der Kirche verteidigte. Für Gadolin war, wie zu jener Zeit üblich, die Grenze zwischen Wissenschaft und Religion nicht existent und die Kirche steuerte maßgeblich die Politik des Landes.

Als Wissenschaftler war Jacob Gadolin extrem aktiv, denn während seiner Zeit an der Universität veröffentlichte er nicht weniger als 43 wissenschaftliche Schriften  und erreichte zudem, dass in Åbo Astronomie als eigenes Fach anerkannt wurde. Als Politiker wiederum machte ihm seine etwas unklare Stellungsnahme mehrmals zu schaffen, denn obwohl er offiziell zu den Anhängern von Gustav III. gehörte, wurde er 1772 von diesem kurz festgenommen, da er in seinen Reden Kritik am Staatssystem geäußert hatte. In Wirklichkeit wollte Gadolin jedoch nur jeden Konflikt vermeiden, hatte jedoch kein diplomatisches Gespür bei seinen Reden.


24. Oktober 1746: Die vielseitige Karriere des Eric Ruuth
24. Oktober 1858: Die schwedische Hofdame Ebba Munck af Fulkila
24. Oktober 1998: Der Datenschutz in Schweden
24. Oktober 2004: Der Södra Länken in Stockholm und der Stadtverkehr
24. Oktober 2011: Das Flößermuseum Siljansfors bei Mora

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 11. Juli 2014

Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft

Johan Gottschalk Wallerius kam am 11. Juli 1709 als Sohn eines Prosten in Närke zur Welt und verfügte daher bereits sehr früh über einen Privatunterricht zu Hause, der ihn auf das Gymnasium in Strängnäs vorbereitete. Mit 16 Jahren schrieb sich Wallerius dann an der Universität Uppsala ein und begann dort, unter anderem unter Anders Celsius und Nils Rosén, ein Studium in Mathematik, Physik und Medizin. Während er sein Studium in Uppsala mit einem Magister in Philosophie abschloss, setzte er sein Medizinstudium an der Universität Lund fort und erwarb dort im Jahre 1735 seinen Doktorgrad.

Johan Gottschalk Wallerius kehrte nach seinem Aufenthalt in Lund nach Uppsala zurück und erhielt dort, nach mehreren Jahren als Adjunkt in Medizin, im Jahre 1750 den neu eingerichteten Lehrstuhl für Chemie und Mineralogie übertragen, wodurch Wallerius zum ersten schwedischen Professor in Chemie wurde, einer Tätigkeit, der er immer mehr Zeit widmete und sein wahres Interesse fand. Während Wallerius in Mineralogie allerdings vor allem sämtliches existierendes Material suchte um dann ein aktuelles Standartwerk über Mineralogie zu schreiben, erregten seine Arbeiten in Chemie in ganz Europa Aufsehen.

Allerdings widmete sich Johan Gottschalk Wallerius auch hier nicht den großen Entdeckungen des Jahrhunderts, sondern beschäftigte sich mit der Bedeutung der Chemie in der Landwirtschaft und wollte die Chemie von der theoretischen Lehre zu einer praktischen Anwendung führen. Wallerius kann daher als der Gründer der Landwitrtschaftschemie betrachtet werden, denn er untersuchte die Fähigkeit der Assimilation der Gewächse, beschrieb den Einfluss von Wärme, Luft und Feuchtigkeit auf das Wachstum von Pflanzen und er untersuchte die Bodenbeschaffenheit in Hinblick auf das Wachstum landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Die Erkenntnisse Wallerius gelten auch heute noch, auch wenn man seinen Namen nur noch selten nennt. Der Wissenschaftler starb am 16. November 1785 im Alter von 76 Jahren in Uppsala.


11. Juli 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juli 1927: Dénis Lindbohm und die Science Fiction Bewegung in Schweden
11. Juli 1942: Der Untergang der M/S Luleå
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist, ein Kämpfer für die Freiheit
11. Juli 1979: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. April 2014

Der schwedische Astronom Olof Hjorter

Als Olof Hjorter am 25. April 1750 in Uppsala starb, war er einer der bedeutendsten Astronomen Schwedens und hatte, unter anderem, die Grundlage für die Landvermessung Schwedens gelegt und mehrere astronomischen Ereignisse des Landes beschrieben. Und dennoch gelang es Hjorter nicht auf internationalem Niveau anerkannt zu werden, vermutlich, weil immer der Schatten des Astronomen Anders Celsius über ihm lag, einem Wissenschaftler, mit dem Hjorter sehr intensiv zusammenarbeitete.

Olof Hjorter, der 1696 im Jämtland geboren wurde, hatte nach seiner Hochschulreife in Härnösand ein Studium der Astronomie an der Universität Uppsala begonnen, das er jedoch bereits zwei Jahre später wegen Geldmangel abbrechen musste. Aber auch wenn sich Hjorter anschließend als Privatlehrer bei adeligen Familien des Landes verdingen musste, so setzte er seine astronomischen Studien privat fort. Jean de Geer blieb diese Neigung nicht unbekannt und als die Familie dann von 1723 bis 1727 nach Holland ging, ermöglichte es de Greer dem Amateurastronomen in Utrecht sein Studium am dortigen Observatorium fortzusetzen.

Zurück in Schweden wurde Olof Hjorter nach relativ kurzer Zeit von Axel Oxenstierna auf Tidö als Privatastronom angestellt, der ihm auch riet nach Uppsala zurückzukehren. Dort wurde Hjorter ohne je ein astronomisches Studium abgeschlossen zu haben, unmittelbar Dozent in seinem Fach und vertrat Anders Celsius während einer fünfjährigen Auslandsreise als Professor. Auf Grund seiner Leistungen wurde Olof Hjorter im Jahre 1746 Observator am Observatorium in Uppsala. Die größten Leistungen Hjorters lagen in der Berechnung der Polhöhen mehrerer schwedischer Orte, seine Sonnen- und Mondtabellen und er beschrieb, gemeinsam mit Celsius, erstmals einen Kometen über Schweden und erklärte, ebenfalls mit Celsius, die Einwirkung des Nordlichte auf die Kompassnadel.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala 
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens 
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau 
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA 
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. April 2012

Anders Celsius und die Celsius-Skala

Am 25. April 1744 starb Anders Celsius in Uppsala, seinem Heimatort, wo er auch lange Jahre als Professor tätig war. Bekannt wurde Anders Celsius auf Grund seiner Celsius-Skala, auch wenn der Wissenschaftler damals den Gefrierpunkt auf 100 Grad festlegte und den Siedepunkt auf Null Grad, was später umgedreht wurde. Celsius hatte bereits damals festgestellt, dass der Siedepunkt auch vom Luftdruck abhängt, weshalb er darauf hinwies, dass dies bei der Herstellung eines Thermometers berücksichtigt werden muss.

Aber auch wenn Anders Celsius, der am 27. November 1701 geboren worden war, mit einer Maßeinheit, die nach ihm benannt wurde, bekannt wurde, so war er im Grunde nicht in der Physik tätig, sondern er beschäftigte sich, wie nahezu alle seine Vorfahren, mit der Astronomie. Anders war jedoch, im Gegensatz zu den anderen schwedischen Wissenschaftlern seiner Zeit, der Meinung, dass man Wissen nur durch eine internationale Zusammenarbeit gewinnen kann und schuf deswegen geradezu ein Netz unter Astronomen, wobei er auch selbst fünf Jahre lang im Ausland forschte, da ihm die Möglichkeiten innerhalb Schwedens zu begrenzt schienen.

Obwohl über die Leistungen von Anders Celsius in der Astronomie relativ wenig gesprochen wird, so machte er für seine Zeit bahnbrechende Entdeckungen. Er entwickelte eine Methode, die es erlaubte den Anstand von Sonne und Erde genauer bestimmen, er bewies durch Messungen, dass die Erde am Pol flacher wird und er erstaunte die Welt mit seinen Beobachtungen des Nordlichts, eine Arbeit, die er zusammen mit dem Astronomen Olof Hjorter vorlegte. Anders Celsius gehörte auch zu den wenigen Forschern, denen der Papst seine Archive für Forschungszwecke öffnete, was zu neuen Erkenntnissen zur Stärke des Sonnenlichtes verhalf.


25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin