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Freitag, 29. Januar 2016

Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen

Am 29. Januar 1981 fällt der Oberste Gerichtshof Schwedens ein Urteil das das Recht der Samen im sogenannten Skattefjället eindeutig regelt, also das Berggebiet über das die Samen bis Mitte des 19. Jahrhunderts, gegen Zahlung einer Steuer (skatt), verfügten. Das Urteil war nötig geworden da die Meinung der Samendörfer und der zugezogenen Bevölkerung hinsichtlich des Weiderechts für Rene, des Fischfangs und der Jagd immer weiter auseinander gingen, was auch regelmäßig zu Konflikten führte.

Die Grundfrage bei sämtlichen Verhandlungen, die schließlich beim Obersten Gerichtshof landete, war, ob die Samen in den ihnen vom Staat zugewiesenen Gebieten im Jämtland ein Nutzungsrecht besitzen oder ob ihnen das Gebiet tatsächlich gehört, eine Frage, die im Grunde nicht geklärt werden kann, denn die Samen gehen bei ihren Argumenten von einer Situation aus, die im 17. Jahrhundert und weit zurück in der Zeit liegt und der schwedische Staat geht von aktuellen Gesetzen aus an denen Samen nicht mitwirken durften und die erst nach der Besiedlung des Landes der Samen entstanden.

Der Ausgang der Verhandlung war daher vorauszusehen, denn der Oberste Gerichtshof stellte fest, dass die Samen lediglich ein Nutzungsrecht des staatlichen Gebirges hätten und zwar als gemeinsames Volk. Das Urteil ist dem Grundgesetz gleichzustellen und beeinflusste dadurch sehr viele Urteile der letzten Jahrzehnte, denn auch wenn die Samen das Land nicht besitzen, so dürfen sie es in aller Zukunft als Weideland nutzen. Da der Oberste Gerichtshof jedoch nicht entschied ob diese Rechte sich nur auf das Weiden der Rene beziehen oder auch auf den Fischfang und die Jagd, gehen die Probleme in den Gebieten der Samen weiter, nicht zuletzt deswegen, weil immer mehr touristische Unternehmen einen Nutzungsanspruch stellen und nicht davor zögern den Samen alte Rechte zu nehmen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. September 2012

Großbrände in Gävle

Durch die Lage am Meer war Gävle, wie jede Stadt an der Küste, im Laufe der Geschichte immer wieder Angriffen ausgeliefert, aber entkam dabei selbst dem Brandschatzen der russischen Armee im Jahre 1719, als zahlreiche der Städte an der Ostsee Opfer der Flammen wurden. Weitaus weniger glücklich war die Stadt jedoch mit Bränden, die wegen Unachtsamkeit im Ort selbst ausbrachen und dabei mehrmals Gävle nahezu dem Erdboden gleich machten.

Einer der fünf überlieferten Großbrände in Gävle brach am 20. September 1776 gegen vier Uhr Nachmittag im Dachstuhl eines Wohnhauses aus und griff auch auf das Nachbarhaus über. Im Grunde war dieser Brand relativ harmlos, aber zum einen herrschte an diesem Freitag ein sehr starker Wind, der die Gefahr erhöhte und zum anderen war die Mehrheit der Bewohner beim Fischfang, so dass nicht genügend Kräfte zum Löschen vorhanden waren. Dieser Umstand führte dazu, dass insgesamt 156 Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Auch wenn dieser Brand am 20. September nicht der größte Brand war von dem die Stadt heimgesucht wurde, so hat er jedoch das Bild Gävles am meisten verändert, da man die Stadt nicht mehr im alten Stil aufbaute, sondern das Stadtbild neu plante, was zum heutigen Straßennetz der Innenstadt führte. Außerdem wurde nach dem Brand, im Auftrag von Gustav III., das heutige Rathaus vom Architekten Carl Fredrik Adelcrantz gebaut, das mit seinem rokoko-klassischem Stil den Rathausplatz dominiert. Allerdings wurden Teile des Gebäudes nach einem weiteren Brand im Jahre 1869, als das Rathaus beschädigt wurde, nochmals in einigen Details verändert.


20. September 1396: Der Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Juli 2011

Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention

Am 21. Juli 1959 trafen sich Großbritannien, Österreich, Dänemark, Norwegen, Schweiz, Portugal und Schweden in Stockholm um über eine gemeinsame Freihandelszone zu verhandeln, die dann am 4. Januar 1960 unterzeichnet wurde und am 3. Mai 1960 in Kraft trat. Durch die sogenannte Stockholmer Konvention wurde hierdurch die EFTA gebildet, die ein Gegenpol zur EU bildete und in ihren Forderungen den Ländern eine weitaus größere Freiheit ließ als die Europäische Union. Auch Fischfang und Landwirtschaft wurden von der Freihandelszone ausgenommen, da hier die einzelnen Länder völlig andere Ziele verfolgten.Das Hauptziel der EFTA war der stufenweise Abbau der Zölle innerhalb der Freihandelszone, der freie Handel zwischen den Ländern und der Ausbau der gemeinsamen Handelsbeziehungen. Mit anderen Worten, die EFTA wollte durch ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum, die Steigerung der Produktivität und Vollbeschäftigung den Lebensstandart der Bewohner der Mitgliedsländer steigern, ohne dass die Länder jedoch die engen Bindungen eingehen mussten, die die Europäische Union von ihren Mitgliedern forderte.Auch wenn die EFTA in vielen Punkten ihre Ziele erreichte, so schlossen sich dennoch immer mehr Länder der Europäischen Union an, auch wenn sie zum Teil große Bedenken gegen die hochgesteckten Ziele der EU hatten, die die Rechte der Mitgliedsländer erheblich einschränkten. Dennoch konnte Europa, trotz mehrerer Versuche, die EFTA bis heute nicht auflösen, auch wenn deren Reichweite heute gering ist. Gegenwärtig sind nur noch Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz Mitglied der EFTA, wobei jedes der Länder jedoch auch Abkommen mit der EU einging.

21. Juli 1878: Das Segelschiff Vega und die Entdeckung der Nordostpassage
21. Juli 1980: Die erste Frau bei der schwedischen Luftwaffe 
Copyright: Herbert Kårlin