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Mittwoch, 17. April 2019

Der Politiker Graf Gustaf Bonde

Gustaf Bonde kam am 17. Aril 1682 als Sohn eines Gerichtspräsidenten in Stockholm zur Welt und studierte ab 1695 erst an der Universität Åbo (Turku), bis er 1702 an die Universität Tübingen wechselte und dort sein Jurastudium beendete. Zwischen 1703 und 1705 unternahm Bonde eine ausgedehnte Studienreise durch Österreich, Italien, Frankreich und die Niederlande, um anschließend bei der Witwenkönigin Hedvig Eleonora als Kammerherr angestellt zu werden, einen Dienst, den Bonde rund zehn Jahre lang behalten sollte.

Im Jahr 1710 begann Gustaf Bonde dann eine politische Karriere, die allerdings dadurch geprägt war, dass er keinerlei Verantwortung übernehmen wollte und sich gegen alle Neuerungen wehrte, was ihm das Vertrauen in den Kreisen um den König brachte, da er dadurch auch die absolute Macht des Königs nicht in Frage setzte. Seine zögernde Haltung in politischen Fragen half Bonde zwar dazu nicht in Ungnade zu fallen, aber verzögerte auch seinen Aufstieg, der erst ab 1726 einsetzte, als Bonde sich der engen Gruppe um Arvid Horn anschloss und damit über diesen auch Zugang zu ausschlaggebenden Ämtern bekam.

Neben seinen politischen Tätigkeiten war Gustaf Bonde auch der Vorsitzende der Sicklakommission, einer konservativen religiösen Vereinigung von Pietisten, die nicht unbedingt den Werten der Staatsreligion entsprach. In diesem Rahmen betätigte sich Gustaf Bonde, der am 5. Dezember 1764 starb, auch als Schriftsteller und verfasste mehrere historische und naturwissenschaftliche Werke, allerdings im Sinne des Götizismus, der das klassische Heldentum in den Vordergrund stellte. Seine Werke kreisen daher teilweise um altnordische Könige, deren Existenz heute als extrem unwahrscheinlich eingestuft wird und die auch in der Zeit Gustaf Bondes stark angezweifelt wurden.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1840: Der Regisseur und Theaterdirektor Axel Bosin
17. April 1868: Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Mai 2013

Gustaf Bonde, ein Gegner der schwedischen Kriege

Als Gustaf Bonde am 25. Mai 1667 im Alter von 47 Jahren auf der Rückreise nach Schweden starb, hatte er ein Leben lang dafür gearbeitet die Schulden Schwedens zu reduzieren und das Land damit intern zu stärken, auch wenn er selbst zu jener Schicht gehörte, die davon überzeugt war, dass Adel und Regierung eng verknüpft sind und er sich daher mit seinen Sparmaßnahmen im eigenen Kreis sehr unbeliebt machte. Zufrieden zeigte sich eigentlich nur der König, da dieser gerade einen Finanzmann haben wollte, der die Überschuldung des Landes stoppte.

Historisch gesehen war Gustaf Bunde als „Finanzminister“ in drei Punkten von größter Bedeutung für Schweden, denn als er nach der Thronbesteigung von Karl X. Gustav die Finanzen Schwedens regeln sollte, war er bereits gut darauf vorbereitet, da er sich schon unter Königin Kristina intensiv mit der Staatsfinanzierung beschäftigt hatte. Sein erster Schritt war daher den Verkauf von königlichen Gütern aufzuhalten und gleichzeitig Schenkungen und Stiftungen zu stoppen, da beides bisher sehr großzügig geschah und damit das Staatskapital bedeutend schrumpfen ließen.

Während Gustaf Bonde mit der ersten Maßnahme zwar dem Adel die Einkünfte etwas beschnitt, was bereits mit Unwillen gesehen wurde, brachte ihm die zweite Methode die Feindschaft von Magnus Gabriel De la Gardie ein, denn Bonde wollte die schwedischen Kriege nicht weiterhin stützen und reduzierte die Ausgaben für den Krieg gegen Bremen bedeutend, bremste dadurch das Großmachtdenken von De la Gardie, wodurch selbst seine dritte Änderung nur noch einen schwachen Widerstand fand, denn Bonde sorgte dafür, dass Kupfergeld abgeschafft und von Silbergeld ersetzt wurde. Parallel dazu wurde die erste Bank Schwedens gegründet und Bonde hatte die Idee, dass die höheren Stände und die Verwaltung Stockholms als Garantie für die Palmstruchska Bank eintreten sollten, nicht der König.


25. Mai 1622: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Borås
25. Mai 1930: Ohne Pass zwischen Schweden und Dänemark über den Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin