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Montag, 12. März 2018

Der Reichsrat Gustaf Kurck

Gustaf Kurck wurde am 10. Oktober 1624 als Sohn eines Reichsrates in Järstad, dem heutigen Mjölby, geboren, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im heutigen Finnland, wo der Vater erst Stadthalte von Åbo (Turku), später vom Schloss Viborg, war und zudem als Präsident des Oberlandesgerichts in Åbo eingesetzt war. Im Jahr 1634 schrieb sich Kurck an der Universität Uppsala ein und 1642 bis 1643 noch an Universität in Leiden. Gegen Ende des 30-jährigen Krieges wurde Kurck Offizier und 1656 nahm er am Winterfeldzug des Königs Karl X. Gustav teil.

Im Jahr 1664 wurde Gustaf Kurck zum Reichsrat ernannt und drei Jahre später zum Kriegsrat und in das Kriegskollegium gewählt. In dieser Eigenschaft zeigte Kurck sehr deutlich seinen Charakter, denn er gehörte zur kleinen Gruppe der Politiker, die sich für jede nur denkbare Sparmaßnahme einsetzten, zumindest so lange es nicht ihn selbst betraf, denn trotz der angestrebten Sparmaßnahmen forderte er 1667 als Donation das Kexholm län und, als Stadthalter der Länder, die Königin Kristina unterhielt, gelang es ihm  über 20.000 Taler zu seien Gunsten zu veruntreuen, die die Königen allerdings später von ihm zurückforderte. So sparsam sich Kurck bei politischen Handlungen zeigte, so ausschweifend und gierig zeigte er sich privat.

Die Macht und der Einfluss von Gustaf Kurck verschwanden als König Karl XI. im Jahr 1672 die Macht über das Land übernahm und dabei auch die Machenschaften innerhalb des Reichsrates aufdeckte. Die Folge davon war, dass Gustaf Kurck, wie auch sein Bruder Knut Kurck und Magnus Gabriel De la Gardie erst den Einfluss, dass auch ihre Güter weitgehend verloren und 1682 schließlich gezwungen wurden den Reichsrat zu verlassen. Kurck, der sich auf Grund seiner Machenschaften zu einem der reichsten Adeligen Schwedens entwickelt hatte, durfte nur das Gut Ållonö behalten, wo er auch am 12. März 1689 starb.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1899: Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1929: Der Sänger und Musiker Owe Thörnqvist
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus

Als Hans Wachtmeister am 15. Februar 1714 in Stockholm starb, ging er nicht nur als bedeutender Admiral in die schwedische Geschichte ein, sondern auch als der Mann, der im Auftrag des Königs Karl XI. die Stadt Karlskrona gegründet hatte, die Flotte, die bis dahin in Stockholm stationiert war, nach Karlskrona brachte und dort eine Kirche, ein Krankenhaus, Schulen und natürlich den am besten gesicherten Hafen Schwedens angelegt hatte. Im Jahr 1681, nur wenige Jahre vor der Gründung Karlskronas war Wachtmeister vom König sowohl zum Admiralgeneral und zum königlichen Ratgeber ernannt worden.

Hans Wachtmeister kam am 24. Dezember 1641 als Sohn eines Reichsrats in Stockholm zur Welt und erhielt daher auch eine ausgezeichnete Bildung. Nach Abschluss der Ausbildung ging Wachtmeister 1661, gemeinsam mit seinem Bruder Axel, nach Italien und besuchte, unter anderem auch Königin Kristina. Die Königin finanzierte ihm dann auch ein Studium in Rom und ernannte ihn zum Kammerherrn. Nach einer Reise nach Paris und Holland verpflichtete sich Wachtmeister als Freiwilliger bei der englischen Marine und nahm an mehreren Kämpfen gegen Holland teil, bevor er 1666 nach Schweden zurückkehrte und unter Wolmer Wrangel am Krieg gegen Bremen teilzunehmen, und anschließend Kammerherr des Königs zu werden.

Auch in den Folgejahren nahm Hans Wachtmeister an zahlreichen Schlachten teil und erreichte dadurch 1676 den Rang eines Admirals. Als Johan Gyllenstierna ein Jahr später den Auftrag erhielt Blekinge zurückzuerobern, erhielt dieser Hans Wachtmeister als Helfer des Auftrags, was auch zum Sieg führte. Nach diesem Erfolg erhielt Wachtmeister den Befehl über die gesamte schwedische Flotte und verteidigte erfolgreich mehrmals Kalmar und Öland. 1682 wurde Hans Wachtmeister schließlich auch zum Präsidenten des Admiralkollegiums ernannt und wenig später auch zum Generalgouverneur der Region Kalmar, Öland und Blekinge.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johannes Canuti Lenaeus

Johannes Canuti Lenaeus wurde am 29. November 1573 in Lena im Uppland als Sohn eines Hofpredigers geboren und studierte nach dem Besuch der Kathedralschule in Uppsala ab 1597 Theologie und Philosophie an der Universität Uppsala. Nach zwei Jahren in Uppsala wechselte Lenaeus für einige Jahre an die Universität in Wittenberg, da dort die neusten philosophischen Strömungen unterrichtet wurden. Gleichzeitig mit Johannes Rudbeckius wurde Lenaeus jedoch zwei Jahre später nach Schweden zurückgerufen um zu erklären welche tatsächlichen Beziehungen er zu den mutmaßlichen Feinden von Herzog Karl, dem späteren Karl IX. hatte.

Johannes Canuti Lenaeus und Johannes Rudbeckius, die beide gleichzeitig Professoren an der Universität Uppsala waren, gehörten zur Gruppe der Neoaristotelisten und widersetzten sich daher der Gruppe der konservativen Gruppe an der Universität, was sich insbesondere auch dadurch ausdrückte, dass Lenaeus die staatliche und die kirchliche Macht trennen wollte und auch davon ausging, dass die reine Logik auch innerhalb der Theologie ihre Gültigkeit habe. Diese damals moderne Warte innerhalb der Theologie machte Lenaeus weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und sein Werk De Veritate et Excellentia Christianae Religionis, Brevis informatio im Jahre 1638 wurde daher in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Obwohl Johannes Canuti Lenaeus sich gegen den Versuch des Königs und des Adels wehrte, die mehr Einfluss auf die Kirche ausüben wollten, und obwohl der Theologe kein echter Neuerer der Lehre war, gilt er als eine wichtige Figur während des Beginns der Großmachtszeit Schwedens, da er zu jenen Personen gehörte, die mit der früheren konservativen Strömung der Theologie abgeschlossen hatten. Trotz bedeutenden Widerstands wurde Lenaeus 1647 zum Erzbischof Schwedens ernannt und stand damit auch dem Königshaus nahe. In der Eigenschaft als Erzbischof krönte der Theologe auch Königin Kristina und Karl X. Gustav. Nach seinem bedeutendsten Werk De jure Regio, zeigte ihm zwar Königin Kristina vorübergehend die kalte Schulter, da sich Lenaeus in diesem Werk für die konstitutionelle Theokratie ausgesprochen hatte, aber da das Werk von sämtlichen Priestern des Landes, die nicht in den Adelsstand aufgenommen worden waren, als Meisterwerk betrachtet wurde, war der Erzbischof ab dieser Zeit gewissermaßen unantastbar und ein wichtiges Bindeglied zwischen Adel und Volk.


29. November 1772: Der schwedische Philosoph Carl Mesterton
29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 29. Oktober 2016

Die Gründung der Stadt Kristinehamn

Kristinehamn war bereits im 14. Jahrhundert eine Küstenstadt am Vänern und ein wichtiger Marktplatz, da die Stadt an der bedeutendsten Verbindung zwischen Schweden und Norwegen lag. Allerdings sprach man damals noch nicht von Kristinehamn, sondern von Broo. Als Herzog Karl sich 1572 dafür entschied ein Eisenwerk und eine Fabrik zur Holzverarbeitung im dortigen Ort zu bauen, wollte er Kristinehamn zur Hauptstadt des Värmlands machen, aber zwölf Jahre später änderte er seine Pläne und er vergab die Stadtprivilegien nicht an Kristinehamn, sondern an Karlstad.

Unabhängig von der Entscheidung des Herzogs wuchs Kristinehamn, dank der Eisenverarbeitung,  bedeutend an und bereits am 29. Oktober 1642 entschied sich Königin Kristina der Stadt Broo die Stadtrechte zu verleihen, allerdings ihr auch einen neuen Namen zu geben, nämlich Christinehamn, das später zu Kristinehamn wurde. Noch heute erinnert das Stadtwappen an die industrielle Vergangenheit der Stadt, denn das Boot im Wappen entspricht jenen, die das aus Bergslagen ankommende Eisen auf dem Wasserweg zu den verschiedenen Eisenhütten und Schmieden am Rande des Vänern weitertransportierten.

Die Stadt Kristinehamn entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum des Eisen- und Holztransports aus Bergslagen, was sich noch verstärkte als 1842 mit dem Bau einer Eisenbahnlinie begonnen wurde und bei Kristinehamn der Kilometer Null entstand, die erste Haltestelle der Inlandsbanan, die mit ihren 1288 Kilometer Länge eine Verbindung zwischen Kristinehamn im Süden und Gällivare im Norden schuf. Heute ist allerdings nicht nur die Inlandsbanan eine touristische Attraktion, sondern auch ein nachgebautes Boot aus der Gründungszeit der Stadt, das im Sommer vor Kristinehamn seine Segel setzt.


29. Oktober 1642: Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrechte
29. Oktober 1726: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1956: Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. März 2016

Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming

Als Lars Fleming von Liebelitz am 9. März 1699 schwer krank starb, galt er als einer der treuesten Diener von einer Königin und zwei Königen, da er unter dem Karl XII., dem dritten König in der Reihe, der die letzten zwei Jahre seines Lebens an der Macht war, keinerlei offiziellen Aufträge mehr annehmen konnte, auch wenn er sämtliche Könige nur für seine Zwecke ausgenutzt hatte und mit seinen diplomatischen Kenntnissen, dem Jurastudium an der Universität Uppsala und dem angeborenen kaufmännischen Gefühl immer nur an seinen Einfluss und vor allem an seine persönliche Bereicherung dachte.

Lars Flemming war am 3. Januar 1621 als Sohn des Reichsrates und Admirals Clas Larsson Fleming zur Welt gekommen, hatte an der Universität Uppsala studiert und war nach den obligatorischen Auslandsreisen im Jahre 1649 Kammerherr bei Königin Kristina geworden. Nur ein Jahr später zeigte sich bereits der Charakter Flemings, denn er wurde auf Grund zahlreicher Klagen der Bauern, die vom Gutsbesitzer ausgepresst wurden, angezeigt. Während der Verhandlung zeigte sich, dass er sein Steuerrecht unrechtmäßig ausgedehnt hatte und bei Nichtzahlung oder Ungehorsam brutale Strafen verhängte, die einige der Bauern sogar zu Krüppeln machten. Um seine Verträge durchzusetzen, machte er die Bauern betrunken, so dass sie jeden von ihm vorgelegten Akt unterzeichneten ohne zu wissen auf was sie sich eingelassen hatten. Die Verhandlung endete damit, dass er den Bauern einen Schadenersatz leisten musste und eine zusätzlich eine Strafe zu zahlen hatte.

Auch als Amtsmann kannte Lars Fleming keine Grenze, denn er verstand es bei den jeweiligen Königen seine persönlichen Feinde in Missgunst zu bringen um sich die Macht zu sichern und Ländereien zu erhalten die hohe Gewinne versprachen. Auf Grund seines Einflusses am Hof gelang es ihm auch Handelsbarrieren für seine persönlichen Geschäfte aufzuheben, wobei er, selbst nach dem Urteil des Jahres 1650, auch die Bauern weiterhin ausbeutete ohne dass diese sich zur Wehr setzen konnten. Seine Staatsämter behielt Fleming auch noch als er zu krank war um noch an den Sitzungen teilzunehmen, denn dadurch hatte er eine gewisse Entscheidungsgewalt und erhielt weiterhin die hohen Gehälter als Amtsmann. In der schwedischen Geschichte wird Fleming auch heute noch als großer Jurist und Amtsmann gehüllt, da die Geschichte dieser Epoche die Geschichte der Macht war.


9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Februar 2016

Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus

Johannes Schefferus kam am 2. Februar 1621 als Sohn eines Kaufmanns im französischen Straßburg zur Welt und besuchte dort ab 1627 das Gymnasium, wo er auch dem deutschen Geschichtswissenschaftler Johan Henrik Boeclerus wegen seiner hohen Intelligenz auffiel. Im Jahre 1637 schrieb sich Schefferus an der Universität Straßburg ein, unterbrach dann jedoch bereit nach zwei Jahren sein Studium um eine ausgedehnte Studienreise nach Holland und in die Schweiz zu unternehmen. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1643 setzte er auf unregelmäßige Weise seine Studien in Straßburg fort und veröffentlicht De varietate navium, sein erstes sprachwissenschaftliches Werk.

Im Jahre 1648 setzte sich Königin Kristina persönlich dafür ein dass Johannes Schefferus nach Schweden zurückkehrte und ernannte ihn erst zum Professor in Staatswissenschaft, später auch in Jura. Während seiner Zeit als Professor in Staatswissenschaft setzte sich Schefferus insbesondere dafür ein dass alle Staatsbeamten ein klassische Sprachbildung erhielten und sich mit der klassischen Literatur auseinandersetzten. 1677 gab Schefferus dann jedoch seine Tätigkeit als Professor auf um Bibliothekar an der Universität Uppsala zu werden.

Während Johannes Schefferus als Professor für eine Vielzahl an Ausgaben römischer Autoren zuständig war, wollte er als Bibliothekar vor allem den Bestand an Büchern und Handschriften erhalten und die Sammlungen ausdehnen, was sich jedoch als Unmöglichkeit zeigte, da er kein Kapital für diese Zwecke erhielt. Da die Räume der Bibliothek so schlecht zu lüften waren dass die Bücher langsam zerstört wurden, ließ Schefferius gegen 1654 bereits aus eigener Tasche eine Bibliothek bauen, die heute als das Museum Schefferianum bekannt ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Der schwedische Historiker Emil Hildebrand

Emil Hildebrand wurde am 22. Oktober 1848 als Sohn des Archäologen und Reichsantiquars Bror Emil Hildebrand in Stockholm geboren und studierte an 1867 an der Universität Uppsala. Nach Abschluss seines Studiums und der Promotion zum Doktor in Philosophie arbeitete Hildebrand erst einige Jahre lang ausschließlich als Assistent am Reichsarchiv um 1880 Lektor in Schwedisch, Geschichte und Geografie am heutigen Norra Real zu werden, ohne jedoch seine Tätigkeit im Reichsarchiv aufzugeben. Der Dienst als Lektor und Lehrer brachte Hildebrand einen gewissen Lohn, der ihm zumindest das standesmäßige Überleben garantierte, da Assistenten im Archiv um diese Zeit nicht entlohnt wurden.

Als Archivar zeigte Emil Hildebrand seine wissenschaftliche Stärke und seine Neigung zur Präzision, was auch dazu führte, dass er bald der einzige Angestellte des Reichsarchivs war, der grundsätzlich wusste an welcher Stelle gewisses Material zu finden war. Die größte Errungenschaft des Archivars wurde die Herausgabe der Historisk tidskrift, dessen Grundlage 1875 Carl Silfverstolpe bereits gelegt hatte, und auf Anregung von Hildebrand entstand 1880 die Historische Gesellschaft, nur ein Jahr später gründete der Historiker Hildebrand auch die Geschichtszeitschrift Historisk Tidskrift, und 25 Jahre lang übernahm er dann die Leitung und Herausgabe dieses Grundlagenwerkes der Geschichte. Hildebrand zögerte bei der Bearbeitung der Artikel nicht auch eigene Gedanken unterzubringen, aber immer auf eine möglichst neutrale Weise, damit der wissenschaftliche Wert nicht verloren ging.

Als der Verlag Norstedt zu Beginn des 20. Jahrhunderts die neue Ausgabe des Sammelwerks der schwedischen Geschichte plante, wurde Emil Hildebrand die Redaktion anvertraut, der einige Kapitel auch selbst verfasste. Das Gesamtwerk, das die schwedische Geschichte vom Beginn bis zum 20. Jahrhundert spiegelte, erschien ab 1903. Nach während dieser Arbeit begann Hildebrand zusätzlich an einer modernen Geschichte des Landes zu arbeiten, die vor allem die Gegenwart behandeln sollte und auch nach seinem Tode noch von Ludvig Stavenow weitergeführt wurde. Vor allem Hildebrands Arbeiten über Königin Kristina und Oscar I., gelten noch heute als wichtige Basiswerke der schwedischen Geschichte.


22. Oktober 1592: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
22. Oktober 1894: Gillis Bildt als Ministerpräsident Schwedens
22. Oktober 1896: Die Geschichte der Kekse aus Örebro
22. Oktober 1897: Carl Anders Kullberg, der unsichere Dichter
22. Oktober 1921: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
22. Oktober 2011: Der Filborna skogspark in Helsingborg 

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 4. März 2015

Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm

Carl Carlsson Gyllenhielm kam am 4. März 1574 als unehelicher Sohn von Herzog Karl, dem späteren König Karl IX. und seiner Geliebter, Karin Nilsdotter, zur Welt und erhielt daher seine Erziehung und seine Bildung auf Gut Julita, gemeinsam mit anderen adeligen Söhnen, jedoch weit entfernt vom Königshof. Um seine Bildung abzuschließen, wurde Gyllenhielm, der im Alter von 18 Jahren vom einem Vater in den Adelsstand erhoben wurde und seinen Namen erhielt, noch an den französischen Hof geschickt um die dortigen Sitten zu lernen und um auf internationalem Niveau auftreten zu können.

Als Carl Carlsson Gyllenhielm 1597 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Kammerjunker ernannt und wurde einer der Vertrauten des Herzogs, der mit sehr bedeutenden Aufgaben betraut war. Sein Glück sollte jedoch nur wenige Jahre dauern, denn durch die Rückkehr von Sigismund kam es zu kriegerischen Handlungen mit Polen bei denen Gyllenhielm, gemeinsam mit Jakob De la Gardie, 1601 von den Polen gefangen genommen wurde und dort zwölf Jahre lang unter teilweise sehr schwierigen Verhältnis im Gefängnis auf einen Gefangenenaustausch warten musste. Nach  der Rückkehr aus der Gefangenschaft ernannte ihn sein Halbbruder Gustav II. Adolf dann zum Freiherren, anschließend zum Feldmarschall und 1617 auch zum Stadthalter.

Aber auch wenn Carl Carlson Gyllenhielm lebenslang mit politischen Aufgaben betraut war und selbst in der Vormundschaftsregierung von Königin Kristina zu finden war, so lag seine Fähigkeit mehr in der Industrie, denn als er 1915 Huseby als Leihgabe erhielt, baute er dort das Zentrum der südschwedischen Eisenindustrie auf, die 300 Jahre lang ihre Bedeutung behielt, und im Småland war Gyllenhielm der erste, der dort eine Glashütte anlegte und damit die Grundlage für einen ganzen Industriezweig der Region legte, dessen Spurten heute noch sehr deutlich zu finden sind.


4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin 
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Januar 2015

Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige

Bis zum Reichstag in Västerås im Jahre 1544 wurden die schwedischen Könige grundsätzlich gewählt, auch wenn verschiedene Monarchen durch unterschiedliche Methoden versuchten die Erbfolge so zu regeln dass einer ihrer Söhne an die Macht kam. Sowohl Karl Knutsson als auch König Hans scheiterten mit ihren Versuchen und erst Kristian II. hatte, 24 Jahre vor dem Reichstag in Västerås, einen gewissen Erfolg, der jedoch nur so lange gelten sollte bis ein König per Aufstand das Reich übernimmt.

Gustav Vasa, dem die Erbmonarchie extrem wichtig war, berief daher, auf dem Höhepunkt seiner Macht, im Jahre 1544 den Reichstag in Västerås ein bei dem einer der wichtigsten Punkte die Einführung der Erbmonarchie war. Am 13. Januar 1544 kam es in diesem Punkt zu einer Einigung, der sogenannten Västerås arvförening, einer Gesetzesänderung nach der in aller Zukunft jeweils der älteste Sohn eines Königs die Königswürde erben sollte. Erst wenn keinerlei Erben aus der Linie Vasa mehr vorhanden sein sollten, konnte nach der neuen Bestimmung ein König gewählt werden.

Auch wenn das Geschlecht Vasa bis zum 6. Juni 1654 regieren sollte und erst durch das Abdanken von Königin Kristina endete, so entsprach weder der Beginn der Erbmonarchie unter Gustav Vasa, noch das Ende der Linie Vasa, den Ideen des Königs, denn während die letzte Thronerbin eine Frau war, so wurde auch der älteste Sohn Gustav Vasas nur vorübergehend König, da die Stände entschieden dass der älteste Sohn Erik XIV. durch seine Ehe mit der bürgerlichen Karin Månsdotter, nach acht Jahren an der Macht, die Erbrechte verloren habe. An seiner Stelle wurde dadurch der zweite Sohn Vasas, Johan III., zum König erklärt. Um bürgerliche Ehen eines Königs auch in Zukunft zu unterbinden, entschied der Reichstag im Jahre 1582 dass jeder König die Krone bei einer bürgerlichen Ehe verliere. Erst unter der heutigen französischen Linie Bernadotte wurden diese Bestimmungen wieder geändert.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten 
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen 
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. November 2014

Die heutige Jakobskirche in Stockholm

Wenn man heute die Jakobskirche in Stockholm besucht, die eigentlich Sankt Jacobs kyrka heißt, findet man nicht mehr die Kirche, die am Ersten Advent des Jahres 1643 eingeweiht wurde, denn ihr heutiges äußeres Aussehen erhielt die Kirche erst während der Renovierungen in den Jahren 1968 und 1969. Die Farbe im Inneren wurde dabei jedoch wieder jener des 17. Jahrhunderts angepasst, auch wenn die Ausstattung als solches im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert wurde. Als die Jakobskirche nach der letzten Restauration am 16. November 1969 neu eingeweiht wurde, so geschah dies in Anwesenheit des Königs Gustav VI. Adolf.

Die Sank Jacobs kyrka geht im Grunde bis zum 14. Jahrhundert zurück, was mehrere Dokumente belegen, aber bereits gegen 1430 wurde die erste Kapelle durch einen Ziegelbau ersetzt und 1527 riss man auch diese Kirche wieder ab. Erst gegen 1580 befahl dann Johan III. erneut eine Kirche zu bauen, aber bis zum Tode des Königs im Jahre 1592 war nicht einmal der Rohbau fertiggestellt. 40 Jahre lang ruhte dann der Bau und erst 1644 war die Jakobskirche mit allen Ausschmückungen fertig, auch wenn Königin Kristina das Gebäude bereits am Ersten Advent 1643 eingeweiht hatte.

Wer nach Elementen der ursprünglichen Jakobskirche aus dem 17. Jahrhundert sucht, wird beim Besuch enttäuscht, da die Ausstattung mehrheitlich nur bis zum 19. Jahrhundert zurückreicht. Von er ursprünglichen Kirche zeugen jedoch noch die zwei Gemälde des Altaraufsatzes, der Fuß des Taufbeckens und einige der Adelswappen (Begräbniswappen). Nicht vergessen sollte man auch das südliche Portal der Kirche, da dieses bereits 1644 fertiggestellt wurde und vermutlich auf den deutschen Bildhauer Markus Hebel zurückgeht, der um diese Zeit in Stockholm aktiv war.


16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1785: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
16. November 1901: Die Nobelbibliothek der Schwedischen Akademie
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung
16. November 1940: Albert Engström, Humor als Ausdrucksmöglichkeit
16. November 1944: Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna

Auch wenn Erik Axelsson Oxenstierna bereits am 23. Oktober 1656 im Alter von 32 Jahren in Preußen starb, spielte er einige wenige Jahre lang eine der wichtigsten Rollen Schwedens, da er als engster Vertrauter des Königs Karl X. Gustav nicht nur außerordentliche diplomatische Ergebnisse vorweisen konnte, sondern, als eine der vermögendsten Personen Schwedens Karl X. Gustav bedeutende Summen lieh für die er widerum mehrere Ländereien in den eroberten Gebieten als Pfand erhielt, das jedoch nie eingelöst wurde.

Erik Axelsson Oxenstierna war am 13. Februar 1624 auf Gut Fiholm im Södermanland zur Welt gekommen und hatte nach seinen Studien an der Universität Uppsala und einem Auslandsaufenthalt die besten Voraussetzungen dafür unmittelbar Karriere zu machen. Das Problem war lediglich, dass Königin Kristina in dieser Zeit volljährig wurde und die Macht ergriff. Auf Grund einiger Auseinandersetzungen zwischen seinem Vater, Axel Oxenstierna, und Kristina war auch der Sohn Kristina ein Dorn im Auge. Um ihn, in allen Ehren, vom Hof und der Macht zu verweisen, schickte sie Erik Axelsson Oxenstierna daher als Gouverneur nach Reval. In dieser Aufgabe renovierte Oxenstierna die Kirche Estlands und erneuerte das gesamte Rechtssystem, was ihm in der Fremde ein hohes Ansehen brachte.

Erst nachdem Erik Axelsson Oxenstierna 1651 zum Reichsrat ernannt worden war, kehrte er 1652 zurück nach Schweden und wurde an die Spitze des von seinem Vater neu gegründeten Kammerkollegiums gesetzt. Als Kristina dann 1654 die Macht an Karl X. Gustav abgab, wurde Oxenstierna der Vertraute des Königs, folgte im Amt seinem Vater als oberster Richter Nordschwedens und begleitete 1655 den König auf seinem Feldzug, wobei der König den Säbel in der Hand hielt und Oxenstierna die Diplomatie in die Hände nahm. Noch vor seinem Tod gelang es ihm dabei einige sehr vorteilhafte Verträge für die scwedishe Krone abzuschließen. Als plötzliche Todesursache des Politikers gilt der Genuss von verdorbenem Essen oder unreinem Wasser.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 28. Juni 2014

Ritter Peder Banér, Reichsrat und Kammerherr

Peder Banér, oft auch Per Banér geschrieben, kommt am 28. Juni 1588 in Djursholm zur Welt und erhält, auf Grund der schwierigen finanziellen Lage seiner Eltern, nur eine grundlegende Ausbildung, die unter dem Niveau eines Sohnes eines Reichsrats liegt. Da Banér jedoch intelligent ist, gelingt es ihm gegen 1607 dennoch an den schwedischen Hof zu kommen und konnte Gustav II. Adolf 1612 auf seinem Feldzug nach Skåne begleiten. Da es Banér am 12. Februar 2012 bei der Schlacht in Vittsjö gelang den König vom Ertrinken zu retten, erhob ihn dieser nur ein Jahr später zum Kammerherren und belohnte ihn damit, dass er einen Teil des früheren Besitzes seines Vaters zurückerhielt.

Die Karriere von Peder Banér ging nun geradlinig nach oben, zumal er auch sein Wissen ausbaute. Als Gustav II. Adolf am 12. Oktober 1617 in Uppsala zum König gekrönt wurde, schlug er Banér zum Ritter und nur ein Jahr später ernannte er ihn auch zum Reichsrat. Nach der Teilnahme des Ritters am Feldzug gegen Livland ab dem Jahre 1621 wurde er zum Gouverneur in Estland ernannt. Diese Aufgabe behielt Banér bis 1626, dem Jahr, als er zum Reichskanzleirat ernannt wurde und in Stockholm mehr Nutzen brachte, da er das Vertrauen des Königs besaß und er Axel Oxenstierna, der sich viele Jahre in Deutschland aufhielt, als Direktor der Staatskanzlei vertreten konnte.

Im Jahr 1632 machte sich bei Peder Banér eine Manodepression bemerkbar, die ihn immer häufiger davon abhielt seinen Aufgaben als Vertreter von Axel Oxenstierena nachzukommen und die Klagen gegen den Reichsrat und Ritter häuften sich. Mit Erleichterung nahm man daher die Rückkehr von Oxenstierna im Jahre 1636 auf, der nun die von Königin Kristina geplanten Reformen durchführen konnte. Peder Banér zog sich nun mehr und mehr zurück, ohne jedoch seine Ämter zu verlieren, wobei er auch weiterhin an den wichtigsten Sitzungen teilnimmt.


28. Juni 1791: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
28. Juni 1824: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd 
28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden 
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Juni 2014

Der schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel

Als Carl Gustaf Wrangel af Salmis am 25. Juni 1676 im Alter von 62 Jahren auf Schloss Spyker auf Rügen starb, war sein Ruf als Feldherr, nach dem Debakel während der Schlacht bei Fehrbellin, sehr angeschlagen, seine Krankheit machte ihm zu schaffen und von seinem früheren Einfluss zeugte im Grunde nur noch sein Schloss Skokloster, das nach seinem Tod seine älteste Tochter Margareta Juliana Wrangel erbte, ein Schloss, das man als Symbol der einstigen Großmacht Schwedens bezeichnen kann.

Carl Gustaf Wrangel folgte bereits als 14-Jähriger seinem Vater während des Polnisch-Schwedischen Krieges unter Gustav II. Adolf nach Preußen und nahm, nach einigen Bildungsreisen nach Leiden und Paris, als junger Offizier auch an der Schlacht bei Lützen im Jahr 1632 teil bei der der schwedische König getötet wurde. Wrangel spielte während des Dreißigjährigen Krieges jedoch erst ab 1638 eine Rolle, nämlich als er zum Generalmajor ernannt wurde. In die Geschichte ging der Kriegsherr Wrangel dann 1644 ein, als er bei der Schlacht bei Femern die dänische Flotte besiegte und er anschließend, in der Endphase des Dreißigjährigen Krieges, den Befehl über die schwedischen Truppen übernahm.

Auch nach Ende des langen Krieges bewies Carl Gustaf Wrangel seine Fähigkeiten als Kriegsherr, denn nachdem er 1657 die dänische Festung Fredriksodde eingenommen hatte, wurde er von Karl X. Gustav zum Reichsadmiral ernannt. Neben seiner Tätigkeit als Kriegsherr hatte ihn Königin Kristina bereits 1648 zum Generalgouverneur über das schwedische Pommern erhoben und im gleichen Jahr war er Kanzler der Universität Greifswald geworden. Natürlich wollt Wrangel seinen Status auch nach Außen zeigen, was sich dadurch zeigte, dass er ab 1654 das Schloss Skokloster baute und mit Kunstwerken, Waffen und Büchern aus ganz Europa ausstattete, Wertgegenständen, die noch heute täglich hunderte von Besuchern anziehen.


25. Juni 1568: Gunilla Johansdotter wird Königin gegen ihren Willen
25. Juni 1630: Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein
25. Juni 1722: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
25. Juni 1878: Der schwedische Künstler Erik Tryggelin
25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1917: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports
25. Juni 1963: Der schwedische Spion Stig Wennerström

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. April 2014

Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler

Als Magnus Gabriel De la Gardie am 26. April 1686 auf Schloss Venngarn bei Sigtuna starb, war er von einem der mächtigsten Männer Schwedens, der sowohl unter Königin Kristina, als auch unter Karl X. Gustav und Karl XI. eine wichtige Rolle in der schwedischen Geschichte gespielt hatte, in die tiefste Armut und die Verachtung des Hofes gefallen. Bereits mit 25 Jahren war De la Gardie Reichsrat und als Günstling von Königin Kristina schien ihm allerdings die beste Zukunft im Reich gesichert, auch wenn bisweilen gemunkelt wurde, dass er dies einer Liebesaffäre mit der Königin zu verdanken hatte, was allerdings nie bewiesen wurde.

Magnus Gabriel De la Gardie, der am 15. Oktober 1622 in Reval, dem heutigen Tallin, geboren worden war, gilt als einer der intelligentesten Männer der schwedischen Geschichte und hatte nicht nur mit 13 Jahren ein Studium an der Universität Uppsala begonnen, sondern später auch im holländischen Leiden und in Paris studiert. Vor allem Frankreich hatte ihn sehr stark beeindruckt und dazu geführt, dass er selbst in schwedischen Krisenzeiten eine frankreichfreundliche Politik führte und damit sehr stark in die Kritik geriet. Auch wenn er seinen schnellen politischen Aufstieg der Gunst Kristinas verdankte, so wurde er von ihr 1653, nach verschiedenen Anklagen, aller Ämter enthoben um jedoch nur zwei Jahre später von Karl X. Gustav wieder mit allen Ehren eingesetzt zu werden, was vermutlich auch damit zusammenhing, dass De la Gardie mit der Schwester des Königs verheiratet war.

Während seiner Glanzzeit war Magnus Gabriel De la Gardie nicht nur einer der einflussreichsten Männer Schwedens, sondern auch einer der reichsten mit nahezu unendlichen Besitzungen, darunter etwa 30 Schlössern. Intrigen, Kriege und die Bestechung von Seiten Frankreichs brachten De la Gardie jedoch schließlich zu Fall und unter der sogenannten Reduktion unter Karl XI. musste der machtsüchtige und verschwenderische De la Gardie alle seine Güter, ausgenommen zwei Schlössern, an die Krone zurückgeben. Durch zusätzliche immense königliche Geldforderungen konnte De la Gardie allerdings auch diesen Besitz nicht halten und starb isoliert und völlig verarmt.


26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö 
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts 
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 1. April 2014

Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte

Im Jahre 1639 entschied sich die schwedische Regierung das gesamte Land zu inspizieren um an strategisch und wirtschaftlich interessanten Stellen neue Städte zu gründen und bereits vorhandene Städte auszubauen. In diesem Zusammenhang schlug Gabriel Oxenstierna auch vor eine neue Stadt im Värmland zu gründen. Als man jedoch feststellte, dass Karlstand zu nahe an der neuen Stadt liegen würde, entschied sich Oxenstierna dafür den Markplatz Åmål im Dalsland als zukünftige Stadt vorzuschlagen.


Als Königin Kristina dann am 1. April 1643 Åmål die Stadtrechte verlieh, so geschah dies aus zwei bedeutenden Gründen. Zum einen sollte Åmål, das nahe der norwegischen Grenze lag, der Verteidigung Schwedens dienen und zum anderen war dort der Verkehrsknotenpunkt für den Handel von Eisen, da man von hier aus eine direkte Wasserverbindung nach Göteborg hatte. Da die Pläne der Stadtgründung Åmåls in ganz Schweden spätestens ab 1640 verbreitet wurde, hatten sich 1643 bereits zahlreiche Kaufläute und Arbeiter dort niedergelassen, die vom Aufschwung des Ortes profitieren wollten.

Zu Beginn schien der Standort Åmål allerdings unter keinem sehr guten Stern zu stehen, denn schon im Gründungsjahr wurde die junge Stadt von den Dänen angegriffen, die zwei Jahre später dort einen bedeutenden Sieg verbuchen konnten bei dem die Stadt in Asche gelegt wurde. Der Wille aus Åmål eine funktionsfähige Stadt zu machen, war jedoch so groß, dass man dort bereits 1649 fünf Brauereien, zwei Ziegelhersteller, einen Holzhändler und zwei Schuhmacher fand, auch wenn die nahen Städte Karlstad und Vänersborg versuchten, zu ihrem eigenen Vorteil, den Ruf Åmåls zu zerstören.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan 
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1967: Sixen Sason und die Saab-Modelle 
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 15. März 2014

Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr

Wenn man heute von Carl Bildt spricht, so meint man in der Regel den aktuellen Außenminister und nicht den Diplomaten und Schriftsteller Carl Bildt, der am 15. März 1850 in Stockholm geboren wurde und am 26. Januar 1931 starb, auch wenn man in der Geschichte der beiden Männer gewisse Parallelen findet, die sich nicht nur auf die Diplomatie erstrecken. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Männern dürfte jedoch sein, dass der erste Carl Bildt seinen Aufstieg vor allem seinem Wissen, seinem Studium und dem diplomatischen Feingefühl verdankte, auch wenn er als Sohn des schwedischen Ministerpräsidenten Gillis Bildt gewisse Privilegien hatte.

Carl Bildt schloss im Jahre 1870 sein Jurastudium an der Universität Uppsala ab und kam danach als Attaché zuerst an die Botschaft in Paris und anschliessend jene in London und in Berlin. Seine Fähigkeiten als Diplomat bewies er während seines Aufenthalts in Washington, wo Carl Bildt von 1877 bis 1883 tätig war, und wo er als der amerikanischste Schwede seiner Zeit bezeichnet wurde, eine Art Auszeichnung, die er später auch in England und in Italien erhielt, da sich Bildt nicht mit der Diplomatie zufrieden gab, sondern auch versuchte das Volk zu verstehen in dem er tätig war. Als Diplomat hatte er daher die Fähigkeit jeweils zwei Länder gleichzeitig zufrieden zu stellen.

Ab 1896 zeichnete sich Carl Bildt auch als ausgezeichneter Schriftsteller zu historischen Themen aus, wobei zwei seiner Werke dabei besonders herausragen. In Anteckningar från Italien lässt er den Leser einige ältere Städte Italiens besuchen und verzichtet dabei darauf diese in ihrer ehemaligen Größe zu beschreiben, sondern reiht sie in der Vergangenheit ein, die nicht immer Grösse zeigt und deren Ruf von anderen Autoren oft mit Legenden aufrecht gehalten wurde. Das zweite Werk schildert die Jahre, die Königin Kristina in Italien verbrachte. Da Carl Bildt Zugang zu den wichtigsten Archiven, unter anderem im Vatikan, hatte, konnte er die letzten Jahre Kristinas nahezu rekonstruieren und nahm ihr den Glorienschein, den frühere Schriftsteller ihr augesetzt hatten. Noch heute gelten seine historischen Romane über die schwedische Königin zu den realistischsten, die je über sie veröffentlicht wurden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik 
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III. 
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland 
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Der schwedische Ministerpräsident Johan Olof Ramstedt
15. März 1999: SVT24, der erste Nachrichtenkanal Schwedens

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Sonntag, 17. November 2013

Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung

Louis De Geer wurde am 17. November 1587 in Liège geboren und hatte zu Beginn des 17. Jahrhunderts sehr schnell verstanden mit Schweden Geschäfte zu machen, denn das für ihn damals noch fremde Land brauchte nicht nur Kredite, sondern auch Waffen und Kriegsausrüstung. In diesem Rahmen entstand auch eine enge Verbindung zu Axel Oxenstierna, der De Geer in die schwedischen Adelskreise und die politische Schicht Schwedens einführte.

Sehr schnell begann Louis De Geer auch in Schweden in die Eisenproduktion zu investieren und die Verfahren zu erneuern, was ihm auch später die Bezeichnung „Vater der schwedischen Industrie“ brachte. Gustav II. Adolf versuchte dann De Geer mit Privilegien ganz nach Schweden zu locken, was ihm 1627 auch gelang, was sich für den Industriellen De Geer sehr lohnend zeigte, denn sehr bald übernahm er die königliche Gewehrfabrik, den Salzhandel, den Kupferhandel und hatte einen großen Einfluss auf die Eisengewinnung des Landes. De Geer wurde gewissermaßen sogar der Wirtschaftsminister des Königs.

Die Erfolgssage von Louis De Geer setzte auch unter der Vormundschaftsregierung von Königin Kristina fort, wobei der Industrielle neben seiner industriellen Tätigkeit auch sehr bald andere Einkommensquellen entdeckte, denn er gehört zu jenen Personen, die an der Schaffung von schwedischen Kolonien großes Interesse zeigten und in diesem Zusammenhang auch die erste schwedische Handelsgesellschaft initiierte, die sich mit dem Sklavenhandel in Afrika beschäftigte. De Geer war ein Mann, der es verstand seine politischen Beziehungen in jedem Punkt für seine persönlichen  finanziellen Interessen auszunutzen und hatte bereits bei seiner Ankunft im Land die Staatsbürgerschaft verliehen bekommen.


17. November 1924: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens 
17. November 1971: 35 Jahre "Hem till byn" im schwedischen Fernsehen

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Samstag, 25. Mai 2013

Gustaf Bonde, ein Gegner der schwedischen Kriege

Als Gustaf Bonde am 25. Mai 1667 im Alter von 47 Jahren auf der Rückreise nach Schweden starb, hatte er ein Leben lang dafür gearbeitet die Schulden Schwedens zu reduzieren und das Land damit intern zu stärken, auch wenn er selbst zu jener Schicht gehörte, die davon überzeugt war, dass Adel und Regierung eng verknüpft sind und er sich daher mit seinen Sparmaßnahmen im eigenen Kreis sehr unbeliebt machte. Zufrieden zeigte sich eigentlich nur der König, da dieser gerade einen Finanzmann haben wollte, der die Überschuldung des Landes stoppte.

Historisch gesehen war Gustaf Bunde als „Finanzminister“ in drei Punkten von größter Bedeutung für Schweden, denn als er nach der Thronbesteigung von Karl X. Gustav die Finanzen Schwedens regeln sollte, war er bereits gut darauf vorbereitet, da er sich schon unter Königin Kristina intensiv mit der Staatsfinanzierung beschäftigt hatte. Sein erster Schritt war daher den Verkauf von königlichen Gütern aufzuhalten und gleichzeitig Schenkungen und Stiftungen zu stoppen, da beides bisher sehr großzügig geschah und damit das Staatskapital bedeutend schrumpfen ließen.

Während Gustaf Bonde mit der ersten Maßnahme zwar dem Adel die Einkünfte etwas beschnitt, was bereits mit Unwillen gesehen wurde, brachte ihm die zweite Methode die Feindschaft von Magnus Gabriel De la Gardie ein, denn Bonde wollte die schwedischen Kriege nicht weiterhin stützen und reduzierte die Ausgaben für den Krieg gegen Bremen bedeutend, bremste dadurch das Großmachtdenken von De la Gardie, wodurch selbst seine dritte Änderung nur noch einen schwachen Widerstand fand, denn Bonde sorgte dafür, dass Kupfergeld abgeschafft und von Silbergeld ersetzt wurde. Parallel dazu wurde die erste Bank Schwedens gegründet und Bonde hatte die Idee, dass die höheren Stände und die Verwaltung Stockholms als Garantie für die Palmstruchska Bank eintreten sollten, nicht der König.


25. Mai 1622: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Borås
25. Mai 1930: Ohne Pass zwischen Schweden und Dänemark über den Öresund 

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Mittwoch, 10. April 2013

Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss

Als Nicodemus Tessin der Jüngere am 10. April 1728 in Stockholm starb, sollte er zwar als einer der bedeutendsten Schlossarchitekten Schwedens in die Geschichte eingehen, jedoch sein vielleicht bedeutendstes Gebäude unvollendet lassen, denn das Stockholmer Schloss musste ein Schüler von ihm vollenden und seine Arbeiten am Schloss Tre Kronor waren in Flammen zerstört worden noch bevor er die Restaurierungsarbeiten vollkommen abgeschlossen hatte.

Nicodemus Tessin der Jüngere hatte im Grunde Mathematik, Französisch und Italienisch studiert und hatte seine Kenntnisse in Architektur insbesondere von seinem Vater. Da er dank der Beziehungen seiner Familie Günstling der Witwenkönigin Hedvig Eleonora und von Königin Kristina wurde, konnte er ausgedehnte Reisen unternehmen und sich dabei mit der Schlossarchitektur mehrerer Länder auseinandersetzen. Es war daher auch logisch, dass Nicodemus Tessin der Jüngere seinem Vater als Schloss- und Stadtarchitekt Stockholms folgen sollte.

Nicodemus Tessin der Jüngere gilt heute als einer der bedeutendsten Barockarchitekten Schwedens, auch wenn man dies am Stockholmer Schloss weniger bemerkt, da der Nachfolger Tessins, Carl Hårleman, dem Gebäude seinen eigenen Stempel geben wollte. Um den bedeutendsten Barockbau Tessins zu entdecken, muss man die Fredrikskyrkan in Karlskrona oder die Ulrika Eleonora Kyrka in Söderhamn besuchen, da diese beiden Kirchen den barocken Baustil des Architekten noch am deutlichsten zeigen.


10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen 
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

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