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Sonntag, 15. November 2015

Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist

Joël Blomqvist kam am 15. November 1849 als Sohn eines Schneiders in Stockholm zur Welt und entschied sich nach Abschluss der Grundschule eine Ausbildung zum Polsterer zu machen. Mit 19 Jahren fand er in diesem Beruf auch eine Anstellung in Uppsala, wo er sich mit der Arbeitsaufnahme auch der Erweckungsbewegung anschloss und sich einen Ruf als Organist und als Leiter des Chores machte, sich aber auch mehr und mehr dem Predigen zuwandte, einer Tätigkeit, die ihm in der Staatskirche Schwedens verschlossen war.

Bald verbrachte Joël Blomqvist seine Wochenenden damit die Dörfer um Uppsala zu besuchen um dort religiöse Schriften zu verkaufen und als Prediger für die Erweckungsbewegung aufzutreten. In den folgenden Jahren verlagerte sich die Arbeit Blomqvists nach Gävle und später auch nach Stockholm und Motala, was insbesondere mit seiner Arbeit als Polsterer zusammenhing, da die religiöse Aktivität, der sich auch seine Frau anschloss, nicht bezahlt wurde und nur den Weg zum Himmel öffnen konnte.

Ab wann Joël Blomqvist begann Psalmen zu schreiben und die Musik dazu zu komponieren, ist unbekannt, aber da er im Laufe seines Lebens über 400 religiöse Lieder schrieb und die meisten davon auch vertonte und in Buchform veröffentlichte, muss er spätestens bei seinem Aufenthalt in Uppsala damit begonnen haben. Die Lieder Blomqvists gingen nahezu um die ganze Welt, wobei er nicht nur im Psalmenbuch des Jahres 1986 mit drei Liedern verewigt wurde, sondern seine Werke auch in den Gesangsbüchern der Missionskirche, jenem der Heilsarmee und jenen mehreren Freikirchen Schwedens einzogen. Joël Blomqvist starb am 30. Oktober 1930 in Kullerstad im Östergötland.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1817: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss
15. November 1959: Tomas Staffan Riad, Mitglied der Svenska Akademien 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 23. Dezember 2014

Der Jazzmusiker Folke Andersson, genannt „Göken“

Folke Andersson kam am 23. Dezember 1902 in Stockholm zur Welt und galt bereits sehr früh als musikalisches Wunderkind. Seine Karriere begann indes auf eine etwas ungewöhnliche Weise, nämlich im Kinderchor der Heilsarmee in der er Klarinette, Piano und Geige spielte. Mit den Jahren ging der Musiker dann immer mehr auf die Geige über und als Jugendlicher begann Andersson dann immer häufiger auch Jazz zu spielen. Als Andersson 17 Jahre alt war und zwei Jahre lang moderne Musik in den USA studiert hatte, begann dann im Tanzsalon Pers in Stockholm seine Karriere als Jazzmusiker.

Ab dem Jahre 1922 trat Folke Andersson, der später den Spitznamen Göken erhielt, in den verschiedensten Tanzlokalen Stockholms auf. Andersson hatte dabei das Glück beim Jazzorchester Curt Ljunggren engagiert zu werden das im Herbst 1926 auf dem Amerikaschiff Gripsholm engagiert wurde. Andersson wurde bereits ein Jahr später zum Kapellmeister auf Gripsholm ernannt und hatte, dank der Aufenthalte in Amerika, die Chance sich in der Welt des Jazz in den USA Kontakte zu schaffen und neue Trends zu erfahren. Noch 1927 erhielt das Orchester dann den Namen Svenska Paramountorkestern und wurde wegen seinem amerikanischen Jazzstil eine lebende Legende.

Nach Ende des Engagements auf der Gripsholm spielte Folke Anderssons Orchester zuerst im Nalen in Stockholm, aber mit der Krise der 30er Jahre wurden die Engagements seltener, der Jazzmusiker gründete ein neues Orchester aber 1935 ging die Erfolgsstory des als ersten authentischen schwedischen Jazzmusikers dennoch zu Ende. Erst spielt Andersson noch i Orchester Arne Hülphers und ab den 40er Jahren verwandelte sich Folke Andersson in einen Restaurantmusiker, der immer seltener Jazz spielen konnte. Am 31. März 1976 starb der Göken dann im Alter von 73 Jahren in Johanneshov bei Stockholm.


Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 8. Oktober 2013

Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Anna Lovisa Öst, genannt Anna-Lisa Öst und bekannt als Lapp-Lisa, wurde am 8. Oktober 1889 in Mark, etwa 35 Kilometer von Vilhelmina, in Lappland geboren und fand ihr Schicksal bereits mit 15 Jahren. Als sie 1904 bei einer Bootsfahrt nahezu ertrank, schwor sie ihr Leben Gott zu widmen, sollte Gott sie überleben lassen. Öst, die damals noch Vikström hieß, überlebte und schloss sich nur vier Jahre später der Heilsarmee an bei der sie sich drei Jahre später zum Offizier ausbilden ließ. Zwölf Jahre lang arbeitete sie dann sehr aktiv dafür andere Seelen zu retten.

Als Anna-Lisa Öst im Jahre 1924 Johan Öst aus Hedemora heiratete, gab sie zwar ihre Arbeit als Offizier der Heilsarmee auf, nicht jedoch ihre christliche Arbeit, denn sie reiste, trotz ihrer zwei Kinder, weiterhin durch Skandinavien und besuchte mehrmals die USA. Bekannt wurde Öst jedoch weniger durch Predigen, sondern vor allem dafür, dass sie nicht mit dem gesprochenen Wort missionierte, sondern über ein Gesangsrepertoire von etwa 800 Liedern verfügte, die die Zuhörer in ihren Bann brachten.

Ab 1929 wurden die ersten Lieder von Anna-Lisa Öst, die man ab dieser Zeit auch als Lapp-Lisa bezeichnete, auf Schallplatten geprägt und erst unter dem Label Tal och Ton vertrieben, später von Sonora übernommen und in den 50er Jahren von Cupol vertrieben wurden. Insgesamt nahm die christliche Sängerin etwa 450 Lieder auf unter denen  vermutlich das Lied Barnatro am bekanntesten wurde und weltweit über 100.000 Mal verkauft wurde. An Lapp-Lisa erinnern heute noch die Gebetsstube im Kirchdorf Fatmomakke und ihre Statue in Vilhelmina. Anna-Lisa Öst starb am 27. April 1974 in Hedemora.


8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung 
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Februar 2012

Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee

Am 28. Februar 1924 starb Hanna Ouchterlony, die Frau, die bereits 1882 die Heilsarmee nach Schweden und dann 1888 auch nach Norwegen brachte. Hanna Ouchterlony, die den Namen eines alten schottischen Adelsgeschlechtes trägt, führte damit in Schweden gleichzeitig die freikirchliche Bewegung der Evangelisch-Methodistischen Kirche ein, eine Bewegung, die eng mit der Heilsarmee verbunden wird. Während die Methodisten jedoch gegenwärtig nur etwa 5000 Mitglieder in ganz Schweden haben, kommt die Heilsarmee, wenn man die Jugendverbände einschließt, auf nahezu die doppelte Anzahl.

Hanna Ouchterlony entdeckte die Heilsarmee im Alter von 22 Jahren, als Bramhell Booth, ein Mitglieder der englischen Gründerfamilie der Bewegung, im Bahnhof von Värnamo eine Predigt hielt. Hanna war von der Idee so beeindruckt, dass sie bald darauf nach England reiste um mehr über die Heilsarmee zu erfahren. 1881 besuchte sie dann auch William Booth in London für mehrere Wochen und studierte die Lehre der Frälsningsarmén, wie die Bewegung in Schweden heißt. Nur ein Jahr später war Hanna Ouchterlony dann bereits Major der Heilsamee und kehrte mit ihrer Fahne nach Schweden zurück.

Hanna Ouchterlony leitete von 1882 bis 1892 die Heilsarmee in Schweden und übersetzte, gemeinsam mit Fredrik Engelke, 44 Lieder der Heilsarmee aus dem Englischen und gab noch 1882 das erste schwedische Gesangsbuch der Bewegung heraus. Värnamo, der Geburtsort Hannas, ist noch heute eng mit Hanna Ouchterlony verknüft, da eine Straße nach ihr benannt wurde und im Åbroparken seit 1958 eine Skulptur der ehemaligen Kommandeurin der Heilsarmee steht. Seit 2005 vergibt die Bewegung auch einen Hannapreis, der nach Hanna Ouchterlony benannt wurde.

28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg

Copyright: Herbert Kårlin