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Samstag, 26. Januar 2019

Der schwedische Künstler Harald Lindberg

Harald Lindberg kam am 26. Januar 1901 als Sohn eines Seemanns in Rumshamn auf Åland zur Welt und wurde im Alter von 15 Jahren Matrose um in die Spuren des Vaters zu treten. Im Jahr 1922 kehrte der spätere Künstler dann jedoch ganz zurück nach Åland und bereitete sich auf eine künstlerische Tätigkeit vor. Zwischen 1925 und 1929 besuchte Lindberg dann die Kunstakademie in Stockholm und hatte als Lehrer Carl Wilhelmson, der als Landschaftsmaler des Bohuslän einen bedeutenden Ruf erlangt hatte und seine Faszination auch an seinen Schüler weitergeben konnte.

Nach Abschluss seines Studiums widmete sich Harald Lindberg insbesondere der Landschaftsmalerei, die das Meer, die Küste und die Schären sehr gefühlvoll darstellen. Aber auch wenn Lindberg seine gefühlvollsten Leistungen in der Landschaftsmalerei brachte, so wurde er auch mit zahlreichen Portraits wichtiger Persönlichkeiten beauftragt, die heute teilweise in der staatlichen Portraitsammlung auf Gripsholm zu finden sind und er illustrierte die Jubiläumsausgabe Hemsöborna des schwedischen Schriftstellers August Strindberg.

Zugleich wurde Harald Lindberg auch mit der Verwirklichung zahlreicher öffentlicher Werke beauftragt, die von einem Fresko im Spånga Gymnasium über eine Wandmalerei in der Brantingschule in Uppsala bis zu Stockholmschilderungen im Zollamt der schwedischen Hauptstadt reichen. Selbst in vielen Kirchen Schwedens findet man Werke des Künstlers Harald Lindberg, der sein Atelier in der Nähe von Slussen hatte. Neben Altartafeln und Wandmalereien findet man in neun Kirchen Schwedens auch Glasmalereien des Künstlers, und für die Sankt Botvids Kapelle in Huddinge schuf er selbst einen fünf Meter hohen Gobelin. Lindberg starb am 4. August 1976 im Alter von 75 Jahren in Stockholm.


26. Januar 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
26. Januar 1900: Die schwedische Künstlerin Agnes Börjesson
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1931: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
26. Januar 1940: Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1947: Der Flugzeugabsturs, der Schwedens Zukunft veränderte
26. Januar 1954: Der schwedische Künstler Carl Eldh
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Dezember 2014

Der Jazzmusiker Folke Andersson, genannt „Göken“

Folke Andersson kam am 23. Dezember 1902 in Stockholm zur Welt und galt bereits sehr früh als musikalisches Wunderkind. Seine Karriere begann indes auf eine etwas ungewöhnliche Weise, nämlich im Kinderchor der Heilsarmee in der er Klarinette, Piano und Geige spielte. Mit den Jahren ging der Musiker dann immer mehr auf die Geige über und als Jugendlicher begann Andersson dann immer häufiger auch Jazz zu spielen. Als Andersson 17 Jahre alt war und zwei Jahre lang moderne Musik in den USA studiert hatte, begann dann im Tanzsalon Pers in Stockholm seine Karriere als Jazzmusiker.

Ab dem Jahre 1922 trat Folke Andersson, der später den Spitznamen Göken erhielt, in den verschiedensten Tanzlokalen Stockholms auf. Andersson hatte dabei das Glück beim Jazzorchester Curt Ljunggren engagiert zu werden das im Herbst 1926 auf dem Amerikaschiff Gripsholm engagiert wurde. Andersson wurde bereits ein Jahr später zum Kapellmeister auf Gripsholm ernannt und hatte, dank der Aufenthalte in Amerika, die Chance sich in der Welt des Jazz in den USA Kontakte zu schaffen und neue Trends zu erfahren. Noch 1927 erhielt das Orchester dann den Namen Svenska Paramountorkestern und wurde wegen seinem amerikanischen Jazzstil eine lebende Legende.

Nach Ende des Engagements auf der Gripsholm spielte Folke Anderssons Orchester zuerst im Nalen in Stockholm, aber mit der Krise der 30er Jahre wurden die Engagements seltener, der Jazzmusiker gründete ein neues Orchester aber 1935 ging die Erfolgsstory des als ersten authentischen schwedischen Jazzmusikers dennoch zu Ende. Erst spielt Andersson noch i Orchester Arne Hülphers und ab den 40er Jahren verwandelte sich Folke Andersson in einen Restaurantmusiker, der immer seltener Jazz spielen konnte. Am 31. März 1976 starb der Göken dann im Alter von 73 Jahren in Johanneshov bei Stockholm.


Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 10. August 2012

Das Schloss Gripsholm am Mälaren


Am 10. August 1537 wurde der Grundstein für das Schloss Gripsholm am Mälaren gelegt, wobei dieser Bau allerdings noch mehr einer Festung glich als einem Schloss. Heute ist dieses prachtvolle Gebäude eines des meistbesuchten Schlösser Schwedens, da man im Inneren nicht nur die größte Porträtsammlung Schwedens mit seinen 4000 Werken findet, sondern davor auch die Runensteine entdecken kann, die über den legendären Ingvarståget der Wikinger aus den Jahren 1036 bis 1041 berichten.

An der Stelle, an der Gustav Vasa im Jahre 1537 das Schloss Gripsholm bauen ließ, fand man jedoch bereits gegen 1370 eine Burg des Reichsrates Bo Jonsson, der dem Geschlecht Grip angehörte und nach dem das Schloss noch heute benannt ist. Bo Jonsson hatte diese Stelle wegen seiner Nähe zu Stockholm und der strategisch günstigen Lage am Mälaren gewählt. Während des Aufstands im Jahre 1434 unter Engelbrekt Engelbrektsson wurde die Burg allerdings abgebrannt. Sten Store der Ältere schenkte dann 1498 die neu aufgebaute Burg dem Kartusiankloster.

Allerdings sollte die neu erbaute Burg und das Kloster nicht lange überleben, denn Gustav Vasa beschlagnahmte das Bauwerk und die zugehörigen Ländereien, verbot im Zuge der Reformation das Kloster und ließ die Burg abreißen. Da Gustav Vasa das Schloss Gripsholm jedoch für Verteidigungszwecke bauen ließ, war es wenig prunkvoll und begann nach seinem Tod zu verfallen. Das heutige Aussehen verdankt das Schloss Gripsholm insbesondere der Königin Hedvig Eleonora, die das Schloss umbauen, erweitern und modernisieren ließ. Die endgültige Form erhielt das Schloss dann durch die weiteren Umbauten unter Fredrik Lilljekvist ab dem Jahre 1890.


10. August 1628: Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm
10. August 1983: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Februar 2012

Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens

Am 7. Februar 1837 starb Gustav IV. Adolf in der Schweiz, ein König, der von Beginn an eine sehr schwierige Stellung in Schweden hatte, da niemand glaubte, dass er der Sohn des vorhergehenden Königs, Gustav III., sei, sondern von Graf Munck von Fulkila, einem Liebhaber der Königin Sofia Magdalena von Dänemark, gezeugt worden sei, da allgemein bekannt war, dass der König unfähig war seine Frau zu befriedigen. Auch wenn Gustav IV. Adolf, geboren am 1. November 1778, von seinem Vater anerkannt wurde und die beste Erziehung bekam, waren Adel und Volk allein wegen der zweifelhaften Herkunft von Beginn an nicht auf der Seite des Thronfolgers.

Gustav IV. Adolf, Gustav Adolfs Torg, Malmö

Da sich Gustav IV. Adolf zudem als ein von Gott auserwähltem König sah, hörte er während seiner Regierungszeit grundsätzlich nicht auf seine Ratgeber und erklärte nicht nur Frankreich unter Napoleon den Krieg (1805 - 1810), sondern führte auch Krieg gegen Finnland (1808 - 1809). Er verlor beide Kriege, wobei er Finnland an Russland abgeben musste und auch an der Blockade gegen England, dem Hauptlieferanten Schwedens, teilnehmen musste. Diese Niederlagen verzieh ihm weder Adel noch das Volk, da beide Gruppen nach den Verlusten erhebliche Nachteile und Probleme erleiden mussten.

Als Gustav IV. Adolf sich im März 1809 entschloss den finnischen Krieg selbst zu befehlen, setzten Carl Johan Adlercreutz und Georg Adlersparre, gemeinsam mit einigen anderen einflussreichen Personen, den König ab und belegten ihn mit seiner Familie im Schloss Gripsholm mit Hausarrest. Am 10. Mai wurde Gustav IV. Adolf dann auch offiziell von den Ständen abgesetzt und schließlich des Landes verwiesen. Die Erben wurden dabei von der Thronfolge ausgeschlossen. Der ehemalige König lebte dann bis zu seinem Tod in der Schweiz, wo er auch mehrere uneheliche Kinder zeugte und vermutlich am Alkohol unterging.

7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. April 2011

M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika

Am 8. April 1956 wurde in der Ansaldo-Werft im italienischen Genua die M/S Gripsholm zu Wasser gelassen, der neue, weiße Luxusdampfer der Svenska Amerika Linien, der zwischen Göteborg und den USA zirkulieren sollte und an die Geschichte der früheren M/S Gripsholm anschließen sollte, das legendäre Auswanderer-Schiff Schwedens, das während des Zweiten Weltkriegs zum Austausch von Kriegsgefangenen diente.

Die M/S Gripsholm wurde am 2. April 1957 von der italienischen Werft an die Svenska Amerika Linien geliefert und brach am Dienstag, den 14. Mai des gleichen Jahres, zu seiner Jungfernfahrt nach Amerika auf. Beim ersten Halt in Kopenhagen stiegen dann die letzten Passagiere, überwiegend Auswanderer, an Bord und der weiße Riese nahm mit 650 Passagieren und 350 Besatzungsmitgliedern seine erste Reise nach Amerika auf.

Im Jahre 1975 ging der Göteborger Broströmkonzern, der die Svenska Amerika Linien besaß, mit der Werftkrise und nach einigen Skandalen, in Konkurs, ein Schicksal, das auch der M/S Gripsholm ähnelt. Das Schiff wurde mehrmals verkauft und als auch der letzte Plan es als Kasino oder Restaurant in Göteborg oder Stockholm zu verankern, scheiterte, sollte es 2001 in Indien verschrottet werden. Während dieser letzten Reise wurde es von Piraten in Dakar überfallen und geplündert. Bei der Weiterfahrt schlug es Leck und sank vor der Küste Südafrikas.

8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur 


Copyright: Herbert Kårlin

Pferdesport in Göteborg