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Samstag, 3. Oktober 2015

Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt

Das Tullgarn Schloss im Södermanland, etwa eine Stunde Autofahrt von Stockholm entfernt, gehört zu den elf königlichen Schlössern in Schweden, kann jedoch teilweise besichtigt werden. Auch wenn der Ort Tullgarn nachweislich bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, so wurde dort das erste schlossähnliche Gebäude erst gegen 1600 gebaut, von dem allerdings kaum mehr als einige Mauerreste erhalten blieben als Magnus Julius De la Gardie im 18. Jahrhundert ein neues Schloss Tullgarn baute, das in einigen wichtigen Zügen, Seitenflügel ausgenommen, bereits dem heutigen Schloss gleicht.

Bis zum Tod von Herzog Fredrik Adolf im Jahre 1803 war das Schloss Tullgarn in Privatbesitz, wurde dann jedoch von der schwedische Krone beschlagnahmt und 1818 entschied der Reichstag, dass das Schloss, nach dem Tode von Sofia Albertina von Schweden, die um diese Zeit Schloss Tullgarn bewohnte, dem Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar I. zufallen sollte. Auch wenn dieser das Gebäude erweiterte und es im Sommer zeitweise benutzte, so machte es erst Gustav V. und Königin Victoria zu ihrem Sommerschloss. Unter Gustav V. erhielt das Schloss nicht nur sein heutiges Aussehen, sondern auch die Einrichtung stammt überwiegend aus jener Epoche, daher spricht man hierbei auch vom Gustavianischen Stil des Schlosses.

Unter Gustav V. brach am 3. Oktober 1853 auch der einzige bekannte Brand auf Schloss Tullgarn aus, wobei hierbei jedoch das schnelle Eingreifen des Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar II., der auch die Löscharbeiten leitete, die größten Schäden verhindert wurden und im Grunde nur das Dach abbrannte und in der obersten Etage einige Schäden zu verzeichnen waren.  Bereits ein Jahr später hatte Tullgarn ein neues Dach und neue Fenster. Seit 1975 verfügt König Carl XVI. Gustaf über eine Etage des Schlosses, die natürlich für die Allgemeinheit gesperrt ist.


3. Oktober 1341: Königin Märta, eine dänische Prinzessin wird Königin Schwedens
3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1949: Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Juni 2013

Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten

Auch wenn sehr viele Besucher Schwedens kaum etwas von dem am 2. Juni 1871 geborenen Architekten Torben Andreas Grut gehört haben, so gibt es kaum jemanden, der nicht schon vor einem seiner Gebäude stand oder auch eines von ihnen betrat, denn Grut war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Architekten des Landes, der nahezu in jedem Teil Schwedens seine Spuren hinterlassen hat, denn der Architekt hatte sich auf öffentliche Bauten und Schlösser spezialisiert.

Seine Ausbildung zum Architekten machte Torben Andreas Grut erst an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm, die er an der Kunstakademie in Kopenhagen vervollständigte. Selbständig wurde der Architekt, nach einigen Jahren praktischer Erfahrung in größeren Architekturbüros, ab 1899. Seine ersten Gebäude waren vor allem Villen und auch eine Tennishalle. Bereits 1903 sollte Grut dann jedoch einen Auftrag erhalten, der für ihn der Weg nach oben war, denn Königin Victoria beauftragte ihn damit die schlossähnliche Villa Solliden auf Öland zu bauen, die heutige Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Da Torben Andreas Grut bei Solliden, auf Wunsch der Königin, zu einem italienischen Baustil griff, wurde der Architekt anschließend mit zahlreichen Bauten beauftragt, die das Gefühl des südlichen Landes nach Schweden bringen sollten. Grut baute daher anschließend Kirchen, herrschaftliche Güter, einige Schlösser, aber auch die Strengbergs Tabakfabrik und das Stadion in Stockholm. Eines seiner Meisterwerke findet man selbst im finnischen Helsinki (Helsingfors) wo er das schwedische Botschaftsgebäude in einen Barockbau des Tessin verwandelte und dabei der Fassade eine Ähnlichkeit mit der Nordseite des königlichen Schlosses in Stockholm verlieh.


2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
2. Juni 1938: Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Flugschau 2013