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Mittwoch, 6. Februar 2019

Der schwedische Bauernzug im Jahr 1914

Bereits vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verbreiteten die konservativen Parteien Schwedens eine Angst vor ausländischen Spionen, einem möglichen Krieg auf schwedischem Raum und wollten damit die Bürger gegen die liberale Regierung von Karl Staaff aufstacheln, mit dem Ziel die Regierung zu hohen militärischen Ausgaben zu zwingen, was natürlich zu einer noch größeren Verarmung der Arbeiter und Städter geführt hätte. Um ihr Ziel zu erreichen, riefen sie insbesondere die konservativen Landwirte ganz Schwedens zu einer gigantischen Demonstration auf, die Gustav V. zeigen sollte, dass die alten Werte Schwedens von der Bevölkerung des Landes weiterhin gestützt werden.

Auf Grund einer landesweiten Organisation zogen daher am 6. Februar 1914 über 32.000 Bauern in Stockholm ein, die ihren Glauben an traditionelle Werte auch dadurch zum Ausdruck brachten. Jede Region zog in einer eigenen Gruppe durch die schwedische Hauptstadt, die Regionalfahne an der Spitze und die Bauern in ihren Nationaltrachten folgten. Die Demonstration erregte zwar große Aufmerksamkeit und Karl Staaff versprach die vorgebrachten Argumente der Bauern zu überdenken, ohne jedoch ein weiteres Versprechen abzugeben, denn in der Tat war dieser Bauernzug mehr ein Auseinandersetzung zwischen den konservativen Landbewohnern und den mehr fortschrittlichen Städtern, wo Arbeiter ganz andere Forderungen hatten als Landwirte.

Auch wenn zwei Tage später Hjalmar Branting bei einer Gegendemonstration in Stockholm mit Arbeitern über 50.000 Demonstranten sammeln konnte, so hatte der Bauernzug dennoch eine große Bedeutung für die Wahlen im gleichen Jahr, denn das Eingreifen des Königs führte dazu, dass Karl Staaff von seinem Amt zurücktrat und die kommende Regierung eine konservative Regierung mit Beamten wurde. Noch bedeutender war jedoch, dass dadurch auch eine sehr konservative Bauernbewegung entstand, die 1921 zum Reichsverband der Landwirte führte, die damit auch bei allen zukünftigen Wahlen in Schweden berücksichtigt werden musste. Die Rüstungsfrage war indes nach dem Bauernzug des Jahres 1914 zweitrangig geworden.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1927: Der nordschwedische Künstler Leander Engström
6. Februar 1929: Der schwedische Skiläufer Sixten Jernberg 
6. Februar 1975: Das Verbot von DDT in Schweden
6. Februar 1981: Der schwedische Musiker Jens Lekman 
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. März 2017

Der Katarinahissen in Stockholm

Am 19. März 1883 um elf Uhr Vormittags weihte Kronprinz Gustaf (Gustav V.) einen Aufzug in Stockholm ein, der damals Elevatorn genannt wurde und heute als der Katarinahissen bekannt ist. Bereits zwei Jahre früher hatte Ingenieur Knut Lindmark von der Stadt den Auftrag für einen Aufzug mit Fußgängerbrücke erhalten, der den Zugang zu den Höhen Södermalms in Stockholm erleichtern sollte. Allerdings musste Lindmark für den Bau des Aufzugs zu ausländischen Fachkräften greifen, für den Bau zu einem belgischen Unternehmen und für die Maschinerie des Aufzugs zu einer amerikanischen Firma, da entsprechende Fachkräfte in Schweden nicht zu finden waren.

Der Katarinahissen, der zu Beginn mit Dampfdruck betrieben wurde und erst 1915 einen elektrischen Motor erhielt, erleichterte nicht nur den Zugang Södermalms, sondern war gleichzeitig eine Attraktion, die viele aus Vergnügen und für die herrliche Aussicht benutzten. Schon zu Beginn benutzten täglich rund 1500 Personen den Katarinahissen, dessen Auffahrt fünf Öre kostete und die Gegenrichtung noch drei Öhre, was heute drei Kronen, beziehungsweise 2,50 Kronen entspräche. Die Haupteinnahme waren jedoch nicht die Fahrten, sondern die Reklame, denn der imposante Turm eignete sich ideal für die großen Reklameschilder Stockholmer Unternehmen.

Im Jahr 1933 wurde dieser erste Katarinahissen geschlossen und nur wenige Monate später wurde er abgerissen, gleichzeitig als der Verkehrsknotenpunkt Slussen umgebaut wurde. Nur drei Jahre später wurde jedoch ein neuer Katarinahissen eingeweiht, eine Sehenswürdigkeit, die noch heute die Augen anzieht, auch wenn der Aufzug nach einer Renovierung und dem Ende der Bauarbeiten am Slussen bis voraussichtlich 2019 außer Betrieb bleiben wird. Das Stahlgerüst erinnert heute sehr deutlich an die Vergangenheit Stockholms und nur die neue Reklameschilder weisen den Weg in die Gegenwart.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 27. September 2016

Vom Stockholmer Freihafen zum Hafen für Kreuzfahrschiffe

Auch wenn es eigentlich seit Mitte der 90er Jahre, als sich Schweden der EU anschloss, keinen Freihafen mehr in Stockholm gibt, so spricht man noch heute vom Freihafen, dessen Geschichte bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgeht, als der Ausbau der Hafenanlagen in Stockholm dringend notwendig wurde. Als 1907 offiziell Freihäfen in Schweden angelegt werden durften, zögerte der Stadtrat Stockholms und erst 1915 konnte sich die Stadt dann für den Gedanken eines Freihafens erwärmen und die Mitglieder des Stadtrates begannen die Bedeutung der Einrichtung eines zollfreien Lagerraumes am wichtigsten Hafen der Stadt zu verstehen.

Zwei Jahre später begannen dann die Arbeiten für einen Freihafen in Stockholm, der nun nicht mehr schnell genug fertiggestellt werden konnte, denn bereits 1919 öffnete man einen kleinen Teil der Anlage und ließ diesen provisorischen Hafen von Gustav V. einweihen. Man baute weiter und entschied sich am 31. August 1922 dazu den immer noch unfertigen Freihafen ein zweites Mal einweihen zu lassen, dieses Mal von Kronprinz Gustaf Adolf. Als der Freihafen in Stockholm dann endgültig fertiggestellt war, so kam es am 27. September 1926 zu einer dritten und letzten Einweihung, dieses Mal stand erneut König Gustav V. bereit die Anlage einzuweihen. Auf diese Weise wurde der Freihafen Stockholms zum am häufigsten eingeweihten Freihafen des Nordens.

Während ab den 30er Jahren die Lagerhallen und die langen Kaianlagen mit seinen Kränen sehr bedeutend wurden, veränderte sich das Bild ab den 70er Jahren, da der Freihafen zu klein für die Containerfahrzeuge geworden war und diese daher einen neuen Hafen in Stockholm erhalten hatten. Als der Beitritt zu Europa dann das ganze Prinzip der Freihäfen erübrigte, kam schließlich die bisher letzte große Veränderung, denn erst kam der Fährverkehr nach Riga und Sankt Petersburg in den Freihafen und seit 2009 legen hier die großen Kreuzfahrtschiffe an, die ständig tausende von Besuchern in die schwedische Hauptstadt bringen. Die Anlagen und der Name Freihafen bleiben daher bestehen, auch weil die Regierung das gesamte Gelände als Schutzgebiet auszeichnete.


27. September 1735: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. September 1777: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
27. September 1809: Der Hafen in Helsingborg hat Geburtstag
27. September 1843: Selma Billström, die unbekannte Frauenrechtlerin
27. September 1882: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
27. September 1889: Albin Ahrenberg, ein Luftpionier Schwedens
27. September 1956: Die Strömsundbrücke (Strömsundsbron) im Jämtland
27. September 1963: Die Möllebanan, die Eisenbahn zwischen Höganäs und Mölle
27. September 2014: Das Feuchtgebiet Välen in Göteborg wird Naturreservat

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 22. September 2016

Das Kaufhaus Nordiska Kompaniet, genannt NK

Am 22. Mai 1915 wurde in Stockholm das Kaufhaus  Nordiska Kompaniet eingeweiht, dass allgemein nur NK genannt wird und im Laufe seiner Geschichte geradezu bahnbrechend war, und heute, wegen seiner berühmten Weihnachtsfenster, weiterhin eine Attraktion ist, die jedes Jahr Tausende von Kindern anlockt. Aber auch wenn das NK erst 1915 in Stockholm öffnete, so geht das Unternehmen Nordiska Kompaniet bis 1902 zurück, als sich zwei der größten Einzelhändler Schwedens, K. M. Lundberg und Joseph Leja, zusammenschlossen und ein modernes Großkaufhaus planten, das den entsprechenden Kaufhäusern in anderen Hauptstädten Europas gleich kommen sollte.

Für den Bau des Kaufhauses Nordiska Kompaniet wurde der Architekt Ferdinand Boberg beauftragt, der dafür mehrere Städte in Europa und den USA besuchte, sich dann jedoch vor allem vom Kaufhaus Wertheim in Berlin inspirieren ließ und sich auch für eine Granitfassade entschied, die stark an Barock erinnert. Drei Jahre lang sollte es dauern bis das Gebäude fertig war und von König Gustav V. eingeweiht werden konnte. Die Bedeutung des Kaufhauses kann man sich vorstellen, wenn man bedenkt, dass 1915 dort 1500 Personen arbeiteten, 330 Telefone zu finden waren und die verschiedensten Abteilungen und die Büros über eine 7500 Meter lange Rohrpost verbunden waren.

Aber auch später sollte die Nordiska Kompaniet in Stockholm, die gegenwärtig noch ein zweites Warenhaus in Göteborg betreibt, ein Kaufhaus besonderer Art sein, denn im NK wurde die erste Rolltreppe Schwedens eingebaut, 1931 weihte Sigvard Bernadotte auf der Dachterrasse eine Golfbahn ein, NK hatte noch vor Diners Club eine eigene Kreditkarte und bis Ende der 60er Jahre fand man hier die wichtigsten Ausstellungen der schwedischen Kunsthandwerker und der schwedischen Kunstindustrie. Nur der Mord an Anna Lindh im Jahre 2003 brachte dem Kaufhaus NK in Stockholm weniger geschätzte Schlagzeilen.


22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
22. September 1790: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
22. September 1855: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund 
22. September 1906: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
22. September 1932: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
22. september 1947: Der satirische Zeichner und Künstler Ivar Starkenberg
22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 27. November 2015

Louis De Geer, ein entscheidungsunwilliger Ministerpräsident

Louis De Geer kam am 27. November 1854 als Sohn des Ministerpräsidenten gleichen Namens in Kristianstad zur Welt und studierte an 1873 Jura an der Universität Uppsala. Nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1979 begann De Geer unmittelbar eine politische Laufbahn und wurde 1901 als liberaler Politiker in die Erste Kammer gewählt, nachdem er bereits vorher im Finanzministerium gearbeitet hatte und in mehreren Ausschüssen aktiv war. Allerdings gehörte De Geer als Liberaler zur kleineren Gruppe der Parteien und spielte daher auch nur eine sekundäre Rolle.

Auf Grund seiner Einstellung verließ Louis De Geer 1914 die Liberalen, was jedoch auch dazu führte dass der Politiker nicht mehr in den Reichstag gewählt wurde und daher ab dieser Zeit als unabhängiger Politiker für seine Ziele kämpfte. De Geer gehörte dabei zu jenen Politikern, die sowohl gegen eine weitere Union mit Norwegen waren als auch ein ausgedehntes Wahlrecht forderten, zwei Punkte, die im Grunde dafür sprachen, dass er nach Karl Staaf als wahrscheinlicher Ministerpräsident galt. Allerdings konnten seine politischen Gegner dies verhindern,  so dass De Geer, der am 25. Februar 1935 starb, zwischen 1914 und 1920 nur eine sehr eingeschränkte Machtstellung behalten konnte.

Die Überraschung kam für Louis De Geer dann jedoch mit dem Wahlverlust von Hjalmar Branting und dessen Rücktritt als Ministerpräsident im Jahre 1920, denn nun ernannte Gustaf V. überraschenderweise De Geer zum Ministerpräsidenten, allerdings mit Ministern, die zum Teil den Liberalen angehörten, zum Teil zum moderaten rechten Flügel standen. Allerdings gelang es De Geer durch seine permanente Inaktivität sämtliche Reichstagsmitglieder in kürzester Zeit zu verärgern und sämtliche seiner Minister reichten beim König ein Abschiedsgesuch ein, mit der Aussage, dass Gustaf V. zwischen De Geer und den Ministern wählen müsse. Dieser Schritt führte dazu, dass Louis De Geer sein Amt bereits nach 111 Tagen an der Macht wieder verlassen musste.


27. November 1640: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
27. November 1701: Anders Celsius und die Celsius-Skala
27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens

27. November 1937: Der schwedische Ministerpräsident Felix Hamrin
27. November 1949: Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 31. Oktober 2015

Axel Munthe, Schriftsteller und Arzt

Axel Munthe kam am 31. Oktober 1857 als Sohn eines Apothekers in Oskarshamn zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala Medizin und Philosophie, ging jedoch nach seinem Examen erst an die Universität Montpellier und anschließend nach Paris um dort 1880 seinen Doktor zu machen. Ab dem Folgejahr arbeitete Munthe als Gynäkologe in der französischen Hauptstadt, begann sich dann jedoch mehr und mehr auf Nervenkrankheiten zu spezialisieren. Während dieser Jahre verkehrte der Arzt insbesondere in der skandinavischen Künstlerkolonie und wurde, unter anderem, auch der persönliche Arzt von August Strindberg, obwohl beide Personen eine sehr unterschiedliche Lebenseinstellung hatten und kaum als Freunde bezeichnet werden konnten.

Als 1884 in Neapel eine Choleraepidemie ausbrach, ging Axel Munthe unmittelbar nach Italien um dort Hilfe zu leisten. Italien sollte auf den Arzt eine besondere Anziehungskraft ausüben, denn nach der Scheidung von seiner ersten Frau im Jahre 1888 verließ Munthe endgültig Paris um sich auf Capri niederzulassen. Nach zwei Jahren an Depressionen und Geldmangel entschied sich der Arzt jedoch eine Praxis in Rom zu eröffnen, wo er sich, auf Grund seiner damals modernen Behandlungsmethoden sehr schnell in einen Modearzt verwandelte. Im gleichen Jahr, als Munthe seine Praxis in Rom eröffnete, baute er auf Capri eine Villa, die heute noch unter dem Namen San Michele weltberühmt ist. Die Kunstsammlungen, die Munthe in seiner Villa sammelte, führten auch dazu, dass Capri sehr bald von kulturellen und königlichen Gästen heimgesucht wurde und die italienische Insel schließlich in ein touristisches Paradies verwandelten.

Im Jahre 1892 wurde Axel Munthe gebeten der persönliche Arzt von Kronprinzessin Victoria zu werden, was damit verbunden war, dass der Arzt ab 1893 jedes Jahr längere Zeiten auf dem Schloss in Stockholm wohnte und ein Freund des künftigen Königs Gustav V. wurde. 1903 wurde Munthe dann offiziell königlicher Hausarzt, was allerdings während des Zweiten Weltkrieges zu gewissen Problemen geführt haben könnte, da Munthe sich gegen den Nationalsozialismus aussprach, das Königshaus jedoch geschlossen hinter Hitler stand. Erstaunlich ist daher auch, dass der Arzt 1937 mit Hermann Göring über den Verkauf seiner Villa auf Capri verhandelte und Munthe auch akzeptierte mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ganz im Stockholmer Schloss einzuziehen, wo der Arzt und Schriftsteller auch am 11. Februar 1949 starb.


31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt
31. Oktober 1916: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
31. Oktober 1920: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren
31. Oktober 1924: Lars Widding, der Vielschreiber des 20. Jahrhunderts
31. Oktober 1924: Der schwedische Schriftsteller Lars Widding
31. Oktober 1962: Mari Jungstedt und Kommissar Anders Knutas aus Gotland
31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Oktober 2015

Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht

Auch wenn das Stockholmer Rathaus nach langwierigen Umbauten bereits am 1. September 2009 wieder vom Amtsgericht übernommen wurde, konnte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erst am 23. Oktober 2009 von Kronprinzessin Victoria eingeweiht werden, eine Gelegenheit bei der die Teilnehmer der Einweihung auch eine ausgedehnte Runde durch die Gänge und Räume machen konnten. Trotz seines Namens, findet man im Rathaus der schwedischen Hauptstadt lediglich das Amtsgericht, denn die administrativen Arbeiten der Stadt sind seit langem im Stadthaus (Stadshuset) zu finden, das im Deutschen ebenfalls als Rathaus bezeichnet wird.

Das Rathaus in Stockholm wurde im Jahre 1915, nach einer fünfjährigen Bauzeit, bereits einmal von Gustav V. eingeweiht, wobei die Stadt den Auftrag für den Bau dem Architekten Carl Westman übertragen hatte, da sein einziger ernsthafter Konkurrent im Gegenzug dazu das Stadthaus bauen durfte. Auch wenn der Bau des Konkurrenten, Ragnar Östberg, heute öfter fotografiert wird als das Rathaus und weitaus bekanntes ist, so handelt es sich beim Rathaus um ein Hauptwerk der schwedischen Nationalromantik und ist daher für Architekten bedeutender als das Stadshuset. Genau genommen gehört das Rathaus mittlerweile auch nicht mehr der Stadt Stockholm, sondern wurde vom schwedischen Staat übernommen.

Das Rathaus Stockholms, in dem man auch sehr viele Kunstwerke findet, wurde von Carl Westman so weit wie möglich dem Baustil aus der Vasazeit nachempfunden, sowohl vom Äußeren als auch im Inneren. Wenn man den Turm des Rathauses betrachtet, so sieht man sehr deutlich die Ähnlichkeit mit dem Schloss Vadstena aus dem 16. Jahrhundert und auch die Gewölbe im Inneren erinnern an den Stil der gleichen Epoche. Dieser Eindruck wird durch die Wahl der Kunstwerke im Inneren des Gebäudes und dem Justitiabrunnen im Innenhof noch zusätzlich verstärkt.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. Oktober 2015

Ministerpräsident Nils Edén und der Parlamentarismus

Nils Edén kam am 25. August 1871 als Sohn eines Rektors in Piteå zur Welt und erhielt eine standesmäßige Bildung, die ihn nach der Hochschulreife in Luleå als Student an die Universität Uppsala brachte, wo er 1897 seinen Doktor in Philosophie machte und gleichzeitig Dozent für Geschichte wurde. Der Aufstieg Edéns war außerordentlich schnell und schon 1909 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Uppsala berufen. Bereits vor seiner Professur hatte sich Edén auch der Politik zugewandt, war 1908 in den Reichstag gewählt worden und nahm ab 1912 eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Liberala samlingspartiet ein. Edén war der letzte Vorsitzende der Partei bis sich diese spalte und später, unter anderem, die heutige Folkpartiet (Volkspartei) daraus hervorging.

Als die rechten und königstreuen Parteien Schwedens im Jahre 1917 bei den Wahlen schwere Verluste erlebten und die Mehrheit der Stimmen bei den Liberalen, also Nils Edén, und den Sozialdemokraten unter Hjalmar Branting lag, versuchte Ministerpräsident Carl Swartz mit allen Mitteln und Intrigen die Regierungsübernahme von Edén zu stoppen, aber letztendlich blieb Gustav V. keine andere Wahl als Nils Edén mit der Regierungsbildung zu beauftragen und ihn am 19. Oktober 1917 zum Ministerpräsidenten zu ernennen, obwohl die Sozialdemokraten bei der Wahl mehr Stimmen erhalten hatten als die Liberala samlingspartiet. Dies lag natürlich auch daran, dass die Sozialdemokraten um diese Zeit die Monarchie abschaffen wollten, nicht jedoch Nils Edén.

Nils Edén war,als liberaler Politiker, in diesen kritischen Jahren eine Ideallösung des Königs, der zwar damit das allgemeine Wahlrecht einführen musste und damit gerechtere Wahlen ermöglichte, jedoch die entscheidende Macht behielt. Aber auch wenn Edén den Sozialdemokraten Branting zum Finanzminister gemacht hatte, so konnte diese Verbindung nicht auf die Dauer halten und schon 1920 zerbrach die Regierung. Edén, ein Gegner des Alkoholverbotes, konnte nach der Volksbefragung zum Alkoholverbot auch seine Partei nicht mehr einigen und entschied sich daher 1924 die nationale Politik ganz zu verlassen. Die Leistungen des Politikers, der am 16. Juni 1945 in Stockholm starb, lagen zum einen die Einführung des Parlamentarismus in Schweden, zum anderen darin, dass er, nach seinem Rückzug aus der Politik, die Geschichte des schwedischen Reichstags verfasste und herausgab.


19. Oktober 1072: Der deutsche Bischof Egino stirbt in Lund
19. Oktober 1758: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman 
19. Oktober 1821: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin 
19. Oktober 1928: Das Chinateatern (Chinatheater) in Stockholm
19. Oktober 1975: Der schwedische Sänger und Musiker Lars Winnerbäck
19. Oktober 1979: Homosexualität keine Krankheit mehr in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Oktober 2015

Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt

Das Tullgarn Schloss im Södermanland, etwa eine Stunde Autofahrt von Stockholm entfernt, gehört zu den elf königlichen Schlössern in Schweden, kann jedoch teilweise besichtigt werden. Auch wenn der Ort Tullgarn nachweislich bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, so wurde dort das erste schlossähnliche Gebäude erst gegen 1600 gebaut, von dem allerdings kaum mehr als einige Mauerreste erhalten blieben als Magnus Julius De la Gardie im 18. Jahrhundert ein neues Schloss Tullgarn baute, das in einigen wichtigen Zügen, Seitenflügel ausgenommen, bereits dem heutigen Schloss gleicht.

Bis zum Tod von Herzog Fredrik Adolf im Jahre 1803 war das Schloss Tullgarn in Privatbesitz, wurde dann jedoch von der schwedische Krone beschlagnahmt und 1818 entschied der Reichstag, dass das Schloss, nach dem Tode von Sofia Albertina von Schweden, die um diese Zeit Schloss Tullgarn bewohnte, dem Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar I. zufallen sollte. Auch wenn dieser das Gebäude erweiterte und es im Sommer zeitweise benutzte, so machte es erst Gustav V. und Königin Victoria zu ihrem Sommerschloss. Unter Gustav V. erhielt das Schloss nicht nur sein heutiges Aussehen, sondern auch die Einrichtung stammt überwiegend aus jener Epoche, daher spricht man hierbei auch vom Gustavianischen Stil des Schlosses.

Unter Gustav V. brach am 3. Oktober 1853 auch der einzige bekannte Brand auf Schloss Tullgarn aus, wobei hierbei jedoch das schnelle Eingreifen des Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar II., der auch die Löscharbeiten leitete, die größten Schäden verhindert wurden und im Grunde nur das Dach abbrannte und in der obersten Etage einige Schäden zu verzeichnen waren.  Bereits ein Jahr später hatte Tullgarn ein neues Dach und neue Fenster. Seit 1975 verfügt König Carl XVI. Gustaf über eine Etage des Schlosses, die natürlich für die Allgemeinheit gesperrt ist.


3. Oktober 1341: Königin Märta, eine dänische Prinzessin wird Königin Schwedens
3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1949: Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. April 2015

Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen

Olof Palme starb am 3. April 1918, im Alter von 35 Jahren, durch die Kugel eines unbekannten Schützen, allerdings nicht wie später sein Verwandter, der Ministerpräsident Olof Palme, in Stockholm, sondern bei seinem Einsatz in Finnland als Mitglied der freiwilligen schwedischen Einheit. Palme hatte an der Universität Uppsala Geschichte studiert und beim Ausbruch des finnischen Bürgerkrieges die Einheit der Freiwilligen gegründet, wenn auch weniger um Finnland zur Unabhängigkeit zu verhelfen, sondern um Russland zu verjagen und Finnland wieder zu schwedischem Besitz zu machen.

Olof Palme galt als extrem intelligent, jedoch auch als Einzelgänger. Nach seiner Hochschulreife studierte er an der Universität Uppsala Geschichte, wobei er sich insbesondere für die Zeit von Karl XI. interessierte sowie für die alte Geschichte Schwedens. Bereits als Student war er ein aktiver Gegner jeder demokratischen Bewegung und die Gründung der schwedischen Brigaden sollte vor allem dazu dienen Schweden wieder zu seiner natürlichen Größe zu führen. Der größte Feind dieses Ziel waren für Palme die Bolschewiken, die auch dem Volk eine Macht geben wollten.

Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Olof Palme, der am 21. September 1884 im finnischen Burgå geboren wurde und den man auf der extremsten rechten Linie suchen muss, bereits während des Ersten Weltkriegs an allen nationalistischen Bewegungen beteiligt war, denn er sammelte 1914 für den privaten Kreuzer Geld, er unterstützte das Großmachtdenken von Gustav V. mit einem Umzug der Studenten unterstützte und jedes sozialistische Denken bekämpfte, da Arbeitern in seinen Augen keine Recht hatten. Da Olof Palme nur wenige Tage vor dem sehr blutigen Ende des finnischen Bürgerkriegs durch eine Kugel getötet wurde, erinnert heute sehr wenig an die Person, die für einen Teil der Schweden immer noch ein Kriegsheld ist.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens 
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold 
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter 
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern 
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens 
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 15. März 2015

Der schwedische Ministerpräsident Johan Olof Ramstedt

Als Johan Olof Ramstadt am 15. März 1935 starb, konnte er zwar auf ein sehr aktives politisches Leben zurückblicken, musste jedoch auch sein Scheitern als Ministerpräsident Schwedens sehen, ein Amt, das er nicht einmal vier Monate lang inne hatte. Wie mehrere Spitzenpolitiker jener Epoche stolperte auch Ramstedt über Probleme der schwedisch-norwegischen Union, da Schweden über die Union bestimmen wollte ohne die norwegische Einstellung zur Union ernsthaft zu beleuchten. Es war daher logisch, dass auch die Verhandlungen Ramstedts scheitern mussten.

Johan Olof Ramstedt kam am 7. November 1852 im sehr gehobenen Bürgerstand Stockholms zur Welt, machte 1869 seine Hochschulreife und studierte anschließend Jura an der Universität Uppsala, legte dort jedoch auch das Kanzleiexamen ab um in die staatliche Laufbahn eintreten zu können. Anschließend machte Ramstedt als Jurist Karriere und wurde 1896 zum Expeditionschef des Justizministeriums ernannt. Als Erik Gustaf Boström dann Ministerpräsident Schwedens wurde, ernannte dieser Ramstedt zum beratenden Staatsrat, was wiederum dazu führte, dass der Politiker zeitweise auch das Amt des Außenministers einnahm.

Als Boström dann jedoch 1905 auf Grund der unlösbaren Probleme mit der schwedisch-norwegischen Union von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktrat, schien Johan Olof Ramstedt der einzige Politiker zu sein, der das Problem lösen konnte ohne dass Schweden das Gesicht verlor, denn Ramstedt hatte sehr gute Kontakte zu den führenden Politikern Norwegens und er er hatte ein gutes Verhältnis zum Kronprinzen, dem späteren Gustav V., auch wenn er die Meinung des Kronprinzen in den Unionsfragen nicht in voller Linie teilte. Der Plan Ramstedts die Union auf eine elegante Weise aufzulösen, scheiterte jedoch am geheimen Ausschuss, der vom ultrakonservativen Christian Lundeberg geleitet wurde und die Regierung zum Sturz brachte, mit der berechtigten Hoffnung anschließend selbst zum Ministerpräsidenten ernannt zu werden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Dienstag, 10. Februar 2015

Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück

Als im Jahre 1909 mit der Änderung des Wahlrechts der Weg in den Parlamentarismus geöffnet wurde, wurde die Zweite Kammer von liberalen und sozialdemokratischen Politikern übernommen, was der Beginn zu einem Kampf zwischen konservativen Kräften unter der Führung von Gustav V. und den Gruppen, die für ein Parlament eintraten, das sich aus allen Schichten, Frauen ausgenommen, zusammensetzte. Da jedoch die Erste Kammer noch immer eine geschlossene und konservative Gruppe war, konnte sich der König parlamentarischen Entscheidungen immer noch widersetzen.

Die Streitigkeiten erreichten 1914 ihren Höhepunkt als Gustav V. die Verteidigung des Landes stärken wollte, die liberale Regierung unter Karl Staaf jedoch die Ausgaben zur Verteidigung so weit wie möglich beschränken wollte. Als die üblichen Druckmittel der konservativen Kräfte kaum Erfolg zeigten, organisiert der König erst einen Bauernzug in Stockholm und anschließend die Sozialdemokraten, als Gegenpol, einen Arbeiterzug. Beim wachsendem nationalistischen Bewusstsein und einer steigenden Angst vor einer russischen Invasion, was bereits 1912 auch zur privaten Finanzierung eines Kreuzers geführt hatte, sah Gustav V. die Chance die Macht des Königs halten zu können und den Parlamentarismus zu verhindern.

Als daher Karl Staaff den König in die Enge drängen wollte, zeigte dieser sich plötzlich als Alleinherrscher des Landes und als oberster Befehlshaber. Gustav V. begann von seiner Armee, seiner Flotte und seinen persönlichen Entscheidungen zu reden, was zeigte, dass er nicht an Verhandlungen mit Staaff interessiert war, sondern diesen in jedem Punkt bekämpfen wollte. Das Ergebnis davon war, dass Staaff und seine Regierung am 10. Februar 1914 zurücktraten und den Rechten des Landes die Regierung übergaben. Aber auch wenn der König, Königin Victoria, Ernst Trygger und Sven Hedin sich nun als Sieger betrachteten, so sollte sich sehr schnell zeigen, dass nun zwar die Liberalen zurückgingen, die Sozialdemokraten jedoch an Macht gewannen, die Forderung nach allgemeinen Wahlen in beiden Kammern immer stärker wurde und die neue Regierung unter Hjalmar Hammarskjöld den Parlamentarismus nicht mehr aufhalten konnte und in ihren Entscheidungen ebenso beschränkt waren wie vorher Karl Staaff.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs 
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes 
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 8. Februar 2015

Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs

Da sich Gustav V. von der aufkommenden sozialdemokratischen Bewegung bedroht sah, hatte er bereits Jahre vor dem sogenannten Bauernzug nach Stockholm am 6. Februar 1914 eine Bewegung geschaffen, die von den Großunternehmern des Landes stark unterstützt wurde. Der sogenannte Bauernzug war so gut organisiert und manipuliert, dass Gustav V. anschließend nicht nur behaupten konnte, dass dies eine Volksbewegung sei, sondern es gelang ihm auch die liberale Regierung zu stürzen und die einflussreichsten Unternehmer der Landes an die Spitze des Staates zu setzen, was bedeutete aufzurüsten um eventuell den deutschen Freunden zu Hilfe eilen zu können.

Womit Gustav V. jedoch nicht gerechnet hatte, war der Einfluss und die tatsächliche Bedeutung der Sozialdemokraten und der Liberalen, die mit Karl Staaff an der Spitze, eine Politik der Abrüstung führten. Er hatte auch die Bedeutung von Hjalmar Branting unterschätzt, dem die Arbeiterbewegungen des Landes volles Vertrauen schenkten und die wirtschaftliche Macht des Kapitals des Landes einschränken wollte, ein Wunsch, der jedoch erst 1917 ansatzweise in Erfüllung ging. Diese Fehleinschätzung zeigte dem König jedochendgültig die Grenzen seiner Macht und war der Beginn einer neuer politischen Ordnung.

Innerhalb von nur zwei Tagen war es Hjalmar Branting gelungen 50.000 Arbeiter zu mobilisieren, die am 8. Februar 1914 durch die Straßen Stockholms zogen und für eine Abrüstungspolitik demonstrierten, während der Jugendverband gleichzeitig hunderttausende von Flugblättern zur Abrüstung  verteilte. Die wichtigste Botschaft war dabei, dass man keine Öre mehr in Rüstung stecken soll, da man dieses Geld für soziale Reformen benötige und der Frieden wichtiger sei als sinnlose Tote in einem unsinnigen Krieg. Auch wenn es dem König also gelungen war den Rechten die Macht im Land vorübergehend zurückzugeben, so wagte es nach dieser Demonstration niemand mehr von einer Teilnahme am Ersten Weltkrieg zu reden.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
8. Februar 1903: Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung 
8. Februar 1966: Carl-Henning William Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden 
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Oktober 2014

Die letzte Schleuse in Trollhättan wird eingeweiht

Bereits gegen das Jahr 1900 passierten pro Jahr Schiffe mit einer Gesamtlast von insgesamt rund einer Million Tonnen die Schleusen in Trollhättan, was allerdings jedes Jahr mehr Probleme mit sich brachte da die Schiffe einen immer bedeutenderen Tiefgang hatten und größer wurden. Aus diesen Gründen mussten nicht nur die drei vorhandenen Schleusen modernisiert und verbessert werden, sondern man benötigte auch eine vierte Schleuse um den Wasserstand besser regulieren zu können.

Als die schwedische Regierung dann 1905 die Schleusen übernahm, war eines der ersten Projekte auch der Bau dieser neuen Schleuse, selbst wenn die Entscheidung erst 1909 fiel. Noch im gleichen Jahr begannen die Arbeiten, die jedoch eine Kompromisslösung mit sich brachten, denn auch wenn das Staatsunternehmen Vattenfall die Passage von Schiffen mit einem Tiefgang von bis zu fünf Metern ermöglichen wollte, so entschied man sich, auf Grund er hohen Kosten, sich vorerst mit vier Metern Tiefgang zu begnügen. Erst in den 30er Jahren sollte man den Tiefgang von 4,6 Metern ermöglichen und 1975 konnten die Kanäle auch von Schiffen benutzt werden, die einen Tiefgang von 5,4 Metern haben.

Der vierte Kanal, dessen Bau sieben Jahre in Anspruch nehmen sollte, wurde dadurch erschwert, da sehr aufwendige Sprengungen vorgenommen werden mussten, die sehr viel Zeit und Geld kosteten. Wer heute die vier Schleusen am Kanal von Trollhättan besucht und die mächtigen Schiffe passieren sieht, sollte allerdings bedenken, dass nach Fertigstellung des vierten Kanals nur Schiffe mit einer Maximallast von 1500 Tonnen passieren konnten und die heutigen Schiffe mit dem ausgebauten Kanal knapp 4000 Tonnen Last transportieren können. Wie wichtig und bedeutend der Bau der vierten Schleuse war, kann man daran erkennen, dass zur Einweihung am 25. Oktober 1916 Gustav V. nach Trollhättan kam um die Feierlichkeiten einzuleiten. Seit 1975 verkehren auf dem Kanal zur Winterzeit auch Eisbrecher die es ermöglichen das ganze ganze Jahr über den Schiffsverkehr zwischen dem Vänern und dem offenen Meer aufrecht zu halten.


25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 1980: Die Grünen Schwedens werden gegründet
25. Oktober 2003: Der schwedische Jazzmusiker Bengan Wittström
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens
25. Oktober 2012: Das Einkaufszentrum Emporia in Malmö 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. September 2014

Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens

Als Ernst Trygger am 23. September 1943 im Alter von 85 Jahren in Stockholm starb, konnte er zwar auf eine großartige Karriere zurücksehen, aber er musste auch erkennen, dass seine politischen Träume endgültig einer neuen Zukunft Platz gemacht hatten, denn als erbitterter Kämpfer gegen den Parlamentarismus musste er erleben, dass der Einfluss des Parlaments in Schweden immer stärker wurde und die königliche Macht in immer mehr Punkten beschnitten wurde. Die Ironie des Schicksals wollte auch, dass Trygger an den Folgen eines gebrochenen Beines starb.

Nach seinem Jurastudium machte Ernst Trygger, der am 27. Oktober 1857 in Stockholm geboren worden war, eine der bedeutendsten Karrieren seiner Zeit, denn nach seinem Doktortitel im Jahre 1885 wurde er Dozent an der Universität Uppsala und schon 1889 erhielt er an dort eine Professur in Prozessrecht. Einige Jahre später nahm er in der Ersten Kammer des Reichstags Platz und ab 1905 war Trygger einer der wichtigsten Personen in den verschiedenen Ausschüssen und entschied weitgehend über die Gesetze Schwedens. Als erbitterter Gegner der Demokratie konnte der Politiker und Jurist daher über Jahre hinweg die Modernisierung Schwedens aufhalten und jedes Streben des Volkes nach Mitbestimmung unterbinden.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges musste Ernst Trygger jedoch akzeptieren, dass mit den Sozialdemokraten auch die Demokratie nach Schweden gekommen war. Als jedoch Hjalmar Branting in Fragen der staatlichen Unterstützung von Arbeitslosen im Jahre 1923 scheiterte, beauftrage Gustav V. Ernst Trygger mit der Regierungsbildung. Allerdings musste Trygger sein Amt als Ministerpräsident bereits nach den Wahlen im Jahr 1924 wieder an Branting abgeben. Sein Einfluss auf die poltische Geschichte Schwedens war daher gering. Nach den chaotischen Wahlen des Jahres 1928 gelang es Ernst Trygger nochmals für zwei Jahre unter Arvid Lindman Außenminister zu werden, aber als die rechte Regierung zwei Jahre später zurücktreten musste, begann sich Trygger ganz aus der Politik zurückzuziehen. Die letzten zehn Jahre seines Lebens blieb der Politiker daher ohne jeden politischen Auftrag und Einfluss
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23. September 1535: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden
23. September 1835: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
23. September 1885: Kristina Nilssons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm
23. September 1934: Per Olov Enquist und die interpretierte Wirklichkeit im Roman
23. September 1944: Die Entwicklung des Stadttheaters in Malmö
23. September 1963: Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. November 2013

Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident

Johan Ramstedt wurde am 7. November 1852 in einer sehr wohlhabenden Familie in Stockholm geboren und begann im Jahre 1869 ein Studium an der Universität Uppsala, das er mit dem Kanzleiexamen abschloss, die Voraussetzung um damals in den gehobenen Staatsdienst einzutreten. Nach einigen Jahren am Landgericht wechselte Ramstedt 1876 in die politische Laufbahn über und wurde bereits am 5. Juli 1902 beratender Stadtrat und Außenminister unter dem Ministerpräsidenten Erik Gustaf Boström.

Als denn Boström im April 1905 sein Abschiedsgesuch einreichte, da er sich nicht in der Lage sah die Unionsprobleme mit Norwegen zu klären, schien auch die Karriere von Johan Ramstedt zu Ende. Als jedoch Kronprinz Gustav, der spätere König Gustav V., unter den Spitzenpolitikern Schwedens niemanden fand, der bereits war in dieser schwierigen Phase Ministerpräsident zu werden, tauchte der Name Ramstedt wieder auf, der in seiner etwas schwierigen Position nicht nein sagen konnte.

Gewissermaßen aus einer Notlage heraus wurde daher Johan Ramstedt am 13. April 1905 zum Ministerpräsident Schwedens ernannt. Auch wenn seine Kenntnisse über die schwedisch-norwegische Unionskrise ein Vorteil waren, so war er als konservativer Politiker sehr wenig geeignet das Eis zwischen den beiden Ländern zu brechen, zumal Ramstedt bei seinen Vorschlägen von den Vorrechten des mächtigen Schwedens ausging, was in Norwegen zu starker Kritik führte. Nach der Auflösung der schwedisch-norwegischen Union verlor Ramstedt dann am 2. August des gleichen Jahres auch sein Amt als Ministerpräsident, blieb anschließend jedoch im Staatsdienst um es dort noch bis zum Oberstadthalter zu schaffen.


7. November 1929: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna 
7. November 1938: Der Tag des Kladdkaka in Schweden

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Dienstag, 5. Juni 2012

Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein

Am 5. Juni 1965 starb Carl Ludvig, Prinz von Norwegen und Schweden, sowie Herzog von Södermanland. Seine Eltern waren Gustav V. und Viktoria von Baden, die Großeltern des gegenwärtigen Königs. Aus politischen Interessen wurde der Prinz über die Vermittlung von König Oscar II. mit Maria Pavlovna verheiratet, einer Kusine des Zaren Nikolai II. Die sehr unglückliche Ehe hielt gerade einmal sechs Jahre und wurde dann aufgelöst, wobei Maria Pavlovna dabei auch ihren Titel als Großfürstin zurückerhielt.

Als Wilhelm Ludvig dann Jeanne Leocadie Tramcourt traf, entwickelte sich zwischen den beiden ein sehr enges Verhältnis, das 30 Jahre dauerte und mit einem Autounfall endete bei dem Jeanne ums Leben kam. Die 30 Jahre verbrachten der Prinz und Jeanne als Sambo, also als Partner ohne Trauschein, obwohl dies in königlichen Kreisen ein absolutes Tabu war und bedeutete, dass sich Jeanne Leocadie Tramcourt bei keinem öffentlichen Empfang an der Seite ihres Mannes zeigen konnte. Nach dem Tod von Jeanne zog sich der Prinz, der das Unfallfahrzeug gesteuert hatte, ganz aus dem öffentlichen Leben zurück.

Prinz Wilhelm Ludvig war in Schweden vor allem als Filmproduzent und Autor bekannt und weniger mit dem königlichen Haus verknüpft, wobei er etwa 30 Reisereportagen und Expeditionsfilme realisierte. Seine Reisen führten ihn dabei nicht nur durch ganz Schweden, sondern auch nach Afrika und Zentralamerika. Auch die Bücher des Prinzen waren überwiegend Reiseschilderungen, wobei Wilhelm Ludvig ab 1936 auch regelmäßig Mitarbeiter des Svenska Dagbladet war.


5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

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Mittwoch, 4. April 2012

Victoria von Baden wird schwedische Königin

Am 4. April 1930 starb Victoria von Baden, die ab 1907 als Ehefrau von Gustaf V. die Königin Schwedens war. Victoria war die einzige Tochter des deutschen Großherzogs Friedrich von Baden und damit auch die Enkelin des deutschen Kaisers Wilhelm II. Die Verbindung zwischen dem Kronprinzen und der Prinzessin war vor allem politisch bedingt und sollte Schweden und Deutschland näher führen, wobei Victoria in diesem Zusammenhang eigentlich erst die dritte Lösung war, da die vorher geplanten Verbindungen mit zwei anderen adeligen Frauen Deutschlands bereits gescheitert waren.

Während man von der Kindheit von Victoria von Baden noch weiß, dass sie von ihrer Mutter selbst in kältesten Wintern dazu gezwungen wurde in kalten Räumen zu schlafen und sie im Schloss, gemeinsam mit 15 anderen Mädchen, auch Französisch und Englisch lernen musste, dass sie als Pianistin vor allem Wagner spielte und von Fotografie begeistert war, ist über ihr Leben in Schweden kaum etwas Persönliches erhalten, denn auf ihren eigenen Wunsch wurden nach ihrem Tode alle Fotos, die sie abbildeten vernichtet und nach dem Tod von Gustaf V. wurden auch sämtliche Briefe, die das Ehepaar austauschte, verbrannt.

Auch wenn die Verbindung zwischen Schweden und Deutschland eher zwischen Oscar II. und Kaiser Wilhelm II. bestimmt wurde, so schienen die beiden sich bereits beim ersten Treffen zu verlieben, denn als Gustaf V. Victoria von Baden am 27. Februar 1881 erstmals anlässlich einer Hochzeit traf, so dauerte es gerade einmal bis zum 12. März bis er um ihre Hand anhielt und die Verlobung öffentlich bekannt gegeben wurde. Bis zur Ehe, die am 20. September des gleichen Jahres stattfand, musste die zukünftige Königin Schwedens dann die schwedische Sprache lernen, sowie die schwedische Politik und die Geschichte der Verfassung des Landes, damit sie ihrer neuen Rolle vom ersten Tag an gerecht werden konnte.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt 

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Montag, 6. Februar 2012

Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige

Am 6. Februar 1914 versammelten sich 32.000 schwedische Konservative in Stockholm um den König in seiner Forderung nach einer stärkeren Verteidigung des Landes zu stützen. Im königlichen Hof versicherte der Organisator der Demonstration, Uno Nyberg, Gustav V. seine Unterstützung und warnte vor den negativen politischen Kräften der Regierung, die Schweden mit dem Wunsch einer Abrüstung in große Gefahr brächten. Zahlreiche Demonstranten kamen in ihren Nationaltrachten um ihre Einstellung zu Schweden zum Ausdruck zu bringen, was heute noch beim Königshaus und den Sverigedemokraterna bei bedeutenden Anlässen der Fall ist.

Nominell hatte der König Schwedens bis 1975 das Recht sich in alle Angelegenheiten der Regierung einzumischen und selbst Änderungen zu verlangen. Allerdings kam es am 6. Februar 1914 letztmals zu dieser Auseinandersetzung, die nicht nur König und Regierung in eine zweifelhafte Situation gebracht hatten, sondern auch Bauern und Arbeiter, da die Bauern den König unterstützten und die Arbeiter die bestehende Regierung unter Karl Staaff.

Obwohl am 8. Februar 1914 dann die Arbeiter Schwedens eine Gegendemonstration in Stockholm veranstalteten und mit 50.000 Teilnehmern der Regierung die Unterstützung versicherten, konnte diese sich nicht gegen die Macht des Königshauses durchsetzen und musste am 17. Februar, nur wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, aufgelöst werden. Da diese Situation ganz Schweden in eine schwere Regierungskrise (Borggårdskrisen) versetzte, versicherte Gustav V. anschliessend sich nicht mehr aktiv in die Regierungsgeschäfte einzumischen.

6. Februar 1993: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin