Posts mit dem Label Kirchenbau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kirchenbau werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 23. November 2016

Der schwedische Architekt Torsten Hansson

Torsten Hansson kam am 23. November 1928 in Göteborg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Nach Abschluss seines Studiums fand der Architekt eine Anstellung bei HSB, der grössten Baukooperative Schwedens und wurde dadurch Teil der Bewegung zum schwedischen Folkhemmet. Die Aufgabe Hanssons war daher für möglichst viele Personen eine Wohnfläche zu schaffen, die einerseits modern und praktisch für die Zeit waren, zum anderen jedoch auch billig sein mussten. Eines seiner größeren Projekte war das Schaffen des Stadtteils Biskopsgården in Göteborg.

Die Architektur Torsten Hanssons zeichnete sich vor allem durch seine Funktionalität aus, unter anderem beim Bau von Schulen, denn die Philosophie des Architekten war, dass einfache Bauten ohne jede Ausschmückung billiger waren und dadurch mit gleichem Geld mehr Fläche geschaffen werden konnte, was von seiner Warte aus eine sinnvolle Idee war, jedoch in der Gegenwart, insbesondere bei Mietwohnungen, dazu führt, dass diese sehr einfachen Bauten für sehr viel Geld den aktuellen Bedingungen angepasst werden müssen, die Eigentümer der Bauten dafür jedoch kein Geld zurücklegten.

Dass Torsten Hansson, der auch als Politiker und Schriftsteller in Göteborg tätig war, trotz seiner relativ einfachen Bauten in die Geschichte der Architektur einging, liegt vor allem an seinen Theorien und Bauten, die ab den 60er Jahren entstanden, als Hansson über ein eigenes Architekturbüro verfügte und im Stadtrat in Göteborg auch einen gewissen Einfluss errungen hatte. In diesen Jahren schuf Torsten Hansson einige Kirchen für ärmere Kirchengemeinden Göteborgs und griff dabei zur Modulbauweise, was zu sehr simplen Kirchen führte in denen Gottesdienst und Versammlung im Zentrum standen, nicht der Bau als solches. In diesen Jahren kamen Hansson auch Zweifel am sogenannten Millionenprogramm des Wohnungsbaus und er kritisierte insbesondere die Stadtplanung und die Bauweise im Stadtteil Angered, die dann auch auf Hammarkullen und andere Randgebiete Göteborgs übergriffen.


23. November 1607: Reichsrat Mauritz Stensson Leijonhufvud
23. November 1833: Hausangestellte auf dem Lande in Schweden
23. November 1858: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
23. November 1860: Hjalmar Branting verändert Schweden
23. November 1879: Die schwedische Künstlerin Sigrid Fridman
23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson
23. November 1904: Die Skansen Kronan in Göteborg
23. November 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. November 2013

Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

Als der schwedische Architekt Rolf Bergh am 2. November 2005 in Täby starb, hatte er sich einen bedeutenden Ruf als Kirchenarchitekt geschaffen, denn kaum ein Architekt Schwedens hat während seines Lebens so viele moderne Kirchen gebaut wie Bergh, so viele erweitert und zusätzlich so viele alte Kirchen restauriert wie dieser Architekt. Rolf Bergh gab der modernen Kirche Schwedens ein neues Gesicht, das von zahlreichen anderen Architekten des Nordens übernommen wurde.

Rolf Bergh hatte an der Kungliga Tekniska Högskolan in Stockholm sowie an der dortigen Kunsthochschule Architektur studiert, war anschließend bei Helge Zimdal und Hakon Ahlberg angestellt, wechselte 1954 zu HSB (Hyresgästernas sparkasse- och byggnadsförening) und machte sich dann 1954 selbständig. Nur ein Jahr später baute der Architekt dann seine erste Kirche in Friggeåker bei Skara. Auch wenn er bei diesem Bau noch zu Ziegel und Zement griff, so zeigte bereits dieser Bau die Zeichen, die später zu seinem enormen Ruf beitrugen, denn er integrierte die kleine Kirche in ihre Umgebung in der man die Ruinen einer alten Kirche aus dem 12. Jahrhundert findet, einem Platz, der historisch dem Heiligen Sigfrid zugeordnet wird.

In den 60er Jahren entwickelte Rolf Bergh dann einen Kirchentyp aus Fertigbauteilen, die leicht von einem Ort zum anderen umziehen konnte und von der Svenska Kyrkan vor allem in Neubaugebieten aufgestellt wurden. Leider sind heute nur noch sehr wenige dieser Kirchen erhalten, eine davon in Göteborg. Die Grundidee Berghs beim Kirchbau war, dass eine Kirche der Gemeinschaft dienen muss, was nur möglich ist, wenn der Altar im Zentrum steht, weshalb er die Stühle oft in Form eines Zirkels plante und den Kirchenraum in eine Art Studio verwandelte. Ein anderes Zeichen seiner Kirchen ist, dass sie für jede Liturgie geeignet sind und zudem nicht für einen bestimmten Glauben gedacht sind.


2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens 
2. November 1993: Der Tag des Stockfischs (Lutfiskens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin