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Dienstag, 18. April 2017

Die Künstlerin Gisela Trapp

Gisela Trapp kam am 18. April 1873 als Gisela Henckel, als Tochter eines Schiffsreeders, in Helsingborg zur Welt und begann sich bereits sehr früh zur Künstlerin auszubilden, unter anderem als Privatschülerin beim dänischen Maler Niels Pedersen in Kopenhagen, wobei sich Trapp vor allem auf Tier- und Naturmotive setzte. Bereits gegen 1895 begann Trapp dann mehrere Werke von Eva Wigström zu illustrieren, einer Schriftstellerin, die in Helsingborg in den gleichen Kreisen verkehrte wie die Familie Henckel.

Über Eva Wigström kam Gisela Trapp auch in Kontakt mit dem Verlag  Svensk Läraretidnings förlag, was dazu führte, dass Trapp etwa 20 Bände der Kinderbuchserie Saga illustrierte. Der Erfolg dieser Serie brachte der Künstlerin dann zahlreiche weitere Illustrationsaufträge mehrerer Verlage, anfangs vor allem für Kinder und Jugendbücher, später dann vor allem für katholische Publikationen. Nach einem Aufenthalt in der Künstlerkolonie in Arild und weiterem Kunstunterricht bei Elisabeth Keyser verwirklichte  Trapp auch zahlreiche Gemälde, die sie in mehreren Ausstellungen präsentierte.

Der große Wandel kam für  Gisela Trapp dann zwischen 1910 und 1920, als die Künstlerin plötzlich zum katholischen Glauben übertrat, da sie in den Folgejahren nahezu ausschließlich katholische Motive malte, was auch auf Kosten des Humors ging, den man in ihren frühen Illustrationen und Gemälden finden konnte. Im Jahr 1923 schenkte Gisela Trapp, die am 2. Mai 1958 starb, gemeinsam mit ihrer Schwester, Helsingborg ein Grundstück zur Errichtung einer katholischen Kirche, wobei die Mutter dann auch den Bau finanzierte. Trapp dekorierte nicht nur diese Kirche, sondern zwischen 1923 und ihrem Tod sämtliche neu errichteten katholischen Kirchen Schwedens. Nach ihrem Tod hinterließ die Künstlerin ihr gesamtes Eigentum der katholischen Kirche.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. April 2017

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg liegt auf einem Hügel im Stadtteil Olivedal, dem Dahlins berg, und beeindruckt von weitem mit ihrem Aussehen. Ihren Namen erhielt die Kirche nach König Oscar II., der die Oscar Fredriks kyrka 1898 persönlich besuchte und sich im Gästebuch eintrug. Der Hügel erhielt seinem Namen nach dem Kaufmann Samuel Dahlin, der nur eine kurze Strecke davon entfernt auch eine Reederei hatte und sich bedeutend für den Bau der Kirche einsetzte. Trotz ihrer Größe und dem imposanten Aussehen, handelt es sich bei der Oscar Fredriks Kirche lediglich um eine Stadtteilkirche, die deswegen kaum von Besuchern der Stadt entdeckt wird.

Eingeweiht wurde die Oscar Fredrik kyrka am 2. April 1893, einem Ostersonntag, vom Bischof des Stiftes, Edvard Herman Rohde. Der Bau als solches gehört mit zu den bedeutendsten Werke des Architekten Helgo Zettervall, der der Kirche nicht nur seinen neugotischen Stil gab, sondern dabei zu Ziegeln griff, die ein Kennzeichen der Nationalromantik sind, eine Kombination, die man bei keinem anderen Bauwerk Schwedens finden kann, da es sich dabei im Prinzip um einen Stilbruch handelt und gegen die architektonische Linie jener Jahre lief.

Die Oscar Fredriks Kirche unterscheidet sich aber auch noch in anderen Punkten von den traditionellen Kirchen Schwedens, denn der Kirchturm wurde am Chor gebaut, was dem Bau eine besondere Charakteristik verleiht. Zum weiteren findet man in der Kirche nicht einen einzigen Gegenstand, der älter wäre als die Kirche selbst, da man nie versuchte dort Kirchenschätze zu sammeln, sondern die Einheit erhalten wollte, trotz mehrmaligen Restaurationsarbeiten und einigen kleineren Umbauten. Wer das Innere der Kirche besucht, kann sogar noch die farbliche Entwicklung der Oscar Fredriks kyrka verfolgen, da man bei der letzten Restauration im Jahre 1974 zur Dokumentation Flächen mit den ursprünglichen Farben freilegte und seither erhält.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Dezember 2016

Die Älvsereds kyrka im Halland

Die aktuelle Älvsered kyrka, die Kirche des Ortes Älvsered im Halland, wurde am 2. Dezember 1838 eingeweiht, eine kleinere Holzkirche in neoklassischem Stil, die auf einem kleinen Hügel in Toppered liegt. Um diese Zeit wurden die meisten Kirchen Schwedens bereits in Stein gebaut, was jedoch bei dieser Kirche gar nicht erst in der Diskussion stand, denn die Kirchengemeinde war sehr klein und sehr arm. Um eine neue Kirche zu bekommen, konnte man daher nur zu jedem Material greifen das in der Umgebung reichlich vorhanden war, nämlich zu Holz.

Natürlich war die Älvsereds kyrka nicht die erste Kirche der Gemeinde, sondern nur zwei Kilometer entfernt hatte man bereits im 13. Jahrhundert eine Holzkirche gebaut, die jedoch abgerissen wurde als die heutige Kirche entstand. Über diese erste Kirche ist relativ wenig bekannt und heute erinnert nur noch ein Erinnerungsstein an das Gebäude und hin und wieder werden dort auch noch Freilichtgottesdienste abgehalten. Die Verbindung zwischen der alten und der neuen Kirche bilden jedoch vor allem zwei Gegenstände, die von besonderem Interesse sind und in beiden Kirchen einen wichtigen Platz einnahmen.

Neben einem einzigen Messingleuchter des 18. Jahrhunderts, der noch von der alten Kirche kommt, findet man in der Älvsereds kyrka ein Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, das im Nachbarort Fagered hergestellt wurde, einer bedeutenden Werkstatt für Taufbecken des Mittelalters. Der historisch bedeutendste Schatz der Älvsered kyrka ist jedoch eine der beiden Kirchglocken, die im 14. Jahrhundert von Meister Håkan gegossen wurde, denn hierbei handelt es sich um eine der ältesten noch erhaltenen Kirchglocken Schwedens, die sogar noch mit Runenzeichen versehen ist, die in diesem Jahrhundert schon von der lateinischen Schrift ersetzt worden war, aber noch vereinzelt verwendet wurde.


2. Dezember 1766: Schweden verfügt über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1836: Der Politiker und Erzbischof Carl von Rosenstein
2. Dezember 1933: Der Schauspieler, Dichter und Revueschreiber Kent Andersson
2. Dezember 1941: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens
2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis
2. Dezember 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. November 2016

Die Tösse Kirche in Åmål

Auch wenn man in und bei Åmål heute mehrere Kirchen finden kann, so nimmt die Tösse Kirche, genau genommen beide Tösse Kirchen, eine besondere Rolle in der Stadt ein. Die ältere Kirche wurde bereits im 13. Jahrhundert im romanischen Stil gebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen weitgehend im Jahre 1741. Bereits 1812 ließ man dann jedoch diese Kirche verfallen und sie ging in Privateigentum über. Erst 1931 kam das Gebäude zurück zur Versammlung und 1961 wurde sie erneut eingeweiht um dort auch Gottesdienste feiern zu können. Ihre historische Bedeutung innerhalb Åmåls bekam die alte Tösse Kyrka allerdings dadurch nicht zurück.

Bevor die neue Tösse Kirche am 5. November 1848 eingeweiht werden konnte, wurde der Gottesdienst für die Kirchenversammlung in der nahen Tydje Kyrka abgehalten. Die neue Tösse Kyrka erhielt eine Basis aus Naturstein und wurde vom Architekten Carl Salin im neoklassischen Stil gebaut, im Grunde auch viel zu groß für die Kirchengemeinde, denn ganz Åmål hatte um jene Zeit nur etwas über 10.000 Einwohner und Tösse liegt rund einen Kilometer vom Zentrum entfernt und war im 19. Jahrhundert nur ein relativ kleines Kirchdorf. Während das Gesamtgebäude der Tösse Kirche seinen ursprünglichen Aspekt seit 1848 behalten hat, wurde der Innenraum bei späteren Renovierungsarbeiten zum Teil verändert und erhielt insbesondere eine völlig neue Farbgebung, die einen Bruch zur Neuklassik darstellt.

Den wahren Schatz der Tösse Kirche bilden der Taufstein und eine der Kirchenglocken, die beide noch von der mittelalterlichen Kirche stammen, wobei der Taufstein aus Speckstein doppelt interessant ist, den er entspricht der norwegischen Form und ist noch ein Zeichen der früheren engen kulturellen Verbundenheit dieser Gegend mit Norwegen. Die Kanzel der Kirche geht bis zum Jahr 1849 zurück und entspricht mit seinen vergoldeten Reliefs dem neoklassischen Stil der Kirche. Die alte Orgel des Jahres 1867 ist heute leider hinter der neuen Orgel versteckt und spielt, trotz ihrer historischen Bedeutung, keine größere Rolle mehr. Im älteren Teil des Friedhofs kann man auch noch ein geschmiedetes Grabkreuz entdecken das als Kulturerbe des Dalslands gilt.


5. November 1818: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
5. November 1829: Die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg
5. November 1879: Die Guttempler-Loge Schwedens wird in Göteborg gegründet
5. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
5. November 1921: Gustaf Fredrikson, vom Schauspieler zum Theaterdirektor
5. November 1932: Sonora, das schwedische Label für Schallplatten

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. November 2016

Das Begräbnismuseum in Ljungby

Der Ort Ljungby im Småland zählt heute rund 15.000 Einwohner und niemand weiß genau wann sich dort die ersten Menschen niederließen, denn historisch gesehen weiß man nur dass hier im elften Jahrhundert ein Runenstein aufgestellt wurde und im 12. Jahrhundert die erste Steinkirche errichtet wurde. Und obwohl man weiß dass die Anwohner Ljungbys im 13. Jahrhundert um die Stadtrechte kämpften, zählte man selbst 1828 nur fünf Landgüter in Ljungby, was mit Sicherheit ein bedeutender Rückschritt in der Entwicklung des Ortes war, auch wenn uns die Gründe dafür heute unbekannt sind.

Am 4. November 2004 sollte Ljungby dann jedoch erneut Geschichte machen, denn in einer kleinen Kirche im Waldfriedhof öffnete das erste Begräbnismuseum Schwedens, das einen Teil der Kulturgeschichte Schwedens erzählt, die nahezu unbekannt ist, da der Tod für viele kein Gesprächsthema ist. In der Tat geht es bei diesem Museum natürlich ebenfalls nicht um den Tod, sondern die Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mit der Beerdigung verbunden sind. Jeder Besucher des Museums ist erstaunt welche Veränderungen dabei allein während der letzten 200 Jahre zu verzeichnen sind.

Das Begräbnismuseum in Ljungby führt den Besucher in Form von mehreren Räumen zu den verschiedenen Traditionen und erklärt nicht nur die Zusammenarbeit von Familie und Nachbarn bei der Vorbereitung einer Beerdigung, sondern zeigt auch frühere Särge, einen gedeckten Kaffeetisch und alle Gegenstände, die in dieser Epoche für kirchliche und private Zeremonien dienten. Beim Besuch des Museums, das im Sommer täglich geöffnet ist, versteht man auch, dass sich nicht nur die Art der Beerdigung innerhalb von 200 Jahren stark veränderte, sonder auch die Gesellschaft hat sich verändert und ging von einem gemeinsamen Handeln und Denken zum Individualismus über.


4. November 1520: Kristian II. wird in Schweden zum König gekrönt
4. November 1842: Olof Arborelius und die Landschaft Dalarnas
4. November 1925: Die schwedische Schauspielerin Kjerstin Dellert
4. November 1954: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
4. November 1954: Stig Dagerman, der depressive Schriftsteller Schwedens
4. November 1970: Die schwedische Opernsängerin Malena Ernman

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 12. Juni 2016

Die Nyeds Kirche (Nyeds Kyrka) in Molkom

Auch wenn der Ort Nyeds bereits zur Steinzeit besiedelt war, so gehen die geschichtlichen Aufzeichnungen des Ortes nur bis 1595 zurück, als der Ort noch Nya Edz geschrieben wurde und sich hier eine eigene Kirchenversammlung gründete und ein Kirchdorf entstand, das heute in Molkom zu finden ist. Das Zentralgebäude Nyeds war, wie schon der Name Kirchdorf (Kyrkby) sagt, eine Kirche, die Nyeds Kyrka, um die sich mehrere kleinere Gebäude gruppierten, die jedoch nicht permanent bewohnt waren. Heute liegt das gesamte Nyed im Süden Malkoms und gehört zum Stift Karlstad.

Die erste Nyeds Kirche wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und war, wie die heutige Kirche, eine reine Holzkonstruktion. Bereits 1643 wählt ein Blitz die Kirche, die dadurch vollständig abbrannte. Auch die neue Holzkirche, die 1682 ihren Kirchturm erhielt, erlitt das gleiche Schicksal, denn in der Nacht zum 30. Juni 1702 brannte auch diese Kirche nach einem Blitzschlag vollkommen ab, und es musste eine dritte Nyeds Kyrka gebaut werden, die erneut aus Holz errichtet wurde und am 12. Juni 1706 eingeweiht wurde. Bei dieser dritten Kirche handelt es sich um das Gebäude, das man heute dort vorfindet.

Bei der aktuellen Nyeds Kirche (Nyeds kyrka) handelt es sich um eine Kreuzkirche, die unter dem Baumeister Måns Rank entstand und mit seiner roten Farbe geradezu wie eine typisch schwedische Kirche wirkt und Platz für 300 Kirchenbesucher hat. Interessant ist auch das Innere der Kirche, da das Taufbeckene, eine der Orgeln, der Altaraufsatz und die Kanzel noch aus der Gründungszeit der Kirche kommen und seit Beginn des 18. Jahrhunderts i der Nyeds Kyrka zu finden sind. Ein weiteres Kleinod der Kirche ist der zentrale Kronleuchter, der bereits 1706 als private Spende in die Kirche kam.


12. Juni 1120: Sankt Eskil, der Schutzheilige des Södermannlands
12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1789: Die Schlacht bei Porrassalmi und Gustav III.
12. Juni 1912: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
12. Juni 1916: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau
12. Juni 1946: Kostenloses Schulessen in Schweden
12. Juni 1947: Rose Lagercrantz und das kritische Jugendbuch Schwedens
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juni 2016

Die Dreifaltigkeitskirche (Trefaldighetskyrkan) in Arvika

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts tauchte im Handelsort Arvika Köping der Gedanke auf eine eigene Kirche zu bauen, da jene des ursprünglichen Arvikas zu klein geworden war und auf Grund der Industrialisierung und der Ankunft der Eisenbahnlinie Köping und Arvika zusammenwuchsen. Arvika hatte zu jener Zeit knapp 4000 Einwohner und Arvika Köping etwas über 2000 Einwohner, betrachteten sich jedoch immer noch als zwei Orte und Köping strebte daher auch nach einer eigenen Kirchengemeinde.

Erst 1905 wurde Arvika Köping dann offiziell eine eigene Kirchengemeinde und der Bau einer Kirche rückte in die Nähe. Etwas schwieriger war es dann jedoch einen Architekten zu finden, der beim Bau der Kirche die verschiedenen Wünsche der Bevölkerung erfüllen konnte. Es dauerte zwei Jahre bis man sich für den Vorschlag der Architekten Ivar Tengbom und Ernst Torulf bestimmte, unter der Voraussetzung, dass die beiden ausschließlich Material aus dem Värmland, wenn möglich sogar aus Arvika, benutzten, eine Herausforderung, die Tengbom und Torulf glänzend erfüllten.

Wenn man heute die Dreifaltigkeitskirche (Trefaldighetskyrkan) in Arvika betrachtet, so ist es sehr schwere einen klaren Stil zu finden, denn auch wenn die Architekten sich von der zu jener Zeit dominierenden Nationalromantik beeinflussen ließen, so entstand eine dreischiffige Basilika in der man vom Barock bis zur Nationalromantik jeden Stil finden kann, was die Kirche geradezu einzigartig macht. Ivar Tengbom ist auch für die gesamte Einrichtung der Kirche verantwortlich und beauftragte lokale Künstler mit der Dekoration, was natürlich auch dazu führte, dass auf der Altartafel einige bekannte Gesichter der Region auftauchten. Auch wenn die Trefaldighetskyrkan in Arvika bereits am 11. Juni 1911 offiziell eingeweiht wurde, so entstand die Malerei im Chor, die göttliche Suche des Menschen, erst im Jahre 1949.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit
11. Juni 1900: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
11. Juni 1904: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
11. Juni 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens
11. Juni 2006: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
11. Juni 1994: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
11. Juni 1997: Das Königliche Münzkabinett in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 8. April 2016

Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht

Die Sophiakirche (Sofiakyrkan) in Jönköping ist mit ihrem 72 Meter hohen Kirchturm nahezu von der ganzen Stadt aus zu sehen und vermittelt den Eindruck einer Domkirche, obwohl es sich dabei um ein Basilika in neugotischem Stil handelt und die Kirche die Gemeindekirche des westlichen Jönköping ist. Auch wenn für diese Kirche im Stadtplan bereits ein Platz vorgesehen war, wurde sie auf einem Marktplatz erbaut, der damit zum zweiten Mal verlegt werden musste. An der Stelle an der die Kirche ursprünglich stehen sollte, findet man heute ein Gymnasium.


Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war Jönköping so stark gewachsen, dass die damalige Kirche nicht mehr für die Besucher ausreichte und eine neue Kirche geplant werden musste. Dennoch dauerte es etwa 20 Jahre bis der Architekt Gustaf Dahl den Auftrag erhielt die Sophiakirche zu planen und zu bauen. In nur wenigen Jahren  stand der monumentale Bau und am 8. April 1888, am ersten Sonntag nach Ostern, konnte die Sofiakyrkan bereits eingeweiht werden, auch wenn ein Großteil der heutigen Innenausstattung erst sehr viel später hinzukam.

Die Benennung Sophiakirche war im Grunde sehr einfallslos, denn sie wurde nach Sophia von Nassau benannt, der Ehefrau des damaligen Königs Oscar II., einer sehr christlichen Königin, die auf Grund ihrer Wohltätigkeit und Bildung sehr beliebt in Schweden war. Sehr beeindruckend ist der Altar, der ganz in Holz geschnitzt wurde und über dem ein Triumphkreuz des Künstlers C. J. Dyfwerman hängt. In ganz Schweden bekannt wurde die Sophiakirche am 1. Mai 2014, als der Priester der Kirche während eines Umzugs der nazistischen Partei Svenskarnas Parti die Kirchenglocken lautstark läuten ließ um vor der Gefahr zu warnen, die von dieser Partei ausgeht. In seiner Erklärung meinte er dass die Glocken früher bei Feuer warnten, nun jedoch ein Zeichen gegen des Rassismus setzen müssen.

8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Dezember 2015

Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens

Nur wenige Jahre nachdem man in Kiruna begonnen hatte Eisenerz abzubauen, gründete Hjalmar Lundblom in nächster Nähe der Gruben den Ort Kiruna. 1901, ein Jahr später, entschied sich Lundblom auch eine Kirche für den Ort bauen zu lassen und beauftrage den Architekten Gustaf Wickman, der bereits zwei Jahre lang für das Bergbauunternehmen LKAB in Kiruna arbeitete, damit eine Kirche zu errichten, die so weit wie möglich einer lappländischen Kota nahe komme. Aber auch wenn der Bauplan 1903 bereits fertig war, so dauerte es noch bis zum 8. Dezember 1912 bis diese Kirche auch eingeweiht werden konnte.

Die offizielle Kirche, die zu dieser Zeit zu Kiruna gehörte, fand man in Jukkasjärvi, 19 Kilometer von der neuen Kirche entfernt, was dazu führte, dass man während der gesamten Bauzeit erst einmal eine größere Baubude zur Kirche des Ortes erklärte. Im gleichen Raum fand man tagsüber die Schule, am Abend einen Speisesaal für die Arbeiter und am Sonntag die Kirche, eine Lösung, die im Grunde niemanden zufrieden stellte und auch nur eine kurzzeitige Notlösung sein sollte. Ab 1906 konnte die Staatskirche Svenska Kyrkan dann in den Räumen der Methodistenkirche den Gottesdienst abhalten, die zumindest zentral gelegen war und an ein Gotteshaus erinnern konnte.

Die Kirche in Kiruna ist gewissermaßen einmalig in Schweden, denn sie ist stark von den norwegischen Stabkirchen beeinflusst und verfügt über alle Baustile die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden üblich waren, angefangen von der Neugotik über die Nationalromantik bis zum Jugendstil. Und da um diese Zeit Falurot zur Nationalfarbe Schwedens erklärt wurde, wurde die aus Russland importierten Holzteile auch mit dieser Farbe bemalt. 2001 wurde die Kirche in Kiruna als das eindrucksvollste Gebäude von der Zeit bis zu den 50er Jahren ausgezeichnet und das schwedische Volk ernannte sie bei einer Umfrage zur schönsten Kirche Schwedens. Wie das gesamte Zentrum Kirunas, so muss allerdings auch die Kirche umziehen, da sie sonst in den wachsenden Gruben des staatlichen Bergbauunternehmens LKAB versinken wird.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1860: Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. November 2015

Die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks Kyrka) in Stockholm

Dort wo man heute in Stockholm die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks kyrka) findet, befand sich ursprünglich ein alter Friedhof auf dem 1674 eine Holzkapelle errichtet wurde, die dem Heiligen Olav gewidmet war. Nicht einmal 100 Jahre später erhielt dann der Architekt Carl Fredrik Adelcrantz den Auftrag an dieser Stelle eine neue Kirche zu bauen. Den ersten Stein für dieses Gebäude setzte der Auftraggeber, König Adolf Fredrik (Adolf Friedrich) im Jahre 1768 persönlich. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren konnte dann die Adolf Fredriks kyrka am 28. November 1773 von Bischof Daniel Herweghr offiziell eingeweiht werden, wobei sie nach dem in der Zwischenzeit verstorbenen König benannt wurde.


Um den Gläubigen auch während der Bauzeit der Adolf-Friedrich-Kirche den Gottesdienst zu ermöglichen, wurde die Holzkapelle so lange wie möglich im Inneren des Neubaus erhalten, was auch in jener Zeit sehr ungewöhnlich war. Von außen hat die Kirche seit der Einweihung kaum eine Veränderung erlebt, was man jedoch vom Inneren nicht behaupten kann, denn heute findet man nur noch den Altar und die Kanzel aus der Gründungszeit, auch wenn der Innenraum mit seinen zahlreichen Kunstwerken immer noch eine Glanzstellung innerhalb der Kirchen Stockholms einnimmt.

Auch wenn für viele Besucher der Adolf Fredriks kyrka der Friedhof der wichtigste Anziehungspunkt scheint, da hier Olof Palme, Hjalmar Branting, Johan Tobias Sergel und zahlreiche andere bedeutende Persönlichkeiten Schwedens begraben liegen, so findet man auch im Innenren der Kirche einzigartige Werke, denn das Altarbild wurde von Johan Tobias Sergel skulptiert und das Taufbecken ist geradezu ein einzigartiges Kristallkunstwerk, das der Glasdesigner Liss Eriksson der Glashütte Orrefors geschaffen hat und durch seine aufstrebende Struktur überzeugt.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1927: Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark 
28. November 1935: Der schwedische Künstler Georg Pauli
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. August 2015

Die Forsby kyrka bei Skövde

Nur etwa sechs Kilometer von Skövde entfernt findet man die Forsby kyrka (Kirche von Forsby), die älteste datierte Kirche Schwedens, denn hier findet man sehr deutlich die Inschrift  XIII KL AUG DED MCXXXV ANN, was bedeutet, dass diese Kirche am 13. August 1135 eingeweiht wurde und damit vermutlich auch eine wichtige Rolle in der Christianisierung Schwedens spielte. Natürlich kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Mönche, die die Schweden um diese Zeit zum „wahren Glauben“ bringen wollten, nicht schon vorher Kapellen oder auch Kirchen bauten, aber es gibt hierfür keinerlei Beweise und Skara, das nicht weit entfernt von der Forsby kyrka liegt, spielte um in dieser Epoche ein sehr wichtige Rolle für die Christianisierung des Landes.

Die Forsby kyrka ist jedoch nicht nur wegen ihres Alters von großer Bedeutung, sondern auch deswegen, weil sie auf einem Grabhügel der Eisenzeit gebaut wurde und hier bei Ausgrabungen im Jahre 2002 eine mittelalterliche Kalkbrennerei entdeckt wurde. Hinzu kommt, dass man in der Nähe der Kirche auch die zwei einzigen husabyar Västergötlands findet, also Königshöfe, die man sonst vor allem im Mälartal sieht. Dies lässt darauf schließen, dass die Umgebung der Kirche bereits zur Zeit der Wikinger ein wichtiges Machtzentrum mit einem bedeutenden Markt war. Weitere Ausgrabungen könnten daher zusätzliche Erkenntnisse bringen und Teile des schwedischen Geschichtsbilds verändern.

Die Bauweise der turmlosen Forsby kyrka zeigt deutliche Einflüsse der romanischen Bauweise Skånes (Schonen), auch wenn die Kirche mittlerweile mehrmals renoviert und teilweise umgebaut wurde. Dass die Kirche von Forsby erhalten blieb, gilt nahezu als Wunder, da sie als katholisches Zentrum während der Reformation unter Gustav Vasa nicht mehr benutzt werden durfte und sich daher nahezu bald darauf in eine Ruine verwandelte und erst im 17. Jahrhundert wieder instand gesetzt wurde. Auch der daneben stehende Glockenturm und das nahe Vorratsgebäude der damaligen Gemeinde entstanden erst im 17. Jahrhundert. Zu den interessantesten Inventaren der Forsby kyrka gehört ein kleines Madonnengemälde, das aus dem frühen Mittelalter stammt. Die beeindruckende Deckengemälde der Kirche verdankt man dem Künstler Johan Risberg, der 1745 ursprünglich fünf davon malte, aber da die Darstellung der Hölle so erschreckend war, dass die Gläubigen die Kirche nicht mehr betreten wollten, wurde diese letzte Malerei wieder entfernt.


13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1840: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 28. Juli 2015

Die Svalövs kyrka des Bistums Lund in Skåne

An der Stelle der heutigen Svalövs kyrka in Skåne wurde bereits 1175 von Mårten Stenmästare eine Kirche gebaut, einem der Bauherren der Domkirche in Lund. Allerdings gehörte diese mittelalterliche Kirche, deren Grundmauern bis heute erhalten blieben, damals zum Herrevadskloster, das nahezu das gesamte Gebiet des heutigen Ortes Svalöv besaß. Aus dem Mittelalter stammt noch das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, das man in der Svalöv-Kirche finden kann. Vom Kloster jener Zeit sind heute nur noch Fragmente zu finden, unter anderem eine Kapelle.

Als im 19. Jahrhundert die Bevölkerung in Svalöv stark zunahm und die Versammlung 1100 Einwohner zählte, war die alte Kirche mit 180 Sitzplätzen zu klein geworden und der Bau einer neuen Kirche musste diskutiert werden. Allerdings wollten die Besitzer der Axelvolds säteri, die Verantwortlichen für die Kirchengemeinde, den Neubau nicht finanzieren und erst nach dem Ausfechten zahlreicher Streitigkeiten konnte der Bau der neuen Svalövs kyrka beginnen. Erst am 28. Juli 1878 konnte die neue Kirche, die von den Gemeindemitglieder gebaut wurde, eingeweiht werden. Allerdings wurden für den Bau auch die Steine der alten Kirche verwendet, so dass hiervon nur das Fundament erhalten blieb.

Im Zuge der Zeit wollte man, vom Taufbecken abgesehen, das Inventar der alten Kirche jedoch nicht übernehmen, was dazu führt, dass die Kirche im Inneren sehr vielen Kirchen des 19. Jahrhunderts ähnelt. Die Kunstgegenstände der mittelalterlichen Kirche, unter anderem ein Madonnenbild (Svalövsmadonnan) und das Triumphkreuz sind heute in Lund zu betrachten. Da das Kirchensilber der Svalövs kyrka im Jahre 1980 gestohlen wurde, findet man heute in der Kirche nur noch die nach Fotos erstellten Repliken. Die letzte bedeutende Restauration der Kirche fand 1969 statt, als auch die heutigen Kirchbänke eingebaut wurden.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 24. Juli 2015

Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm

Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm, die am 24. Juli 1842 eingeweiht wurde, ist aus mehreren Gründen eine Ausnahme unter den Kirchen der schwedischen Hauptstadt, denn auch wenn sie als Skeppsholmskyrkan bekannt ist, so ist ihr wahrer Name eigentlich Carl Johans kyrka. Zum anderen wurde die Kirche am 5. Dezember 2001 zu einem profanen Gebäude, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht und nur noch für kulturelle Veranstaltungen benutzt wird, ein Schicksal, das man bei mehreren historisch interessanten Kirchen Schwedens feststellen kann.


Auf Skeppsholmen fand man bereits vor dem 19. Jahrhundert eine Kirche, die Holmkyrkan, die für die Admiralität, die Flotte und ihre Angehörigen gebaut worden waren. Als jedoch beim sogenannten Blasieholmsbranden im Jahre 1822 diese Kirche vollständig abbrannte, erhielt der Architekt und Oberleutnant Fredrik Blom unmittelbar den Auftrag eine neue Kirche für die Admiralität zu bauen. Obwohl der Bau dieser Kirche, der Skeppsholmskyrkan, bereits 1824 begann und bis auf einige Details bereits 1841 fertiggestellt war, wurde sie erst drei Jahre später, als die Kuppeln endgültig fertig waren, auch eingeweiht und erhielt bei dieser Gelegenheit den Namen Karl Johans kyrka.

Die Skeppsholmskyrkan ist der vermutlich interessanteste neoklassische Bau Schwedens, der mit seinen Säulen, Bogen und  Kuppeln geradezu einem klassischen Tempel nahe kommt. Sehr viele Details der ursprünglichen Kirche blieben bis heute erhalten, obwohl mehrere Renovationen das Gebäude den modernen Ansprüchen eines Kulturtempels anpassten. In gewisser Weise erinnert die achteckige Kirche an das Pantheon in Rom und die Dreifaltigkeitskirche in Karlskrona, was bedeutet, dass auch das Aussehen dieser Kirche sehr deutlich von den üblichen Kirchen Schwedens abweicht.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 12. Februar 2015

Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus

Laurentius Petri Gothus ging nach seinem Tod in Uppsala am 12. Februar 1579, neben Olaus Petri, als einer der bedeutendste Psalmdichter und Erneuerer der schwedischen Kirche in die schwedische Geschichte ein, zumal er sich erst im Laufe der Jahre immer mehr vom früheren Katholizismus entfernte und daher für die Bevölkerung glaubwürdig wirkte. Eine wichtige Rolle hierbei spielte sicher auch, dass der Theologe einen bedeutenden Einfluss bei der Herausgabe der Psalmbücher der Jahre 1567 und 1572 hatte und dabei auch sehr aktiver als Autor von Psalmen auftrat.

Laurentius Petri Gothus, der vermutlich 1529 zur Welt gekommen war, hatte das Glück Ericus Petri als Privatlehrer zu erhalten, der gleichzeitig Herzog Erik, den künftigen Erik XIV. unterrichtete, denn dadurch entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden, was wiederum dazu führte, dass ihm der Herzog ab 1546 ein theologisches Studium in Wittenberg ermöglichte, das dieser 1558 mit einem Magister beendete. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1961 war Herzog Erik bereits König geworden und machte seinen Günstling zum Hofprediger und bald darauf auch zum Professor an der Universität Uppsala.

Im Jahre 1574 ernannte der König Laurentius Petri Gothus zum Erzbischof, obwohl das Wahlkollegium zu einer anderen Entscheidung gekommen war, da der Theologe um diese Zeit noch stark von der katholischen Liturgie geprägt war, die er erst einige Jahre später vollkommen ablehnte. Mit dieser Entscheidung hoffte Erik XIV. sicherlich Schweden langsam zum katholischen Glauben zurückführen zu können, denn als sich Laurentius Petri Gothus 1578 eindeutig gegen den Papst aussprach und damit den protestantischen Glauben in Schweden festigte, entzog ihm der König sämtliche Gehälter und stürzte den Reformer in die Armut, was dessen Einfluss jedoch nur stärken konnte.


12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

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Dienstag, 9. Dezember 2014

Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft

Wie in sehr vielen anderen Ländern, so verlangte die schwedische Kirche auch in Schweden, nach einer Tradition, die auf das Alte Testament zurückgeht, von den Landwirten und Handwerkern den sogenannten Zehnten als Kirchensteuer. Im Gegensatz zu heute war dieser Zehnte allerdings nicht als Geld, sondern als Ware zu liefern, also in Form von Lebensmitteln, landwirtschaftlichen Tieren oder anderen Produkten eines Hofes.

Nach Schweden kam der Zehnte erst im 13. Jahrhundert, also über 200 Jahre nachdem diese Steuer bereits auf Island eingeführt worden war. Üblicherweise ging ein Drittel der Steuer an den zuständigen Priester und der Rest wurde für die Unterhaltung der Kirche eingesetzt, ging an den Bischof und wurde an die Armen verteilt. In der Regel hing jedoch sehr viel vom Bischof ab und der Einstufung des Priesters über die Armut in seiner Kirchengemeinde. Dieser Zehnte wurde in Schweden erst am 9. Dezember 1910 endgültig abgeschafft.

Erst mit dem Vertrag von Västerås (Västerås recess) im Jahr 1527 änderten sich die Regeln, denn ab dieser Zeit konnte zwar der Priester sein Drittel behalten, aber die anderen beiden Drittel wurden nun vom König als Steuer verlangt. Nach der Gesetzessammlung Upplandslagen des Jahres 1350 konnte der Zehnte auf drei verschiedene Weisen bezahlt werden, nämlich in Form von Getreide (sädestionde), in Form von Tieren (kvicktionde) oder, falls es sich um Handwerker handelte, auch in Münzform. Bei einigen Freikirchen wird noch heute der Tionde, der Zehnte praktiziert, auch wenn es hierfür keine gesetzliche Grundlage mehr gibt.


9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1937: Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

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Freitag, 3. Januar 2014

Der konservative Erzbischof Johannes Steuchius

Johannes Steuchius wurde am 3. Januar 1676 in einem akademischen Milieu in Härnösand geboren und wurde daher bereits ab dem fünften Lebensjahr von Privatlehrern auf das Gymnasium in Härnösand vorbereitet, das er dann ab seinem achten Lebensjahr besuchte. Steuchius setzte schon wenige Jahre darauf mit seinen Studien in Uppsala und Lund fort, die er 1698, im Alter von 22 Jahren, mit einem Philosophieexamen abschloss. Nach Abschluss seines Studiums besuchte Steuchius noch alle bedeutenden Universitäten in Europa um sich mit den damals modernsten Strömungen der protestantischen Theologie und der Philosophie vertraut zu machen.

Zurück in Schweden erhielt Johannes Steuchius unmittelbar das Amt eines Dozenten in Philosophie an der Universität Uppsala und, dank der Beziehungen seiner Familie, wurde er schon bald darauf Bibliothekar und außerordentlicher Professor an der Universität Lund. 1707 war Steuchius dann bereits Professor für Logik und Metaphysik sowie ordentlicher Professor für Theologie an der gleichen Universität. Wegen der unsicheren Lage in Skåne und einem drohenden Anfall der Dänen, ging der Wissenschaftler dann jedoch bereits 1709 zurück nach Uppsala und setzte seinen Aufstieg, dank der Unterstützung von Prinzessin Ulrika Eleonora erst in Uppsala und in Stockholm fort.

Im Jahre 1719 promovierte Johannes Steuchius bei seinem Vater zum Doktor in Theologie, was ihn zu einer der wichtigsten Personen in der philosophisch-theologischen Wissenschaften machte. Als sein Vater starb, nahm Steuchius das Amt seines Vaters als Erzbischof Schwedens ein, was ihn zum mächtigsten Mann der schwedischen Kirche machte. In dieser Eigenschaft schuf der Theologe das strengste und konservativste Gesetz in der Geschichte der schwedischen Kirche nach dem bereits der Verdacht, dass jemand von den Gedanken der offiziellen lutherischen Lehre abweiche, zur Verfolgung führte. Unter seiner Amtszeit mussten alle Priester des Landes die Stellung von Arvid Horn einnehmen und jede Modernisierung der Kirche unterbinden. Obwohl Steuchius geadelt war und den Namen Steuch tragen durfte, behielt er in seiner Eigenschaft als Kirchenmann immer seinen bürgerlichen Namen.


3. Januar 1868: Isidor Behrens und der schwedische Sportklub AIK
3. Januar 1910: Ebbe Lieberath gründet die schwedischen Pfadfinder 
3. Januar 1947: Nylonstrümpfe kommen nach Schweden 
3. Januar 1960: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms

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Mittwoch, 6. November 2013

Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Als der schwedische Architekt Carl Nyrén am 6. November 2011 in Stockholm starb, verschwand zwar einer der größten modernen Architekten Schwedens, nicht jedoch sein Architekturbüro, das von seinen früheren Angestellten übernommen worden war. Nyrén war 1967 der erste Architekt, der den damals neu gestifteten Träpriset (Holzpreis) erhielt, einen der zahlreichen Preise mit denen seine Arbeiten ausgezeichnet wurden. 1985 wurde der Architekt auch zum Ehrendoktor der Kungliga Tekniska högskolan in Stockholm ernannt.

Carl Nyrén war gewissermaßen mit der Bautätigkeit aufgewachsen, da sein Vater Teilhaber an einem holzverarbeitenden Unternehmen war. Seine Ausbildung zum Architekten schloss er 1942 an der Königlichen Technischen Hochschule ab, der eine zweijährige Anstellung beim Seefahrtsamt und vier Jahre beim Architekten Paul Hedqvist folgten. Aber da das Ziel Nyréns ein eigenes Architekturbüro war, gründete er 1948 das Nyréns Arkitektkontor in Stockholm, das sich vor allem auf öffentliche Bauten und Kirchen spezialisierte.

Das bekannteste, wenn auch nicht ausdrucksstärkste, Bauwerk von Carl Nyrén ist die Västerortskyrkan in Vällingby, die Le Corbusier als eine der drei schönsten Kirchen weltweit bezeichnete. Zweifellos hat jedoch bereits dieses Gebäude aus dem Jahre 1956 alle Zeichen, die typisch für die Architektur Nyréns sind, denn alle seine Gebäude zeichnen sich durch einen klaren und einfachen Stil aus bei denen Beton, Verputz und Holz sehr wichtig sind, abgesehen von den Fenstern, denn für Carl Nyrén war der Lichteinfluss im Raum eines der wichtigsten Elemente, wobei er den Fenstern oft ein sehr eigenwilliges und charakteristisches Aussehen gab, da der Architekt Design mit der Lichteinstrahlung verknüpfen wollte.


6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå 
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 2. November 2013

Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

Als der schwedische Architekt Rolf Bergh am 2. November 2005 in Täby starb, hatte er sich einen bedeutenden Ruf als Kirchenarchitekt geschaffen, denn kaum ein Architekt Schwedens hat während seines Lebens so viele moderne Kirchen gebaut wie Bergh, so viele erweitert und zusätzlich so viele alte Kirchen restauriert wie dieser Architekt. Rolf Bergh gab der modernen Kirche Schwedens ein neues Gesicht, das von zahlreichen anderen Architekten des Nordens übernommen wurde.

Rolf Bergh hatte an der Kungliga Tekniska Högskolan in Stockholm sowie an der dortigen Kunsthochschule Architektur studiert, war anschließend bei Helge Zimdal und Hakon Ahlberg angestellt, wechselte 1954 zu HSB (Hyresgästernas sparkasse- och byggnadsförening) und machte sich dann 1954 selbständig. Nur ein Jahr später baute der Architekt dann seine erste Kirche in Friggeåker bei Skara. Auch wenn er bei diesem Bau noch zu Ziegel und Zement griff, so zeigte bereits dieser Bau die Zeichen, die später zu seinem enormen Ruf beitrugen, denn er integrierte die kleine Kirche in ihre Umgebung in der man die Ruinen einer alten Kirche aus dem 12. Jahrhundert findet, einem Platz, der historisch dem Heiligen Sigfrid zugeordnet wird.

In den 60er Jahren entwickelte Rolf Bergh dann einen Kirchentyp aus Fertigbauteilen, die leicht von einem Ort zum anderen umziehen konnte und von der Svenska Kyrkan vor allem in Neubaugebieten aufgestellt wurden. Leider sind heute nur noch sehr wenige dieser Kirchen erhalten, eine davon in Göteborg. Die Grundidee Berghs beim Kirchbau war, dass eine Kirche der Gemeinschaft dienen muss, was nur möglich ist, wenn der Altar im Zentrum steht, weshalb er die Stühle oft in Form eines Zirkels plante und den Kirchenraum in eine Art Studio verwandelte. Ein anderes Zeichen seiner Kirchen ist, dass sie für jede Liturgie geeignet sind und zudem nicht für einen bestimmten Glauben gedacht sind.


2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens 
2. November 1993: Der Tag des Stockfischs (Lutfiskens Dag) in Schweden

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Mittwoch, 24. Juli 2013

Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm

Auch wenn man noch heute in Stockholm von der Skeppsholmskyrkan spricht, die genauer genommen Carl Johans kyrka hieß, so finden dort schon lange keine Messen mehr statt, denn das unter Denkmalschutz stehende Gebäude trägt seit 2009 den Namen Eric Ericsonhallen und ist seit dem 5. Dezember 2001 offiziell ein Profanbau in dem sich heute eine Konzerthalle befindet und das internationale Chorzentrum Eric Ericson International Choral Centre seinen Hauptsitz hat.

Die Skeppsholmskyrkan wurde im Jahre 1824 als Kirche für die schwedische Marine gebaut und sollte die kurz zuvor abgebrannte Holmkyrkan, eine einfache Holzkirche, ersetzen. Auch wenn die Kirche bereits im Jahre 1833 ihre typische Kuppel erhalten hatte und damit fertiggestellt war, wurde sie erst am 24. Juli 1842 eingeweiht, nachdem auch der kleine Turm auf der höchsten Stelle der Kuppel noch errichtet war.

Der Erbauer der Skeppsholmskyrkan, der militärische Architekt Fredrik Blom, ließ sich bei dem achteckigen Bau sowohl vom Pantheon in Rom als auch der Trefaldighetskyrkan in Karlskrona inspirieren und griff bei Bau zu einem neuantiken Stil. Im Gewölbe am Eingang wurden nach dem Zweiten Weltkrieg einige Erinnerungssteine eingemauert, die an die Toten der schwedischen Marine erinnern sollen, die während ihrem Bereitschaftsdienst ums Leben kamen, insbesondere an jene, die am 17. September 1941 bei der Explosion mehrerer Kriegsschiffe in Stockholm starben.


24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden 
24. Juli 1719: Russische Galere greift Nyköping an

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Dienstag, 1. Januar 2013

Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Der Beschluss, dass die schwedische Kirche (Svenska Kyrkan) vom Staat getrennt werden sollte, wurde bereits im Jahre 1995 gefällt. Allerdings sollte es noch bis zum 1. Januar 2000 dauern bis alle entsprechenden Verträge und Bedingungen ausgehandelt waren und sowohl das Parlament als auch die Svenska Kyrkan die Idee umsetzen konnten. Auch wenn die Entscheidung mehr eine Zwischenlösung wurde als eine absolute Trennung der beiden Einheiten, so waren beide Seiten mit der Entscheidung als solches zufrieden..

In der Tat sollte diese Reform das Rad der Geschichte bis zur Zeit vor Gustav Vasa zurückdrehen, der ab 1523 die Reformation durchstzte und in Schweden die Staatskirche einführte. Allerdings wollte die schwedische Regierung auch 2000 noch einen gewissen Einfluss über die Arbeit und die Bedeutung der Svenska Kyrkan ausüben, was sich darin zeigt, dass es nach wie vor vier Gesetze gibt, die dem Staat eine Macht über die Kirche geben. Aus der Staatskirche wurde daher nichts anderes als eine nationale Volkskirche.

Die Hauptunterschiede der Trennung zwischen Staat und Kirche am 1. Januar 2000 zeigen sich vor allem darin, dass die Abgaben an die Svenska Kyrkan keine Steuern mehr sind, sondern eine Mitgliedsabgabe gelten, dass die schwedische Kirche Eigentum besitzen kann und dass sie nicht mehr Einwohnermeldeamt tätig ist. Aber nach wie vor ist die Svenska Kyrkan die einzige volks-nationale Kirche, die, unter anderem, auch über nahezu alle Friedhöfe verfügt und daher allen anderen religiösen Gemeinden des Landes indirekt übergeordnet wurde.


1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz 

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