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Mittwoch, 6. April 2016

Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan

Die Entwicklung der Stadt Ronneby in Blekinge kann man geschichtlich in drei Epochen einteilen, denn die ersten Bewohner kann man hier bis zum 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Ab dem 13. Jahrhundert war der Ort so groß geworden, dass man ihn geradezu als Stadt bezeichnen konnte. Im Jahre 1387 wurden Ronneby daher auch erstmals die Stadtprivilegien verliehen, was bedeutet, dass Ronneby die älteste Stadt Belkinges ist, die damals von drei Seiten durch den Fluss Ronnebyån, und der vierten Seite durch eine Palisade gegen Feinde geschützt war. Diese Epoche ging am 26. Februar 1658 mit dem Frieden von Roskilde zu Ende, denn als Blekinge in Schweden einverleibt wurde, verlor Ronneby einer Großteil seiner Bedeutung, und seine Stadtrechte.

Ronneby wuchs jedoch weiterhin und wurde bald nachdem Blekinge zu Schweden gekommen war zum Kyrkby und erlangte 1862 auch die Marktrechte als Köping. Der Schritt zur Stadt war daher nahe, wenn es nicht am 6. April 1864 zu einem Großbrand gekommen wäre, denn an diesem Tag wurden 80 Prozent aller Gebäude von den Flammen zerstört und 1250 Personen verloren das Dach über ihrem Kopf. Nur das Gebiet Bergslagen bei der Kirche blieb an diesem Tag erhalten und ist damit die einzige Gegend Ronnebys mit einem mittelalterlichen Charakter in dem man auch noch Gebäude aus dem 18. Jahrhundert findet, die Altstadt Ronnebys, und die zweite Epoche Ronnebys war zu Ende.

Nur 20 Tage nach dem Brand entschied sich der Stadtrat Ronneby an der gleichen Stelle wieder aufzubauen, aber nun dachte man an die Gefahr durch Feuer und entschied sich gerade und breite Straßen zu bauen. Zudem mussten die Häuser nun auf einem Steinfundament stehen und der untere Teil der Häuser aus Stein oder Ziegel gebaut werden. Auch wenn diese Änderungen den Charakter Ronnebys veränderte, so führte sie auch dazu dass Ronneby schon 1882 erneut die Stadtrechte erhielt und zu einem Industrie und Badeort wurde. Heute sucht man jedoch auch diese Epoche vergebens, denn in den 60er Jahren wurden die meisten der Häuser, die nach dem Brand erbaut wurden, abgerissen und durch die heutigen Bauten ersetzt. Architekten, die den Baustil der schwedischen 60er Jahre suchen, werden in Ronneby jedoch einige Überraschungen entdecken.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung 
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark 
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager 
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 5. Juli 2013

Eine Fokker F-28 landet auf dem Flughafen Emmaboda

Ein einziges Mal in der Geschichte der schwedischen Luftfahrt landete eine Fokker F-28 mit 42 Passagieren an Bord auf dem Flugplatz in Emmaboda, nämlich am 5. Juli 1987. Allerdings sollte die Maschine der Gesellschaft Linjeflyg damals in Ronneby landen, aber aus irgendeinem Grund hatten die Piloten die Landebahnen verwechselt und brachten die Maschine auf einer nur 1300 Meter langen Landebahn zum stehen, die im Grunde mehr für Sportflugzeuge als für Linienmaschinen gedacht war.

Nach der Landung in Emmaboda versuchte man natürlich herauszufinden, warum die F-28 sich verflogen hatte, wobei die Erklärungen jedoch nicht unbedingt in jedem Punkt logisch waren. Zum einen sind die beiden Landebahnen natürlich sehr ähnlich, obwohl jene in Ronneby fast doppelt so lang ist. Hinzu kam, dass an diesem Tag herrliches Wetter war und sich die beiden Piloten dazu entschieden auf Sicht und ohne Automatik zu fliegen, so dass auch die automatische Warnung ausblieb. Die Flugsicherheit wiederum hatte auf Anfrage zwar den Anflug genehmigt, nicht jedoch eine Landung, was wiederum zu einem Missverständnis führte.

Natürlich entdeckten die Piloten kurz vor dem Aufsetzen der Maschine in Emmaboda, dass sie sich verflogen hatten, aber die F-28 noch hochzuziehen schien ihnen noch riskanter als aufzusetzen, was vermutlich sogar die richtige Entscheidung war. Die Passagiere, die den Irrtum der Piloten noch nicht bemerkt hatten, wurden dann jedoch damit überrascht, dass sie per Bus nach Ronneby transportiert wurden, denn die Piloten mussten unmittelbar vor den Untersuchungsausschuss und die F-28 wurde, dieses Mal ohne Passagiere, von einem erfahrenen Piloten ans Ziel gebracht.


5. Juli 1568: Die erste bürgerliche Königin Schwedens: Karin Månsdotter 
5. Juli 1793: Der schwedische Maler Alexander Roslin

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. September 2012

Das Blutbad von Ronneby

Am 4. September 1564 fand in Ronneby das sogenannte Blutbad von Ronneby statt, das geschichtlich größte Massaker während des Nordischen Siebenjahreskrieges. An diesem Tag drang das schwedische Heer mit 7900 Soldaten in Ronneby ein und tötete nahezu alle Bewohner des Ortes.  Nach späteren Aufzeichnungen sollten selbst kleine Kinder aufgespießt und Frauen, die kurz vor Geburt waren auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden sein. Nur einige wenige Personen sollen dem Massaker entkommen sein. Die Stadt wurde nach der Eroberung von den Schweden abgebrannt.

Das Geschehen geht darauf zurück, dass der schwedische König Erik XIV. Blekinge, das damals noch zu Dänemark gehörte, als Pufferzone benutzen wollte und daher systematisch zerstörte. Während die meisten Orte der Region sofort kapitulierten sobald sie das schwedische Heer sahen, leistete Ronneby Widerstand, obwohl die Stadt wissen musste, dass sie dem schwedischen Heer nicht gewachsen war Vermutlich hofften sie auch nur die Stadt so lange verteidigen zu können bis die Dänen ankamen um den Feind zurückzuschlagen. Niemand kennt die Gedanken der Toten.

Erik XIV. schrieb nach der Tat, dass das Wasser des Flusses rot war durch das Blut der vielen Toten, was er positiv sah, denn für ihn war es besser ein zerstörtes Land Blekinge zu haben als ein feindliches Land. Die Tat wurde sowohl von den Dänen als auch den Schweden als besonders grausam dargestellt, da die Schweden damit den Kampfwillen der Schweden stärken wollten und sich als unbesiegbar hinstellen konnten. Die Dänen dagegen wollten die Grausamkeit der Schweden hervorheben, damit sich das Volk gegen ein so bestialisches Land zur Wehr setzt, da es Angst vor einer Eroberung hat.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens
4. September 1994: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre 

Copyright: Herbert Kårlin