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Mittwoch, 18. Juli 2012

Der Tag des Bieres in Schweden

Selbst jene, die versuchen sich auf dem Laufenden zu halten mit all den Ereignissen die in Schweden mit den einzelnen Tagen des Jahres verbunden sind, werden dieses Jahr von einem weiteren „Tag des Jahres“ überrascht, da der Verband der schwedischen Brauereien den 18. Juli erstmals zum Tag des Bieres ernannt haben, in der Hoffnung natürlich, dass sich im Laufe der Jahre nicht nur alle 70 schwedischen Bierbrauereien der Aktion anschließen werden, sondern auch hunderte von anderen Stellen, denen schwedisches Bier am Herzen liegt.

Am heutigen 18. Juli werden auf jeden Fall alle Mitglieder des Verbandes „Sveriges Bryggerier“ bei einem gemeinsamen Tag der offenen Tür über ihre Arbeit berichten, den Brauvorgang erklären, die unterschiedlichen Arten von Bier darzustellen und natürlich auch zu Kostproben einladen. Nach dem Verband ist Schweden im Grunde auch kein Land des Weines, dem meist getrunkenen Alkohol des Landes, sondern ein Land des Bieres in dem auch die Hausmannskost auf Bier abgestimmt ist und nicht auf Wein. Gleichzeitig will der Verband der schwedischen Bierbrauer natürlich auch darauf aufmerksam machen, dass das Braugewerbe Schwedens mit seinen rund 70 aktiven Brauereien weiterlebt und bei weitem nicht alle Brauereien in die Hände der multinationalen Unternehmen geraten sind.

Wer am heutigen Mittwoch eine der Brauereien zwischen Visby, Falkenberg, Vimmerby, Sigtuna oder Ystad besucht, wird auch verstehen, warum jeder Schwede im Durchschnitt 50 Liter Bier pro Jahr trinkt, das allein in Schweden gekauft wird und nur etwa die Hälfte des Gesamtkonsums ausmacht, da die hohen Alkoholsteuern jedes Jahr mehr Schweden dazu verleiten Bier aus Deutschland zu holen oder Schmuggelware zu kaufen, was logischer Weise auch zu Lasten der schwedischen Bierbrauer geht, da man außerhalb Schwedens nur in Ausnahmefällen auch echt schwedisches Bier erhält. Leider gibt es auch nur wenige Touristen, die nach Schweden kommen und wirklich ein schwedisches Bier trinken, das nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.


18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III. 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Mai 2012

Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa

Am 20. Mai 1948 wurde die Reederei Vasa-Umeå AB gegründet, die noch am gleichen Tag von der Suomi Shipping Oy den Dampfer S/S Pörtö kaufte, der bereits die vorhergehenden Jahre auf der Strecke zwischen Umeå und Vasa verkehrte. Als erstes wurde dann von der Reederei das Fahrzeug auf „Turisten“ umgetauft, was das Ziel des Unternehmens sehr gut ausdrückte. Bereits am 28. Mai stach dann die Turisten mit dem Ziel Umeå in See.

Zwischen 1948 und 2000 verkehrte die Reederei, die die letzten Jahre unter Silja Line zeichnete, dann regelmäßig zwischen Umeå und Vasa, was allgemein als der Kvarkentrafiken bezeichnet wurde. Kvarken ist der Ausdruck für einen Hals, also die engste Stelle des Meeres, wobei der Kvarken, und insbesondere die 7000 Schäreninseln auf finnischer Seite, zum Weltkulturerbe gehören. Die großen Fähren der 70er Jahre benötigten für die Reise gerade einmal vier Stunden, was für die Passagiere eine ideale Zeit war um zollfrei Alkohol und Tabak kaufen zu können.

Die Versuche in den 70er Jahren eine Strecke von Sundsvall nach Finnland zu schaffen, zeigten sich nicht als erfolgsträchtig, da die Schiffe neun Stunden auf See waren, aber das Interesse der Passagiere darin lag so wenig wie möglich auf dem Wasser zu sein, sondern offizieller Handel und Schmuggel im Vordergrund lagen. Als dann am 30. Juni 1999 Europa entschied, dass innerhalb Europas die Steuerfreiheit auf Fähren aufgehoben wird, wurden die Fahrten uninteressant und bereits im nächsten Jahr musste der Fährverkehr zwischen den beiden Orten ganz eingestellt werden.


20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens
20. Mai 1964: Die schwedische Polizei wird verstaatlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. August 2011

Kaffeerationierung in Schweden

Seit dem 18. August 1951 ist es in Schweden möglich soviel Kaffee zu kaufen und zu trinken wie man will, denn an diesem Tag endete die letzte Kaffeerationierung des Landes, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg auch Schweden, das Land der Kaffeetrinker, schwer traf. Diese dritte Rationierung von Kaffee bestand in Schweden vom 17. März 1947 bis zum 17. August 1951, wobei nach der Aufhebung der Rationierung das Kilo Kaffee, mit dem heutigen Wert gerechnet, etwa 150 Kronen kostete, also 16 Euro.

Insgesamt wurde in Schweden im letzten Jahrhundert der Kaffeeverkauf dreimal begrenzt. Das erste Mal wurde 1917 der Kaffeeverkauf auf 300 Gramm pro Monat begrenzt, wobei gleichzeitig auch Brot, Mehl und andere Grundnahrungsmittel nur in geringer Menge erworben werden konnten, was zu erheblichen Unruhen und Aufständen im Land führte. Die nächste Rationierung erfolgte dann zwischen dem 27. März 1940 und dem 31. Oktober 1945, wobei man 1942 gerade einmal 1,5 Gramm Kaffee pro Tag zugeteilt bekam und die letzte Rationierung fand nach Ende des Zweiten Weltkriegs statt.

Allerdings kannte Schweden nicht nur drei Phasen in denen Kaffee rationiert wurde, sondern auch vier Phasen in denen Kaffee im ganzen Land verboten war und nur als Schmuggelware gefunden und heimlich getrunken werden konnte. Zwischen 1756 und 1769 drückten die schwedischen Landwirte ein Kaffeeverbot durch, weil ihnen das Schnapsbrennen verboten wurde, zwischen 1794 und 1796 verfügte der schwedische Staat über so wenig Kapital, dass der Import von Kaffee zu teuer wurde und 1799 bis 1802, sowie von 1817 bis 1823, zwang die allgemeine Armut in Schweden den König dazu den Import von Kaffee zu verbieten.

18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 

Copyright: Herbert Kårlin