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Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Hängebrücke Högakustenbron (Hochküstenbrücke)

Wer heute die E4 nach Norden nimmt kommt etwa 30 Kilometer nach Härnösand auf die Högakustenbron (Hochküstenbrücke) und wird vermutlich am Ende der 1867 Meter langen Brücke als erstes den Parkplatz anfahren um die atemberaubende Aussicht zu genießen und einige Fotos zu machen, denn nicht nur die Brücke ist ein gigantisches Wunderwerk des Brückenbaus, sondern auch die Höhe von knapp 200 Metern lässt die Höga Kusten (Hohe Küste) geradezu fühlen, ein Naturwunder, das die Landhebung nach der letzten Eiszeit ermöglichte, einer Entwicklung, die bis heute nicht abgeschlossen ist.

Bereits 1993 hatte man mit dem Bau der Högakustenbron begonnen und erst vier Jahre später war das über zwei Milliarden Kronen kostende Bauwerk fertiggestellt. Als dann am 1. Dezember 1997 die ersten Fahrzeuge über die Hochküstenbrücke fahren durften, atmeten alle Spediteure, die auf dieser Strecke verkehrten, auf, denn schwere Lastwagen waren vorher dazu gezwungen einen Umweg von etwa 40 Kilometern zu fahren, und dies auf den engen und sehr gewundenen Straßen der Region, da nur kleinere Fahrzeuge die etwas näher liegende Sandöbron nutzen konnten, was einem Umweg von acht Kilometern entsprach.

Wer die Högakustenbron etwas näher betrachtet, wird sehr schnell entdecken, dass diese Brücke die Golden Gate Bridge in San Francisco als Vorbild hatte und teilweise auch die gleichen Techniken benutzte wurden, die sich bereits in Kalifornien bewährt hatten, ergänzt von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Seit die Brücke für den Verkehr geöffnet wurde, musste sie bisher nur ein einziges Mal für den Verkehr gesperrt werden, als 2007 bei einem Sturm ein Anhänger auf der Brücke umkippte. Nur einige hundert Meter von der Brücke entfernt, die hoch über dem Fluss Ångermanälven liegt, beginnt (oder endet) auch der 128 Kilometer lange Wanderweg Höga Kusten, der das Weltkulturerbe Höga Kusten von einer besonderen Warte aus entdecken lässt.


1. Dezember 1374: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren und die Svenska Akademien
1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1859: Das Södra Teatern in Stockholm 
1. Dezember 1879: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender
1. Dezember 1947: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
1. Dezember 1960: Der erste Adventskalender im schwedischen Fernsehen 
1. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 21. Juni 2016

Das Naturum Höga Kusten (Hohe Küste)

Bereits im Jahre 2000 wurde die Höga Kusten (Hohe Kuste) zwischen Härnösand und Örnsköldsvik zum Weltkulturerbe der Unesco und am 21. Juni 2007 entstand dann am Fuße des Skuleberget das Informationszentrum Naturum Höga Kusten, das in erster Linie die Aufgabe hat die Landhebung Schwedens in verständlicher Sprache zu erklären und den Besucher des Naturums auf die geologische und kulturelle Eigenheiten dieses Landstriches aufmerksam zu machen, denn in keinem anderem Teil der Welt kann man das Land, als Folge der Eiszeit, weiterhin aus dem Meer steigen sehen.

Das Naturum Höga Kusten hat von Ende März bis Anfang Oktober täglich geöffnet und bietet jedes Jahr eine neue Jahresausstellung, zusätzlich zur permanenten Ausstellung und den Bildspielen, die dem Besucher nicht nur die Landhebung erklären, sondern auch die Naturschönheiten der Hohen Küste zeigen und Wanderer mit den besten Tipps versorgen, die sich allerdings auch auf das anschließende Naturschutzgebiet Skuleberget und den Nationalpark Skuleskogen erstrecken, dem Interessenten also gleich drei bedeutende Gebiete Nordschwedens näher bringen.

Die Bedeutung des Naturum Höga Kusten kann man verstehen, wenn man bedenkt, dass man hier im Jahre 2015 rund 50.000 Besucher zählte und hunderttausende an Touristen in irgendeiner Weise an der Hohen Küste Halt machten, die Aussicht bewunderte, von einer der zahlreichen Aktivitäten profitierten oder auch nur einfach in einem der Restaurants die lokalen Spezialitäten genießen. Und dennoch ist vielen Schweden das Naturum als solches kein Begriff, im Gegensatz zum Skuleberget, da dieser 295 Meter hohe Berg mit keinem anderen Schwedens zu verwechseln ist und sehr deutlich von der Europastraße 4 aus zu sehen ist.


21. Juni: Der schwedische Vorname Alf und die nordische Mythologie
21. Juni 1863: Theaterdirektor Axel Engdahl
21. Juni 1865: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus
21. Juni 1874: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
21. Juni 1903: Alf Sjöberg, der Revolutionär des schwedischen Theaters
21. Juni 1945: Bert Karlsson, vom Musikproduzent zum Millionär
21. Juni 1985: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus


Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 20. September 2015

Die Admiralskirche Ulrica Pia in Karlskrona

Nur zwei Jahre nachdem Karlskrona im Jahre 1679 mit seiner Marinewerft gegründet worden war, wurde auch die Admiralitätsversammlung gegründet. Bereits bei der Erstellung des Stadtplans, der Erik Dahlbergh zugeschrieben wird, wurde für die Platzierung der Militärkirche die Landzunge Trossö gewählt. Sämtliches Holz für die Kirche wurde von Riga aus nach Karlskrona gebracht, wobei um diese Zeit Riga allerdings zu Schweden gehörte. Als die Admiralskirche (Admiralitetskyrka) am 20. September 1685 eingeweiht wurde, erhielt sie den Namen Ulrica Pia nach Ulrika Eleonora der Älteren.

Die Kirche Ulrica Pia aus Holz sollte im Grunde natürlich nur vorübergehend genutzt werden und von einer Steinkirche ersetzt werden. In der Tat entstanden mehrmals Pläne und Mittsommer 1760 wurde sogar der Grundstein für die neue Kirche gelegt, aber auf Grund finanzieller Probleme kam es nie zu einem Neubau, sondern regelmäßig wurde nur die alte Kirche restauriert. Um der Admiralskirche jedoch das Aussehen  einer Steinkirche zu geben, wurde sie mit mit der Zweit mit Panelen verkleidet und erhielt einige barocke Elemente zugefügt. Dass es nie zum Bau einer Steinkirche kam, führte jedoch dazu, dass das Gebäude 1998 von der Unesco als Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Admiralskirche Ulrica Pia hat trotz mehrmaliger Renovierungen und kleineren Umbauten ihren ursprünglichen Stil behalten, und selbst die rote Farbe, die sie trotz eines amtlichen Veto im Jahre 1985 erhielt. Im Inneren ist die Kirche in hellblau und hellgrün gehalten, Farben, die an das Meer erinnern sollten und die Bestimmung der Kirche verstärken. Die Kirchglocken sind im Einklang mit dem Glockentum im Admiralitätspark, der etwa dort steht wo ursprünglich die Steinkirche geplant war. Das Besondere der Glocke des Glockenturm ist allerdings, dass diese weniger zum Gottesdienst rufen sollte, sonder als Uhr für die Werftarbeiter galt und lautstark die Urzeit verkündete, weswegen sie auch den Beinamen Vällingklocka erhielt, die Milchsuppenglocke.


20. September 1396: Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1776: Großbrände in Gävle
20. September 1816: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
20. September 1862: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
20. September 1879: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 25. Mai 2015

Das schwedische Weltkulturerbe Hälsingegårdar

Auch wenn sich die UNESCO bereits 2012 dazu entschieden hatte sieben der rund 1000 Hälsingegårdar, Bauerngüter im Hälsingland, zum Weltkulturerbe zu erheben, wurden die sieben Höfe erst am 25. Mai 2013, jeder für sich, mit traditioneller Musik und großem Fest als Weltkulturerbe eingeweiht. Für die privaten Güter war dieser Tag allerdings auch der Beginn einer touristischen Invasion, denn viele Interessenten begnügen sich nicht mit den vier Informationszentren, sondern wollen die Hälsingegårdar aus nächster Nähe sehen und nicht nur ein Foto aus der Ferne machen, was die Bewohner den ganzen Sommer über stark von ihrer normalen Arbeit abhält.

Die sieben Hälsingegårdar wurden gewählt um die gesamte traditionelle Bauweise des Hälsinglands hervorzuheben und sollen ein Symbol für alle 1000 Großgüter sein, die man heute noch im ganzen Hälsingland verteilt findet und die, durch ihre Größe und die Ausschmückungen, einen unschätzbaren historischen Wert darstellen. Alle sieben Güter wurden Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhundert erbaut, wobei es sich bei einem der Güter auch um einen sogenannten Lanthandel handelt, in dem einer der bedeutendsten Kaufleute der Region lebte.

Während die Hälsingegårdar, die bisweilen auch als Hälsingehöfe bezeichnet werden, sich von außen durch ihre zahlreiche Bauten, die reine Holzstruktur und sehr zahlreiche Schnitzereien auszeichnen, findet man die wertvollsten Kunstwerke im Inneren der Häuser, da hier nahezu alle Wandgemälde erhalten sind, die vermutlich von Künstlern aus Dalarna stammen, Tapeten des 19. Jahrhunderts zu finden sind und selbst große Teile der Einrichtung das Kunsthandwerk des Hälsninglands zeigen. Wer einen der Höfe besuchen will, sollte auf keinen Fall einfach dort auftauchen, sondern sich vorher an das Fremdenverkehrsamt wenden, das bisweilen einige Gruppenführungen veranstaltet.


25. Mai 1622: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Borås
25. Mai 1667: Gustaf Bonde, ein Gegner der schwedischen Kriege
25. Mai 1820: Die vielseitige Karriere des Eric Ruuth
25. Mai 1890: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
25. Mai 1915: Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied
25. Mai 1930: Ohne Pass zwischen Schweden und Dänemark über den Öresund
25. Mai 2006: Lars Gyllensten, philosphische Gedanken zum Alltagsleben

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 24. Juni 2013

Die Kupfergrube in Falun stürzt ein


Nachdem man beim Abbau der ältesten Kupfergrube Schwedens in Falun über Jahrhunderte hinweg kaum koordiniert arbeitete und die Schächte daher die gesamte Gegend destabilisierten, konnte man bereits Mitte Juni 1687 hören wie sich die Erde bewegte, ohne dies aber sonderlich ernst zu nehmen. Vermutlich am Mittsommertag, dem 24. Juni 1687, stürzte dann im Umkreis von 1,6 Kilometer an mehreren Stellen nahezu die gesamte Grube ein, wobei das größte Loch zur touristischen Attraktion werden sollte und seit 2001 zum Weltkulturerbe erhoben wurde.

Da bei diesem Unglück niemand verletzt wurde, muss das Unglück am Mittsommertag stattgefunden haben, der um diese Zeit jeweils am 24. Juni gefeiert wurde und zu den Feiertagen zählte an denen grundsätzlich nicht gearbeitet wurde. Über das Datum als solches ist man sich jedoch nicht so ganz einig, denn manche sprechen heute beim Unglück auch vom 25. Juni, obwohl dies ein Mittwoch war und daher ein Arbeitstag. Noch verwirrender ist allerdings, dass in Schweden um diese Zeit noch der julianische Kalender galt, also eine andere Zeitrechnung angewendet wurde.

Wer heute die Kupfergrube in Falun besucht, die lokal oft als gamla mormor (Urgroßmutter) bezeichnet wird, sieht natürlich nicht mehr den ursprünglichen Einsturz, denn in den folgenden Jahrhunderten kamen noch zwei weitere größere Einstürze hinzu, die das heutige Loch formten. Wenn man bedenkt, dass die gesamte Grube aus etwa 4000 Schächten besteht, so versteht man auch, dass man beim Besuch der Anlage nur einen sehr kleinen Teil zu sehen bekommen kann.


24. Juni 1853: Die Weltumseglung der HMS Eugenie 
24. Juni 1920: Åland, die finnischen Inseln mit schwedischer Kultur

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Mai 2012

Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa

Am 20. Mai 1948 wurde die Reederei Vasa-Umeå AB gegründet, die noch am gleichen Tag von der Suomi Shipping Oy den Dampfer S/S Pörtö kaufte, der bereits die vorhergehenden Jahre auf der Strecke zwischen Umeå und Vasa verkehrte. Als erstes wurde dann von der Reederei das Fahrzeug auf „Turisten“ umgetauft, was das Ziel des Unternehmens sehr gut ausdrückte. Bereits am 28. Mai stach dann die Turisten mit dem Ziel Umeå in See.

Zwischen 1948 und 2000 verkehrte die Reederei, die die letzten Jahre unter Silja Line zeichnete, dann regelmäßig zwischen Umeå und Vasa, was allgemein als der Kvarkentrafiken bezeichnet wurde. Kvarken ist der Ausdruck für einen Hals, also die engste Stelle des Meeres, wobei der Kvarken, und insbesondere die 7000 Schäreninseln auf finnischer Seite, zum Weltkulturerbe gehören. Die großen Fähren der 70er Jahre benötigten für die Reise gerade einmal vier Stunden, was für die Passagiere eine ideale Zeit war um zollfrei Alkohol und Tabak kaufen zu können.

Die Versuche in den 70er Jahren eine Strecke von Sundsvall nach Finnland zu schaffen, zeigten sich nicht als erfolgsträchtig, da die Schiffe neun Stunden auf See waren, aber das Interesse der Passagiere darin lag so wenig wie möglich auf dem Wasser zu sein, sondern offizieller Handel und Schmuggel im Vordergrund lagen. Als dann am 30. Juni 1999 Europa entschied, dass innerhalb Europas die Steuerfreiheit auf Fähren aufgehoben wird, wurden die Fahrten uninteressant und bereits im nächsten Jahr musste der Fährverkehr zwischen den beiden Orten ganz eingestellt werden.


20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens
20. Mai 1964: Die schwedische Polizei wird verstaatlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Oktober 2011

Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Am 11. Oktober 1996 wurde die Radiostation in Grimeton, etwa 15 Kilometer östlich von Varberg, unter Denkmalschutz gestellt, und 2002 stellte die schwedische Regierung dann den Antrag die Sendeanlage in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Der Antrag war erfolgreich und führte dazu, dass die Radiostation in Grimeton als einzige der Welt am 2. Juli 2004 eines der vierzehn schwedischen UNESCO-Weltkulturerbe wurde.


Die Radiostation in Grimeton mit mehreren Sendestationen und den sechs Antennen, die mit ihren 127 Meter Höhe von großer Entfernung aus zu sehen sind, wurde bereits 1924 in Betrieb genommen und stellte die erste direkt Funkverbindung zwischen Schweden und Amerika her. Grimeton, die das Kennzeichen SAQ erhielt, war jedoch in jener Zeit nichts als der Sender, denn die Empfangsstation war in Kungsbacka eingerichtet und das Telegrafenamt befand sich in Göteborg von wo aus die Signale per Kabel nach Grimeton gingen und von dort aus in den Äther ausgestrahlt wurde.

Die Radiostation Grimeton, die heute auch ein Besuchszentrum enthält und vor allem im Sommer gut besucht ist, war Ende der 20er Jahre nichts Besonderes, denn überall in der Welt wurden ähnliche Sendeanlagen aufgebaut, die zu einem weltweiten Rundfunk- und Telegrafennetz führten. Die Radiostation Grimeton ist jedoch deshalb so einmalig, weil sie die einzige weltweit ist, die heute noch erhalten und funktionsfähig ist. Im Sommer können die Besucher einmal die Woche erleben dass die eindrucksvollen Geräte in Gang gesetzt werden.

Dass Grimeton nicht das gleiche Schicksal erlebte wie die anderen Sendestationen, verdankt die Station dem Zweiten Weltkrieg, denn da in dieser Zeit die Kabelverbindung mit den USA unterbrochen war, bot die Radiostation Grimeton für Schweden die einzige Kontaktmöglichkeit mit Amerika. Wie selbstverständlich wurde die Anlage anschließend für den, überwiegend militärischen, Seefunk eingesetzt. Einer der Sendetürme dient noch heute für Navigationswarnungen und das Senden des Wetterberichtes nach dem internationalen Navtex-System für die internationale Schifffahrt.

11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1891: Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf


Copyright: Herbert Kårlin