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Montag, 13. Juni 2011

Tage Erlander und der schwedische Sozialismus

Am 13. Juni 1901 wurde der schwedische sozialdemokratische Politiker Tage Fritiof Erlander geboren, der weltweit nur als Tage Erlander bekannt wurde und Schweden mit seinem „schwedischen Modell“ weltweit ins Gespräch brachte. Tage Erlander war 23 Jahre lang ununterbrochen der Ministerpräsident Schwedens (1946 - 1969) und hatte damit dieses Amt länger inne als jeder andere Politiker weltweit, der durch demokratische Wahlen an die Macht kam.

Bevor Tage Erlander jedoch Schweden regierte, war er seit 1938 als Staatssekretär verantwortlich für die 14 schwedischen Internierungslager, die unter höchster Geheimhaltung in Schweden errichtet wurden und in denen sich ausschließlich politische Gefangene, Homosexuelle und ethnische Minoritäten befanden, die von ihm als Risiko für den schwedischen Staat angesehen wurden. Tage Erlander schickte auch, im Rahmen seiner „Anpassungspolitik“, sämtliche deutschen Deserteure, die den schwedischen Boden erreichten, in den sicheren Tod zurück nach Deutschland.

Als Ministerpräsident zeichnete sich Tage Erlander dadurch aus, dass er einer der bedeutendsten Polemiker des Landes war, der es auch verstand politische Gegner von seinem Weg zu überzeugen. Seine Politik prägte das Nachkriegsschweden bis heute. Er war Vertreter einer Neutralitätspolitik, ein Verfechter der Nordischen Union und ein Kämpfer der Wohlfahrtspolitik in die er vor allem die Wirtschaftsunternehmen des Landes einband. Diese Errungenschaft lässt auch schnell vergessen, dass Tage Erlander ein absoluter Verfechter der Sterilisationspolitik Schwedens war und in seiner Denkweise in vielen Punkten dem Gedankengut Hitlers nahe kam.

13. Juni 1854: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 3. Mai 2011

Karl XV, König von Schweden

Am 3. Mai 1826 wurde Karl XV, Carl Ludvig Eugen, geboren und ebenfalls an einem 3. Mai, wenn auch im Jahre 1860, wurde er mit 34 Jahren zum König von Schweden gekrönt. Sein Ziel, eine starke gemeinsame nordische Union zu schaffen, gelang ihm während seines Lebens leider nicht, obwohl er gleichzeitig König von Norwegen war. Insbesondere seine Bestrebung eine gewisse Demokratie in beiden Ländern zu schaffen, bremsten sein Vorhaben.

Karl XV ist derjenige König, der die Entwicklung Schwedens im 19. Jahrhundert am meisten beeinflusste, da er den Adel in vielen Punkten entmachtete und zahlreiche Gesetze schuf, die in seinem Grundbestand heute noch von Bedeutung sind. Er führte in Schweden die Religionsfreiheit ein und gab Frauen in Kommunalwahlen ein Stimmrecht. Für Karl XV war auch die schwedische Infrastruktur und seine industrielle Entwicklung von größter Bedeutung, weshalb er auch als der König bekannt wurde, der das schwedische Eisenbahnnetz am meisten ausbaute.

Privat war König Karl XV eine Person der Widersprüche, da er für seine Wutausbrüche bekannt war, als Frauenheld galt, wenig vom Leben am Hofe und seinen Regeln wissen wollte, zwei Gedichtsammlungen veröffentlichte und als Maler von schwedischen und norwegischen Landschaften einen gewissen Ruf erlangte. Karl XV starb am 18. September 1872 in Malmö an Darmtuberkulose.

3. Mai 1737: Berndt Johan Hastfer, ein schwedischer Verräter
3. Mai 2001: Die schwedische Wikipedia entsteht

Copyright: Herbert Kårlin