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Dienstag, 30. August 2016

Der Schriftsteller und Visionär Nils Herman Quiding

Nils Herman Quiding wurde am 30. August 1808 in Malmö geboren. Über seinen Werdegang ist kaum etwas bekannt, denn Quiding wird erstmals im Jahre 1838 als Redakteur der Malmö Tidning genannt, ein Amt, das er nur vier Jahre innehatte. In dieser Zeit begann Quiding sich auch für Gesetze und das Recht zu interessieren, was zu einer sehr aktiven Tätigkeit als Schriftsteller führen sollte, auch wenn die Meinungen Quidings sehr persönlich zu sehen sind. In diesen Jahren muss auch sein Gedanke gereift sein in der Politik aktiv zu werden, denn 1847 wurde er als Repräsentant des Bürgerstandes in den Reichstag gewählt.

Als Politiker entwickelte Nils Herman Quiding, obwohl er aus der bürgerlichen Schicht kam, die Grundlagen für den schwedischen Sozialismus, denn ab 1871 veröffentlichte er, unter dem Pseudonym Nils Nilsson Arbetskarl, den ersten Band seines bekanntesten Werkes, das er Slutliqvid med Sveriges lag nannte und das Bild einer, in seinen Augen, idealen Gesellschaft schuf, denn die klassische Familie sollte zu Gunsten eines Kollektivs verschwinden, die Kinder von der Regierung erzogen werden, die Altersschwellen sollten abgeschafft werden und Frauen und Männer sollten in allen Punkten die gleichen Rechte erhalten.

Nils Herman Quiding hat mit diesem Gedanken Personen wie August Palm, August Strindberg und Hjalmar Branting beeinflusst, aber seine Ideen waren so revolutionär, dass er kaum Leser für seine Bücher fand, denn Quiding ging mit seinen Ideen so weit sämtliche Reformen mit dem Erbe lösen zu wollen, denn da die Familie aufgelöst wurde, sollte alles an einen idealen Staat übergehen. Drei Jahre vor seinem Tod gab Quiding sein mehrbändiges politisches Werk erneut in einer Auflage von 100 Exemplaren heraus, die er bis zu seinem Tode am 26. Dezember 1886 nicht vollständig verschenkt hatte. Als die Erben seine auf dem Speicher liegenden Bücher verbrennen wollten, konnten nur einige wenige Exemplare gerettet werden, die man heute in der Stadtbibliothek i Malmö findet.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg
30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
30. August 1795: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
30. August 1884: The Svedberg und ein Nobelpreis in Chemie
30. August 1884: Bror Emil Hildebrand, Gründer des Historischen Museums 
30. August 1888: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
30. August 1915: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 14. September 2015

Die schwedische Stiftung Contra

Um durch Meinungsbildung die freie Marktwirtschaft zu fördern und alle sozialistischen Ideen zu bekämpfen, wurde am 14. September 1974 von drei aus der Demokratiska Allians ausgeschlossenen Politikern die Stiftung Contra in Stockholm gegründet, eine Stiftung, die mittlerweile eine Zeitschrift herausgibt und einen Buchverlag besitzt. Die drei Gründer der Stiftung waren aus der antikommunistischen Partei ausgeschlossen worden, weil ihr Gedankengut in den extrem rechten Gruppierungen Schwedens zu suchen waren und sie daher selbst den Zielen einer antikommunistischen Partei schaden konnten.

Der Grundgedanke der Stiftung ist jede sozialistische Bewegung zu bekämpfen, da jeder kollektive Gedanke die Demokratie des Westens untergrabe, sowie das individuelle Recht des Einzelnen und die freie Wirtschaft außer Kraft setze. Nach Contra sollen schwedische Politiker ausschließlich mit Ländern zusammenarbeiten, die die Ideale der westlichen Länder vertreten, was auch in Schweden jede sozialdemokratische oder linke Regierung ausschließt. Das Steuerelement eines Staates muss, nach Contra, die Marktwirtschaft sein, die grundsätzlich nationale Interessen im Vordergrund sehen muss.

Da sich die Stiftung Contra, die von der Stiftung Expo als rechtsextrem bezeichnet wurde, immer nur gegen den Kollektivismus ausspricht und die sogenannten westlichen Werte hervorhebt, wollte selbst der Europäisch Gerichtshof bisher der Stiftung Contra keinen klaren extrem rechten Stempel aufdrücken. Obwohl Contra gegen das Aufnehmen von Flüchtlingen in Schweden ist, Rassismus als Kollektivverhalten bezeichnet und Feminismus in diesem Rahmen ebenfalls als Gefahr für die westliche Gesellschaft betrachtet, ist der Absatz der Zeitschrift und der Verkauf der Bücher auf eine kleinere Gruppe an Schweden begrenzt, die in Schweden die sogenannten nationalen historischen Werte hervorheben und sich daher im rechten konservativen Flügel bewegen.


14. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert 
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee 
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 22. Januar 2014

Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz

Birger Furugård war am 8. Dezember 1887 unter dem Namen Birger Lundin im Värmland geboren worden und erklärte später, dass er dort bereits als Kind die Probleme der Bauern und Arbeitern aus nächster Nähe gesehen habe und diese auch verstand, was ihn später auf seine politische Bahn brachte. Inwieweit diese Aussagen zutreffen, kann niemand sagen, denn tatsächlich wuchs Furugård mit seinen beiden Brüdern in der Bürgerschicht auf, was dem damaligen Birger Lundin auch ermöglichte, mit entsprechender Bildung, sich im Herbst 1911 an der Universität Uppsala einzuschreiben.

In Uppsala kam Birger Furugård in Berührung mit dem sozialistischen Gedanken, wobei er sich jedoch vor allem für den nationalen Sozialismus und das nordische Denken, aufbauend auf die nordische Mythologie, interessierte. Sehr früh in den 20er Jahren hatte Furugård intensive Kenntnisse von der Bewegung Adolf Hitlers, der eine Nationalsozialistische Partei schaffen wollte, die sich sowohl gegen den Marxismus als auch den Kapitalismus stellen sollte. Ab 1922 pflegte Furugård dann enge Kontakte zu Anhängern der Rassentheorie und der deutschen nationalsozialistischen Bewegung und am 12. August 1924 veröffentlichten die drei Brüder Lundin einen Aufruf zur Gründung eines schwedischen nationalsozialistischen Freiheitsbundes.

Nach Gründung der Partei wechselte ihr Name mehrmals, bis man sich 1931 endgültig in Svenska Nationalsocialistiska Partiet umbenannte und dabei auch das Symbol des Hakenkreuzes benutzte. Nur ein Jahr später war die Partei so bekannt geworden, dass sich am 22. Januar 1932 rund 6000 Personen beim ersten Treffen der Partei einfanden, die Birger Furugård hören wollten. Einen gewissen Erfolg konnte die Partei bei den Reichstagswahlen im gleichen Jahr jedoch nicht erreichen, denn in der Hochburg Göteborg kam die Partei auf 5,7 Prozent, gefolgt vom Värmland mit lediglich 2,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Furugård setzte dann auf die Wahlen im Jahr 1936, aber da sich in diesem Jahr mehrere rechte Gruppen präsentierten, war diese Wahl ein Desaster, das dazu führte, dass sich Birger Furugard anschließend ganz aus der offiziellen Politik zurückzog.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. November 2013

Anton Nilson, ein Held als Verbrecher

Anton Nilson, in den Registern als Anton Nilsson aufgeführt, wurde am 11. November 1887 geboren und gehört zu den Legenden der sozialistischen und sozialdemokratischen Bewegung Schwedens, die zu Beginn mit aller Macht für die Rechte der Arbeiter kämpften, auch wenn es in diesem Fall einen Toten und mehrere Verletzte gab. Nilson war daher für die gewerkschaftlich engagierten Arbeiter ein Idol und für die Arbeitgeber und die Regierung ein gefährlicher Verbrecher.

Im Sommer 1908 streikten die Hafenarbeiter in Malmö für bessere Arbeitsbedingungen, was zu jener Zeit als gesetzeswidrig betrachtet wurde. Die Arbeitgeber riefen daher die Polizei und das Militär zu Hilfe, die für die Sicherheit der englischen Streikbrecher sorgen sollten. Die Malmöer Arbeiter sahen dies als Provokation an, aber nur wenige wagten es konkret dagegen vorzugehen. Anton Nilson, der damals Mitglied der Jungsozialisten war, war einer der wenigen, die sich von Polizei und Militär nicht abschrecken ließen, sondern er ruderte eines Nachts mit einer selbstgebauten Bombe zur Amalthea, auf der die Streikbrecher untergebracht waren, und sprengte das Schiff in die Luft. Da es dabei einen Toten und 23 Verletzte gab und die Gerichte ein Zeichen setzen wollten, wurde Nilson zum Tode verurteilt, was jedoch später in eine lebenslanges Zuchthausstrafe verwandelt wurde.

Mit der steigenden Bedeutung der Arbeiterbewegung Schwedens forderten dann jedoch sehr bald große Massen an Arbeitern die Freilassung von Anton Nilson und nicht nur in Schweden gingen dafür Arbeiter auf die Straße und wurden 130.000 Unterschriften für die Freilassung des Agitators gesammelt, sondern unter Joe Hill nahm die Angelegenheit eine internationale Dimension an. Nilson wurde für die Arbeiter ein Nationalheld. Erst als Schweden dann mit Edén-Branting eine neue und arbeiterfreundlichere Regierung erhielt, wurde Anton Nilson dann 1917 freigelassen, was letztendlich auch die Unruhen der Arbeiter dieser Zeit etwas dämpfte.


11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie 
11. November 2008: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Februar 2013

Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Am 5. Februar 1849 kam August Teodor Palm in Fårabäck in Skåne zur Welt, ein Mann, der später als Mäster Palm bekannt wurde. Als August zehn Jahre alt war, starb der Vater und der Junge kam in eine Pflegefamilie eines Schneiders, wo er wie selbstverständlich auch dieses Metier erlernen musste. Als er mit 18 Jahren seine Wanderjahre begann, kam er in Dänemark und in Deutschland sehr schnell mit der Gewerkschaftsbewegung und dem sozialistischen Gedankengut in Kontakt und verstand die Macht, die davon ausgehen konnte.

Allerdings war der Weg zur Arbeiterbewegung und damit zur Sozialdemokratie nicht ganz einfach, denn aus Deutschland wurde er wegen seiner Aktivität als Kämpfer für die Rechte der Arbeiter ausgewiesen, so dass er seine Gesellenjahre nur in Dänemark abschließen konnte. Als Mäster Palm dann 1881 nach Schweden zurückkehrte, so war es für ihn eine klare Sache dort den damals noch sozialistischen Gedanken zu verbreiten und für die Rechte der Arbeiter einzutreten. Als erstes Forum bot sich für August Palm die Stadt Malmö an.

Am 6. November 1881 hielt Mäster Palm seine erste Rede zum Thema „Was wollen die Sozialisten?" und drei Wochen später hatte er bei seiner zweiten Rede bereits 800 Zuhörer. Am 18. Dezember begann August Palm dann durch Schweden zu reisen um seine Gedanken zu verbreiten. Überall im Land fand er Unterstützung, nicht zuletzt in Göteborg, wo er von Beginn an von C. M. Heurlin unterstützt wurde. Bereits 1882 gründete August Palm in Malmö die sozialdemokratische Zeitung Folkviljan und 1885 den Social-Demokraten. Obwohl Mäster Palm der Gründer der sozialdemokratischen Bewegung war, wurde er bald von Hjalmar Branting überschattet, nicht zuletzt deswegen, weil Palm das Königshaus und den schwedischen Militarismus kritisierte, was Branting elegant zu vermeiden wusste.


Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. Juli 2011

Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis

Am 29. Juli 1900 wurde Olof Edvin „Eyvind“ Verner Johnson in Svartbjörnbyn im Norden Schwedens geboren und schuf aus seinen beiden Vornamen Edvin und Verner den Vornamen Eyvind unter dem er auch bekannt wurde. Eyvind Johnson wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf und musste sich sein Leben ab dem 14. Lebensjahr selbst verdienen. Dieses Erlebnis findet man in seinem „Personligt Dokument“ von 1932 ausführlich beschrieben.

Als linker Autor des Vorkriegsschwedens nahm Eyvind Johnson eine klare Position gegen den Nationalsozialismus ein. Von 1942 bis 1945 war er selbst Redakteur der norwegischen Widerstandszeitung „Håndslag“ und arbeitete für die Zeitschrift „Nordens Frihet“. Seine Einstellung zum Krieg spiegelt sich vor allem in seinen Werken „Nattövning“ und den drei Romanen über Krilon. Im Gegensatz zu anderen Autoren seiner Zeit verurteilte Eyvind Johnson jedoch nicht nur die rechte Diktatur, sondern auch die kommunistische Bewegung in der Sowjetunion und in Schweden. Johnson stellte sich mit seinen Meinungen grundsätzlich auf die Seite der Sozialisten.

Auch wenn Eyvind Johnson viele seiner Werke in eine geschichtliche Umgebung setzt, so bezieht er sich in ihnen mehr auf die selbst erlebte Gegenwart und kritisiert ein Schweden, das sich während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der deutschen Großmacht verblenden ließ. Indem er die Ereignisse als Parabel aufarbeitete, wurde er auch von den rechten Lesern Schwedens geschätzt, vielleicht aber auch deshalb, weil viele seiner Leser die Rückkehr von Odysseus nicht im Zweiten Weltkrieg suchten. Eyvind Johnson erhielt 1974, gemeinsam mit Harry Martinson, den Nobelpreis für Literatur und war von 1957 bis zu seinem Tod am 25. August 1976 Mitglied der Svenska Akademien.

29. Juli 1806: Uddevalla im Bohuslän brennt nieder
29. Juli 1971: Die schwedische Sängerin Lisa Ekdahl

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Juni 2011

Tage Erlander und der schwedische Sozialismus

Am 13. Juni 1901 wurde der schwedische sozialdemokratische Politiker Tage Fritiof Erlander geboren, der weltweit nur als Tage Erlander bekannt wurde und Schweden mit seinem „schwedischen Modell“ weltweit ins Gespräch brachte. Tage Erlander war 23 Jahre lang ununterbrochen der Ministerpräsident Schwedens (1946 - 1969) und hatte damit dieses Amt länger inne als jeder andere Politiker weltweit, der durch demokratische Wahlen an die Macht kam.

Bevor Tage Erlander jedoch Schweden regierte, war er seit 1938 als Staatssekretär verantwortlich für die 14 schwedischen Internierungslager, die unter höchster Geheimhaltung in Schweden errichtet wurden und in denen sich ausschließlich politische Gefangene, Homosexuelle und ethnische Minoritäten befanden, die von ihm als Risiko für den schwedischen Staat angesehen wurden. Tage Erlander schickte auch, im Rahmen seiner „Anpassungspolitik“, sämtliche deutschen Deserteure, die den schwedischen Boden erreichten, in den sicheren Tod zurück nach Deutschland.

Als Ministerpräsident zeichnete sich Tage Erlander dadurch aus, dass er einer der bedeutendsten Polemiker des Landes war, der es auch verstand politische Gegner von seinem Weg zu überzeugen. Seine Politik prägte das Nachkriegsschweden bis heute. Er war Vertreter einer Neutralitätspolitik, ein Verfechter der Nordischen Union und ein Kämpfer der Wohlfahrtspolitik in die er vor allem die Wirtschaftsunternehmen des Landes einband. Diese Errungenschaft lässt auch schnell vergessen, dass Tage Erlander ein absoluter Verfechter der Sterilisationspolitik Schwedens war und in seiner Denkweise in vielen Punkten dem Gedankengut Hitlers nahe kam.

13. Juni 1854: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Donnerstag, 10. März 2011

Hjalmar Branting verändert Schweden

Am 10. März 1920 bildete Hjalmar Branting die erste sozialistische Regierung Schwedens und wird erster sozialistischer Premierminister. Seine ruhige Art und der Kampf gegen rechten und linken Extremismus beeinflusste die schwedische Regierung bis heute und führte Schweden zu einer Demokratie, die sich vom Volk aus entwickelte und nicht durch politische Entscheidungen diktiert wurde.

Bevor Hjalmar Brantning jedoch dem schwedischen Volk die sozialistischen Ziele näher bringen konnte, gingen nahezu 40 Jahre ins Land. Hjalmar Branting benutzte für die Verbreitung seiner Ideen vor allem die von August Palm gegründete Zeitung Social-Demokraten, dessen Chefredakteur er 1887 wurde, knapp zwei Jahre nach der Gründung der Zeitung. Branting, der viele seiner Ideen von Palm, dem Gründer der sozialdemokratischen Bewegung Schwedens übernommen hatte, arbeitete bis 1917 für den Social-Demokraten.

Seinen Einfluss innerhalb der sozialistischen Bewegung Schwedens verdankt er vor allem seiner Theorie, dass eine Veränderung der Gesellschaft auf friedliche Weise und durch freie Wahlen entstehen muss und nicht durch eine gewaltsame Revolution, was er bei seiner bekanntesten Rede in Gävle im Jahre 1886 deutlich zum Ausdruck brachte. Branting glaubte an Frieden, der durch ein sicheres, internationales Rechtssystem entstehen kann und nahm damit bereits Ende des 19. Jahrhunderts den Gedanken eines gemeinsamen Europas auf.

10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. März 2011

Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden

Am 4. März 1882 kam in Schweden die erste sozialdemokratische Zeitung auf den Markt, die es auch ermöglichte, den sozialdemokratischen und sozialistischen Gedanken unter dem schwedischen Volk zu verbreiten und damit die Grundlage für die folgende Arbeiterbewegung war. Der Herausgeber und Gründer der Zeitung Folkviljan, die in Malmö verlegt wurde, war August Palm (Mäster Palm), ein streitbarer Agitator jener Epoche.

August Palm wurde in sozialdemokratischen Kreisen bekannt, da er in Deutschland für sozialistische und sozialdemokratische Ideen kämpfte, bis er dort als Aufwiegler ausgewiesen und über die dänische Grenze gebracht wurde. Aber auch in Dänemark wurde er wegen seiner Aktivitäten bald als Feind des Staates angesehen, was ihn dazu zwang nach Malmö zurückzukehren, wo er unmittelbar Pläne für eine sozialistische Zeitung schmiedete und durch öffentliche Reden Anhänger für seine Ideen suchte.

Als August Palm 1885 nach Stockholm zog, stellte er die Zeitung Folkviljan in Malmö ein und gründete in Stockholm die Zeitung Social-Demokraten, die bis 1944 existierte, bevor sie in Morgon-Tidningen umbenannt wurde. 1888 schlug August Palm vor, dass sich der sozialistische Verband Schwedens in eine Partei verwandeln sollte, was sich dann bereits ein Jahr später verwirklichte. Heute wird August Palm als der Gründer der sozialdemokratischen Bewegung in Schweden betrachtet, auch wenn Hjalmar Branting als erster Premierminister der Sozialdemokraten heute bekannter ist als Palm.

4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin