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Sonntag, 18. März 2018

Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Fredrik Ferdiand Carlson kam am 13. Juni 1811 als Sohn eines Juristen und Regierungspräsidenten in Alsike zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1825 Geschichte und Philosophie an der Universität Uppsala, an der er auch von 1849 bis 1876 Professor in Geschichte war, was dem Wissenschaftler auch dazu verhalf 1859 in die Svenska Akademien aufgenommen zu werden. Bedeutend für Carlson war allerdings sein Aufenthalt an der Universität in Berlin, da er sich dort, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala, mit der modernen Quellkritik auseinandersetzte, die seine spätere Karriere in der Geschichte stark beeinflusste.

Nach Abschluss seines Studiums und seines Aufenthalts in Berlin kehrte Fredrik Ferdiand Carlson nach Stockholm zurück und akzeptierte den Dienst als Lehrer der Söhne des Königs Oscar I., was zu zahlreichen Aufenthalten im Ausland führten. Während seiner Zeit in England machte er sich in diesem Zusammenhang mit den liberalen Strömungen des Landes vertraut. Diese Erfahrungen waren dafür verantwortlich, dass Carlson später, in seiner Rolle als Staatsrat, zum einen für die Religionsfreiheit kämpfte, zum anderen aber, sehr erfolgreich, das gesamte Ausbildungssystem Schwedens reformierte. Bei sämtlichen Reformvorschlägen Carlsons bewährten sich seine Geschichtskenntnisse, da er mit Hilfe dieser Argumente eine Logik seiner Ausführungen aufzeigen konnte.

Auch wenn Fredrik Ferdinand Carlson, der am 18. März 1887 in Stockholm starb, sich als Geschichtswissenschaftler auf die Zeit der Könige Karl X. Gustav und Karl XII. spezialisiert hatte, muss seine Leistung weitaus umfassender gesehen werden, denn Carlson war der erste Geschichtswissenschaftler Schwedens, der die schwedische Geschichte nicht mehr als eigenständig betrachtete, sondern diese im Zusammenhang mit den anderen europäischen Ländern betrachtete, da der Wissenschaftler davon ausging, dass jede bedeutende Handlung eines europäischen Landes auch andere Länder beeinflussen muss.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. November 2016

Der schwedische Ministerpräsident Edvard Carleson

Edvard Carleson wurde am 16. November 1820 als Sohn eines Oberleutnants in Valstad im Östergötland geboren und war, vor der Staatsreform im Jahre 1876, der vorletzte Politiker Schwedens der den Titel Justitiestatsminister trug und damit gleichzeitig Ministerpräsident, Justizminister und Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs war. Bereits sein Nachfolger, Louis De Geer der Ältere war nur kurze Zeit noch Justitiestatsminister um dann 1876 vom König als Ministerpräsident eingesetzt zu werden. Edvard Carleson war daher während seiner kurzen Amtszeit, nach dem König natürlich, die wichtigste Person Schwedens.

Edvard Carleson studierte Jura an der Universität Uppala um unmittelbar danach eine Karriere am Svea Oberlandesgericht zu beginnen, wo er auch ab 1860 zum Richter ernannt wurde. Carleson verkehrte in diesen Jahren vor allem in liberalen Kreisen und war ein Fürsprecher der Religionsfreiheit  und der feien Wirtschaft, die die Macht und den Einfluss Schwedens stärken sollten. Der politische Einfluss Carlesons war indes bis 1875 relativ eingeschränkt, auch wenn er als Adeliger und Ritter bereits ab 1850 im Reichstag vertreten war. 1875 wurde Carleson dann von Oscar II. zum Justitiestatsminister ernannt und stand an der Spitze der Macht in Schweden.

Warum Oscar II. ausgerechnet Edvard Carleson dieses Amt anvertraute, lag vermutlich an seiner liberalen Einstellung und der Hoffnung des Königs dass dieser dadurch positiv auf das Volk einwirken könne, denn die Zeit war turbulent, da die Industrialisierung des Landes auch zur Armut führte, die Arbeiterbewegung wuchs und Schweden zudem in eine finanzielle Krise geriet. Sehr schnell zeigte sich jedoch dass Carleson der Aufgabe nicht gewachsen war und ein stärker Politiker nötig war um Schweden aus der Tiefphase zu führen. Bereits am 11. Mai 1875 setzte der König daher Louis De Geer als Nachfolger Carlesons ein. Edvard Carleson kehrte zurück zu seinem Amt als Richter und starb am 1. April 1884 in Stockholm.


16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1785: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
16. November 1901: Die Nobelbibliothek der Schwedischen Akademie
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung
16. November 1940: Albert Engström, Humor als Ausdrucksmöglichkeit
16. November 1944: Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus
16. November 1969: Die heutige Jakobskirche in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 24. Juli 2014

Carl Fredrik Bergstedt, ein Revolutionär seiner Zeit

Carl Fredrik Bergstedt wurde am 24. Juli 1817 in Lillkyrka in Närke als Sohn eines Landwirts geboren, der ihn jedoch die Schule in Örebro und später in Strängnäs besuchen ließ um ihm den Weg in eine bessere Zukunft zu bieten. 1836 begann Bergstedt ein Studium der Philosophie an der Universität Uppsala, das dieser 1843 mit einem Magister abschloss. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler Dozent für griechische Literatur, wobei Bergstedt jedoch sehr bald zu Sanskrit wechselte und damit der erste Wissenschaftler Schwedens dieser alten Sprache wurde und einige der grundlegenden Werke vom Sanskrit ins Schwedische übersetzte.

Sehr schnell wurde Carl Fredrik Bergstedt allerdings das schwarze Schaf der Universität Uppsala, da er auf Grund seiner Herkunft andere Vorstellungen vertrat als das akademische Uppsala. Bergström setzte sich für den allgemeinen Schulunterricht ein, die Religionsfreiheit, forderte die Bildung für Frauen und verwarf die romantischen Ideen jener Zeit, die in seinen Augen Kunst und Literatur nur subjektiv bewerteten und damit einen elitären Standpunkt einnahmen. Bereits ab 1844 vertrat er seine, für die Zeit revolutionären Meinungen, in den verschiedensten Publikationen Uppsalas.

Als Lars Johan Hierta 1852 einen Nachfolger als Herausgeber des Aftonbladets suchte, übernahm Carl Fredrik Bergstedt diese Aufgabe um auf diese Weise seine reformatorische Bewegung fortsetzen zu können. Nur drei Jahre später legte er das Amt jedoch nieder, da er die Meinungen der Redakteure der Zeitung hinsichtlich der schwedischen Außenpolitik nicht teilte. 1866 begann Bergstedt dann durch seine Wahl in die Regionalregierung und den Reichstag seine politische Karriere und dehnte dabei seine Forderungen für eine veränderte Gesellschaft noch aus. Bergstedt forderte nun auch die Abschaffung der Todesstrafe, das Erbrecht für Frauen, die Pressefreiheit und eine grundlegende Schulreform, die allen Schweden die gleichen Chancen bietet. Bergstedt starb am 26. Januar 1903 in Kristberg im Alter von 85 Jahren.


24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden 
24. Juli 1719: Russische Galere greift Nyköping an 
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 
24. Juli 1842: Die Carl Johans kyrka in Stockholm
24. Juli 1870: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde aus Nordschweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. Februar 2014

Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit

Anders Chydenius wurde am 26. Februar 1729 in Sotkamo, im heutigen Finnland, geboren und studierte an der Universität Uppsala Philosophie, wobei er noch ein Jahr vor seinem Magister im Jahre 1754 zum Priester geweiht worden war. Auch wenn Chydenius erst in Nedervetil (Alaveteli) und ab 1770 in Gamlakarleby als Priester arbeitete, so gingen seine Interessen und seine Ambition weit über die Ausübung seines Berufes hinaus.

In seiner Zeit als Kaplan in Nedervetil hatte er in seinem Haus ein regelrechtes Labor eingerichtet in dem er vor allem medizinische Studien durchführte und im Ort auch bald die Rolle eines Arztes, eines Apothekers und eines Chirurgen gleichzeitig einnahm. Parallel dazu machte er sich mit den neuesten Theorien der Nationalökonomie vertraut, was bei seiner Zeit als Priester in Gamlakarleby später weitreichende Folgen haben sollte, da er dort auf Grund seiner Ideen und Kenntnisse als Vertreter der geistlichen Welt der Region ins Parlament gewählt wurde.

Da Anders Chydenius seiner Zeit weit voraus war, muss man ihn heute nahezu als Revolutionär betrachten, der die Lage Schwedens nicht mit den Augen Stockholms sah, sondern Schweden als Gesamtheit betrachtete. Bereits in seinem Werk Källan til rikets vanmagt hatte Chydenius die vom Staat gesteuerte Wirtschaftspolitik verworfen und forderte einen freien Handel. Im gleichen Sinne und mit dem gleichen Ziel setzte sich der Priester und Wissenschaftler auch für die Pressefreiheit, die Freiheit des Wortes und die Religionsfreiheit ein, was ihm unter dem schwedischen Adel sehr bedeutende Feinde schuf und ihm auch bisweilen die Grenzen der Freiheit zeigte, denn während zwei Epochen wurde er als gewählter Repräsentant seiner Region nicht zu Parlamentssitzungen zugelassen. Leider konnte Chydenius nur einen Teil seiner Ideen auch in die Tat umgesetzt sehen.



26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1577: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekten 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden 
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. August 2013

Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Bereits im Jahre 1410, also drei Jahre bevor die Stadt Landskrona gegründet wurde, schenkte Erich von Pommern dem Karmeliterorden eine bedeutende Summe, die dafür bestimmt war bei Södra Saeby, dem Vorgänger der Stadt, ein Kloster zu errichten. Mit dieser Entscheidung, die im Grunde die Busse für ein vorhergehendes Blutbad Blutbad war, gründete der König das erste Karmeliterkloster auf dem heute schwedischem Raum. Die ersten Mönche des Klostern kamen aus Deutschland und wurden vom König selbst an den für das Kloster vorgesehenen Platz geführt.

Über die Lage dieses Klosters ist man sich allerdings bis heute nicht einig, da die verschiedenen Quellen sehr unterschiedliche Orte bezeichnen und vom ursprünglichen Bau bisher keine Reste gefunden wurden. Relativ sicher scheint lediglich zu sein, dass das Kloster an der Stelle oder sehr nahe der Zitadelle erbaut wurde, was eine Suche nach Resten des Glumslöv Kloster nahezu unmöglich macht. Bereits ab 1489 wurden die Mönche mehr und mehr verfolgt und schließlich wurde das Kloster dem Erdboden gleich gemacht und der Katholizismus verschwand für mehrere Jahrhunderte aus ganz Schweden.

Als 1951 die Kirche in Schweden vom Staat getrennt wurde und die Religionsfreiheit eingeführt wurde, wollte der katholische Priester Bernt David aus Helsingborg die Karmeliter erneut nach Schweden bringen, was fünf Jahre später dazu führte, dass die ersten Karmeliternonnen wieder in Schweden erschienen, die sich ursprünglich in Stockholm ansiedeln wollten, aber sich 1962 aus geschichtlichen Gründen dann doch für eine neues Kloster in Landskrona entschieden. Am 3. August 1963 wurde dann mit dem neuen Kloster Glumslöv das erste moderne katholische Kloster in Schweden eingeweiht.


3. August 1893: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Dienstag, 25. Juni 2013

Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein

Auch wenn der schwedische Reichstag bereits im Januar 1628 König Gustav II. Adolf das Recht gab im 30-jährigen Krieg einzugreifen um die Rechte Schwedens zu verteidigen, sollte der König erst am 25. Juni 1630 in Rügen deutschen Boden betreten. In seiner Abschiedsrede in Schweden betonte Gustav II. Adolf, dass er im Gegensatz zu vielen Gerüchten, in den Krieg nicht aus eigennützigen Gründen eintrete, sondern weil die Situation Schwedens dies von ihm fordere.

Mit dieser Rede spielte Gustav II. Adolf darauf an, das der deutsche Kaiser bereits vor den Toren Schwedens stand und damit nicht nur dabei war über den gesamten Handel im Ostseeraum zu entscheiden und alle Wasserwege zu beherrschen, sondern es war auch die Angst der Kirche und des Adels, dass ein deutscher Sieg eine Bedrohung für die schwedische Kirche war, da der deutsche Katholizismus die Religionsfreiheit und die Selbständigkeit Schwedens auslöschen sollte. Dies war zumindest die feste Überzeugung der Oberschicht Schwedens.

Mit dem Eingriff in den 30-jährigen Krieg versuchte Gustav II. Adolf vor allem die Gewässer zu gewinnen, da sich der Handel um diese Zeit nahezu ausschließlich über Flussläufe entwickelte. Schweden zeigte sich sehr erfolgreich, denn 1631 waren die Truppen des Königs an der Oder und schon 1632 waren das Heer auch an der Donau. Das Problem kam denn jedoch in der Nähe von Leipzig auf den König zu. Wie üblich bei seinen Strategien, wollte Gustav II. Adolf auch hier durch eine schnelle und unüberlegte Entscheidung den schwedischen Sieg herbeiführen, wurde jedoch am 6. November 1632 an der Spitze seines Heeres während der Schlacht bei Lützen getötet und bald nahm der Krieg einen etwas anderen Lauf als Gustav II. Adolf hoffte.


25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1917: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden

Auch wenn man den Begriff Svenska Kyrkan in Schweden bereits sehr früh verwendete, so taucht er erst im Jahre 1860 im ersten Dissenterlag, dem ersten liberaleren Kirchengesetz seit Gustav Vasa tatsächlich auf. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde auch jeder, der die Staatskirche verließ des Landes verwiesen, denn nach allgemeiner Meinung war der Bestand des schwedischen Staates von einer einheitlichen Kirche abhängig.

Als am 30. Oktober 1860 das erste der beiden Gesetze in Kraft trat, wurde es möglich die Svenska Kyrkan zu verlassen ohne dafür bestraft zu werden, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man gleichzeitig einer neuen Glaubensgemeinschaft beitrat die vom Staat genehmigt war. Dies bedeutete allerdings auch, dass die einzelnen Glaubensgemeinschaften völlig unter sich bleiben mussten und sich nicht vermischen konnten.

Mit dem zweiten Dissenterlag im Jahre 1873 wurden die Bestimmungen weiter geöffnet und man konnte, nach einer vorgegebenen Bedenkzeit, die Svenska Kyrkan auch ohne weitere Bedingungen verlassen, gemischte Ehen wurden zugelassen und die Eltern konnten frei entscheiden welcher Religion das Kind angehören sollte. Allerdings war es dann noch bis 1951 verboten keiner religiösen Gemeinde anzugehören, denn erst dann wurde die Religionsfreiheit in Schweden genehmigt.


30. Oktober 1807: Handelsmann Johanna aus Ödeshög

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 27. Oktober 2012

Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises

Am 27. Oktober 1844 wurde Klas Pontus Arnoldson in Göteborg geboren, der erste Schwede, der im Jahre 1908 den Friedensnobelpreis erhielt, was in Schweden allerdings wenig geschätzt war, da Klas Pontus Arnoldson in Fragen der schwedisch-norwegischen Union die Seite Norwegens unterstützte und sich sehr klar für eine Auflösung der Union ausgesprochen hatte, was gegen das allgemeine Interesse Schwedens lief. Hinzu kam, dass schwedisches Geld für diesen „Verrat“ ausbezahlt werden musste.

Klas Pontus Arnoldson ist bis heute in Schweden eine etwas umstrittene Person, denn Arnoldson entfernte sich sehr früh von der Svenska Kyrkan und schloss sich einer freikirchlichen Bewegung an und setzte sich nahezu für jedes damalige Tabuthema ein, weswegen er eher als Revolutionär gesehen wurde und weniger als Politiker. Klas Pontus Arnoldson setzte sich für das allgemeine Wahlrecht in Schweden ein, für die Freiheit der Religion, schloss sich der Friedensbewegung an und setzte sich für die Neutralität Schwedens ein, was natürlich in den Augen der führenden Schicht Schwedens den Zusammenbruch des damaligen Systems bedeutete.

Auch wenn die Meinung von Klas Pontus Arnoldson in Schweden wenig beliebt war, so fand er seine Anhänger in anderen Ländern, unter anderem Norwegen. Das Nobelkomitee, das damals der schwedischen Friedensbewegung nahe stand, interessierte sich bei der Preisvergabe wenig um die politische Meinung des Landes, sondern sah die pazifistischen Ideen des Politikers und erkannte, dass die Preisvergabe eine Zeichen für eine friedliche Zukunft im nordischen Raum setzten konnte, was sich Jahre später auch als realistisch zeigte.


27. Oktober 1964: Dawit Isaak, zehn Jahre Gefangenschaft eines Journalisten

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Januar 2012

Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen

Am 24. Januar 1781 erließ der schwedische König Gustav III. das sogenannte Toleransediktet, das allgemein als Beginn einer gewissen Religionsfreiheit in Schweden betrachtet wird. Nach dem Toleransedikt durften erstmal Christen, die nicht der schwedischen Staatsreligion folgten, in Schweden ihre Religion beibehalten und in ihrem geschlossenen Kreis ausüben. Jede Art von Missionierung war jedoch weiterhin unter Strafe gestellt, wobei diese Christen auch nicht die schwedische Staatsangehörigkeit erhalten konnten. Der Papst nutzte dieses Edikt unmittelbar um ein apostolisches Vikariat in Schweden einzurichten.

Nur ein Jahr später unterzeichnete Gustav III. dann auch das Judereglementet, das die Situation der Juden in Schweden regelte. Diese Bestimmungen regelten die Einwanderung und den Aufenthalt der Juden im Lande. Sie durften sich allerdings nur in Stockholm, Göteborg und Norrköping niederlassen und nur dort ihren Gewerbe nachgehen. Alle Handwerkberufe, die von einer Gilde geregelt waren, waren ihnen verboten, wie auch jeder Markthandel außerhalb der ihnen zugeteilten Städte. Auch die Juden konnten jedoch nicht schwedische Staatsbürger werden.

Bis zu den Dissenterlagarna im Jahre 1860, als erstmals der Begriff „Svenska Kyrkan“ genannt wird und dem Folgegesetz im Jahre 1873 lockerten sich dann die Bestimmungen Schritt für Schritt, nicht zuletzt deshalb, weil Königin Josefina es bereits 1837 durchgesetzt hatte, dass in Stockholm eine katholische Kirche gebaut wurde. Ab 1873 konnten dann auch Schweden aus der Staatskirche austreten, vorausgesetzt, sie schlossen sich unmittelbar einer vom König zugelassenen christlichen Kirche an. Erst 1951 wurde in Schweden dann tatsächlich die Religionsfreiheit gewährt.

24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. September 2011

Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte

Am 21. September 1895 starb einer der größten schwedischen Autoren des 19. Jahrhunderts, der in Schweden ebenso bekannt ist wie August Strindberg oder Carl Jonas Love Almqvist. Viktor Rydberg, der eigentlich Abraham Viktor Rydberg hieß, gilt nicht nur als Schriftsteller, Dichter und Journalist, sondern auch als bedeutender Religionsphilosoph, der sich vor allem mit den historischen Religionen des Nordens, aber auch jenen Asiens, beschäftigte.

Viktor Rydberg wurde vor allem durch sein Buch „Bibelns lära om Kristus“ bekannt, das er 1862 veröffentlichte, einer Zeit, als es in Schweden noch keine Religionsfreiheit gab. Sein Werk, in dem er Jesus nicht als göttlich sieht, sondern lediglich als eine Person, die ein vorbildliches Leben führt, drückte Rydberg, auf seine Weise, seine Meinung aus, nach der sich Kirche und Staat trennen muss und Religion kein Gesetz sein kann, sondern eine philosophische Frage ist.

Viktor Rydbergs heute noch am meisten gelesenes Werk ist jedoch der Sagenroman "Singoalla", der eine Liebesgeschichte erzählt, die zwischen 1340 und 1350 handelt. Die Liebesgeschichte eines Adeligen und eines Romamädchens wurde erstmals 1857 im Göteborger Kalender Aurora veröffentlicht und wurde 1949 verfilmt. Die 25 Zeichnungen, die der schwedische Künstler Carl Larsson für das Buch malte, wurden Ende 2010 im Göteborger Kunstmuseum ausgestellt. Das romantische Werk mit ursprünglich tragischem Ende musste Viktor Rydberg für seinen Verleger indes umschreiben, damit die Geschichte glücklich enden konnte und ein breiteres Publikum anzog.

21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie 
21. September 1994: Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. Mai 2011

Religionsfreiheit und Svenska Kyrkan in Schweden

Am 19. Mai 1951 beschloss das schwedische Parlament die Religionsfreiheit in Schweden einzuführen. Nach dieser Gesetzesänderung war es den Freikirchen Schwedens ab dem 1. Januar 1952 erlaubt offen für sich zu werben und auch Hochzeiten und Beerdigungen vorzunehmen. Erst nach dieser Gesetzesänderung war es schwedischen Bürgern auch möglich sich ganz von der Svenska Kyrkan zu lösen und sich einer anderen Kirche anzuschließen.

Wann das Christentum erstmals nach Schweden kam, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass der katholische Glaube bereits im Jahre 830 in Birka verbreitet wurde und sich ab dem Jahre 1000 in großen Teilen Schwedens festigen konnte. Allerdings setzte sich der katholische Glaube nie vollständig durch in Schweden und mit dem Uppsala Möte im Jahre 1593 mussten sich alle Schweden zwangsweise zur evangelisch-lutherischen Kirche bekennen. Diese Bestimmung wurde während des folgenden Jahrhunderts sowohl durch bürgerliche als auch kirchliche Gesetze immer weiter gefestigt.

Bis 1860 erlaubten diese Gesetze keinerlei Ausnahmen im schwedischen Reich, zumindest, was schwedische Bürger betraf. Erst in diesem Jahr wurde es einigen wenigen Freikirchen erlaubt eigene Gemeinschaften zu schaffen, ohne dass diese jedoch die gleichen Rechte erhielten, die die Svenska Kyrkan besaß. Schweden konnten ab dieser Epoche auch aus der Svenska Kyrkan austreten, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie sich gleichzeitig einer anderen, vom Staat zugelassenen, Kirche anschlossen. Freikirchen durften jedoch keinerlei Missionsarbeit ausführen um Gläubige von der Svenska Kyrkan abzuwerben.

Ausländer, die nach Schweden geholt wurden um dort Städte zu bauen oder Handel zu treiben, mussten sich der staatlichen Kirche Schwedens nicht zwangsweise anschließen und konnten daher ihren Glauben beibehalten. Die einzige Auflage war, dass sie diesem Glauben in Abgeschiedenheit nachgingen und Schweden nicht zum Irrglauben führten. Noch heute sind über 70 Prozent der Schweden, zumindest passiv, Mitglied der Svenska Kyrkan, der Einfluss der ehemaligen Staatskirche ist jedoch permanent am schwinden.

19. Mai 1793: Jean Eric Rehn und der gustavianische Stil Schwedens
19. Mai 1956: Der schwedische Regisseur Kristian Petri 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 3. Mai 2011

Karl XV, König von Schweden

Am 3. Mai 1826 wurde Karl XV, Carl Ludvig Eugen, geboren und ebenfalls an einem 3. Mai, wenn auch im Jahre 1860, wurde er mit 34 Jahren zum König von Schweden gekrönt. Sein Ziel, eine starke gemeinsame nordische Union zu schaffen, gelang ihm während seines Lebens leider nicht, obwohl er gleichzeitig König von Norwegen war. Insbesondere seine Bestrebung eine gewisse Demokratie in beiden Ländern zu schaffen, bremsten sein Vorhaben.

Karl XV ist derjenige König, der die Entwicklung Schwedens im 19. Jahrhundert am meisten beeinflusste, da er den Adel in vielen Punkten entmachtete und zahlreiche Gesetze schuf, die in seinem Grundbestand heute noch von Bedeutung sind. Er führte in Schweden die Religionsfreiheit ein und gab Frauen in Kommunalwahlen ein Stimmrecht. Für Karl XV war auch die schwedische Infrastruktur und seine industrielle Entwicklung von größter Bedeutung, weshalb er auch als der König bekannt wurde, der das schwedische Eisenbahnnetz am meisten ausbaute.

Privat war König Karl XV eine Person der Widersprüche, da er für seine Wutausbrüche bekannt war, als Frauenheld galt, wenig vom Leben am Hofe und seinen Regeln wissen wollte, zwei Gedichtsammlungen veröffentlichte und als Maler von schwedischen und norwegischen Landschaften einen gewissen Ruf erlangte. Karl XV starb am 18. September 1872 in Malmö an Darmtuberkulose.

3. Mai 1737: Berndt Johan Hastfer, ein schwedischer Verräter
3. Mai 2001: Die schwedische Wikipedia entsteht

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. März 2011

Verhütung in Schweden - eine Straftat

Am 2. März 1911 wurde der Arzt Anton Nyström zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen öffentlichen Vortrag über Verhütung hielt, wobei das Problem nicht nur das Thema als solches war, sondern auch Vorträge für die Bürger von Regierungsseite sehr negativ gesehen wurden.

Bekannt wurde Anton Nyström jedoch, weil er der erste Schwede war, der sich als Agitator der Arbeiterklasse für die Anerkennung der Homosexualität aussprach. Er sah es als seine Pflicht an mit Vorträgen gegen Alkoholismus, Kriminalität, asoziales Verhalten und Vorurteile in Schweden vorzugehen.

Da es für Anton Nyström extrem wichtig war, dass auch das Volk eine Allgemeinbildung erhält, schuf er einen Verein, der Populärwissenschaft bei öffentlichen Vorträgen verbreitete und damit der erste Verfechter der schwedischen Volkshochschulen wurde. Sein Verein wurde 1913 offiziell anerkannt und staatlich unterstützt, was dazu führte, dass die Arbeiterklasse in ganz Schweden einen kostenlos Zugang zu modernem Wissen bekam.

Noch heute ist der Name Anton Nyström wenig bekannt in Schweden, obwohl er bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Schaffung von Gewerkschaften und für Religionsfreiheit kämpfte. Er forderte, unter anderem, dass Kirche und Staat vollkommen getrennt werden müssen, was erst am 1. Januar des Jahres 2000 endgültig durchgesetzt wurde.

2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin