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Montag, 17. April 2017

Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet

Als am 17. April 1868 die erste Volkshochschule Schwedens in Åkarp eingeweiht wurde, präsentierten sich dort 34 Bauernsöhne, die dort eine Ausbildung zum Landwirt erhalten sollten, eine Ausbildung, die gewissermaßen als die erste Fachhochschulausbildung für Landwirte war. Heute zählt diese Einrichtung rund 500 Schüler, die den unterschiedlichsten Ausbildungen folgen und in der Hvilans Folkhögskola, wie die Schule in der Nähe von Malmö tatsächlich heißt, eine Ausbildung zu erhalten, die auf zukünftige Berufe vorbereitet und auch Schülern ohne Abitur eine sinnvolle Weiterbildung bietet.

Die Volkshochschule in Åkarp geht auf die Initiative des Reichstagspolitikers Ola Andersson zurück, der im landwirtschaftlichen Klub des Ortes engagiert war und auf diese Weise die Ausbildung innerhalb der Landwirtschaft verbessern wollte, wobei Frauen allerdings erst ab 1873 in Sommerkursen zugelassen wurden, 1905 öffnete die Volkshochschule dann auch eine Haushaltsschule und 1931 kam ein zweijähriges Gymnasium hinzu, das den Schülern anschließend den Zugang zur Landwirtschaftsakademie, dem Vorläufer der landwirtschaftlichen Hochschule ermöglichte.

Obwohl der Ort Åkarp bereits rund 1000 Jahre alt ist, handelte es sich nie um eine eigene Gemeinde, sondern gehört immer noch zu Burlöv, gewann also seine Bedeutung vor allem durch die Gründung dieser Volkshochschule. In der Geschichte gewann der Ort jedoch weitere zwei Male eine gewisse Bedeutung, denn 1749 besuchte Carl von Linné den Ort und 1899 wurde das sogenannte Åkarpslagen geschaffen, ein Gesetz, das Streikbrecher schützte, also die Arbeitgeber stärkte. Der Ort hat daher nicht nur einen positiven Ruf, sondern zeigt auch eine Schattenseite.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. November 2012

Hausangestellte auf dem Lande in Schweden

Am 23. November 1833 wurde in Schweden ein Gesetz (Legostadgan) verabschiedet, das die Arbeitsverhältnisse von Hausangestellten auf dem Lande regelte, ein Gesetz, das bis zum 24. Oktober 1926 gelten sollte und damit das erste Gesetz dieser Art aus dem Jahre 1664 ersetzte. Auch wenn man das neue Gesetz geradezu als Revolution betrachtete, so ist vieles davon heute weniger als Revolution zu sehen, sondern mehr ein Sklavenvertrag, zumal auch die körperliche Züchtigung erst am 1. Oktober 1858 für die erwachsene Gruppe an Angestellten abgeschafft wurde.

Das neue Gesetz sollte allerdings nicht nur das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgebern und Hausangestellten, Mägden und Knechten regeln, sonder bereits im ersten Paragraphen konnte man lesen, dass jeder, der sich nicht selbst versorgen konnte, zwangsweise zu einem Dienst auf dem Land verpflichtet wurde. Wer sich weigerte, wurde bis 1919 von der Polizei dazu gezwungen und riskierte eine Strafe. Dies galt auch, wenn man den Vertrag mit dem Arbeitgeber vorzeitig brechen wollte.

Natürlich war auch die Arbeitszeit nun gesetzlich geregelt, denn die Angestellten mussten nun nur noch zwischen vier Uhr morgens und neun Uhr abends arbeiten und hatten das Recht auf drei Pausen am Tag um essen zu können. Nur am Sonntag nach der Hochmesse hatten sie frei. Wer allerdings, in den Augen des Arbeitgebers, eine schlechte Leistung brachte oder sich als unzuverlässig zeigte, musste nicht nur auf seinen Lohn verzichten, sondern war zusätzlich zum Schadenersatz verpflichtet. Erst im 19. Jahrhundert konnte dieses Gesetz durch das Aushandeln von individuellen Verträgen verbessert werden.


23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson
23. November 1904: Die Skansen Kronan in Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin