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Dienstag, 9. April 2019

Der Arzt Barthold Rudolf Hast

Barthold Rudolf Hast kam am 9. April 1724 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Landarztes im heute finnischen Vasa zur Welt und begann sich selbst sehr früh für Medizin zu interessieren. Im Jahr 1740 schrieb sich Hast an der Akademie in Åbo (Turku) ein um Medizin zu studieren. Nur vier Jahre später wechselte Hast dann zur Universität Uppsala, wo er bis 1747, unter anderem bei Carl von Linné und Nils Rosén studierte, da er Naturwissenschaft und Medizin verknüpfen wollte. 1747 war Hast dann der erste Arzt aus dem finnischen Teil Schwedens, der in Uppsala in Medizin promovierte.

Als Berthold Rudolf Hast nach Abschluss des Studiums nach Finnland zurückkehrte, wurde er erst als Feldarzt nach Helsingfors (Helsinki) beordert, aber als dann in ganz Schweden Provinzärzte eingesetzt werden sollten und der Vater des jungen Arztes starb, wurde Hast bereits 1849 als Provinzarzt nach Österbotten geschickt und erhielt dort auch drei junge Mediziner, die sich durch praktische Einsätze qualifiziert zum Beruf gemacht hatten. Auch wenn Hast als Provinzarzt im Grunde nur Allgemeinmediziner sein sollte, richtete er 1760 in Vasa eine Apotheke ein und sechs Jahre später auch ein Lazarett. Nach offiziellen Aufzeichnungen impfte der Arzt zwischen 1768 und 1784 auch 15.848 Kinder gegen Pocken, was ihm auch ein bedeutendes Zusatzeinkommen von Seiten der Regierung einbrachte und Österbotten zu einem Vorbild in Impffragen machte.

Berthold Rudolf Hast zeigte sich auch in vielen anderen Bereichen als etwas außergewöhnlicher Arzt, denn bereits 1750 öffnete er ein Heilbad, er betätigte sich als Veterinär, indem er die Epidemien der landwirtschaftlichen Tiere bekämpfte, und er betätigte sich auch als Chirurg, was für einen Landarzt extrem ungewöhnlich war, da diese Aufgabe Spezialisten überlassen wurde. Diese Fähigkeit auch schwere Fälle zu operieren, ging vermutlich auf die Kindheit von Hast zurück, als er seinem Vater bei Operationen assistierte. Berthold Rudolf Hast blieb bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1784 Provinzarzt in seiner Heimat und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Ärzte Finnlands.


9. April 1557: Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache
9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1802: Der finnische Nationaldichter Elias Lönnrot
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. März 2019

Die Künstlerin Gerda Sprinchorn

Gerda Sprinchorn wurde am 19. April 1871 als Tochter eines Verwaltungsangestellten in Listelberga im Västmanland zur Welt, besuchte zwischen 1885 und 1890 die technische Abendschule um anschließend drei Jahre lang an der Technischen Schule in Stockholm Kunsthandwerk zu studieren. Im Anschluss daran besuchte Sprinchorn noch die Kunsthochschule um bei John Börjeson Skulptur und bei Axel Tallberg die Gravur zu studieren. Nach Beendigung des Kunststudiums ging Sprinchorn 1902 für ein Jahr nach Paris, bevorzugte jedoch anschließend eine ausgedehnte Studienreise durch Dalarna, Italien und Finnland.

Gerda Sprinchorn gehört zu jener Gruppe an Künstlern, die sich wenig für monumentale Kunstwerke interessierten, sondern insbesondere Statuetten schuf bei denen ihre künstlerische Stärke besonders hervortrat, nämlich die Arbeit an Details, die hervorragende Anatomie und der Realismus im Ausdruck der Figuren, unabhängig davon, ob es sich dabei um Arbeiten in Bronze oder Keramik handelte. Sehr viele dieser kleineren Kunstwerke arbeitete Sprinchorn auch in künstlerischen Alltagsprodukten, zum Beispiel in Lampen, ein. Für Sprinchorn war der Übergang von Kunst, zu Kunsthandwerk und zum Gebrauchsartikel nahezu schwimmend. Zumindest bei den Werken, die Sprinchorn zu Beginn des 20. Jahrhunderts schuf, zeigen sich auch sehr deutlich die Einflüsse der Nationalromantik dieser Epoche.

Unter den größeren Arbeiten Gerda Sprinchorns, die am 21. März 1951 in Stockholm starb, findet man einige Büsten von Künstlerkollegen, zum Beispiel jene von Hildegard Thorell. Das einzige öffentliche Werk der Künstlerin hat eine eine besondere Geschichte, denn bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Sprinchorn mit einer Büste des Botanikers Carl von Linné begonnen, aber es sollte 40 Jahre dauern bis die Büste dann tatsächlich fertiggestellt war. Das Werk der Künstlerin wurde dann, unter sehr vielen anderen, ausgewählt um 1948 an der Geburtsstädte des Künstlers aufgestellt zu werden. Werke der Künstlerin kann man heute auch im Nationalmuseum finden, auch wenn die Mehrheit der Kunstwerke in Privatbesitz sind.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1894: Die Textilkünstlerin Hannah Ryggen
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1940: Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Februar 2019

Der Künstler Peter Adolf Hall

Peter Adolf Hall kam am 23. Februar 1739 als Sohn eines Händlers und Politikers in Borås zur Welt und erhielt daher eine entsprechend gute Bildung, die es ihm erlaubte ab 1753 an der Universität Uppsala Medizin und Naturwissenschaft zu studieren, zur Zeit, als Carl von Linné an dieser Fakultät unterrichtete. Bereits 1755 begab sich Hall dann auf eine vierjährige Studienreise, die ihn vor allem auch nach an die Universität Greifswald führte, wo er seine Kenntnisse in Medizin erweitern wollte. Allerdings entdeckte Hall dort die Musik und die Malerei, die ihn bald mehr faszinierten als die Medizin.

Als Peter Adolf Hall daher 1760 nach Schweden zurückkehrte, hatte er eine solide Ausbildung als Miniaturmaler erworben und erhielt, dank seiner guten Verbindungen, zahlreiche Aufträge Adelige zu malen, unter anderem auch das Portrait des Kronprinzen Gustav, das für seine Braut, Sofia Magdalena von Dänemark, bestimmt war. Trotz dieses Erfolgs entschied sich Hall 1766 nach Frankreich zu gehen, wo er auch Kontakte zu Alexander Roslin aufnahm, der ihn in die Pariser Gesellschaft einführte. Dass Hall dann in Paris unmittelbar Erfolg hatte, lag wiederum an seiner persönlichen Technik innerhalb der Miniaturmalerei, denn er führte in Frankreich in diesem Kunstbereich die freie Pinselführung ein, auch wenn dies nicht von allen französischen Künstlern positiv gesehen wurde.

Peter Adolf Hall sollte in Paris bleiben, dort heiraten und wurde nach bereits drei Jahren auch in der dortigen Kunstakademie aufgenommen. Der absolute Durchbruch kam für Hall im Jahr 1769, als er im Salon de Paris das Portrait des Dauphin Ludvig, dem späteren König Ludwig XVI., ausstellte. Nach dieser Ausstellung wurden Hall die beiden Ehrentitel peintre du Cabinet du Roi und peintre des Enfants de France verliehen. Hall malte in dieser Zeit jedes Jahr etwa 70 Gemälde und hatte ein bedeutendes Einkommen, was sich jedoch nach dem Sturm auf die Bastille änderte, denn 1791 musste er in aller Eile Frankreich verlassen, seine Familie zurücklassen und nach Belgien flüchten. Bereits am 15. Mai 1793 starb Hall dann in Liège.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1868: Hjalmar Molin, Architekt und Künstler
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1917: Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. April 2018

Sara Elisabeth Moraea und Carl von Linné

Sara Elisabeth Moraea kam am 26. April 1716 als Tochter eines Arztes in Falun zur Welt und gehörte daher der bürgerlichen Schicht der Stadt an, was auch bedeutete, dass sie eine für die Zeit relativ gute Ausbildung erhielt. Nach Zeitdokumenten war Moraea eine sehr starke und bestimmte Frau, die ihre höhere Herkunft ständig ausspielte und der jedes Gefühl und jede kulturelle Bildung fehlte, die zudem auch sehr eigensüchtig war, auch wenn sie ihren Ehemann Carl von Linné weitgehend unterstützte und das gemeinsame Gut führte. Dank Moraea konnte Linné auch seine wissenschaftliche Arbeiten ungestört durchführen.

Carl von Linné lernte Sara Elisabeth Moraea während seiner Reise durch das Dalarna kennen und hielt im Februar 1735 um ihre Hand an. Der Vater akzeptierte zwar den Antrag, zwang jedoch Linné erst noch zu einer Auslandsreise und dem Doktorexamen, denn die offizielle Verlobung sollte erst dann stattfinden, wenn Linné seine Frau auch gebührend versorgen konnte. Als Linné ein Jahr später die Bedingungen erfüllt hatte und nach Falun zurückkehrte, kam es zwar zur Verlobung, aber es sollte ein weiteres Jahr dauern bis es sein Einkommen erlaubte Moraea im Juni 1739 in der sogenannten Linnés bröllopsstuga zu heiraten.

Dennoch waren Sara Elisabeth Moraea und Carl von Linné nicht in allem Punkten der gleichen Meinung, denn als Moraea, während der Abwesenheit des Ehemanns, die älteste Tochter zur Schule schickte, nahm Linné bei seiner Rückkehr das Mädchen unmittelbar aus der Schule, da er, im Gegensatz zur Ehefrau, der Meinung war, dass Frauen keine Bildung benötigen. Als Linné 1778 starb, führte Moraea das Gut weitere 30 Jahre lang fort, wobei auch fünf der Kinder mit dort einzogen. Sara Elisabeth Moraea, die am 20. April 1806 starb, war, nach dem Tode Linnés maßgeblich an der Gründung der Linnean Society of London beteiligt.


20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1940: Das Bio Roy, einst Bio Royal, in Göteborg
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
20. April 1993: Der Künstler Ragnar Person

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. März 2018

Der königliche Leibarzt Abraham Bäck

Abraham Bäck kam Mitte Oktober 1713 als Sohn eines Kaufmanns in Söderhamn zur Welt. Da sein Vater jedoch bereits 1720 starb, wurde er von der Großmutter mütterlicherseits erzogen, bis seine Mutter einige Jahre später einen wohlhabenden Mann heiratete. Dies erlaubte Bäck ab 1740 an der Universität Uppsala Medizin zu studieren. Nachdem Bäck dann zehn Jahre später Doktor in Medizin geworden war, unternahm er eine fünfjährige Studienreise, die ihn, unter anderem, auch an die Universität Leiden, nach Paris und nach Leipzig führte. Bereits in diesen Jahren wurde Bäck auch in die Akademie der Wissenschaften gewählt.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden versuchte Abraham Bäck Professor an der Universität Lund zu werden, wurde jedoch abgelehnt. Der Mediziner öffnete daher eine eigene Praxis in Stockholm und wurde 1749 zum königlichen Leibarzt ernannt. Diese Funktion hatte der Mediziner unter den Königen Fredrik I., Adolf Fredrik und Gustav III., sowie dessen Gemahlin Sofia Magdalena. Dass Bäck so lange im königlichen Dienst war, dürfte damit zusammenhängen, dass er zum einen sehr treffende Diagnosen stellte, zum anderen auch eine Behandlung eher zu früh als zu spät begann. Diese Informationen, inklusive der Krankheitsgeschichten kann man den Aufzeichnungen Bäcks entnehmen, der bestrebt war jede Kleinigkeit einer Beobachtung festzuhalten.

Die größte medizinische Leistung von Abraham Bäck, der am 15. März 1795 in Stockholm starb, war indes mit seinem Amt an der Wissenschaftsakademie verbunden, denn hier hatte er die Möglichkeit die gesamte medizinische Entwicklung zu beeinflussen und seine Erfahrungen im Ausland anzuwenden. Bäck setzte sich vor allem dafür ein ein Krankenhaus zu schaffen mit dem er mehrere Ziele auf einmal vereinen konnte. Zum einen konnten dort Chirurgen und Ärzte zusammenarbeiten, was bis dahin undenkbar war, zum anderen vereinfachte ein Krankenhaus auch die Ausbildung von Ärzten auf Grund der Erfahrungen, die die Studenten dort sammeln konnten. Mit Hilfe seines Freundes Carl von Linné legte Bäck zusätzlich einen Garten mit Medizinalpflanzen an, so dass sich Medikamente in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses befanden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1794: Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. März 2018

Der Wissenschaftler Torbern Bergman

Torbern Bergman kam am 9. März 1735 als Sohn eines Amtsmanns in Låstad zur Welt und schrieb sich nach dem Besuch des Gymnasiums in Skara im Jahr 1752 an der Universität Uppsala ein um dort Botanik, Mathematik und Entomologie zu studieren. Dort lernte Bergman den Naturwissenschaftler Carl von Linné kennen, dem er eine Abhandlung über Igel vorgelegt hatte. Linné beauftragte hierauf Bergman mit der Erforschung der Frostspanner, die im Herbst die Stämme von Fruchtbäumen hochklettern um so weit oben wie möglich ihre Eier zu legen. Bergman fand eine Methode diese Insekten beim Hochklettern zu fangen, statt sie oben zu suchen, und bewies damit seinen Einfallsreichtum.

Torbern Bergman gehörte zu jenen Wissenschaftlern, die sich extrem vielseitig zeigten, denn er disputierte auch in Astronomie, wurde Dozent in Physik und Professor in Chemie und in Pharmakologie. So nebenbei verfasste Bergman dann auch eines der ersten Geographiebücher weltweit und untersuchte die verschiedenen meteorologischen Phänomene. Seine Arbeiten über das Nordlicht, über die Entstehung von Gewittern und den Regenbogen führten dazu, dass Torbern Bergman 1764 auch in die Akademie der Wissenschaften gewählt wurde, als der Wissenschaftler gerade einmal 29 Jahre alt war.

Auch in der Chemie kann man Torbern Bergman, der am 9. Juli 1784 an einem Schlaganfall in Medevi starb, als einen der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit sehen. Um seine Forschungen auf optimale Weise durchführen zu können, ließ er sich in der Universität auf eigene Kosten ein Labor einrichten, da es für ihn wichtig war sowohl quantitative, als auch qualitative Analysen durchzuführen. In diesem Labor entdeckte Bergman 1775 wie man Mineralwasser auf künstliche Weise herstellt. Seine Forschungen gingen allerdings in alle Richtungen, was leider auch dazu führte, dass Bergman oft nur die Basis schuf, er aber seine Ideen zu Ende führen konnte. Dies gilt insbesondere für die Mineralogie, und auch für die chemischen Elemente, denn er war der erste Chemiker Schwedens, der einen Unterschied zwischen anorganischer und organischer Chemie machte, leider ohne diese Trennung in letzter Konsequenz zu dokumentieren.


9. März 1699: Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming
9. März 1846: Freiherr Johan Nordenfalk, Justizstaatsminister
9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. April 2017

Die Walpurgisfeuer in Schweden

Auch wenn man bei den Feuern am Abend des 30. April in der deutschen Sprache grundsätzlich von den Walpurgisfeuern spricht, und im Schwedischen offiziell vom Valborgselden oder dem Valborgsmässobålet, so hat dieses Feuer sehr wenig mit der heiligen Walpurga zu tun, was sich auch dadurch ausdrückt, dass man in der schwedischen Umgangssprache weiterhin vom majbrasa, dem Maifeuer, redet und diese Tradition im Norden auf einen vorchristlichen Brauch zurückgeht, denn nach der nordischen Mythologie ist in dieser Nacht die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten am geringsten, weswegen man die Nacht fernhalten soll.

Wenn man daher in die vorchristliche Zeit des Nordens zurückgeht, so dachte man natürlich auch nicht an die Hexenverbrennungen, die erst das Christentum mit sich brachte, sondern mit dem Walpurgisfeuer sollte alles aus dem vergangenen Jahr, vor allem die negativen Erlebnisse, die Not des Winters und negative Gedanken verbrannt werden, damit man am nächsten Morgen ein neues Leben beginnen konnte, bei dem ein Strich unter alles Vergangene und alle Feindschaften gezogen wurde. Als der katholische Glauben in Schweden einzog, hat man sehr oft an den Plätzen dieser Feuer eine Kirche oder eine Kapelle gebaut, um zu zeigen wie mächtig der katholische Gott sei und die Walpurgisfeuer dem Aberglauben gehören.

Als dann der katholische Glaube durch den protestantischen ersetzt wurde, wurde das Walpurgisfeuer kaum noch mit der etwas brutalen Denkweise der Katholiken verbunden, sondern das Feuer war mit der Sonne, der Wärme und dem Frühling verbunden, hatte jedoch gleichzeitig noch die Eigenschaft die landwirtschaftlichen Tiere gegen die wilden Tiere jener Zeit zu schützen und alle bösen Kräfte fernzuhalten. Der schwedische Botaniker Carl von Linné schrieb noch 1749, dass die Bauern des Västmanlands am 30. April immer große Feuer machten und um die Scheiterhaufen tanzen, vor Freude, dass nun endlich der Sommer im Anzug sei. Man kann sich natürlich fragen, warum diese Feuer mit dem Schutz von Kühen, Schafen und Ziegen verbunden war, obwohl die Antwort einfach ist, denn am Folgetag wurde das Vieh auf die Weide gelassen, es fand also der schwedische Almauftrieb statt.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1659: Graf Jacob Reenstierna als königlicher Beamter
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1909: Der studentische Karneval Chalmers Cortège
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. April 2017

Der erste Volkshochschule Schwedens wird gegründet

Als am 17. April 1868 die erste Volkshochschule Schwedens in Åkarp eingeweiht wurde, präsentierten sich dort 34 Bauernsöhne, die dort eine Ausbildung zum Landwirt erhalten sollten, eine Ausbildung, die gewissermaßen als die erste Fachhochschulausbildung für Landwirte war. Heute zählt diese Einrichtung rund 500 Schüler, die den unterschiedlichsten Ausbildungen folgen und in der Hvilans Folkhögskola, wie die Schule in der Nähe von Malmö tatsächlich heißt, eine Ausbildung zu erhalten, die auf zukünftige Berufe vorbereitet und auch Schülern ohne Abitur eine sinnvolle Weiterbildung bietet.

Die Volkshochschule in Åkarp geht auf die Initiative des Reichstagspolitikers Ola Andersson zurück, der im landwirtschaftlichen Klub des Ortes engagiert war und auf diese Weise die Ausbildung innerhalb der Landwirtschaft verbessern wollte, wobei Frauen allerdings erst ab 1873 in Sommerkursen zugelassen wurden, 1905 öffnete die Volkshochschule dann auch eine Haushaltsschule und 1931 kam ein zweijähriges Gymnasium hinzu, das den Schülern anschließend den Zugang zur Landwirtschaftsakademie, dem Vorläufer der landwirtschaftlichen Hochschule ermöglichte.

Obwohl der Ort Åkarp bereits rund 1000 Jahre alt ist, handelte es sich nie um eine eigene Gemeinde, sondern gehört immer noch zu Burlöv, gewann also seine Bedeutung vor allem durch die Gründung dieser Volkshochschule. In der Geschichte gewann der Ort jedoch weitere zwei Male eine gewisse Bedeutung, denn 1749 besuchte Carl von Linné den Ort und 1899 wurde das sogenannte Åkarpslagen geschaffen, ein Gesetz, das Streikbrecher schützte, also die Arbeitgeber stärkte. Der Ort hat daher nicht nur einen positiven Ruf, sondern zeigt auch eine Schattenseite.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1909: Kid Severin, Schriftstellerin und Journalistin
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Februar 2017

Die Linnéuniversität in Kalmar

Auch wenn die Linnéuniversität in Kalmar bereits am 1. Januar 2010 durch die Zusammenlegung der Universität Växjö und der Hochschule Kalmar entstanden war, so erfolgte die Einweihung dieser staatlichen schwedischen Universität erst am 5. Februar 2010. Die Gründung dieser Universität war im Grunde die Folge einer Zusammenarbeit, die bereits 2004 unter dem Namen Akademi Sydost begonnen hatte und 2008 so eng geworden war dass die Zusammenlegung geradezu eine logische Folge davon wurde. Heute hat die Linnéuniversität, die ihren Namen zu Ehren des Botanikers Carl von Linné erhielt, auch Zweigstellen in drei weiteren Orten des Småland.

Gegenwärtig bietet die Linnéuniversität 60 verschiedene Ausbildungsprogramme mit über 1200 Kursen in 50 Wissensgebieten an, oft jedoch nur als Basisausbildung, denn gegenwärtig kann man nur in 20 Fächern den Magister ablegen. Auch die Forschung ist relativ beschränkt, obwohl sie sowohl Geisteswissenschaft, Sozialwissenschaft, Naturwissenschaft und Technik umfasst. Für viele Studenten ist die Linnéuniversität daher nur das Sprungbrett zu einer der großen Universitäten mit sehr spezialisierten Kursen und der Möglichkeit einen höheren Abschluss zu erreichen.

Einen besonderen Ruf hat die Linnéuniversität bei Ausbildungen im Gesundheitswesen, da das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft jede Art von Krankenschwestern ausbildet, inklusive der psychiatrischen Pflege und der Geburtshilfe. In diesem Institut wird auch die intensivste Forschung der Universität betrieben, sowohl in Gruppen als auch individuelle Forschung. Im e-Gesundeheitsinstitut, das diesem Fachbereich angegliedert ist, erfolgt die Forschung aus Auswertung von IT-Unterstützung im Gesundheits- und Pflegewesen. Dass in der Linnéuniversitet die Ausbildung von Krankenschwestern im Vordergrund steht, geht historisch gesehen bis 1907 zurück, als im Lazarett im nahen Västervik bereits eine Schule für Krankenschwestern aufgebaut wurde.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Der schwedische Künstler Johan Henrik Scheffel

Als Johan Henrik Scheffel am 21. Dezember 1781 in Västerås starb, hinterließ er eine Vielzahl an Porträts, die meisten davon unsigniert, die im Auftrag der Adeligen und gehobenen Bürger seiner Zeit entstanden. Als die bedeutendsten Werke Scheffels gelten heute jene von Carl von Linné, Hedvig Charlotta Nordenflycht und Christopher Polhem, da die meisten Personen, die zu Scheffel kamen, heute keinerlei Bedeutung mehr haben. Die Gemälde des Künstlers findet man aus diesem Grund auch nur vereinzelt in Museen, sondern vor allem in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Johan Henrik Scheffel kam am 9. April 1690 in Wismar zur Welt und studierte in Berlin, Paris und Brabant bei mehreren Hofmalern die Porträtmalerei. Auch wenn Scheffel 1723 bereits ein vollendeter Porträtmaler war, nahm er 1723 bei seiner Ankunft in Stockholm noch Unterricht bei David von Krafft, der ihm allerdings kaum das Malen beibrachte, sondern Scheffel dabei half die richtigen Kontakte in Schweden zu bekommen um sich in der schwedischen Hauptstadt als Porträtmaler niederlassen zu können. Dank dieser Verbindung wurde Scheffel auch sehr schnell mit Aufträgen des Adels und der gehobenen Bürgerschicht überhäuft, ohne allerdings damit einen Zugang zum Hof zu erhalten.

Unter den rund 700 Porträts, die Johan Henrik Scheffel im Laufe seines Lebens malte, findet man zahlreiche Repliken und Variationen, was darauf schließen lässt dass der Künstler nur seine besten Arbeiten auslieferte. In der Schaffensperiode Scheffels kann man deutlich zwei Epochen unterscheiden, denn während seine frühen Portraits von den Farben her vollkommen in Barock gehalten sind, geht der Künstler nach 1745 auf die Farben und die Farbsetzung des Rokoko über. Scheffel, dessen Stärke es war die Charaktereigenschaft und die Haltung des Porträtierten zu fangen, hinterließ auch einige historische Gemälde und Darstellungen aus der Nordischen Mythologie, die künstlerisch jedoch nur zweitrangig zu sehen sind.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1610: Katarina Vasa gewinnt Einfluss in Ostfriesland
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1875: Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth
21. Dezember 1976: Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 18. Dezember 2016

Peter Hernquist, der erste Veterinär Schwedens

Peter Hernquist starb am 18. Dezember 1808 als geachteter Professor und Veterinär im Alter von 72 Jahren in Skara. In seiner Veterinärschule, die Hernquist 1775 in Skara gegründet hat, findet man heute das einzige Veterinärhistorische Museum Schwedens, wo man, neben der Geschichte des Veterinärs, die gesamte Geschichte der Tierheilkunde erleben kann und selbst einen Blick auf die einstige Apotheke Hernquists werfen darf und alle Gerätschaften findet, die früher von einem Veterinär verwendet wurden. Die Bedeutung des Museums kann man auch daran erkennen dass es 1975 von König Carl XVI. Gustaf eingeweiht wurde.

Peter Hernquist war am 8. Mai 1726 in der Militärherberge seines Vaters in Härlunda geboren worden und wurde, mangels Kenntnissen, erst im Alter von zehn Jahren in der Schule in Skara aufgenommen. Da auch dort das Studium sehr langsam vor sich ging, begann Hernquist sein Studium an der Universität Uppsala dann erst 1750, allerdings ohne großen Enthusiasmus und mehrmals unterbrochen, da Hernquist das für das Studium nötige Geld immer wieder als Privatlehrer erwerben musste. Die wissenschaftliche Wende kam für Hernquist als er bei Carl von Linné begann Naturwissenschaften zu studieren, denn dieses Thema faszinierte den Studenten.

Als gegen 1760 dann in Schweden eine Epizootie unter Haustieren ausbrach, stellte man fest wie wichtig ein Veterinär war, aber auch dass es diesen Beruf in Schweden nicht gab. Auf Empfehlung von Linné wurde daher Peter Hernquist, gemeinsam mit zwei anderen Studenten, nach Lyon geschickt um sich dort innerhalb von drei Jahren zum Veterinär auszubilden. Hernquist war der einzige unter den dreien, der sich mit dieser Grundausbildung nicht zufrieden gab, sondern d.er Wissenschaftler setzte seine Studienreise 1766 nach Paris fort um dort ausführliche medizinische Studien zu betreiben und lernte in diesem Zusammenhang auch den Vaterinär Étienne Lafosse kennen, der eine moderne Schule für Veterinäre gegründet hatte, die niveaumäßig weit über jener in Lyon lag. Als Peter Hernquist dann nach Schweden zurückkehrte, war er der erste Schwede, der sich wirklich als Veterinär bezeichnen konnte. Nach dem Modell von Lafosse gründete er dann 1775 in Skara auch eine Schule für Veterinäre.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås
18. Dezember 1661: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
18. Dezember 1793: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
18. Dezember 1828: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
18. Dezember 1869: Hilma Borelius, Wissenschaft und Frauenrecht in der Literatur
18. Dezember 1884: Die Tageszeitung Svenska Dagbladet, Svenskan
18. Dezember 1936: Ulla Trenter, zwischen Kriminalroman und Novelle
18. Dezember 2014: Die Sundsvallsbron, die längste Autobahnbrücke Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Juni 2016

Die Königliche Wissenschaftsakademie wird gegründet

Am 2. Juni 1739 trafen sich sechs schwedische Wissenschaftler und Politiker um, nach ausländischem Vorbild, auch in Schweden eine Königliche Wissenschaftsakademie (Kungliga Vetenskapsakademien) zu gründen. Zu den Gründern gehörten, neben Anders Johan von Höpken, Sten Carl Bielke, Mårten Triewald und Carl Wilhelm Cederhielm, auch Jonas Alströmer und Carl Linnaeus, der spätere Carl von Linné. Allerdings sollte sich, nach Meinung der Gründer, die schwedische Wissenschaftliche Akademie von der anderer Länder unterscheiden, denn die Gründer wollten vor allem die Wirtschaft in den Vordergrund setzten und die schwedischen politischen Strömungen modernisieren und verfassten daher auch sämtliche Schriftsätze in Schwedisch und nicht, wie allgemein üblich, in Latein.

Bereits 1745 wurden in der Kungliga Vetenskapsakademien auch ausländische Mitglieder zugelassen, auch wenn zu Beginn nur 75 Mitglieder keine schwedischen Bürger sein mussten und 100 nationale Wissenschaftler vertreten waren. Diese Bedingungen wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrmals geändert, wobei heute die Königliche Wissenschaftsakademie aus 460 Wissenschaftlern besteht, wovon 175 Ausländer sein dürfen. Auch die ursprünglich sieben Sparten der Akademie verwandelten sich mittlerweile in zehn Sparten, wobei die letzte Personen betrifft, die besondere Verdienste für die Wissenschaft erbrachten, ohne jedoch zwangsläufig selbst Wissenschaftler zu sein.

Auch wenn die Aufgabe der Kungliga Vetenskapsakademien auch die Förderung von Mathematik und Naturwissenschaft in schwedischen Schulen ist und die Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in populärwissenschaftlicher Form sein soll, so tritt sie vor allem durch die Vergabe von bedeutenden Preisen für herausragende Wissenschaftler auf, unter anderem die Wahl der Nobelpreisträger in Physik und Chemie  durch die verschiedenen Nobelkomitees der Akademie und den Preis für ökonomische Wissenschaften der schwedischen Reichsbank auf.


2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
2. Juni 1871: Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten
2. Juni 1879: Der Forscher und Ethnograph Eric von Rosen
2. Juni 1928: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
2. Juni 1938: Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden
2. Juni 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juni 1987: Der Sänger Darin Zanyar, bekannt als Darin

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Januar 2016

Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere

Carl von Linné kam am 20. Januar 1741 als Sohn des bekannten Botanikers Carl von Linné der Ältere in Falun zur Welt und wurde nach einigen Jahren Privatunterricht und auf Grund der Leistungen seines Vaters im Alter von neun Jahren an der medizinischen Fakultät der Universität Uppsala aufgenommen. Linné legte jedoch in keinem Fach ein Examen ab, wurde jedoch, ebenfalls auf Grund der Beziehungen seines Vaters, mit 18 Jahren in leitender Position im Botanischen Garten in Uppsala eingestellt. Nur drei Jahre später ernannte ihn sein Vater auch zum Nachfolger seiner Professur an der Universität Uppsala.

Da die Ernennung von Carl von Linné dem Jüngeren zum Professor an der Universität mit Mutwillen gesehen wurde, zumal dieser weder die wissenschaftlichen Voraussetzungen, noch das Interesse für Botanik mitbrachte, wurde Linné auf Druck des Kronprinzen Gustav, dem späteren Gustav III., im Jahre 1765 zum Ehrendoktor in Medizin ernannt und galt damit als Professor geeignet. Da Linné keinerlei Neigung zur Naturwissenschaft hatte und lediglich von seinem Vater in diese Rolle gedrängt wurde, verfasste  Carl von Linné der Jüngere auch nur wenige wissenschaftliche Schriften von größerer Bedeutung und geriet wegen dem Leistungsdruck seines Vorfahren in Depressionen.

Da Carl von Linné der Ältere gegen Ende seines Lebens endgültig einsehen musste dass sein Sohn nie seine eigenen wissenschaftlichen Ideen verwirklichen und fortsetzen würde und kaum als wissenschaftlicher Nachfolger gesehen werden konnte, bestimmte er, dass ein Sohn sein Herbarium nach seinem Tode nicht erhalten, sondern dieses zu Gunsten seiner Töchter verkauft werden sollte. Gegen hohe Schuldscheine erhielt Linné der Jüngere jedoch von seiner Mutter den Zugang zum Herbarium, das Carl von Linné der Jüngere auch etwas erweitert hatte. Als Linné am 1. November 1783 starb, wollten weder Universität noch der König das wertvolle Herbarium oder auch die Büchersammlung von Linné dem Jüngeren kaufen und daher wurde das gesamte Material wurde nach London verkauft.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. März 2015

Sten Carl Bielke, Wissenschaftler und Politiker

Sten Carl Bielke wurde am 14. März 1709 als Sohn eines Regierungspräsidenten in Stockholm geboren, wobei der Vater allerdings bereits starb als der Junge neun Jahre alt war. Dennoch erhielt Bielke eine dem Rang seines Vaters entsprechende Erziehung und Ausbildung, was bedeutete, dass er nach acht Jahren Studien an der Universität Uppsala und einem Aufenthalt im Ausland an der Königlichen Bibliothek angestellt wurde. Da sich Bielke kaum als Bibliothekar eignete, wechselte er bald darauf seine Laufbahn und begann als Jurist Karriere zu machen. Um diese Zeit wurde Freiherr Bielke auch in der Politik aktiv und stützte dabei die Partei der Mützen.

Als Reichstagspolitiker zeichnete sich Sten Carl Bielke dadurch aus, dass er als erbitterter Kriegsgegner auftrat und dagegen kämpfte, dass die Mitglieder des geheimen Ausschusses als Vertreter der Stände auftraten. Bielke ging sogar so weit zu fordern, dass der geheime Ausschuss beim folgenden Reichstag erst einen Rechenschaftsbericht abgeben musste bevor die neuen Mitglieder des nächsten geheimen Ausschusses gewählt werden konnten. Bielke wollte damit erreichen, dass die Mitglieder des Ausschusses verantwortungsbewusst arbeiteten und nicht in den Verdacht von einseitigem Verhalten und Korruption gerieten.

Auch wenn Sten Carl Bielke im Staatsdienst arbeitete, hatte er sich seit seiner Studentenzeit für Naturwissenschaften interessiert und dieser auch seine gesamte Freizeit gewidmet. Als enger Freund von Carl von Linné unterstützte er diesen auch bei seinen Arbeiten an der Systematik der Pflanzen und sammelte selbst die verschiedensten Samen während seiner Reisen, die er anschließend an Linné weitergab. Im Jahre 1739 war Bielke dann auch einer der sechs Gründungsmitglieder der Wissenschaftsakademie, die in Schweden, nach dem Vorbild anderer Länder, die Verbreitung der Naturwissenschaften fördern.


14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre 
14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1812: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin 
14. März 1816: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus 
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden 
14. März 1907: Der nordschwedische Schriftsteller Björn-Erik Höijer 
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens 
14. März 1922: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 2. November 2014

Rutger Sernander, Botaniker, Archäologe und Geologe

Rutger Sernander kam am 2. November 1866 in der gehobenen Bürgerschicht in Viby in Närke zur Welt und hatte daher eine hervorragende Bildung, die es ihm ermöglichte an der Universität Uppsala zu studieren wo er, nach einer Disputation über die Vegetation Gotlands, 1895 Doktor in Philosophie wurde und im Jahre 1909 auch zum ordentlichen Professor in Botanik ernannt wurde. Anschließend wurde Sernander in nahezu alle wissenschaftlichen Vereinigungen und Akademien Schwedens aufgenommen und entwickelte sich zu einem er bedeutendsten Botaniker des Landes.

Rutger Sernander war mit seinen Ideen einer der bedeutendsten Neuerer der botanischen Wissenschaft, denn er lehnte bereits zu Beginn seiner Arbeiten jeden göttlichen Einfluss auf die Pflanzenevolution ab und sah die Veränderung der Flora vor allem in der klimatischen Entwicklung, was um diese Zeit in Schweden sehr ungewöhnlich war. Seine Pflanzenstudien zur Geographie der Pflanzenwelt ab der schwedischen Eiszeit führten auch dazu, dass Sernander beweisen konnte, dass es während der Eisenzeit zu einem bedeutenden Kälteeinbruch in Schweden kam der die Vegetation des Landes vollkommen veränderte.

Auch wenn man heute den Namen Rutger Sernander nur selten in Zusammenhang mit der modernen Botanik hört, so ist seine Bedeutung für das heutige schwedische Denken zur Ökologie und zum Naturschutz bedeutend, denn Sernander war der erste schwedische Wissenschaftler, der die Grundlagen der heutigen Ökologie schuf und 1909 einer der Gründer des schwedischen Naturschutzvereins war. Natürlich lag dies nicht nur an den Forschungsergebnissen Sernanders, sondern auch daran, dass er sich für sämtliche wissenschaftlichen Strömungen des damaligen Europa interessierte und den Forschungsergebnissen seiner Kollegen folgte. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfasste Sernander auch zahlreiche Biografien, zum Beispiel über Carl von Linné und Olof Rudbeck den Älteren.


2. November 1822: Carl Gustaf Malmström und die Freiheitszeit Schwedens
2. November 1887: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
2. November 1890: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin
2. November 1961: August Strindberg und Harriet Bosse
2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

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Freitag, 8. August 2014

Carl Peter Thunberg, ein Leben für die Botanik und die Medizin

Als Carl Peter Thunberg am 8. August 1828 in Gamla Uppsala starb, gehörte er zu den sehr wenigen Schweden, die die Möglichkeit gehabt hatten die Pflanzenwelt Japans zu erforschen und auch in Japan als Arzt tätig zu sein, wenn auch nicht in schwedischem Auftrag, sondern als Mitglied der Niederländischen Ostindienkompanie, da nur den Holländern erlaubt war japanischen Boden zu betreten. Ergebnis einer Reise nach Edo, dem heutigen Tokyo, war die erste Beschreibung der Pflanzenwelt Japans, die Thunberg unter dem Namen Flora Japonica veröffentlichte. Das Werk ist heute noch von grossem wissenschaftlichen Interesse, auch wenn der Botaniker vielen aus China importierten Pflanzen den Beinamen japonica gab und so manche von ihm als wildlebend bezeichnete Pflanze für japanische Gärten gezüchtet war.

Carl Peter Thunberg war am 11. November 1743 in Jönköping als Sohn eines Buchhalters zur Welt gekommen und hatte das Glück bei seinem Studium an der Universität Uppsala Student unter Carl von Linné zu werden. Auf Empfehlung Linnés hatte Thunberg nach Abschluss seines Grundstudiums die Möglichkeit seine Studien in Amsterdam und in Paris zu ergänzen, wobei sich Thunberg, insbesonder in Paris, auch der Medizin widmete. Auf Grund dieses doppelten Studiums hatte der Wissenschaftler auch die Möglichkeit als Chirurg bei der Niederländischen Ostindienkompanie arbeiten zu können und gleichzeitig für die Botanischen Gärten in Holland Pflanzen zu studieren und zu sammeln.

Während seiner Reisen besuchte Carl Peter Thunberg natürlich auch zahlreiche andere Länder und betrieb eine intensive Forschungsarbeit, aber da in den „freien“ Ländern auch zahlreiche andere Botaniker tätig waren, ist vor allem sein Aufenthalt in Japan bedeutend, was ihm sogar zum Beinahmen „Japans Linné“ verhalf. Seine Kenntnisse über die damalige japanische Pflanzenwelt und Medizin verdankte Thunberg vor allem der Tatsache, dass japanische Ärzte, die er traf, mehr über europäische Heilmethoden wissen wollten und dadruch ein breiter Gedanken- und Erfahrensaustausch stattfand. Als Carl Peter Thunberg 1779 nach neun Jahren nach Schweden zurückkehrte, war er von der Universität Uppsala als Nachfolger von Carl von Linné dem Jüngeren ausgewählt worden.


8. August: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden
8. August 1646: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
8. August 1807: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab

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Dienstag, 13. Mai 2014

Der schwedische Botaniker Daniel Solander

Als Daniel Solander am 13. Mai 1782 im Alter von 49 Jahren in London plötzlich an einer Gehirnblutung starb, gehörte er zu den bedeutendsten Botanikern seiner Zeit ohne jedoch je seine wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht zu haben. Seine sehr umfangreichen Manuskripte dienten, nach seinem Tod, jedoch zahlreichen Botanikern in mehreren Ländern und haben noch heute einen einzigartigen Wert, da Solander jede Pflanze und jedes Tier detailgetreu beschrieben hat und einige dieser Tier- und Pflanzenarten heute bereits ausgestorben sind.

Daniel Solander war am 19. Februar 1733 in Öjebyn, dem Kirchdorf in Piteå geboren worden und wurde in Uppsala der bedeutendste Schüler Carl von Linnés, was sogar zur Spekulation führte, dass Solander der uneheliche Sohn des Naturforschers sei. Linné hatte große Erwartungen an Solander, die dieser leider nie erfüllen konnte, denn als ihn Linné zur Forschung nach London schickte, unternehm dieser seine wichtigsten Forschungsreisen unter Joseph Banks, der dadurch auch die Arbeiten Solanders als erstes auswerten durfte und da Solander auch seine Manuskripte nicht an Linné schickte, wartete dieser vergebens auf die Ergebnisse des Forschers.

Dank Joseph Banks konnte Daniel Solander an der Weltumseglung von James Cook auf der HMB Endeavour teilnehmen und war daher, neben Banks, einer der ersten Naturwissenschaftler, der die Fauna und Flora Neuseelands und Australiens entdecken konnte. Diese Entdeckungen machten die beiden Wissenschaftler geradezu zu Helden in England und sie wurden auf Grund ihrer Entdeckungen selbst vom König empfangen. Solander, den seine ersten Reisen unter Linné nur nach Lappland geführt hatten, hat von England aus nahezu die ganze Welt besucht und wird, auch wenn er die englische Staatsbürgerschaft annahm und nicht mehr nach Schweden zurückkehrte, noch heute vom Solanderverein in Piteå in hohen Ehren gehalten.


13. Mai 1707: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
13. Mai 1862: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen
13. Mai 1917: Die Linken Schwedens, Entstehung der Vänsterpartiet
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden
13. Mai 1979: Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens
13. Mai 2006: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbinden


Copyright: Herbert Kårlin