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Samstag, 5. Dezember 2015

Vom Kallax zum Luleå Airport

Wer heute ins nordschwedische Luleå fliegt und auf dem am 5. Dezember 2013 neu eingeweihten Flugplatz landet, ist erstaunt über das Ausmaß dieses Flughafens im hohen Norden und nur die ältesten Bewohner der Umgebung wissen noch wie Kallax flygplats im Jahre 1944 aussah, der sich im Laufe von 70 Jahren in den internationalen Luleå Airport verwandelte, der mittlerweile jährlich über eine Million Passagiere zählt und der sechstgrößte Flugplatz Schwedens ist, mit fünf regulären Fluglinien und rund zehn Chartergesellschaften.

Genau genommen ist der Luleå Airport so groß, weil er nicht nur dem Linienflug dient, sondern auch zu den schwedischen, militärischen Luftbasen gehört. Unter den etwa 1100 Angestellten, die am Flughafen arbeiten, gehören 900 zur Luftwaffe, was der zivile Passagier jedoch kaum in Kenntnis nimmt. Indirekt ist natürlich gerade die militärische Aktivität von größter Bedeutung für den Zivilflug, denn die Linie von Arlanda nach Luleå ist mit über 800.000 Passagieren pro Jahr die wichtigste Einnahmequelle. Ein Großteil dieser Passagiere hängt eng von der Luftbasis ab.

Seit 2013 entspricht der Luleå Airport dem Standard für internationale Flüge und kann weitaus mehr Flugverkehr aufnehmen als bisher vorhanden. Wenn man sich von der Luft aus dem Flughafen nähert, so kann man hier auch die längste Landebahn Schwedens entdecken, die bereits 1999 gebaut wurde und selbst für die schwersten Langstreckenflugzeuge geeignet ist. Die Ursache dafür ist, dass der Luleå Airport als Tankstopp für diese Maschinen gedacht ist, da die kürzeste Flugstrecke zwischen Westeuropa und Japan an Luleå vorbeiführt. Leider kann diese Kapazität bisher kaum genutzt werden, da Russland der Überflug weitgehend verhindert und höhere Gebühren dafür verlangt als die Treibstoffkosten bei einem weitaus längeren Flug ausmachen.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 23. Mai 2013

Der Stockholmer Flughafen Bromma

Als der schwedische König Gustav V. am 23. Mai 1936 den Stockholmer Flughafen Bromma eingeweiht hatte, wurde er um 15 Uhr für den Flugverkehr geöffnet. Einer der ersten Passagiere, die dann den neuen Flugplatz vom Flugzeug aus betraten, war Prinz Bertil. Bromma, heute der drittgrößte Flughafen Schwedens war damals zwar nicht der erste Flugplatz der Hauptstadt, aber er war der erste mit internationaler Bedeutung, der auch für größere private Maschinen gedacht war und an ein internationales Netz angeschlossen wurde.

Als Bromma zu Beginn der 30er Jahre geplant wurde, wollte man einerseits Geld sparen, zum anderen natürlich dennoch einen Flugplatz schaffen, der auch einen steigenden Flugverkehr verkraften kann. Um die Kosten zu senken, wollte man im Grunde grünbewachsene Start- und Landebahnen schaffen, was man jedoch sehr schnell aufgeben musste, da das Grundwasser zu hoch lag und der Frost damit den Flugplatz im Winter unbrauchbar gemacht hätte. Um auch für die Zukunft gewappnet zu sein, wurden bereits zu Beginn auch vier Flugbahnen mit eine Länge von je 900 Metern geplant, eine Entscheidung, die in den 30er Jahren relativ selten war.

Bis zum Bau des Flughafens Arlanda war Bromma, der insbesondere durch nödarbete gebaut wurde, von Arbeitslosen, die bei Minimalbezahlung zum Arbeitsdienst gezwungen wurden, der größte skandinavische Flugplatz und der erste europäische mit Betonbahnen. Die Reisezeiten waren natürlich nicht mit den heutigen zu vergleiche, denn nach Berlin dauerte der Flug damals noch vier Stunden und nach London nahezu acht Stunden, was sogar eine Zwischenlandung nötig machte. Mitte der 90er Jahre ging der Flugverkehr in Bromma dann rapide zurück und sein Schicksal war unbestimmt. Als dann Malmö Aviation Ende der 90er Jahre von dort aus Linienflüge nach London, Malmö und Göteborg einrichtete, kam jedoch eine Neubelebung die Bromma wieder seine ursprüngliche Bedeutung gab.


23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung 
23. Mai 1962: Die schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Januar 2013

Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Am 5. Januar 1970 sollte ein Flugzeug der spanischen Fluggesellschaft Spantax mit einer Gruppe von Touristen vom Stockholmer Flughafen Arlanda nach Mallorca aufbrechen. Als jedoch bereits beim Start einer der vier Motoren der Convair 990 Coronado ausfiel, brach der Flugkapitän den Start ab und kehrte mit der Maschine zum Terminal zurück und sämtliche Passagiere mussten das Flugzeug verlassen um auf eine Ersatzmaschine zu warten.

Allerdings entschied sich der Pilot der Maschine mit Hilfe der drei Motoren bis Zürich zu fliegen um den vierten Motor austauschen zu lassen, was im Prinzip kein Problem sein sollte. Kurz nach dem Start um 22 Uhr 24 neigte sich sich die Convair nach rechte, wenig später verlor sie an Geschwindigkeit und nur 1800 Meter vom Flugplatz entfernt streifte sie Baumspitzen, stürzte ab und zerbrach in drei Teile. Die Ursache dieses Absturzes konnte nie ermittelt werden zumal auch die Witterung eine Rolle spielen konnte, denn diese Nacht war sehr stürmisch und die Temperatur zeigte minus 28 Grad an.

Da sich nur Kabinenpersonal an Bord befand, zählte man nur fünf Tote, wobei der Flugkapitän und eine Flugbegleiterin überlebten. Die Rettung dauerte jedoch Stunden, da man um diese Zeit auf Arlanda auf keinerlei Notsituation vorbereitet war und selbst eine Funkverbindung zur Polizei und dem Rettungsdienst des Krankenhauses nicht vorgesehen war. Es war nicht einmal möglich den Notsender der abgestürzten Maschine anzupeilen. Die Rettung des Piloten dauerte zusätzliche Stunden, weil es der Stolz der Feuerwehrmänner nicht zuließ die Hilfe von Ingenieuren zuzulassen, die die Konstruktion der Convair kannten, was das Losschneiden des Piloten bedeutend beschleunigt hätte.

Der Absturz dieser Spantax-Maschine in Stockholm veränderte die gesamte Situation auf Arlanda, da man sich plötzlich bewusst wurde wie schlecht der Flughafen auf ein Unglück vorbereitet war. Seit diesem Unglück verfügt Arlanda über einen eigenen Rettungsdienst, der rund um die Uhr einsatzbereit ist. Gleichzeitig begannen sich auch die Stockholmer Krankenhäuser auf Katastropheneinsätze vorzubereiten und schafften die notwendige Ausrüstung an, was sich 21 Jahre später beim sogenannten Wunder von Gottröra als kluge Entscheidung zeigte.


5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Oktober 2012

Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Am 14. Oktober 2009 wurde in Schweden erstmals der Räkmackans dag, der Tag der Garnelenbrötchen, gefeiert. Genau genommen wurde dieser Tag gleichzeitig an den Flughäfen Arlanda in Stockholm und Landvetter in Göteborg ausgerufen, an den beiden Orten an denen am meisten Räkmackor verkauft und verspeist werden, wobei die Preise, je nach Größe und Inhalt, zwischen 50 Kronen in Tapasform bis zu etwa 200 Kronen für eine Luxusversion gehen.

Auf Arlanda werden jedes Jahr rund 260.000 Garnelenbrötchen verkauft und auf Landvetter nochmals über 100.000 des schwedischen Nationalgerichts. Man kann das Schnellgericht überall im Land finden und es wird zu jeder erdenklichen Angelegenheit gegessen. Garnelenbrötchen (Räkmackor) gehören zu Schweden wie Mittsommer, die Dalahästar oder Semmlor. Auf den schwedischen Flughäfen schlagen Räkmackor jeden Hamburger und jedes andere Angebot. Nur Kaffee geht noch öfter über die Theke als Garnelenbrötchen.

Mittlerweile wurden in ganz Schweden der Räkmackans dag, eigentlich mehr eine Garnelenwoche, ausgerufen, denn nicht nur an den beiden Flughäfen, sondern an zahlreichen anderen Stellen Schwedens versucht man mittlerweile eine ganze Woche lang die kulinarische Idee um Garnelenbrötchen kreisen zu lassen. Auch wenn man heute jede Variante an Räkmackor geboten bekommt, so gibt es offiziell nur ein einziges Gericht, das sich wirklich Garnelenbrötchen nennen darf. Ein echtes Garnelenbrötchen mit „schwedischem Label“ besteht aus Garnelen, Majonäse, Ei, Kaviar, Zitrone und einer dünnen Scheibe Roggenbrot. Alles andere sind Brot oder Brötchen mit Garnelen.


14. Oktober 1941: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Januar 2012

Der Flugplatz Arlanda in Stockholm

Obwohl bereits 1952 der erste Spatenstich für den Stockholmer Flughafen Arlanda erfolgte, konnte die erste Linienmaschine erst am 5. Januar 1960, also acht Jahre später starten. Offiziell eingeweiht wurde Arlanda von König Gustav VI. Adolf dann jedoch erst zwei Jahre später, nämlich am 1. April 1962, wobei an diesem Tag auch eine besondere Persönlichkeit an Bord war, denn mit der Maschine um 0 Uhr 15 flog Greta Garbo in die USA.

Die Geschichte des Flughafens Arlanda ist vermutlich die längste aller Flughafengeschichten, da bereits 1943 ein Platz für einen neuen Flughafen gesucht wurde, da auf Bromma die neueren Flugzeuge wegen der kurzen Landebahnen nicht zugelassen waren. Wenn man also eine Flugverbindung von Schweden nach Amerika einrichten wollte, so benötigte man einen neuen Flugplatz. Aber jeder Plan wurde verworfen und als man sich 1952 für das heutige Arlanda entschied, so reichte das Geld gerade einmal für eine Betonbahn, die nicht nur zu kurz war, sondern auch von Grund auf in einem so schlechten Zustand, dass nur wenige kleinere Maschinen sie benutzten.

Bevor man dann jedoch 1960 den Flugplatz für den Weltverkehr öffnete, musste man auch noch einen Namen für die Anlage finden. 1958 hatte man daher in der Zeitschrift Året Rund ein Preisausschreiben ausgeschrieben, das zu einem guten Namen führen sollte. Aber auch wenn sehr interessante Namen vorgeschlagen wurden, entschied sich die Jury für keinen unter ihnen, sondern wählte den Vorschlag des Ortsnamensforschers Lars Hellberg, der den ursprünglichen Namen der Umgebung, wenn auch etwas abgewandelt, erhalten wollte. Und so machte der Wissenschaftler aus der Provinz Aarland des Mittelalters Arlanda.

5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Dezember 2011

Das Wunder von Gottröra

Am Morgen des 27. Dezember 1991 startete auf dem Flughafen Arlanda in Stockholm eine Maschine der Fluggesellschaft SAS Richtung Warschau. Nur 78 Sekunden nach dem Start des Flugzeugs setzten beide Motoren aus und die Maschine war zu einer Notlandung auf einem Feld bei Gottröra gezwungen. Obwohl das Flugzeug während der Notlandung in drei Teile zerbrach, überlebten alle 129 Passagiere und die gesamte Besatzung. Dieses Ereignis wird noch heute als das Wunder von Gottröra (Miraklet i Gottröra) bezeichnet.

Da die Maschine frisch getankt war und sich noch auf einer geringen Flughöhe befand, war nicht nur das Risiko einer Explosion beim Aufprall sehr hoch, sondern die Piloten hatten auch nur sehr wenig Zeit eine Notlandung einzuleiten, wobei an diesem Tag die Wolken so niedrig lagen, dass die Piloten kaum Sicht auf einen möglichen Notlandeplatz hatten. Mit jeder Sekunde, mit der das Flugzeug sich dem Boden näherte, stieg das Risiko auf eines der bedeutendsten Unglücke der europäischen Luftfahrt.

Da bei der Notlandung kein Brand ausbrach, überlebten alle, die sich im Flugzeug befanden, auch wenn einige unter ihnen schwere Schäden davontrugen und einer der Passagiere den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen muss. Die beiden Piloten der Maschine waren von diesem Ereignis, das die Weltpresse als Weihnachtswunder beschrieb, so stark traumatisiert, dass sie beide ihren Beruf aufgaben, der Pilot nahezu unmittelbar und der Copilot einige Jahre später. Wie bei der Untersuchung des Unfalls festgestellt wurde, waren beide Piloten nicht für diesen Notfall ausgebildet, zumal in der Maschine das ATR-System eingebaut worden war ohne dass SAS oder Piloten davon informiert worden waren, was die Piloten auch zu einigen Fehleinschätzungen brachte.

27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet

Copyright: Herbert Kårlin